Dienstag, 15. Oktober 2019

Aus dem Gemeinderat

Biotopvernetzungskonzept wird erweitert

Heddesheim, 26. Juni 2013. (red) Der Gemeinderat hat einstimmig für die Beauftragung der MVV Enamic Regioplan GmbH zur Fortschreibung des Biotopvernetzungskonzeptes der Gemeinde Heddesheim auf der Grundlage des vorliegenden Honorarangebotes zum Preis von knapp 28.600 Euro.

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„Der Umweltpreis hat uns überregional eine hohe Aufmerksamkeit verschafft.“

Guten Tag!

Heddesheim/Erolzheim, 29. Januar 2010. Der Unternehmer Peter Kohler ist stolz auf den Umweltpreis 2009. Sein Möbelhaus ist ganz auf Natur getrimmt – außen wie innen: Im Passivhaus bietet er Naturmöbel an – nicht ganz billig, aber seine Kunden schätzen Qualität. Die Redaktion wollte wissen, ob sich der Aufwand gelohnt hat, sich um einen Umweltpreis zu bemühen – und was Unternehmen in der Region Rhein-Neckar daraus lernen können.

Von Hardy Prothmann

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Peter Kohler ist stolz auf seinen Umweltpreis. Bild: Kohler GmbH

Herr Kohler, so ein Preis ist schön. Was bringt der außer einer Urkunde an der Wand?
Peter Kohler: „Enorm viel: Ein herausragendes Image. Mein kleines Möbelhaus hat 2009 den Umweltpreis der Baden-Württembergischen Unternehmen im Bereich Handel bekommen. Das ist was. Das Presseecho war sehr gut. Ich würde sonst nicht so wahrgenommen werden. Eine bessere Werbung für unsere Naturprodukte in einem einzigartigen Ambiente ist nicht vorstellbar.“

Braucht ein regionales Unternehmen wie Ihres denn eine solche Pressewirkung?
Kohler: „Auf jeden Fall. Unser Einzugsgebiet hat ungefähr einen Radius von 50 Kilometern. Aber ein nicht unerheblicher Teil nimmt auch Anfahrten von 100 und mehr Kilometer in Kauf. Wir haben auch viele gute Kunden in Österreich und der Schweiz. Und einige davon sind durch die Presse auf uns aufmerksam geworden. Die erkundigen sich über uns, nehmen Kontakt auf und kaufen dann sicherlich kein kleines Accessoir, wenn sie bereit sind, ein oder zwei Mal im Jahr den langen Weg auf sich zu nehmen. Das sind Kunden, die von Naturmöbeln überzeugt sind und die bei uns fündig werden.“

Aufmerksamkeit weit über die Region hinaus

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Der Umweltpreis brachte Aufmerksamkeit und diese ein besseres Google-Ranking. Quelle: Kohler

Was nicht billig ist?
Kohler: „Natur hat ihren Preis. Unsere Produkte sind sicher auf den ersten Blick nicht günstig, aber sie haben einen hohen Wert.“

Wieso haben Sie aus Ihrer Sicht den Preis verdient?
Kohler: „Unser Neubau in Erolzheim aus dem Jahr 2008 ist konsequent ökologisch gebaut worden. Nicht nur ein paar Kollektoren auf dem Dach, weil sich das gut macht. Wir haben das weltweit erste Möbelhaus im Passivhausstandard. Unser Objekt ist ökologisch durchdacht und ebenso der Firmeninhalt – unsere Naturmöbel. Als ich vom Umweltpreis aus der Zeitung erfahren habe, dachte ich: Den gewinne ich.“

Glückwunsch, das hat geklappt. Aber das war kein billiges Unterfangen. Wie haben Sie den Bau finanziert?
Kohler: „Das ist für mich eine erhebliche Investition gewesen. Außerdem gibt es eine große Zahl von stillen Teilhabern und Bürgen. Zusammen mit der GLS Bank sowie der Raiffeisenbank Illertal haben wir ein Finanzierungskonzept gestemmt.“

„Der Aufwand für die Bewerbung war mittel –
der Gewinn an Aufmerksamkeit enorm
.“

War es aufwändig, sich um den Umweltpreis zu bewerben?
Kohler: „Ich habe jetzt an sieben oder acht Ausschreibungen teilgenommen und mehrere Preise gewonnen. Im Vergleich zu anderen war der Aufwand für den Umweltpreis eher gering bis mittel. Zur Preisverleihung kam ein Stellvertreter, weil die Umweltministerin Tanja Gönner terminlich leider nicht selbst anwesend sein konnte. Die Aufmerksamkeit war trotzdem enorm und Frau Gönner hat mir zugesichert, dass sie noch einmal persönlich vorbeischaut, was mich sehr freut. Dadurch werden wir wieder Aufmerksamkeit bekommen. Als kleines Möbelhaus könnte ich mit Werbung niemals so viel Aufmerksamkeit erreichen.“

Wie stellen Sie die Aufmerksamkeit fest?
Kohler: „Durch die Berichterstattung werden wir leichter bei Google gefunden – unsere Kunden suchen exklusive, natürliche Produkte und schauen ins Internet. Und sie nehmen dann auch weitere Wege in Kauf. Das Internet ist eine enorme Unterstützung bei unserem Kontakt zu den Kunden. Wir sind ein regionales Haus, verkaufen aber dank Internet weiter über die Region hinaus. Ohne Internet und nur mit klassischer Werbung wäre das für uns nicht möglich.“

Was haben Sie mit den 10.000 Euro Preisgeld gemacht?
Kohler: „Wir brauchten in der Nachbauphase noch ein thermisches Schott. Da war das Geld gut investiert.“

Link:
Umweltpreis für Unternehmen in Baden-Württemberg 2010
Kohler – natürlich einrichten GmbH & Co. KG

Volles Bürgerhaus – Heddesheimer informieren sich über Argumente gegen die Pfenning-Ansiedlung


Guten Tag!

Heddesheim, 17. September 2009. Rund 350 Gäste informierten sich gestern auf der Informationsveranstaltung vom Bund für Umwelt- und Naturschutz im Bürgerhaus. Gastredner der IG neinzupfenning und dem Ortsverband der Grünen waren geladen. Aus verschiedenen Perspektiven kritisierten die Pfenning-Gegner das Projekt unter heftigem Applaus der Gäste.

Dr. Kurt Fleckenstein informierte aus der Sicht des Landschaftsarchitekt über die geplante „Pfenning“-Ansiedlung: „Wir können dieses geplante Projekt nur im Zusammenhang mit den bereits bestehenden Belastungen sehen – und die sind enorm. Wenn wir den Ort weiter mit Verkehr belasten, unsere organisch gewachsene Siedlungsstruktur und den Landschaftsraum mit diesem Projekt massiv einschränken, werden immer mehr Bürger unser Heddesheim verlassen. Wer es sich leisten kann, wird wegziehen, also die einkommensstarken Bürger. Damit wird ein Wertverfall von Häusern und Wohnungen einhergehen. Und der Gemeinde werden die Steuereinkünfte und Umlagen dieser Haushalte fehlen.“

„Der Charakter der Wohngemeinde wird sich zur Industriegemeinde wandeln.“ Kurt Fleckenstein

„Eines der wichtigsten Argumente für Pfenning sind die Gewerbesteuereinnahmen. Dabei weiß der Bürgermeister selbst, dass die Gewerbesteuer nur einen Anteil von 10-15 Prozent an den Einnahmen der Gemeinde ausmacht. Zum Vergleich: der Gewerbesteueranteil liegt bei 120 Euro, der Einkommenssteueranteil je Einwohner liegt bei 500 Euro – ohne die zusätzlichen Abgaben, die die Einwohner noch in die Gemeindekasse zahlen. Die Gemeinde ist also gerade nicht von möglichst hohen Gewerbesteuereinnahmen abhängig, sondern von möglichst vielen Einwohnern mit guten oder sehr guten Einkommensverhältnissen. Um diese Steuerquelle sollten wir uns vor allem bemühen.“

Kurt Fleckenstein analysierte die Situation Heddesheims dabei aus verschiedenen Perspektiven: „Heddesheim ist überwiegend kleinteilig entwickelt und hat kaum städtebauliche Sünden bis auf das Süba- und das Hirschhochhaus. Sollte Pfenning kommen, kommt eine vollständig unpassende, unmaßstäbliche Ansiedlung und die Wohngemeinde Heddesheim wird sich schlagartig in eine Industriegemeinde verwandeln. Der Charakter des Ortes wird ins Gegenteil verkehrt.“

Weiter kritisierte Kurt Fleckenstein: „Wenn Pfenning kommt, setzen wir alles auf eine Karte. Wir verzichten auf unsere letzte große Entwicklungsfläche und machen die Entwicklung unseres Gewerbegebiets von einem Betrieb abhängig. Das wird noch verstärkt, wenn Pfenning den zweiten Bauabschnitt realisiert. Und wenn Pfenning dort nichts realisiert, wird auch niemand anders sich dort ansiedeln, in direkter Nachbarschaft eines riesigen Logistikzentrums. Nicht nur der Ort, auch das Gewerbegebiet wird durch Pfenning dominiert werden. Die Frage ist, ob wir das wirklich wollen.“

„Wo wollen wir eigentlich hin? Was ist unser Leitbild?“ Michael Bowien

SPD-Gemeinderat Michael Bowien kritisierte in seinem Vortrag, dass „die geplante Pfenning-Ansiedlung im Schweinsgalopp durchgezogen werden soll“. „Anstatt darüber nachzudenken, wo man als Gemeinde hin will, hat man nach der Edeka-Absage für das Fleischwerk den erstbesten Bewerber genommen.“

Der Gemeinde „fehlt es an einem Leitbild, wie sie sich wohin entwickeln will“, sagte Michael Bowien. Dabei wies er darauf hin, dass es doch eine Art Leitbild gäbe, aber eines, über das man keine Kontrolle habe: „18 Gemeinden haben ihre hoheitlichen Rechte der Flächennutzung in die Hände des Regionalverbands Rhein-Neckar abgegeben. Der entscheidet nun, wie unsere Flächen ausgewiesen werden.“

Im Flächennutzungsplan sei eine Art Leitbild zu erkennen, sagte Michael Bowien und zitierte: „Der Boden ist in unserem Verbandsgebiet zu einem knappen Gut geworden. Vor allem, wenn man die Artenvielfalt entlang der Bergstraße und des Neckars sowie der weiteren Gewässer erhalten will. Sichtbeziehungen aus den Wohngebieten und von der Bergstraße erfordern die Vernetzung von Freiräumen. Das ist ein wesentliches Element der Landschafts-Ästhetik in unserem Gebiet. Hierfür ist ein Flächenbewusstsein zu entwickeln und zu kommunizieren.“

Weiter verwies Michael Bowien darauf, dass der Flächennutzungsplan expliziert sagt: „In Mannheim und Heidelberg aber auch in Schwetzingen bestehen erhebliche Wiedernutzunspotentiale, mit denen eine breite Palette von Entwicklungsmöglichkeiten geboten wird.“

„Hohe Konflikte bei Boden – Klima – Landschaft.“ Flächennutzungsplan

Die Gemeinde wiederum beziehe sich immer wieder auf den Flächennutzungsplan und argumentiere, dass das Gewerbegebiet dort als „besonders für Logistik geeignet“ definiert werde: „Genauso steht aber im Flächennutzungsplan folgendes: Konflikt zu Boden: Hoch. Konflikt zu Klima / Luft: Hoch. Konflikt zu Landschaft: Hoch.“

Weiter zitierte Michael Bowien den Bürgermeister Michael Kessler aus der RNF-Sendung vom August 2009: „Wir können nicht bei uns Gewerbeansiedlungen in einer Größe umsetzen, die unseren Ort erdrücken. Das wäre sicherlich falsch, es muss passen zu unserem Ort.“

Michael Bowien plädierte für ein Nein zu Pfenning und ein Leitbild für die Gemeinde: „Heddesheim versteht sich in erster Linie als Wohngemeinde, familienfreundlich mit breit gefächertem Sport-Angebot. Gewerbeflächen sollen im Sinne echter Nachhaltigkeit entwickelt werden. Das könnten Unternehmen sein, die sich erneuerbaren Energien widmen oder auch die Ansiedlung von Forschungseinrichtungen.“

Der BUND-Geschäftsführer Rhein-Neckar-Odenwald, Matthias Weyland, war als Ersatzredner für Richard Landenberger eingesprungen, der erkältungsbedingt nicht sprechen konnte.

Matthias Weyland forderte eine nachhaltige Entwicklung der Heddesheimer Gewerbegebiete: „Voraussetzung dafür ist eine Analyse unserer gegenwärtigen Situation: Welche Betriebe, Gewerke, Dienstleistungen gibt es? Dabei müssen wir nicht einzelne Betriebe betrachten, sondern auch das gesamte Gewerbegebiet – sonst kann man keine nachhaltigen Entwicklungen fördern.“

„Wir brauchen ein Flächenmanagement, das brach liegende Flächen reaktiviert.“ Matthias Weyland

Wichtig sei es, die Vernetzung im Gewerbegebiet zu fördern und zu ergänzen: „Wir werden damit niemals ein geschlossenes Roh- und Werkstoffsystem erreichen können, aber wir werden die gegenwärtige Situation enorm verbessern. Das ist ein konkretes Ziel für eine nachhaltige Entwicklung.“

Vor allem der Bereich Energiegewinnung – und bezug stehe im Vordergrund: „Woher wird welche Art von Energie bezogen? Welche und wie viel Energie wird bei der Produktion verbraucht? Welche Energieeinsparpotenziale gibt es? Wie können diese gefördert werden?“

Für den Flächenverbrauch appellierte Matthias Weyland, nicht einfach weitere Flächen zu versiegeln, sondern vorhandene, brach liegende Flächen neu zu nutzen: „Wir brauchen ein Flächenmanagement, das vor allem früher genutzte Flächen im Blick hat, die reaktiviert werden können. Das ist sicher nicht der einfache Weg – aber mit Sicherheit der richtige.“

Weiter führte Matthias Weyland den Wasserverbrauch, die Schadstoffemissionen sowie die Verkehrsströme an: „Es gibt zu viele Fragen zu diesen zentralen Themen, die noch nicht beantwortet werden können, weil sich niemand ausreichend um die damit verbundenen Probleme und möglichst nachhaltige Lösungen gekümmert hat. Das muss sich ändern.“

„Der tägliche Verkehrskollaps ist mit Pfenning programmiert.“ Günther Heinisch

Der Grünen-Gemeinderat Günther Heinisch stellte die Verkehrsproblematik anhand eines konkreten Beispiels zur Diskussion: die Belastungen der Heddesheimer Straßen und Kreisverkehre.

Günther Heinisch griff dabei das Verkehrsgutachten an: „Der Edeka-Kreisverkehr im Gewerbegebiet kann angeblich den Pfenning-Verkehr locker verkraften. Doch bei einer Mehrbelastung von durchschnittlich 600 Lkw-Fahrten allein durch die Firma Pfenning und dem weiteren neuen Verkehr werden sich schnell die strukturbedingten Mängel des hier realisierten Kreisverkehres in seiner Funktionalität auftun.“

Weiter betonte Günther Heinisch, dass der Kreisel nicht isoliert betrachtet werden dürfen: „Wir müssen die Wechselwirkungen zwischen dem Kreisel im Hirschberger Gewerbegebiet, unserem Kreisverkehr und eventuell zwei neuen Kreisverkehren betrachten: Die Abstände dazwischen sind viel zu gering und die Dimension der Kreisel ist zu klein. Der tägliche Kollaps zu Stoßzeiten ist hier programmiert.“

Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog

Gastbeitrag: Was „nachhaltig“ bedeutet

Guten Tag!

Heddesheim, 11. August 2009. red. Richard Landenberger ist Vorsitzender des Regionalverbands des BUND Rhein-Neckar-Odenwald und Mitglied der BUND Ortsgruppe Heddesheim. In seinem Gastbeitrag versucht Richard Landenberger den Begriff der Nachhaltigkeit für die Leserinnen und Leser konkret vor Ort verstehbar zu machen.

Von Richard Landenberger

In den Diskussionen der vergangenen Wochen ist der Begriff „Nachhaltigkeit“ oft aufgetaucht. Viele wissen nicht so recht, was sie damit anfangen sollen, da dieser Begriff oft ins Gegenteil verbogen wird.

Für den BUND ist die Nachhaltigkeit eine der Säulen seiner Politik. Wie diese nachhaltige Politik aussehen sollte, hat er in seinen beiden Studien „Zukunftsfähiges Deutschland“ (1996 zusammen mit Misereor herausgegeben) und „Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt“ (2008 zusammen mit Brot für die Welt und eed herausgegeben) beschrieben. Wobei hier der Begriff Zukunftsfähigkeit gleichbedeutend mit Nachhaltigkeit zu verstehen ist.

Wer die Reden unserer Bundespolitiker verfolgt wird erkennen, dass sowohl Bundespräsident Köhler als auch Bundeskanzlerin Merkel in ihren Reden auf die Begrifflichkeiten dieser Studien zurückgreifen. Dass zwischen ihren Worten und Taten Welten liegen, ist dabei das große Problem.

Die Nachhaltigkeit beinhaltet das Ziel, Natur und Umwelt für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Dies umfaß den Erhalt der Artenvielfalt, den Klimaschutz, die Pflege von Kultur- und Landschaftsräumen in ihrer ursprünglichen Gestalt sowie generell einen schonenden Umgang mit der natürlichen Umgebung.

Da unsere Erde durch die Zerstörung der Natur am meisten gefährdet ist und aus dieser Zerstörung die sozialen und ökonomischen Probleme der Zukunft geprägt werden, muß eine ökologische Politik den Vorrang haben. Die sozialen und wirtschaftlichen Probleme werden durch Vorrang der Ökologie mit am besten gelöst.

Dabei haben die Kommunen große Möglichkeiten für eine nachhaltige Entwicklung zu sorgen. Der BUND Baden-Württemberg hat Forderungen für eine zukunftsfähige kommunale Umwelt- und Naturschutzpolitik erhoben.

Neben Forderungen und Vorschlägen zum Verkehrsbereich, zum Energiebereich und anderen Bereichen steht hier Reduzierung des Flächenverbrauchs an erster Stelle.

Wenn die Perspektiven unserer Gemeinde ernsthaft diskutiert werden sollten, dann müssen alle Vorhaben auf ihre Nachhaltigkeit überprüft werden.

Das Pfenning-Projekt aus Sicht des Planers

Guten Tag!

Heddesheim, 30. Juli 2009. Eigentlich sollte über Verkehr und Ökologie beim zweiten „Dialog“-Kreis gesprochen werden – diese Themen vielen aber aus.

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Stattdessen stellte der Planer Günter Krüger das geplante „Pfenning“-Projekt aus seiner Sicht vor.

„Drei Standorte waren seit zwei Jahren in der engeren Planung – einer davon war Heddesheim“, sagte Planer Günter Krüger von Krüger Consult, Burgwedel, in seiner Präsentation.

Die Entscheidung für das geplante „Pfenning-Projekt“ sei wegen des Bahnanschlusses und des Geländes auf Heddesheim gefallen. Bei dem Vorhaben handle es sich um ein „durchgeplantes Projekt“ (Klick führt zu einer Pressemitteilung der Krüger Consult GmbH über ein durchgeplantes Projekt, Anm. d. Red.).

„Wir mussten vielfältige Anforderungen bedenken, beispielsweise um einen möglichst vielfältigen Nutzen der Anlage zu gewährleisten“, sagte Günter Krüger, „Natürlich unter Berücksichtigung der gesetzlichen Einschränkungen.“

„So, wie Sie das Projekt hier sehen, haben wir uns für eine schallschutzoptimierte Variante entschieden, da die Ladeflächen innen liegen.“

Herr Krüger erklärt das Projekt anhand mehrerer großer Tafeln, die die bekannten zwei Gebäudestreifen zeigen, mit innenliegenden Toren.

„Wir haben die Grünflächen optimiert. Der tatsächliche Bebauungsplan ist natürlich abhängig von den Gutachten und kritischen Anmerkungen, die dann noch eingearbeitet werden müssen.“

Herr Krüger verweist auf großgezogene Fotos, auf denen auf mindestens der Hälfte der Bildfläche Acker zu sehen ist, ganz im Hintergrund eine Baumgruppe und dahinter das „Projekt“.

„Sie können hier sehen, wie sich die Gebäude in die Landschaft einfügen.“

„Sie müssen wissen, dass wir das Gebiet kleinteilig entwickeln (was das sein könnte, lesen Sie hier, Anm. d. Red.). Das heißt, das, was sie hier als zwei komplexe Baureihen sehen, ist nicht so. Die Gebäude sind voneinander getrennt. Jede Halle hat etwa 4.500 Quadratmeter.“

„Außerdem sehen Sie, dass wir Lichtbänder eingesetzt haben, das wirkt sehr schön, wenn das leuchtet.“

„Die Hallen müssen aus Brandschutzgründen getrennt sein, dass sind sie auch. Alle verfügen über Brandmauern, damit ein Feuer nicht übergreifen könnte.“

„Die Begrünung der Flächen entspricht dem heutigen Stand. Es werden 50.000 Quadratmeter begrünt und ich kann Ihnen versichern, weil es die Diskussion gab, es geht kein Regenwasser verloren.“

„Die Hallen wollen wir hier und da als lebendige Wände mit Kletterpflanzen begrünen.“

Das Verwaltungsgebäude solle 24 Meter hoch werden, einige Hallen, eventuell 40.000 Quadratmeter, könnten 18 Meter hoch werden.

Außerdem sei ein „Pylon„, also ein Turm, in Höhe von 30 Metern im nord-östlichen Teil an der Autobahn geplant.

Die PKW würden von der Benzstraße im Osten ein- und ausfahren, die Lkw ausschließlich im Westen über eine noch zu bauende Anschlussstraße.

Das Gebiet solle insgesamt von der Lkw-Zufahrt, also von Westen aus Richtung Osten nach und nach entwickelt werden. Darunter auch die „möglicherweise“ 18 Meter hohen Hallen.

An den Vortrag schlossen sich Fragen an.

Wie breit soll der „Grüngürtel“ sein? „Wir wollen ein Wall aufschütten, drei Meter hoch und 24 Meter breit. Damit würde sich auch die optische Höhe von 12,5 Metern auf knapp zehn Meter verringern.“

Welchen Sinn machen die „Lichtbänder“? Herr Krüger erklärt, dass die Lichtbänder aus Glas bestehen, damit in die Hallen Tageslicht eindringen kann: „Das spart Energie“. Abends würden sie dann „leuchten“ weil die Hallen dann beleuchtet seien.

Warum braucht es einen Pylon (Turm)? Herr Uwe Nitzinger, Geschäftsführer der KMP Holding GmbH (Pfenning-Gruppe) erklärt: „Das wäre ungefähr so wie in Hirschberg. Wie wollen das als Möglichkeit. Warum sollen wir uns schlechter stellen als die Konkurrenz?“

Sind die 18 Meter möglich oder geplant? Herr Nitzinger: „Diese Höhe erfordert Sprinkleranlagen, das macht es teuer. Gleichzeitig stehen die Regale eng, was heißt, dass die Arbeiten mit zunehmender Höhe langsamer werden. Das lohnt sich nur für Ware, die nicht schnell umgeschlagen wird. Wir wollen diese Option, weil wir vielleicht Kunden dafür haben, wenn nicht, dann bauen wir das nicht.“

Kann man die 12-Meter-Hallen aufstocken? Herr Krüger erklärt: „Nein, das ist technisch und ökonomisch nicht realisierbar.“

Können sich auch Bürger an der Begrünung beteiligen? Es gibt in Heddesheim einige Naturexperten? Herr Krüger: „Die Begrünung ist nicht unsere Sache, das würde ein Gartenbauplaner machen.“

Pfenning zieht doch Standorte zusammen, wieso wissen Sie eigentlich nicht, was in Heddesheim zusammenkommen soll? Sie müssen doch wissen, ob 12 Meter reichen oder 18 notwendig sind? Herr Nitzinger: „Wir wollen uns die Option offen halten.“

Die Vorstellung des Planers ging nahtlos in TOP3 über: „Zukunftsperspektive Heddesheim“.

Lesen Sie hier weiter: Zweites „Dialog“-Gespräch: Erregte Diskussion I

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Zweites „Dialog“-Gespräch mit neuen Programmpunkten

Guten Tag!

Heddesheim, 30. Juli 2009. Die eigentlich geplante Vorstellung des Verkehrsgutachtens beim zweiten „Dialog“-Gespräch zur geplanten „Pfenning-Ansiedlung“ fiel aus – ebenso wie der Programmpunkt Ökologie. Dafür gab es neue Gäste.

Ursprünglich waren für die zweite Sitzung des „Dialog“-Kreises zur geplanten Pfenning-Ansiedlung andere Programmpunkte geplant als gestern besprochen: 1. „Was ist Teil des Gutachtens Verkehrsbelastung?“ und 2. „Fragen zum Thema Ökologie“.


Am Freitag (24. Juli 2009) der vergangenen Woche kündigte der „Moderator“ des „Dialogs“, das PR-Unternehmen IFOK, die Vorstellung des „frühzeitig vorliegenden Verkehrsgutachten“ als neuen Tagungspunkt an.

Darüber berichtete das heddesheimblog am 26. Juli 2009.

Tatsächlich war der Verkehrsgutachter Stefan Wammetsberger aber plötzlich unpässlich und konnte auch keine Vertretung schicken. Deswegen wurde dieser Programmpunkt gestrichen.

Auch der Tagungspunkt „Fragen zur Ökologie“ wurde gestrichen und durch die Vorstellung des Projekts durch den Planer Günter Krüger ersetzt.

Zuvor wurde ein neuer Gast in der Runde vorgestellt: Pfarrer Dierk Rafflewski für die evangelische Kirchengemeinde.

Ein weiterer Gast hatte sich in den Zuschauerraum gesetzt: Christoph Schaefer, ein Heddesheimer Bürger. Der hatte durch die Berichterstattung verstanden, dass die Veranstaltung öffentlich sei.

Nachdem festgestellt wurde, dass dies falsch verstanden worden sei wurde Herr Schaefer nach kurzer Diskussion trotzdem als Bürger mit an den Tisch gebeten.

Lesen Sie hier weiter: Das Pfenning-Projekt aus Sicht des Planers

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