Freitag, 10. Juli 2020

„Der Umweltpreis hat uns ├╝berregional eine hohe Aufmerksamkeit verschafft.“

Guten Tag!

Heddesheim/Erolzheim, 29. Januar 2010. Der Unternehmer Peter Kohler ist stolz auf den Umweltpreis 2009. Sein M├Âbelhaus ist ganz auf Natur getrimmt – au├čen wie innen: Im Passivhaus bietet er Naturm├Âbel an – nicht ganz billig, aber seine Kunden sch├Ątzen Qualit├Ąt. Die Redaktion wollte wissen, ob sich der Aufwand gelohnt hat, sich um einen Umweltpreis zu bem├╝hen – und was Unternehmen in der Region Rhein-Neckar daraus lernen k├Ânnen.

Von Hardy Prothmann

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Peter Kohler ist stolz auf seinen Umweltpreis. Bild: Kohler GmbH

Herr Kohler, so ein Preis ist sch├Ân. Was bringt der au├čer einer Urkunde an der Wand?
Peter Kohler: „Enorm viel: Ein herausragendes Image. Mein kleines M├Âbelhaus hat 2009 den Umweltpreis der Baden-W├╝rttembergischen Unternehmen im Bereich Handel bekommen. Das ist was. Das Presseecho war sehr gut. Ich w├╝rde sonst nicht so wahrgenommen werden. Eine bessere Werbung f├╝r unsere Naturprodukte in einem einzigartigen Ambiente ist nicht vorstellbar.“

Braucht ein regionales Unternehmen wie Ihres denn eine solche Pressewirkung?
Kohler: „Auf jeden Fall. Unser Einzugsgebiet hat ungef├Ąhr einen Radius von 50 Kilometern. Aber ein nicht unerheblicher Teil nimmt auch Anfahrten von 100 und mehr Kilometer in Kauf. Wir haben auch viele gute Kunden in ├ľsterreich und der Schweiz. Und einige davon sind durch die Presse auf uns aufmerksam geworden. Die erkundigen sich ├╝ber uns, nehmen Kontakt auf und kaufen dann sicherlich kein kleines Accessoir, wenn sie bereit sind, ein oder zwei Mal im Jahr den langen Weg auf sich zu nehmen. Das sind Kunden, die von Naturm├Âbeln ├╝berzeugt sind und die bei uns f├╝ndig werden.“

Aufmerksamkeit weit ├╝ber die Region hinaus

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Der Umweltpreis brachte Aufmerksamkeit und diese ein besseres Google-Ranking. Quelle: Kohler

Was nicht billig ist?
Kohler: „Natur hat ihren Preis. Unsere Produkte sind sicher auf den ersten Blick nicht g├╝nstig, aber sie haben einen hohen Wert.“

Wieso haben Sie aus Ihrer Sicht den Preis verdient?
Kohler: „Unser Neubau in Erolzheim aus dem Jahr 2008 ist konsequent ├Âkologisch gebaut worden. Nicht nur ein paar Kollektoren auf dem Dach, weil sich das gut macht. Wir haben das weltweit erste M├Âbelhaus im Passivhausstandard. Unser Objekt ist ├Âkologisch durchdacht und ebenso der Firmeninhalt – unsere Naturm├Âbel. Als ich vom Umweltpreis aus der Zeitung erfahren habe, dachte ich: Den gewinne ich.“

Gl├╝ckwunsch, das hat geklappt. Aber das war kein billiges Unterfangen. Wie haben Sie den Bau finanziert?
Kohler: „Das ist f├╝r mich eine erhebliche Investition gewesen. Au├čerdem gibt es eine gro├če Zahl von stillen Teilhabern und B├╝rgen. Zusammen mit der GLS Bank sowie der Raiffeisenbank Illertal haben wir ein Finanzierungskonzept gestemmt.“

„Der Aufwand f├╝r die Bewerbung war mittel –
der Gewinn an Aufmerksamkeit enorm
.“

War es aufw├Ąndig, sich um den Umweltpreis zu bewerben?
Kohler: „Ich habe jetzt an sieben oder acht Ausschreibungen teilgenommen und mehrere Preise gewonnen. Im Vergleich zu anderen war der Aufwand f├╝r den Umweltpreis eher gering bis mittel. Zur Preisverleihung kam ein Stellvertreter, weil die Umweltministerin Tanja G├Ânner terminlich leider nicht selbst anwesend sein konnte. Die Aufmerksamkeit war trotzdem enorm und Frau G├Ânner hat mir zugesichert, dass sie noch einmal pers├Ânlich vorbeischaut, was mich sehr freut. Dadurch werden wir wieder Aufmerksamkeit bekommen. Als kleines M├Âbelhaus k├Ânnte ich mit Werbung niemals so viel Aufmerksamkeit erreichen.“

Wie stellen Sie die Aufmerksamkeit fest?
Kohler: „Durch die Berichterstattung werden wir leichter bei Google gefunden – unsere Kunden suchen exklusive, nat├╝rliche Produkte und schauen ins Internet. Und sie nehmen dann auch weitere Wege in Kauf. Das Internet ist eine enorme Unterst├╝tzung bei unserem Kontakt zu den Kunden. Wir sind ein regionales Haus, verkaufen aber dank Internet weiter ├╝ber die Region hinaus. Ohne Internet und nur mit klassischer Werbung w├Ąre das f├╝r uns nicht m├Âglich.“

Was haben Sie mit den 10.000 Euro Preisgeld gemacht?
Kohler: „Wir brauchten in der Nachbauphase noch ein thermisches Schott. Da war das Geld gut investiert.“

Link:
Umweltpreis f├╝r Unternehmen in Baden-W├╝rttemberg 2010
Kohler – nat├╝rlich einrichten GmbH & Co. KG