Dienstag, 19. November 2019

In eigener Sache: Vielen Dank!

Guten Tag,

wir möchten heute all unseren Leserinnen und Lesern für ihr großes Interesse danken. Warum heute? Weil mittlerweile, zusammengerechnet mit den ersten zwei Wochen des heddesheimblogs, insgesamt über 30.000 Besuchen gezählt wurden.

Besonders freut uns, dass politische  Texte mit großem Interesse gelesen werden – in Zeiten der Politikverdrossenheit ist das nicht selbstverständlich. Aber auch die „unpolitischen“ Texte wie Porträts und Meldungen finden gleichermaßen ein großes Interesse.

Auch die Bilderseiten erfreuen sich großer Beliebtheit. Wir arbeiten dran, die Qualität und Größe der Ansicht zu verbessern.

Ein herzliches Danke-Schön geht an die Leser, die sich mit uns in Verbindung gesetzt haben, um Themen vorzuschlagen, Missstände anzuzeigen oder selbst Inhalte beisteuern möchten wie bei den „Heddesheimer Bildern“.

Ganz besonders haben wir uns über zwei Rückmeldungen gefreut:
Die eine sagte: „Schönen Dank für ihren Bericht. Ich fühle mich von Ihnen Ernst genommen, auch wenn das Problem nicht aus der Welt ist. Machen Sie weiter so!“

Die andere sagte: „Das des mit dem Bericht so schnell geht, hätt ich nie gedacht. Der Mannheimer Morgen haben wir vor einer Woche informiert, da gabs noch keinen Rückruf und schon gar keinen Bericht.“

Im Gegensatz zu den „etablierten“ Medien, ist das sehr junge heddesheimblog (uns gibt es seit dem 28. April 2009) sehr schnell. Meist dauert es nur kurze Zeit (wenige Stunden), bis unsere Berichte online sind. In Text und Bild, bald auch in Ton und Video. Und unsere Artikel stehen 24 Stunden am Tag zu Ihrer Verfügung und sind kostenlos.

Die Philosophie dahinter ist einfach: Ein engagierter Journalismus schafft Inhalte, die die Menschen interessieren. Die ihre Sorgen und Probleme, aber auch ihre Hoffnungen und Wünsche und auch die Freude ernst nehmen. Unser Journalismus interessiert sich dafür, was die Leser betrifft. Und wir recherchieren auf eigene Faust, mit eigenen Ideen.

Wie unsere Leser wissen, heißt das: Es gefällt nicht jedem. Im Gegenteil. Obwohl das heddesheimblog erst acht Wochen alt ist, hat es sich dieses Informationsportal schon mit vielen „Mächtigen im Ort verscherzt“. Auch hier auf der Seite sind die Anfeindungen und Angriffe nachzulesen.

Wir sagen: Na und? Dann ist das halt so! Es gibt „Gefälligkeitsjournalismus„, der will gefallen und es gibt einen professionellen Journalismus, der will informieren. Auch wenn das bestimmten Personen nicht passt und sie mit allen Mitteln, auch denen der Denunziation und sozialen Ächtung, versuchen, dagegen anzugehen. Solche Menschen versuchen, anderen zu schaden, zeigen dadurch aber gerade, wie stark sie selbst schon beschädigt sind.

Mittlerweile reden allerdings immer mehr der „verschnupften Mächtigen“ wieder mit uns – weil sie es müssen oder weil sie ein Einsehen haben, sei dahingestellt. Zumindest haben sie festgestellt, dass das heddesheimblog nicht nur eine kurzfristige Verschnupfung ist, sondern Teil dessen, womit sie sich auseinandersetzen müssen.

Die Redaktion bedankt sich für Ihr Interesse!

Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog

Statistik

Heute wurde auf dem neuen Server die Marke von 28.000 „unique users“, also eindeutigen Besuchen seit dem 7. Mai 2009  genommen. Zusammen mit den 3.000 auf unserem ersten Angebot sind das 31.000 Besuche.

Das ist Statistik, der Computer zählt Computer, doch die werden von Menschen bedient, von Ihnen, unseren Lesern. Im Schnitt rufen die Leser pro Besuch etwa sechs Texte auf.

Die Zugriffe auf unsere Seiten kommen ganz überwiegend aus der Region, allerdings auch überregional und aus dem Ausland. Die allermeisten Zugriffe kommen über die Deutsche Telekom, gefolgt von Kabel-BW und AOL sowie 1und1.
Aber auch vom Mannheimer Morgen und der CDU 😉

Die Seite, die am meisten gelesen wurde, ist die zum Ergebnis der Kommunalwahlen in Heddesheim: ca. 3.500 Zugriffe (ja wir wissen, dass der Zähler auf der Seite „nur“ ca. 770 anzeigt – und wir schaffen das, die richtigen (viel höheren) Ergebnisse anzeigen zu lassen… irgendwann).

Die Zahl der abgerufenen Seiten liegt bei gut 178.000. Das entspricht in etwa den sechs Seitenaufrufen pro Besucher und ist für uns ein enormer Erfolg: Das Verhältnis zwischen Besuchern und Seitenaufrufen hält sich konstant – für uns heißt das, dass wir Ihnen Informationen bieten, die Sie sich wünschen.
(Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie bei einem Besuch mehrmals eine Seite aufrufen, wir immer nur der „erste“ Aufruf gezählt.)

In eigener Sache: Das heddesheimblog, Berichterstattung und Wahlkampf

Guten Tag,

Ende April 2009 ist das heddesheimblog gestartet.

Bis heute sind 149 Artikel erschienen. Rund 60 Kommentatoren haben 380 Kommentare geschrieben, 18 Kommentare wurden wegen Verstößen gegen Persönlichkeitsrechte oder verbaler Ausfälle gesperrt.

Rund 14.000 Besucher haben sich in dieser Zeit für das heddesheimblog interessiert und rund 115.000 Seiten wurden aufgerufen. Die Aufrufe der Kommentare nicht mitgezählt.

Das heddesheimblog ist aus einem Informationsdefizit entstanden.

In Heddesheim will sich ein Logistik-Unternehmen, die „Pfenning-Gruppe“, niederlassen. Doch die Informationen des Rathauses, der politischen Parteien, des Gemeinderates, des Unternehmens sowie des regionalen Zeitungsmonopolisten Mannheimer Morgen sind mangelhaft.

Aus diesem Grund hat sich der freie Journalist Hardy Prothmann entschlossen, diesem Informationsdefizit, eine Informationsplattform entgegenzusetzen.

Die Ãœberprüfung der Aussagen von Entscheidungsträgern, die Recherche von Hintergründen, der Blick über den Tellerrand, die Dokumentation der Ereignisse sind hier im heddesheimblog nachzulesen.

Das heddesheimblog bedankt sich an dieser Stelle auch bei allen Heddesheimern, die ihre Leserbriefe hier veröffentlicht haben und allen, die mit Informationen zur Veröffentlichung von Artikeln beigetragen haben!

Morgen wird in Heddesheim ein neuer Gemeinderat gewählt. Der neue Rat wird genauso kritisch begleitet wie der amtierende. Unter kritisch versteht das heddesheimblog den ursprünglichen Begriff: kriteia, die Kunst, die Dinge auseianderzuhalten.

Auch nach der Wahl wird das heddesheimblog über die Entwicklungen beim „Pfenning-Projekt“ berichten.

Wie gewohnt, wird kein Terminjournalismus stattfinden, der aufschreibt, was irgendjemand aufgeschrieben haben will.

Die Recherche, also die Ãœberprüfung von Fakten, ist oberstes Gebot. Recherche heißt aber auch, neue Aspekte zu finden und Themen zu erweitern.

Der bisherigen Berichterstattung ist von diversen Kommentatoren und auch außerhalb dieser website vorgeworfen worden, sie sei „einseitig“, „schlecht recherchiert“, „gesiebt“, „manipulativ“, „interessengesteuert“ oder „eigennützig“ usw.

Diese Kritiker hat das heddesheimblog immer wieder aufgefordert, diese Unterstellungen mit Belegen aus den veröffentlichten Artikeln zu belegen. Es blieb bei den Unterstellungen.

Das heddesheimblog hat es sich durch seine für die Gemeinde Heddesheim ungewohnte Berichterstatttung zunächst mit allen Parteien, dem Bürgermeister, dem Gemeinderat „verscherzt“.

Das war niemals das Ziel der Berichterstattung. Aber die Folge.

Für die weitere Berichterstattung spielen die Anfeindungen und die Informationsverweigerung durch den Bürgermeister, die CDU und Teile der anderen Parteien keine besondere Rolle. Es gibt immer auch andere Wege, um an Informationen zu kommen.

Dem heddesheimblog wurde auch vorgeworfen, es wolle „belehren“ oder sich über „andere erheben“.
Auch das sind Vorwürfe, die unhaltbar sind und nicht belegt wurden.

Das heddesheimblog informiert und bietet mit zahlreichen Links zu anderen Informationsangeboten im Internet offensiv die Kontrolle der eigenen Informationen an.
Die Informationsfreiheit ist ein sehr hohes Gut und das heddesheimblog fördert diese, so gut es kann.

Am Anfang der Berichterstattung konnten nur wenige damit umgehen, dass urplötzlich „irgendjemand“ Fragen stellt und sich nicht „zur Ordnung“ rufen lässt. Im Mitteilungsblatt und im Mannheimer Morgen gibt es immer nur „Schmuse“-Artikel, die niemandem „weh“ tun.

Das heddesheimblog will auch niemandem aus Prinzip weh tun. Aber wenn es sein muss, scheut es sich nicht davor, die Fakten zu nennen, die dann „schmerzen“ – egal, wer das ist.

Die Grünen haben als erste verstanden, dass die Berichterstattung hier nur Bericht erstattet – auch wenn der Partei das nicht gefällt. Auch in der FDP und in der SPD zeigen sich Mitglieder gesprächsbereit und verständig, dass Dinge, die kritisiert werden müssen, auch kritisiert werden. Bis heute zeigt sich allein die Heddesheimer CDU resistent gegen jede Form von Eigenkritik.

Dabei hat das heddesheimblog von Anfang an jedem der Akteure ein Gesprächsangebot gemacht. Das gilt auch weiterhin.

Obwohl es viel Aufregung gab, haben sich Heddesheimer ohne Angst bereit erklärt, sich im heddesheimblog porträtieren zu lassen. Das verdient Respekt.

Allerdings gab es auch zu ganz unpolitischen Anfragen Ablehnungen: „Mich kennt jeder im Ort, ich brauche von Ihnen kein Porträt“, erwiderte eine Heddesheimerin eine Porträtanfrage.
Auch hier liegt ein Missverständnis vor: Die Porträts werden nicht geschrieben, weil die betreffende Person das „braucht“, sondern, um den Lesern eine Person vorzustellen. Wenn diese aber schon „jeder kennt“, dann schreibt das heddesheimblog halt nichts dazu. Das wäre ja auch irgendwie Zeitverschwendung.

Andere haben die Berichterstattung zum Anlass genommen, langjährige Nachbarschaften und ein gutes Miteinander aufzukündigen, nur weil Heddesheimer in irgendeinem Kontakt zum Journalisten Hardy Prothmann stehen. Das ist bedauerlich. Aber es ist zu ändern, wenn man bereit ist, nochmal nachzudenken.

Das heddesheimblog wird also weiter zum Thema Pfenning berichten. Unabhängig, ergebnisoffen und ohne Rücksichtnahmen auf irgendwelche Befindlichkeiten.
Der Tagesthemen-Moderator Hajo Friedrichs hat immer gesagt: Ein Journalist soll sich nicht mit einer Sache gemein machen – auch nicht mit einer „guten“. So hält es auch das heddesheimblog .

Die Berichterstattung über andere Themen wird ausgebaut. So die Reihe „Ich bin ein Heddesheimer“ oder Berichte über Kultur. Auch über Vereine, Sport, die lokale Wirtschaft, soziale Themen wird berichtet werden.

Die enormen Zugriffszahlen zeigen, dass die Heddesheimer ein Bedürfnis nach gut recherchierten und unabhängigen Informationen haben und dass sie genauso gerne politische Themen lesen wie hintergründige und unterhaltende.

Wenn Sie ein Thema haben, über das „mal was geschrieben werden müsste…“, dann nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog

Der Freund der Vögel

Kurt Klemm ist ein leidenschaftlicher Mensch. Seine Begeisterung gilt der Natur. Seine Liebe zu den Vögeln hat er bereits als Junge entdeckt.

von Hardy Prothmann

„Ich versuche, den Menschen die Natur näher zu bringen“, sagt Kurt Klemm (62). Das klingt bescheiden, ist es auch, aber irgendwie auch nicht. Denn er versucht es nicht nur, sondern er hat Erfolg damit.

Kurt Klemm mit einem Spatz: das das Findelkind hat er groß gezogen. Bild: privat

Kurt Klemm mit einem Spatz: das "Findelkind" hat er groß gezogen. Bild: privat

1960 gründete sein Vater mit anderen den Verein der Vogelfreunde e.V. in Heddesheim. Heute, 49 Jahre später, unterhält der Verein seit 1973 ein Vogelschutzgebiet. 1978 kam der Vogelpark hinzu. Mit viel Mühe hat sich der Verein weiteres Gelände dazu erkämpft, eine Streuobstwiese und ein Stück naturbelassen Wald zwischen dem Park und dem Badesee. Der Wald wurde vom Verein erst aufgeforstet.

Das ist ein Naturschutzgebiet.“ Kurt Klemm

Die Gemeinde nennt das Gelände „Naherholungsgebiet“. Kurt Klemm sagt: „Das ist ein Naturschutzgebiet.“ Dieser Unterschied ist ihm sehr wichtig.

Kurt Klemm als Junge mit einer Krähe auf dem Arm. Bild: privat

Kurt Klemm als Junge mit einer Krähe auf dem Arm. Bild: privat

Das heddesheimblog trifft Kurt Klemm im Vogelpark. „Sehen Sie unsere Storchenkinder? Die sind jetzt drei Wochen alt. In zwei, höchstens drei Wochen werden sie flügge und das erste Mal ihr Nest verlassen“, sagt Kurt Klemm. Weiter erzählt er, dass die Jungstörche, solange sie noch im Netz hocken, „beringt“ werden müssen: „Die Jungen bekommen dann eine Nummer und zum Tag des Storchs können die Heddesheimer Kinder dann eine Patenschaft für den Storch erhalten. Sie erfahren dann, wie es ihrem Storch so geht und wo er gesichtet wird.“

Drei Junge hat das Paar, die werden bald beringt. Bild: pro

Drei Junge hat das Paar, die werden bald "beringt". Bild: pro

Allerdings müssen die Paten Geduld haben: „Wenn die Jungstörche groß genug sind und ihre lange Reise nach Afrika antreten, werden sie wahrscheinlich erst in drei Jahren wieder zurückkommen, dann sind sie geschlechtsreif und suchen sich hier einen Partner.“

Faszinierende Vogelwelt

Kurt Klemm führt durch den Park. Zu jedem Vogel hat er mindestens eine Geschichte zu erzählen. Manche Vögel hat der Verein angeschafft, andere wurden gebracht, manchmal verletzt in der Natur gefunden, oft aber abgegeben von ehemaligen Besitzern, die mit den Tieren überfordert waren.

„Guten Tag“, begrüßen uns die Mittelbeos. „Hallo.“ Beos sind die „Sprachkünstler“ unter den Vögeln und können erstaunlich echt andere Stimmen imitieren: „Was wenige wissen, fast alle Vögel sind sogenannte Spötter. Selbst ich falle manchmal drauf rein, wenn ich vermeintlich einen Pirol höre und in Wirklichkeit ist es ein Star, der den Pirol nachahmt.“

Der prachtvollste Heddesheimer: der Pfau im Vogelpark. Bild: pro

Der prachtvollste Heddesheimer: der Pfau im Vogelpark. Bild: pro

Plötzlich lacht der „lachende Hans“, der eigentlich in Australien lebt: „Die Aborigines sagen über den Hans, dass er die Aufgabe hat, den Menschen gute Laune zu bringen. Außerdem verehren sie ihn, weil er Giftschlangen frißt.“ Kurt Klemm hofft, dass zutrifft, was er vermutet: „Wenn mich nicht alles täuscht, hat das Pärchen ein Nest gebaut und brütet.“

Intensive Beziehungen zwischen Mensch und Tier

Kurt Klemms Augen leuchten – sie sind halt seine Leidenschaft, die Vögel. „Hier haben wir den Tschilp. Den Spatz habe ich aufgepäppelt. Wir versuchen zwar, Wildvögel wieder auszuwildern. Bei dem Piepmatz hat das nicht geklappt. Der ist nun schon drei Jahre bei uns und will einfach nicht mehr weg.“ Vögel können intensive Bindungen an den Menschen entwickeln. Umgekehrt gilt das auch, wenn man sich Kurt Klemm anschaut.

„Kennen Sie die? Das ist ein ganz ungewöhnlicher Vogel, die Streifengans. Die hält den absoluten Höhenrekord. Bei ihren Wanderungen überfliegt sie den Himalaya und schafft über 9000 Höhenmeter, weil sie es irgendwie hinkriegt, ihr Blut zu verdünnen und dadurch in der Lage ist, da oben noch zu atmen.“ Kurt Klemm schüttelt den Kopf: unvorstellbar, aber so faszinierend ist die Natur.

Während der Brutzeit werden die Störche mit Eintagesküken versorgt. Bild: pro

Während der Brutzeit werden die Störche mit "Eintagesküken" versorgt. Bild: pro

Jetzt kommt Ulrich Landenberger, im Hauptberuf Schulhausmeister, auch seine Leidenschaft gilt den Vögeln. Und mit ihm kommt der Papa Storch angeflogen. Die beiden Männer lachen: „Guck ihn Dir an, wahrscheinlich hat er schon mein Auto erkannt und weiß genau, dass es Futter gibt“, sagt Landenberger.
Er hat einen Eimer mit „Eintagesküken“ dabei. Er füttert Küken und manchmal Fische in der Brutphase zu, „damit die kleinen Störche auch genug von ihren Eltern bekommen, falls die Jagd mal nicht so erfolgreich ist“, sagt er.

Ulrich Landenberger bringt die Beute für die Störche: Eintagesküken.

Ulrich Landenberger bringt die "Beute" für die Störche: Eintagesküken. Bild: pro

Und tatsächlich, kaum sind die (toten) Küken in einem speziellen Eimer gelandet, kommen die Störche zum Fressen: „Wir mussten uns diese Lösung mit dem Eimer ausdenken, weil sonst die Krähen und die Elstern sich über die Küken hermachen würden“, sagt Landenberger. Der Eimer ist hoch und mit einem Deckel verschlossen. In der Mitte gibt es ein Loch, sodass nur die Störche mit ihren langen Schnäbeln die „Beute“ am Boden erreichen können.

Natur pur: das Biotop der Vogelfreunde

Jetzt geht es weiter ins „Biotop“, einem Feuchtgebiet hinter dem Vogelpark. Kurt Klemm redet unaufhörlich, kann zu jeder Pflanze, an der wir vorbei kommen, etwas erzählen: „Wir lassen das tote Holz liegen. Denn darin entwickeln sich Insekten, die wiederum sind die Nahrung für die Vögel.“

Kennt sich aus: Kurt Klemm im Feuchtgebiet. Bild: pro

Kennt sich aus: Kurt Klemm im Feuchtgebiet. Bild: pro

Wir kommen am Seeufer an, hier hat die Jugendgruppe der Vogelfreunde Bruthöhlen für den Eisvogel, den Vogel des Jahres 2009, Bruthöhlen gebaut: „Unsere Jugend ist wirklich klasse, die sind sehr aktiv“, sagt Klemm.

Irgendwelche Idioten schaden dem Eisvogel

„Vor zwei Jahren haben irgendwelche Idioten im geschlossenen Teil des Sees mit einem Stock ein Eisvogelweibchen erschlagen und die Brut zerstört. Dabei ist auch das Ufer abgerutscht, wo sie gebrütet haben, deswegen haben wir das hier gebaut. Allerdings zu spät für die diesjährige Brutzeit. Wir hoffen, dass im nächsten Jahr der Eisvogel kommt.“

Die Vogelfreunde-Jugend hat für den Eisvogel Bruthöhlen gebaut. Bild: pro

Die Vogelfreunde-Jugend hat für den Eisvogel Bruthöhlen gebaut. Bild: pro

Dann erzählt er, dass die Eisvögel „Schachtelbrüter“ sind. Sie haben immer zwei Brutröhren, das Weibchen legt ihre Eier in die eine und 14 Tage später nochmal welche in die zweite Höhle: „Das ist eine Ãœberlebensstrategie. Viele Eisvögel kommen nicht durch einen strengen Winter. Weil die Eltern sich die Aufzucht teilen, gibt es mehr Jungvögel und das sichert den Fortbestand.“ Natur ist eben nicht nur schön, sondern auch gnadenlos.

Ãœberall ist Kuckucksspucke

Nach dem Biotop geht es in die Streuobstwiese. Das Gelände hat der Verein ebenfalls von der Stadt gepachtet und „renaturiert“ es seit 1999. „Mittlerweile wachsen hier wieder verschiedenste Pflanzen, die wichtig für den ökologischen Kreislauf sind“, sagt Kurt Klemm und erklärt unaufhörlich redend, welcher Vogel welche Gräser und Beeren frisst und freut sich über die „Kuckucksspucke“, Nester, die überall bevozugt an Disteln hängen. Dort kleben sie und sind durch die Distel geschützt: In den Nestern entwickelt sich die Blutzickade. Die heißt so, weil ihre Farbe eben „blutrot“ ist und ist das Insekt des Jahres 2009.

In den weißen Spucke-Tropfen entwickelt sich die Blutzickade, das Insekt des Jahres 2009. Bild: pro

In den weißen "Spucke"-Tropfen entwickelt sich die Blutzickade, das Insekt des Jahres 2009. Bild: pro

„Es gibt zu wenig naturbelassene Wiesen. Die Bauern müssen auch ihr Brot verdienen, das ist ganz klar. Aber dadurch, dass sie die Wiesen wegen der Heugewinnung mähen, zerstören sie zwangsläufig auch viele Nester der Insekten“, sagt Klemm. Und rauben Schutzraum: „Wir haben in Heddesheim auch Feldrehe, das wissen nicht viele. Ich vermute, dass die auch gerne hier auf der Wiese vorbeikommen.“ Deswegen wird hier nur einmal im Jahr gemäht und zwar Ende August.  Dann ist die Brutzeit vorbei.

Dankbar für „Lärchenfenster“

Besonders freut er sich, wenn die Bauern seiner Bitte folgen, und auf ihren Feldern ein wenig Natur unberührt lassen: „Rainer Hege bin ich sehr dankbar, weil er ungefähr ein Dutzend „Lärchenfenster“ stehen gelassen hat“, sagt Kurt Klemm, der sich besonders darüber freut, dass die Vögel diese Bruträume sofort „bezogen“ haben. Die Fenster sind unbewirtschaftete, ein paar Quadratmeter große Stellen auf den Äckern, wo die Jungvögel Raum haben, sich zu entwickeln.

Hier auf der Streuobstwiese gibt es viele Angebote: „Sitzwarte“ für die Greifvögel, ein weiterer Horst für Störche, eine Trockenmauer für Eidechsen, Bienenstöcke, Nester für Hornissen und Erdhummeln. „Die sind noch nicht angenommen worden“, sagt Kurt Klemm. „Bei den Hornissen- und Hummelnestern werden wir nachhelfen müssen und den Imker fragen, ob er uns Völker da rein setzen kann.“

Vier Bienenvölker leben auf der Streuobstwiese. Hornissen und Erdhummeln sollen sich hier auch ansiedeln. Bild: pro

Vier Bienenvölker leben auf der Streuobstwiese. Hornissen und Erdhummeln sollen sich hier auch ansiedeln. Bild: pro

Umgeben ist die Wiese mit vielen Beerensträuchern. „Das ist unglaublich wichtig für die Vögel. Das ist alles Nahrung. Der Holunder, der Sanddorn, der Feuerdorn und der Weißdorn beispielsweise. Ohne ein solches Angebot kommen die Vögel nicht durch den Winter.

Nach drei Stunden ist der Rundgang mit Kurt Klemm zu Ende. Und er hat wieder mal erreicht, was ihm das Wichtigste auf der Welt ist: Die Natur den Menschen näher zu bringen. Mit Leidenschaft.

Die Vogelfreunde im Internet: hier.

Zur Person:
Kurt Klemm (62) ist ein gebürtiger Hellesemer, verheiratet und hat einen Sohn. Der gelernte Dreher arbeitete später als Kontrolltechniker und war die vergangenen 32 Jahre Angestellter der Gemeinde Heddesheim. 20 Jahre lang verwaltete er die Nordbadenhalle. Sein früheres Hobby Marathonlauf übt er nicht mehr aus, aber die Fotografie ist immer noch „sein liebstes Hobby“. Natürlich sind seine Lieblingsmotive die Vögel und andere Tiere.

Anmerkung der Redaktion:
Kurt Klemm ist Kandidat für die Gemeinderatswahl auf der Liste von Bündnis90/Die Grünen. Rainer Hege ist Kandidat auf der Liste der CDU.
Dieser Artikel steht in keinem Zusammenhang mit der Kommunalwahl 2009.

In eigener Sache: Glosse, Satire, Kommentar, Artikel…

Guten Tag!

Liebe Leserinnen und Leser,

in den vergangenen Tagen haben wir sehr, sehr viele Rückmeldungen zum heddesheimblog bekommen. Das freut uns und alle, auch Sie, die daran beteiligt sind.

Was uns nicht freut, ist, dass nicht alle verstehen, was hier wie veröffentlicht wird. Das heddesheimblog ist ein journalistisches Angebot. Das heißt, alle Veröffentlichungen unterliegen dem Presserecht und dem Grundgesetz.

Die Veröffentlichungen verwenden unterschiedliche Stilmittel, auch Darstellungsformen genannt. Obwohl wir in einer „Mediengesellschaft“ leben, scheinen viele Menschen diese Feinheiten nicht zu kennen. Deswegen fasse ich die wichtigsten hier zusammen, zum besseren Verständnis und als Argumentationshilfe, wenn Sie mit anderen über das heddesheimblog diskutieren.

Journalistische Stilmittel (hier gehts zur Ãœbersicht auf Wikipedia)

Artikel:
Dieser Begriff trifft auf alle journalistischen Texte zu. Also die Nachricht oder Meldung, den Bericht, die Reportage, das Interview, den Kommentar, die Glosse, die Satire, das Feature, das Porträt…
Journalisten nennen einen Artikel auch „Stück“ oder „Riemen“ (besonders langer Text)

Meldung, Nachricht, Bericht:
Das sind kurze Formen journalistischer Texte. Sie beantworten die sogenannten W-Fragen (Wer hat wann was warum mit welcher Wirkung usw. getan), die beliebig erweiterbar sind.

Artikel:
Eigentlich der Oberbegriff für alle Texte. Wird aber häufig für einen umfassenden Text verwendet, der deutlich länger als ein Bericht ist.

Reportage, Feature:
Das sind sehr bildhafte Darstellungen auch mit persönlichem Blick des Journalisten. Eine Reportage muss vom Journalisten selbst „erlebt“ sein, das heißt, er ist vor Ort gewesen. Die Berichterstattung kann subjektiv sein.
Beispiel: SPD-Kandidatenvorstellung läuft aus dem Ruder

Porträt:
Bei Personen eine sehr persönliche Darstellung mit Elementen der Reportage, des Interviews, des Features. Bei Unternehmen oder Institutionen etwas sachlicher.
Beispiel: Unser Mann von der Tankstelle

Kommentar:
Subjektiver Artikel, in dem entweder das Für und Wider von Argumenten abgewogen wird oder eine eigene Meinung pointiert dargestellt wird.
Beispiel: Herr Kessler ist in Not oder Die „sauberste Lösung“

Glosse:
aus Wikipedia: „Ein Sammelbegriff für besonders kurze Meinungsartikel mit einer sehr spitzen Argumentation. In einer Glosse können aktuelle Themen jeder Art behandelt werden, sie werden allerdings aus sehr subjektiver Sicht gesehen. Meist ist ihr Unterton heiter und ironisch…“
Beispiel: Das Gesetz der Omerta

Satire:
aus Wikipedia: „…ist eine Spottdichtung, die mangelhafte Tugend oder gesellschaftliche Missstände anklagt. Historische Bezeichnungen sind im Deutschen auch Spottschrift, Stachelschrift und Pasquill (gegen Personen gerichtete satirische Schmähschrift).
Beispiel: +++Verschlusssache+++

Einen schönen Tag wünscht

Das heddesheimblog

Lassen Sie sich überraschen

Am Samstag gehts hier los mit der Reihe:
Ich bin ein(e) Heddesheimer(in)
Lassen Sie sich überraschen.

Das heddesheimblog

Hier die erste Story:
Unser Mann von der Tankstelle
Haben Sie Vorschläge für Porträts?
Wer sollte unbedingt hier vorgestellt werden?

Schreiben Sie uns!
redaktion(at)heddesheimblog.de