Dienstag, 11. Dezember 2018

Geprothmannt: Franziska Brantner wird hoch gehandelt - aus lokaler Sicht gibt es daf├╝r bislang genau keinen Grund

Wenn Frau Brantner an der Bergstra├če ankommen will, muss sie Br├╝ssel verlassen

Weshalb Frau Dr. Franziska Brantner scheinbar hoch in der Gunst steht, hat sie in Schriesheim definitiv nicht bewiesen.

 

Schriesheim/Rhein-Neckar, 04. Februar 2013. (red/pro) Rund zwei Wochen ist der Neujahrsempfang der Bergstr├Ą├čer Gr├╝nen her. Muss man dar├╝ber eigentlich noch berichten? Man muss, denn es ist wichtig. Es war nicht wichtig, aktuell zu berichten, weil es dort nichts aktuelles zu berichten gab. Aber es ist wichtig, weil die Zukunft viele aktuelle Fragen aufwerfen wird. Vor allem f├╝r Dr. Franziska Branter. Die entscheidende Frage ist, wie und ob sie ihr „au├čenpolitisches“ Image in ein lokales wandeln kann. Die erste Chance vor Ort hat sie – umgangsprachlich – komplett vergeigt.

Von Hardy Prothmann

Wie geht es einem Journalisten, der etwas berichten will und hinterher auf den Schreibblock schaut und sich fragt, wie man aus keiner Notiz einen Bericht verfassen soll? Man f├╝hlt sich, naja, ein wenig ratlos. Genau das war mein Gef├╝hl, nachdem ich die in Kreisen der Gr├╝nen sehr hoch gehandelte Dr. Franziska Brantner beim Neujahrsempfang der Gr├╝nen in der Schriesheimer Gastst├Ątte zur Pfalz erlebt habe.

Glatte Note 6. Setzen.

Was hat Frau Dr. Brantner genau gesagt? Sie erkl├Ąrte internationale Politik anhand eines Kinderbuchs mit roten und schwarzen Fischen (jaja, das ihre Tochter liebt) und wollte irgendwie die Botschaft r├╝berbringen, dass die Menschen nur solidarisch eine Zukunft haben.

Dann redete sie was von Verantwortung und Mali und Bundesregierung und Ausland und so weiter. Am Ende ihres Vortrags stand eins f├╝r mich fest und das musste ich nicht aufschreiben: Franziska Brantner hatte es geschafft, rund eine halbe Stunde lang zu reden und mit keinem einzigen Satz, mit keinem Halbsatz, mit keiner Bemerkung auch nur irgendeine Verbindung zu ihrem Wahlkreis Heidelberg-Weinheim herzustellen. Eine solch verbl├╝ffende Ignoranz gegen├╝ber den Menschen, die sie k├╝nftig als Nachfolgerin von Fritz Kuhn (der jetzt OB in Stuttgart ist) vertreten soll, ist bemerkenswert. Thema verfehlt. Das ist eine glatte Note 6. Setzen.

Volles Haus in der Gastst├Ątte Zur Pfalz in Schriesheim.

Rund 130 Gr├╝ne und Sympathisanten der gr├╝nen Politik waren gekommen. Sie lauschten, die R├╝cken gespannt, die K├Âpfe konzentriert. Die Erwartungen hoch. Franziska Brantner, die junge Hoffnung, die erfolgreiche Europa-Politikerin, verheiratet mit dem T├╝binger Oberb├╝rgermeister Boris Palmer redet, l├Ąchelt, tr├Ągt vor. Es wirkt einstudiert. Und verschwindet genau in dem Augenblick, als der Mannheimer Bundestagsabgeordnete Dr. Gerhard Schick ihren Vortrag in seiner Rede aufnimmt – sehr freundlich und nett und kollegial. Frau Brantner dreht sich auf dem Weg kurz vorm Ausgang um, l├Ąchelt, murmelt ein „Ich muss“. Und ist weg. Husch, husch.

Was muss Frau Brantner?

Dieser Neujahrsemfpang war so etwas wie der inoffizielle Wahlkampfauftakt. Immerhin wird im Herbst gew├Ąhlt. Frau Brantner ist an der Bergstra├če nicht angekommen. Sie musste weg. Nach Br├╝ssel. Nach T├╝bingen. Irgendwohin. F├╝r einen geselligen Abend, Gespr├Ąche mit Wahlk├Ąmpfern, mit den Menschen, mit den W├Ąhlern hatte sie keine Zeit: „Ich muss“. Sowas ist immer eine Frage der Priorit├Ąten.

Frau Dr. Franziska Brantner muss tats├Ąchlich etwas: In ihrem Wahlkreis ankommen. Um hier Wahlkampf zu machen. Um hier die Menschen vor Ort zu verstehen, sich ihrer Probleme annehmen und sich als integre Person f├╝r L├Âsungen einsetzen, mit denen die Menschen hier vor Ort leben k├Ânnen.

Lokale Kompetenz?

Verstopfte Stra├čen wie die B3, die A5 oder A6? Schulreform? Kommunale Finanzen? Branichtunnel – um in Schriesheim zu bleiben, Neckarbr├╝cke, Ringstra├če in Heddesheim – hier gibt es jede Menge Themen, die dringend ein politisches Engagement brauchen. Frau Brantner hat sich f├╝r jedes dr├Ąngende Thema bei diesem ersten inoffiziellen-offiziellen Auftritt durch Unkenntnis und/oder nicht Thematisierung disqualifiziert.

Als Fritz Kuhn f├╝r den OB-Posten in Stuttgart kandidierte, war die Frage, wer wohl in die Fu├čstapfen dieses Gr├╝nen-Vork├Ąmpfers treten k├Ânnte. Irgendwann hie├č es, die Brantner. Die ist so jung, so frisch, so k├Ąmpferisch. Sie schaut gut aus, ist gescheit und sogar mit dem Boris zusammen.

Wie Frau Dr. Brantner ausschaut und mit wem sie zusammen ist, sollte keine besondere Rolle spielen, um sie zu w├Ąhlen. Viel eher, dass sie gescheit ist. So hat sie sich aber nicht pr├Ąsentiert. Vielleicht abgehoben als „Europa-Politikerin“, aber nicht heimatverbunden als lokale Kandidatin. Vielleicht kalkuliert sie wie Kuhn – der ist auch ├╝ber die Landesliste eingezogen und war lokal eher nicht pr├Ąsent.

Sckerl pr├Ąsent

Uli Sckerl war souver├Ąn – zeugen die Farben von einer neuen schwarz-gelben Koalition?

Ganz anders der Landtagsabgeordnete Uli Sckerl. Der tr├Ągt routiniert Landespolitik vor und kriegt immer wieder die Ankn├╝pfung ins kommunale hin. Sein Bundestagskollege Dr. Schick schie├čt sich auf die Kontrolle von Versicherern ein und der Star des Abends ist Hans-Peter Schw├Âbel. Der emeritierte Professor bringt mit Sprachwitz, humorigem Ernst und b├Âsem Witz die G├Ąste zum Nachdenken, zum Lachen und mit einem gl├╝henden Nachwort in Wallung. Demokratie. Einmischen. Jetzt. Der Mann ist gesundheitlich angeschlagen, aber im Kopf in Hochform. Er wei├č, wof├╝r er einsteht. Sagt es klar und deutlich und bringt lokale, regionale, ├╝berregionale, nationale, internationale und wenn es sein muss supranationale Ph├Ąnomene in seiner Performance unter. Grandios. Er hat die Sympathien und den Bonus, als K├╝nstler vielleicht das ein oder „k├╝nstlerisch“ sagen zu k├Ânnen.

Viel Arbeit vs. Landesliste

Frau Dr. Brantner bekommt von alldem nichts mit. Sie ist weg. Eventuell auf dem Weg zu wichtigen internationalen Terminen. Frau Dr. Brantner ist sicher klug. Wenn sie das ist, sollte sie dringend, schnell und ├╝berzeugend lernen, dass der wichtigste internationale Termin immer irgendwo in ihrem Wahlkreis stattfindet und wenn au├čerhalb, sie genau wei├č, wo auf dieser Welt ihr Wahlkreis ist, wo die Menschen sind, die sie w├Ąhlen werden.

Vielleicht ist das Frau Dr. Franziska Brantner auch alles egal und der Wahlkreis Heidelberg-Weinheim ist nur eine H├╝rde in der Karriereleiter, die sie dank Landesliste einfach so nimmt.

Die Menschen hier vor Ort werden das so einfach nicht hinnehmen. Die Gr├╝nen haben viel gewonnen – dank Uli Sckerl, einer sehr engagierten Basis, einer agilen Fadime Tuncer, die den Auftritt von Frau Dr. Brantner organisiert hat und ebenso verwundert zur├╝ckbleibt – wie die meisten anderen anwesenden G├Ąste.

Frau Dr. Franziska Brantner hat viel Arbeit vor sich – man darf gespannt sein, ob sie sich dieser annimmt.

Und ich entsorge den Zettel, auf dem bislang nix steht. Ins Altpapier. Wohin sonst? M├╝lltrennung ist schlie├člich komplett normal.

├ťber Sachlichkeit, Fairness, ├ämter, Geschenke und den Rest

Guten Tag!

Heddesheim, 10. Januar 2011. Diese Woche war relativ ereignislos in Heddesheim. War sie das? ├â┼ôberhaupt nicht. Sie startete mit Berichten ├╝ber „Sachlichkeit und Fairness“, die sich selbst und deren Wortf├╝hrer ad absurdum f├╝hren.

Von Hardy Prothmann

Die Berichte im Mannheimer Morgen am 10. und 12. Januar 2011 haben mich geschockt.

Als B├╝rger. Als Journalist. Als Gemeinderat.

Als verantwortlicher Journalist f├╝r das Heddesheimblog stelle ich fest, dass B├╝rgermeister Michael Kessler den Neujahrsempfang und den Neub├╝rgerempfang f├╝r eine Art inoffizieller Pressekonferenz missbraucht hat.

Das ist f├╝r Herrn Kessler nicht ungew├Âhnlich. Das Pressegesetz legt er sehr „frei“ aus.

Und dass der Mannheimer Morgen sich als Komplize am Missbrauch beteiligt, ist nicht ungew├Âhnlich.

Journalistische Ehre hat wenig Bedeutung f├╝r den Mannheimer Morgen und seine Mitarbeiter.

„Wundert“ irgendjemanden diese „exklusive“ Berichterstattung?:

Beim Neujahrsempfang wird der Fortuna quasi ein Kunstrasenplatz als „Geburtstagsgeschenk“ versprochen (eine sicherlich enorme Investition) und beim Neub├╝rgerempfang wird die neue „Leiterin“ der Volkshochschule im Vorbeigehen „pr├Ąsentiert“.

Neujahrsansprache mit R├Ątseln.

Als Gemeinderat habe ich keine Ahnung, wovon Herr B├╝rgermeister Kessler eigentlich spricht, respektive, was er da verlautbaren l├Ąsst.

Nicht, weil ich mich nicht interessieren w├╝rde, sondern, weil ich nicht dar├╝ber informiert worden bin.

Die Stimmung ist zu erkennen: Ratlosigkeit. "B├╝rgerinformation" im April 2009. Die "Emotionen kochen hoch".

Mir ist weder bekannt, dass die Fortuna zum Geburtstag einen Kunstrasenplatz erhalten soll, noch kenne ich den Namen „Theresia Br├╝ck“, noch wurde mir die Dame vorgestellt, noch wei├č ich als einer von 23 Mitgliedern des Gemeinderats, dass schon beschlossen wurde, dass sie die neue Leiterin der VHS sein wird, die seit 1983 von Frau Ursula Brechtel geleitet wird/wurde.

Und als B├╝rger frage ich mich: Was ist eigentlich los in dieser Gemeinde? L├Ąsst man sich hier einfach ein X f├╝r ein U vormachen oder hat das Folgen?

Zur Sache.

„Was 2010 vor sich ging, k├Ânnen die G├Ąste Kesslers Neujahrsansprache entnehmen“, schreibt die mittlerweile als Hofberichterstatterin vollst├Ąndig etablierte MM-„Journalistin“ Anja G├Ârlitz.

Den Satz muss man mehrmals lesen, um zu verstehen, was Frau G├Ârlitz denkt, wie sie denkt und f├╝r wen sie denkt. Und genauso f├╝r wen nicht, was nicht und wie nicht.

Vollst├Ąndig fassungslos macht aber jeden, der sich f├╝r die Gemeinde Heddesheim interessiert, dieser Satz zur „Pfenning“-Ansiedlung: „Ein Verfahren mit einem bei uns noch nie dagewesenen Umfang an B├╝rgerbeteiligung“, so Kessler, der eben darin einen Unterschied zu „Stuttgart 21″ sieht.“

B├╝rgerbeteiligung? In Heddesheim? Ein Schock.

Wer sich f├╝r Heddesheim interessiert und die Debatte um diese „Pfenning“-Ansiedlung interessiert verfolgt hat, versteht meinen Schock.

Kann es sein, dass ein b├╝rgerferner B├╝rgermeister Kessler tats├Ąchlich diesen Satz gesagt hat? Und kann es sein, dass eine b├╝rgerferne Journalistin diesen einfach so aufschreibt?

Zur Erinnerung. Als der „100-Millionen-Euro-Kessler“ im April 2009 die B├╝rger ├╝ber die geplante „Pfenning“-Ansiedlung „informierte“, war schon alles entschieden. F├╝r die B├╝rger gab es keine M├Âglichkeit der „Beteiligung“ mehr.

Komplett andere Bildsprache. Applaus, Applaus, Applaus. Positiv soll es sein.

Aufgrund der massiven Sorgen und Unzufriedenheit der B├╝rger kam es erst zu einer kommunalpolitischen Sensation: Die W├Ąhler verschafften den „Gr├╝nen“ einen sensationellen Erfolg. Die stellen nunmehr sechs, statt vorher drei Gemeinder├Ąte.

Die vollkommen aussichtlosen Kandidaten Michael Bowien (SPD) und ich (FPD-Liste, parteilos) wurden aus dem Stand an sehr vielen „verdienten“ Pers├Ânlichkeiten vorbei tats├Ąchlich gew├Ąhlt.

Im Sommer 2009 wurde f├╝r 35.000 Euro ein Unternehmen (IFOK) engagiert, dessen „Spezialit├Ąt“ es ist, „Konflikte zu l├Âsen“, sprich, dem „Auftraggeber“ Stress zu ersparen.

Als die IFOK fertig war, kam es zu einer B├╝rgerbeteiligung mit Suggestivfragen, die eine „Mehrheit“ von 0,7 Prozent oder 40 Stimmen bei ├╝ber 5.000 abgegebenen Stimmen f├╝r „Pfenning“ ergab und die fluchs in einen „politischen Willen“ der Bev├Âlkerung umvergewaltigt wurde.

2010 gab es weder einen „IFOK-Dialog“, noch eine B├╝rgerbefragung, noch sonst eine B├╝rgerbeteiligung.

Von was also redet Herr Kessler, wenn er von einem noch „nie dagewesenen Umfang von B├╝rgerbeteiligung“ spricht? Und wo war Frau G├Ârlitz in der ganzen Zeit? Hat sie nichts mitbekommen, weil sie das einfach so hinschreibt, als w├Ąre es wahr?

Es gab weder 2010 noch 2009 eine durch den B├╝rgermeister Kessler gew├╝nschte noch gef├Ârderte „B├╝rgerbeteiligung“. 2009 war das der „Not“ geschuldet, 2010 hat keine stattgefunden.

Richtig ist allein der Passus: „noch nie dagewesen“. Der beschreibt auch das Dilemma zutreffend – allerdings sehr unabsichtlich.

„B├╝rgerbeteiligung“ ist in Heddesheim ein Fremdwort. Nicht ganz. B├╝rgerInnen, die alles abnicken und keine Fragen stellen, sind Teil der Heddesheimer Tradition. Kritische B├╝rger nicht. Und jeder, der sich als B├╝rgerIn am „Verfahren“ kritisch beteiligen wollte, hat seine Lektion erhalten.

Das Ergebnis: L├╝gen.

Im Ergebnis l├╝gen also sowohl der B├╝rgermeister als auch seine Hofberichterstatterin G├Ârlitz. Einfach so, wie gewohnt.

Und positiv geht es weiter. Die Bildsprache "Applaus" bleibt: Kein Wort vom ├âÔÇ×rger mehr. Schon gar kein Bild von Ablehnung. Vorne rechts im brauen Anzug der "SPD-Chefgrinser" J├╝rgen Merx nebst Gattin, die 2010 Sekret├Ąrin des B├╝rgermeisters geworden ist und sich langsam, aber sicher in ihrer Rolle zurechtfindet.

Es passt hervorragend aus Sicht des B├╝rgermeisters und seines Verlautbarungsorgans Mannheimer Morgen, dass „wir insgesamt 2010 eines der besten Ergebnisse der letzten Jahrzehnte erwirtschaften konnten“, zitiert G├Ârlitz ihren Kessler.

Auch das ist eine knallharte L├╝ge. Kommunen sind keine Wirtschaftsbetriebe. Folglich „erwirtschaften“ sie auch nichts. Sie geben ├╝berwiegend aus, was andere erwirtschaftet haben. Ein wichtiger Teil ihrer Einnahmen ist die Gewerbesteuer und hier gab es 2010 h├Âhere Einnahmen, als „vermutet“. Das hei├čt, die Gemeinde profitiert von der Wirtschaftsleistung der Betriebe am Ort, von der Steuerkraft der B├╝rgerInnen und von Umlagen und Geb├╝hren.

„Nat├╝rlich l├Ąsst er (Kessler) nicht unerw├Ąhnt, dass die Zahlungen der Firma Pfenning neben erheblichen Steuer-Mehreinnahmen Anteil an der derzeit sehr guten finanziellen Lage der Gemeinde haben“, steht im Mannheimer Morgen.

Wer das unaufmerksam liest, hat den Eindruck, dass Pfenning schon Steuern zahlt. Tats├Ąchlich ist das nicht so und das ist auch nicht f├╝r die Zukunft zu erwarten, sondern es sind die vorhandenen Betriebe. Und einige davon sind absolut gegen „Pfenning“ eingestellt und spielen mit dem Gedanken, von Heddesheim wegzugehen, wenn „Pfenning“ kommen sollte.

Die „R├╝cklage“ von knapp sechs Millionen Euro erm├Âgliche die Finanzierung „unserer wichtigsten Ziele“. Die sind, so MM, eine neue Heizung f├╝r die „Kepler-Schul“ (die Johannes-Kepler-Schule hei├čt, aber nicht mehr lange), die Umsetzung des Neubaugebiets am n├Ârdlichen Ortsrand (hier verdienen mutma├člich ├Ârtliche Bauern und sonstige Verwandte) und „nicht zuletzt ein Geburtstagsgeschenk f├╝r die Fortuna, von dem auch andere Sportler profitieren: ein Kunstrasenplatz anstelle des Hartplatzes im Sportzentrum“, hei├čt es im MM.

Fairness, blabla, sachlich, blabla.

Und „bei all dem hofft Kessler auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat, bei der wir zwar nicht einer Meinung sein m├╝ssen, jedoch stets die Bereitschaft haben sollten, uns sachlich und menschlich fair (…) auseinanderzusetzen“, schreibt die Zeitung.

B├╝rgermeister Kessler hat durch seine unsachliche und unfaire Leitung des Gemeinderats seit der vergangenen Kommunalwahl durchgehend und „nachhaltig“ bewiesen, dass er der letzte ist, der ├╝ber „Sachlichkeit und Fairness“ kompetent reden kann.

Darin steht ihm seine in Sachen „Pfenning“ geschlossen-nichtredende Mehrheit von 12:9 in nichts nach. Und auch sonst ist „Sachlichkeit“ und „Fairness“ im Heddesheimer Gemeinderat in etwa so pr├Ąsent wie Sonnenschein in der Nacht.

Wie verkorkst das Verst├Ąndnis von Demokratie aus Sicht dieses selbstherrlichen B├╝rgermeisters und seiner Vasallen ist, dokumentiert die „Journalistin“ Anja G├Ârlitz zwei Tage sp├Ąter.

Im Mitteilungsorgan MM der Gemeinde Heddesheim erscheint dieses mehr als unvorteilhafte Foto aus der "journalistischen Not" geboren, schon drei Monate vor der Wahl eine "gew├Ąhlte" neue VHS-Leiterin zu pr├Ąsentieren. Der Verlust des journalistischen Anstands und leider auch der der Dame wird bewusst aufs Spiel gesetzt.


Am 12. Januar 2010 betitelt sie einen Artikel: „Theresia Br├╝ck ├╝bernimmt das Amt von Ursula Brechtel“.

Immerhin, der „MM“ hat recherchiert: „Offiziell wird die Amts├╝bergabe mit der Wahl Theresia Br├╝cks durch den Gemeinderat. Sie steht voraussichtlich in der M├Ąrz-Sitzung auf der Tagesordnung, wie Hauptamtsleiter Julien Christof auf „MM“-Nachfrage sagte.“

H├Ątte der „MM“ bei Gemeinder├Ąten nachgefragt, h├Ątte die „offizielle“ Antwort lauten m├╝ssen: Frau Theresia Br├╝ck ist nicht bekannt. Von einer „Wahl“ kann keine Rede sein, weil es keine Wahl-Alternative gibt. Warum eigentlich nicht? Ist Frau Br├╝ck die einzige Bewerberin und wenn ja, warum?

Brechtel im Amt seit 1983 – Br├╝ck im Amt, ohne Wahl seit 2011.

Und wenn der „MM“ nachgedacht h├Ątte, h├Ątte er sich die Frage gestellt, wieso Frau Ursula Brechtel (1. stellvertretende B├╝rgermeisterin) seit 1983 noch niemals „zur Wahl“ gestanden hat, sondern immer wieder im Amt best├Ątigt wurde. Gab es schon jemals eine Wahl? Andere Bewerber? Echte Bewerber? Wie hat sich Frau Brechtel eigentlich seit 1983 f├╝r die Aufgabe weitergebildet? Welche Qualifikationen werden andernorts vorausgesetzt? Das sind interessante journalistische Fragen.

Und ganz unabh├Ąngig von so vielen Fragen bleibt die Frage, wieso eine Zeitung eigentlich vermelden kann, dass eine Einzelkandidatin ohne gew├Ąhlt zu sein und ohne ├Âffentliche Beteiligung einfach so ein Amt ├╝bernimmt?

Weil die „Wahl“ im Hinterzimmer zwischen interessierten Geheimkreisen schon entschieden wurde, denken Sie? Sie denken richtig.

B├╝rgermeister Michael Kessler hat sich den Ort schon l├Ąngst zur Beute gemacht.

Aufgrund willf├Ąhriger Gemeinderatssitzern, einer willf├Ąhrigen „Presse“ und einer Amtsf├╝hrung, die von allem gepr├Ągt ist, nur nicht von „Sachlichkeit und Fairness“.

Und schon gar nicht vor dem Respekt vor „B├╝rgerbeteiligung“, Transparenz und gelebter Demokratie.

Die Intoleranz, die B├╝rgerferne und die Intransparenz der Entscheidungen sind „gelebte Demokratie“ in Heddesheim – zumindest aus Sicht eines Herrn Kessler, seiner „Sprecher“, Josef Doll, J├╝rgen Merx und Frank Hasselbring und den zumeist „sprachlosen“ Fraktionsmitgliedern.

Die schon Anfang Januar durch einen „Pressebericht“ best├Ątigte „neue VHS-Leiterin“ Theresia Br├╝ck, die „voraussichtlich erst im M├Ąrz“ dazu „gew├Ąhlt“ wird, ist durch dieses verkrebste Demokratieverst├Ąndnis schon derart besch├Ądigt, dass man ihr w├╝nschen muss, schnell Rei├čaus zu nehmen.

Wer wird schon gerne als einzige Kandidatin drei Monate vor der Wahl im Amt best├Ątigt? Das kennt man sonst nur aus Diktaturen. Oder sagen wir mal, aus „demokratiefernen“ Systemen.

Erstw├Ąhler, Hoffnung und Realit├Ąten.

Die „Hoffnung auf mehr Sachlichkeit und Fairness“, verbunden mit der Einladung an „Erstw├Ąhler“ zur Landtagswahl im M├Ąrz, hat Frau G├Ârlitz bratwurstig irgendwie in den Artikel reingeschwurbelt. Ebenso wie den Hinweis auf „Stuttgart 21“.

Man darf gespannt sein, wie die Wahl ausgehen wird.

Ob die „Gr├╝nen“ zusammen mit anderen den „Machtwechsel“ schaffen, ist offen. Als sicher darf gelten, dass es in Zukunft sehr wohl um das „Trennende“ gehen wird.

„Nicht das Trennende, sondern die Gemeinsamkeit solle in den Vordergrund r├╝cken“, zitiert Frau G├Ârlitz den B├╝rgermeister Michael Kessler.

Ich vermute mal, dass es eine neue „Gemeinsamkeit“ der Menschen gibt. Die w├╝nschen sich Transparenz und B├╝rgerbeteiligung. Und diese Menschen wollen sich von intransparenten Strukturen, Vetterleswirtschaft, Hinterzimmerpolitik und Patronage sehr bewusst trennen.

Das k├Ânnte eine neue Gemeinschaft ergeben. Zum Wohl der B├╝rger. Zum Wohl der Gemeinde.

Und nicht zum Wohl derer, die selbstherrlich bestimmen wollen, wem welches Wohl sein soll oder nicht.

Ich bin wie viele B├╝rgerInnen in diesem Land geschockt von der Selbstherrschlichkeit derer, die sich die „Gemeinschaft“ zur Beute gemacht haben.

Und ich stehe wie viele W├Ąhler vor der Frage, ob ich, wenn ich das eine ├â┼ôbel abw├Ąhle nicht das andere w├Ąhle.

Ich als Journalist stehe f├╝r Transparenz. Daf├╝r bin ich auch als Gemeinderat angetreten und daf├╝r setze ich mich auch als B├╝rger ein.

Als B├╝rger w├╝nsche ich mir Beteiligung. Als Journalist den Zugang zu und die Verbreitung von Informationen. Und als Gemeinderat ein wenig W├╝rde, um diesen Ehrenamt auch nur ansatzweise „ehrenvoll“ angesichts der „herrschenden Zust├Ąnde“ aus├╝ben zu k├Ânnen.

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist verantwortlich f├╝r das heddesheimblog, sowie das hirschbergblog, das ladenburgblog, das weinheimblog und das rheinneckarblog. Er ist seit 20 Jahren als freier Journalist t├Ątig, darunter f├╝r fast alle „gro├čen“ deutschen Medien und seit Mai 2009 wieder Lokaljournalist.
Bei der Kommunalwahl 2009 gewann er „chancenlos“ die „FDP-Liste“ als parteiloser Kandidat mit 20 Prozent Vorsprung zu den anderen beiden Kandidaten und ist seitdem partei- und fraktionsfreier Gemeinderat in Heddesheim.

Anmerkung der Redaktion:
Sollten die Links auf Berichte des Mannheimer Morgen nicht mehr funktionieren, ben├Âtigen Sie voraussichtlich einen Code, den Sie durch Erwerb der Zeitung f├╝r zwei Tage erstehen k├Ânnen. Sollte Ihnen das nicht m├Âglich sein, schicken Sie uns eine email. Wir versuchen Ihnen dann den Zugriff auf die Quelle zu erm├Âglichen.

Fortuna pr├Ąsentiert Festschrift zum Neujahrsempfang – Kunstrasen in Aussicht gestellt

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Guten Tag!

Heddesheim, 10. Januar 2011. Gut besucht war der Neujahrsempfang der Gemeinde, die zusammen mit der Fortuna eingeladen hatte. Der Fu├čballverein feiert dieses Jahr sein 100-j├Ąhriges Jubil├Ąum. B├╝rgermeister Michael Kessler sprach sich f├╝r einen Kunstrasenplatz aus. [Weiterlesen…]

Was Meinungsfreiheit bedeutet oder wie der MM die Meinung manipuliert

ausriss

Propaganda vom Feinsten: Text und Bild passen perfekt zusammen. B├╝rgermeister "appelliert an Wir-Gef├╝hl", B├╝rger klatschen. Die Aussage: B├╝rgermeister und B├╝rger sind sich einig. Im Text wird diese Aussage wiederholt - wider besseres Wissen der Journalistin Anja G├Ârlitz. Wer genau hinschaut, sieht, dass nicht f├╝r den B├╝rgermeister geklatscht wird. Der sitzt im Publikum: 1. Reihe, achte Person von rechts. Quelle: MM

Heddesheim, 11. Januar 2010. Die grundgesetzlich gesch├╝tzte Meinungsfreiheit ist ein wesentlicher Pfeiler unserer Demokratie. Wesentlich f├╝r die Bildung einer freien Meinung sind eine gute Schulbildung und der Zugang zu Informationen. Doch nur die, die mehr als eine Quelle nutzen, k├Ânnen vermeiden, manipuliert zu werden.

Kommentar: Hardy Prothmann

Heute macht der Mannheimer Morgen ├╝ber den Neujahrsempfang der Gemeinde mit einem gro├čen Artikel im Lokalteil „die Seite auf“. Unter Journalisten nennt man das deshalb „Aufmacher„.

Die Redakteurin Anja G├Ârlitz, zust├Ąndig f├╝r Heddesheim, stellt darin zutreffend den Ablauf der Veranstaltung dar. Trotzdem werden die Leserinnen und Leser des Mannheimer Morgens unzutreffend informiert, wenn nicht gar get├Ąuscht.

Unter anderem zitiert Frau G├Ârlitz den B├╝rgermeister Michael Kessler:

„Die geplante Pfenning-Ansiedlung habe dazu gef├╝hrt, „dass wir in Heddesheim nach langen Jahren wieder eine B├╝rgerinitiative haben“. Auch hier habe sich b├╝rgerschaftliches Engagement gezeigt – „zeitlich und inhaltlich auf ein Thema begrenzt“. Kessler erinnerte an die kontroverse Diskussion und die Bef├╝rchtungen vieler vor mehr Lkw-Verkehr. „Durchaus selbstkritisch“ f├╝gte er an: „Die umfassenden Informationen, die im Laufe des Jahres gegeben wurden, h├Ątten zu Beginn des Verfahrens vielleicht dazu beigetragen, manche ├â┼ôberspitzung und Fehleinsch├Ątzung zu vermeiden.“

Das hat der B├╝rgermeister Michael Kessler tats├Ąchlich so gesagt. Der unbedarfte Leser k├Ânnte nun schlussfolgern, dass der B├╝rgermeister ein selbstkritischer Mensch ist, der einen Fehler eingesteht.

Doch das ist falsch. Und damit wird die Berichterstattung unzureichend und wider besseres Wissen der Redakteurin Anja G├Ârlitz propagandistisch.

  • Frau G├Ârlitz ist intensiv mit dem Thema „Pfenning“ befasst. Sie wei├č, dass der B├╝rgermeister sich lange weigerte, die IG neinzupfenning ├╝berhaupt zu einem Gespr├Ąch zu empfangen.
  • Sie wei├č, dass der B├╝rgermeister noch nicht einmal den Namen „IG neinzupfenning“ bei der Neujahrsansprache genannt hat.
  • Sie wei├č, dass der B├╝rgermeister bis heute nur die Informationen herausgibt, die er herausgeben muss.
  • Sie wei├č, dass f├╝r 35.000 Euro eine Spin-doctor-Firma (Anm. d. Red.: „Spin“ hei├čt, der Sache einen Dreh geben und meint die professionelle Beeinflussung der ├Âffentlichen Meinung) namens IFOK engagiert wurde, um die katastrophale Informationspolitik des B├╝rgermeisters zu reparieren.
  • Sie wei├č, dass der B├╝rgermeister den Antrag der Gr├╝nen verneint hat, die IG neinzupfenning als Tr├Ąger ├Âffentlicher Belange anzuerkennen.
  • Sie wei├č, dass sie jederzeit beim B├╝rgermeister anrufen kann, w├Ąhrend sich der B├╝rgermeister bis heute einem Interview mit dem heddesheimblog verweigert.

Die Liste, was Frau G├Ârlitz wei├č, den Leserinnen und Lesern des Mannheimer Morgens aber vorenth├Ąlt, l├Ąsst sich m├╝helos um viele weitere Punkte erweitern.

Vor allem die weggelassene Information manipuliert die Meinung.

Die Manipulation der ├Âffentlichen Meinung geschieht h├Ąufig nicht nur durch Informationen, die verbreitet werden – im Gegenteil vielleicht sogar noch mehr durch Informationen, die nicht verbreitet werden. Denn das, was nicht berichtet wird, findet auch nicht statt.

Da Frau G├Ârlitz ├╝ber umfangreiches Wissen verf├╝gt, dieses aber der ├ľffentlichkeit vorenth├Ąlt, manipuliert sie diese. Durch diese Unterlassung betreibt sie nicht nur Gef├Ąlligkeitsjournalismus oder eine Hofberichterstattung. Nein, sie macht PR – im Sinne des B├╝rgermeisters und gegen das Interesse der ├Âffentlichen Meinung – anst├Ąndig informiert zu werden.

Frau G├Ârlitz schreibt weiter:

„Deutliche Worte
Dass Gegner und Bef├╝rworter zu unterschiedlichen Bewertungen kommen, m├╝sse „auch k├╝nftig m├Âglich sein, ohne dass sich der Ort entzweit“, mahnte er und lie├č deutliche Worte folgen: „Kein Verst├Ąndnis habe ich, wenn den politisch Handelnden unterstellt wird, dass sie bewusst gegen das Wohl der Gemeinde versto├čen.“ Kessler schloss das Thema mit einem Appell: „Ich hoffe sehr, dass es uns gelingt, eventuell noch vorhandene Kr├Ąnkungen zu ├╝berwinden und uns wieder auf eine unserer St├Ąrken zu besinnen, und zwar das ausgepr├Ągte Wir-Gef├╝hl in unserem Gemeinwesen.“

Auch hier zeigt sich die Berichterstattung von Frau G├Ârlitz verantwortungslos. Sie berichtet zwar zutreffend, was der B├╝rgermeister gesagt hat, ordnet aber auch diese Aussage nicht ein. Leser ohne Hintergrundwissen m├╝ssen annehmen, dass das, was der B├╝rgermeister sagt, wohl zutrifft, denn es sagt ja schlie├člich der B├╝rgermeister und es steht ja in der Zeitung.

Falsche Behauptungen werden durch propagandistische Berichterstattung „zur Wahrheit“.

Tatsache ist, dass niemand behauptet, dass die „politischen Handelnden bewusst gegen das Wohl der Gemeinde versto├čen“. Es wird lediglich in Frage gestellt, ob die geplante „Pfenning“-Ansiedlung dem Wohl der Gemeinde dient, wie die Bef├╝rworter behaupten. Die IG neinzupfenning schreibt in einem Flugblatt:
„Der B├╝rgermeister und verschiedene Gemeinder├Ąte betonen immer wieder, dass die Pfenning-Ansiedlung unseren Wohlstand sichert. Im Umkehrschluss hei├čt das: Ohne Pfenning gehtÔÇÖs bergab, wir verlieren alle diese Vorz├╝ge. Ist das richtig? Gibt es keine Alternativen? Ist Pfenning die Antwort auf unsere Zukunft? Was hier betrieben wird, ist eine Angstkampagne. Wir wollen diese Angst nicht. Sie vergiftet unsere Gemeinschaft.“

Tatsache ist auch, dass die Bef├╝rworter den Gegnern vorwerfen, diese w├╝rden gegen das Wohl der Gemeinde agieren. So schreibt die CDU am 23. April 2009:
„W├╝rden wir, wie von der Initiative „Nein zu Pfenning“ gew├╝nscht verfahren, w├╝rde sich Heddesheim r├╝ckw├Ąrts entwickeln. Das ist f├╝r Heddesheim keine Perspektive und nicht f├Ârderlich f├╝r das Gemeinwohl.“

Was das vom B├╝rgermeister geforderte „Wir-Gef├╝hl“ angeht, so stellt Frau G├Ârlitz nicht die Frage, wen der B├╝rgermeister mit „Wir“ meint: N├Ąmlich sich und alle, die ihn unterst├╝tzen. W├Ąre er tats├Ąchlich auch daran interessiert, die Kritiker des „Pfenning“-Projekts in dieses „Wir“ einzuschlie├čen, so h├Ątte er das jederzeit in den vergangenen Monaten aus eigenem Antrieb tun k├Ânnen und auf die Kritiker zugehen k├Ânnen. Das aber hat er niemals getan und bis heute auch nicht im Sinn. Somit ist sein „Appell“ ein Lippenbekenntnis – nichts weiter.

Im Gegenteil h├Ątte ein Wort von ihm gen├╝gt und die IG neinzupfenning h├Ątte die B├╝rger im Mitteilungsblatt ├╝ber ihre Argumente informieren k├Ânnen. Der B├╝rgermeister schwieg.

Frau G├Ârlitz ist entweder unbedarft oder sie desinformiert vors├Ątzlich.

Eine Aufgabe der Presse wird oft so beschrieben, dass sie die Machthaber kontrollieren und die ├ľffentlichkeit auf Missst├Ąnde hinweisen soll. Dem kommt Frau G├Ârlitz nicht nach. Sie macht das Gegenteil: Ob unbedarft oder vors├Ątzlich.

Frau G├Ârlitz wird diesen Spuk mit Erlaubnis der Redaktionsleitung beim Mannheimer Morgen so lange treiben, bis es den Verlag schmerzt. Das w├╝rde es, wenn genug Leserinnen und Leser ihren Protest an die Redaktion richten und am besten zumindest auf Zeit ihr Abonnement k├╝ndigen.

Damit das nicht falsch verstanden wird: Auch die IG neinzupfenning ist von uns Journalisten kritisch zu betrachten, was das heddesheimblog selbstverst├Ąndlich tut.

Das heddesheimblog h├Ąlt es mit dem fr├╝heren Tagesthemen-Moderator Hajo Friedrichs: „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er ├╝berall dabei ist, aber nirgendwo dazugeh├Ârt.“

Vielleicht sollte Frau G├Ârlitz mal dar├╝ber nachdenken, wenn sie das n├Ąchste Mal in einen Spiegel schaut. Die Frage lautet: Bin ich Journalistin oder ein Spin-doctor?

Siehe auch: „├â┼ôbers Ziel hinaus geschossen oder Volltreffer? Warum das heddesheimblog den MM kritisiert“

Tipp der Redaktion:
Das Thema „Spin-doctor“ wurde wunderbar im Film „Wag the dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt“ beschrieben. In den Hauptrollen Robert de Niro und Dustin Hoffmann.

Neujahrsansprache: Auch 2010 „kein Verst├Ąndnis“

Guten Tag!

Heddesheim, 10. Januar 2010. Der Neujahrsempfang ist f├╝r einen B├╝rgermeister die Gelegenheit zur├╝ck, aber vor allem nach vorne zu schauen. Michael Kesslers Blick auf die Zukunft ist der in die Vergangenheit. Er bleibt unvers├Âhnlich und wird auch 2010 kein Verst├Ąndnis zeigen.

Kommentar: Hardy Prothmann

Gleich nach den ├╝blichen Begr├╝├čungsfloskeln kam B├╝rgermeister Michael Kessler auf das Thema in der Gemeinde, „das seit langem wie kein anderes kontrovers diskutiert worden ist“: Die geplante „Pfenning„-Ansiedlung.

„B├╝rgerinitiativen haben gro├čen Einfluss“, sagte Kessler, „und bem├╝hen sich, alternative Wege aufzuzeigen.“ Wer jetzt erwartete, dass der B├╝rgermeister einen Schritt auf die Gegner des Projekts zumacht, wurde entt├Ąuscht. „Sie vertreten aber auch eigene Interessen. B├╝rgerinitiativen haben eng begrenzte Ziele“, sagte Kessler. Und: „Ich habe kein Verst├Ąndnis daf├╝r, wenn unterstellt wird, dass wir nicht zum Wohl der Gemeinde handeln.“

B├╝rgermeister Kessler war im vergangenen Jahr ein Verst├Ąndnisloser und wird es auch in diesem Jahr bleiben. Verst├Ąndnis und Selbstkritik ├╝bt er in einem Satz, den er aber im Konjunktiv formuliert: „Umfangreichere Informationen zu Beginn h├Ątten vielleicht dazu beigetragen….“

Doch dann legt er nach und kritisiert „Ausw├╝chse, die die Ebene der Sachlichkeit verlassen haben“. Damit meint er nicht sich und andere „verdiente Pers├Ânlichkeiten“ der Gemeinde. Damit meint er ausnahmslos alle, die nicht seiner Meinung sind.

Damit zementiert B├╝rgermeister Kessler seinen unvers├Âhnlichen, herrischen Standpunkt. Er betont die Mehrheitsentscheidung des Gemeinderats (11:9) f├╝r das Vorantreiben der geplanten „Pfenning“-Ansiedlung und erhebt einen Vorsprung von 0,7 Prozentpunkten bei der B├╝rgerbefragung zum mehrheitlichen Willen der B├╝rger (50,35 Prozent : 49,65 Prozent).

Schade, dass er es n├Âtig hat, mit diesem Tunnelblick auf das neue Jahr zu schauen.

Als h├Ątten die Autoren des Artikels „B├╝rgerinitiative“ der freien Online-Enzyklop├Ądie Wikipedia sich eingehend mit Heddesheim besch├Ąftigt, steht dort zu lesen:

„F├╝r das Entstehen von B├╝rgerinitiativen sind z. B. die Probleme des wirtschaftlichen Wachstums und die damit verbundenen Umweltbelastungen verantwortlich. Dieser Bereich wird von den Interessenverb├Ąnden kaum abgedeckt und muss deshalb durch B├╝rgerinitiativen eingeklagt werden.
Des Weiteren ist ihr Entstehen meist auf ein Versagen von politischen Planern in Parteien und Verwaltungen zur├╝ckzuf├╝hren. Viele B├╝rger kritisierten, dass diese Planer lediglich sachliche Korrektheit, nicht aber die Bed├╝rfnisse der Bev├Âlkerung ber├╝cksichtigten.
Einen nicht minder wichtigen Anteil an der Entstehung von B├╝rgerinitiativen hat sicherlich auch die au├čerparlamentarische Opposition (APO).
Kritiker von B├╝rgerinitiativen betrachten sie als reine Verhinderungsallianzen, die das Wirtschaftswachstum behindern und h├Ąufig auf egoistischen Anrainerinteressen beruhen.“

Der B├╝rgermeister sieht sich als Statthalter des Gemeinwohls und alle, die nicht seiner Meinung sind, als Egoisten.

Damit macht er mit dem weiter, was ihm viele Heddesheimer B├╝rgerinnen und B├╝rger schon im vergangenen Jahr 2009 ├╝bel genommen haben – er treibt den Keil tiefer und tiefer und behauptet, andere seien daran schuld.

Lesetipp hirschbergblog:
Der Vertrauenspsychologe

MGV probt f├╝r Ball und Empfang

Guten Tag!

Heddesheim, 07. Januar 2010. Der M├Ąnnergesangsverein 1847 e.V. hat am Montag zum ersten Mal im neuen Jahr geprobt. Am Wochenende steht zwei Auftritte an. Am Samstag, den 09. Januar beim MGV-Ball und am Sonntag, den 10. Januar 2010 beim Neujahrsempfang der Gemeinde.

Text und Bilder Horst P├Âlitz

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Chorprobe des MGV. Bild: hblog/hp

P├╝nktlich um 19:00 Uhr begann am Montag, den 04. Januar 2010, die erste Chorprobe des MGV im ├â┼ôbungsraum der „Alten Schule“. Das heddesheimblog sprach mit dem 1. Vorstand Heinz Zeilinger, Pressesprecher Dieter Wirth sowie Chorleiter Thomas Wind.

Herr Zeilinger, was wird geprobt?
Heinz Zeilinger: „Wir haben am kommenden Samstag um 20:00 Uhr in der Nordbadenhalle unseren MGV-Ball. Da m├╝ssen die Lied-, Tonhervorhebung und Satzl├Ąngen stimmen. Desweiteren ist am Sonntag der Neujahrempfang der Gemeinde um 11:00 Uhr im B├╝rgerhaus. Gastgeber des Empfangs sind der Verein der Vogelfreunde und -pfleger Heddesheim e.V. 1960 und die Gemeinde Heddesheim. Der Empfang wird vom gemischten Chor des M├Ąnnergesangvereins 1847 Heddesheim e.V. und der Musikschule Heddesheim musikalisch umrahmt.“

Herr Wirth, MGV bedeutet M├Ąnnergesansverein. Ich sehe hier aber auch viele Frauen. Wie vertr├Ągt sich das?
Dieter Wirth: „Auf Grund zahlreicher Nachfragen haben wir 2003 einen gemischten Chor gegr├╝ndet.“

Herr Wind, was wird heute ge├╝bt?
Thomas Wind: Die Vertiefung von „Sing mit uns“, „S├Ąngergru├č“, „Vater unser“, „Mit Musik geht alles besser“.

Herr Zeilinger, wie viele Mitglieder singen zur Zeit aktiv?
Zeilinger: „Effektiv sind es knapp 30 Mitglieder, die sich regelm├Ą├čig einfinden.

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog