Freitag, 24. November 2017

PersonalverÀnderungen im Polizeirevier Ladenburg

Polizeirevierleiter Frank Hartmannsgruber verabschiedet

Verabschiedung Hartmannsgruber 2013_02_04

BĂŒrgermeister Rainer Ziegler verabschiedet Polizeirat Frank Hartmannsgruber nach viereinhalb Dienstjahren in Ladenburg
(von links) Polizeihauptkommissar Bernd Schmidt, BĂŒrgermeister Rainer Ziegler, Polizeirat Frank Hartmannsgruber, Leitender Polizeidirektor Karl Himmelhan Quelle: PolizeiprĂ€sidium Mannheim

Ladenburg/Rhein-Neckar, 05. Februar 2014. (red/pol) Eine große VerĂ€nderung hat sich fĂŒr das Polizeirevier Ladenburg ergeben: Nach viereinhalb Jahren verlĂ€sst Revierleiter und Polizeirat Frank Hartmannsgruber die Stadt und wird Revierleiter des Polizeireviers Mannheim-Oststadt. Kommisarischer Nachfolger im Amt wird Polizeihauptkommissar Bernd Schmidt, sein bisheriger Stellvertreter.

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Polizeirevier Ladenburg verzeichnet Anstieg von "ĂŒblen Scherzen" in der Halloween-Nacht

„Nicht jeder Scherz ist lustig“

polizei_feature11Ladenburg, 04. November 2013. (red) Polizeirevierleiter Frank Hartmannsgruber ist „not amused“ ĂŒber zahlreiche VorfĂ€lle in der Halloween-Nacht. Nachdem in den vergangenen zwei Jahren die VorfĂ€lle rĂŒcklĂ€ufig waren, gibt es 2013 einen sprunghaften Anstieg. Insbesondere zu einem gefĂ€hrlichen Eingriff in den Straßenverkehr in Heddesheim sucht die Polizei Zeugen. [Weiterlesen…]

Polizeichef Hartmannsgruber prÀsentierte Kriminalstatistik 2012

Litauische TĂ€tergruppe wurde geschnappt

Heddesheim/Ladenburg, 24. April 2013. (red/sap) Der Ladenburger Polizeichef Frank Hartmannsgruber stellte gestern die Krimnalstatistik 2012 fĂŒr Ladenburg, Heddesheim, Ilvesheim und Edingen-Neckarhausen vor. Insgesamt zeigte er sich zufrieden, aber es gab auch „Ausreißer“ in den Zahlen. Eine Litauische TĂ€tergruppe konnte geschnappt werden. Die Ladenburger Polizei ist gut vorbereitet auf die Mainacht. [Weiterlesen…]

Polizeirat Hartmannsgruber ist zufrieden mit seinem Gebiet

Positive Verkehrsbilanz trotz „Ausreißer“

Ladenburg/Rhein-Neckar, 17. April 2013. (red/ms) Frank Hartmannsgruber kann ziemlich zufrieden sein. Als Leiter des Polizeireviers Ladenburgs ist er auch noch fĂŒr den Verkehr in Edingen-Neckarhausen, Heddesheim, Ilvesheim und die Mannheimer Stadtteile Seckenheim und Friedrichsfeld zustĂ€ndig. Die Unfallstatistik fĂŒr 2012 zeigt ihm, dass es sich bei seinem Revier um ein „gutes Verkehrsgebiet“ handelt. [Weiterlesen…]

Neuer stellvertretender Revierleiter

Schmidt folgte auf Berka

Polizeihauptkommissar Schmidt ist seit September stellvertretender Leiter des Reviers Ladenburg.

 

Ladenburg/Heddesheim, 29. Oktober 2012. (red) Polizeihauptkommissar Bernd Schmidt (49) ist seit 1. September neuer Stellvertreter von Polizeirevierleiter Frank Hartmannsgruber. Er folgt auf Walter Berka, der in den Ruhestand ging.

Vor seiner neuen Aufgabe war Bernd Schmidt seit 2009 Leiter des Bezirks- und Ermittlungsdienstes beim Polizeirevier Ladenburg. Der Mannheimer hat vor 29 Jahren (1983) bei der Polizei begonnen und kennt den Dienst auf der Straße. Zehn Jahre lang „bestreifte“ er das Revier Oststadadt. Zum dreijĂ€hrigen Studium ging es an die Fachhochschule der Polizei nach Villingen-Schwenningen. Von dort zurĂŒck nach Mannheim, hier war er vor seiner Ladenburger Zeit als Dienstgruppenleiter in Mannheim-KĂ€fertal tĂ€tig.

Er unterstĂŒtzt Frank Hartsmannsgruber vor allem bei den umfangreichen Planungsaufgaben – ist aber als Einsatzleiter nach wie vorne gerne im „Außendienst“ tĂ€tig, so zuletzt als stellvertretender Einsatzleiter beim Altstadtfest. Im Revier ist er deshalb schon gut bekannt, vor allem fĂŒr sein ruhiges und besonnenes Auftreten. Er ist verheiratet und hat zwei jungendliche Söhne. Nach Ladenburg kommt er mit dem Fahrrad und dem Zug:

Das hÀlt fit und im Autos sitze ich sowieso viel. Mit dem alten Fahrrad gehts zum Bahnhof und ich fahre gerne mit der Bahn.

Auf Nachfrage, warum er ein altes Fahrrad nutzt, sagt er:

Naja, das steht tÀglich da und beruflich habe ich so meine Erfahrungen.

 

Drei GaststÀtten geschlossen

GaststÀttenkontrollen in Seckenheim, Ladenburg und Heddesheim

Seckenheim/Ladenburg/Heddesheim, 15. Oktober 2012. (red/pol) Am Donnerstag, den 11. Oktober, in der Zeit zwischen 12.00 Uhr und 22.30 Uhr, fĂŒhrte das Polizeirevier Ladenburg gemeinsam mit der Stadt Mannheim, Fachbereich Sicherheit und Ordnung, dem Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis sowie dem Zollamt Heidelberg, Finanzkontrolle Schwarzarbeit, im Mannheimer Stadtteil Seckenheim sowie in den zum Rhein-Neckar-Kreis gehörenden Gemeinden Ladenburg und Heddesheim einen Sondereinsatz zur BekĂ€mpfung der illegalen BeschĂ€ftigung und zur ÜberprĂŒfung gaststĂ€tten-, gewerbe- und lebensmittelrechtlicher Bestimmungen durch.

Information des PolizeiprÀsidiums Mannheim:

„Mehrfach wurde festgestellt, dass bei den aufgestellten Geldspielautomaten die behördliche Zulassung fehlte oder abgelaufen war (Seckenheim, Ladenburg, Heddesheim). Ferner waren in einigen Lokalen nicht genĂŒgend Feuerlöscher vorhanden. Auch dies wird zu Nachkontrollen durch die zustĂ€ndigen Behörden fĂŒhren.

Zu guter Letzt drĂŒckte eine Bedienung den Beamten noch einen gefĂ€lschten 50 €-Schein in die Hand, den ihr ein Unbekannter bereits vor ein paar Tagen beim Bezahlen „angedreht“ hatte. Der „Falsche Fuffziger“ wurde sichergestellt und dem zustĂ€ndigen Fachdezernat der Kriminalpolizei zur weiteren Bearbeitung ĂŒbergeben.

Ladenburg

Dem zweiten Wirt wurde bereits vor geraumer Zeit die Konzession entzogen, was ihn jedoch nicht daran hinderte, sein Lokal weiterhin zu öffnen. Als Folge muss er mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen. Seine GaststĂ€tte wurde sofort geschlossen. Kurz darauf wurde in einem weiteren, vor kurzem eröffneten Imbiss festgestellt, dass erhebliche bauliche MĂ€ngel vorliegen. Die Inhaberin ließ sich zur „freiwilligen“ Schließung â€žĂŒberreden“.

Die Beamten der LebensmittelĂŒberwachung konnten bei den Kontrollen eine Reihe von HygienemĂ€ngeln feststellen, die zum Teil mit Verwarnungen vor Ort, MĂ€ngelberichten bis hin zum Erlass verwaltungsrechtlicher VerfĂŒgungen zur Beseitigung der MĂ€ngel abgegolten wurden.

In einem Fall war zur weiteren Untersuchung eine Lebensmittelprobe vor Ort erforderlich. Bei der ÜberprĂŒfung der Mitarbeiter besteht in einem Fall der Verdacht, dass ein Gastwirt mehrere Mitarbeiter ohne Arbeitserlaubnis beschĂ€ftigt hat. Sollte sich der Verdacht bei den weiteren Ermittlungen erhĂ€rten, muss der Betreiber der GaststĂ€tte mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen (Ladenburg).

Weiterhin wird in einem Fall wegen des Verdachts auf Leistungsmissbrauch und mehrere kleinere VerstĂ¶ĂŸe gegen verschiedene Sozialvorschriften ermittelt.

Heddesheim

Bei den ÜberprĂŒfungen wurden auch mehrere „Raucherlokale“ kontrolliert. Aufgrund der vorhandenen Speisekarten ergab sich der Verdacht, dass dort warme Speisen zubereitet und abgegeben werden, was jedoch nach dem Nichtraucherschutzgesetz nicht erlaubt ist. Die Betreiber wurden eindringlich auf die gesetzlichen Vorschriften hingewiesen. In einer Raucherkneipe hielt sich ein MinderjĂ€hriger auf, obwohl der Zutritt erst ab 18 Jahren erlaubt ist, sodass hier ebenfalls ein Bußgeld folgen wird.

Seckenheim

Drei GaststĂ€tten mussten nach der Kontrolle aus den unterschiedlichsten GrĂŒnden schließen: Der erste Wirt hatte zwei GaststĂ€tten unter seinem Namen angemeldet, wollte sich aber anscheinend die Personalkosten sparen und in beiden Lokalen die Aufsicht ĂŒbernehmen. Dies ist aber nach dem GaststĂ€ttenrecht nicht möglich, sodass der Mann gezwungen war, eine LokalitĂ€t zu schließen (Mannheim-Seckenheim).

In dem zehn Stunden dauernden Einsatz unter Beteiligung von fĂŒnf Beamten des Polizeireviers Ladenburg, der Polizeiposten Mannheim-Seckenheim und Heddesheim sowie sieben Beamten der o.g. Behörden wurden insgesamt 14 GaststĂ€tten und 29 Personen ĂŒberprĂŒft. Weitere Kontrollen dieser Art werden auch zukĂŒnftig stattfinden.“

Polizeirevier Ladenburg meldet ruhige Halloween-Nacht – außer in Heddesheim


Die Bank und der Papierkorb wurden abgefackelt.

Ladenburg/Heddesheim, 02. November 2011. (red/pol) Halloween ist leider in den vergangenen Jahren in Verruch geraten, weil es viele SachbeschĂ€digungen gegeben hat. Dieses Jahr trĂŒbt eine SachbeschĂ€digung eine ansonsten friedlich verlaufene Hexennacht im Bereich des Polizeireviers Ladenburg.

Das Polizeirevier Ladenburg meldete eine ruhige Halloween-Nacht.

Bis Mittwochmittag lag noch nichts vor: „Vielleicht kommt noch was, wenn jemand erst spĂ€ter einen Schaden entdeckt, aus unserer Sicht war es eine friedliche Nacht“, sagte der stellvertretende Revierleiter Walter Berka auf Anfrage. SpĂ€ter kam eine Schadensmeldung aus Heddesheim: Hier hat die Gemeinde Anzeige gegen unbekannt wegen SachbeschĂ€digung gestellt. Bislang unbekannte TĂ€ter haben eine Parkbank und einen Kunststoff-MĂŒlleimer.

Die Gemeinde schreibt dazu:

„Offensichtlich völlig falsch verstanden haben bislang noch unbekannte TĂ€ter den Halloween-Brauch in der Nacht vom 31. Oktober2011 auf den 01. November 2011.

Am Bolzplatz hinter der Schriesheimer Straße wurde eine Sitzbank sowie ein AbfallgefĂ€ĂŸ Opfer der Flammen. Allem Anschein nach war der Brand mutwillig gelegt und diente lediglich der sinnlosen Zerstörung.

Strafanzeige wurde durch die Gemeinde Heddesheim gestellt.

Wer Hinweise auf die TĂ€ter geben kann oder entsprechende Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich beim Polizeiposten Heddesheim oder der Gemeinde zu melden.“

Ebenfalls in Heddesheim war der Polizei in der Halloween-Nacht eine Gruppe Jugendlicher aufgefallen, die kontrolliert worden sind. Die Kontrolle machte Sinn: Mit dem sichergestellten Rasierschaum und den Eiern hatten die Jugendlichen sicher nichts Gutes vor.

ErgÀnzung:
„ZunĂ€chst war ĂŒber die Leitstelle die die Feuerwehr Ladenburg alarmiert worden, da im Bereich des Bolzplatzes die Gemarkungsgrenze verlĂ€uft. Kurze Zeit spĂ€ter wurde die Heddesheimer Feuerwehr ebenfalls alarmiert und traf in etwa gleichzeitig ein. Da Ladenburg bereits auf dem Weg war und mit Maßnahmen begonnen hatte, hat die Feuerwehr Ladenburg die noch brennende Bank gelöscht“, teilte uns die Gemeinde Heddesheim auf Nachfrage mit.

Polizei: Sieben neue auf einen Streich


Ladenburg/Edingen-Neckarhausen/Heddesheim/Ilvesheim/Seckenheim, 04. Mai 2011. (red) Beim Polizeirevier Ladenburg arbeiten sieben neue Polizeibeamte. FĂŒnf davon wurden gestern im Rathaus vom BĂŒrgermeister empfangen – zwei ruhten sich von der Nachtschicht aus. Die „NeuzugĂ€nge“ erwartet ein spannendes Revier – nicht so sehr, weil es hier so viele „böse Buben“ gĂ€be, sondern, weil es vielfĂ€ltige Aufgabenstellungen gibt. Und dazu ein modern gefĂŒhrtes Revier.

Von Hardy Prothmann

BĂŒrgermeister Rainer Ziegler empfing gestern eine Polizistin und vier Polizisten im Rathaus – stellvertretend fĂŒr die anderen BĂŒrgermeister des Einzugsgebiets des Ladenburger Polizeireviers (Edingen-Neckarhausen, Heddesheim, Ladenburg, Seckenheim, Ilvesheim). Zwei der insgesamt sieben „NeuzugĂ€nge“ hatten Nachtschicht gehabt und waren deshalb nicht zugegen.

Gute Zusammenarbeit

Der BĂŒrgermeister betonte die enge und gute Zusammenarbeit der Stadt, dem kommunalen Vollzugsdienst, der Jugendarbeit und der Polizei und deren wichtige Aufgabe innerhalb der Kommunen.

Im Vergleich zu einer Großstadt wie Mannheim ist der Revierbereich eher „ein ruhiges Pflaster“ (siehe KriminalitĂ€tsbericht). Aber natĂŒrlich gibt es fĂŒr die Polizisten hier vielfĂ€ltige Aufgaben zu erledigen, angefangen beim Verkehr, ĂŒber EinsĂ€tze bei den vielen Veranstaltungen in Ladenburg bis hin zur AufklĂ€rung von Straftaten, die natĂŒrlich auch in Ladenburg und anderen Kommunen begangen werden.

Die neuen Beamten ersetzen Kollegen, die pensioniert worden sind oder nun in anderen Dienststellen arbeiten. Unterm Strich verstÀrken sie aber das Revier mit einer Stelle. Aktuell gibt es 68 besetzte Haushaltsstellen im Revier (zuvor 67, bei 71 SollstÀrke). ZusÀtzlich sind beim Revier auch immer Praktikanten tÀtig, aktuell drei.

FĂŒnf der sieben neuen Kollegen wurden durch den "Chef", Frank Hartmannsgruber (2. v. r.) vorgestellt und von BĂŒrgermeister Ziegler (1.v.r.) empfangen.

„Die neuen Beamten kommen ausnahmslos aus dem Raum“, sagt Revierleiter Frank Hartmannsgruber. Das erleichtert fĂŒr die neuen natĂŒrlich „die Orientierung“. Alle waren auch beim vergangenen Einsatz zur „Walspurgisnacht“ beteilgt.

Einige haben bereits am 01. MĂ€rz begonnen, die meisten am 01. April 2011. „Mich freut persönlich, dass die Kollegen jung sind, das wird sich positiv auswirken“, sagt Herr Hartmannsgruber. Das Alter liegt zwischen Ende 20 und Mitte 30.

Frank Hartmannsgruber bei seinem Amtsantritt 2009. Archivbild: ladenburgblog.de

Junge Kollegen – junger Chef.

Das könnte er auch ĂŒber sich sagen. Als Frank Hartmannsgruber Ende 2009 das Revier als Leiter ĂŒbernommen hat, war er 35 Jahre alt. Er hat im „mittleren Dienst“ begonnen und sich „hochgeschafft“, zwei Studien absolviert und ist heute Polizeirat. Ein LeistungstrĂ€ger, der viel von sich und mit Sicherheit auch von seinen Kollegen erwartet.

Kein Großeinsatz findet ohne seine Beteiligung statt. Oft leitet er die EinsĂ€tze, gibt aber auch die Verantwortung ab, beispielsweise zur Zeit hĂ€ufig an seinen Stellvertreter Steffen Hildebrand, der im Rahmen seiner Ausbildung als FĂŒhrungskraft noch bis September 2011 in Ladenburg Erfahrung sammeln soll, bis der eigentliche Stellvertreter, Walter Berka, zurĂŒckkommt. Herr Berka verstĂ€rkt zur Zeit die Pressestelle des PolizeiprĂ€sidiums in Mannheim.

Modern gefĂŒhrtes Revier.

Die NeuzugĂ€nge werden ein modern gefĂŒhrtes Revier vorfinden. PrĂ€senz, PrĂ€vention und Information sind drei Schwerpunkte, die Revierleiter Frank Hartmannsgruber konsequent eingefĂŒhrt und umgesetzt hat. Aus Sicht der Polizeibeamten eine positive Entwicklung, denn die Aufgaben sind „vielfĂ€ltiger“ geworden, die hohe PrĂ€senz und Ansprechbarkeit hat den direkten, positiven Kontakt zu Bevölkerung gestĂ€rkt. Die PrĂ€vention greift ebenfalls und wird sich in der Statistik sicherlich positiv niederschlagen.

Insgesamt, so hört man allerorten, kommt der FĂŒhrungsstil sehr gut an und als jemand, der hĂ€ufig beruflich mit der Polizei zu tun hat, kann ich das nur bestĂ€tigen. Der Umgang ist immer korrekt und darĂŒber hinaus sehr freundlich – mit allen Beamten. Nach zwanzig Jahren Berufserfahrung als Journalist kann ich mich auch an andere Zeiten und Erfahrungen erinnern – zwar nicht in Ladenburg, dafĂŒr an vielen anderen Orten.

Polizeioberkommissar Steffen Hildebrand leitet fĂŒr sechs Monate als Stellvertreter das Revier Ladenburg. Bild: Polizei

Positive Entwicklung.

Diese Entwicklung, die die Polizei durchmacht, ist sehr positiv. Selbst die, die sich „hĂ€ufiger“ durch „Kontrollen gestört“ fĂŒhlen könnten, also Jugendliche, scheinen auf den „neuen Stil“ gut anzusprechen – zumindest hören wir das im Kontakt mit der Jugend.

Freundlichkeit mit „NachlĂ€ssigkeit“ zu verwechseln, wĂ€re ein Fehler. Frank Hartmannsgruber ist Polizist durch und durch: „Wer sich korrekt verhĂ€lt, bekommt auch keinen Ärger„, hat er mal in einem Interview mit uns gesagt. Umgekehrt heißt das: Wer „Ärger“ sucht, bekommt den auch. Mit Sicherheit. Doch das ist keine Drohung, sondern nur eine freundlich gemeinte Feststellung. Und es ist ein offener Umgang mit Kritik, die zuvor am Verhalten der Polizei geĂ€ußert worden war. Statt Kritik abzuweisen, wird diese ernst genommen und man setzt sich damit auseinander. Das ist vorbildlich.

Sicherheit ist das Hauptanliegen von Herrn Hartmannsgruber – fĂŒr die Bevölkerung, aber auch fĂŒr die Beamten. Bei der PrĂ€sentation der neuen Kleidung hat er sich sichtbar mit den Kollegen ĂŒber die schicken neuen Uniformen gefreut. Ebenso ĂŒber den Tragekomfort, denn das ist Arbeitskleidung und noch mehr ĂŒber Sicherheitsfunktionen wie zahlreiche Reflektoren, durch die die Beamten bei schlechter Sicht zusĂ€tzlich (prĂ€ventiv) im Straßenverkehr geschĂŒtzt werden. Frank Hartmannsgruber selbst wurde mal im Dienst Opfer eines Unfalls und weiß „ganz praktisch“, warum er sich um die Sicherheit der Beamten sorgt.

Landeseinheitlicher Schichtdienst – vielfĂ€ltige lokale Aufgaben.

Den Dienstplan kennen die neuen Kollegen – der heißt „landeseinheitlicher Schichtplan“ und funktioniert so. Der Einsatz beginnt mit dem SpĂ€tdienst. Der dauert von 12:00 Uhr Mittag bis 19:00 Uhr am Abend. Dann hat man bis zum kommenden Morgen frei. Um 06:00 Uhr beginnt die FrĂŒhschicht, die um 12:00 Uhr endet. Dann hat man wieder frei bis zur Nachtschicht um 19:00 Uhr, die um 6:00 Uhr endet. Den Rest des Tages, sowie die zwei Folgetage haben die Beamten frei. Dann geht es wieder von vorne los.

Damit wĂŒrde man nicht auf 41 Wochenarbeitsstunden kommen – Trainings und Fortbildungen kommen außerhalb des Schichtdienstes dazu. Insgesamt gibt es in einem Revier fĂŒnf Dienstgruppen, die auf diese drei Schichten verteilt werden.

Dazu kommt der Tagesdienst, beispielsweise auf den Posten wie in Heddesheim. Dort beginnt die Dienstzeit fĂŒr die Beamten um 06:00 Uhr und endet meist um 16:00 Uhr. In der RealitĂ€t mĂŒssen die Beamten aber „hĂ€ufiger ran“ – Sonderdienste, beispielsweise auch zu Stuttgart21 erhöhen die ÃƓberstundenzahl. Sicher auch interessant fĂŒr die neuen Beamte: Die revierĂŒbergreifende Zusammenarbeit wird verstĂ€rkt. Hier ein Videobericht ĂŒber eine Kontrolle zur Fasnachtszeit 2011.

Sicher freut die Beamten im Revier Ladenburg, dass der Landtagsabgeordnete Uli Sckerl, Polizeiexperte bei der neuen GrĂŒn-Roten Landesregierung, sich fĂŒr eine moderne Polizei stark machen will und gestern Abend in Weinheim bei der Vorstellung des Koalitionsvertrags bereits einige hundert Neueinstellungen angekĂŒndigt hat und die Position der Polizei als Dienstleister fĂŒr die Gesellschaft stĂ€rken will.

Von Seiten der Redaktion aus wĂŒnschen wir den „NeuzugĂ€ngen“ einen guten Start und eine gute Zeit mit ihrer Arbeit im Revier Ladenburg.

Die neuen Polizeibeamten heißen (PM=Polizeimeister, PK=Polizeikommissar):

PM Marc Braun, PK Thorsten Hohenedel, PK Sabine Huber, PK Stephan Kau, PK Sven KohlmĂŒller, PK Mario Notheisen, PM Jens Schlendwein.

Steffen Hildebrand ist stellvertretender Revierleiter fĂŒr ein halbes Jahr


Guten Tag!

Ladenburg/Heddesheim, 16. Februar 2011. Das Polizeirevier in Ladenburg hat einen neuen stellvertretenden „Chef“ – Polizeioberkommissar Steffen Hildebrand leitet im Rahmen seiner Qualifizierung fĂŒr den höheren Dienst zusammen mit Frank Hartmannsgruber das Revier fĂŒr sechs Monate. Heddesheim gehört zum Polizeirevier Ladenburg.

Von Hardy Prothmann

Damit Steffen Hildebrand (33) Erfahrungen als FĂŒhrungskraft sammeln kann, hat der eigentliche Stellvertreter Walter Berka Platz gemacht und ist fĂŒr diese Zeit zum PolizeiprĂ€sidium Mannheim gewechselt, wo er in der Öffentlichkeitsarbeit tĂ€tig ist.

Polizeioberkommissar Steffen Hildebrand leitet fĂŒr sechs Monate als Stellvertreter das Revier Ladenburg. Bild: Polizei

Steffen Hildebrand wohnt im pfĂ€lzischen Jockrim: „Wenns gut lĂ€uft brauche ich 40 Minuten einfach fĂŒr die Fahrt“, sagt er. Der Familienvater hat einen fĂŒnfzehn Monate alten Sohn. Auch seine Frau ist im Polizeidienst.

Die Station Ladenburg hat eine „Vorgeschichte“. Wer sich fĂŒr den höheren Dienst qualifizieren will, nimmt an einem so genannten Umlaufverfahren teil. Steffen Hildebrand wurde 2008 beim PolizeiprĂ€sidium Karlsruhe „gesichtet“ und hat wie Polizeirat Frank Hartmannsgruber an der Hochschule fĂŒr Polizei in Villingen-Schwenningen studiert und 2005 dort seinen Abschluss gemacht. Außerdem hat er in der Landespolizeidirektion Karlsruhe bereits Erfahrungen gesammelt.

Die kommenden zwölf Monate sind aus zwei Bausteinen zusammengesetzt: Aktuell fĂŒr sechs Monate qualifiziert er sich als „Leiter einer FĂŒhrungsgruppe“ in der Funktion als stellvertretender Revierleiter als FĂŒhrungskraft. Dann folgen ab August sechs Monate als „Lehrkraft“ bei der Bereitschaftspolizei Bruchsal, wo er als Ausbilder tĂ€tig sein wird.

„Hier in Ladenburg werde ich mein „theoretisches“ Wissen in die Praxis umsetzen“, sagt Steffen Hildebrand. Das ist wenig geflunkert – schließlich ist der Mann ein erfahrender Polizist im 13. Dienstjahr. „Mit der neuen Aufgabe ist die Verantwortung natĂŒrlich enorm gewachsen“, sagt er und man merkt ihm an, dass er sich darauf freut. Dynamisch, konzentriert und sehr aufgeschlossen prĂ€sentiert sich der neue Stellvertreter.

Eine erste „BewĂ€hrungsprobe“ wird die Organisation einer Alkoholkontrolle in der Faschingszeit sein: „Die Ausbildung ist anspruchsvoll, aber auch sehr reizvoll, weil man alle Bereiche polizeilicher Arbeit kennenlernt“, sagt Steffen Hildebrand.

Mitte 2012 gibt es zum Abschluss ein Assessment-Center: Die letzte HĂŒrde, die nicht alle werden nehmen können. Wer die schafft, qualifiziert sich beispielsweise als Revierleiter. Steffen Hildebrand ist fest entschlossen auch hier weiterzukommen.

DafĂŒr darf man ihm viel Erfolg wĂŒnschen.

Polizei: Die neuen Uniformen sind blau und funktional


Guten Tag!

Heddesheim/Ladenburg, 06. Dezember 2010. Nach und nach verĂ€ndert sich in den nĂ€chsten Monaten das Erscheinungsbild der Polizei in Baden-WĂŒrttemberg. Bis Ende 2011 sollen alle rund 21.500 Polizisten neu eingekleidet sein – beim Ladenburger Revier wird dies im FrĂŒhjahr 2011 schon der Fall sein.

Von Hardy Prothmann

Frank Hartmannsgruber hat gute Laune – die neuen Uniformen sind da und er lĂ€dt zum PrĂ€sentationstermin. Der Revierleiter selbst hat die neue Uniform schon an und trĂ€gt sie sichtlich mit großer Freude: „Also mir gefallen die und was ich so von den Kollegen höre, kommt die neue „Arbeitskleidung“ gut an.“

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Der stellvertretende Revierleiter Walter Berka hat noch die bekannte "grĂŒne" Uniform an. Polizeihauptmeister Matthias Mrosek und Polizeiobermeisterin Regina Holzwarth tragen das neue blaue Outfit.

Die bislang dominierende grĂŒne Farbe wird im kommenden Jahr verschwinden, sowohl bei den Uniformen als auch bei den Dienstfahrzeugen. Die meisten Fahrzeuge in Ladenburg sind schon blau-silber foliert. Nach dem Auslaufen der Leasing-VertrĂ€ge und dem Entfernen der Folien lassen sich die „silbernen“ Autos nĂ€mlich besser verkaufen als die frĂŒheren Dienstwagen.

Die neue Bekleidung der Polizei setzt auf Goretex und strapazierfĂ€hige Materialien, denn im Dienst muss die Kleindung nicht nur gut aussehen, sondern „auch was taugen“.

Die neuen Uniformen sind funktional und auf Sicherheit „geschneidert“. Auffallend sind die Reflektoren, als Streifen an den Hosen, auf der RĂŒckseite der Jacken, im Brustbereich, im Bund der Jacken und an den Ärmeln: „Das dient der Sicherheit der Beamten im Streifendienst.“

Auf der Brust und dem linken Arm steht Polizei – selbst auf den Hemden. „Polizisten mit ReprĂ€sentationsaufgaben tragen kĂŒnftig ein weißes Hemd“, erklĂ€rt Herr Hartmannsgruber. Er hat ein solches an.

Sicherheit im Dienst.

Es gibt eine Sommer- und Winterausstattung, dazu fĂŒr spezielle Anforderungen weitere KleindungsstĂŒcke, beispielsweise eine „Windjacke“ und die Warnwesten sind mittlerweile mit langem Arm ausgestattet: „Damit ist die menschliche Silhouette deutlicher nachts erkennbar“, sagt Herr Hartmannsgruber.

Die Hosen sind als „Cargo“ geschnitten und haben nun Seitentaschen.

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Dank Leuchtschrift gut zu erkennen - Beamte zeigen die neue blaue Uniform.

Beim Termin ist auch der stellvertretende Revierleiter, Walter Berka. Er hat noch die schon traditionelle moosgrĂŒn/beige Uniform an, die es etwa seit 1980 gib – der Kontrast ist deutlich. Die neue Kleidung wirkt deutlich eleganter: „Ich freu mich da auch schon drauf“, scherzt Herr Berka.

Die Umstellung geschehe nach und nach, sagt Herr Berka: „Das wird noch zwei, drei Monate dauern, bis alle versorgt sind.“

Fast europaweite Vereinheitlichung.

Polizeiobermeisterin Regina Holzwarth und Polizeihauptmeister Matthias Mrosek sind schon versorgt und strahlen als „Fotomodelle“ fĂŒr den heutigen PrĂ€sentationstag: „Die Kleidung trĂ€gt sich super“, sagt der Hauptmeister und auch seine Kollegin Holzwarth lobt den Tragekomfort.

Die neue Uniform sei zudem ein Zeichen des „europĂ€ischen Gedankens“, sagt Herr Hartmannsgruber. 1998 hatte man im EU-Parlament eine Vereinheitlichung der Polizeikleidung beschlossen – Frankreich und Italien haben bereits blaue Uniformen und wollten dies beibehalten.

In Hamburg ist die Umstellung schon 2005 abgeschlossen gewesen, in Hessen schon 2008. Der Großteil der LĂ€nder will bis 2012 umgestellt haben. Nur Bayern und das Saarland bleiben beim „GrĂŒn“.

Die Umstellung der Dienstkleidung in Baden-WĂŒrttemberg wird rund 17,7 Millionen Euro kosten.

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Fahrzeug als Waffe benutzt

Guten Tag!

Heddesheim, 13. MĂ€rz 2010. Gesten Nachmittag hat ein 19-jĂ€hriger Heddesheimer einen 21-jĂ€hrigen Mann in der Straßenheimer Straße offensichtlich gezielt angefahren. Die Motive sind noch unklar – am Montag wird voraussichtlich die Staatsanwaltschaft die Ermittlung aufnehmen.

Von Hardy Prothmann

Die Meldung klingt unglaublich – der Vorfall aber ist wahr: „Gegen 14.45 Uhr fuhr ein mĂ€nnlicher FahrzeugfĂŒhrer in Heddesheim mit einem BMW auf einen am rechten Fahrbahnrand stehenden 21-JĂ€hrigen zu. Nachdem der BMW stark beschleunigt hatte, wurde der 21-JĂ€hrige frontal erfasst.“

Der Vorfall ereignete sich in der Straßenheimer Straße, wie das heddesheimblog herausfinden konnte. Der angefahrene Mann wurde ĂŒber die Motorhaube und die Frontscheibe geschleudert und erlitt „Beinverletzungen“. Wie stark die Verletzungen sind, konnten wir bislang nicht in Erfahrung bringen.

Zeugen notierten sich das Kennzeichen, die Polizei „traf den 19-jĂ€hrigen FahrzeugfĂŒhrer an seiner Wohnanschrift an“, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei.

Das Motiv liege nach ersten Ermittlungen des Polizeireviers Ladenburg in „privaten Streitigkeiten“.

Soviel ist sicher: Es wird mindestens eine Anklage wegen gefĂ€hrlicher Körperverletzung und gefĂ€hrlichem Eingriff in den Straßenverkehr geben. Eventuell wird daraus sogar ein versuchtes Tötungsdelikt.

Fasnacht: VerstÀrkte Kontrollen

Guten Tag!

Ladenburg/Heddesheim, 13. Februar 2010. Fasnachtzeit ist Kontrollzeit. Das Polizeirevier Ladenburg kontrolliert verstĂ€rkt ĂŒber die „nĂ€rrischen Tage“. Die Kontrollen sollen klar machen, dass die Polizei beim Thema Alkohol im Straßenverkehr keinen Spaß versteht. Das heddesheimblog hat in der Nacht vom 12. Februar eine „Sonderschicht“ der Polizei begleitet.

Auf der Fahrbahn signalisieren Lichter: Achtung. Die Lichter formatieren die Fahrbahn zur Sackgasse. Eine Kelle wird hochgehalten: „Halt Polizei“ steht darauf. Polizeikontrolle.

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Achtung: Verkehrskontrolle. Gibt es AuffÀlligkeiten? Bild: lblog

Taschenlampen leuchten ins Innere der Fahrzeuge. Die Beamten wissen, worauf sie achten mĂŒssen. Die Beamten wissen, wann sie ihrem GefĂŒhl folgen mĂŒssen.

Frank Hartmannsgruber verfolgt die Szene aus rund 30 Metern Entfernung: „Die Kollegen machen eine sehr wichtige Arbeit“, sagt er.

Denn die Polizeibeamten am Halteposten mĂŒssen innerhalb von Sekunden entscheiden, ob die Kollegen am Kontrollposten Arbeit haben oder nicht.

Erfahrung und Instinkt entscheiden, wer kontrolliert wird.

Alle Sinne mĂŒssen wach sein: Gibt es AuffĂ€lligkeiten am Fahrzeug? Gibt es AuffĂ€lligkeiten beim Fahrer oder weiteren Insassen? Was sagt der erste Eindruck? Die Erfahrung? Der Instinkt?

FĂŒr die Fahrzeuge, die in die Gasse fahren, gibt es zwei Richtungen: Weiterfahren, egal wohin oder abbiegen auf den Parkplatz. Dort haben die Polizisten mit VerkehrshĂŒten drei Kontrollgassen vorbereitet.

Kurz nach 20:00 Uhr herrscht noch ein einigermaßen reger Verkehr an der Wallstadter Straße in Ladenburg.

Auf einem Parkplatz haben zehn Polizeibeamte eine Verkehrskontrolle in Richtung Innenstadt eingerichtet.

Es ist Fasnachtszeit. WÀhrend der nÀrrischen Tage wird gefeiert. Und ganz sicher Alkohol getrunken. Vielleicht werden auch Drogen genommen.

„Die Leute sollen feiern und Spaß haben“, sagt Frank Hartmannsgruber: „Der Genuss von Alkohol gehört fĂŒr viele zum Spaß dazu. Dagegen haben wir als Polizei auch ĂŒberhaupt nichts. Bei Alkohol am Steuer hört der Spaß auf. Dagegen haben wir was.“

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Ohne Alkohol im Blut fÀhrt man besser. Bild: lblog

Frank Hartmannsgruber ist der neue Revierleiter in Ladenburg: „Ich bin heute die ganze Zeit dabei, weil ich mir einen Eindruck verschaffen will, wie die Kontrollen ablaufen.“ Hartmannsgruber setzt um, was er beim Amtsantritt angekĂŒndigt hat: Er will als Chef auch „draußen“ prĂ€sent sein.

PrÀsenter Chef.

„Guten Abend. Verkehrskontrolle. Ihre Papiere bitte“, sagt die Polizistin, wĂ€hrend sie mit der Taschenlampe ins Innere eines Ford leuchtet. Aufs Gesicht. Die Augen. Auf die HĂ€nde. ÃƓber die Sitze. Ist irgendetwas auffĂ€llig?

Sie ist aufmerksam und zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Auf der anderen Seite steht schrĂ€g nach hinten versetzt ein Kollege. Er leuchtet ebenfalls ins Innere. Die Hand liegt auf der Pistole am GĂŒrtel. Der Mann sichert seine Kollegin: „Das Sichern gehört heutzutage dazu“, sagt Hartmannsgruber.

Der kontrollierte Autofahrer reicht seine Papiere aus dem Fenster. Die Polizistin beugt sich vor. Sie riecht. Alkohol. „Haben Sie Alkohol getrunken?“, fragt sie. „Ja, ein Bier“, sagt der Mann.

„Ich muss Sie bitten, auszusteigen und mir zu folgen.“ Die Anweisungen sind knapp, klar, aber höflich. Das lernen die Beamten in Trainingssituationen, bei denen sie solche Kontrollsituationen „durchspielen“.

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Eingespielte Teams: Einer kontrolliert - einer sichert. Bild: lblog

Die Polizistin tritt zurĂŒck. Der Kollege sichert weiter aufmerksam die Situation. Wie reagiert der Fahrer? Nervös? Gereizt? Irgendwie auffĂ€llig?

Der Fahrer bleibt ruhig. Er folgt der Polizistin zu einem Einsatzwagen – der Zentrale hier vor Ort. Dort ist die Polizei per Funk mit der Einsatzzentrale verbunden. Ein Beamter erhĂ€lt die Papiere, ĂŒberprĂŒft sie, wĂ€hrend die Polizistin den Alkomat vorbereitet. „Bitte blasen Sie so lange in das GerĂ€t, bis ich Stopp sage.“

Der Mann blĂ€st rund 5 Sekunden. „Danke“, sagt die Polizistin. Weitere fĂŒnf Sekunden spĂ€ter zeigt das GerĂ€t 0,08 Milligram je Liter an. „Das muss man mit dem Faktor zwei multiplizieren, um den Promillewert zu erhalten“, sagt Frank Hartmannsgruber: 0,16 Promille hat der Fahrer also. Bis 0,5 Promille sind noch erlaubt. Die Kontrolle der Papiere hat keine AuffĂ€lligkeiten ergeben.

Wie viel ist erlaubt? „Am Besten fĂ€hrt es sich mit 0,0 Promille.“

„Der Wert von 0,5 Promille ist aber mit Vorsicht zu genießen. Bei einem Unfall oder auffĂ€lligem Verhalten ist der FĂŒhrerschein schon ab 0,3 Promille in Gefahr“, informiert Frank Hartmannsgruber den Mann. FĂŒr FahranfĂ€nger gilt sowieso 0,0 Promille.

Ist so eine Kontrolle Ă€rgerlich? „Nein“, sagt der Mann. „Die Beamten machen nur ihren Job. Ich finde das gut.“ Auch, dass er mit einem Bier noch Auto fĂ€hrt? „Das ist ja erlaubt. Ich habe gut gegessen und ein Weizen dazu getrunken. Mit mehr wĂŒrde ich kein Auto mehr fahren.“

Der Mann erhÀlt einen Hinweis auf den Einfluss von Alkohol auf das Fahrvermögen. Dann darf er weiterfahren.

Plötzliche Verfolgungsjagd.

20:31 Uhr. Plötzlich wird es hektisch. „Der ist da lang. Los!“ Je zwei Polizisten rennen zu ihren Einsatzwagen und rasen mit quietschenden Reifen einem Auto hinterher. Das hat kurz vor der Kontrollstation gedreht.

Jetzt sind alle angespannt. Was ist der Grund? Zu viel getrunken? Kein FĂŒhrerschein? Drogen? Irgendetwas Illegales? Sind die Insassen gefĂ€hrlich? Gewaltbereit?

Frank Hartmannsgruber ist am Einsatzwagen. Am Funk. „Wir haben Sie“, melden sich die „Verfolger“. Es ist 20:33 Uhr. „Keine Probleme.“ Die Spannung weicht der Erleichterung.

Nach zehn Minuten sind die „Verfolger“ zurĂŒck: „Ein Ă€lteres Ehepaar, die im Supermarkt einkaufen wollten“, berichtet einer. Doch der hatte schon zu. Deswegen drehten die Leute auf dem Parkplatz und fuhren zurĂŒck. FĂŒr die Beamten so es zunĂ€chst so aus, als wollten sie sich der Kontrolle entziehen. Das hat sie verdĂ€chtig gemacht. Eine Verwarnung gabs trotzdem: „TÃƓV und ASU sind seit acht Monaten abgelaufen.“

Acht Stunden wird die Sonderschicht dauern. Es ist kalt. Der Atem dampft. „Your driving-licence, please.“ Ein Amerikaner wird kontrolliert. Alles O.K. „Good evening.“

Ein Mercedes-Fahrer steht neben seinem Auto und telefoniert: „Wir haben festgestellt, dass eine Sicherung am Kindersitz fehlt. So darf der Mann mit seinem Kind nicht weiterfahren.“ Irgendjemand, in diesem Fall die Ehefrau, bringt das Teil oder das Auto bleibt stehen. Der Mann muss an die Seite fahren und warten.

Kindersitze, Beleuchtung, Papiere – der Kontrollkatalog ist lang.

„Unser Hauptaugenmerk ist heute der Alkohol“, sagt Frank Hartmannsgruber. „Aber wir kontrollieren natĂŒrlich auch alles andere.“ Beleuchtung, Papiere, Kindersitz, Ladung. Der Katalog ist lang.

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Fahrerdaten werden erfasst. In dieser Nacht gibt es nur Verwarnungen. Bild: lblog

Die KĂ€lte kriecht in die Klamotten. Nach eineinhalb Stunden brechen die Polizisten den Einsatz hier ab – es geht fĂŒr eine halbe Stunde zurĂŒck auf die Wache. AufwĂ€rmen, „Papierkram“ erledigen. Routineaufgaben.

Insgesamt vier Kontrollstellen wird es in dieser Nacht geben, bis die Beamten um vier Uhr frĂŒh den Einsatz beendet haben werden. NĂ€chster Einsatzort ist die BrĂŒckenstraße in Ilvesheim.

In Ilvesheim wird heute Abend Fasnacht gefeiert: „Uns interessiert hier natĂŒrlich der abfließende Verkehr“, sagt Bernd Schmidt, Polizeihauptkommissar und Leiter des Bezirksdienstes in Ladenburg.

Durchwinken oder rausholen?

Die Szenen wiederholen sich. Anhalten, reinleuchten. Durchwinken oder rausholen? Sichtkontrolle, Fragenkontrolle, FĂŒhrerscheinkontrolle, Riechkontrolle.

„Es werden weit ĂŒber einhundert Fahrzeuge sein, die wir heute Nacht kontrollieren“, sagt Frank Hartmannsgruber. „Ab 23:00 Uhr, wenn der Verkehr weniger wird, kontrollieren wir fast jedes Fahrzeug, das vorbeikommt.“

Heutzutage sind die Beamten auch auf einen möglichen Drogenkonsum vorbereitet: „Schmale Pupillen deuten auf Heroin hin, weite auf Cannabis-Konsum“, sagt Frank Hartmannsgruber. Liegt ein Verdacht vor, geht es zur Urinkontrolle auf die Wache: „Wir können dort mit unserem Schnelltest jede gĂ€ngige Droge feststellen.“

ErhĂ€rtet sich der Verdacht auf Drogen oder zu viel Alkohol, wird in beiden FĂ€llen ein Arzt Blut abnehmen. Die Tests liefern keine exakt genaue Daten – die aber braucht man vor Gericht.

Die Beamten sind mittlerweile auch auf das Erkennen von Drogenkonsum geschult.

Zwei Jugendliche auf einem Moped werden kontrolliert. Soweit ist alles in Ordnung, nur funktioniert das RĂŒcklicht nicht. Stehenlassen oder schieben sind die zwei Möglichkeiten.

Die Jugendlichen schieben: „Schauen Sie sich die an: Schwarzes Fahrzeug, schwarze Klamotten, schwarze Helme – die sind fast nicht zu erkennen. Eine funktionierende Beleuchtung dient der Sicherheit, gerade in der besonders dunklen Winterzeit“, sagt Frank Hartmannsgruber.

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Teamarbeit: Die Beamten kontrollieren nie alleine. Bild: lblog

„Ich bin sternhagelblau“, ruft ein Ă€lterer Herr, der an der Kontrolle vorbeilĂ€uft. Der Mann grinst: „Wollt ihr mich nett kontrolliere?“ Frank Hartmannsgruber versteht den Spaß: „Als FußgĂ€nger dĂŒrfen Sie das. Aber passen Sie auf, dass Sie nicht ausrutschen.“ Der Mann lacht ĂŒber sein „SpĂ€ĂŸchen“, winkt und geht weiter.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem Einsatz. Alles lief ruhig, zĂŒgig und sehr gut koordiniert“, sagt Frank Hartmannsgruber. Das Kompliment wird der Einsatzleiter, Polizeioberkommissar Lars Rimmelspacher, gerne hören.

Die Bilanz: ÃƓber 100 Fahrzeuge haben die Beamten kontrolliert. Mehrere Verwarnungen wurden ausgesprochen – auch „mĂŒndliche“, bei denen kein Bußgeld fĂ€llig wurde. Zwei „Verfolgungen“ mussten vorgenommen werden – stellten sich aber als MissverstĂ€ndnisse heraus.

Aus Sicht von Frank Hartmannsgruber gibt es vor allem ein sehr gutes Ergebnis: „Es hatten zwar ein paar Fahrer Alkohol genossen – aber in geringen Mengen.“

In dieser Nacht musste deshalb kein FĂŒhrerschein einbehalten werden: „Ich bin ĂŒberzeugt, dass unsere aktive KontrolltĂ€tigkeit und die Kommunikation in den Medien darĂŒber sich herumgesprochen hat. Damit haben wir unseren Auftrag, die Straßen sicherer zu machen, erfĂŒllt.“

Der Neue – Frank Hartmannsgruber im PortrĂ€t

Guten Tag!

Heddesheim, 12. Dezember 2009. Erst 35 Jahre alt ist Frank Hartmannsgruber, der neue Leiter des Polizeireviers Ladenburg. Der Mann ist ehrgeizig, hat zwei Studien absolviert und bereits vielfĂ€ltige Aufgaben innerhalb der Polizei Baden-WĂŒrttemberg ĂŒbernommen.

Von Hardy Prothmann

Ganz sicher haben sich schon viele Menschen in Frank Hartmannsgruber getÀuscht. Und ganz sicher ist Frank Hartmannsgruber nicht schuld daran.

Es ist sein jugendliches Aussehen, weshalb ihn Menschen vielleicht nicht gleich so beurteilen, wie sie sollten. Ein Blick in seine Vita weist Frank Hartmannsgruber aber als „LeistungstrĂ€ger“ aus, wie ihn der Mannheimer PolizeiprĂ€sident Gerhard Klotter bei der AmtseinfĂŒhrung beschreibt.

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Revierchef Frank Hartmannsgruber bei seiner Antrittsrede vor Kollegen. Bild: hblog

Frank Hartmannsgruber hat „Polizist“ von der Pike auf gelernt – erst durch Ausbildung zum mittleren Polizeivollzugsdienst, dann im Streifenwagen. SpĂ€ter studiert Hartmannsgruber und wird Diplomverwaltungswirt (FH). Es folgen verschiedene Stationen bei der Polizeidirektion Tauberbischofsheim beispielsweise im FĂŒhrungs- und Einsatzstab. Bei der Kriminalpolizei, Abteilung Rauschgift. Im RegierungsprĂ€sidium Stuttgart im Bereich Personalwesen. Er lehrt an der Adademie der Polizei in Wertheim. Er arbeitet beim Landeskriminalamt in Stuttgart. Und dann setzt er mit einem Zweitstudium seinen „Master“ obendrauf.

Der Mann weiß also, was er will: Leistung bringen. Er tritt zurĂŒckhaltend und sehr beherrscht auf, ist aber im GesprĂ€ch alles andere als auf den Mund gefallen. Dass er als Thema seiner Masterarbeit „HĂ€usliche Gewalt“ gewĂ€hlt hat, zeigt, dass er nicht nur auf die TĂ€ter schaut, sondern vor allem die Opfer im Blick hat.

Ganz sicher wirkt sein umgĂ€ngliches und besonnenes Auftreten auf die Menschen, denen er als Polizist begegnet: „Die Art und Weise ist entscheidend.“ Und damit er hier nicht falsch verstanden wird: „Je nach Situation kann aber auch eine gewisse Strenge erforderlich sein.“

Frank Hartmannsgruber ĂŒbernimmt gemessen an der Zahl der Einwohner das zweitgrĂ¶ĂŸte Polizeirevier des PolizeiprĂ€sidiums Mannheim. „Sicher ist dieses Revier kein Ort der GlĂŒckseligkeit, aber gegenĂŒber der Kernstadt ist hier die Welt noch in Ordnung“, sagte sein Chef, der PolizeiprĂ€sident Gerhard Klotter zur AmtseinfĂŒhrung. Neben vier Gemeinden des Rhein-Neckarkreises wie Ladenburg und Heddesheim „betreut“ das Ladenburger Revier auch die Mannheimer Stadtteile Seckenheim und Friedrichsfeld. Da Personal abgebaut wird, zĂ€hlt das Reviere kĂŒnftig 67 Beamte (71). „Das kann man nicht als ĂŒppig bezeichnen, sondern eher als schlank“, sagt Gerhard Klotter.

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Polizeilicher KleiderstĂ€nder bei der AmtseinfĂŒhrung. Bild: hblog

Trotz der „schlanken Struktur“ hat Frank Hartmannsgruber fĂŒr sich und sein Revier ein klares Ziel definiert: „Die Menschen sollen sich subjektiv und objektiv sicher fĂŒhlen können. Das ist eine Basisaufgabe der Polizei.“

Und er will am Image der Polizei arbeiten und eine „offensive Öffentlichkeitsarbeit“ betreiben. FĂŒr ihn ist die Polizei auch ein Dienstleister. Die Kunden sind die BĂŒrger: „Wir sind der Ansprechpartner fĂŒr die großen und kleinen Sorgen der Menschen.“

Von einem persönlichen Unfall wĂ€hrend eines Streifendienstes hat Hartmannsgruber sich körperlich gut erholt. Seit dieser Erfahrung weiß er aber, wie wichtig es ist, sich selbst und die Kollegen zu schĂŒtzen. Den Eigenschutz hat er deswegen zu einem seiner Schwerpunkte gemacht.

Frank Hartmannsgruber findet in Ladenburg ein gut gefĂŒhrtes Revier vor. Seit Januar leitete sein Stellvertreter Walter Berka „kommissarisch“ das Revier. Berka ist ein Ă€ußerst erfahrener Beamter, der ebenso wie Hartmannsgruber Wert auf eine tadellose Leistung der Polizeibeamten legt und sich dafĂŒr interessiert, was im Revier los ist: sowohl intern als auch „draußen“. Der Maßstab fĂŒr beide ist eine hohe QualitĂ€t polizeilicher Arbeit.

Beide legen viel Wert auf Kommunikation- sicher ein moderner Weg fĂŒr die Polizei sich ein gutes Image in der Mitte der Gesellschaft zu erarbeiten.

DemnĂ€chst wird Frank Hartmannsgruber auch in Ladenburg wohnen und bald wird seine Frau ihm folgen. Zur Zeit sind beide noch ein wenig im „Umzugsstress“.

Und Frank Hartmannsgruber interessiert sich fĂŒr Land und Leute. Und die Kollegen helfen ihm beim Sprachkurs „KurpfĂ€lzisch“.
„Also, los gehts.“ Frank Hartmannsgruber grinst und sagt: „Alla hopp.“

„Wir als Polizei sind auch Dienstleister“

Guten Tag!

Heddesheim, 12. Dezember 2009. Der neue Leiter des Polizeireviers Ladenburg heißt Frank Hartmannsgruber. Der 35-jĂ€hrige Polizeirat wurde heute offiziell in sein Amt eingefĂŒhrt. Der Mannheimer PolizeiprĂ€sident Gerhard Klotter lobte die „Leistungsbereitschaft“ seines Kollegen. Das heddesheimblog hat den neuen Revierleiter im Interview befragt, wo Frank Hartmannsgruber Schwerpunkte setzen wird und wie er das Revier Ladenburg leiten will.

Interview: Hardy Prothmann

Herr Hartmannsgruber, was werden Ihre Schwerpunkte als Leiter des Polizeireviers Ladenburg sein?
Frank Hartmannsgruber: „Ganz klar der Erhalt und die Verbesserung sowohl des subjektiven als auch des objektiven SicherheitsgefĂŒhls der Bevölkerung. Das ist aus meiner Sicht eine besonders wichtige Aufgabe der Polizei.“

Wie setzt man einen solchen Vorsatz um?
Hartmannsgruber: „Indem die Kollegen viel Einsatz- und Leistungsbereitschaft zeigen, dabei aber mit Augenmaß vorgehen.“

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PolizeiprĂ€sident Gerhard Klotter und Revierleiter Frank Hartmannsgruber bei der AmtseinfĂŒhrung. Bild: hblog

Heißt, wenn ich mal falsch parke, kann ich mit Ihren Kollegen darĂŒber reden?
Hartmannsgruber (lacht): „Reden können Sie immer mit uns. Sich mĂŒssen aber auch damit rechnen, dass Sie nicht nur positive Erfahrungen mit uns machen, falls Sie gegen Gesetze oder Vorschriften verstoßen, also falsch parken oder zu schnell fahren. Die Polizei ist auch dazu da, VerstĂ¶ĂŸen nachzugehen.“

Sie selbst haben sich vorgenommen, dass das „gute VerhĂ€ltnis zwischen BĂŒrgern und Polizei“ weiter verbessert wird. Was haben Sie in der Sache vor?
Hartmannsgruber: „Das ist eine Haltungsfrage. Ich selbst bin fĂŒr die BĂŒrger ansprechbar und erwarte das von meinen Kollegen ebenso. Ich bin ĂŒberzeugt davon, dass eine offene Kommunikation, also im GesprĂ€ch zu sein und zu bleiben, viele Probleme auf ganz einfache Art und Weise löst. Wenn man miteinander spricht, ist vieles einfacher.“

Sind Sie ein Softie à la „Lass uns drĂŒber reden“?
Hartmannsgruber: „Sie können davon ausgehen, dass ich als Polizeibeamter und Revierleiter auch hart durchgreife, wenn eine bestimmte Situation keine andere Möglichkeit zulĂ€sst. Besser ist es, wenn weder die Kollegen noch ich das tun mĂŒssen. Deswegen setze ich auf eine offensive Öffentlichkeitsarbeit und bestĂ€rke die Kollegen darin, das wir als Polizei auch Dienstleister sind.“

Klingt sehr modern – lernt man das im Studium?
Hartmannsgruber: „Dort lernt man jede Menge, auch moderne Formen der Kommunikation. Ich halte das fĂŒr eine gute Sache.“

Sie verlangen von Ihren Kollegen auch die Umsetzung „betriebswirtschaftlicher GrundsĂ€tze“. Was heißt das?
Hartmannsgruber: „Wir als Polizei sind kein Wirtschaftsbetrieb, mĂŒssen aber trotzdem mit unseren Etats wirtschaften. Die Mittel werden nicht mehr, sondern sind knapp. Betriebswirtschaftliches Denken hilft, diese Mittel effektiv einzusetzen.“

„Ich suche und will den Kontakt zu den BĂŒrgern.“ Frank Hartmannsgruber

Ihr ZustĂ€ndigkeitsbereich ist – statistisch betrachtet – ein eher „ruhiges“ Revier. Was wollen Sie noch verbessern?
Hartmannsgruber: „Die Verkehrssicherheit ist fĂŒr mich ein zentrales Thema. Dazu braucht es leider Kontrollen, die wir konsequent durchfĂŒhren. Gleichzeitig spielt auch hier die Kommunikation wieder eine große Rolle. Ich wĂŒnsche mir, dass die Menschen sich im Verkehr vernĂŒnftig und rĂŒcksichtsvoll verhalten. Das werden wir auf diesen beiden Wegen unterstĂŒtzen.“

Wollten Sie schon immer Polizist werden, vielleicht aus einer Familientradition heraus?
Hartmannsgruber: „Nein. Ich bin der erste Polizeibeamte in meiner Familie. Als Abiturient bin ich auf die Ausbildungsmöglichkeiten bei der Polizei aufmerksam geworden und habe mich direkt nach der Schule beworben.“

Muss man einen besonderen Gerechtigkeitssinn haben? Reizt die Macht?
Hartmannsgruber: „Ohne einen bewussten Gerechtigkeitssinn wird man eher kein Polizist. Das ist schon wichtig. Der Machtgedanke hat fĂŒr mich ĂŒberhaupt keine Bedeutung. Das wĂ€re die falsche Haltung fĂŒr einen Polizisten. Man hat als Polizeibeamte sicher eine Art von „Macht“, die vom BĂŒrger so wahrgenommen wird. Die ist aber vom Staat geliehen und muss mit Verantwortung wahrgenommen werden.“

Die kommenden drei Jahre wird die Personalausstattung sehr angespannt sein. Wir soll das Polizeirevier Ladenburg die Lage meistern?
Hartmannsgruber: „Wir mĂŒssen alle eine hohe Einsatzbereitschaft zeigen. Dazu gibt es keine Alternative. Ich bin aber sicher, dass meine Kollegen darauf vorbereitet sind und das leisten werden.“

Sie sind jetzt knapp zwei Monate vor Ort im Dienst. Was wĂŒrden Sie in eine Bericht ĂŒber die Zeit schreiben?
Hartmannsgruber: „ZunĂ€chst, dass ich hier ein Revier mit motivierten Kollegen vorgefunden habe, die mich sehr freundlich als neuen Leiter aufgenommen haben. Mein Kollege und Stellvertreter Walter Berka hat mir mit seiner großen Erfahrung und seiner umfassenden Kenntnis das Reviers schnell nĂ€her gebracht. Wir sind schon jetzt ein gutes Team. Außerdem lerne ich schon eifrig KurpfĂ€lzisch, damit ich auch wirklich „im GesprĂ€ch sein kann.“

Wird man Sie selbst im Dienst auf der Straße erleben oder haben Sie eher eine verwaltende TĂ€tigkeit?
Hartmannsgruber: „Als Revierleiter habe ich natĂŒrlich viele administrative Aufgaben. Sie werden mich aber hĂ€ufig auch auf der Straße in Uniform antreffen, damit ich im Kontakt mit den BĂŒrgern bin. Da werde ich mich nicht von den Kollegen unterscheiden.“

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Frank Hartmannsgruber ist neuer Leiter des Polizeireviers Ladenburg. Bild: hblog

Zur Person:
Frank Hartmannsgruber (35) wurde in Wertheim geboren. Er ist seit kurzem verheiratet. In seiner Freizeit spielt er gerne Tennis.
ZunĂ€chst absolvierte er 1995 nach dem Abitur eine Ausbildung fĂŒr den mittleren Polizeidienst und fuhr danach zwei Jahre lang „Streife“ in Ludwigsburg. Danach studierte Hartmannsgruber mit Abschluss Diplomverwaltungswirt (FH) zum gehobenen Polizeivollzugsdienst in Villingen-Schwenningen.
Nach dem Studium wurde er zum Polizeikommissar ernannt. Es folgten wechselnde TĂ€tigkeiten bei der Polizeidirektion, der Kriminalpolizei und dem Landeskriminalamt. Hartmannsgruber absolvierte ein zweites Studium und machte seinen „Master“ zum Thema „HĂ€usliche Gewalt“. Erst kĂŒrzlich wurde Hartmannsgruber zum Polizeirat ernannt.
Seit 01. Oktober 2009 ist Frank Hartmannsgruber Leiter des Polizeireviers Ladenburg, am 19. Oktober hat er seinen Dienst angetreten, am 11. November war die offizielle AmtseinfĂŒhrung durch den Mannheimer PolizeiprĂ€sident Gerhard Klotter.