Samstag, 06. Juni 2020

B├Âse ├ťberraschung? Ein geplanter Hunde-Trainingsplatz in Muckensturm sorgt f├╝r ├ârger

L├Ąrm? Kot? Stress? Anwohner sind mit dem geplanten Hunde├╝bungsplatz nicht einverstanden.

Heddesheim/Muckensturm, 04. Oktober 2011. (red) In Muckensturm entsteht ein neuer Hunde├╝bungsplatz – zum ├âÔÇ×rger der Nachbarn. Die f├╝hlen sich ├╝bergangen und wundern sich ├╝ber das Verhalten des Bauamts.

So riesig wie das Pfenning-Gel├Ąnde ist der Platz hinter dem B├╝hler-Hof definitiv nicht. Er sorgt trotzdem f├╝r Missstimmung, weil Anlieger L├Ąrm durch Hundegebell sowie an- und abfahrende Autos f├╝rchten:

„Wir haben hier schon genug Verkehr – eine weitere Ruhest├Ârung wollen wir nicht“, sagt einer der Anwohner.

Die Chefin des B├╝hlerhofs ist auch gestresst. Sie hat das Gel├Ąnde bearbeiten lassen, Gestr├╝pp wurde entfernt, Pfosten f├╝r einen durchsichtigen Zaun eingetrieben, der begr├╝nt werden soll:

„Ich dachte, die neue Nutzung ist eine gute Idee, weil viele Hundefreunde sowieso schon oft Gast bei uns waren. Der Grund wurde nicht genutzt, wird jetzt sch├Ân angelegt, es wird eine Hundetoilette geben und dass ich f├╝r einen einfachen Zaun eine Baugenehmigung brauche, hat mich auch verwundert.“

Die Baugenehmigung hat sie aktuell beantragt. Der Rasen ist einges├Ąt. Jetzt hei├čt es abwarten. Auf die Reaktion des Baurechtsamts in Heidelberg.

Auch f├╝r die Anlieger:

„Uns hat ge├Ąrgert, dass wir vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Als wir nachgefragt haben, hie├č es, „Lasst euch ├╝berraschen“. Die Art von ├â┼ôberraschung gef├Ąllt uns aber nicht.“

Zwei nachvollziehbare Anliegen stehen einander gegen├╝ber: Die Grundbesitzerin m├Âchte eine sinnvolle Nutzung, die Nachbarn wollen ihre Ruhe. Nach Aussage von Frau B├╝hler h├Ątte sie das Grundst├╝ck auch als gepflasterten Hof nutzen k├Ânnen. Eine solche Versiegelung unterbleibt nun. Eigentlich eine gute Sache.

Macht einen verwahrlosten Eindruck - das Vereinsgel├Ąnde des SV OG Heddesheim.

Die Anwohner leiden unter L├Ąrm und wollen keinen neuen dazu bekommen:

„Man muss auch mal seine Ruhe haben, wenn hier am Ende am Wochenende Agility-Turniere stattfinden, ist die auch dahin. Und die vielen Hunde m├╝ssen ja auch ihr Gesch├Ąft machen. Wo? In der Natur au├čenherum.“

Frau B├╝hler widerspricht. Die Hundetoilette sei eingeplant:

„Au├čerdem sind diese Hunde extrem gut erzogen. Ich glaube, dass die Bef├╝rchtungen nicht eintreffen.“

Eigentlich gibt es in Heddesheim ja ein gro├čes ├â┼ôbungsgel├Ąnde f├╝r den Hundesport. Doch das liegt brach und wird zur Zeit nicht gepflegt – erste Verwilderungen sind erkennbar, das Gel├Ąnde wirkt verlassen.

Beim SV OG Heddesheim 1954 e. V, dem Verein f├╝r Deutsche Sch├Ąferhunde Ortsgruppe Heddesheim, soll es interne „Querelen“ geben. Angeblich soll ein neuer Vorstand gew├Ąhlt worden sein, weil es unter dem alten „zu Unregelm├Ą├čigkeiten“ gekommen sein soll. Angeblich verweigert der alte Vorstand Unterlagen und Schl├╝ssel.

Hinweis auf "Querelen" beim SV OG Heddesheim 1954 e.V.

Sicher ist nur, dass ein Aushang und der trostlose Anblick zeigen, dass hier etwas nicht stimmt.

Beim Amtsgericht Weinheim wurde die Eintragung eines Vereins „HSG Muckensturm“ beantragt. Der hat, obwohl noch nicht eingetragen, unter „HSG Muckensturm e.V.“ bereits einen „Logo-Wettbewerb“ im Internet ausgerufen, um ein Vereinslogo entwickeln zu lassen.

Andere Quellen sagen, es sei kein Verein geplant, sondern nur eine „Hundeschule“. Unser Versuch, mit dem SV Kontakt aufzunehmen, ist bislang nicht gelungen.

Und die Anwohner sind extrem verwundert, ├╝ber eine Erfahrung beim Bauamt:

„Der Bauamtschef Volk hat angeblich nichts von den Pl├Ąnen gewusst, aber eine Bauamtsmitarbeiterin, mit der wir zuerst telefoniert haben, hat erst viele komische Fragen gestellt und dann mitgeteilt, dass sie selbst zu den Leuten geh├Ârt, die dort ihre Hunde trainieren wollen. Das hat uns sehr verwundert, deswegen haben wir jetzt B├╝rgermeister Kessler und die Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats angeschrieben.“

Trostloser Anblick - der B├╝hlersche Platz w├Ąre eine Alternative, aber die Anwohner sind dagegen.

 

Dokumentation: Viele Fragen – keine Antworten. B├╝rgermeister Michael Kessler schweigt zum „Zukunftsprojekt Pfenning“

Heddesheim/Viernheim/Hirschberg/Rhein-Neckar, 14. September 2011. Kann sich noch jemand an die vollmundigen Versprechungen erinnern? „Bis zu 1.000 Arbeitspl├Ątzen“ sollte „Pfenning“ nach Heddesheim bringen. „Erhebliche Gewerbesteuerzahlungen“ sollten flie├čen. Beides wichtig f├╝r die Zukunftssicherung Heddesheims und des Gemeinwohls. Diese „Versprechen“ sollten aktuell Ende 2011 „wahr“ werden – zumindest sollten sie begonnen werden. Tats├Ąchlich passiert genau nichts. Unsere Redaktion hat bereits vor zwei Monaten Fragen an B├╝rgermeister Michael Kessler gestellt – eine Antwort gibt es bis heute nicht. Michael Kessler schweigt.

B├╝rgermeister Michael Kessler bei der "B├╝rgerbeteiligung" zur Edeka-Erweiterung. Auch hier klingt alles "sch├Ân". In Sachen Pfenning schweigt Kessler wie gewohnt, nachdem er das "Projekt" vollmundig gepriesen hatte. Aktuell preist er die Edeka-Erweiterung an. Was draus wird ist mindestens so interessant wie die Frage, was Herr Kessler ab 2014 tun wird? Dann sind die n├Ąchsten Wahlen.

In der Vergangenheit beschwerte sich Michael Kessler gerne ├╝ber unseren „Anspruch“, sofort und jetzt und hier Auskunft zu erwarten. Diesem Anspruch muss der B├╝rgermeister laut Gesetz nachkommen. Das tut er nicht. Und selbst, wenn man ihm zwei Monate Zeit gibt, nimmt er sich nicht die Zeit, wichtige Fragen zu beantworten. Vielleicht denkt er, er habe das nicht n├Âtig.

Heddesheimerinnen und Heddesheimer d├╝rfen sich selbst ihre Meinung ├╝ber die Fragen, die fehlenden Antworten und das Verhalten von B├╝rgermeister Michael Kessler bilden. Aber auch ├╝ber die z├Âgerliche Haltung der Gr├╝nen.

Und nat├╝rlich ├╝ber das Schweigen von CDU und FDP und die hochnotpeinliche Aktion der SPD, die im Mitteilungsblatt verk├╝ndete, alles gehe seinen Gang.

Wir haben sofort nach einem Bericht des Mannheimer Morgens, nach dem wenig bis nichts von den urspr├╝nglichen Versprechungen eingehalten wird, nachgefragt. Dem MM hat B├╝rgermeister Kessler gro├čes Verst├Ąndnis f├╝r „Pfenning“ entgegengebracht. Das ist man von der Triade Dreifaltigkeit Kessler-MM-Pfenning gewohnt.

B├╝rgermeister Kessler missachtet nicht zum ersten Mal den gesetzlich garantierten Auskunftsanspruch der Presse, der auch f├╝r das Heddesheimblog gilt. Doch wo kein Kl├Ąger, da auch kein Richter denkt sich der B├╝rgermeister, der zumindest die Frage, ob er die Gemeinde sei mit „Ja“ beantwortet hat.

Eventuell hat Herr Kessler auch keine Zeit f├╝r Antworten, weil er und seine Bediensteten den n├Ąchsten Deal, Edeka, vorbereiten m├╝ssen.

Eventuell hat B├╝rgermeister Kessler auch schon andere Pl├Ąne – dazu haben wir ihn noch nicht gefragt.

Dokumentation:

Von: redaktion@heddesheimblog.de
Betreff: Anfrage
Datum: 15. Juli 2011 15:29:21
An: Michael.Kessler@heddesheim.de

Sehr geehrter Herr Kessler,

laut heutiger Berichterstattung im MM sehen Sie die Entwicklung des „Pfenning“-Projekts als „positiv f├╝r das Unternehmen“.

Weiter werden Sie zitiert, man m├╝sse einem Unternehmen „zugestehen, solche Optimierungsm├Âglichkeiten zu nutzen“.

Desweiteren verweisen Sie auf Genehmigungen, die erst vorliegen m├╝ssten. Als Beleg verweisen Sie auf den „Planfeststellungsbeschluss“ zum Gleisantrag, der erst im Mai 2011 vorgelegen habe und ein Einspruch gegen die Baugenehmigung erst vor einigen Wochen abgelehnt worden sei: „Ich kann nachvollziehen, dass ein Investor da erstmal Sicherheit haben will.“

Tats├Ąchlich wirft die Entwicklung Fragen auf, um deren Beantwortung wir bitten:

  • Haben Sie nicht die Bauleitplanung von der Genehmigung des Gleisanschlusses immer getrennt gesehen und dies verwaltungstechnisch auch getrennt?
  • Haben Sie keine Kenntnis davon, das „Pfenning“ das Gleis zur Zeit nicht braucht, da man den Gro├čkunden Henkel verloren hat?
  • Und hat auch nicht „Pfenning“ immer behauptet, man brauche erst den Bebauungsplan und k├Ânne dann den Gleisantrag stellen, der sicher positiv ausfalle?
  • Seit wann ist Ihnen bekannt, dass „Pfenning“ seine Regionallager nicht mehr in Heddesheim b├╝ndeln m├Âchte?
  • Wann haben Sie vor, den Gemeinderat davon in Kenntnis zu setzen? Oder ist der Weg ├╝ber die Presse Ihre Form von „in Kenntnis setzen“?
  • War die B├╝ndelung der Regionallager und die Verlagerung von zun├Ąchst 650 „Pfenning“-Arbeitspl├Ątzen nach Heddesheim nicht eins der absolut entscheidenden Argumente f├╝r das Ansiedlungsvorhaben?
  • Halten Sie das f├╝r einen Wortbruch durch Pfenning?
  • Haben Sie Regelungen vers├Ąumt, das Unternehmen so zu verpflichten, dass es seinen Versprechungen auch nachkommen muss?
  • Inwieweit stehen Sie pers├Ânlich in der Verantwortung – schlie├člich haben Sie immer die Seriosit├Ąt und Verl├Ąsslichkeit des „Partners Pfenning“ betont?
  • Da es das Unternehmen anscheinend nicht eilig hat, die Bebauung umzusetzen – ab wann rechnen Sie mit „Gewerbesteuerzahlungen“ f├╝r Heddesheim?
  • Da „Pfenning“ anscheinend „Neugesch├Ąft“ plant und seine Regionallager nicht mehr in Heddesheim b├╝ndeln will, ist auch ein Umzug des Firmensitzes zweifelhaft, der erfolgen sollte, wenn die Regionallager geb├╝ndelt sind. Was bedeutet das f├╝r die Gemeinde in Sachen „Gewerbesteuerzahlungen“ und Einkommenssteueranteil?
  • Der Verkehrslenkungsvertrag ist auf Pfenning zugeschnitten. Gilt dieser Vertrag auf f├╝r „Neugesch├Ąft“-Ansiedlungen, die nichts mit „Pfenning“ zu tun haben?
  • K├Ânnen Sie versichern, dass k├╝nftig keine ├╝ber 18t-Lkw von und zu diesem (noch zu bauenden) Logistikzentrum durch Heddesheim rollen?
  • Was ist auch Ihrer Sicht noch „positiv“ f├╝r die Gemeinde Heddesheim an dieser Ansiedlung?
  • Welche „Zugest├Ąndnisse“ sind Sie noch bereit in Richtung von „Pfenning“ zu machen?

Mit freundlichen Gr├╝├čen

Redaktion Heddesheimblog.de

Anmerkung:
Auch „Pfenning“ wurde von uns in Sachen „Interview“ angefragt. Das Ergebnis: Keine Antwort. Wir schlie├čen daraus nicht, dass es eine Absprache gegeben haben k├Ânnte. Wundern d├╝rfen wir uns trotzdem. Und wir schlie├čen eine Absprache auch nicht aus.

Zeitungsstreik: Solidarit├Ąt? Wieso, weshalb, warum?

Heddesheim/Mannheim/Stuttgart, 03. August 2011. Die streikenden Zeitungsredakteure fordern Solidarit├Ąt ein. Denn ihnen drohen Lohnk├╝rzungen und schlechtere Arbeitsbedingungen. Doch ist deren „Emp├Ârung“ wirklich nachvollziehbar? Haben sie sich „Solidarit├Ąt“ verdient?

Von Hardy Prothmann

Es gibt sie noch, die sehr guten Redakteure. Vereinzelt. Aber deren Einfluss ist gering. Sie haben schon l├Ąngst keine Lobby mehr und im Zweifel finden die, die kritisch berichten und die Folgen tragen m├╝ssen, keine Solidarit├Ąt bei den „Kollegen“. Der Gesamtzustand der Branche ist desolat.

Ob der Kommentar jemals frei geschaltet wird? Knapp acht Stunden nach dem Erstellen auf der MM-Streikseite wartet er immer noch auf "Freischaltung".

Es gibt genau eine Perspektive, unter der man die Emp├Ârung der streikenden Zeitungsredakteure verstehen kann: Noch verdienen die meisten Verlage satte Renditen, h├Ąufig im zweistelligen Bereich. Wenn die Arbeitgeber vor diesem Hintergrund bis zu 25 Prozent unter dem bisherigen Tarif Berufsanf├Ąnger besch├Ąftigen wollen, dann ist das skandal├Âs und grob sittenwidrig. Damit endet die eine Perspektive.

Honorardumping ist der Normalzustand

Die anderen sehen so aus:

Skandal├Âse „Auftragsverh├Ąltnisse“ sind der „Normalzustand“, mit dem man die Einkommensituation von vielen freien Journalisten oder „Mitarbeitern“ beschreiben kann.

Deswegen hat es sich auch schon mit meiner Solidarit├Ąt gegen├╝ber den Zeitungsredakteuren. Ich werfe den meisten von ihnen Kumpanei, Mitt├Ąterschaft, Honorar-Dumping, Untertanentum, Eitelkeit, ├â┼ôberheblichkeit, Weltentr├╝cktheit und Respektlosigkeit vor. Sie sind Teil eines mafiosen Systems und haben solange still gehalten, solange sie ihren Teil der Beute abbekommen haben. Jetzt sind sie im Streik, weil ihnen ihr „Anteil“ zu klein scheint.

Und ich wei├č, wovon ich rede. Denn ich bin seit 20 Jahren freier Journalist und meine „Abnehmer“ waren ├╝ber 18 Jahre lang Redakteure. Mit vielen davon habe ich sehr gut zusammengearbeitet. Fr├╝her. Doch die Zeiten haben sich ge├Ąndert. Die Zusammenarbeit wurde immer schwieriger – nicht unbedingt, aber auch inhaltlich. Vor allem aber wirtschaftlich.

HorrorHonorargeschichten

1994 bin ich nach drei Jahren mit meinem Universit├Ątsabschluss vom lokalen in den ├╝berregionalen Journalismus gewechselt. Denn nur dort waren einigerma├čen gute Honorare zu erwirtschaften.

Was ich niemals erlebt habe, war ein „Bonus“ f├╝r eine au├čergew├Âhnlich gute Arbeit, der mir einfach angeboten oder ├╝berwiesen worden w├Ąre. Was ich ab und an erleben durfte, waren ein klein wenig h├Âhere Honorare, wenn ich diese mit guten Argumenten nachgefordert hatte. Was ich meistens erlebt habe, waren „Honorare“ die ihrem Namen keine Ehre machten. Die Zeilen- oder Beitragshonorare waren niemals ├╝ppig, selten gut, oft „gingen sie grad so“, meist waren sie nicht akzeptabel. Jedenfalls, wenn man davon leben wollte.

Beim Mannheimer Morgen habe ich 55 Pfenning (27 Cent) die Zeile „verdient“. Brutto. Ein mittlerer zweispaltiger Bericht mit 80 Zeilen ergab demnach 44 Deutsche Mark. Rechnete man im Schnitt eine Stunde Wegstrecke, 1,5 Stunden Schreiben, 1,5 Stunden vor Ort, eine Stunden Vor- und Nachbereitung, kam man auf einen Stundenlohn von 8,80 Deutsche Mark.

In den drei Jahren beim MM habe ich rund 1.000 Artikel geschrieben. Ich war als „freier Mitarbeiter“ damit ganz gut „im Gesch├Ąft“. Einwandfreie Qualit├Ąt wurde selbstredend immer erwartet. Alle Artikel wurden ver├Âffentlicht. Manchmal waren 100 Zeilen bestellt, 70 wurden abgedruckt und nur 70 wurden zun├Ąchst bezahlt. Weil ich gut war und gebraucht wurde, hatte meine Intervention Erfolg – ich bekam die bestellten und abgelieferten Zeilen bezahlt, sollte dazu aber gegen├╝ber anderen Mitarbeitern stillschweigen.

In diesen drei Jahren ist es mir in einem einzigen Monat gelungen, 1.700 Deutsche Mark zusammenzuschreiben. Der Grund: Viele Redakteure waren in Urlaub, also gab es mehr als sonst zu tun und es gab ein paar spannende Themen und viele Vereinsfeste. Damals war ich 25 Jahre alt. Im Schnitt habe ich rund 800 Mark mit meinem freien Journalismus verdient. Brutto.

„Das Thema kriegen wir nicht durch.“

Davon musste ich ein Auto unterhalten, ein B├╝ro, Computer, Telefon. Irgendeine „Kostenpauschale“ stand nicht zur Disposition. Ein paar Redakteure bestellten ab und an zehn Zeilen mehr als sie f├╝r den Abdruck vorgesehen hatten. Die 5,5 Mark waren sowas wie ein „Anerkennung“, weil ich immer einsatzbereit war.

Termine kamen aus der Redaktion, die meisten Themenvorschl├Ąge von mir. Meist wurden sie angenommen, aber immer wieder h├Ârte ich den Satz: „Das Thema kriegen wir nicht durch.“

Ab 1994 ├Ąnderten sich meine Verh├Ąltnisse mit einem Artikel f├╝r Die Zeit. Dort erhielt ich 2,8 Mark die Zeile und sogar ein Fotohonorar von 150 Euro. Zusammen waren das f├╝r einen „Job“ 430 Euro. Das war sensationell. Fortan konzentrierte ich mich auf gr├Â├čere Zeitungen, Wochenzeitungen, Magazine sowie ├╝berwiegend den ARD-H├Ârfunk, der am l├Ąngsten ganz gut bezahlte und auch heute noch akzeptable Honorare bietet.

Und ich habe oft „Angebote“ ausgeschlagen, die immer wieder angefragt wurden, weil ich den „Markt“ nicht kaputt machen wollte. Unter 350 Mark habe ich keine Magazinseite geschrieben. Niemals unter einer Mark eine Zeile (au├čer f├╝r die taz, die 70 Pfenning die Zeile zahlte).

Dazu habe ich an Zeitschriftenentwicklungen mitgewirkt, das brachte am meisten Geld, Redaktionsvertretungen gemacht, Vortr├Ąge und Seminare gehalten.

Um auf das Einstiegsgehalt eines Zeitungsredakteurs von damals rund 4.000 Mark Brutto zu kommen, musste ich rund 6.000 Mark verdienen und zus├Ątzlich Geld f├╝r die „Infrastruktur“ wie Auto, Telekommunikation, Computer, Kamera. Manchmal hat das funktioniert, manchmal nicht.

Nochmal zur Verdeutlichung: Bei 55 Pfenning pro Zeile und 150 Zeilen t├Ąglich w├Ąre ich bei einer 5-Tage-Woche auf 1.650 Mark gekommen. Rechnet man noch sechs Wochen Urlaub ein, w├Ąren rund 1.440 Mark brutto geblieben. Krank durfte man nicht werden, Nein sagen auch nicht. Und es gab damals Zeitungen, die nur 25 Pfenning pro Zeile zahlten.

Durch meinen Wechsel in die „h├Âhere Honorarliga“ war ich in der gl├╝cklichen Lage, nicht jeden Mist machen zu m├╝ssen, sondern mir Themen und Auftr├Ąge aussuchen zu k├Ânnen.

Die meisten Kollegen versuchten, irgendwie eine Festanstellung zu bekommen. Nicht, um journalistisch interessanter arbeiten zu k├Ânnen, sondern um versorgt zu sein.

Doch die „T├Âpfe“ f├╝r „Honorare“ wurden zunehmend geringer. Viele Kollegen klagten nur noch, schlugen sich mehr schlecht als recht durch, auch ich hatte Einbu├čen, aber es ging noch ganz gut.

FAZ: 70 Cent pro Zeile sind „normal“

Als ich 2003 einen exklusiven Text mit einem enormen Rechercheaufwand geschrieben hatte, bekam ich 70 Euro ├╝berwiesen. F├╝r einen 100-zeiligen Artikel. Also 70 Cent pro Zeile. Ich habe mich daraufhin beim Herausgeber Nonnenmacher beschwert, der mir zur├╝ckgeschrieben hat, dass dies einem „durchaus ├╝blichen Honorar“ entspr├Ąche, ich aber eine Nachzahlung von 90 Euro erhielte. Eine weitere Zusammenarbeit war nicht mehr gew├╝nscht.

Als ich 2004 zuf├Ąllig zum Tsunami auf der thail├Ąndischen Insel Phuket war, berichtete ich 18 Tage lang f├╝r mehrere deutsche Medien. Darunter Spiegel, Spiegel Online, Spiegel TV, Focus, Handelsblatt, Zeit, tagesspiegel, Berliner Morgenpost, Welt, SWR und noch ein paar andere. In knapp drei Wochen habe ich rund 15.000 Euro Umsatz gemacht.

Ich war 16-20 Stunden im Einsatz, habe am Tag nach der Katastrophe 600 Leichen gez├Ąhlt, um die Zahl der Opfer absch├Ątzen zu k├Ânnen, habe unter anderem eine Reportage ├╝ber die Arbeit der DVI-Teams (Desaster Victims Identification) geschrieben, Tage im Krankenhaus verbracht und ├╝ber das Leid und die Hoffnung berichtet.

5.000 Euro die Woche? Kein schlechtes „Honorar“. Doch zu welchem Preis? F├╝r welchen Einsatz? H├Ątte ich ein „psychologisches“ Problem bekommen, einen Unfall erlitten – wer h├Ątte f├╝r mich gesorgt? Es gibt f├╝r freie Journalisten selten eine Kostenerstattung und so gut wie nie eine Absicherung durch die „Auftraggeber“. Aber es gibt noch Jobs f├╝r alle die, die „gut“ verdienen wollen – ├╝berall da, wo es gef├Ąhrlich ist. Denn da gehen die Redakteure nicht hin.

Tagess├Ątze von unter 250 Euro habe ich niemals akzeptiert. Mein Normalsatz waren 350 Euro. Heutzutage sind 75 Euro kein Ausnahmefall.

Lokalberichterstattung ist Ausbeutung auf h├Âchstem Niveau

Im „Lokalen“ sieht es am bittersten aus. Da bleiben f├╝r Freie meist nur die „Krumen“. Feste und Vereine. Eben alles das, wof├╝r sich die Redakteure meist zu schade sind. Plus Abend- und Wochenendtermine, weil die meisten Redakteure dann frei haben. H├Ąufig sind das Rentner, die nicht unbedingt dazu verdienen m├╝ssen oder Hausfrauen. Oder ehemalige Praktikanten wie ich, die dann f├╝r Hungerl├Âhne Zeilen schinden und anfangen, irgendwas blumig zu erdichten.

Zeitungsredakteure geben das in Auftrag, nehmen es ab und ver├Âffentlichen diesen Schund. Diese Bratwurstberichterstattung ├╝ber Wetterg├Âtter, allgemeine Zufriedenheit, k├╝hlen Gerstensaft und leckere Bratw├╝rste. Sie suchen die N├Ąhe der „M├Ąchtigen“ und schreiben den meisten nach dem Maul – au├čer, der Herr Verleger oder der Chefredakteur haben jemand „auf dem Kieker“ – der wird dann „runtergeschrieben“. Ansonsten dient man sich an.

Redakteure bilden den unsolidarischst-vorstellbaren Haufen

Es gibt keinen unsolidarischeren Haufen als diese Zeitungsredakteure, die sich einen Dreck drum scheren, wie es „ihren“ freien Mitarbeitern geht. Meist erlebt man Arrogantlinge, die vor Selbst├╝berheblichkeit kaum noch laufen k├Ânnen und mit ihrer Schere im Kopf st├Ąndig bem├╝ht sind, keinen ├âÔÇ×rger zu bekommen, statt „Anwalt des Lesers“ zu sein und „Missst├Ąnde aufzudecken“. Sie halten sich f├╝r „unabh├Ąngig“ – wie wenig sie das sind, zeigt ihr Streik.

Redakteure, die es genie├čen, hoffiert zu werden, die selbstverst├Ąndlich immer ihre „Extra-Wurst“ einfordern, sich auf Reisen einladen lassen, sich beschenken lassen und „Presserabatte“ einfordern. Und ihr Sal├Ąr gerne mal mit einer „Moderation“ aufarbeiten und gar nicht so selten in ihrer Freizeit „Berichte“ f├╝r Unternehmen oder Politiker schreiben, die sie als „Pressemitteilung“ dieser Unternehmen oder Politiker dann als „Grundlage“ f├╝r ihre „journalistischen Berichte“ verwenden.

Sie agieren dabei genauso, wie viele Chefredakteure und Redaktionsleiter, die in teure Hotels zu wichtigen Konferenzen eingeladen werden, wo Unternehmen, Politiker, Verb├Ąnde und Lobbyisten dann „Themenstrecken“ und Anzeigenbuchungen aushandeln. Und vor allem, ├╝ber was nicht berichtet wird.

Man kann vermuten, dass einige Redakteure bei Tageszeitungen journalistisch auch einfach zu inkompetent sind, um dieses Zusammenh├Ąnge verstehen zu wollen, geschweige denn zu sehen. Man liegt aber auch richtig, wenn man annimmt, dass viele dies schweigend zur Kenntnis nehmen und wissen, was sie und was sie nicht zu berichten haben.

Transparenz ├╝ber die Hintergr├╝nde ihrer Arbeit findet man von den Redakteuren in den Zeitungen so gut wie niemals.

Und diese Leute fordern nun Solidarit├Ąt. Also einen Zusammenhalt, eine Haltung?

Arrogante Verlogenheit

Wer sich und andere ├╝ber Jahrzehnte selbst bel├╝gt, kann wahrscheinlich die eigene Verlogenheit irgendwann nicht mehr erkennen.

Mit dem Blick von au├čen sehe ich aber keinen Grund, mich mit diesen Leuten zu solidarisieren, von denen ich und die allermeisten freien Journalisten in Deutschland niemals „Solidarit├Ąt“ erfahren haben.

Und wenn Leserinnen und Leser w├╝ssten, wie respektlos und despektierlich sich „Redakteure“ oft ├╝ber ihre Kunden auslassen – sie w├Ąren entsetzt. „Die da drau├čen“ sind f├╝r viele Redakteure einfach nur dumme Leute. Solange es kaum eine M├Âglichkeit gab, die „Kontrolleure“ zu kontrollieren, mussten die Leute „glauben, was in der Zeitung steht“.

Das Internet hat das ver├Ąndert – heute gibt es so viele Quellen und so viele M├Âglichkeiten sich per email, Facebook oder anderen Medien zu informieren und auszutauschen. Und es gibt viele Redakteure, die ihre Verachtungshorizont auf das Internet ausgeweitet haben, wo man angeblich „nur Dreck findet“. Und es gibt nicht wenige, die stolz darauf sind, dass sie das Internet nicht benutzen.

Darin unterscheiden sie sich nicht von denen, gegen die sie gerade streiken – die Verleger als Arbeitsgeber.

Nachtrag:
Alle Redakteure, mit denen ich gut zusammengearbeitet habe und dies weiterhin tue, schlie├če ich selbstverst├Ąndlich aus und hoffe, dass sie ihren schweren Stand weiter halten k├Ânnen.

Gl├Ąserner Gemeinderat: Wer oder was ist eigentlich „Pseudo“?

Guten Tag!

Heddesheim/Rhein-Neckar, 27. Juli 2011. (red) In der Gemeinderatssitzung habe ich einen erweiterten Antrag gestellt, den B├╝rgermeister Michael Kessler als „Pseudo“-Antrag bezeichnet hat. Was Pseudo ist und wer Pseudo ist, dar├╝ber kann man trefflich diskutieren.

Von Hardy Prothmann

Herr B├╝rgermeister Kessler unterstellt mir, ich h├Ątte einen „Pseudo“-Antrag gestellt. Herr Kessler, der hoffentlich wei├č, dass „Pseudo“ so viel wie „falsch“ oder „gelogen“ hei├čt, wei├č hoffentlich, was er tut, wenn er solche ├âÔÇ×u├čerungen t├Ątigt.

Er unterstellt einem unabh├Ąngigen freien Gemeinderat, dass dieser „L├╝gen“-Antr├Ąge stellt, um es mal zu ├╝bersetzen.

Partei- und fraktionslos: Hardy Prothmann, Foto: sap

Was ist der Inhalt meines „L├╝gen“-Antrags? Ganz einfach. Das Unternehmen Edeka S├╝dwest plant ein richtig gro├čes Getr├Ąnkelager in Heddesheim. Wieder werden daf├╝r 80.000 Hektar Ackerland vernichtet. Muss das so sein oder gibt es eine andere L├Âsung. Um meinen Antrag zu erkl├Ąren, hole ich aus:

Wie auch bei der „Pfenning“-Entscheidung wird von Arbeitspl├Ątzen und Gewerbesteuer gesprochen und die Edeka-Erweiterung mit Wohl und Wehe Heddesheims begr├╝ndet: Kommt die Erweiterung ist das „Wohl“, kommt sie nicht, ist das „Wehe“.

Wohl und Wehe.

Ein gewichtiges Argument des B├╝rgermeisters Kessler und seiner Abnickerfraktionen war, dass man erst den Hauptsitz von Edeka verloren habe und ab diesem Sommer auch das Fleischwerk. Man brauche den „regional-verwurzelten“ Investor „Pfenning“, der neue Arbeitspl├Ątze schaffen und viel Gewerbesteuer zahlen werde, um das zu kompensieren und sogar noch zu erweitern. Ob will jemand, dass man Hallenbad, Spielpl├Ątze und andere wohlt├Ątige Angebote schlie├čen muss?

Wie zu jedem guten M├Ąrchen geh├Ârt die Angst zur Geschichte und die wurde trefflich von CDU, SPD und FDP unter F├╝hrung von Michael Kessler gestreut. Doch es gibt auch eine Geschichte hinter der Geschichte. Herr Kessler und viele der Abnicker-Gemeinder├Ąte wussten seit langem, dass Edeka unter Umst├Ąnden eine Erweiterung plant. Davon haben sie w├Ąhrend des „Pfenning“-Entscheidungsprozesses aber nie etwas gesagt.

Zuf├Ąlle gibts…

Kaum ist der „Pfenning“-Bebauungsplan rechtskr├Ąftig geworden, nimmt Edeka Kontakt zur Gemeide auf und kurz darauf werden Pl├Ąne vorgestellt, dass Edeka erweitern m├Âchte. Das habe sich alles so ganz zuf├Ąllig ergeben. Das kann man glauben oder nicht.

Man kann auch weiterhin glauben, dass „Pfenning“ seine regionalen Standorte in Heddesheim konzentriert, den Unternehmenssitz hierher verlagert, bis zu 1.000 Arbeitspl├Ątze schafft und kr├Ąftig Gewerbesteuer zahlt. Man kann das aber auch nicht glauben und wenigstens zur Zeit stehen die Zeichen eher auf „nicht glauben“.

Es gibt auch Leute, die sind unersch├╝tterlich in ihrem Glauben, geradezu fanatisch. Dazu geh├Ârt auch der SPD-Fraktionsvorsitzende J├╝rgen Merx, der im aktuellen Mitteilungsblatt in blumigen Zeilen seinem Glauben Ausdruck verleiht. Man sei bei Pfenning direkt gewesen und dort wurde versichert, dass alles so geschieht, wie angek├╝ndigt. Wie beruhigend.

Zwar hat das Unternehmen vor kurzem selbst dem Mannheimer Morgen Auskunft gegeben, dass man zun├Ąchst keine Konzentration mehr plane, sondern „Neugesch├Ąft“ und gut Ding Weile haben will. Herr Merx glaubt anscheinend dem MM nicht und hat sich entschlossen, seinen Tr├Ąumen nachzuh├Ąngen. Das brachte er auch im Gemeinderat zum Ausdruck, was f├╝r „Lacher“ im Zuschauerraum sorgte. Herr Merx sagte an den Zuschauerraum gewandt: „Es freut mich, dass sie mich beachten.“

Glaubensfragen.

Man darf f├╝rn Herrn Merx hoffen, dass sich die Vorsilbe „be“ nicht in ein „ver“ verwandelt.

Jetzt kann man glauben oder denken – das sind zwei verschiedene Zug├Ąnge zur Welt. Ich habe als Gemeinderat die Aufgabe, das Wohl der Gemeinde nach M├Âglichkeiten zu f├Ârdern oder Schaden (Wehe) abzuwenden.

Deswgen habe ich mich auch konsequent gegen eine „Pfenning“-Ansiedlung ausgesprochen und als klar war, dass man gegen die Mehrheit keine Chance hat, habe ich mit den Gr├╝nen zusammen versucht, diese Fehlentscheidung m├Âglichst ertr├Ąglich zu gestalten. Nur durch unsere kritische Haltung wurden Zugest├Ąndnisse gemacht, die sonst nicht gemacht worden w├Ąren.

B├╝rgermeister Kessler und die Abnicker haben alles getan, um m├Âglichst unkritisch „Pfenning“ voranzubringen und siehe da: Es passiert genau nichts. Der MM verk├╝ndete, dass „im April die Bagger rollen“. Vier Monate sp├Ąter „renaturiert“ sich das Gel├Ąnde und „Pfenning“ k├╝ndigt an, es laufe alles nach Plan. Ist das so? Das kann man glauben oder nicht.

Pseudo-Antrag?

Jetzt will Edeka erweitern, die haben Geld und die habens eilig. Mein Gedanke ist ein naheliegender: Das „Pfenning“-Gel├Ąnde ist entwickelt, aber „Pfenning“ hat vermutlich Schwierigkeiten, dass Projekt umzusetzen. „Pfenning“ will „Neugesch├Ąft“ ansiedeln. Wer eins und eins zusammenz├Ąhlen kann, versteht meinen Gedanken: Es gibt das Gel├Ąnde, es gibt einen Bebauungsplan, Edeka hat es eilig und Geld und will in Heddesheim bleiben… Warum sollte man nicht mal dr├╝ber sprechen, ob Edeka nicht auf dem „Pfenning“-Gel├Ąnde seine Getr├Ąnkehallen hinstellen kann. Das kommt der „Eile“ entgegen, das Gel├Ąnde ist entwickelt, „Pfenning“ hat wieder Luft und wenigstens die Edeka wird Arbeitspl├Ątze bieten und hoffentlich Gewerbesteuer zahlen. Und ein gro├čes St├╝ck Ackerland wird nicht verbraucht, sondern bleibt erhalten.

Diesen Gedanken wertet B├╝rgermeister Kessler als „L├╝ge“, als „falsch“ ab. Ohne Begr├╝ndung, einfach so. In der Sitzung sagt er, ich k├Ânne das nur sagen, weil ich den Besichtigungstermin bei Edeka nicht wahrgenommen habe. Die Faktenlage sei eine andere. Daraufhin bitte ich den B├╝rgermeister, mich und die ├ľffentlichkeit doch aufzukl├Ąren, was die Fakten seien. Er sagt daraufhin, dass er sich von mir nicht zu Aussagen zwingen lasse. Wieder mal ein „Lehrst├╝ck“ in Sachen Demokratie, ├ľffentlichkeit und Transparenz des Herrn Michael Kessler. Es wird noch nicht einmal der Versuch gemacht, eine vielleicht bessere L├Âsung zu finden. Oder wei├č Herr Kessler schon wieder mehr als der Gemeinderat?

Spekulationen.

Auf meine Frage, wann er den beabsichtige, den Gemeinderat und die ├ľffentlichkeit ├╝ber die neuen Entwicklungen bei „Pfenning“ zu informieren, antwortet er, dass er sich an „Spekulationen“ nicht beteilige. Aha. Dem MM hat er auf Anfrage gesagt, dass er die Entwicklung begr├╝├če und man Unternehmen auch eine gewisse „Flexibilit├Ąt“ zugestehen m├╝ssen. Jetzt kann man spekulieren, was er damit meint.

├â┼ôberhaupt geht es in beiden Prozessen insgesamt um „Spekulationen“ – was, wer, wie spekuliert? Die aufmerksamen B├╝rgerinnen und B├╝rger haben dazu sicher ihre Meinung.

Mein Antrag ist also nach Auffassung von B├╝rgermeister Kessler eine L├╝ge oder falsch.

Die Zukunft wird zeigen, was von den Versprechungen ├╝brig bleibt. Und auf wen oder was das Wort „Pseudo“ zutreffen wird.

Anmerkung der Redaktion: Hardy Prothmann ist ehrenamtlicher, partei- und fraktionsfreier Gemeinderat und verantwortlich f├╝r das redaktionelle Angebot von heddesheimblog.de.

Aufstellungsbeschluss f├╝r Edeka-Erweiterung gefasst

Gut einpr├Ągen: Wenn die Edeka-Hallen stehen, ist dieser Blick auf die Bergstra├če und Leutershausen "historisch".

Guten Tag!

Heddesheim, 29. Juli 2011. (red) Die Edeka-Erweiterung um ein Getr├Ąnke-Hochregallager ist in der Gemeinderatssitzung am 28. Juli 2011 gefasst worden. Der Antrag von Hardy Prothmann, das Gespr├Ąch mit „Pfenning“ zu suchen, wurde vom B├╝rgermeister Michael Kessler als „Pseudo-Antrag“ verstanden.

Dem Antrag „Der Gemeinderat beschlie├čt die Aufstellung des Bebauungsplans „Unteres B├Ąumelgewann“ gem├Ą├č ├é┬ž2 Abs. 1 BauGB“ stimmte der Gemeinderat mehrheitlich zu. Drei R├Ąte der Fraktion B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen stimmten dagegen, der partei- und fraktionsfreie Gemeinderat Hardy Prothmann enthielt sich der Stimme. Das Gebiet umfasst eine Fl├Ąch von ca. 8,2 Hektar (80.000 Quadratmeter).

Die Edeka S├╝dwest plant im S├╝den des Standorts eine Erweiterung mit Hochregallagerhallen von bis zu 19 Metern H├Âhe. Gemeinderat Kurt Klemm (Gr├╝ne) kritisierte den Fl├Ąchenverbrauch und stimmte dagegen. Der Gr├╝nen-Gemeinderat verlas eine Stellungnahme der Fraktion, die wir am Ende des Artikels dokumentieren. Darin wird die unterschiedliche Haltung der Gr├╝nen-R├Ąte angesprochen, aber auch der Zweifel an „guten Beziehungen“ des Unternehmens angebracht seien, schlie├člich seien Hauptsitz und Fleischwerk von Heddesheim weg verlagert worden.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende J├╝rgen Merx sagte:

„Es wir nie eine lebenslage Garantie geben“,

und bef├╝rwortete die geplante Erweiterung im Sinne der SPD-Fraktion. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Frank Hasselbring sagte:

„Man kann negative Dinge mit Gewalt suchen. Dem Argument zum Fl├Ąchenverbrauch k├Ânnen wir so nicht zustimmen, die Gr├╝nen haften einer alter Denkweise an.“

Die FDP lobte die Erweiterung, ebenso die CDU-Fraktion.

Der partei- und fraktionsfreie Gemeinderat Hardy Prothmann stellte den Antrag, die Entscheidung zu verschieben und Edeka zu bitten, mit den „Pfenning“-Investoren Gespr├Ąche aufzunehmen, ob man angesichts der aktuellen Entwicklung nicht dort das Lager errichten k├Ânne:

„Wenn es zutrifft, dass „Pfenning“ nicht kommt und an dritte Firmen Hallen vermieten m├Âchte, w├Ąre es doch eine ├â┼ôberlegung wert, ob Edeka nicht ein solcher Kunde sein k├Ânnte. Der Vorteil liegt auf der Hand: Das Gebiet ist entwickelt, es gibt keinen langwierigen Planunsprozess, die Verwaltung ist entlastet und „Pfenning“, die offensichtlich Schwierigkeiten haben, haben mit Edeka einen solventen Kunden. Gleichzeitig wird der Fl├Ąchenverbrauch eingeschr├Ąnkt.“

B├╝rgermeister Michael Kessler bewertete das als „Pseudo-Antrag“ und bewies damit wieder einmal seine feindselige Haltung gegen├╝ber dem demokratischen Recht eines unabh├Ąngigen Gemeinderats, einen erweiterten Antrag stellen zu d├╝rfen. Eine herablassende Kommentierung druch den sitzungsleitenden B├╝rgermeister ist in der Gemeindeordnung nicht definiert. Der Antrag enthielt vier Ja-Stimmen und eine Enthaltung – die Mehrheit lehnte ihn ab.

Nach dem Aufstellungsbeschluss ist die M├Âglichkeit eines B├╝rgerentscheids nicht mehr gegeben. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Frank Hasselbring hatte in der vorherigen Sitzung beantragt, diesen schnell zu fassen, „noch vor der Sommerpause“. Hasselbring ist auch vehementester Bef├╝rworter der „Pfenning“-Ansiedlung. Die Verwaltung betonte in ihrer Vorlage die „B├╝rgerbeteiligung“, also eine Vorstellung in ├Âffentlicher Gemeinderatssitzung und zwei Veranstaltungen im B├╝rgerhaus.

Angeblich hat Edeka noch keine Grundst├╝cke gekauft und die weitere Entwicklung der geplanten Bebauung ist davon abh├Ąngig, ob der Nachbarschaftsverband einer Umdefinition des Gel├Ąndes zustimmt. Bislang ist das Gebiet noch nicht als Bauland definiert. Im Zuge eines „Parallelverfahrens“.

„Derzeit besteht noch ein Zielkonflikt mit den Vorrangausweisungen „Schutzbed├╝rftiger Bereich f├╝r die Landwirtschaft“ sowie „Regionale Gr├╝nz├Ąsur“,

hei├čt es in der Beschlussvorlage. Und:

„F├╝r das Zielabweichungsverfahren beim zust├Ąndigen Regierungspr├Ąsidium Karlsruhe d├╝rften gute Erfolgsaussichten bestehen. Im Verfahren zur Fortschreibung des Regionalplans beabsichtigt der Verband Region Rhein-Neckar, die Vorrangsausweisungen im Bereich der geplanten Erweiterung des Gewerbegebiets zur├╝ckzunehmen.“

Weiter wurde in der Sitzung beschlossen, die Bebauungspl├Ąne „Hasenstock“ und „Im Eigentum“ in den Bebauungsplan „Industriegebiet Bundesbahnhof II“ zu integrieren (Raiffeisen-Gel├Ąnde). Im Zuge von „beschleunigten Verfahren“ wird beispielsweise auf eine „Umweltpr├╝fung“ und eine „Anh├Ârung“ verzichtet, was Kurt Klemm kritisierte. B├╝rgermeister Kessler beantwortete das so:

„Aus einer grunds├Ątzliche Haltung heraus die Anfertigung eines Umweltberichts zu fordern, geht ├╝ber das Ziel hinaus.“

Der Bebauungsplan wurde bei zwei Gegenstimmen der Gr├╝nen angenommen. Auch Hardy Prothmann hatte dem zugestimmt, da aus seiner Sicht ein bestehender Bebauungsplan angepasst worden ist und der Wunsch der Edeka, die Betriebsst├Ątten zu ver├Ąndern, nachvollziehbar ist.

Anmerkung der Redaktion: Hardy Prothmann ist ehrenamtlicher, partei- und fraktionsfreier Gemeinderat und verantwortlich f├╝r das redaktionelle Angebot von heddesheimblog.de.

Klicken Sie auf die Datei f├╝r eine gr├Â├čere Darstellung.

 

Klicken Sie auf die Grafik f├╝r eine gr├Â├čere Darstellung.

 

Zur Sache: Die „unselige“ Berichterstattung im Mannheimer Morgen

Schere, Kluft, Arm, Reich - wichtiges Thema. Beim "MM" von "au├čen besetzt". Quelle: MM

Mannheim/Rhein-Neckar, 20. Juli 2011. (red) Die Entwicklung ist dramatisch – sowohl f├╝r Besch├Ąftige mit niedrigen Einkommen als auch f├╝r Abonnenten des Mannheimer Morgen. In der heutigen Ausgabe benennt die Zeitung „Geringverdiener zu Verlierern“, berichtet weiter auf Seite 5 unter „Wirtschaft“ zu „Kluft zwischen Arm und Reich w├Ąchst“ und kommentiert die „unselige Schere“. Dahinter steckt sehr viel „Unseligkeit“. Auch eine journalistische. Und einen nicht vorhandene Transparenz.

Von Hardy Prothmann

Der MM „berichtet“ also und „kommentiert“ – so scheint es zumindest.

Tats├Ąchlich steht auf Seite 1 ein Text von „unserem Korrespondenten“ Wolfgang Mulke. Der kommentiert auch auf Seite 5. Dort steht ein weiterer Bericht „von dpa-Korrespondenten (sic!) Bernd R├Âder“.

Diese Berichterstattung ist keine eigene, redaktionelle Leistung des Mannheimer Morgens. Sie ist eingekauft. Von der Agentur „die-korrespondenten.de„, bei der Wolfgang Mulke arbeitet und bei dpa, der Deutschen Presse-Agentur.

„Dein“, „Mein“, „Unser“ – der „MM“ ist f├╝r „uns“ alle da – oder doch nicht?

Mal abgesehen von dem Grammatik-Fehler bei Herrn R├Âder… – ist Herr Mulke tats├Ąchlich „unser Korrespondent“, wie der MM das behauptet? Tats├Ąchlich arbeiten „die-korrespondenten.de“ f├╝r viele Zeitungen. Ebenso wie dpa.

Das geht auch in Ordnung.

Wer sich diese Dienstleistung als „unser“, sprich „eigene“ aneignet, ist aber nicht wirklich ehrlich gegen├╝ber den Leserinnen und Lesern.

Denn es ist keine eigene, redaktionell-journalistische Leistung der Zeitung. Beim Gem├╝seh├Ąndler w├╝rden man unter „unser Anbau“ erwarten, dass der Apfel auch aus „unserem“ Garten kommt. Bei der Zeitung ist das „abstrakter“.

Es scheint, als informierten Korrespondenten exklusiv f├╝r die Zeitung. Tats├Ąchlich ist der MM nur eine von vielen Zeitungen, die tagt├Ąglich bei Dienstleistern Informationen einkaufen und diese verbreiten. „Unser Korrespondent“ ist aber eine gewagte Behauptung. Denn „unser“ signalisiert „Exklusivit├Ąt“. Tats├Ąchlich ist das meistens nicht so.

Das aktuelle Thema besch├Ąftigt sich mit der „Lohnschere“ und Wolfgang Mulke schreibt einen wirklich guten Kommentar. Kritisch, auf den Punkt. Immer mehr Menschen werden in Billigjobs gedr├Ąngt: „Sie sind trotz Arbeit arm dran.“ Der Satz beschreibt Lebensschicksale.

Wir haben schon „gestern“ dar├╝ber berichtet – schneller und mit eigener Recherche:
http://rheinneckarblog.de/2011/07/19/diw-kaufkraft-sinkt-wer-wenig-hatt-hat-noch-weniger/

„Lebensschicksale“ werden vermutlich auch bei der Zeitung Mannheimer Morgen beschrieben, ohne dass sie benannt werden:

„Denn immer mehr Besch├Ąftige bekommen nur schlecht bezahlte Stellen“,

ist eine treffende Analyse und d├╝rfte auf alle Zeitungsaustr├Ąger und viele „freie Mitarbeiter“ der Zeitung zutreffen.“

„Lebenschicksale“ – schlecht, schlechter, noch schlechter bezahlt gilt vor allem f├╝r „freie Mitarbeiter“. Von Zeitungen.

In den vergangenen Wochen haben ver.di und der Deutsche Journalistenverband zu Streiks aufgerufen – Zeitungsabonnenten haben das an den „d├╝nnen“ Ausgaben festgestellt.

Denn die deutschen Zeitungsverleger wollen nicht nur keine „Lohnanpassungen“ vornehmen – nein, ganz im Gegenteil, sie wollen teils bis zu 25 Prozent weniger f├╝r Berufsanf├Ąnger zahlen. Sie sind aktiver Teil des Systems, dass Menschen Arbeit gibt, die trotz Besch├Ąftigung „arm dran sind“.

Gleichzeitig wollen diese Verleger eine Leistungsschutzabgabe erstreiten, eine Art Lizenzgeb├╝hr, die alle Teile der Wirtschaft, der Verwaltung, insgesamt die gesamte ├ľffentlichkeit trifft: Sobald jemand eine „Zeitung“ zitiert, soll Geld flie├čen. An die Verleger. Das ist zwar sehr vereinfacht dargestellt, aber im Prinzip das, was sich die Verleger w├╝nschen. Dieser „Leistungsschutz“ kommt aber niemals bei den „Urhebern“ an, also den Schreibern, sondern bei den „Verbreitern“, also den Verlegern.

Die allermeisten Lokalzeitungen zahlen Zeilenhonorare, die jenseits von „Gut und B├Âse“ sind, wenn man das Geld auf „Mindestlohn pro Stunde“ umrechnet. Wer auf sechs Euro pro Stunde kommt, kann sich gl├╝cklich sch├Ątzen. Fotografen sollen beim MM beispielsweise f├╝r Fotos f├╝r die Online-Galerien genau nichts erhalten. Das ist eine „Service-Leistung“, die erwartet wird. Wer der nicht nachkommt, muss damit rechnen, dass „bezahlte Jobs“ weniger werden.

Gro├če Teile der Zeitung sind mittlerweile „Discount-Ware“. Irgendwo hergestellt und massenhaft verbreitet – die Leserinnen und Leser k├Ânnen diese „Nachrichten“ umsonst und zuhauf ├╝berall im Internet finden. Selbst scheinbar „exklusive“ Themen sind nichts weiter als „zugeschickt“ verbreitete Informationen von ├âÔÇ×mtern, Vereinen oder Firmen.

Trotzdem gibt es immer noch genug gutgl├Ąubige „Abonennten“, die f├╝r „Exklusivit├Ąt“ zwanzig bis drei├čig Euro pro Monat zahlen. Wer sich „kundig“ macht, stellt den Preis in Frage.

Zeitung heute? Sowas wie ein „Ein-Euro-Shop“.

Kein Wunder, dass immer mehr Abonnenten k├╝ndigen – „Qualit├Ątsjournalismus“ wird schon lange nicht mehr geboten.

Stopp. Der Kommentar von Wolfgang Mulke ist guter Qualit├Ątsjournalismus. Er benennt Fehlentwicklungen. Prangert an.

Leider fehlt es an der Transparenz in der eigenen Zeitung, was man Herrn Mulke nicht vorwerfen kann. Soll er etwa thematisieren, wie es um die „Niedriglohnpolitik“ des MM bestellt ist? Und sich ├âÔÇ×rger einhandeln und nicht mehr „gebucht“ werden? Auch Herr Mulke muss sein Gesch├Ąft machen.

Ich selbst war auch mal „freier Mitarbeiter“ des Mannheimer Morgen. Von 1991-1994. Damals habe ich f├╝r 55 Pfenning „die Zeile“ geschrieben. In einem Monat habe ich mal rund 1.400 Mark „verdient“. Im „Schnitt“ bedeutete das pro Tag ein bis zwei „Artikel“. Rund eine Stunde hin und zur├╝ck zum Termin. Ein bis drei Stunden vor Ort. Eine Stunde Vorbereitung. Ein Stunde Schreiben. Oder vielleicht├é┬á mehr. Zwei, drei, vier Stunden, Gespr├Ąche, Telefonate, Treffen – wenn mir das „Thema“ wichtig war.

Und die „Themen“ waren wichtig – zumindest mir. Und den Menschen, die „betroffen“ waren.

Einige Texte waren nur 40-Zeiler. Einige l├Ąnger, vielleicht 120-Zeiler (drei bis vier Spalten-Texte). Mit echter „Recherche“, viel Aufwand, stundenlangen Gespr├Ąchen. Terminen. Die Arbeit war sehr aufw├Ąndig, hat aber „Spa├č“ gemacht.

Wenn es „gut“ lief, waren das also vier Stunden f├╝r 25 Mark oder rund sechs Mark die Stunde. Wenn es schlecht lief, waren es sechs oder mehr Stunden. Also nur vier Mark die Stunde. Das war 1994.

„Berechenbare Information?“ – Klar, auf dem Niveau von 55 Pfenning. Pro Zeile.

Oft haute die „Rechnung“ auch nicht hin. Dann war es „Berufsethos“. Ruhm und Ehre. Wichtiger als Geld.

Wenn man das „System“ kapiert oder „im Stoff stand“, konnte man die „Stunde Vorbereitung streichen“ und wenn man clever war, „hin und zur├╝ck“ mit m├Âglichst vielen Terminen verbinden – was meistens Wochend- und Abendtermine beinhaltete.

Und wenn man „noch besser“ verstanden hatte, „dichtete“ man irgendwelchen Bl├Âdsinn, Hauptsache, alle waren zufrieden, es war ein tolles Ereignis, es war sch├Ân und nochmal, alle waren zufrieden. Um der „Erwartung“ der Redaktionsleitung zu gen├╝gen, aber auch, um wenigstens ein bisschen anst├Ąndig zu verdienen, schreibt man dann halt solchen Mist.

Die Verlage haben in dieser Zeit zweistellige Umsatzrenditen geschrieben.

Am 20. Juli 2011 lese ich im Mannheimer Morgen einen Kommentar ├╝ber die „unselige Schere“. Der Kommentar trifft den Punkt. Er ist kritisch und korrekt. Er beschreibt Lebensschicksale. Der Journalist Wolfgang Mulke hat einen korrekten Job gemacht.

Gibt es eigentlich keine Journalisten beim MM, die genauso h├Ątten schreiben k├Ânnen? Das ist meine Frage. Wieso ist die Redaktion nicht in der Lage, das Thema zu berichten und zu lokalisieren?

Schupsen die „Redakteure“ nur noch Bratwurstfeste und gute Stimmungen oder haben sie noch irgendeinen Funken Ehrgeiz in sich, wirklich gute Journalisten zu sein?

Eine der h├Ąrtesten „Branchen“ in Sachen „Mindestl├Âhne“ ist der Journalismus.

Oder ist es die Schockstarre, dass sie Teil des Systems sind und niemals ehrlich ├╝ber Mindestl├Âhne, Ausbeutung und unhaltbare Zust├Ąnde ├╝ber andere berichten k├Ânnen, ohne sich selbst zu meinen?

Mir tun die „Kollegen“ wirklich leid, aber ich habe kein Mitleid mit ihnen.

Ich kann jeden verstehen, der seinen „Vorteil“ retten will, aber ich verachte auch jeden, der sich dabei noch „Journalist“ nennt und so tut, als sei er im Auftrag der „├ľffentlichkeit“ unterwegs.

Der MM ist Teil dieser Ausbeuter-Wirtschaft, die Menschen „Arbeit gibt, mit der sie arm dran sind“. Das muss man sagen. Das muss man aufschreiben.

Aber das wird man niemals in dieser Zeitung lesen.

Gl├Ąserner Gemeinderat: Gr├╝ne in der Klemme

Heddesheim/Viernheim/Rhein-Neckar, 19. Juli 2011. (red) Statt ihre institutionellen M├Âglichkeiten zu nutzen, schreiben Gr├╝ne Gemeinder├Ąte Leserbriefe an den Mannheimer Morgen. An die Zeitung, die die Pfenning-Ansiedlung durch unkritische und l├╝ckenhafte Berichterstattung mit bef├Ârdert hat. Muss man das verstehen?

Von Hardy Prothmann

Um das Verhalten der Heddesheimer Gr├╝nen richtig einzuordnen, muss man sie genau betrachten. Es sind keine „Revoluzzer“, keine Spontis, keine „Systemver├Ąnderer“. Die Heddesheimer Gr├╝nen sind im Kern eher konservativ und traditionell eingestellt.

Dazu geh├Ârt, dass man sich eigentlich nach einer „guten Stimmung“ im Gemeinderat sehnt, seine Duz-Freundschaften pflegen kann und sich nicht zu sehr in eine exponierte Lage bringt.

„Trotz Bauchschmerzen“

Vor der Kommunalwahl 2009 haben die Gr├╝nen „trotz Bauchschmerzen“ der Pfenning-Ansiedlung zugestimmt. Sie haben ihre M├Âglichkeiten nicht genutzt, sondern sich ├╝berrumpeln lassen. Vom Arbeitsplatzargument, der Gewerbesteuer und der „Schiene“ als vermeintlich „gr├╝ner Industrieansiedlung“.

In allerletzter Sekunde haben sie damals einen Turn-Around geschafft und damit drei Sitze mehr im Gemeinderat gewonnen. Die Ãœberraschung aus 2009 wiederholte sich 2011 bei der Landtagswahl. Im Land regiert mit einem Male Grün-Rot.

Auch in Heddesheim w├Ąre das „vorstellbar“, wenn die SPD mit den Gr├╝nen gemeinsame Sache machen w├╝rde. Inklusive meiner Stimme k├Ânnte es hier eine Mehrheit von 12 Stimmen geben. Wie gesagt: „k├Ânnte“ – die systematische N├Ąhe der meisten SPD-Gemeinder├Ąte zum B├╝rgermeister verhindert das. Teils wegen „Freundschaften“, teils wegen verwandtschaftlicher Verh├Ąltnisse, so ist die Ehefrau des SPD-Sprechers J├╝rgen Merx die Sekret├Ąrin des B├╝rgermeisters. Wer will da einen „kontroversen Kurs“ erwarten?

Die SPD richtet sich lieber als Anh├Ąngsel von CDU, FDP und B├╝rgermeister ein.

Und die Gr├╝nen f├╝hlen sich nicht wirklich wohl in ihrer Rolle – sie k├Ânnen mit Sicherheit davon ausgehen, dass alle ihre Antr├Ąge lange kein positives Geh├Âr finden werden, denn der Stachel der Wahlniederlage bei den drei anderen Parteien sitzt und dass die Gr├╝nen mit dem Prothmann oft einer Meinung waren, disqualifiziert die Gr├╝nen in den Augen der anderen zus├Ątzlich.

Gr├╝nes Dilemma

Die Leserbriefe von G├╝nther Heinisch und Kurt Klemm belegen dieses Dilemma sehr deutlich: Man ruht sich darauf aus, dass es ist, wie es ist und „hat keine Probleme mit dem Stillstand“, so Heinisch.

Herr Klemm m├Âchte erst „die ganze Wahrheit auf den Tisch“ und stellt sich vor, dass „der Gemeinderat jetzt alles tun sollte, um Schaden von der Gemeinde abzuwehren“.

Quelle: MM

Das eine ist eine Wegschau-Haltung, das andere eine Utopie. Herr Heinisch richtet sich wohlig darin ein, dass angeblich „nichts“ passiert, Herr Klemm hofft darauf, dass sich „der“ Gemeinderat damit befasst.

Wegschauen und utopische Vorstellungen haben aber mit den Gr├╝nen zusammen „Pfenning“ erst in Gang gesetzt.

Glauben die Gr├╝nen tats├Ąchlich, dass sich „der“ Gemeinderat um weitere Details der „Pfenning“-Entwicklung k├╝mmern wird? Wie „gr├╝n├Ąugig“ kann man eigentlich sein?

Pfenning geht weiter – keine Sorge

Tats├Ąchlich wird „Pfenning“ – wer auch immer das ist – seinen Plan fortsetzen. Und je l├Ąnger „der“ Gemeinderat dies zul├Ą├čt, je l├Ąnger der Gemeinderat nichts unternimmt, umso h├Ąrter und unver├Ąnderbarer werden die Fakten geschaffen werden. Haben die Gr├╝nen denn gar nichts gelernt?

Was soll man den Betonk├Âpfen bei CDU, SPD und FDP vorwerfen, was nicht schon bekannt ist? Hier sind keine Initiativen zu erwarten, schon gar keine Kontrolle oder f├╝r das Unternehmen „unangenehme Fragen“. Man wird weiter alles abnicken – angeblich zum Vorteil der Gemeinde.

Wenn die Gr├╝nen nichts unternehmen und ihre institutionellen M├Âglichkeiten nicht nutzen, muss ihre bisherige Haltung absolut in Frage gestellt werden. Eine „Sondersitzung“ des Gemeinderats ist da noch ein vergleichsweise mildes Mittel.

Wenn sie nichts unternehmen, haben sie ein bisschen „Opposition“ gespielt und sind nach kurzer Zeit eingebrochen – denn die Sehnsucht nach „Friede und Anerkennung im kommunalen Sandkasten“ scheint gr├Â├čer als der Wille, sich nicht schon wieder ├╝ber den Tisch ziehen zu lassen.

Tats├Ąchlich kann man davon ausgehen, dass das so ist. Die Gr├╝nen werden mit gro├čer Sicherheit „kein Fass“ aufmachen, sondern sich entgegen aller „Parteipolitik“ ohne B├╝rgerbeteiligung und Transparenz in nicht-├Âffentlichen Sitzungen und Hintergrund-Gespr├Ąchen nicht mehr aus der Deckung wagen. In der stillen Hoffnung, dass „Pfenning“ sich verhoben hat und sich das „Problem“ von selbst erledigt.

Die Gr├╝nen sind verantwortlich f├╝r jede ihrer Unterlassungen.

Sollte dem nicht so sein, muss man sie voll verantwortlich f├╝r jede aktive Unterlassung machen.

Zur Erinnerung: „Pfenning“ – was auch immer das ist – ist ein „Mega-Projekt“. Die Fragen zu Arbeitspl├Ątzen, Gewerbesteuer, Verkehr, Gefahrstoffen sind neu aufgeworfen worden. Die Devise, „Wir warten jetzt mal ab“, ist eine passive Haltung, eine, die dem Ort bis heute nur negative Folgen beschert hat. Durch teure Gutachten, Anwaltskosten, IFOK-Blabla und so weiter bis hin zur Spaltung der Ortsgemeinschaft. Man kann da gerne auf den B├╝rgermeister zeigen oder andere – damit zielt man auf die richtigen, aber die Gr├╝nen sind mit in diesem Boot, wenn sie es unterlassen zu handeln.

Und man darf gespannt sein, wie B├╝rgermeister Kessler und seine Vassallen den Gr├╝nen den nicht vorhandenen Schneid abkaufen. Vermutlich werden Herr Doll, Herr Merx und Herr Hasselbring wie ├╝blich vorbereitete Fragen stellen, die dann ebenso vorbereitet beantwortet werden und unter bed├Ąchtigem, „verantwortungsvollem“ Nicken zur Kenntnis genommen werden. Die Botschaft ist auch schon klar: „Eigentlich alles ganz positiv.“

Dann f├╝hrt Herr Heinisch das Wort und mahnt an, Herr Schuhmann gibt zu bedenken, vielleicht gibt es noch die eine oder andere Wort├Ąu├čerung und das wars dann. Derweil plant „Pfenning“ – was auch immer das ist – weiter und macht, was es will.

Die Gr├╝nen halten den Ball flach, weil sie das Gef├╝hl haben, sie k├Ânnen nichts mehr tun. Denn sie sind in der Klemme – wenn sie etwas tun, bedeutet das harte Arbeit und viel ├âÔÇ×rger. Dabei h├Ątten sie so gerne Frieden und Anerkennung.

Die Gr├╝nen m├╝ssen sich entscheiden – 2014 entscheiden die W├Ąhler erneut und angesichts der Gr├Â├če des „Themas“ wird man sich genau erinnern, welche „Haltung“ die Gr├╝nen vertreten und welchen „Einsatz“ sie gebracht haben. Mal ganz abgesehen vom „Nachwuchsproblem“ – denn auf breiter Front ist nicht erkennbar, wie die Gr├╝nen wieder sechs oder mehr geeignete Kandidaten f├╝r die Wahl aufstellen k├Ânnen.

Aus dieser Klemme kommen sie nicht heraus. Leider muss man vermuten, dass sie sich einklemmen lassen und bewegungsunf├Ąhig werden – zu gro├č ist die Sehnsucht nach Friede, Freude, Eierkuchen. Und wenn sie wieder nur drittgr├Â├čte Kraft sind, m├╝ssen sie auch nicht mehr ganz so verantwortlich sein.

Auch das ist eine Zukunftsperspektive.

P.S.
Lieber Kurt Klemm – Sie schreiben in Ihrem Leserbrief, dass es „nach dem Bericht des MM keine Arbeitspl├Ątze“ in Heddesheim g├Ąbe. Ich m├Âchte Sie gerne darauf hinweisen, dass alle Folgen der „Nicht-Konzentration“ im MM-Artikel nicht beschrieben worden sind, sondern Sie diese wahrscheinlich hier nachgelesen haben. Wenn Sie schon „Quellen“ zitieren, dann bitte richtig.

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist verantwortlich f├╝r dieses redaktionelle Angebot und seit 2009 partei- und fraktionsfreier Gemeinderat in Heddesheim. Er hat sich umfassend mit dem Projekt auseinandergesetzt und nach sorgf├Ąltiger Pr├╝fung zu Vor- und Nachteilen dieser Ansiedlung wegen erheblicher Zweifel an der Seriosit├Ąt der Aussagen von „Pfenning“ gegen das Projekt entschieden und in allen Punkten abgelehnt.

Gl├Ąserner Gemeinderat: Gr├╝nes „Schaumschlagen“? Wer Verantwortung will, muss sie auch ├╝bernehmen

Heddesheim/Viernheim/Rhein-Neckar, 18. Juli 2011. Am Freitag vermeldete der MM, dass „Pfenning“ seine Lager „vorerst“ nicht in Heddesheim „zentralisiert“. Die Konsequenz ist klar – „Pfenning“ begeht Wortbruch. Das war zu erwarten. Die Frage ist, was von den „Gr├╝nen“ zu erwarten ist. Klar ist, dass von CDU, SPD und FDP keine Fragen zu erwarten sind.

Von Hardy Prothmann

„Ich habe lange gedacht, Sie sind ein Gr├╝ner“, sagte mir vor ein paar Wochen ein Gemeinderat der Freien W├Ąhler in Hirschberg am Rande einer Veranstaltung. Ich fragte ├╝berrascht zur├╝ck: „Wieso?“ Der Gemeinderat antwortete: „Naja, die Gr├╝nen sind bei Ihnen ja gut weggekommen. Siehe Pfenning.“

Ich antwortete: „Die Gr├╝nen waren nach ihrer „urspr├╝nglichen Zustimmung“ zu „Pfenning“ die einzigen, die mit ihrer kritischen Haltung eine vern├╝nftige Position eingenommen haben. Ich habe dar├╝ber berichtet und auch dar├╝ber, was CDU, SPD und FDP f├╝r eine Haltung vertreten. Glauben Sie, dass deren Erwartungen zutreffen?“

Verwunderung.

„Nat├╝rlich nicht“, sagte der Gemeinderat, und weiter: „Als Sie den Steinle verhauen haben, hab ich mich echt gewundert und mich gefragt, was der Grund ist.“ Ich habe geantwortet: „Ganz einfach. Herr Steinle hat als GLH-Fraktionssprecher mir und meiner Redaktion gedroht. Das geht so nicht, egal, welche Partei oder wer sonst auch immer das versucht. Da bin ich farbenblind.“

Der Gemeinderat sagte: „Das habe ich jetzt verstanden. Aber wo stecke ich Sie jetzt hin?“ Ich sagte: „Dahin, wohin ich geh├Âre. Ich bin Journalist und berichte unabh├Ąngig und an Fakten orientiert.“ „Aber Sie sind doch auch Gemeinderat?“ „Ja“, sagte ich: „Ausschlie├člich in Heddesheim und da halte ich das genauso. Unabh├Ąngigkeit ist ein hohes Gut.“ Der Gemeinderat lachte und stie├č mit mir auf den Satz an. Und er und ich haben darunter verstanden, was wir jeder f├╝r sich darunter verstehen wollten.

Leserbriefschreiber.

Heute hat der MM einen Leserbrief des Gr├╝nen-Gemeinderats G├╝nther Heinisch ver├Âffentlicht:

Leserbriefe schreiben kann jeder - politisch aktiv zu werden, ist schon schwerer. Quelle: MM

Denkfehler.

Auch die Gr├╝nen in Heddesheim denken tendenziell, dass ich eher mit „ihrer Politik“ einverstanden bin, aber das ist ein Denkfehler. Ich bin mit Fakten einverstanden, die ich verstehen und vertreten kann. Grunds├Ątzlich finde ich weniger Verkehr, umweltschonende Wirtschaft, Atomausstieg, erneuerbare Energien, ein gerechteres Schulsystem, Transparenz und Informationsfreiheit und manche andere Positionen der Gr├╝nen „gut“. Aber nicht, weil sie „gr├╝n“ sind, sondern weil sie vern├╝nftig sind.

Ich war mit Herrn Heinisch in Kontakt und habe mich mit ihm ├╝ber den Artikel der Zeitung vom 15. Juli 2011 und den dort leider nicht dokumentierten Folgen „ausgetauscht“. Und ich habe ihm klar und deutlich gesagt, was ich als B├╝rger und Gemeinderatskollege von ihm und den Gr├╝nen erwarte: Verantwortung.

Zweitst├Ąrkste Fraktion auf der Suche nach Anerkennung.

Die Gr├╝nen haben urspr├╝nglich angeblich wegen des „Gleises“ dem „Pfenning“-Projekt zugestimmt. Dann gab es ├âÔÇ×rger und Aufregung, die Gr├╝nen waren zwischen „f├╝r die Gemeinde“ und „gegen Verkehr“ hin und hergerissen. Letztlich haben sie sich mit der IG neinzupfenning gegen „Pfenning“ entschieden und wurden mit drei Sitzen mehr oder 100 Prozent Zugewinn bei der Kommunalwahl 2009 „belohnt“. Es war ein „fundamentales Wahlergebnis“. Sie stellen mit sechs Sitzen nun die zweitst├Ąrkste Fraktion in Heddesheim. Fast h├Ątten sie gar sieben Sitze erreicht.

Seither agieren die Gr├╝nen im Spannungsfeld zwischen „Anerkennung“ im Gemeinderat (unter „Kollegen“) und „Anerkennung“ in der Bev├Âlkerung. Tats├Ąchlich haben Sie als einzige politische Fraktion eine kritische Haltung eingenommen und dadurch Zugest├Ąndnisse erreicht. So bei Details der Bauplanung, dem Verkehrsgutachten oder mit dem Verkehrslenkungsvertrag.

Seither wurden die Gr├╝nen hart angegangen von den anderen Gemeinder├Ąten und vor allem von B├╝rgermeister Michael Kessler, der fast in jeder Sitzung „ausrastet“ und wenig souver├Ąn vor allem den Gr├╝nen und mir ins Wort f├Ąllt, kommentiert und sich unverhohlen feindselig zeigt.

Einordnen = Unterordnen?

Diese aggressive Phalanx schlaucht. Vor allem, wenn man den Wunsch hat, „gemeinsam“ gute L├Âsungen zu finden.

Die Gr├╝nen haben leider keine Wahl. Wenn sie „gemeinsam“ mit der CDU, SPD und FDP entscheiden wollen, m├╝ssen sie sich unterordnen. Denn CDU und SPD sind „angefressen“ ob ihrer Verluste und werden es bleiben. Auch, weil sie sich ├╝ber ihre Fehlentscheidung im Klaren sind und weil sie wissen, dass die B├╝rger das wissen. Dass die Gr├╝nen und die Rest-FDP aus Frank Hasselbring und Ingrid Kemmet politisch gar nicht zusammenpassen, muss fast nicht erw├Ąhnt werden.

Die Gr├╝nen haben gegen ihre Ablehnung des „Pfenning“-Projekts hart gearbeitet und die „Konditionen“ so gut es ging verbessert. Wenn die Gr├╝nen nun nichts gegen die sich abzeichnende Entwicklung unternehmen, war diese Arbeit vergebens. Und letztlich bleibt nur, dass sie sich f├╝gen. Dass sie ein „harmonisches“ Verh├Ąltnis im Gemeinderat anstreben und sich anpassen.

Glaubw├╝rdigkeit.

Mit sechs von 23 Sitzen haben sie die M├Âglichkeit, eine au├čerordentliche Gemeinderatssitzung einzuberufen. Und Fragen zur aktuellen Entwicklung zu stellen. Und sie k├Ânnen Antr├Ąge stellen und die Verwaltung beauftragen zu pr├╝fen, ob man „Pfenning“ nicht zwingen kann, seine Zusagen einzuhalten. Ob das gelingt, ist eine andere Frage. Man muss es politisch versuchen, wenn man glaubw├╝rdig bleiben will.

Ein Leserbrief, wie ihn Herr Heinisch geschrieben hat (├╝brigens nur an den MM und nicht auch an unsere Redaktion) ist letztlich nur „Wortgepl├Ąnkel“.

(Leider m├╝ssen wir immer wieder feststellen, dass sich gewisse Leute auf dem heddesheimblog Argumente und Haltungen holen und sich dann durch einen „Zeitungsabdruck“ „best├Ątigt“ f├╝hlen – vielleicht w├Ąre es an der Zeit, einfach mal einen Lernschritt zu machen und zu erkennen, dass es um Informationen und Argumente geht und nicht um Holz oder Bildschirm.)

Entscheidungen werden im Gemeinderat getroffen. Dort k├Ânnen Fragen gestellt werden, die beantwortet werden. So oder so. Dort k├Ânnen Antr├Ąge gestellt werden, die angenommen oder abgelehnt werden.

Gr├╝ne auf dem Weg ins Schaumschlagen?

Wenn die Gr├╝nen jetzt nicht die ihnen zur Verf├╝gung stehende Macht nutzen, ├╝ber eine au├čerordentliche Gemeinderatssitzung klare Stellungnahmen einzuholen und ein konsequentes Vorgehen gegen den Wortbrecher „Pfenning“ zu fordern, kann man sie getrost vergessen.

Dann war in Sachen „Pfenning“ alles nur „Schaumschl├Ągerei“ und „Gepumpe“, aber keine ernstzunehmende Opposition.

Bei der B├╝rgerbefragung hat die H├Ąlfte der Bev├Âlkerung das „Pfenning“-Projekt abgelehnt. 40 Stimmen mehr wurden „missbraucht“, um eine „Zustimmung“ zu propagieren. Damals waren die Gr├╝nen entt├Ąuscht ├╝ber die anderen Fraktionen.

Ohne einen aktuellen politischen Einsatz wird diese H├Ąlfte der Bev├Âlkerung mehr als entt├Ąuscht von den Gr├╝nen sein m├╝ssen und es kann als sicher gelten, dass die sechs Sitze bei der n├Ąchsten Wahl „Geschichte“ sind.

Um es klar festzuhalten: Ein „Leserbriefchen“ oder eine ├âÔÇ×u├čerung am Ende einer Gemeinderatssitzung zu „Anfragen“ sind eine M├Âglichkeit, ein wenig „Wind“ zu machen, aber unverbindlich zu bleiben.

Erwartungen.

Ich erwarte von den Gr├╝nen eine verbindliche und klare Haltung und ich erwarte, dass sie die ihnen zur Verf├╝gung stehenden M├Âglichkeiten nutzen. Wenn „Pfenning“ ohne Widerstand unter den „neuen Bedingungen“ baut, haben sich alle „Bef├╝rchtungen“ bewahrheitet. Und es war nichts „positiv“, wie G├╝nther Heinisch schreibt.

Ob es aber sein muss, dass „nichts mehr positiv“ wird, h├Ąngt von den Gr├╝nen ab und ob sie sich einbringen wollen, ob sie weiterhin gestalten wollen.

Tun sie das nicht, entt├Ąuschen sie alle, die geglaubt haben, dass die Gr├╝nen tats├Ąchlich gegen die „Logistik-Ansiedlung Pfenning“ sind. Die geglaubt haben, dass die Gr├╝nen die einzige Partei ist, die „aufpasst“.

Dann muss man davon ausgehen, dass die Gr├╝nen sich „arrangieren“ und f├╝gen.

Die Gr├╝nen m├╝ssen sich entscheiden, was sie wirklich wollen – die gro├če Rede zu schwingen, Schaum zu schlagen oder konsequent politisch zu agieren. Wer Verantworung will, muss auch bereit sein, sie zu ├╝bernehmen.

Und wie immer gilt: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

P.S. A propos – die Gr├╝ne Liste Hirschberg hat auch „Schaum geschlagen“ in Sachen „Verkehrsgutachten“ – man wollte klagen und au├čer der Klage zum Klagenwollen ist nichts passiert. Und die IG neinzupfenning hat sich schon seit Herbst 2010 ├Âffentlich nicht mehr geregt.

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist verantwortlich f├╝r dieses redaktionelle Angebot und seit 2009 partei- und fraktionsfreier Gemeinderat in Heddesheim. Er hat sich umfassend mit dem Projekt auseinandergesetzt und nach sorgf├Ąltiger Pr├╝fung zu Vor- und Nachteilen dieser Ansiedlung wegen erheblicher Zweifel an der Seriosit├Ąt der Aussagen von „Pfenning“ gegen das Projekt entschieden und in allen Punkten abgelehnt.

Offene Fragen an B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen

Heddesheim, 16. Juli 2011. (red) Die „Ank├╝ndigung“ durch das Unternehmen „Pfenning“, keine Zentralisierung deren Lager in Heddesheim vorzunehmen, ist ein Wortbruch. Das war eines der Hauptargumente f├╝r die geplante Unternehmensansiedlung. B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen waren wegen des „Gleisanschlusses“ erst daf├╝r, dann angesichts manigfaltiger Gr├╝nde gegen diese Ansiedlung. Die gro├če Frage ist, ob B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen ihren Standpunkt verteidigen oder sich f├╝gen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem Sie zun├Ąchst das Pfenning-Projekt im Gemeinderat wegen des Gleisanschlusses bef├╝rwortet haben, haben Sie sich sp├Ąter gegen das Projekt ausgesprochen.

Daf├╝r haben Sie viele Argumente in die ├Âffentliche Diskussion gebracht, sich letztlich aber in der Opposition auf die „Gestaltung“ der Ansiedlung „besonnen“.

Angesichts der aktuellen Entwicklung liegt es auf der Hand, dass in Heddesheim weder Arbeitspl├Ątze gesichert, noch geschaffen werden, sondern entgegen aller Ank├╝ndigungen „Pfenning“ andere Pl├Ąne hat.

Sowohl die Argumente „Arbeitspl├Ątze“, „Gewerbesteuer“ und „Verkehrslenkung“ stehen erneut zur Debatte. Wir fragen deshalb, wie Sie damit umgehen.

Ihre Fraktionsst├Ąrke erlaubt die Einberufung einer „Sondersitzung“ des Gemeinderats.

Sind Sie bereit, Fragen zu stellen und L├Âsungen f├╝r Heddesheim zu finden?

Sind Sie bereit, die steuergeldfinanzierte Arbeit zu sch├╝tzen, die die geplante „Pfenning“-Ansiedlung mit sich gebracht hat?

Sind Sie bereit, der sich abzeichnenden Entwicklung wegen „Wortbruchs“ politisch entgegenzutreten?

Sind Sie bereit, eine Sondersitzung des Gemeinderats einzuberufen?

Sollten Sie nicht dazu bereit sein, bitten wir um Nachricht, was Sie davon abh├Ąlt.

Mit freundlichen Gr├╝├čen

Redaktion heddesheimblog.de

Anmerkung der Redaktion:
Laut Gemeindeordnung ist der Gemeinderat unverz├╝glich verpflichtet, zusammenzutreten, wenn ein Viertel der Gemeinder├Ąte dies fordert. Mit sechs von 23 Gemeinder├Ąten hat die Fraktion B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen dieses Viertel inne.

Offene Fragen an die „Ja-Sager“

Heddesheim, 16. Juli 2011. (red) „Pfenning“ macht, was das Unternehmen will. Der Bebauungsplan ist mit 12:9 beschlossen worden. Die Mehrheit aus CDU, SPD, FDP und B├╝rgermeister Michael Kessler hat die „Pfenning“-Planung zum Ortsrecht gemacht. Es bleibt die Frage, ob alles „Recht“ ist.

Offene Fragen an CDU, SPD, FDP:

Sehr geehrte Damen und Herren,

sind Sie damit einverstanden, dass Pfenning entgegen der fr├╝heren „Beteuerung“, die regionalen Lager in Heddesheim zu zentralisieren, nun „Neugesch├Ąft“ ansiedelt?

Sind Sie damit einverstanden, dass das Gleis zwar beantragt worden ist, aber keine Rolle spielt?

Sind Sie damit einverstanden, dass „Pfenning“ fremde Firmen in Heddesheim ansiedeln will?

Sind Sie damit einverstanden, dass eigentlich keine der „Versprechungen“, die Sie als Begr├╝ndung f├╝r die „Pfenning“-Ansiedlung immer betont haben, noch irgendeine G├╝ltigkeit haben?

Sind Sie damit einverstanden, als Handlanger eines Unternehmes statt als B├╝rgervertreter bezeichnet zu werden?

Sind Sie damit einverstanden, dass man Ihnen das Vertrauen entzieht?

Wir freuen uns auf Ihre Stellungnahme und eine rege Diskussion.

Mit freundlichen Gr├╝├čen
Redaktion heddesheimblog.de

Offene Fragen an den B├╝rgermeister

Heddesheim, 16. Juli 2011. (red) Eins der Hauptargumente f├╝r die in Heddesheim geplante „Pfenning“-Ansiedlung, der Erhalt und die Schaffung von Arbeitspl├Ątzen, ist obsolet. „Pfenning“ wird nicht, wie angek├╝ndigt, seine regionalen Lagerstandorte zentrieren, sondern „Neugesch├Ąft“ ansiedeln. Das ist ein absoluter Wortbruch der urspr├╝nglichen Ank├╝ndigungen, mit denen das „Pfenning“-Projekt beworben worden ist. Es ist notwendig, den B├╝rgermeister Michael Kessler zu befragen, welche Heddesheimer Interessen ├╝berhaupt noch eine Rolle spielen – und welche Rolle der B├╝rgermeister in dieser Angelegenheit „spielt“.

Dokumentation unserer email-Anfrage vom 15. Juli 2011:

Sehr geehrter Herr Kessler,

laut heutiger Berichterstattung im MM sehen Sie die Entwicklung des „Pfenning“-Projekts als „positiv f├╝r das Unternehmen“.

Weiter werden Sie zitiert, man m├╝sse einem Unternehmen „zugestehen, solche Optimierungsm├Âglichkeiten zu nutzen“.

Desweiteren verweisen Sie auf Genehmigungen, die erst vorliegen m├╝ssten. Als Beleg verweisen Sie auf den „Planfeststellungsbeschluss“ zum Gleisantrag, der erst im Mai 2011 vorgelegen habe und ein Einspruch gegen die Baugenehmigung erst vor einigen Wochen abgelehnt worden sei: „Ich kann nachvollziehen, dass ein Investor da erstmal Sicherheit haben will.“

Tats├Ąchlich wirft die Entwicklung Fragen auf, um deren Beantwortung wir bitten:

Haben Sie nicht die Bauleitplanung von der Genehmigung des Gleisanschlusses immer getrennt gesehen und dies verwaltungstechnisch auch getrennt?

Haben Sie keine Kenntnis davon, das „Pfenning“ das Gleis zur Zeit nicht braucht, da man den Gro├čkunden Henkel verloren hat?

Und hat auch nicht „Pfenning“ immer behauptet, man brauche erst den Bebauungsplan und k├Ânne dann den Gleisantrag stellen, der sicher positiv ausfalle?

Seit wann ist Ihnen bekannt, dass „Pfenning“ seine Regionallager nicht mehr in Heddesheim b├╝ndeln m├Âchte?

Wann haben Sie vor, den Gemeinderat davon in Kenntnis zu setzen? Oder ist der Weg ├╝ber die Presse Ihre Form von „in Kenntnis setzen“?

War die B├╝ndelung der Regionallager und die Verlagerung von zun├Ąchst 650 „Pfenning“-Arbeitspl├Ątzen nach Heddesheim nicht eins der absolut entscheidenden Argumente f├╝r das Ansiedlungsvorhaben?

Halten Sie das f├╝r einen Wortbruch durch Pfenning?

Haben Sie Regelungen vers├Ąumt, das Unternehmen so zu verpflichten, dass es seinen Versprechungen auch nachkommen muss?

Inwieweit stehen Sie pers├Ânlich in der Verantwortung – schlie├člich haben Sie immer die Seriosit├Ąt und Verl├Ąsslichkeit des „Partners Pfenning“ betont?

Da es das Unternehmen anscheinend nicht eilig hat, die Bebauung umzusetzen – ab wann rechnen Sie mit „Gewerbesteuerzahlungen“ f├╝r Heddesheim?

Da „Pfenning“ anscheinend „Neugesch├Ąft“ plant und seine Regionallager nicht mehr in Heddesheim b├╝ndeln will, ist auch ein Umzug des Firmensitzes zweifelhaft, der erfolgen sollte, wenn die Regionallager geb├╝ndelt sind. Was bedeutet das f├╝r die Gemeinde in Sachen „Gewerbesteuerzahlungen“ und Einkommenssteueranteil?

Der Verkehrslenkungsvertrag ist auf Pfenning zugeschnitten. Gilt dieser Vertrag auf f├╝r „Neugesch├Ąft“-Ansiedlungen, die nichts mit „Pfenning“ zu tun haben?

K├Ânnen Sie versichern, dass k├╝nftig keine ├╝ber 18t-Lkw von und zu diesem (noch zu bauenden) Logistikzentrum durch Heddesheim rollen?

Was ist auch Ihrer Sicht noch „positiv“ f├╝r die Gemeinde Heddesheim an dieser Ansiedlung?

Welche „Zugest├Ąndnisse“ sind Sie noch bereit in Richtung von „Pfenning“ zu machen?

Mit freundlichen Gr├╝├čen

Redaktion heddesheimblog

Pfenning: Zusagen des „vertrauensw├╝rdigen Partners“ aus der Region gelten nicht mehr

Heddesheim, 15. Juli 2011. (red) Der Mannheimer Morgen macht heute mit drei Texten zum „Pfenning“-Projekt auf – oder dem, was davon ├╝brig ist: „Bestehende Lager ziehen vorerst nicht um“, hei├čt die ├â┼ôberschrift des Haupttextes. Und sogar ein Kommentar wird geschrieben. Und sogar die „Vertrauensfrage“ gestellt – leider kommt die Zeitung wie immer zu sp├Ąt und windelweich daher. Wie gewohnt, hat auch B├╝rgermeister Kessler f├╝r alles „Verst├Ąndnis“ und sieht den Wortbruch ganz im Gegenteil sogar „positiv“. Welche Interessen vertritt dieser Mann eigentlich?

Von Hardy Prothmann

Man m├Âchte gerne die Gesichter gewisser Gemeinder├Ąte, sagen wir eines Herrn Doll, eines Herrn Hasselbring und eines Herrn Merx sehen, wenn diese sich heute gem├╝tlich an den Tisch setzen und sich von ihren Frauen den Kaffee bringen lassen.

Sie schlagen die Zeitung auf, ihr ach-so-geliebtes Heimatorgan, wo alles immer so nett und sch├Ân ist und alle dankbar sind, ein Duft von Bratwurst auf tollen Festen vertr├Âmt wird und der Wettergott gn├Ądig ist.

Die Ãœberschrift:

„Pfenning: Bestehende Lager ziehen vorerst nicht um“

wird eventuell auf den Magen schlagen und „Bauchschmerzen“ ausl├Âsen – und zwar nicht durch zu starken Kaffee, sondern durch die Erkenntnis, dass vermutlich nichts von dem, was sie sich selbst und anderen beharrlich eingeredet haben, zutreffen wird.

Pfenning bricht Wort – das war klar

Die Frage war einfach: "Sie gehen fest davon aus, dass Sie nach Heddesheim kommen werden?". Die Antwort war noch einfach: "Ja" - 2009 hat uns Uwe Nitzinger ein Interview gegeben und Dinge behauptet, die 2011 nicht mehr stimmen. Klicken Sie auf das Bild, um das Interview zu lesen.

Die Herren und alle die anderen Wortf├╝hrer und Hurra-Rufer m├╝ssen langsam aber sicher „ein Einsehen“ haben, dass sie sich selbst und andere get├Ąuscht haben. Die Entschuldigung, sie seien get├Ąuscht worden, wird man nicht gelten lassen.

Denn zu gro├č und zu genau war die Kritik im Vorfeld an dieser unheiligen Entscheidung, die mit einer politischen „Mehrheitswillen“-Deutung der B├╝rgerbefragung anhand von 40 Stimmen absolut oder 0,7 Prozentpunkten relativ 2009 mit Manipulationsfragen der SPD durchgezogen worden ist.

Die CDU, die SPD und die FDP sind verantwortlich f├╝r alles, was an unangenehmen „Wahrheiten“ noch so kommt, aus Richtung „Pfenning“.

Das „regional-verwurzelte“ Unternehmen pflanzt nicht um. Die eindeutige, unmissverst├Ąndliche und klare Ansage des Unternehmens war aber: Wir konzentrieren unsere verteilten Standorte in Heddesheim. Das war unmissverst├Ąndlich und stand nicht zur Debatte. Ebenso der Umzug von 650 Mitarbeitern.

Optimal gelaufen – jetzt wird optimiert

Die Aussagen im Artikel des MM von heute belegen das Gegenteil – auch wenn es dem Artikel nicht anzumerken ist, ob auch nur eine konkrete Frage in dieser Richtung ├╝berhaupt gedacht worden ist.

Damit steht das ganze Konstrukt zur politische Debatte – was freilich auch nicht in dem Artikel steht. Denn schlie├člich hat der MM durch seine Jubel-Berichterstattung auch seinen Teil der Verantwortung an dem Debakel. Der Wortbruch wird nicht thematisiert – „Pfenning“ darf sich „erkl├Ąrend“ ├Ąu├čern, wie die Firma das will.

Denn rechtlich ist die Sache nach Ortsrecht entschieden. „Pfenning“ hat einen g├╝ltigen Bebauungsplan in der Tasche und kann sich Jahre Zeit lassen oder auch andere bauen lassen – solange man sich an die Vorgaben h├Ąlt, ist alles kein Problem. (Auch wenn noch ein Normenkontrollantrag anh├Ąngig ist, mit ungewissem Ausgang.)

Die unkritische Mehrheit im Gemeinderat unter F├╝hrung von B├╝rgermeister Michael Kessler hat alles durchgewunken und alles getan, um „Pfenning“ den Hof zu machen. „Pfenning“ hatte es erst ganz eilig und wollte 2013 fertig sein:

„Wir m├╝ssen expandieren“,

sagte Gesch├Ąftsf├╝hrer Uwe Nitzinger damals (siehe Interview auf dem heddesheimblog). Davon ist heute keine Rede mehr. Heute wird „optimiert“. Man hat keine Eile mehr, hei├čt es in dem Bericht des MM.

Puff – da waren sie dahin, die ganzen sch├Ânen Versprechungen.

Jetzt folgt die Quittung. Wenn „Pfenning“ an andere untervermietet, sind deren Standorte auch andere. Abgerechnet wird da, wo die Firmensitze der Mieter sind – nicht jedoch in Heddesheim. Die Arbeit wird in Heddesheim gemacht – aber die Einkommensteuerzulage findet nicht hier statt. Ebensowenig die Gewerbesteuer. Der Zuzug von Arbeitnehmern findet nicht statt. Deren Kinder gehen nicht auf die Johannes-Kepler-Schule, pardon, Karl-Drais-Schule. Es kommt keine Kaufkraft in den Ort. ├ľrtliche Handwerker k├Ânnen ihre Pl├Ąne, an dem Projekt Arbeit zu finden, erstmal vertagen.

Puff – da waren sie dahin, die „bis zu 1.000“ Arbeitspl├Ątze und die „erheblichen Gewerbesteuerzahlungen“. Das waren vor allem die Argumente eines Herrn Kessler und seiner Abnicker-Fraktionen. Aus der Traum.

Und der Verkehrslenkungsvertrag? Denn kann man wahrscheinlich getrost in der Pfeife rauchen, wenn Unternehmen fahren, die weder „Pfenning“ sind, noch f├╝r „Pfenning“ arbeiten. Vermutlich kann jeder mit seinen 40-Tonnern durch den Ort donnern, wie er will. Subunternehmer f├╝r Subunternehmer f├╝r Subunternehmer.

Und die Verlagerung des Firmensitzes? Laut MM-„Information“ soll die kommen, wenn „Pfenning“ umgezogen ist. Wenn „Pfenning“ aber gar nicht umzieht und „Neugesch├Ąft“ macht, wie es im Artikel steht? Dann braucht es auch keinen Firmensitz in Heddesheim – mal abgesehen davon, dass man nun merkt, dass sich „Pfenning“ eh nicht an Zusagen h├Ąlt und das vermutlich auch nie vorhatte.

Und B├╝rgermeister Kessler? Den befragt die MM-Redakteurin brav wie immer und zitiert ihn mit Verst├Ąndnis:

„Das muss man einem Unternehmen zugestehen, solche Optimierungsm├Âglichkeiten zu nutzen.“

In wessen Interesse handelt eigentlich „B├╝rgermeister“ Kessler?

Die Frage f├╝r Heddesheimer B├╝rgerinnen und B├╝rger ist, wie viel „Verst├Ąndnis“ man einem solchen B├╝rgermeister noch „zugestehen“ sollte? Handelt der Mann im Interesse Heddesheims und seiner B├╝rger? Oder hat er ganz andere Interessen?

Und ja, er sei ├╝ber die „Pl├Ąne“ informiert, zitiert ihn die Zeitung. Gut zu wissen. Der Gemeinderat ist es nicht. Und der Gemeinderat ist das oberste Organ der Gemeinde, nicht der B├╝rgermeister. Auch wenn der sich f├╝r die Gemeinde h├Ąlt.

Der Kommentar von Frau G├Ârlitz ist l├Ącherlich:

„Dass schon das Bebauungsplanverfahren so lange dauern w├╝rde, hatten die Viernheimer weder auf der Rechnung, noch selbst zu verantworten“,

schreibt sie in der Mitte des Textes und am Ende:

„Was von dem, was 2009 versprochen wurde, gilt noch? „Pfenning“ ist am Zug diese Frage zu beantworten. (…) Aus eigenem Interesse – und nicht erst auf Nachfrage.“

War die Dame seit 2009 in Gedanken woanders? „Pfenning“ handelt ausschlie├člich in eigenem Interesse und hat Nachfragen nicht oder nur d├╝rftig beantwortet oder auf gro├čen Druck. Glaubt vor G├Ârlitz tats├Ąchlich, dass sich daran etwas ├Ąndert? Nat├╝rlich hat „Pfenning“ mit seiner Intransparenz Verantwortung f├╝r einen Vertrauensverlust. Wie auch die „Ja-Sager“-Fraktionen.

War „Pfenning“ nur ein K├Âder f├╝r einen Immobiliendeal?

„Pfenning“ hat die Baugenehmigung in der Tasche und es kann dem Unternehmen egal sein, was die Heddesheimer von dessen Winkelz├╝gen halten. Die einzige Gefahr droht noch durch den Normenkontrollantrag eines einzelnen B├╝rgers, der klagewillig ist und sich das leistet.

Die Gemeinde Hirschberg hat in Sachen „Kreisel“-Gutachten eine Klage├╝berlegung zur├╝ckgezogen. Das Regierungspr├Ąsidium ein Gleis genehmigt, dass vermutlich auch nie gebaut wird.

Und „Pfenning“? War „Pfenning“ nur der K├Âder? Grundst├╝ckseigent├╝mer ist die Phoenix 2010 GbR von zwei Gesch├Ąftsleuten, die f├╝r sagenhaft g├╝nstige 47 Euro den Quadratmeter ein Filet-Grundst├╝ck erster Sahne erhalten haben. Samt g├╝ltigem Bebauungsplan. Ein aus deren Sicht grandioser Immobiliendeal – nat├╝rlich erst, wenn sie den Goldschatz ver├Ąu├čert haben.

Nicht vorstellbar? Warten wir es ab. Welcher Abnicker-Gemeinderat wird Nein sagen, wenn es hei├čt: „Tja, die Pl├Ąne waren anders, jetzt machen wir es anders. Wollt ihr, dass die ganze Arbeit umsonst war?“ Glaubt da wirklich jemand an „Einspruch“ oder sogar „Widerstand“? Im Leben nicht. Und wenn, w├Ąre er sowieso nutzlos.

Vielleicht ist alles auch ganz anders und „Pfenning“ hat sich verhoben. Auch das kann sein.

Und damit sind wir wieder bei Herrn Doll (CDU), Herrn Hasselbring (FDP) und Herrn Merx (SPD) . Die Fraktionssprecher werden erkl├Ąren m├╝ssen, dass sie besserwisserisch, ├╝berheblich und unkritisch ein Mega-Projekt bef├╝rwortet haben, dass sie nie verstanden haben.

Sollten sie es verstanden haben, haben sie die B├╝rger get├Ąuscht. Aus diesem Dilemma kommen sie nicht mehr heraus.

Wie auch immer – der Morgenkaffee wird nicht schmecken und „Bauchschmerzen“ sind garantiert.

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist verantwortlich f├╝r dieses redaktionelle Angebot und seit 2009 partei- und fraktionsfreier Gemeinderat in Heddesheim. Er hat sich umfassend mit dem Projekt auseinandergesetzt und nach sorgf├Ąltiger Pr├╝fung zu Vor- und Nachteilen dieser Ansiedlung wegen erheblicher Zweifel an der Seriosit├Ąt der Aussagen von „Pfenning“ gegen das Projekt entschieden und in allen Punkten abgelehnt.
In Sachen journalistischer Berichterstattung waren im Herbst 2010 drei Interviewanfragen an Herrn Nitzinger gegangen – einen Terminvorschlag von Seiten der Firma hat es nicht gegeben. Herr Nitzinger hatte entweder zu viel zu tun oder war in Urlaub.

Gastbeitrag: Sch├Ân, wie die Disteln auf dem Pfenning-Acker bl├╝hen

Heddesheim, 29. Juni 2011. (red) Was war das eine Aufregung, als der Gemeinderat und Natursch├╝tzer Kurt Klemm die sinnloswe Spitzung des Gel├Ąndes am Rundweg angeprangert hat. Der CDU-Fraktionssprecher Dr. Joseph Doll schrieb einen w├╝tenden Leserbrief, B├╝rgermeister Kessler schalt Klemm einen „missionarischen Ereiferer“ und der Landwirt und CDU-Gemeinderat Reiner Hege verteidigte als „Experte“ die Giftspritzung und machte die Distel zum Erzfeind des Bauern. Doch die w├Ąchst und gedeiht nun auf dem „Pfenning-Gel├Ąnde“ – sehr zur Freude des Natursch├╝tzers und Vogelfreunds Kurt Klemm. Denn die Distel ist eine sch├Âne Futterpflanze.

Von Kurt Klemm

Eigentlich h├Ątte ich es nicht f├╝r m├Âglich gehalten, dass sich das jetzige Plangebiet von Pfenning als ein Naturparadies aus zweiter Hand entwickeln w├╝rde. Wer die letzten Tage an dem Gebiet vorbeikam, sah ein sich wogendes Bl├╝tenmeer der Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense) auf deren Bl├╝ten sich unz├Ąhlige Insekten am Nektar labten.

Aber auch f├╝r viele Tagfalter ist der jetzige Bl├╝tenstand die wichtigste Nahrungsquelle. Selbst der in den letzten Jahren rar gewordene Stieglitz (Carduelis carduelis), auch Distelfink, genannt, holt sich dort die halbreifen Samen f├╝r seine Brut. Ohne den halbreifen Samen der verschiedenen Distelarten w├Ąre sein ├â┼ôberleben nicht m├Âglich.

Zur Zeit kann man bei der Acker-Kratzdistel drei verschiedene Bl├╝tenst├Ąnde sehen, von der Bl├╝te zum halbreifen Samen bis zum hygroskopischen Haarkelch (Pappus), der als Schirmchenflieger mit einer Sinkgeschwindigkeit von nur 26/Sekunde, bei einem g├╝nstigem Aufwind ├╝ber 10 Kilometer fliegen kann. Die Acker-Kratzdistel, ansonsten erbarmungslos als Unkraut Nr. 1 mit Pestiziden bek├Ąmpft, lassen unsere Landwirte, zum Gl├╝ck f├╝r die Natur, dieses Jahr, speziell auf dem Pfenning-Areal, in Ruhe wachsen und gedeihen.

Denkt man zur├╝ck an das letzte Jahr, an den Rundweg hinter dem Vogelschutzgebiet, wo ebenfalls die Acker-Kratzdistel wuchs und die Gemeinde mit einer umfangreichen Giftspritzaktion Unkraut-Vernichtungsmittel ausbrachte, was riesengro├če Wellen schlug, kann man sich eigentlich nur wundern.

Bl├╝hende Distelfelder freuen Kurt Klemm und geben V├Âgeln Futter. Bild: Kurt Klemm

Was hatten dazu unsere Landwirte im Gemeinderat f├╝r schlimme Szenarien ausgemalt. Vielleicht k├Ânnen sich einige noch an meine Warntafeln zu der Unkrautspritzung erinnern. Eine Aktion, die sich dann im Nachhinein durch die Ver├Âffentlchung hier im Blog und eine Recherche des „MM“ als vollkommen richtig erwies.

Was wurde meine Aktion damals in der Gemeinderatsitzung von unserem B├╝rgermeister gescholten. Worte wie „missionarischer ├â┼ôbereifer und als R├Ącher der Enterbten aufschwingen, waren zu h├Âren (im Protokoll so nachzulesen).

Heute bin ich froh, wenn ich auf das Pfenning-Areal blicke. In Sachen Natur scheint da alles Friede, Freude, Eierkuchen zu sein und ich hoffe inst├Ąndig, dass dies auch noch lange so bleibt.

Die Aufregung vom letzten Jahr, ├╝ber den Samenflug der Acker-Kratzdistel, die Pestizidspritzung, war vollkommen umsonst, angesichts der jetzigen Situation, oder?

Kurt Klemm protestierte im Oktober gegen die Distelspritzung ohne Warnung. Klicken Sie auf das Bild, um den Beitrag zu lesen.

 

Anmerkung der Redaktion:
Kurt Klemm ist Gemeinderat in der Fraktion B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen. Er geh├Ârt zu den Mitgr├╝ndern des Vogelparks und ist der Naturschutzbeauftragte der Vogelfreunde- und Pfleger, die vor kurzem f├╝r ihre herausragende Arbeit mit dem AZ-Naturschutzpreis ausgezeichnet worden sind.

Edeka: Heute wird es wieder eine Discount-B├╝rgerbeteiligung geben

Heddesheim/Rhein-Neckar, 29. Juni 2011. (red) Heute Abend um 19:00 Uhr laden der Handelsriese Edeka und die Gemeinde Heddesheim zu einem „Infoabend“ ein. Der Ablauf ist vorprogrammiert. Es spricht Edeka, es spricht B├╝rgermeister Kessler und es werden wenige B├╝rger sprechen, weil es ihnen an Informationen fehlt.

Von Hardy Prothmann

Edeka-Gesch├Ąftsf├╝hrer Dr. Detlev Weiler wird sagen, dass Edeka Lebensmittel liebt, das man ganz auf die Region setzt, auf Treue, auf die lange Tradition, dass man zwar enorm investiert, aber die Belastung, beispielsweise durch Verkehr sinkt. Und ja, man verlagert zwar Arbeitspl├Ątze, aber man schafft auch neue und schaut so in eine gute Zukunft. Man bekennt sich zum Standort Heddesheim.

B├╝rgermeister Kessler wird die Tradition loben, den gr├Â├čten Arbeitgeber, die vertrauensvolle Zusammenarbeit, wird auf die Gewerbesteuer verweisen, wird das Unternehmen loben und Sorgen klein reden.

Und dann sind die B├╝rger dran. Doch was sollen die fragen, wenn sie nur „wissen“, was St├╝ck f├╝r St├╝ck bekannt gegeben wird?

Warum sollten sie fragen, wenn von vorneherein klar ist, dass Fragesteller damit rechnen m├╝ssen, als St├Ârenfriede zu gelten?

Warum sollte jemand das Risiko eingehen, durch Fragen aufzufallen?

Wer Fragen stellt, macht sich keine Freunde bei denen, die in Heddesheim das Sagen haben. Also B├╝rgermeister, gewissen Gemeinder├Ąten, Bauern und „einflussreichen Leuten“.

Dennoch sollten die Heddesheimerinnen und Heddesheimer wissen, dass Edeka nicht erst seit kurzem auf die Idee gekommen ist, in Heddesheim zu erweitern. Die vergangene Gemeinderatssitzung hat klar gemacht, dass diese Pl├Ąne schon seit Jahren vorangetrieben werden.

"Unumg├Ąnglich" hei├čt - es gibt keine Alternativen. Ist das so?

Den B├╝rgerinnen und B├╝rgern muss auch klar sein, dass die Schlie├čung des Fleischwerks in Heddesheim und der Wegfall von fast 300 Arbeitspl├Ątzen ein Grund war, f├╝r die Ansiedlung von Pfenning zu werben – trotz Kenntnis der Edeka-Pl├Ąne. Dieses Projekt soll bis zu 1.000 Arbeitspl├Ątze bringen, also mehr als drei Mal so viel, wie durch das Fleischwerk wegfallen werden.

Trotzdem werden B├╝rgermeister Kessler und Gesch├Ąftsf├╝hrer Weiler die Arbeitsplatzargumentationskarte ziehen. Um die „Zukunft zu sichern, ist der geplante Umbau unumg├Ąnglich“, steht im Prospekt, dass Edeka an die Haushalte verteilen lies. Umgekehrt hei├čt das, wenn nicht „umgebaut“ wird, ist die Zukunft ungewiss. Dass der Umbau einen enormen Neubau einschlie├čt wird an dieser Stelle nicht erw├Ąhnt.

Erinnert sich noch jemand, dass in Zusammenhang mit Pfenning argumentiert wurde, dass durch die Schlie├čung des Fleischwerks Edeka-Verkehr wegfalle? Das ist durch den Um- und Neubau Vergangenheit – der Verkehr wird mindestens in gleicher St├Ąrke erhalten.

Erinnert sich jemand, wie mit dem Wegfall der Edeka-Arbeitspl├Ątze f├╝r die „neuen“ Pfenning-Arbeitspl├Ątze geworben wurde? Obwohl dem B├╝rgermeister, gewissen Gemeinder├Ąten und anderen die Edeka-Pl├Ąne schon bekannt waren?

Fragt sich jemand, ob hier eigentlich tats├Ąchlich offen und transparent Politik gemacht und B├╝rger einbezogen werden oder doch alles in Hinterzimmern vorher „in trockene T├╝cher“ kommt?

Fragt jemand nach der Qualit├Ąt der Arbeitspl├Ątze? Oder, ob das Logistikmodell wirklich nachhaltig Wirtschaft und Wertsch├Âpfung betreiben wird?

Fragt jemand, welche Entwicklungsm├Âglichkeiten Heddesheim verbleiben oder ob das Schicksal als Gro├člogistikstandort besiegelt ist?

Fragt jemand, wie es eigentlich zusammenpasst, dass Edeka zwar ein so regionverbundender „Betrieb“ ist, aber gleichzeitig B├Ącker, Metzger, Lebensmittelh├Ąndler aufgeben m├╝ssen, weil sie gegen Edeka und seine Billigmarken keine Chance haben?

Fragt jemand, ob tendenziell Arbeitspl├Ątze erhalten bleiben oder zunehmende Automatisierung daf├╝r sorgt, dass immer weniger Menschen die Arbeit machen?

Edeka ist nicht nur „Qualit├Ąt“ – Edeka ist Deutschland drittgr├Â├čter Billigmarktanbieter, nach Aldi und Lidl.

Edeka wird vom Bundeskartellamt beobachtet – Filialen wurden durchsucht. Mitarbeiter wurden bespitzelt, jede „Konzentration“ forderte unbedingte Unterwerfung der Angestellten – ansonsten droht Job-Verlust.

Edeka ist ein Handels-Moloch, ein riesiger Konzern, dessen Gesch├Ąftsmodell spitz gerechnet ist und dessen gro├če Gewinne im Vergleich zum Umsatz l├Ącherlich sind.

Dabei wird ein gnadenloser Wettbewerb verursacht, der vielen Betrieben die Existenz raubt. Es wird unglaublich viel Verkehr erzeugt, Stra├čen werden belastet, die aus Steuergeldern bezahlt werden m├╝ssen. Es werden Fl├Ąchen versiegelt ohne Garantie eines R├╝ckbaus.

Und es werden Arbeitspl├Ątze geschafffen, die h├Ąufig genug eine „Aufstockung“ brauchen, weil man zu wenig f├╝r den Lebensunterhalt verdient. Und wenn man in die Rente geht, reicht es nicht, sondern muss zum Sozialamt gehen und wieder braucht es Steuergelder, um die „Grundsicherung“ zu geben.

Fragt jemand danach, ob „gro├č=gut“, „Umsatz=alles“, sich nicht als Wirtschaftsideal l├Ąngst ├╝berholt hat? Oder danach, welche Auswirkungen es hat, wenn absolute Monopolisten ├╝ber alles entscheiden?

Frankreich und Gro├čbritannien sind schon weiter als Deutschland. Dort fehlt jeder Wettbewerb fast vollst├Ąndig – die Konzerne machen, was sie wollen.

Ganz klar wird in Heddesheim nicht ├╝ber europ├Ąische Wirtschaftsm├Ąrkte entschieden. Aber doch f├╝r den Ort und f├╝r eine langfristige Zukunftssicherung und irgendwie auch ein wenig f├╝r andere. Wer nur egoistisch handelt, handelt verantwortungslos. Zukunftssicherung k├Ânnte in der F├Ârderung traditoneller Berufe bestehen und neue zukunftstr├Ąchtige Ansiedlungen f├Ârdern.

Daf├╝r ist ein B├╝rgermeister Kessler aber nicht zu haben. Der hat es gerne gro├č und gerne betoniert. Und m├Âglichst automatisch. Und ohne Widerspruch.

Bürgerbeteiligung ist für ihn wie für einen Mega-Konzern wie Edeka (46 Milliarden Euro Umsatz) ein Greul. Ein gesetzliches Ãœbel, dass man bürokratisch erledigen kann.

Herr Kessler inszeniert die „B├╝rgerbeteiligung“ nur. Er hat kein Herz und keinen Verstand daf├╝r. Es ist l├Ąstige Pflicht, notwendiges ├â┼ôbel, aber niemals eine K├╝r, in der er zeigen wird, dass er wirklich f├╝r seine B├╝rgerinnen und B├╝rger da ist, sie ernst nimmt, sie verstehen will und sich f├╝r deren Willen einsetzt.

B├╝rgeranliegen passen f├╝r ihn dann, wenn es ihm passt. Wenn nicht, dann nicht.

Da muss man sich keine Illussionen machen.

Unterst├╝tzt wird er dabei von Zirkeln, in denen entschieden wird, was gut ist und was nicht.

Gro├če Medien, wie der Mannheimer Morgen, die wirtschaftlich abh├Ąngig von den Anzeigen der gro├čen Konzerne sind, werden den Teufel tun und kritisch berichten – das ist lange vorbei. Donnerstag ist Zahltag – da werben Aldi, Lidl und die anderen Discounter und auch Edeka. Ein falscher Bericht und die Einnahmen sind dahin. ├â┼ôber das Wohlwollen der Zeitung braucht sich deshalb niemand zu wundern.

Schaffen statt streiken: Wie Journalisten der Zeitungskrise entkommen k├Ânnen

Mannheim/Rhein-Neckar, 28. Juni 2011. (red) K├╝rzungen, Arbeitsverdichtungen, Entlassungen – das sind die Schlagw├Ârter, die seit vielen Jahren die Redaktionen deutscher Zeitungsverlage bestimmen. Die Arbeit wird immer unertr├Ąglicher, das Produkt Zeitung immer banaler. Aktuell wird gestreikt, nicht f├╝r „mehr“, sondern f├╝r „nicht noch weniger“. Dabei ist Journalismus ein sch├Âner Beruf, einer, den die meisten aus Leidenschaft ergriffen haben – ohne Idee, dass diese Entscheidung heute „Leiden schafft“. Doch es gibt einen Ausweg: Unternehmerjournalismus.

Von Hardy Prothmann

Ganz ehrlich liebe Redakteure? Wenn ich lese, dass ein Berufseinsteiger mit 3.200 Euro brutto beginnt und nach zehn Jahren bei 4.500 Euro brutto liegt und dann je nach Stellung in der Redaktion noch ein paar tausender drauf gepackt bekommt, kriege ich Tr├Ąnen in den Augen. Denn nach 20 Berufsjahren bin ich weit entfernt von solchen Geh├Ąltern im Vergleich zu einem Zeitungsredakteur. Aber es wird besser.

Ehrlich, transparent, leidenschaftlich

Krise? Na und? Nutzt Eure Chance, sagt Hardy Prothmann Bild: sap

Und ich bin mein eigener Chef, entscheide selbst ├╝ber die Themen, bin ehrlich und transparent sein und „eine Schere im Kopf“ gibt es nicht. Unsere Texte sind so lang wie sie sein m├╝ssen und nicht auf eine feste Zeilenzahl begrenzt. Wir k├Ânnen mit allen Informationen „spielen“ – also experimentieren, wie wir mit unseren Informationen die Menschen am besten erreichen.

Wir sind in engem Kontakt mit unseren Lesern und das macht unsere Angebote aktueller, hintergr├╝ndiger und einfach besser als die unkritische Lobhudel- und Bratwurstberichterstattung, die man t├Ąglich in der Zeitung findet.

Ich habe beim Mannheimer Morgen als freier Mitarbeiter angefangen, habe f├╝r einen Hungerlohn von damals 55 Pfenning (27 Cent) die Zeile geschrieben und ab 1994 f├╝r einigerma├čen ordentliche Honorare f├╝r alle m├Âglichen gr├Â├čeren Medien in ganz Deutschland, habe H├Ârfunk und Fernsehen gemacht. Ich bin Journalist, mein Schwerpunkt war Print.

Das Blog kommt

Seit nunmehr zwei Jahren baue ich mit einem kleinen Team eine Redaktion auf, deren Angebot sich etabliert hat und ein fester Begriff geworden ist: „Das Blog kommt“, sagen die Leute. Oder: „Hab ich im Blog gelesen.“

Mein kleines Team dreht der „gro├čen Zeitung“ h├Ąufig eine Nase – obwohl wir vom Gesamtumfang nicht mithalten k├Ânnen. Das wollen wir auch gar nicht. Den kompletten Mantel (also Politik, Wirtschaft, Sport) kann man besser und aktueller bei Nachrichtenportalen wie Spiegel Online oder Sueddeutsche.de oder, oder, oder lesen.

Aktuell, exklusiv, investigativ

Im Lokalen sind wir aber inhaltlich schon fast gleichwertig im Umfang und h├Ąufig investigativer, aktueller und exklusiver – wir verzichten auf viele Gef├Ąlligkeitsnachrichten, die eine Zeitung aus lauter Verzweiflung ver├Âffentlicht, um die Seiten zu f├╝llen. Das hat mit Journalismus schon lange nichts mehr zu tun.

Unsere Geschichten sind dann fertig, wenn sie fertig sind und nicht, wenn der Andruck beginnt.

Was noch aussteht, ist der wirtschaftliche Erfolg – unser Teammitglieder arbeiten f├╝r kleines Geld, aber mit gro├čer Leidenschaft f├╝r die „Blogs“. Unser Ziel ist nat├╝rlich, anst├Ąndig zu bezahlen – wir k├Ânnen uns aber nicht auf 60 Jahre Lizenzmonopol und Jahrzehnte fettester Gewinne st├╝tzen, sondern m├╝ssen uns bescheiden zeigen und den G├╝rtel eng halten. Und von 35 Stunden k├Ânnen wir nur tr├Ąumen.

Unternehmerjournalismus

Aber wir sind frei. Wir k├Ânnen ├╝ber alles und jeden berichten, sofern das f├╝r die ├ľffentlichkeit interessant ist. Wir k├Ânnen richtigen, echten, leidenschaftlichen Journalismus machen.

├â┼ôberlegt es Euch gut – die Verleger werden Euch zu Tode sparen. Das wisst Ihr. Die Fotografen sind schon am Rande Ihrer M├Âglichkeiten – Euch wird in den n├Ąchsten Jahren dasselbe passieren. Ihr werdet ausgegliedert und m├╝sst die Brocken fressen, die man Euch hinwirft.

Die Alternative ist, selbst Unternehmer zu werden und endlich wieder die journalistische Leidenschaft zu sp├╝ren. Echte Stories zu machen, genau hinzuschauen, kritisch zu berichten und meinungsstark zu kommentieren. Eben die vierte S├Ąule unserer Gesellschaft sein. Das wichtige demokratische Gut der Meinungsfreiheit zu bef├Ârdern.

Verhandelt Abfindungen und gr├╝ndet Eure eigene Redaktion – gerne mit uns zusammen. Ihr m├╝sst ein bis drei Jahre durchhalten, dann werden die Gesch├Ąfte laufen. Wenn viele mitmachen, geht es schneller.

Ihr seid kompetent, kennt Euch aus, habt viele Kontakte und das ist ein wunderbares Kapital, dass Ihr selbst nutzen k├Ânnt, statt Euch von Verlagsmanagern ausnehmen zu lassen.

Wer sich jetzt dazu entscheidet, braucht sicherlich Mut. Aber es wird die richtige Entscheidung sein, denn sp├Ątestens in f├╝nf bis zehn Jahren habt Ihr nichts mehr zu entscheiden. Dann werdet Ihr sicher entlassen.

Andere, vielleicht ich, vielleicht jemand anders, werden es bis dahin geschafft haben, eigene Redaktionen aufzubauen und sie werden Ihre eigenen Chefs sein und Leute besch├Ąftigen. Entlassene Redakteure, die bis zuletzt auf die Zeitung statt auf die Information ├╝bers Internet gesetzt haben, werden garantiert nicht gebraucht werden.

Nutzt Euer Kapital, bevor es wertlos ist

Denn bis dahin kennen sich die neuen Redaktionen auch aus, haben Kontakte und berichten kompetent – Ihr k├Ânnt nichts bieten, was die neue Generation nicht schon hat. Und es werden leidenschaftlicher Macher sein, die mit gefeuerten Angestellten nichts anfangen k├Ânnen. Dann seid Ihr raus aus dem Gesch├Ąft.

Schaut Euch an, wie die WAZ vor kurzem 300 Leute entlassen hat, schaut Euch die K├╝rzungen bei der S├╝ddeutschen an, bei Focus und das elende Schicksal der Frankfurter Rundschau.

Gro├če Chancen gib es aber im Lokalen – da, wo die Menschen leben und jede Geschichte wirklich exklusiv sein kann. Hier ist professioneller Journalismus gefragt, der sich aber gerne neu erfindet, der Teil der Gesellschaft ist, der f├╝r die Menschen da ist.

Willkommen sind leidenschaftliche Journalisten – ob vom MM, der Rhein-Neckar-Zeitung, der Rheinpfalz, der Stuttgarter Zeitung oder woher auch immer. Redaktionelle Strukturen sind vorhanden, die Themen liegern auf der Stra├če – im n├Ąchsten Schritt wird es darum gehen, ausreichende bis gute Ums├Ątze zu generieren. Wenn man sich Aufgaben teilen kann, wird dies schnell m├Âglich sein.

Wer sich daf├╝r interessiert, kann gerne vertraulich Kontakt mit uns aufnehmen und die Chancen und Risiken erfragen. Noch habt Ihr die M├Âglichkeit, selbst zu entscheiden. Nutzt sie. Aber bald.

Der gl├Ąserne Gemeinderat: Ein Leserbrief, den der „MM“ anscheinend nicht bringen will

Heddesheim/Rhein-Neckar, 07. Juni 2011 (red/pm) Glauben Sie immer noch an den Mythos der „objektiven Tageszeitung“? Daran, dass die lokale Monopolzeitung tats├Ąchlich das Spektrum der Meinungen abbildet? Das Pro und Kontra? Vorurteilsfrei handelt? Dann glauben Sie sicherlich auch noch an das Sandm├Ąnnchen. Denn im Prinzip hat die Zeitung diese Rolle ├╝bernommen – Sand zu streuen, auf dass der liebe, zahlende Zeitungs-Abonnent gut vor sich hin d├Ąmmern kann. Der „Morgen bringt schon lange nichts mehr an den Tag“.

Von Hardy Prothmann

Die Heddesheimer ├ľffentlichkeit kennt mich nun mittlerweile ganz gut: In meinem Hauptberuf als engagierter Journalist verantworte ich seit gut zwei Jahren das heddesheimblog.

Hardy Prothmann ist freier Journalist und in Heddesheim Gemeinderat. Bild: sap

Diese Berichterstattung bereichert den Ort – durch Meinungsvielfalt. Statt der gewohnt langweiligen „Hurra-Berichterstattung“ im MM, „alles gut, immer schon gut, morgen auch gut – Berichte“, gibt es spannend recherchierte Themen, umfangreiche Bilderstrecken, offen ausgetragene Kontroversen, tausende von Kommentaren.

Seit gut zwei Jahren gibt es Vielfalt, Hintergr├╝ndiges und ├â┼ôberraschendes im Ort – was hier auf dem „Blog“ dokumentiert wird. Ich verantworte als Journalist die Ver├Âffentlichungen, die hier im heddesheimblog erscheinen. Und ich habe jeden der 4.400 Leserkommentare gelesen, die hier zu rund 1.900 Artikeln ver├Âffentlicht worden sind.

Problem-Berichterstattung

Und es gibt eine fortw├Ąhrende Auseinandersetzung mit der Berichterstattung im Mannheimer Morgen – immer dann, wenn das „n├Âtig“ ist. Was leider h├Ąufig der Fall ist. Vor allem dann, wenn die Zeitung zugesandte Berichte als „eigene redaktionelle Leistung“ verkauft. Immer dann, wenn die Anzeigenabteilung vermutlich die Inhalte der Redaktion bestimmt. Immer dann, wenn die Zeitung nicht nur einseitig berichtet, sondern Informationen unterschl├Ągt.

Als Journalist betreibe ich mit einem engagierten Team ein Netzwerk aus Lokalredaktionen f├╝r die Kommunen Heddesheim, Hirschberg, Ladenburg, Weinheim und Viernheim. Dar├╝ber hinaus f├╝r die Region Rhein-Neckar, arbeite nach wie vor f├╝r andere Medien und habe mit Kollegen vor kurzem das Netzwerk istlokal.de gegr├╝ndet – einen Verband unabh├Ąngiger, lokaljournalistischer Internetangebote.

Bundesweite Beachtung – bundesweite Entwicklung

Bundesweit findet diese Arbeit eine hohe Beachtung. Universit├Ąten, Firmen, Institutionen, die Kirchen laden mich ein, um einen neuen, direkten Journalismus zu erkl├Ąren und dar├╝ber zu diskutieren. Allein ├╝ber das „heddesheimblog“ ist ├╝ber 200 Mal berichtet worden – in der FAZ, bei Spiegel Online, in der SZ, bei evangelisch.de, im DeutschlandRadio. Bundesweit entstehen st├Ąndig neue Angebote ├Ąhnlich dem „heddesheimblog“, die den Monopolzeitungen eigene Recherchen, starke Meinungsbeitr├Ąge, neue Sichtweisen entgegensetzen. Sie alle wollen Meinungsvielfalt und -freiheit bef├Ârdern. Und das ist gut so.

In Heddesheim bin ich seit fast zwei Jahren Gemeinderat. Ebenso wie als Journalist vollkommen unabh├Ąngig. Ich bin ein von B├╝rgern gew├Ąhlter Vertreter von B├╝rgern. Keine Partei-Marionette. Meine ehrenamtliche Funktion vertritt keine Partei, keine Fraktion – nur die B├╝rgerinnen und B├╝rger, mit denen ich in gutem Kontakt stehe. Wenn diese das wollen. Viele wollen das, aber nat├╝rlich nicht alle.

Kritische Auseinandersetzung? Fehlanzeige

In der gesamten Berichterstattungsregion des MM bin ich ein „Exot“. Journalist und Gemeinderat? So was gibt es auch bundesweit selten, ist aber noch kein einziges Mal im „MM“ thematisiert worden. Eigentlich muss und sollte eine Zeitung sich kritisch damit auseinandersetzen. Denn diese Verbindung ist nicht „einfach“ und sollte genau beobachtet werden. Ich leiste das selbstkritisch immer wieder – ein „Blick von au├čen“ w├Ąre mir willkommen.

Tats├Ąchlich hat der Mannheimer Morgen in den vergangenen zwei Jahren nicht eine einzige Frage an mich gestellt. Weder pers├Ânlich durch einen Redakteur, noch per Fax, Brief oder email. Nicht eine. Tats├Ąchlich bin ich aber immer wieder „Teil“ der Berichterstattung – und zwar immer dann, wenn es aus Sicht dieser angeblich objektiven Zeitung „Negatives“ zu berichten gibt.

Tats├Ąchlich vers├Ąumt die Zeitung seit zwei Jahren jeden journalistischen Ehrgeiz, einem unbequemen Zeitgenossen, mal „auf den Zahn zu f├╝hlen“. Meine Positionen im direkten Kontakt zu thematisieren. Stattdessen erg├Âtzt sich die Zeitung geradezu an Kontroversen, die mich immer als Provokateur darstellen und eine Koalition aus „Wackeldackeln“ im Gemeinderat, die alles abnicken, was der B├╝rgermeister Michael Kessler ihnen vorschl├Ągt, als die, die „geschlossen“ gegen „den Prothmann“ auftreten.

Alles wie immer? Wohl kaum.

Wer „der Prothmann“ eigentlich ist, hat der MM nicht ein einziges Mal versucht, herauszufinden. Doch das sollte man als zahlender Zeitungsleser eigentlich erwarten d├╝rfen. Das sollte jeder journalistische Ehrgeiz wissen wollen – nicht so beim „MM“.

Aktuell hat der „MM“ zwei Tage Zeit gehabt, meinen Leserbrief zu ver├Âffentlichen. Das ist nicht geschehen. Warum nicht? Aus „Platzgr├╝nden“? Wohl kaum. Der MM hat erst im Herbst seine Seiten „Rhein-Neckar“ von drei auf sechs erweitert.

Ich bin fast sicher, dass der „MM“ den Leserbrief nicht ver├Âffentlichen wird. Rechtliche Bedenken k├Ânnen keine Rolle spielen – die Verantwortung liegt bei mir. Es geht vielmehr darum, dass der „MM“ von mir als Instrument der politisch-gesellschaftlichen Willensbildung benannt wird. Und als Problem. Auch im Leserbrief. Weil der Zeitung jede F├Ąhigkeit zur Selbstkritik fehlt, ist das nat├╝rlich aus Sicht der Redaktion und ihrer Chefs „unerh├Ârt“.

Deswegen verschweigt die Zeitung das lieber. Denn das kann sie ganz gut – schweigen statt ├Âffentlich machen.

Selektion vs. Objektivit├Ąt=Realit├Ąt

Von einer Zeitung, in der Meinungsvielfalt und ordentlicher Journalismus nicht viel gilt, ist auch kaum eine andere Reaktion zu erwarten. Lustig ist das allemal – denn die „Holzk├Âppe“ (in der Internetbrachne werden Zeitungen „Holzmedien“ genannt) denken tats├Ąchlich, dass alles, was nicht in ihrer Zeitung steht, auch nicht „stattgefunden hat“.

Das hat es aber. Anbei lesen Sie meinen Leserbrief an den „MM“ – wie so oft erfahren Sie aktuell und exklusiv ├╝ber das heddesheimblog davon. Falls der „MM“ den Leserbrief doch noch bringen sollte, ist er eine Information von „Gestern“ – auch das kann Sinn machen, um der „Chronistenpflicht“ nachzukommen.

Falls der „MM“ den Leserbrief, den ich als Gemeinderat, also als ein unabh├Ąngig gew├Ąhlter Vertreter der Heddesheimer Gemeinde geschrieben habe, nicht ver├Âffentlichen sollte, kann sich jeder selbst einen Reim darauf machen, wie tief diese Zeitung gesunken ist. Und wie sehr diese Zeitung jeden journalistischen Anstand verloren hat und sich wohl f├╝hlt als „Verlautbarungsmaschine“ f├╝r B├╝rgermeister, Verbandssprecher und alle, nur nicht f├╝r die Leserinnen und Leser.

Leserbrief zum Kommentar von Frau G├Ârlitz ├╝ber das Thema Edeka am 28. Mai 2011

Sie fragen sich in Ihrem Kommentar am 28. Mai 2011, „warum man dar├╝ber zwei Stunden diskutieren musste?“ „Dar├╝ber“ meint Umbau- und Erweiterungspl├Ąne der Edeka am Standort Heddesheim.

Meinen Sie Ihre Frage ernst? Mal abgesehen davon, dass nicht zwei Stunden diskutiert worden ist, sondern eine Pr├Ąsentation stattgefunden hat, dann Fragen gestellt wurden und dann diskutiert wurde?

Der Gemeinderat hat die Pflicht, sich im Sinne aller B├╝rgerinnen und B├╝rger intensiv mit Bauvorhaben zu befassen und Vor- und Nachteile abzuw├Ągen. Der Gemeinderat hat keinerlei Pflicht, die Interessen von Unternehmen ├╝ber die der B├╝rgerinnen und B├╝rger zu stellen.

Und Journalismus hat die Pflicht, m├Âglichst genau und zutreffend zu berichten.

Leider kommen Teile des Gemeinderats und der Mannheimer Morgen diesen Pflichten nicht nach.

Ihre Berichterstattung ist nicht zutreffend. Edeka hat keineswegs von sich aus „prompt eine weitere B├╝rgerbeteiligung angeboten“. Erst durch die von den Gr├╝nen Gemeinder├Ąten und mir angef├╝hrte Diskussion ist dieses „Angebot“ entstanden, das allerdings unter den M├Âglichkeiten einer umfangreichen B├╝rgerbeteiligung bleibt.

Insgesamt vier Mal musste ich dazu meinen Antrag formulieren, eine m├Âglichst umfassende B├╝rgerbeteiligung vorzunehmen – kein Wort davon in Ihrem Bericht. Dieser Antrag sollte ebenso wie der ├Ąhnliche Antrag des Kollegen Reiner Edinger (Gr├╝ne) vor dem FDP-Antrag „auf eine beschleunigte Beratung zu einem Aufstellungsbeschluss“ beschlossen werden.

Beide erweiterten Antr├Ąge hat B├╝rgermeister Michael Kessler als solche nicht anerkannt und eine Ablehnung empfohlen, f├╝r die sich die Mehrheit im Gemeinderat dann auch ausgesprochen hat.

Eine B├╝rgerbeteiligung ist keineswegs so l├Ącherlich, wie Sie das in Ihrer Berichterstattung darstellen, „man hat ja mitreden d├╝rfen“. Sie dient dem Vorbringen von Sorgen und Bedenken, aber auch von Ideen und Sachverstand, die ein Projekt positiv beeinflussen k├Ânnen. Und vor allem dient sie dem sozialen und politischen Frieden. Der ist im Ort dank der sturen Hau-durch-Haltung des B├╝rgermeisters und der Mehrheit im Gemeinderat in Heddesheim dahin.

Das von Ihnen geschilderte Bedrohungsszenario ist journalistischer „Unfug“. Edeka hat erst vor wenigen Jahren in das Tiefk├╝hl- und Frischelager investiert und die hohe Attraktivit├Ąt des Standorts betont. Es w├Ąre „├Âkonomischer Unfug“ diesen in naher Zukunft komplett aufzugeben, nur weil man m├Âglicherweise kein Getr├Ąnkelager bekommt.

2009 argumentierten die „Pfenning“-Bef├╝rworter, man m├╝sse den Wegfall der „250 Fleischwerk-Arbeitspl├Ątze“ kompensieren. Durch „Pfenning“ sollen angeblich 1.000 Arbeitspl├Ątze entstehen, also eine Kompensation plus 750 weiteren Arbeitsstellen. Jetzt wird wieder argumentiert, durch das Getr├Ąnkelager w├╝rden die Arbeitspl├Ątze kompensiert. B├╝rgermeister Kessler und Teile des Gemeinderats kannten bereits seit 2007 die Erweiterungspl├Ąne – wer eins und eins zusammenz├Ąhlen kann, wei├č, dass die Heddesheimer B├╝rgerschaft konsequent hinters Licht gef├╝hrt wird – unterst├╝tzt durch eine selektive Berichterstattung dieser Zeitung.

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist freier Journalist und verantwortlich f├╝r das heddesheimblog. Er ist au├čerdem Gemeinderat in Heddesheim und hat bei der Kommunalwahl 2009 auf Listenplatz 11 der FDP-Liste als unabh├Ąngiger Kandidat diese Liste mit einem Vorsprung von 20 Prozent zum FDP-Vorsitzenden Frank Hasselbring gewonnen. Seither nimmt er als partei- und fraktionsfreier Gemeinderat die unabh├Ąngigste Position im Gemeinderat ein. Die Funktion als Gemeinderat beschneidet ihn enorm in seiner Funktion als Journalist. Als Journalist ist er an „Ver├Âffentlichung“ f├╝r die Allgemeinheit interessiert – als Gemeinderat ist er in Teilen einer Verschwiegenheit verpflichtet, die seinen Brotberuf als Journalist behindert.

Vorentscheidung f├╝r Edeka-Erweiterung getroffen – Kunstrasen f├╝r Fortuna fr├╝hestens 2012

Guten Tag!

Heddesheim, 26. Mai 2011. (red) Der FDP-Gemeinderat Frank Hasselbring hat in der heutigen Sitzung einen Antrag eingebracht, dass noch vor der Sommerpause ├╝ber einen Aufstellungsbeschluss f├╝r die Edeka-Erweiterung beraten werden solle. Mit 15 Stimmen wurde dieser Antrag angenommen. Der Antrag des partei- und fraktionslosen Gemeinderats Hardy Prothmann hingegen, vor eine solche Beratung eine umfangreiche B├╝rgerbeteiligung zu stellen, wurde von der Mehrheit aus CDU, SPD, FDP und B├╝rgermeister Kessler klar abgelehnt. [Weiterlesen…]

Regierungspr├Ąsidium Karlsruhe genehmigt „Pfenning“- Gleisanschluss

Heddesheim/Karlsruhe, 24. Mai 2011. (red/pm) Das Regierungspr├Ąsidium Karlsruhe hat heute per Pressemitteilung die Genehmigung eines Schnienenanschluss f├╝r das geplante Logistikzentrum der Firma Phoenix 2010 GbR ├Âffentlich gemacht.

Information des Regierungspr├Ąsidiums Karlsruhe:

„Das Regierungspr├Ąsidium Karlsruhe hat jetzt in seiner Zust├Ąndigkeit als Planfeststellungsbeh├Ârde den Planfeststellungsbeschluss f├╝r den Bau eines Gleisanschlusses (Anschlussbahn) f├╝r den Neubau eines zentralen Logistikstandorts in der Gemeinde Heddesheim erlassen. Das auf Antrag der Firma Phoenix genehmigte Vorhaben erstreckt sich auf einer L├Ąnge von etwa 1,8 Kilometer.

Um was geht es?

Das antragstellende Unternehmen beabsichtigt, in Heddesheim ein Logistikzentrum mit Gleisanschluss zu errichten. Den dazu erforderlichen Bebauungsplan hat die Gemeinde im November 2010 aufgestellt, der auch eine Fl├Ąche f├╝r den Gleisanschluss vorsieht. Mit seiner Hilfe sollen in gr├Â├čerem Umfang G├╝terverkehr von der Stra├če auf die Schiene verlagert werden. Regierungspr├Ąsident Dr. Rudolf K├╝hner: „Die Ma├čnahme steht damit in Einklang mit den landesplanerischen Zielen, zur Vermeidung von Umweltbelastungen vorrangig den Schieneng├╝terverkehr auch durch Erhalt und Ausbau von Gleisanschl├╝ssen zu f├Ârdern. Die Verlagerung von G├╝terverkehr sch├╝tzt die Umwelt“.

Die Anschlussbahn beginnt im Bereich des Bahnhofs Heddesheim/Hirschberg der DB-Strecke Frankfurt/M. – Heidelberg. Dort wird eine Anschlussweiche eingebaut. ├â┼ôber eine weitere Weiche l├Ąuft das Anschlussgleis (Rangiergleis) weitgehend parallel zur Autobahn A 5 etwa 400 Meter in Richtung Norden. In westlicher Richtung von der Anschlussweiche, im Bereich der geplanten Lagerhalle, liegen nebeneinander drei Gleise. Es handelt sich um das Ladegleis sowie um zwei Umfahrungsgleise. Diese Gleise verlaufen parallel zur Benzstra├če und enden etwa 60 Meter vor dem Brunnenweg. Im Zuge der Ma├čnahme werden auch drei Bahn├╝berg├Ąnge neu angelegt. Dadurch wird im Wesentlichen sichergestellt, dass die bestehende Radverbindung von Hirschberg nach Heddesheim nicht beeintr├Ąchtigt wird. Schlie├člich sind zum Ausgleich des mit dem Streckenausbau verbundenen Eingriffs in Natur und Landschaft auch landschaftspflegerische Ma├čnahmen vorgesehen.

Bisheriger Verfahrensablauf:

Das Planfeststellungsverfahren wurde vom Regierungspr├Ąsidium im September 2010 eingeleitet. Auf die Offenlage der Planunterlagen und die Anh├Ârung der Tr├Ąger ├Âffentlicher Belange gingen insgesamt zwei private Einwendungen und 31 Stellungnahmen von Tr├Ągern ├Âffentlicher Belange, Verb├Ąnden sowie weiteren Stellen ein. Die Einwendungen und Stellungnahmen wurden Anfang Dezember 2010 im Rahmen eines Er├Ârterungstermins behandelt. Aufgrund der dort vorgetragenen Einwendungen und Forderungen hat das Unternehmen die Planunterlagen ├╝berarbeitet und ├âÔÇ×nderungen vorgenommen. Im Wesentlichen wurde dabei das Entw├Ąsserungskonzept optimiert und aktuellen Standards angepasst.

Im Planfeststellungsbeschluss mussten unterschiedlichste Belange beachtet und untereinander abgewogen werden. Schwerpunkte waren dabei m├Âgliche Beeintr├Ąchtigungen durch L├Ąrm, ├â┼ôberlastung der DB-Strecke sowie St├Ârung und Vergr├Ąmung des Feldhamsters.

Die Planfeststellungsbeh├Ârde hat eine Reihe von Auflagen wie ein Nachtfahrverbot und Geschwindigkeitsbegrenzungen auf dem Gleisanschluss erlassen, um dem L├Ąrmschutzinteresse ausreichend Rechnung zu tragen.

Insbesondere der Naturschutzbund bef├╝rchtet erhebliche negative Auswirkungen auf den Lebensraum des Feldhamsters. Das gesamte Plangebiet wurde im Zuge der Planungen und des Verfahrens mehrfach von Experten auf Hamstervorkommen untersucht. Aktuell genutzte Hamsterbauten konnten dabei nicht festgestellt werden. Dennoch wurden vorsorgliche Ausgleichsma├čnahmen empfohlen. Sie bestehen im Wesentlichen in der Bereitstellung und Pflege einer artgerecht ausgestalteten Ersatzfl├Ąche. Obwohl der Gleisanschluss als solcher keinen wesentlichen negativen Einfluss auf die vorhandenen Arten hat, hat die Planfeststellungsbeh├Ârde diese Empfehlung im Planfeststellungsbeschluss aufgegriffen und den Beginn der Gleisbauarbeiten von einem Nachweis ├╝ber die vorgezogenen Ausgleichsma├čnahmen abh├Ąngig gemacht.“

Weiteres Vorgehen:

Der Planfeststellungsbeschluss liegt in der Zeit vom 1. Juni 2011 bis zum 15. Juni 2011 im Rathaus Heddesheim, Fritz-Kessler-Platz, B├╝rgerservice (Erdgeschoss) w├Ąhrend der allgemeinen Dienststunden f├╝r jedermann zur Einsichtnahme aus.“

Download:
Die Planfeststellung (126 Seiten) k├Ânnen Sie schon heute hier downloaden.

Gl├Ąserner Gemeinderat: Werden die B├╝rger zu Edeka gefragt oder vor vollendete Tatsachen gestellt?

Guten Tag!

Heddesheim, 11. Mai 2011 (red) Der Mannheimer Morgen berichtet heute dar├╝ber, dass die „Gr├╝nen“ die B├╝rger mitentscheiden lassen wollen. ├â┼ôber die von Edeka geplante Erweiterung des Gel├Ąndes im Gewerbegebiet. Die Berichterstattung ist wie gewohnt nicht b├╝rgernah, sondern „theoretisch“. Oder anders gesagt: Beim MM glaubt man nicht dran, denn einer Monopolzeitung ist „B├╝rgerbeteiligung“ vermutlich grunds├Ątzlich „suspekt“. Abgesehen davon wird man „B├╝rgerbeteiligung“ in Heddesheim an drei Dingen festmachen m├╝ssen. 1. Gr├╝ne-SPD setzen sich daf├╝r ein, 2. CDU und FDP und B├╝rgermeister verhindern das nicht und 3. B├╝rgerinnen und B├╝rger nutzen die Chance.

Von Hardy Prothmann

B├╝rgerbeteiligung ist ein weites Feld. Keiner kann genau definieren, was das ist.

Erzkonservative Kreise sagen, B├╝rgerbeteiligung ist es, w├Ąhlen zu gehen. Die gew├Ąhlten „Repr├Ąsentanten“ entscheiden dann im „Auftrag“ der B├╝rger – ob die wollen oder nicht. Wer das so nicht will, kann ja das n├Ąchste Mal anders w├Ąhlen.

Das ist eingetreten. Vielmehr, die Sensation, dass das tats├Ąchlich nicht nur „theoretisch“, sondern ganz praktisch m├Âglich ist. Tatsache geworden ist. Auch wenn Schwarz-Gelb das oft noch nicht realisiert haben. Sie wurden abgew├Ąhlt. Gr├╝n-Rot stellt die neue Landesregierung.

Politik des „Geh├Ârt-werdens“

Die neue Regierung hat sich laut dem neuen Ministerpr├Ąsidenten Winfried Kretschmann einer Politik des „Geh├Ârt-werdens“ verschrieben. B├╝rger sollen vor Entscheidungen beteiligt werden.

Hardy Prothmann ist Journalist und setzt sich f├╝r Transparenz ein - auch ehrenamtlich als Gemeinderat. Bild: sap

Im vom harten Disput ├╝ber „Pfenning“ bestimmten Heddesheim steht eine weitere Entscheidung an, die fast so „gro├č“ wie „Pfenning“ ist. Wenn die Edeka ihre Pl├Ąne realisieren kann, wird das Projekt fast so umfangreich sein, wie „Pfenning“. Statt 100.000 Quadratmeter Hallen, werden es 85.000 Quadratmeter sein. Das ist nicht wirklich viel kleiner.

Der MM berichtet heute dar├╝ber, dass der Gemeinderat mit zwei-Drittel-Mehrheit beschlie├čen „k├Ânnte“, dass die B├╝rger beteiligt werden. Und dass die B├╝rger im Vorfeld per B├╝rgerentscheid ├╝ber den „Grundsatz“ dar├╝ber entscheiden k├Ânnten.

Die H├╝rden des Quorums nennt der MM hingegen nicht. Und auch nicht die Tatsache, dass aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen bis heute kein einziges Mal ein solcher B├╝rgerentscheid in Baden-W├╝rttemberg m├Âglich war.

Die neue Landesregierung will das ├Ąndern – ob ihr das gelingt, steht in den Sternen.

Tatsache ist, dass es keine M├Âglichkeit f├╝r eine „B├╝rgerbeteiligung“ im Vorfeld mehr gibt, wenn der Gemeinderat f├╝r die Edeka-Pl├Ąne einen Aufstellungsbeschluss fasst.

Denn ein Aufstellungsbeschluss ist der Beginn einer „Bauleitplanung“ und der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim hat dagegen keine B├╝rgerbescheide zugelassen – bis jemand gegen dieses Urteil klagt, was noch nicht passiert ist.

Konkret hei├čt das, dass, sobald der Heddesheimer Gemeinderat einen Aufstellungsbeschluss verabschiedet, jegliche „B├╝rgerbeteiligung“ im Sinne eines Votums „Daf├╝r oder Dagegen“ nicht mehr m├Âglich ist. Weder durch zwei-Drittel-Mehrheitsbeschluss im Gemeinderat, noch durch ein Quorum.

Umgekehrt hei├čt das – solange der Gemeinderat das nicht beschlie├čt und den B├╝rgerinnen und B├╝rgern ausreichend Gelegenheit gibt, eine Haltung zu finden und einen B├╝rgerentscheid anzustreben, ist noch nichts entschieden.

Beteiligt die B├╝rger!

Konkret hei├čt das, dass im Sinne eines fairen Verfahrens (anders als bei „Pfenning“), der Gemeinderat Heddesheims m├Âglichst bald eine „grunds├Ątzliche“ Position beziehen sollte, an der sich die B├╝rgerinnen und B├╝rger orientieren k├Ânnen.

Danach sollte man den B├╝rgerinnen und B├╝rgern ausreichend Zeit lassen, selbst eine Entscheidung zu finden und einen B├╝rgerentscheid zu organisieren.

Mindestens drei Monate sind eine knappe, aber doch „b├╝rgerorientierte“ Zeit, um nicht-organisierten B├╝rgerinnen und B├╝rgern eine Entscheidungsfindung zu erm├Âglichen. Sowie sich zu organisieren.

Sollte sich eine „Organisation“ abzeichnen, sollte ein moderner Gemeinderat bei „Zeitdruck“ auch noch etwas Geduld haben und einem wahrscheinlichen „B├╝rgerentscheid“ demokratisch entgegen sehen und diese Form der „B├╝rgerbeteiligung“ aktiv unterst├╝tzen.

B├╝rgerbeteiligung ist der beste „Stresstest“

Warum? Ganz einfach. In Bayern wird so gut wie jedes gr├Â├čere Projekt per „B├╝rgerentscheid“ genau unter diesen Bedingungen entschieden. Ist die Mehrheit daf├╝r, wird gebaut – ist sie dagegen, wird nicht gebaut.

Die meisten Projekte werden gebaut und die wenigen, die nicht gebaut werden, sollten das wahrscheinlich auch nicht. Der Stresstest kommt vorher und nicht hinterher wie bei Stuttgart21.

Die Bayern k├Ânnen den Baden-W├╝rttembergern ein Vorbild sein. Entschieden ist entschieden und der politische Friede sehr viel gr├Â├čer.

In Heddesheim haben die Gr├╝nen zu „Pfenning“ den Aufstellungsbeschluss mitgetragen. Vermutlich, weil sie sich der Konsequenzen nicht bewusst waren. Erstens des B├╝rgerprotestes, zweitens der Verbindlichkeit.

Ein Patt hei├čt Nein.

Die „Restm├Âglichkeit“ war eine B├╝rgerbefragung – mit einer 0,65 Prozentpunktemehrheit oder 40 Stimmen „f├╝r“ Pfenning. Also eine „Pro“-Entscheidung gegen die H├Ąlfte des Ortes. CDU, SPD und FDP haben dies mehrheitlich als „Zustimmung“ gewertet, ebenso B├╝rgermeister Michael Kessler.

Ein „Patt“ im Gemeinderat ist nach der Gemeindeordnung automatisch eine Ablehnung. Ob weniger als 1 Prozent tats├Ąchlich eine Mehrheit ist und kein Patt, m├╝ssen die Bef├╝rworter vertreten.

Beim neuen Fall „Edeka“ k├Ânnen CDU, SPD, FDP und B├╝rgermeister Kessler zeigen, ob sie grunds├Ątzlich und tats├Ąchlich an B├╝rgerbeteiligung interessiert sind.

Wenn ja, bringt der B├╝rgermeister die gew├╝nschte Erweiterung bald in den Gemeinderat ein und stellt das Projekt zur offenen Debatte – ausdr├╝cklich ohne Beschlussfassung.

Wenn ja, wird das Unternehmen Edeka aufgefordert, die Bev├Âlkerung umfassend ├╝ber das Projekt zu informieren. Ein „Info“-Abend ist sicherlich nicht ausreichend.

Wenn ja, wird im Gemeinderat ├╝ber die Entwicklung beraten – immer noch ohne Beschluss.

Wenn ja, wird den B├╝rgerinnen und B├╝rgern auch der Ferienmonat August noch „positiv“ eingerechnet und mindestens bis einschlie├člich September beraten werden.

Im Oktober 2011 k├Ânnte es dann nach diesen umfangreichen Beratungen zu einem Aufstellungsbeschluss, gegen den kein B├╝rgerentscheid nach der aktuellen Rechtsauffassung mehr m├Âglich ist, kommen.

Das w├Ąre ein Verfahren, dass B├╝rgerbeteiligung m├Âglich macht und sehr zu begr├╝├čen.

Beteiligung ist ein Gewinn – auch f├╝r die „Repr├Ąsentanten“.

Gewinnen w├╝rden alle: Die Politik und das Unternehmen, weil sie den B├╝rgerinnen und B├╝rgern die M├Âglichkeit der Teilnahme tats├Ąchlich gegeben h├Ątten. Und die B├╝rgerinnen und B├╝rger, weil sie einen Handlungsspielraum h├Ątten ausf├╝llen k├Ânnen.

Ob die B├╝rgerinnen und B├╝rger das tun, ist nicht entscheidend. Entscheidend ist, ob sie die M├Âglichkeit erhalten.

Es bleibt abzuwarten, ob diese „Theorie“ auch praktisch m├Âglich ist.

Angesichts des „Pfenning“-Desasters ist das wenig wahrscheinlich.

Es gibt einen Spruch: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Mal schauen, ob die Hoffnung stirbt oder neu belebt wird.

Soviel steht fest: CDU, SPD, FDP und B├╝rgermeister Michael Kessler haben sich dazu bislang nicht ge├Ąu├čert und keinen konstruktiven Vorschlag gemacht.

Alles schon entschieden?

Manche vermuten, weil bereits alles entschieden worden ist und eine B├╝rgerbeteiligung nicht gew├╝nscht oder sogar abgelehnt wird.

Man wird sehen, ob diese Vermutungen richtig sind oder nicht.

Und jeder kann sich selbst seine Meinung dar├╝ber bilden.

Und sp├Ątestens bei der n├Ąchsten Wahl zumindest ├╝ber sein Kreuz entscheiden, ob er anders w├Ąhlen will.

Von den Gr├╝nen ist zu erwarten, dass sie f├╝r das Ziel einer B├╝rgerbeteiligung k├Ąmpfen und aktiv informieren, wie das m├Âglich ist. Auch die SPD ist als Teil der Landesregierung hier in besonderer Verantwortung gefragt.

Beide Parteifraktionen haben in Heddesheim „theoretisch“ die Mehrheit. Die Gr├╝nen haben sechs Sitze, die SPD f├╝nf. Macht elf Sitze. Die Mehrheit im 23-k├Âpfigen Gemeinderat sind 12 Stimmen.

Meine 12. Stimme f├╝r B├╝rgerbeteiligung und ein transparentes Verfahren ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Und zwar eindeutig nicht „gegen“ die Edeka, sondern f├╝r eine Beteiligung der B├╝rgerinnen und B├╝rger.

Info:
Hardy Prothmann ist verantwortlich f├╝r das heddesheimblog. 2009 w├Ąhlten ihn B├╝rgerinnen und B├╝rger als freien Kandidaten zum Gemeinderat auf der Liste der FDP. Nach der Wahl hat sich Hardy Prothmann entschieden, der FDP-Fraktion nicht anzugeh├Âren. Der Grund war einfach: Das pers├Ânliche Wahlversprechen war, mehr Transparenz und B├╝rgerbeteiligung einzubringen. Mit den Gemeinder├Ąten Frank Hasselbring und Ingrid Kemmet war dar├╝ber ├╝berhaupt keine Einigung zu erzielen.

Als einziger parteipolitisch-unabh├Ąngiger Gemeinderat stimmt er sowohl f├╝r oder gegen Antr├Ąge der „Fraktionen“ – aber immer nur seinem Gewissen unterworfen. So, wie es die Gemeindeordnung vorsieht.

Gleichzeitig gibt es einen fortw├Ąhrenden „Interessenkonflikt“. Als Journalist ist er der ├ľffentlichkeit verpflichtet – als Gemeinderat wird er gezwungen, eine „nicht-├Âffentliche Verschwiegenheitsverpflichtung“ zu wahren.

Im Vorfeld der vergangenen „nicht-├Âffentlichen“ Sitzung hat er B├╝rgermeister Michael Kessler dar├╝ber informiert, dass er sich f├╝r „befangen“ erkl├Ąrt, weil er nicht h├Âren oder wissen wollte, was „nicht-├Âffentlich“ in Sachen „Edeka“ beraten wird, da er als Journalist f├╝r die ├ľffentlichkeit ├╝ber eine vermutlich enorme Unternehmensentscheidung berichten muss.

B├╝rgermeister Michael Kessler lie├č keinen Zweifel daran, was er davon h├Ąlt: Er drohte dem freien Gemeinderat Hardy Prothmann eine R├╝ge und ein „betontes“ Ordnungsgeld an, wenn er an der bevorstehenden Sitzung nicht teilnehmen w├╝rde. Ein Ordnungsgeld kann bis zur H├Âhe von 1.000 Euro „verh├Ąngt“ werden.

Hardy Prothmann hat daraufhin an der Sitzung teilgenommen und war damit automatisch zur Verschwiegenheit verpflichtet – bei Androhung von R├╝ge und Ordnungsgeld.

B├╝rgermeister Michael Kessler hat damit erneut unter Beweis gestellt, dass er an einer transparenten Politik f├╝r die B├╝rgerinnen und B├╝rger in Heddesheim ├╝berhaupt nicht interessiert ist.

Gegen die Entscheidung, dass Bürgermeister Michael Kessler alleine entschieden hat, dass der Gemeinderat Hardy Prothmann in der Sache befangen ist, wurde durch Hardy Prothmann eine Beschwerde beim Kommunalrechtsamt eingelegt. Der Grund: Ãœber die Befangenheit eines Gemeinderats entscheidet nicht der Bürgermeister, sondern der Gemeinderat.

Wir werden das Ergebnis der Bewertung des Kommunalrechtsamts gewohnt transparent darstellen. Ebenso den Konflikt, in dem sich ein Journalist befindet, der ein Ehrenamt angenommen hat, das seinen Beruf behindert und ein fortw├Ąhrendes Dilemma erzeugt – zwischen Transparenz und Verschwiegenheitsverpflichtung.

Aufruf: Besorgen Sie sich bitte den Mannheimer Morgen von heute

Guten Tag!

Heddesheim, 06. Mai 2011. (red) Unser Verh├Ąltnis zum Mannheimer Morgen ist – sagen wir mal, nicht optimal. Trotzdem bitten wir alle politisch interessierten Menschen, sich ein Exemplar der heutigen Ausgabe zu kaufen – oder irgendwie anders zu besorgen. Und die Berichte ├╝ber die Edeka-Erweitung genau zu lesen und mit unseren Berichten zu vergleichen. Denn wer sich eine Meinung bilden will, ist gut beraten, mehr als eine Informationsquelle zu benutzen.

Von Hardy Prothmann

Die MM-Redakteurin Anja G├Ârlitz hat bekanntlich eine Abmahnung gegen mich angestrebt, weil ich im Februar 2010 einen Text ├╝ber das „Drama der journalistischen Prostitution“ geschrieben habe, durch den sich Frau G├Ârlitz in ihrer beruflichen Ehre besch├Ądigt gesehen hat.

Das Mannheimer Landgericht ist der Argumentation gefolgt und hat ohne Anh├Ârung eine „Einstweilige Verf├╝gung“ gegen mich erlassen. Diese habe ich durch meine Anw├Ąlte akzeptieren lassen, um weitere Prozesskosten f├╝r diesen einen Kommentar – ├╝ber die angefallenen rund 5.000 Euro hinaus – zu vermeiden. Teile dieses Textes, der sich den „Abh├Ąngigkeiten“ und „Verbindungen“ zwischen „Journalismus“ und „Funktionstr├Ągern“ in zugespitzter Form gewidmet hat, darf ich deshalb bei Androhung von Ordnungshaft von bis zu sechs Monaten oder Ordnungsstrafe von bis zu 250.000 Euro nicht wiederholen.

Au├čer ich prozessiere gegen diese Entscheidung – das k├Ânnte im Fall einer „Niederlage“ nochmals 10-15.000 Euro kosten. Mein Anw├Ąlte meinen, die Chancen stehen 50:50, diesen Prozess zu gewinnen oder zu verlieren. H├Ątte ich das Geld „├╝ber“, w├╝rde ich es sehr gerne drauf ankommen lassen. Tats├Ąchlich investiere ich es lieber in die t├Ągliche Arbeit. In journalistische Information.

Das heddesheimblog ist vor etwa zwei Jahren entstanden. Der erste Text wurde am 28. April 2009 ver├Âffentlicht: „Alles gut oder alles schlecht mit Pfenning in Heddesheim?„.

Dieser Text wurde eine Woche nach der „Pr├Ąsentation“ der geplanten „Pfenning-Ansiedlung“ am 21. April 2009 im B├╝rgerhaus verfasst. Dort habe ich mich als B├╝rger informiert und beschlossen, als Journalist dieses Bauvorhaben zu „pr├╝fen“. Ich hatte diese „B├╝rgerinformation“ als „Farce“ empfunden. Also habe ich recherchiert. Und das tue ich aktuell wieder.

Soviel vorab: Edeka ist ein „bedeutendes Unternehmen“. Aber Edeka ist nicht „sakrosant“ und wird sich einer kritischen Pr├╝fung stellen m├╝ssen.

Der zweite Text ist am 29. April 2009 unter der Schlagzeile „Was hei├čt bedeutend?“ erschienen und folgte der ersten journalistischen Tugend – nicht einfach zu glauben, was einem gesagt wird, sondern sich in Kenntnis zu setzen, viele Quellen zu pr├╝fen, sich zu informieren.

Im Archiv des Mannheimer Morgens hatte ich zum Unternehmen „Pfenning“ aus den Jahren 2000-2003 Artikel gefunden – ausschlie├člich negative Berichte ├╝ber dieses „heimatverbundene Traditionsunternehmen“.

Gleiches Spiel. Gef├Ąlligkeitsberichterstattung. Recherche findet nicht statt. Anja G├Ârlitz nennt B├╝rgermeister Michael Kessler das "Ortsoberhaupt" und folgt "willig" seinen Aussagen. Und zeigt damit, dass sie die grunds├Ątzliche Verfassung einer Gemeinde nicht verstanden hat. Der Gemeinderat ist das oberste Gremium der Kommune, nicht der B├╝rgermeister. Quelle: MM

Am 05. Februar 2009 spielten diese Berichte im MM keine Rolle, auch sp├Ąter nicht.├é┬áIm MM stand: „Sie sehen einen rundum gl├╝cklichen B├╝rgermeister.“ Der Heddesheimer B├╝rgermeister war Michael Kessler war laut MM stolz, „so ein gro├čes und bedeutendes mittelst├Ąndiges Familienunternehmen f├╝r Heddesheim gewonnen zu haben.“

Bis heute hat dieser B├╝rgermeister die „gro├čen und bedeutenden“ negativen Fakten aus der „Geschichte“ dieses Unternehmens nicht zur Kenntnis genommen.

Bis heute hat der MM nicht einmal die eigene Berichterstattung zitiert.

Diese Informationen, die mir nur ├╝ber einen bezahlten Zugang zur Verf├╝gung standen, h├Ątte Frau G├Ârlitz im eigenen Unternehmen nutzen k├Ânnen. Ob sie das nicht wusste oder nicht wollte, wei├č ich nicht. Ihre Berichterstattung nahm jedenfalls keinen Bezug darauf und auch sp├Ąter war dies nicht feststellbar. Die Jubelberichterstattung hingegen ging fort.

Heute erinnert diese „Journalistin“ an den „gl├╝cklichen B├╝rgermeister“, denn sie damals selbst so inszeniert hat und stellt infrage, „ob B├╝rgermeister Kessler an seine Aussage „m├Âglicherweise nicht so gerne erinnert“ werden „m├Âchte“.

Warum hat Frau G├Ârlitz, die doch einen „exklusiven Zugang“ zu diesem Mann hat, den B├╝rgermeister nicht gefragt?

Die Frage ist eine Scheinfrage. Denn das ist das Problem des MM, der Frau G├Ârlitz und einem „Monopol“-Journalismus, der l├Ąngst nicht mehr unabh├Ąngig arbeitet und informiert.

Und der MM ist unter Druck. Durch unsere Berichterstattung und durch die der vielen Kommentatoren, die mit eigenen Gedanken und Hinweisen das „Deutungsmonopol“ der Zeitung unter Druck setzen. Denn es gibt dank des Internets jede Menge M├Âglichkeiten, behauptete „Fakten“ zu ├╝berpr├╝fen.

Wenn Sie neu bei uns sind, empfehlen wir Ihnen die Berichte der vergangenen Tage zu Edeka bei uns und im MM. Vergleichen Sie. Schauen Sie aufs Datum. Wann hat wer was wie berichtet? Wenn Sie uns schon l├Ąnger lesen, wissen Sie, dass die Berichterstattung im MM und unsere sich teils enorm unterscheiden.

Einige Fakten sind oft ├Ąhnlich, aber in der Aussage, in der Einordnung oft grundverschieden. Und wir bieten meist mehr Fakten, die der MM nicht recherchiert hat, oder schlimmer: Offensichtlich nicht nennen will. Warum? Die Antwort ist ganz einfach.

2009 ist anders als 2011 - der MM kann sich die Gef├Ąlligkeitsberichte wie diese nicht mehr leisten. Quelle: MM

Wir berichten unabh├Ąngig und kritisch. Der MM berichtet anders als wir. Das Urteil, wer umf├Ąnglicher, hintergr├╝ndiger, ehrlicher, genauer, meinungsst├Ąrker berichtet, ├╝berlassen wir ihnen.

Machen Sie sich selbst ein Bild. Pr├╝fen Sie die angebotenen Informationen.

Unsere Berichterstattung ist sicher nicht fehlerfrei. Das ist keine Berichterstattung jemals. Aber wir geben uns M├╝he, aufrichtig, faktentreu und wahrhaftig zu berichten. Transparenz ist f├╝r uns deshalb Pflicht. Wir verweisen auf den MM und stellen uns dem Vergleich. Der MM tut bis heute so, als g├Ąbe es das heddesheimblog nicht. Warum wohl?

Unser Ziel ist der journalistische Wettbewerb. Gegen├╝ber den „etablierten“ Medien haben wir oft „L├╝cken“, weil unsere Mannschaft klein ist, unser Medium jung, die Finanzen bescheiden sind und an eine „Vollversorgung“ k├Ânnen wir nur im „Traum“ denken. Auch ein MM bietet das nicht, tut aber so, als t├Ąte er das. Wir hingegen haben Mut zur L├╝cke und geben uns alle M├╝he, jede L├╝cke zu schlie├čen.

Tats├Ąchlich sind wir aber schon jetzt oft schneller als die „Platzhirsche“. Das ist aber nicht unser Ziel. Wir wollen nicht schneller, sondern „besser“ sein. Besser hei├čt: Wir machen keine liebedienerische Hofberichterstattung. Wir biedern uns nicht an. Wir schreiben niemanden nach dem Mund. Wir berichten aufrichtig.

Wir sind kritisch. Wir pr├╝fen. Wir beobachten. Wir sind lieber langsamer, als ein „Thema abzufr├╝hst├╝cken“ und bieten lieber eine Analyse als eine Terminberichterstattung und „gef├Ąllige“ Darstellungen.

Besorgen Sie sich den MM von heute. Vergleichen Sie unsere Informationen mit denen in der Zeitung. Bilden Sie sich Ihre Meinung. Stellen sie infrage, ob diese Aussage stimmt:

"Meinungs├Ąu├čerung" vom MM. Ist das so? Seien Sie kritisch. Quelle: MM

Das heddesheimblog ist das einzige Medium vor Ort, dass sich mit allen „Kr├Ąften“ kritisch auseinandersetzt. Nicht nur der B├╝rgermeister redet deswegen kein Wort mehr mit uns. Auch die „IG neinzupfenning“ nicht. Auch die CDU nicht. Die SPD nicht. Die FDP nicht. Die AWO nicht. Die TG nicht. Verschiedene Gewerbetreibende nicht.

Weil wir so b├Âse sind? Kann sein. Nur komisch, dass dieses „Ph├Ąnomen“ ├╝berwiegend in Heddesheim stattfindet. In anderen Orten ist das nicht so. Was ist in Heddesheim anders? Es gibt hier vielf├Ąltige, „enge“ Verbindungen und Verflechtungen.

Alle genannten „Protagonisten“ haben wir kritisch begleitet. Und Kritik konnte kaum einer in diesen undemokratischen Zirkeln vertragen. Auch die Gr├╝nen haben sich schwer getan, sind aber offener und dialogbereiter und trotz „Kontroversen“ mit unserer Redaktion im guten Kontakt.

Trotz aller „Schwierigkeiten“ haben wir oft die besten Nachrichten, die besten Fakten, die besten Analysen. Warum? Ganz einfach: Wegen unserer Leserinnen und Leser (die auch Teil der CDU, der SPD, der TG, usw. sind). Die informieren uns aktuell und nachhaltig. Zusammen mit unseren Recherchen ergibt das die beste Berichterstattung.

Wir pr├╝fen diese Informationen, recherchieren, ver├Âffentlichen und bieten damit einen bestm├Âglichen Journalismus. Von und f├╝r die Menschen hier vor Ort.

Und ich pers├Ânlich und meine Mitarbeiter stehen daf├╝r ein, dass wir uns niemals, unter keinen Umst├Ąnden, f├╝r irgendwas oder irgendwen „verkaufen“.

Bestm├Âglicher Journalismus hei├čt: Wir geben uns nie mit einfachen Antworten zufrieden. Wir fragen nach, wir sind kritisch.

Und wir freuen uns ├╝ber kritische Leserinnen und Leser. Immer. Versprochen.

Und wir garantieren Ihnen, dass „B├╝rgerbeiligung“ mehr kann, als das, was Zeitungen (und die, die ihre Botschaften darin transportieren lassen) denken, das B├╝rgerinnen und B├╝rger denken sollen.

Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut – „bedeutender“ als jedes unternehmerische Ziel.

Meinungsfreiheit braucht transparente Informationen.

Besorgen Sie sich deshalb den MM von heute und archivieren Sie die Seite 20. Es wird sicherlich spannend sein, welche Informationen dort nicht genannt worden sind und wie sich dieses „Thema“ weiter entwickelt.