Montag, 25. September 2017

Bewegt euch!

Guten Tag!

Heddesheim, 05. August 2009. Haben Sie den Mannheimer Morgen noch abonniert? Sch├Ân. Dann lesen Sie heute wieder hart recherchierte Informationen und d├╝rfen sich hintergr├╝ndig und topaktuell informiert f├╝hlen: „Pfenning“ l├Ądt die IG neinzupfenning ein. Klingt gut, ist aber b├Âse gemeint: Gegen die IG neinzupfenning.


Kommentar: Hardy Prothmann

Das Spiel ist ein abgekartetes. Die IG neinzupfenning hat sich dem „Dialog“ verweigert. Die Gr├╝nde kann man gut verstehen – denn der „Dialog“ ist eine Zumutung.

Die IG neinzupfenning hat den B├╝rgermeister zum Gespr├Ąch eingeladen – mehrfach. Und der B├╝rgermeister hat immer wieder zum „Dialog“-Gespr├Ąch gebeten.

F├╝r die IG ist das eine Sackgasse. Sie muss verstehen, dass man einem noch handlungsf├Ąhigen B├╝rgermeister keine Bedingungen dieser Form stellen kann (worauf man bei einem nicht mehr handlungsf├Ąhigen B├╝rgermeister getrost verzichten k├Ânnte).

Der B├╝rgermeister f├╝hrt wieder

Soweit ist es nicht. B├╝rgermeister Michael Kessler ist voll handlungsf├Ąhig, hochkonzentriert und verantwortlich f├╝r sein Wirken.

Der B├╝rgermeister hat sich nach anf├Ąnglichen Schwierigkeiten geschickt zur├╝ckgezogen und versucht nun, sich zum Vorreiter der B├╝rgerfront zu machen.

Solange die IG sich einem Gespr├Ąch verweigert, kann er die Unschuld in Person mimen – und die IG wird seine neue Rolle st├Ąrken, wenn sie sich weiter verweigert. Und sie wird ihre schw├Ąchen – unvermeidlich.

Denn der „Dialog“ ist nichts anderes als ein Potemkinsches Dorf, also etwas, dem alle Substanz fehlt – ein angeblich b├╝rgernahes Forum, in dem allerdings nur├é┬áein B├╝rger und 19 Interessenvertreter (die „Kirchenvertreter“ eingeschlossen) sitzen.

F├╝r diese ├Âffentlichkeitswirksame Ma├čnahme hat die Gemeinde schlie├člich auf viel Geld bezahlt – zu wenig, um ein wirklich gutes Ergebnis zu bekommen, aber genug, um ihre Interessen zu vertreten.

Moderiert von einer PR-Agentur, die f├╝r viel Geld angeblich neutral ist.

Es wird Theater gespielt – die IG verliert die Hauptrolle

Die IG neinzupfenning hat vordergr├╝ndig vollkommen Recht, diesem Theater fern zu bleiben.

Aber das Theater wird benutzt werden und Wirkung zeigen: „Die von der IG sagen doch blo├č „Nein“ und sonst nichts.“

Gestern war ein erster kleiner Leserbrief eines nicht im Heddesheimer Telefonbuch stehenden „Huub Avoird, Heddesheim“ im MM zu lesen: „Macht mal etwas Vern├╝nftiges“. Geht es noch deutlicher?

Der MM, der in j├╝ngster Vergangenheit einige gro├če Anzeigen von „Pfenning“ buchen konnte, der B├╝rgermeister, der etwas angefangen hat, was er zu Ende bringen will (alles andere w├Ąre ein Misserfolg) und daf├╝r trotz erwartet klammer Kassen die IFOK engagiert und die „Pfenning-Gruppe“, die Anzeigen schaltet und sp├Ąter mal „der gr├Â├čte Gewerbesteuerzahler Heddesheims“ werden soll (und Investitionen wie in die IFOK „refinanziert“) stehen als Block (nicht als blog ­čÖé ) einer B├╝rgerbewegung entgegen.

Die bewegt sich aber seit Wochen nicht – als w├Ąre sie gel├Ąhmt.

Die IG ist dabei, sich selbst abzuschreiben.

Der neuste Coup ist die Einladung der IG durch die Firmengruppe Pfenning – lanciert ├╝ber den willigen Mannheimer Morgen.

Die Firmengruppe Pfenning bittet geradezu um einen (letzten) Schritt: Sie will, nachweislich der Berichterstattung im Mannheimer Morgen, „eine gesunde Basis f├╝r ein Zusammenleben in der Gemeinde wiederherstellen“, das ist „in ihrem Sinne“, sie wei├č, dass die Heddesheimer in punkto Verkehr „├Ąu├čerst sensibel reagieren“, sie will „Garantien in geeigneter Form“ geben und sie will, so der MM, „das Gespr├Ąch mit interessierten B├╝rgern suchen“ und sie will „erm├Âglichen“, so der MM, „sich ein objektives Bild von unserem Projekt zu verschaffen“.

Wenn die IG dieser PR-Maschine nichts wirklich Eigenes und zwar sofort entgegensetzen kann – ist sie abgeschrieben.

Dann hat die IG die „Einladung“ des B├╝rgermeisters nicht angenommen, auch nicht die der IFOK und nicht die von „Pfenning“. Danach wird es von keinem mehr eine „Einladung“ geben.

Am Ende wird die IG als st├Ârrisches Verweigererteam dastehen. Das ist das Ziel der Strategie.

Egal, ob die „Einladungen“ ernst zu nehmen sind oder nicht. Das „abgekartete“ Spiel geht so.

Die IG hat einen Joker – die Sympathie in der Bev├Âlkerung…

Die IG hat aber etwas, was weder der B├╝rgermeister, noch die IFOK, noch „Pfenning“ in den Pot werfen k├Ânnen: die gro├če Sympathie in der Bev├Âlkerung.

Sie sollte noch einmal dar├╝ber nachdenken, warum ca. 1.400 Menschen bei der IG neinzupfenning unterschrieben haben.

Diese Unterschriften hat die IG sich verdient, weil deren Mitglieder sich ├╝ber Wochen hingestellt haben, bekannt haben, mutig waren und Informationen forderten.

Das ist ein gutes Blatt – das durchaus zeigen kann, dass auf der anderen Seite falsch gespielt wird. Die IG kann den Publikumsjoker ziehen – aber nur, wenn sie die Rolle einnimmt, f├╝r die diese Menschen unterschrieben haben: Als „Interessengemeinschaft“.

…den sie aber durchaus verspielen kann

Daf├╝r muss die IG verstehen, was sie im Begriff war zu werden, aber noch nicht ist: Eine B├╝rgerbewegung. Wenn sie das sein will, werden ihr die Herzen zufliegen. Wenn sie einem B├╝rgermeister Bedingungen stellen will oder „wichtig“ genommen werden will, ist sie am Ende.

Die IG hat mit dem Gespr├Ąch bei Pfenning die Chance, wieder voll zu trumpfen. Durch Fragen und durch Pr├Ąsenz.

Weil die IG einen Sympathiebonus in der Bev├Âlkerung hat, wird man ihr sicher zugestehen, dass sie als loser Bund Unterst├╝tzung in Anspruch nehmen kann, beispielsweise durch die Medien.

Die B├╝rger erwarten, dass die IG sich und sie „bewegt“.

Deswegen: Bewegt Euch. Geht hin und stellt Fragen. Sonst geben andere Antworten.

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

F├╝hrt endlich ein vern├╝nftiges Gespr├Ąch

Leserbrief: Ralf Illmer

Ich verfolge nun schon seit Wochen die verbale Auseinandersetzung zwischen den Gegnern und Bef├╝rwortern des Pfenning-Projekts.

Nachdem jetzt auch noch dieses professionelle PR Unternehmen verpflichtet wurde, wundert mich nichts mehr. Die etablierten Parteien, die beiden Kirchen sowie einige Heddesheimer B├╝rger wurden zum Dialogkreis eingeladen.

Was mich an der ganzen Sache ungemein st├Ârt, ist, dass ich pers├Ânlich eher weniger Kontakt zu den im Dialogkreis sitzenden Personen habe. Auf deutsch gesagt, ich kenne bis auf 3 oder 4 Personen keinen. Ich bin 39 Jahre und lebe auch genau so lange hier im Dorf.

Aber um in so einer Diskussionrunde eine breite B├╝rgermeinung zu h├Âren, bedarf es schon mehr als Alibi-Heddesheimern, die erst seit 5 oder 10 Jahren in Heddesheim wohnen. Mir fehlen wirkliche Gr├Â├čen des Heddesheimer Lebens im Dialogkreis, die ihre Meinung vertreten und dem B├╝rgermeister, sowie auch dem Gesch├Ąftsf├╝hrer der Pfenning-Gruppe klar machen, dass es so nicht gehen kann, wie sie es wollen.


Warum auch immer ein Herr Merx oder ein Herr Doll daran teilnehmen verschlie├čt sich mir v├Âllig. Der eine will nicht mehr im Dorf leben und der andere sagt, dass wir unsere Freizeiteinrichtungen nicht mehr finanzieren k├Ânnen, wenn Pfenning nicht nach Heddesheim kommt.

Wer oder was sind die eigentlich? B├╝rger von Heddesheim meiner Meinung nach nicht, denn sie handeln nicht im Sinne der B├╝rger.

Zum Herrn B├╝rgermeister m├Âchte ich hier nicht viel sagen, denn er handelt nun mal nach verwaltungstechnischen Aspekten und ich sage einfach, er kann nicht anders.

Aber warum er B├╝rgermeister geworden ist, frage ich mich auch schon l├Ąnger. Muss wohl am Nachnamen liegen.

Ebenso unklug wie trotzig verh├Ąlt sich aber auch die IG neinzupfenning, die nicht am Dialogkreis teilnehmen will. Sie will nach eigenen Regeln spielen und wird dabei vorgef├╝hrt als uneinsichtiger Miesmacher.

In manchen Sachen gebe ich dem B├╝rgermeister sogar recht, aber man sollte sich doch zusammenraufen und endlich ein vern├╝nftiges Gespr├Ąch f├╝hren, sonst l├Ąuft alles ins Leere.

Zu versuchen, dem B├╝rgermeister seinen Verhandlungs- oder besser gesagt einen Gesp├Ąchstil zu diktieren, ist kl├Ąglich am Ego der IG gescheitert. Mich wundert es daher nicht, dass in unserem Dorf die Meinung zur IG eher zwiesp├Ąltig ist, nachdem sie sich so extrem verweigert hat, dem Dialokkreis beizuwohnen.

Mein Fazit dazu ist schnell erkl├Ąrt: Nehmt das B├╝rgerhaus und ladet mindestens 20 B├╝rger ein, die in Heddesheim in der ├ľffentlichkeit stehen.

Macht einen Querschnitt aus B├╝rgern aller sozialen Schichten und vergesst dabei nicht, dass wir hier in einem Dorf sind und nicht auf der Showb├╝hne der gro├čen Politik.

Was tun – wenn man Probleme hat? Man l├Âst sie! Offensiv!


Satire

Heddesheim, 31. Juli 2009. Der „st├Ądtebauliche Vertrag“ ist pl├Âtzlich ├Âffentlich und ebenso pl├Âtzlich gibt B├╝rgermeister Kessler dem Mannheimer Morgen ein Interview. Mit hart recherchierten Fragen und souver├Ąnen Antworten.

Gehen Sie gerne ins Theater? Sie k├Ânnen sich den Eintritt sparen! Lesen Sie einfach den Mannheimer Morgen – heute mit der Farce eines Interviews ├╝ber eine Farce, die folgenden Titel tr├Ągt: „H├Ątte man offensiver angehen k├Ânnen„.

Folgende Theaterkritik wurde uns zur Ãœberlassung als Besprechung des Interviews zugespielt:

„Der Fokus liegt h├Ąufiger darauf, dass eine Grenze ├╝berschritten wird oder etwas vor den anderen Figuren verheimlicht werden soll und auf einer unvorhersehbaren Kettenreaktion, die daraus resultiert. In einer Farce im Theater gibt es normalerweise nur einen Ort. Dabei handelt es sich h├Ąufig um Gesellschaftsr├Ąume in Familienh├Ąusern, die viele T├╝ren zu angrenzenden R├Ąumen haben. Als Alternative kann es sich beim Ort auch um ein Hotel, ein Krankenhaus oder ein B├╝ro handeln.

Da es keine Zeit gibt, ├╝ber die Geschehnisse zu raisonieren und die n├Ąchsten Schritte zu planen, kommt die Figur, die etwas zu verschweigen hat, an einen Punkt ohne R├╝ckkehr, in der f├Ąlschlichen Annahme, dass Handeln besser ist, als enttarnt zu werden oder die Wahrheit zuzugeben. Dadurch verwickeln sie sich immer st├Ąrker in Schwierigkeiten.

Die „Leiche im Keller“ kann echt oder eingebildet sein (z.├é┬áB. ein Missverst├Ąndnis oder Fehlinterpretation von Fakten). Es kann sich um ein Geheimnis handeln, das die Gegenwart betrifft oder auch eine lang vergessene Vergangenheit, die pl├Âtzlich wieder auftaucht und nun eine Bedrohung f├╝r die Sicherheit und den Frieden der Figur darstellt oder zumindest darzustellen scheint. Die Themen der Farce zeigen die Sitten der Zeit auf: Im sp├Ąten├é┬á19. Jahrhundert handelte es sich h├Ąufig um eine Frau, die ├╝ber ihr Alter l├╝gt oder einen Mann, der Vater eines unehelichen Kindes ist. Im Laufe des├é┬á20. Jahrhunderts ging es haupts├Ąchlich um Untreue. Hier versucht der├é┬áProtagonist zu verhindern, dass die au├čereheliche Affaire bekannt wird.

Viele Farcen bewegen sich schnell auf die├é┬áKlimax zu, in der das Problem auf die eine oder andere Weise gel├Âst wird, h├Ąufig durch eine ├╝berraschende Wendung durch den Einsatz eines├é┬ádeus ex machina. Normalerweise gibt es ein├é┬áHappy End. Zur Freude des Publikums wird der Gerechtigkeit nicht immer gefolgt: Der Protagonist kommt davon, auch wenn er sich kriminell verhalten hat.

Eine Farce ist normalerweise sehr tolerant gegen├╝ber Verst├Â├čen und zeigt Menschen als eitel, irrational, k├Ąuflich, kindisch und├é┬áAutomatismen zugeneigt. Aus diesem Grund ist die Farce h├Ąufig kombiniert mit der├é┬áSatire. Bei der Farce handelt es sich nicht nur um ein├é┬áGenre, sondern auch um eine h├Âchst flexible dramatische Form, die h├Ąufig mit anderen Formen kombiniert wird.“

Quelle: Wikipedia

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

„Der Dialog soll die Kritiker erm├╝den“ – meint Richard Landenberger vom BUND

Guten Tag!

Heute steht das zweite Gespr├Ąch des so genannten „Dialogs“ zur Ansiedlung der „Pfenning-Gruppe“ in Heddesheim an. Um 18:30 Uhr treffen sich „ausgew├Ąhlte“ Vertreter zum nicht-├Âffentlichen Gespr├Ąch.

Ausgew├Ąhlt wurden die Gespr├Ąchsteilnehmer durch die IFOK, einem Unternehmen, dass seinen Auftraggebern ein gutes Image und Erfolg mit ihrer Kommunikation verspricht. Auftraggeber ist die Gemeinde Heddesheim.

Die „IG neinzupfenning“ verweigert sich dem Dialog. Aber auch der BUND Ortsgruppe Heddesheim. Das heddesheimblog hat den BUND gefragt, warum das so ist.

Interview: Hardy Prothmann

Herr Landenberger: Der BUND Heddesheim will trotz Nachfrage durch die IFOK nicht an dem sogenannten „Dialog“ teilnehmen. Warum?
Richard Landenberger: „Der BUND Ortsgruppe Heddesheim wird an diesem speziellen „Dialog“ nicht teilnehmen, weil der Dialog nicht ├Âffentlich ist.“

Ganz so ist das nicht. Die Ergebnisse des „Dialogs“ werden doch aber im Anschluss ├Âffentlich gemacht. Wo also ist das Problem?
„Ganz einfach: die Geheimniskr├Ąmerei der Verantwortlichen hat in der Vergangenheit zu einem wirklich gro├čen Unmut in der Bev├Âlkerung gef├╝hrt. Viele B├╝rger f├╝hlen sich hintergangen. Das hat gro├če Emotionen freigesetzt.

Daher kann ein wie auch immer gearteter „Dialog“ nur ├Âffentlich gef├╝hrt werden. Unser Mi├čtrauen ist ebenfalls gro├č und wir lassen uns hier nicht instrumentalisieren.“

Wieso sehen Sie eine Instrumentalisierung?
„Wir sehen eine Instrumentalisierung durch diese spezielle Art des „Dialogs“ gegen├╝ber einem echten, offen Dialog, an dem B├╝rger teilhaben k├Ânnen, mit ihrer Stimme, zumindest aber als Zeugen des Geschehens.

Wenn wir uns aber auf diese abgeschottete Art des „Dialogs“ mit ausgew├Ąhlten Teilnehmern einlassen, dann lassen wir uns automatisch auf die Zerst├Ârung der Natur ein. Denn die wird zur Verhandlungssache gemacht.“

„Die Geheimniskr├Ąmerei der Verantwortlichen hat zu gro├čem Unmut in der Bev├Âlkerung gef├╝hrt.“ Richard Landenberger


Wieso das denn? Es soll doch dar├╝ber geredet werden, wie man die Belastung vermindert?
„Genau so ist das. Es wird nicht gefragt, ob man die Belastung ├╝berhaupt haben will, sondern welche Belastung „konsensf├Ąhig“ ist.“

Sie meinen, es findet kein Dialog ├╝ber das ob, sondern nur ├╝ber das wie statt?
„Ganz genau. In dieser Diskussion muss es erstmal um die genaue Definition der Begriffe gehen. Der BUND versteht Nachhaltigkeit in dieser Reihenfolge: Vor allem steht die ├ľkologie. Danach kommen ├ľkonomie und Soziales, die sehr wichtig sind, sich aber der ├ľkologie unterzuordnen haben.

Die IFOK und ihre Auftraggeber sehen das anders. F├╝r deren Position sind alle drei Faktoren vielleicht gleich wichtig, vermutlich steht aber die ├ľkonomie an vorderster Stelle und ├ľkologie und Soziales m├╝ssen sich irgendwie damit arrangieren. Aus unserer Position heraus ist das nicht akzeptabel: Die Natur ist f├╝r uns keine Verhandlungssache.“

Aber w├Ąre es nicht einen Versuch wert, mit den anderen Teilnehmern ├╝ber den von der IFOK moderierten „Dialog“ ins Gespr├Ąch zu kommen?
„Die Frage kann ich definitiv mit Nein beantworten. Die IFOK versteht ihrem Selbstverst├Ąndnis nach – als Dienstleister f├╝r zahlungskr├Ąftige Kunden – etwas anderes als wir unter Nachhaltigkeit. Ich m├Âchte gar nicht unterstellen, dass die IFOK nicht auch ethische Richtlinien hat.

Aber die drei Faktoren ├ľkologie, ├ľkonomie und Soziales haben f├╝r die IFOK keine Rangfolge, sondern sind Verhandlungsmasse, also gleichwertig. Dem widersprechen wir.

Wir verstehen aber auch die IFOK, die muss schlie├člich die Interessen ihrer Kunden vertreten und Geld verdienen. Die Interessen denken, dass die drei Faktoren gegeneinander verhandelt werden k├Ânnen. Das k├Ânnen sie unserer Auffassung nach aber nicht. Es kann in der Reihenfolge ├ľkologie und dann ├ľkonomie und Soziales oder umgekehrt keine Tauschhandel f├╝r uns geben.“

„Der BUND, die IG neinzupfenning und andere Kritiker haben ganz unterschiedliche Gr├╝nde gegen die geplante Pfenning-Ansiedlung.
Jedes Argument z├Ąhlt – die IFOK hat die Aufgabe, dass gegeneinander auszuspielen. Das machen wir nicht mit.“


Gibt es weitere Gr├╝nde, warum der BUND sich dem „Dialog“ verweigert?
„Ja. Es geht dabei um die Strategie, die dahinter steckt. Wir wollen uns nicht auf eine Spaltung der Kritiker einlassen. Der BUND hat ├╝ber allem ├Âkologische Gr├╝nde, gegen eine Pfenning-Ansiedlung zu sein.├é┬áDie IG neinzupfenning hat einen anderen Ansatz als wir, aber beide haben handfeste Gr├╝nde gegen diese Ansiedlung.

Wir gehen von der Fl├Ąchenzerst├Ârung und dem damit verbundenen ├Âkologischen Schaden aus. Die IG-Mitglieder, ob Gewerbetreibende vor Ort oder Bewohner der Ringstra├če oder B├╝rger, die gegen mehr Verkehr im Ort sind, gehen eher von einer ganz pers├Ânlichen, aber nachvollziehbaren Behinderung ihrer pers├Ânlichen Perspektiven aus.

Wir verweigern also aus unterschiedlichen Gr├╝nden die Teilnahme an diesem „Dialog“. Auch, damit die zwar sehr unterschiedliche, aber in allen F├Ąllen zul├Ąssige Kritik nicht durch den „Dialog“ gespalten wird.“

Sie haben sich ge├Ąu├čert, dass es drei gute Gr├╝nde gegen die Pfenning-Ansiedlung gibt. Welche sind das?
„Erstens: Vielen Selbstst├Ąndigen wird durch die massive, einseitige Ansiedlung jede Perspektive verbaut.

Zweitens:├é┬áDurch die Zerst├Ârung dieser gro├čen Fl├Ąche wird der Natur gro├čer Schaden zugef├╝gt.

Drittens: Fl├Ąchenverbrauch zieht immer Verkehr nach sich und die Anwohner etlicher Stra├čen werden noch gr├Â├čere Belastungen zu ertragen haben.“

Allen, die nicht am Dialog teilnehmen, wird eine Art bockige Gespr├Ąchsverweigerung vorgeworfen. Wie gehen Sie mit diesem Vorwurf um?
„Wir haben ├╝berhaupt nichts gegen einen moderierten Dialog, das muss sogar so sein, wenn so viele verschiedene Interessen an einem Tisch sitzen. Aus unserer Sicht k├Ânnte das auch die IFOK oder ein anderes Unternehmen moderieren.

Entscheidend ist: Der Dialog muss ├Âffentlich sein. Selbst wenn nur Experten diskutieren, m├╝ssen die B├╝rger die Chance haben, dem beizuwohnen. Und am Ende des Dialogs muss es ohne wenn und aber eine Abstimmung der B├╝rger geben. Alles andere ist nach unserer Auffasssung nicht akzeptabel.

„Der „so genannte Dialog“ soll Zeit verz├Âgern und erm├╝den.“ Richard Landenberger


Sie scheinen die Ziele des „Dialogs“, also einen offenen Austausch anzuzweifeln. Was ist der Grund?
„Unserer Auffassung nach dient der „Dialog“ nur einer Verz├Âgerung mit dem Ziel der emotionalen Erm├╝dung der Kritiker, an dessen Ende deren schon vorher kalkulierte Aufgabe steht. Das kann es nicht sein.“

Glauben sie das wirklich?
„Ja. Angeblich ist ja alles ergebnisoffen. Was das hei├čen sollen? Das hat noch niemand definiert. Wir vermuten, dass alle etwas anderes darunter verstehen. Uns ist nur aufgefallen, dass trotz des „Dialogs“, der angeblich „ergebnisoffen“ ist, ├é┬ádie Planungen munter voranschreiten.

Dieses Vorgehen hat nichts mit einem offenen Ergebnis zu tun, sondern ist ausschlie├člich zielorientiert. Es geht darum, die geplante Ansiedlung in eine tats├Ąchliche Ansiedlung umzusetzen. Der Dialog ist nur Schminke.“


Zur Person:
Richard Landenberger ist geb├╝rtiger Heddesheimer, Diplom-Mathematiker und Vorsitzender des Regionalverbands des BUND Rhein-Neckar-Odenwald und Mitglied der BUND Ortsgruppe Heddesheim.

Info:
Der Bund f├╝r Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) ist eine Umweltschutzorganisation mit Sitz in Deutschland. Der Verein wird auch zu den Naturschutzorganisationen und den Nichtstaatlichen Organisationen gerechnet.

Am 20. Juli 1975 gr├╝nden Horst Stern, Prof. Bernhard Grzimek, Dr. Herbert Gruhl und 19 weitere Natur- und Umweltsch├╝tzer in Marktheidenfeld den Bund f├╝r Natur- und Umweltschutz Deutschland. Zum Vorsitzenden wird Bodo Manstein gew├Ąhlt. 1977 erfolgt die Umbenennung des Verbandes in Bund f├╝r Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Der BUND ist mit rund 480.000 Mitgliedern, Spendern und F├Ârderern einer der gro├čen Umweltverb├Ąnde Deutschlands. Der Verein ist vom Staat als Umwelt-/Naturschutzverband (Tr├Ąger ├Âffentlicher Belange) anerkannt und daher bei Eingriffen in den Naturhaushalt anzuh├Âren.

Links:
BUND
BUND auf wikipedia

Wider einer verantwortlichen Berichterstattung

Heddesheim, 27. Juli 2009. Der Mannheimer Morgen berichtete am Samstag auf einer ganzen Seite ├╝ber die erste Sitzung des Heddesheimer Gemeinderats. Leider sind diese Berichte voller Fehler und zeugen von einem nur mangelhaften journalistischem Handwerk – meint unser Kolumnist.

Kommentar: Helle Sema

Nein. Frau G├Ârlitz. Ihren Berichten muss ich impulsiv widersprechen. Gerade hatte ich Sie gelobt und nun bin ich entt├Ąuscht, weil Sie Ihre Leser (ent-)t├Ąuschen.


Sondergebiet erm├Âglicht Feinsteuerung“ ├╝berschreiben Sie den gr├Â├čten Bericht auf der „Sonderseite“ Heddesheim am 25. Juli 2009.

Nach Ihrer „kuscheligen“ Einleitung, dass die Gutachter „dem ein oder anderen Gast bekannt vorgekommen sind“ (Hey, sch├Ân Euch wiederzusehen), „frischten die das Gesagte auf“ (vom 21. April – schon so lange her, wie war das noch mal?), „erg├Ąnzt durch die Entwicklung“ (achso, ja klar, haha, ja genau), „kritisch hinterfragt von einigen Gemeinder├Ąten“.

Was man bei Ihnen liest, ist alles nicht so dramatisch.
Ist das so, Frau G├Ârlitz?

Warum schreiben Sie nicht, welche Gemeinder├Ąte das waren und welchen Parteien diese angeh├Âren oder nicht angeh├Âren? Das ist sonst doch immer wichtig? So hat man den Eindruck, dass es auch bei der CDU, der FDP oder der SPD kritisch fragende Gemeinder├Ąte geben k├Ânnte, was zumindest in dieser Sitzung nicht der Fall war.

Ich war auch auf der Sitzung und habe mitgeschrieben:
Als es um das Gewerbegebiet „N├Ârdlich der Benzstra├če“ ging, haben sich alle Mitglieder der Fraktion der Gr├╝nen (6) mit kritischen Fragen mehrfach zu Wort gemeldet, aus der Fraktion der SPD (5) kamen vier Wortmeldungen, darunter eine Frage von Herrn Lang, der wissen wollte, ob man schon ├╝ber „stille ├ľrtchen f├╝r Lkw-Fahrer“ nachgedacht h├Ątte.

Aus der „Fraktion“ der FDP, die in diesem Fall wegen Befangenheit der Gemeinder├Ątin und 3. stellvertretenden B├╝rgermeisterin Ingrid „Ines“ Kemmet, nur aus einem Mitglied bestand, kam eine nicht-kritische Frage und eine Feststellung, aus der Fraktion der CDU (8) kamen acht Wortmeldungen von drei Mitgliedern (6+1+1), darunter zwei nicht-kritische Fragen.

Sie haben detailverliebt mitgeschrieben, das „BImSCHV“, „Sondergebiet I“ und „$11 BauNVO“ alles regelten oder besonders „strenge“ Vorschriften seien, welchen Hintergrund diese Vorschriften aber haben, das schreiben Sie nicht auf. Denn das erfordert Recherche. Vielleicht haben Sie ja auch recherchiert, dann haben Sie Ihr Wissen unterschlagen. Beides ist nicht in Ordnung.

Besonders entt├Ąuscht bin ich ├╝ber die Passage mit den Verkehrszahlen. Sie lassen den Gutachter zwar sagen, „wie er anhand der von Pfenning genannten Zahlen … zu den berechneten Verkehrsstr├Âmen kommt“. Dass er aber selbst einger├Ąumt hat, dass er sich nur auf „Angaben“, nicht aber auf Wissen bezieht, das schreiben Sie nicht. Im Gegenteil lassen Sie den Rechtsanwalt Burmeister folgern: „Wenn das wirklich 20 sind, dann klingt das nicht so dramatisch.“ Reife Leistung, Frau G├Ârlitz.

Die von Ihnen gew├Ąhlte ├â┼ôberschrift „Sondergebiet erm├Âglicht Feinsteuerung“ haben Sie als Zitat gew├Ąhlt.

Haben Sie sich umgekehrt einmal die Frage gestellt, wie „fein“ diese Steuerung ist und was die Konsequenzen sind? N├Ąmlich, dass nichts ausser „Logistik“ auf diesem Gel├Ąnde m├Âglich ist? Ich nenne das eher eine eindimensionale Steuerung.

An nicht einer Stelle erw├Ąhnen Sie, dass der Gemeinderat, der beispielsweise die „Feinsteuerung“ beschlossen hat, nicht mehr derselbe ist, der aktuell getagt hat.

Es hat keinen Tenor gegeben. Diese Information ist glatt gelogen.

Und ihre Behauptung, es habe einen „Tenor“ im Gemeinderat gegeben, dass man mit Hilfe des Juristen zu einer „vertraglichen Regelung“ ├╝ber „Lenkungsma├čnahmen“ kommen wolle, ist glatt gelogen. Es gab keinen solchen Tenor. Der Jurist hat dar├╝ber geredet, eine einheitliche Auffassung oder eine abschlie├čende Haltung des Gemeinderats gab es hingegen nicht.

Und die Bildunterschrift: „Was macht, darf, kann, soll die Pfenning-Gruppe, wenn Sie nach Heddesheim kommt? ├â┼ôber solche Fragen diskutierte der Gemeinderat am Donnerstagabend“, ist ebenfalls eine Falschinformation. Ein Leser k├Ânnte meinen, dass Pfenning definitiv kommt und man schon beim „Fein-Tuning“ sei. Das aber ist nicht der Fall.

Recherchieren Sie auch mal, Frau G├Ârlitz?
Oder ist das zu anstrengend?

Weiter geht es mit Ihrem Bericht: „Sondersitzung zur B├╝rgerbefragung„. Darin schreiben Sie, dass die SPD der B├╝rgerbefragung „positiv gegen├╝berstehe“. Deren Vorsitzende wolle sich aber nicht zu einer „Befragung auf Ja oder Nein zur Pfenning-Ansiedlung beschr├Ąnken, sondern einen Fragenkatalog ausarbeiten“.

Haben Sie schon mal zu B├╝rgerbefragungen recherchiert, Frau G├Ârlitz? Die sollen gerade mit einer m├Âglichst einfachen Frage genau ein Ja oder Nein kl├Ąren und keine sozialwissenschaftliche Studie sein. Und warum haben Sie die SPD nicht gefragt, was die eigentlich in der Sache schon „ausgearbeitet“ hat? Weil Sie die Antwort „nichts“ nicht aufschreiben wollten?

Im Text „Zufriedenstellendes Jahr“ schreiben Sie: „Die imagin├Ąre Zielvorgabe von einer Million Euro f├╝r Erhaltungsinvestitionen sei damit erreicht.“ Auch das ist falsch. Die Zielvorgabe waren 760.000 Euro. Die Zielvorgabe wurde somit um fast ein Drittel „├╝bertroffen“, w├Ąre die korrekte Information gewesen.

Sind Sie noch im Thema oder wird Ihnen alles zu viel?

Und beim Text „Die R├╝cklage schrumpft“ schreiben Sie gleich im ersten Absatz etwas ├╝ber „Dramatische Zahlen“ und Panik und erinnern irgendwie an Herrn Doll von der CDU. Der Inhalt dieses ersten Absatzes hat nichts mit Heddesheim zu tun, sondern mit Schriesheim. Warum schreiben Sie das so, Frau G├Ârlitz? Und vor allem im Zusammenhang mit einem von Ihnen vor kurzem verfassten Artikel „Schriesheim zieht die Notbremse“, in dem Sie schreiben, dass Schriesheim ein Problem hat, andere Gemeinde aber noch „gelassen“ sind?

Und was soll der Schlusssatz bedeuten: „Bei der Haushaltsaufstellung m├╝sse man „besondere Sorgfalt walten lassen.“ Das ist doch selbstverst├Ąndlich, nicht nur in schwierigen Zeiten oder schreiben Sie in guten Zeiten: „Es l├Ąuft gut, deswegen kann man das Geld zum Fenster rauswerfen?“

Am Ende der Seite schreiben Sie: „Was muss im Gemeinderat ├Âffentlich beraten werden, was nicht├Âffentlich? Eine oft gestellte Frage im Zusammenhang mit der Pfenning-Diskussion (…).“ Sie schreiben aber nicht, wer diese Frage stellt und wer nicht. Der alte Gemeinderat hat sie bis auf die Gr├╝nen nicht gestellt. Sondern die B├╝rger und die IG neinzupfenning. Ihre Zeilen sind wider einer verantwortlichen Berichterstattung.

Recherche ist keine Zumutung, sondern Teil des Jobs, Frau G├Ârlitz.

Warum muss die IFOK ihr Honorar nicht offenlegen?“ haben Sie f├╝r den Text als ├â┼ôberschrift gew├Ąhlt, die Antworten auf diese Frage bleibt ihr Text schuldig. Sie schreiben zwar, dass der B├╝rgermeister Michael Kessler sagte, „die Frage sei gepr├╝ft worden, die Leistungen der IFOk fielen in den Bereich der VOF und der VOL (Verdingungsordnung f├╝r Leistungen bzw. freiberufliche Leistungen), darin gebe es Regelungen, die dem Schutz von Wettbewerbern dienten und eine Ver├Âffentlichung von Honoraren nicht zulie├čen.“

Leider haben Sie auch hier wie gewohnt, eine Recherche als „Zumutung“ empfunden. Denn sonst h├Ątte Sie sich kundig gemacht und erfahren, dass in der VOL steht:

„├é┬ž 2
Grunds├Ątze der Vergabe
1. (1) Leistungen sind in der Regel im Wettbewerb zu vergeben.“

Was hei├čt das, Frau G├Ârlitz?
Die Frage und die Antwort sollten Ihr Job sein.

Und dann h├Ątten Sie sich gefragt: „War das so, gab es einen Wettbewerb? Und stimmt es, dass man die Honorare nicht ver├Âffentlichen darf? Sie verlassen sich lieber drauf, was Ihnen jemand sagt, das schreiben Sie ohne Nachfrage auf. „Verlassen“ f├╝hlen d├╝rfen sich damit aber auch die Leser Ihrer Texte.

Die Diskussion nach der Frage der Tendenz, immer ├Âfter wesentliche Beratungen nicht-├Âffentlich abzuhalten, haben Sie zwar im Text einigerma├čen zutreffend wiedergegeben. Konkret am Beispiel der IFOk wurde die Frage an den B├╝rgermeister so beantwortet: „Sie ist immanent bei der Aufstellung der Tagesordnung.“ Doch was hei├čt das, Frau G├Ârlitz?

Es hei├čt, der B├╝rgermeister hat gepr├╝ft, wie er das immer tut sollte. Ist er dabei aber verantwortlich vorgegangen oder hat er sich r├╝ckversichert? Diese Frage ist nicht in der Sitzung und auch nicht durch eine Recherche von Ihnen beantwortet worden: „Es folgte eine eine kurze, hitzige Diskussion, an deren Ende Prothmann festhielt, dass ihn die Begr├╝ndung nicht ├╝berzeuge.“

Stellt sich f├╝r mich die Frage, wer Sie „├╝berzeugt“ hat, solch „├╝berzeugende“ Texte zu verfassen.

Anmerkung der Redaktion:
Die meisten hier angebrachten Links sind frei. Das Archiv des Mannheimer Morgen ist meist nur mit einem Abo-Zugang zu erreichen oder einem „Tagesschl├╝ssel“, den Sie im Serviceteil der tagesaktuellen Ausgabe finden.

Bund der Selbst├Ąndigen vor der Selbstaufl├Âsung?

Guten Tag!

Heddesheim, 23. Juli 2009. Im Bund der Selbstst├Ąndigen Heddesheim (BdS) gibt es heftig Zoff. Der Grund ist die Pfenning-Ansiedlung. Angeblich ist der Vorstand weder f├╝r noch gegen die Ansiedlung, dass sehen die Mitglieder nicht alle so.

Elf zu sieben bei f├╝nf Enthaltungen war das Stimmergebnis, ob der BdS k├╝nftig am „IFOK-Dialog“ weiter teilnehmen soll.

Druck bekam die BdS-Vorsitzende Nicole Kemmet von Mitgliedern der IG-neinzupfenning: „Der BdS sollte sich raushalten“, sagte ein BdS-Mitglied. Insgesamt gef├Ąllt vielen BdS-Mitglieder nicht, „dass man den Eindruck hat, dass der Vorstand sich f├╝r Pfenning einsetzt.“

Nicole Kemmet widersprach dem Vorwurf. Allerdings ohne Phantasie oder Gestaltungswillen. Sie will am Dialog festhalten und Kritiker innerhalb des BdS wurden nicht gefragt, ob Sie mit teilhaben wollten.

Ihr Argument, der BdS biete eine „Bandbreite von Meinungen“ wurde eher als l├Ącherlich wahr genommen, weil die Aussage zwar stimmt, aber nicht vom Vorstand nach au├čen getragen wurde und somit vom „BdS“ in seiner „Bandbreite“ nicht vertreten wird.

„Das ist inhaltlich gesehen die Vorstufe einer Selbstaufl├Âsung“, sagte ein BdS-Mitglied dem heddesheimblog.

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Medienkompetenz

Guten Tag!

Heddesheim, 22. Juli 2009. Das heddesheimblog steht f├╝r Transparenz. Deswegen hat die Redaktion des heddesheimblogs auch seit dem Beginn der eigenen Berichterstattung Ende April 2009 immer auch auf konkurrierende oder erg├Ąnzende Angebote hingewiesen.
Und deshalb bieten wir unseren Lesern auch keine Terminberichterstattung an, sondern Hintergr├╝nde, Analysen und Recherchen.

Kommentar: Hardy Prothmann

Das machen wir auch heute wieder und empfehlen die Artikel des Mannheimer Morgen zum politischen Geschehen in der Gemeinde Heddesheim zur vergleichenden Lekt├╝re.

Auch wenn der Mannheimer Morgen die Erw├Ąhnung unseres neuen und zus├Ątzlichen Informationsangebots auf dem heddesheimblog bislang meidet wie der Teufel das Weihwasser.

Geschenkt. Trotzdem sind wir dar├╝ber sehr entt├Ąuscht. Nicht weil wir kindisch gerne vom „gro├čen MM“ anerkannt werden w├╝rden. Das ist Quatsch.

Es gibt mehr als eine Meinung in der Welt.

Im Gegenteil geht es darum, dass wir anerkennen, dass es au├čer uns noch mehr gibt in der Welt und wir hoffen, dass unsere Leser das wissen und uns trotzdem gerne lesen. Alles andere w├Ąre sture Ignoranz.

Sei├é┬┤s drum. Interessierte Leser werden Gemeinsamkeiten, aber auch deutliche Unterschiede in der Berichterstattung durch das heddesheimblog und den MM feststellen k├Ânnen und bilden sich daraus, hoffentlich nicht nur f├╝r einen Tag, ihre eigene Meinung.

Dadurch wird man kompetent: Wenn man nicht nur eine Quelle nimmt, sondern mehrere und vergleicht. Nicht einmal, sondern immer wieder, am besten regelm├Ą├čig. Dadurch erlangt man Kompetenz, wie ├╝berall, in diesem Fall: Medienkompetenz.

Der MM hatte zum Beispiel vor sechs, mmhhh oder acht Wochen? Egal, irgendwann hatte der MM jedenfalls mal einen kleinen Artikel zu Arbeitsmarktzahlen im Blatt und da haben wir uns echt ├╝ber uns selbst ge├Ąrgert, weil wir die Informationen auch hatten, aber sie nicht „gebracht“ haben. Uns ist unser „Vers├Ąumnis“ aufgefallen – wem noch?

Lesen Sie den MM und das heddesheimblog und hoffentlich noch mehr.

Aktuell empfiehlt das heddesheimblog die besondere Aufmerksamkeit in Richtung der zitierten Aussagen des Bürgermeisters Michael Kessler durch den MM.

Haben Sie das Gef├╝hl, dass der MM auch nur im Ansatz die Frage gestellt hat, ob der B├╝rgermeister eigentlich eine B├╝rgerbefragung will oder gut f├Ąnde? Nein? Dann geht es uns wie Ihnen. Wir h├Ątten das gefragt, aber deswegen redet der BM ja auch nicht mit uns.

Im Gegenteil verweigert er dem heddesheimblog jegliche Ausk├╝nfte auf journalistische Anfragen ├╝ber das absolut notwendige Ma├č hinaus, deswegen lesen Sie hier wenig Zitate des B├╝rgermeisters.

Den Mannheimer Morgen hingegen informiert Herr Kessler gerne „exklusiv“, auch wenn er dabei in Kauf nimmt, geltende Presse-Gesetze zu verletzten. Geschenkt.

Der „BM“ wei├č: Wo kein Kl├Ąger ist, da ist auch kein Urteil. Eine kleine Redaktion wie das heddesheimblog hat nicht die Mittel vor den Verwaltungsgerichthof zu ziehen – wir k├Ânnen nur ├╝ber das vollkommen unzumutbare Verhalten dieses „B├╝rgermeisters“ berichten. Und das tun wir – ├╝brigens genauso verantwortlich, wenn er dann mal mit uns redet.

Deswegen kann eine „gro├če“ Redaktion, wie der Mannheimer Morgen eine hat, auch solche S├Ątze schreiben: „Theoretisch m├Âglich sei eine zus├Ątzliche Ratssitzung immer, wollte sich B├╝rgermeister Michael Kessler gestern aber noch nicht auf ein bestimmtes Vorgehen festlegen, sondern erst einmal „h├Âren, wie sich die anderen Fraktionen am Donnerstag dazu stellen.“

Journalistische Pflichten gibt es keine – au├čer,
man legt sich diese selbst auf.

Haben Sie das verstanden? So in etwa? Gut. Richtig ist, dass der MM seiner Pflicht nicht nachkommt und wenigstens ansatzweise das tut, was man von einer anst├Ąndigen Redaktion erwarten kann: Recherche.

Wenn n├Ąmlich ein Viertel der Gemeinder├Ąte eine solche Sitzung will, ist dieser „Verhandlungsgegenstand unverz├╝glich“ zu behandeln – ohne dass der B├╝rgermeister da mitreden kann. Genauso kann der B├╝rgermeister den Gemeinderat immer, wenn er davon ├╝berzeugt ist, dass es die Lage erfordert, einberufen. Das ist nicht nur „theoretisch“ so, sondern das ist Gesetz – das Herr Kessler, wenn er will, ganz praktisch und nicht nur „theoretisch“ anwenden kann oder auch muss.

Herr Kessler wurde beispielsweise auch dar├╝ber informiert, dass ein Gemeinderat in der ├ľffentlichkeit k├Ârperlich angegangen wurde. Die Bitte, dem durch seine Stellung und seinen vermittelnden Einsatz entgegenzutreten, wies er ab: „Was habe ich damit zu tun? Kl├Ąren Sie das doch selbst. Ich sehe mich da nicht involviert.“

Sichtweisen

Soviel zu Sichtweisen – theoretisch wie praktisch.

Was prek├Ąr an der Berichterstattung (=Sichtweise) im MM ist, zeigt die Art der Berichterstattung: Danach richtet sich der B├╝rgermeister nach dem Gemeinderat. So sieht das die Gemeindeordnung auch vor.

Tats├Ąchlich ist es anders. Nicht nur in Heddesheim, in den meisten Gemeinden ist der B├╝rgermeister der starke Mann und sagt, wo es langgeht.

Der MM k├Ânnte diese Analyse auch klar in seine Artikel hineinschreiben, immer dann, wenn die Gemeinder├Ąte an ihre Aufgabe und ihre Stellung erinnert werden m├╝ssen oder vielleicht ein wenig Unterst├╝tzung brauchen.

Sie sind das gew├Ąhlte Hauptgremium, das entscheidet, der B├╝rgermeister f├╝hrt „nur“ den Vorsitz und muss sich au├čer in „Notsituationen“ dem Gremium beugen.

Doch das findet nicht statt: Im Gegenteil fragt man sich bei den Zeilen des MM, ob man es beim BM Kessler mit einem starken Mann oder mit einem kollektiven Funktionsapparat zu tun hat, zumindest legt diese Aussage das nahe: „dann werden wir die entsprechenden Schritte einleiten“.

Der MM informiert einfach falsch und nicht transparent ├╝ber einen B├╝rgermeister, der im allgemeinen „Ich“ sagt und „wir“ folgert, aber immer dann, wenn es eng wird, sich mit „wir“ zitieren l├Ąsst, obwohl er und der MM wissen, dass „er“ gemeint ist, der „schaut“, woher der Wind weht.

Vergleichen Sie – je mehr, desto besser.

Die Redaktion des heddesheimblogs ist andererseits ├╝berzeugt davon, dass es f├╝r alle Menschen von Vorteil ist, wenn es mehr als nur eine „Quelle“ gibt, aus der man sich informieren kann – deswegen nennen wir sehr gerne den MM als Vergleichsquelle und hoffen, dass unsere Leser diesen Vergleich suchen.

Je mehr Informationen, desto besser, je freier und unzensierter, desto besser – auch wenn man dadurch Gefahr l├Ąuft, viel Informationsm├╝ll akzeptieren zu m├╝ssen – beispielsweise durch die IFOK. Den kann man aber durch Nachdenken und ├â┼ôberpr├╝fen filtern – auch wenn es „Arbeit“ macht.

Andersherum ist es so: Wenn man nichts erf├Ąhrt, kann man auch nichts Informatives herausfiltern – egal, wie sehr man sich anstrengt.

Meinungsvielfalt ist wichtig. Monopole sind fast immer schlecht.

Vielfalt ├Âffnet den Horizont – in alle Richtungen.

Auch die Information der nicht-gestellten Nachfragen im MM-Artikel ├Âffnet Horizonte.

Ist die Befragung eindeutig, so die Zeitung, wolle sich die SPD danach richten: „Bei einem knappen Votum werde es indes „sehr schwierig“, r├Ąumt Merx ein. „Dann werden wir sicher noch einmal abw├Ągen m├╝ssen.“

Was hei├čt das? Ist 60%-40% Prozent ein „knappes Votum“ oder erst 53%-47%? Wo fangen die „Schwierigkeiten“ an? Keine Nachfragen vom MM.

Und wie verh├Ąlt sich diese „schwierige“ Entscheidung vor dem Hintergrund einer Wahlbeteiligung bei den Gemeinderatswahlen von 55,6%? Ist ein Gemeinderat mit einer so geringen Wahlbeteiligung zur Entscheidung f├Ąhig? Oder sollten dann die B├╝rger nochmals „abw├Ągen“? Keine Nachfrage vom MM.

Was ist legitim?

Ist dementsprechend jede B├╝rgerbefragung, sagen wir ab 52 Prozent eindeutig und „man“ (SPD) m├╝sste nicht mehr abw├Ągen m├╝ssen? Keine Nachfrage vom MM.

Und wenn wir schon beim Thema sind: Ist es so, dass die „SPD gr├╝nes Licht gibt“, wie der MM schreibt? Oder ist es so, dass die Gr├╝nen ein „Signal“ geben und vorbereitet haben, dem sich die SPD „anschlie├čt“?

So wie der MM das schreibt, liest es sich, als entscheide die SPD. Tats├Ąchlich haben sich die Gr├╝nen „entschieden“ und einen „Antrag erarbeitet“ und die „kleinere, vorher gr├Â├čere“ Fraktion der SPD schlie├čt sich dem an.

Das ist eine gute Entscheidung der SPD, weil sie verstanden hat, dass die B├╝rger das von dieser „b├╝rgernahen“ Partei erwarten. Geschrieben hat der MM etwas anderes.

Seine Meinung? Ihre Meinung? Einen objektiven Bericht?

Sicherlich w├╝rde der MM immer behaupten, seine Berichterstattung sei objektiv. Soll er. Dann h├Ątte er/sie aber auch die CDU und die FDP anfragen m├╝ssen. Hat er/sie aber nicht.

Das heddesheimblog steht daf├╝r ein, dass es subjektiv berichtet, dabei aber professionell und transparent. Immer dann, wenn es „subjektiv“ wird, bietet das heddesheimblog andere Quellen zur ├â┼ôberpr├╝fung an und freut sich, wenn diese und die eigenen des Lesers genutzt werden.

Fragen m├╝ssen nicht nur erlaubt sein, sondern gestellt werden.

Das heddesheimblog hat niemals „Recht“ – das haben nur Richter. Das heddesheimblog informiert nur und gibt sich dabei die gebotene M├╝he.

Das heddesheimblog h├Ątte dementsprechend der SPD anstelle des MM genau ein Schlupfloch gelassen: „Wenn es 50:50 steht, w├Ąre das eine schwierige Entscheidung.“ Diese logische Aussage h├Ątten wir akzeptiert.

Ansonsten h├Ątten wir auf eine Antwort der Frage gedrungen: „Sind 51 zu 49 Prozent genauso entschieden wie 49 zu 51 Prozent oder sehen Sie das anders, Herr XYZ?“ Solche Fragen stellt der MM aber nicht.

Solche Fragen m├╝ssen aber erlaubt sein und von verantwortungsvollen Journalisten gestellt werden – denn in der Politik ist man schlie├člich mit solchen Ergebnissen auch zufrieden und leitet daraus eine absolute demokratische Legitimation ab – beispielsweise bei der CDU, obwohl die trotz „Sieg“ auf der komplette Linie verloren hat.

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

IG zeigt sich irritiert

Guten Tag,

die IG neinzupfenning reagiert irritiert auf einen Brief und eine Annonce im Mitteilungsblatt von B├╝rgermeister Michael Kessler.

Michael Kessler behauptet darin, er sei “ sehr an einem Austausch mit der IG neinzupfenning interessiert“. Weiter erkl├Ąrt Herr Kessler, er habe sowohl zum Dialogkreis, als auch zum „pers├Ânlichen Gespr├Ąch eingeladen“.

Dem widerspricht einer der Sprecher der IG, Hans Weber: „Herr Kessler hat uns niemals zu einem pers├Ânlichen Gespr├Ąch eingeladen. Das h├Ątte sonst l├Ąngst statt gefunden“, sagte Herr Weber gegen├╝ber dem heddesheimblog.

In seinem Brief und der Amtsmitteilung appelliert der B├╝rgermeister, „direkt miteinander und anderen Beteiligten zu reden, statt immer l├Ąngere offene Briefe zur Beschreibung der eigenen Position und zur Kritik an anderen zu schreiben“.

In seiner offiziellen Ansprache an die IG hat B├╝rgermeister Michael Kessler allerdings ein bislang verschlossenes Tor aufgemacht:

„F├╝r ein Gespr├Ąch zu dieser Vorgehensweise (Dialog, Anm. d. Red.) stehe ich Ihnen unver├Ąndert gerne – auch kurzfristig – zur Verf├╝gung.“

Die IG kann sich also mit dem B├╝rgermeister zu einem Gespr├Ąch ├╝ber „diese Vorgehensweise“ – auch kurzfristig – verabreden.

Es bleibt spannend, ob die IG dieses Angebot annimmt und ob der B├╝rgermeister es einl├Âst.

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Die IG sollte neu ├╝berlegen

Die IG neinzupfenning hat Gr├╝nde vorgebracht, sich dem von der Firma IFOK „moderierten Dialog“ zu verschlie├čen.
Die Frage ist, ob die Heddesheimer diese Gr├╝nde nachvollziehen k├Ânnen.
Es gibt einen Streit um die geplante Ansiedlung des Logistik-Unternehmens. Streit l├Âst man am besten durch den Austausch von Argumenten.

Kommentar: Hardy Prothmann

Es gibt die eine und die andere Seite. Meistens hat keine von beiden Recht.

Der B├╝rgermeister Michael Kessler ahnt schon, dass seine bis heute starrsinnige „eine Seite“ sein pers├Ânlicher Irrweg ist.

Das muss die IG neinzupfenning noch lernen.

Der Unterschied zwischen Michael Kessler und der IG ist:

Der B├╝rgermeister ist ein Profi, ein Verwaltungsfachmann, der alle Verfahrenschritte kennt, eine funktionierende Verwaltung hinter sich hat und auf das „selbstverst├Ąndliche“ Vertrauen der B├╝rger bauen kann.

Die IG ist eine zusammengew├╝rfelte Truppe mit vielen Akteuren und einer beeindruckenden Unterschriftenliste, die keine Erfahrung mit Verfahrensschritten, keine Organisation im R├╝cken hat und zudem nicht das Geld, mal eben ein auf „Dialog“ spezialisiertes Unternehmen wie die IFOK zu beauftragen und keinen „selbstverst├Ąndlichen Vertrauensbonus“ ihr Eigen nennen kann.

Die „Legitimation“ ist eine Entscheidungsfrage – auch in der Positionierung der Bef├╝rworter oder Gegner: Ein B├╝rgermeister bewirbt sich um ein Amt, braucht F├Ąhigkeiten, eine IG wird nicht gew├Ąhlt und muss sich ihre „Legitimation“ ohne Unterst├╝tzung erst erarbeiten.

Es stehen sich also ungleiche Partner gegen├╝ber. Sie werden durch die Einschaltung des Unternehmens IFOK noch ungleicher.

Der B├╝rgermeister hat durch das mit Sicherheit sehr teure Engagement der IFOK die erste Runde gewonnen.

Das ist wie im Krieg, da gewinnt auch meistens der, der eine vollere Kasse hat und mehr Munition „verfeuern“ kann.

Der B├╝rgermeister kann behaupten, dass er den (teuer bezahlten) „Dialog“ will.

Die IG neinzupfenning hat sich verweigert und zieht den K├╝rzeren, weil zumindest „interessierte Kreise“ sie nun als reine „Motz-Truppe“ darstellen k├Ânnen.

Die IFOK hat das dankbar aufgenommen und keine Gelegenheit ausgelassen zu „bedauern“, dass die „IG“ nicht mitspielen will.

Was hier abl├Ąuft, ist Poker – Reizen und Bluffen.

Die IFOK ist ein Spieler mit einem Auftrag, das „investierte Geld“ zur├╝ck zu verdienen. Auftraggeber f├╝r diesen „Spieler“ ist die Gemeinde Heddesheim, deren Chef ist der B├╝rgermeister.

Angeblich ist die IFOK dabei neutral.

Die „IG“ wollte den gebotenen Einsatz nicht erh├Âhen, wegen ge├Ąnderter Spielregeln – und steht nun vor dem Aus.

Der B├╝rgermeister und die IFOK haben den Einsatz erh├Âht und sagen: „Sehen“ – was so viel hei├čt: Wir versprechen „Transparenz“.

Beim n├Ąchsten Treffen darf sogar die Presse dabei sein und berichten. Der Bluff ist kitzelig.

Das zun├Ąchst wir-sind-die-├ľffentlichkeit-aber-tagen-nicht-├Âffentlich geplante Prozedere der IFOK hat bis hier wunderbar funktioniert, weil die IG nicht „mitgezogen“ hat.

Bei ihrer Eitelkeit gekitzelt, hat sich der „Kartenmischer“ IFOK erlaubt, nachl├Ąssig zu werden und hat die Presse und somit die ├ľffentlichkeit an den Tisch geladen. Und dass, bevor der „Spielpartner IG“ aufgegeben hat.

Damit ist die IG neinzupfenning wieder im Spiel und kann mitsetzen – und sogar den Einsatz erh├Âhen.

Die n├Ąchste Dialogrunde wird mit ziemlicher Sicherheit unter Beteiligung der IG stattfinden – auch wenn der aktuelle Brief an den B├╝rgermeister dies nicht vermuten l├Ąsst. Bluffen geh├Ârt eben zum Pokerspiel.

Denn die IG ist ob der machtbewussten Eitelkeit der „anderen Spieler“ nach wie vor eingeladen „zu setzen“. W├╝rde ihr der „Einsatz“ verweigert werden, w├Ąre das Spiel aus – f├╝r die Kartenmischer und deren Auftraggeber.

Also f├╝r den B├╝rgermeister und f├╝r die IFOK.

Die IG kann also noch beim zweiten „Dialog“-Gespr├Ąch an den Tisch kommen und den Einsatz verdoppeln und verdreifachen.

Ihre Chips sind „Fragen“. Diese W├Ąhrung wiegt hart.

Weil diese „W├Ąhrung“ mit der Garantie von ├ľffentlichkeit ├╝ber diese Fragen abgesichert ist, wird das Pokerspiel zum Nervenkrieg.

Denn die Presse ist zumindest in Form des heddesheimblogs und des Mannheimer Morgens anwesend. Jede Regelverletzung wird dokumentiert.

Am Zug ist jetzt die IG, auch wenn sie noch unruhig ist.

Sie hat den Einsatz gefordert und muss ihn jetzt bringen: ├ľffentlichkeit und den Austausch von Argumenten.

Die Chance hat sie jetzt, auch, wenn sie noch etwas beleidigt ist, vom B├╝rgermeister nicht Ernst genommen zu werden.

Dabei geht es der IG nicht anders als anderen – darunter vielen B├╝rgern.

Der B├╝rgermeister hingegen wei├č um den Ernst der Lage, sonst h├Ątte er nicht f├╝r teuer Geld die IFOK engagiert.

Die IG sollte die Chance nutzen – denn sie hat keine andere, um den B├╝rgern klar zu machen, dass es um die Interessen der B├╝rger geht und nicht um Einzelinteressen der IG oder gar gekr├Ąnkte Eitelkeiten.

Gekr├Ąnkte Eitelkeiten kosten das meiste Geld, das doch so gut in Kinderg├Ąrten oder anderen wichtigen Einrichtungen investiert sein sollte – der B├╝rgermeister hat stellvertretend sein (eitles) Lehrgeld schon mit Steuergeldern bezahlt.

Die Frage ist, wer seinen Einsatz verliert.

econo-Berichterstattung verletzt den Pressekodex

Das „Wirtschaftsmagazin“ econo ver├Âffentlicht in der aktuellen Ausgabe ein Standortportr├Ąt Heddesheims in vier Teilen – und verst├Â├čt massiv gegen den Pressekodex des Deutschen Presserats, der eine strikte Trennung von redaktionellem Text und Werbung vorsieht.

Von Hardy Prothmann

„Erstklassiger Journalismus aus der Region f├╝r die Region“, verspricht econo in seiner Selbstdarstellung. „Sauber recherchierte Beitr├Ąge“ solle man hier finden.

Tats├Ąchlich findet sich in der aktuellen Ausgabe eine achtseitige Artikelstrecke zum „Standort Heddesheim“. Ein lobgehudeltes St├╝ck PR-Journalismus.

Dem heddesheimblog liegen Aussagen von Unternehmen vor, dass ein Redakteur redaktionelle Texte in Aussicht gestellt hat und man ja dann auch eine Anzeige schalten k├Ânne. Doch auch ohne diese Aussagen kann sich jeder selbst ein Bild machen, wenn er sich das aktuelle „Schwerpunkt-St├╝ck“ ├╝ber Heddesheim durchliest.

Der Text handelt von der Heddesheimer Wirtschaft, „alles toll“, so der Tenor. Dazwischen finden sich die Anzeigen von Behm Dental, der Gemeinde Heddesheim, der zebes AG und nat├╝rlich Pfenning. Alle Unternehmen kommen auch im Text vor.

Der Pressekodex sagt dazu folgendes:

„Ziffer 7├é┬á -├é┬á Trennung von Werbung und Redaktion
Die Verantwortung der Presse gegen├╝ber der ├ľffentlichkeit gebietet, dass redaktionelle Ver├Âffentlichungen nicht durch private oder gesch├Ąftliche Interessen Dritter oder durch pers├Ânliche wirtschaftliche Interessen der Journalistinnen und Journalisten beeinflusst werden. Verleger und Redakteure wehren derartige Versuche ab und achten auf eine klare Trennung zwischen redaktionellem Text und Ver├Âffentlichungen zu werblichen Zwecken. Bei Ver├Âffentlichungen, die ein Eigeninteresse des Verlages betreffen, muss dieses erkennbar sein.“

Die Helden der Geschichte sind der B├╝rgermeister und „erfolgreiche“ Unternehmer, die sich gegenseitig ├╝ber den gr├╝nen Klee loben.

Hintergr├╝ndige Recherche? Fehlanzeige!

Eine hintergr├╝ndige Recherche, beispielsweise warum sich Edeka f├╝r das vom Unternehmen geplante Fleischwerk entschieden hat? Fehlanzeige.

Daf├╝r gibt es unzureichend recherchierte Informationen zum Unternehmen Karnasch: „Das heute weltweit t├Ątige Unternehmen stellt zum Beispiel S├Ągeblatter, Fr├Ąsmaschinen und Bohrer her“, schreibt econo. Hubert Karnasch sagt dem heddesheimblog auf Nachfrage: „Wir stellen keine S├Ągebl├Ątter her und auch keine Fr├Ąsmaschinen. Wir produzieren Fr├Ąswerkzeuge und Bohrer, aber nicht hier in Heddesheim, sondern in der Schweiz. Heddesheim ist unser Vertriebszentrum.“

So kann man beliebig durch den Text gehen und weitere eher schlampige Recherchen und ungenaue Formulieren finden. Unfreiwillig komisch sind da noch solche „Informationen“, dass ein Unternehmer in „Freudenheim“ wohnt – gemeint ist Feudenheim.

Auch zum aktuellen kommunalpolitischen Streit um die geplante Pfenning-Ansiedlung wird zwar die IG neinzupfenning erw├Ąhlt – gesprochen wurde aber nicht mit ihr, obwohl es Kontakte zu zumindest zwei Mitgliedern gab.

Bei aller Lobhudelei ├╝bertreibt es econo gar: „B├╝rgermeister Kessler spricht von zwei Millionen Euro j├Ąhrlichen Einnahmen.“ B├╝rgermeister Kessler spricht hingegen bis heute von einmalig zwei Millionen Euro durch die Ansiedlung.

„Erstklassiger Journalismus“ geht anders.

Weiter liest man etwas ├╝ber eine Werkrealschule, den Golfplatz, Vereine oder eine (nicht, Anm. d. Red.) existente Fu├čg├Ąngerzone oder eine befriedigende Parkplatzsituation. All das liest sich wie die aktuelle kommunale Themenagenda des B├╝rgermeisters und nicht wie ein Wirtschaftsbericht.

Zum Ende l├Ąsst der Bericht den B├╝rgermeister noch dar├╝ber schwadronieren, wie sehr man bem├╝ht sei, Gewerbetreibende bei der Suche nach Fl├Ąchen zu unterst├╝tzen.

H├Ątte die Redaktion von econo verstanden, wor├╝ber sie berichtet, h├Ątte sie gewusst, dass, sofern Pfenning nach Heddesheim kommt, nur noch wenige Fl├Ąchen im alten Gewerbegebiet zu vergeben sind. Weitere Gewerbefl├Ąchen sind n├Ąmlich nicht vorhanden.

Soviel ist klar: Die Anzeigen der besprochen Firmen und der Gemeinde haben econo einige tausend Euro in die Kasse gesp├╝lt.

Das Bl├Ąttchen erscheint ├╝brigens in der Dr. Haas-Mediengruppe. In der erscheint auch der Mannheimer Morgen, der sich ebenfalls nicht durch eine rechercheintensive Berichterstattung zu Heddesheim und der geplanten Pfenning-Ansiedlung hervortut.

Doch wen wundert das wirklich?

Im Bericht ├╝ber den Standort Heddesheim tauchen unter anderem folgenden Personen, Firmen und Parteien auf, die am Dialog zur geplanten Pfenning-Ansiedlung zu den Bef├╝rworter des Projekts geh├Âren:

B├╝rgermeister Kessler, B├╝rgermeister
Kristian Mansfeld, zebes AG
Pfenning (3 Vertreter im „Dialog“)
Nicole Kemmet, BdS-Heddesheim (2 Vertreter im „Dialog“)
Die Pfenning-„Unterst├╝tzer“ CDU, SPD und FDP (je einen Vertreter im „Dialog“)

Nicht ein Kritiker des Projekts kommt zu Wort. Warum auch? Darum geht es ja auch nicht. Um Journalismus. Es geht um├é┬┤s Gesch├Ąft. Das Bl├Ąttchen econo braucht Anzeigen und die beschriebenen Personen eine gute Presse.

So einfach ist das.

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Hier ein paar Beispiele, was econo unter „erstklassigem Journalismus“ versteht und die Br├╝cke zwischen redaktioneller PR-Dienstleistung und Werbung schl├Ągt.

Bei diesem „hochkalibrigen Wirtschaftsmagazin“, also quasi einem „Sturmgesch├╝tz“ der Wirtschaftsberichterstattung kann der Leser unter „Firmenportr├Ąts von Unternehmen“ „Informationen“ abrufen.

In diesen F├Ąllen aber ganz korrekt nicht als Versto├č gegen den Pressekodex – denn es steht ganz klar Anzeige dar├╝ber.

Welches Selbstverst├Ąndnis ein „Wirtschaftsmagazin“ aber von sich selbst hat, das seine „Portr├Ąts“ dem Leser als „Anzeige“ anbietet, darf jeder selbst entscheiden:

Wildt Spedition
Scheerer Logistik
Fiege Deutschland

Der Dialog und seine Chancen

Der Dialog kann also ohne die IG neinzupfenning stattfinden – sie ist nur ein Akteur unter vielen, sagt Andreas Ingerfeld, verantwortlich f├╝r die Firma IFOK, die den Dialog moderieren soll. Ist das so? Das heddesheimblog analysiert die Situation.

Die IFOk bedauert, dass die IG neinzupfenning nicht mit ihr reden will. Ist das Bedauern ernst zu nehmen? Das kann man eindeutig mit Ja beantworten, wenn man die IFOK als neutral betrachtet.

Andererseits bietet sich damit eine Chance f├╝r den B├╝rgermeister und die CDU und die FDP, die IG zu isolieren. Dadurch, dass sie sich verweigert, ist sie halt raus aus dem Spiel – oder vielmehr dem Dialog.

Alle drei behaupten, dass es andere Kritiker der geplanten Pfenning-Ansiedlung gibt, die mit der IG neinzupfenning nicht einverstanden sind. Auch das ein Versuch, die Bedeutung der IG zu schm├Ąlern. Aber auch diese Aussage ist wahrscheinlich zutreffend.

Tats├Ąchlich haben aber ├╝ber 1300 Heddesheimer bei der IG gegen Pfenning pers├Ânlich unterschrieben. Damit ist die IG mehr als nur eine Interessenvertretung von wenigen Gewerbetreibenden.

Andere Gruppen wie der BdS und die Kirchen sind bislang wenig in Erscheinung getreten, angeblich, weil sie keine Plattform haben und durch den Dialog eine bekommen. Ist das so?

Das ist vollkommen falsch. Der BdS hat einen Internetauftritt und kann sich jederzeit ├╝ber die Presse oder eigene Veranstaltungen ├Ąu├čern – wenigstens zum Teil, da die IG neinzpfenning Mitglieder teilweise auch Mitglieder im BdS sind.

Und die Kirchen haben auch viele Kan├Ąle, auf den sie sich ├Ąu├čern k├Ânnten. Das tun sie aber zu Recht nicht, weil die Tagespolitik nicht in ihren Aufgabenbereich f├Ąllt.

Die B├╝rger sollen eine Stimme bekommen – das ist der fragw├╝rdigste Teil am Dialog. Indem man einige B├╝rger befragt und aus ein paar Stimmen eine Position ableiten will, begibt man sich auf d├╝nnes Eis. Hier fehlt jede Repr├Ąsentation.

Umgekehrt w├Ąren ├Âffentliche B├╝rgerversammlungen schon eher geeignet, „den“ B├╝rger zu h├Âren und sich beteiligen zu lassen. Der konsequenteste Weg w├Ąre, „die“ B├╝rger zu befragen. Dann h├Ątte man wirklich eine aussagekr├Ąftige Position.

Was der Nachbarschaftsverband auf der Liste der „Akteure“ zu suchen hat, ist schwer verst├Ąndlich, au├čer, man sucht noch eine Stimme, um eine vermutlich positive Haltung gegen├╝ber Pfenning einzubringen.

Warum das heddesheimblog auf der Liste steht und ein „Akteur“ ist, der Mannheimer Morgen aber nicht, ist ebenfalls schwer verst├Ąndlich. Beides sind Medien und beide berichten zum Thema.

Verst├Ąndlich wird es, wenn man den Mannheimer Morgen nicht zu einem „Akteur“ machen m├Âchte, das heddesheimblog aber schon.

Tatsache ist aber, dass das heddesheimblog weitaus umfassender und „ergebnisoffener“ berichtet als der MM, der sich durch Herrn Kessler instrumentalisieren l├Ąsst und brav berichtet, was ihm in „Exklusiv-Interviews“ gesagt wird.

Mit dem heddesheimblog „spricht“ Herr Kessler hingegen nur, wenn er es absolut muss. Interviewanfragen ignoriert Herr Kessler seit Wochen.

Herzig ist die Begr├╝ndung der IFOK, man wolle im Dialog vorankommen und befrage auch B├╝rger, die ein ├Âffentliches Gespr├Ąch nicht gewohnt seien und Nachteile f├╝r sich bef├╝rchten, wenn sie sich „exponieren“.

Die IFOK k├╝mmert sich also tats├Ąchlich „um den kleinen Mann“, der sonst keine Stimme bekommt – andererseits befragt sie aber die „Akteure“. Wie passt das zusammen?

Die Nicht-├ľffentlichkeit des geplanten Ablaufs des Dialogs stellt nach wie vor das Problem an sich dar und wird sich in dieser Form nicht l├Âsen lassen.

Der „Dialog“ wird trotzdem stattfinden – als Instrument des B├╝rgermeisters und Teile des Gemeinderats ihre „Dialog-Bereitschaft“ zu signalisieren und dokumentieren zu lassen.

Ob dem B├╝rgermeister allerdings jemand glaubt, wenn er behauptet: „Ich wollte doch mit allen reden…“, bleibt fraglich.

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Wenn Sie zum Thema einen Gastbeitrag schreiben m├Âchten, schicken Sie diesen bitte an:
redaktion (at) heddesheimblog.de

Stolz und H├Ąrte, Dialoge und Bereitschaften

Die Diskussion um den durch die Firma IFOK moderierten Dialog in der Gemeinderatssitzung vom 25. Juni 2009 zeigte fast alle „Problembereiche“ zur geplanten Pfenning-Ansiedlung auf.

Kommentar: Hardy Prothmann

Die Firma IFOK soll einen Dialog moderieren, zwischen Gegnern und Bef├╝rwortern der geplanten Pfenning-Ansiedlung. Das ist eine schwere Aufgabe, wie sich aus den ├âÔÇ×u├čerungen nur einer Gruppe von „Akteuren“ gestern zeigte.

Diese eine Gruppe sind die Gemeinder├Ąte und wie an der Beteiligung zu sehen war, vor allem deren Vorsitzende.

Alle Positionen vertreten

Und hier sind alle Positionen vertreten: Klaus Schuhmann von den Gr├╝nen will den Dialog, aber nicht ├╝ber die IFOK. J├╝rgen Merx (SPD) will den Dialog, vor allem mit den B├╝rgern. Frank Hasselbring (FDP) will den Dialog, aber nicht mit der IG neinzupfenning, deren ├âÔÇ×u├čerungen ihn befremden. Josef Doll (CDU) will durch den Dialog „unhaltbare ├âÔÇ×u├čerungen“ beendet wissen und findet, dass ├╝berhaupt zu viele Fragen gestellt werden.

Ulrich Kettner (Gr├╝ne) meint, dass „Stolz und H├Ąrte“ aufgegeben werden sollte und hat damit den Satz des Tages gesagt, der vor allem seinem Gemeinderats-Kollegen Herrn Doll galt. Der zeigt sich nach wie vor unvers├Âhnlich und h├Ąlt von der ganzen Dialogsache nichts. Das war ihm deutlich anzumerken.

Seine fr├╝here Parteifreundin Ulrike Lochb├╝hler, hat im Zuge der parteiinternen Diskussion das Handtuch geworfen und ist aus der CDU ausgetreten. Sie war gestern die einzige (Ex-CDU-)Gemeinder├Ątin, die sich neben Herrn Doll zum Thema ge├Ąu├čert und Fragen gestellt hat. Der CDU-Block steht also nach wie vor fest und scheint unvers├Âhnlich.

Herr Hasselbring sorgt sich um die Chancen anderer Akteure ohne den von IFOK moderierten Dialog und glaubt, dass beispielsweise der Bund der Selbstst├Ąndigen (BdS) „keine M├Âglichkeit hat, sich zu ├Ąu├čern“ (und wird heute eines Besseren belehrt). Herr Hasselbring vergisst dabei wissentlich, dass die IG neinzupfenning aus einer Arbeitsgruppe des BdS hervorgegangen ist und sich als solche sehr wohl zu ├Ąu├čern wusste und wei├č. Warum das dem Rest des BdS ohne IFOK nicht m├Âglich sein sollte, wei├č nur er allein.

Herr Merx und sein Kollege J├╝rgen Harbarth haben ihr Signal in Richtung B├╝rgerbefragung wiederholt und dabei auf Bemerkungen auf alles „Befremdliche“ verzichtet. Beide wissen, dass die B├╝rger hochsensibel auf das Thema reagieren.

B├╝rgermeister Kessler wundert sich, warum es nicht m├Âglich sein soll, „wieder an einen Tisch zu kommen“. „Es kann doch nicht sein, dass wir Heddesheimer nicht mehr miteinander reden. Das w├Ąre f├╝rchterlich“, sagt er und vergisst dabei, dass vor allem er selbst daf├╝r verantwortlich ist.

Seit Monaten mauert er, gibt keine oder nur sp├Ąrliche Informationen heraus und betreibt damit seine „Informationspolitik“ ├╝berwiegend „nicht-├Âffentlich“ und wenn nicht, dann „amtlich„. Und er wird zunehmend nerv├Âser.

Klaus Schuhmann stellt Fragen – B├╝rgermeister Kessler nimmt diese zur Kenntnis

Mit der IFOK wollte Herr Kessler „die Kuh vom Eis holen“. Es ist fraglich, ob das unter diesen Umst├Ąnden gelingt.

Herr Schuhmann (Gr├╝ne), der dem durch IFOK moderierten Dialog kritisch gegen├╝ber steht, hat den „Dialog“ als einziger Fraktionsvorsitzender gestern konkret begonnen: Er stellte Fragen.

Die hat der B├╝rgermeister zur Kenntnis genommen und kurz darauf die Diskussionsrunde geschlossen.

Marathon-Sitzung des Gemeinderats IV

Nach der Vorstellung des Dialogs durch IFOK-Mitarbeiter Andreas Ingerfeld entwickelte sich eine engagiert gef├╝hrte Debatte im Gemeinderat.

Dokumentation: Hardy Prothmann

Die Gemeinder├Ątin Ulrike Lochb├╝hler (CDU) wollte wissen, inwieweit die Ergebnisse des Dialogs Teil des Genehmigungsverfahrens seien.

Andreas Ingerfeld, IFOK, meinte, es handele sich um zus├Ątzliche Informationen, die in das Verfahren einflie├čen k├Ânnten.

„Die derzeitige Situation ist nicht befriedigend.“ B├╝rgermeister Kessler

B├╝rgermeister Kessler sagte: „Die derzeitige Situation ist doch unbefriedigend, wenn wir keine Plattform finden, um miteinander zu reden. Einerseits ist die Diskussion stark polarisiert, andererseits ist die Frage, wo die Defizite sind. Der Dialog ist auch f├╝r den Gemeinderat wichtig, dieser Prozess wird am Ende zu einer Wertung und einer Einsch├Ątzung f├╝hren, welcher auch immer. Aber ohne einen Dialog geht das nicht.“

Und: „Wichtig ist, von der Polarisierung weg zu kommen. Wenn wir das nicht schaffen, wir das in Zukunft auch bei anderen Themen schwierig. Die F├Ąhigkeit, miteinander zu reden, d├╝rfen wir uns in Heddesheim nicht nehmen lassen. Im Interesse aller muss es sachlich zugehen. Es ist nicht Intention des Gemeinderats, entschuldigen Sie, dass ich das jetzt f├╝r Sie alle sage, eine Richtung zur erreichen.“

Der Gemeinderat Klaus Schuhmann (Gr├╝ne) sagte in der Fragerunde: „Der Auftrag an IFOK ist in nicht-├Âffentlicher Sitzung beschlossen worden. Die Gr├╝nen waren dagegen, weil es unserer Auffassung nach ein Problem der Transparenz gibt. Ich kann die IG neinzupfenning deshalb verstehen, dass sie daran nicht teilhaben will, vor allem, wenn ich mir anschaue, wie die IFOK f├╝r sich wirbt. Ich bin f├╝r einen Dialog, aber nicht unter diesen Bedingungen.“

Herr Schuhmann las daraufhin verschiedene Selbstdarstellungen der IFOK vor, etwa: „Auf unser Drehbuch k├Ânnen Sie sich verlassen.“ „Wir halten f├╝r Sie die F├Ąden in der Hand.“ Und: „Unsere Beraterinnen und Berater knacken auch komplexe Inhalte und kommunizieren sie wirkungsvoll.“

Klaus Schuhmannn will keine „geknackte Nuss sein“.

„Wenn ich die Nuss sein soll, die geknackt werden soll, bin ich damit nicht einverstanden“, sagte Klaus Schuhmann und hatte die Lacher nicht nur bei den rund 50 Zuschauern auf seiner Seite.
Weiter sagte er, dass hier „erhebliche finanzielle Mittel“ f├╝r die IFOK aufgewendet w├╝rden. Die Gr├╝nen h├Ątten eine B├╝rgerbefragung gefordert, die aber abgelehnt wurde. Im Grunde w├Ąre das auf dasselbe hinausgelaufen, was jetzt die IFOK mache, mit einem Unterschied: „Aber dieser Dialog soll doch nur relativieren. Deswegen mein Vorschlag: Die IFOK soll den Dialog wirklich ├Âffentlich f├╝hren, der B├╝rgermeister auf die B├╝rger zugehen, alle Betroffenen in einer B├╝rgerversammlung zu Wort kommen lassen und danach wird eine B├╝rgerbefragung durchgef├╝hrt.“

„Es ist bedauerlich, dass die IG neinzupfenning nicht mitmachen will.“ IFOK

Andreas Ingerfeld erwiderte: „Es ist bedauerlich, dass ein wichtiger Akteur, die IG neinzupfenning nicht mitmachen will, aber wir k├Ânnen den Dialog auch ohne die IG f├╝hren, weil sie nur ein Teilnehmer ist. Sie sind nicht die einzigen Kritiker. Eine pauschale Ablehnung unserer Arbeit entspricht nicht dem, was wir machen.“

Der Gemeinderat Josef Doll (CDU) sagte: „Es werden meiner Meinung nach hier jede Menge haltlose Behauptungen aufgestellt, die durch eine Moderation zu beenden sind. Es gibt Kritiker, nicht nur die IG Nein, die ohne die Moderation keine Chance h├Ątten, am Dialog teil zu haben. Die IG Nein hat keinen Alleinvertretungsanspruch. Und es kann schon gar nicht so laufen, dass die meinen, sie k├Ânnten den B├╝rgermeister einladen. So wie die das in der Vergangenheit gemacht haben, so kann das nicht laufen. Es m├╝ssen auch andere reinkommen, die das Interesse nicht so haben.“

Positives Signal der SPD f├╝r eine B├╝rgerbefragung

Der Gemeinderat J├╝rgen Merx (SPD) sagte: „Wir wollen einen ergebnisoffenen Meinungsbildungsprozess. Diesen Weg werden wir mitgehen. Es ist n├Âtig einen gemeinsamen Informationsstand zu bilden, die B├╝rger mitzunehmen. Wir wollen und brauchen eine aktive Beteiligung in dem Meinungsbildungsprozess. Eventuell kann der in einem ge├Ąnderten Entwurf zu einer B├╝rgerbefragung enden. Wir m├Âchten hier ein positives Signal setzen.“

Der Gemeinderat Frank Hasselbring (FDP) sagte: „Es gibt eine Vielzahl von Meinungen und es auch viele Gegner des Projekts, die mit der IG neinzupfenning nicht einverstanden sind. Der BdS hat beispielsweise ohne Dialog keine M├Âglichkeit, sich zu ├Ąu├čern. Wie sollen die das tun? Wir erwarten neutrale Gespr├Ąche und eine ergebnisoffene Vorgehensweise. Wenn ich im Mannheimer Morgen lese, dass die IG „Manipulation und Gehirnw├Ąsche bef├╝rchtet“ l├Âst das bei mir Befremden aus. Es ist Aufgabe des Gemeinderats, die Bev├Âlkerung umfassend zu informieren.“

Die Gemeinder├Ątin Ulrike Lochb├╝hler (CDU) sagte: „Mittlerweile ist aus der Diskussion ein Kampf geworden. Aber mit ungleichen Waffen. Wenn die B├╝rger keine Informationen haben, ist ihre Waffe nicht gleichwertig. Ich bin daf├╝r, dass ein faires Streitgespr├Ąch stattfindet, daf├╝r braucht es aber Waffengleichheit, also m├╝ssen alle ├╝ber die gleichen Informationen verf├╝gen. Viele f├╝hlen sich durch die mangelnden Informationen nicht ins Boot genommen. Au├čerdem wurden viele wichtige Zeitpunkte verpasst, die B├╝rger zu informieren. Das ist der Hauptgrund f├╝r die verh├Ąrteten Fronten.“

„Stolz und H├Ąrte m├╝ssen aufgegeben werden.“ Ulrich Kettner

Der Gemeinderat Ulrich Kettner sagte: „Stolz und H├Ąrte m├╝ssen aufgegeben werden. F├╝r mich ist es unabdingbar, dass am Ende die B├╝rger beteiligt werden. Herr Dr. Doll, Sie sagen, am Ende ist der Gemeinderat das entscheidende Gremium. Das ist einerseits richtig. Aber tats├Ąchlich trifft das beim Thema Pfenning auf die vorliegende Situation in Heddesheim nicht mehr zu.“

B├╝rgermeister Kessler sagte: „Lassen Sie uns doch die Chance nutzen, mit der Moderation einen neuen Ansatzpunkt zu finden, um aus dem Misstrauen heraus zu kommen. Das w├╝nsche ich mir.“

Der Gemeinderat J├╝rgen Harbarth (SPD) sagte: „Wir haben hier seit Monaten einen Stillstand und kommen keinen Schritt weiter. Jetzt hoffen wir, dass es weitergeht.“

„Ich halte Vorbehalte gegen die IFOK f├╝r fadenscheinig.“ B├╝rgermeister Kessler

B├╝rgermeister Kessler sagte: „Der Blick zur├╝ck ist wichtig, hilft aber jetzt nicht weiter. Wenn wir nicht miteinander reden, dann frage ich mich, aus welchem Grund? Ich halte die Vorbehalte gegen die IFOK f├╝r fadenscheinig. Wir sollten uns an einen Tisch setzen und jeder soll sagen, was er will.“

Der Gemeinderat Klaus Schuhmann (Gr├╝ne) sagte: „Es wurde einfach zu viel nicht-├Âffentlich beschlossen. Die Leute denken, dagegen kommt man nicht an. Auch der Auftrag an die IFOK wurde nicht-├Âffentlich beschlossen, warum?“

B├╝rgermeister Kessler sagte: „Eigenkritik war auch Gegenstand der Sitzung am 20. Mai. Die Frage war doch, wie kriegen wir die Kuh vom Eis? Das war die Ad-hoc-Stimmungslage, das war der Tenor. Es kann doch nicht sein, dass wir Heddesheimer nicht mehr an einen Tisch kommen. Das kann und will ich mir nicht vorstellen. Es ist alles sehr aufgeregt. Wir m├╝ssen zur Diskussion zur├╝ck kommen. Das muss man einfordern.“

Der Gemeinderat Klaus Schuhmann (Gr├╝ne) sagte: „Dann gehen Sie doch mit den Fraktionsvorsitzenden, den beteiligten Beamten ohne IFOK zur IG. Sie sind der Hausherr und k├Ânnen die Spielregeln aufstellen.“

„Der Gemeinderat hat mit dem Auftrag an die IFOK die Spielregeln aufgestellt.“ B├╝rgermeister Kessler

B├╝rgermeister Kessler sagte: „Der B├╝rgermeister wird zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als Moderation anerkannt. Und der Gemeinderat hat mit dem Auftrag an die IFOK die Spielregeln aufgestellt.“

Der Gemeinderat Klaus Schuhmann (Gr├╝ne) stellt folgende Fragen:

  • „Inwieweit wurde der Gemeinderat seitens des B├╝rgermeisters ├╝ber die Firma Phoenix 2010 GdR informiert? Nach meiner Kenntnis war nur die Rede von einer Firmentochter von Herrn Pfenning. Dass aber weitere Personen in diesem Zusammenhang auftauchen, war uns nicht bekannt.
  • Ich kenne die Begrifflichkeit einer GbR (Gesellschaft des b├╝rgerlichen Rechts – kleinste Unternehmensform, Anm. D. Red) und deren Verl├Ąsslichkeit nur im Zusammenhang von Hausmeisterservices bzw. Kleinfirmen. Dass aber eine GbR mit einem „100 Millionen Euro Deal“ auftaucht, ist mehr als verwunderlich.
  • Wenn das Bauvorhaben aus welchem Grund auch immer, nicht realisiert werden kann. Kann der neue Besitzer, sprich Phoenix 2010 das Gel├Ąnde anderweitig ver├Ąu├čern und inwieweit ist hier die Einflussm├Âglichkeit der Gemeinde gegeben?
  • Dem Gemeinderat liegt ein Entwurf des st├Ądtebaulichen Vertrags mit der Pfenning-Gruppe mit dem Stand vom 10. Dezember 2008 vor. Ist dieser Vertrag identisch mit dem Vertrag mit den rechtsg├╝ltigen Unterschriften?
  • Im st├Ądtebaulichen Vertrag existieren drei Anlagen. Waren oder sind diese Anlagen f├╝r die Entscheidungsfindung der Gemeinder├Ąte relevant? Um welche Punkte handelt es sich dabei?

Ich bitte Sie, Herr B├╝rgermeister Kessler, um Stellungnahme zu diesen Fragen.“

B├╝rgermeister Kessler sagte: „Ich habe das zur Kenntnis genommen und werde Ihnen die Antwort zukommen lassen.“

Der Gemeinderat Josef Doll (CDU) sagte: „Die Frage ist doch, wo vertrauliche Informationen noch vertraulich sind. Wenn Sie Vertr├Ąge schlie├čen, erwarten Sie Vertraulichkeit.“

Es gibt eine kurze Diskussion zwischen Gemeinderat und Publikum.

B├╝rgermeister Kessler: „Ich beende hiermit die Diskussion.“

Marathon-Sitzung des Gemeinderats III

In Teil 2 der Gemeinderatssitzung vom 25. Juni 2009 wurde ├╝ber folgende TOPs berichtet:

Kinderkrippe
Kindergartengeb├╝hren
Investitionskostenzuschuss konfessionelle Kinderg├Ąrten
Sanierung Hans-Thoma-Schule, evangelischer Kindergarten

Vorstellung Moderationsprozess IFOK zur geplanten Pfenning-Ansiedlung

Andreas Ingerfeld von der Firma IFOk stellte dem Gemeinderat den Moderationsprozess in Sachen Pfenning-Ansiedlung vor.

Nach der Interviewphase, die bis kommenden Mittwoch abgeschlossen sein soll, folgt die Dialogphase mit einem ersten Gespr├Ąch am 02. Juli 2009.

Die Interviews sollen die Fakten sammeln: Erwartungen, Hoffnungen, Bef├╝rchtungen und Meinungen zur geplanten Pfenning-Ansiedlung.

Dabei spreche man mit allen wichtigen Akteuren. Im einzelnen f├╝hrte Herr Ingerfeld an:

  • Fraktionsvorsitzende der Parteien
  • IG neinzupfenning
  • heddesheimblog
  • Anwohner
  • Pfenning
  • B├╝rgermeister Kessler
  • BdS
  • BUND
  • Nachbarschaftsverband
  • weitere

Der Dialog solle erm├Âglichen, dass man wieder miteinander, statt ├╝bereinander in der Presse spreche, sagte Herr Ingerfeld. „Vertreter aller Positionen sind eingeladen und aufgerufen, sich daran zu beteiligen“, sagte Ingerfeld.

Und: „Es gibt keine Themenvorgaben von au├čen.“ Die Gespr├Ąche sollen der ├ľffentlichkeit durch abgestimmte Protokolle und Presseerkl├Ąrungen berichtet werden.

Zus├Ątzlich sollen B├╝rger durch Veranstaltungen, Umfragen, Infost├Ąnde mit einbezogen werden.

„Es sind schon Freundschaften zerbrochen.“ Andreas Ingerfeld

Auf die Frage, warum diese Dialogrunden nicht ├Âffentlich gef├╝hrt werden, sagte Herr Ingerfeld: „Es geht um eine vertrauensvolle Atmosph├Ąre in den monatlichen Gespr├Ąchen bis September. Einige der Teilnehmer sind nicht gewohnt an ├Âffentlichen Debatten teil zu nehmen, die auch eher geeignet sind, einen Standpunkt zu vertreten und nicht eine Diskussion zu f├╝hren. Au├čerdem haben wir durch die Gespr├Ąche erfahren, dass manche Person sich bef├╝rchtet, dadurch in eine exponierte Stellung zu geraten, die Nachteile f├╝r diese Person mit sich bringen k├Ânnte. Das wollen wir vermeiden, denn es sind im Zuge der Diskussion wohl schon Freundschaften zerbrochen.“

Stichpunktartig listete Herr Ingerfeld die Themenkomplexe auf:

  • Gr├Â├če des Projekts
  • Nachhaltigkeitsfragen zur Firma, Arbeitspl├Ątzen und ├ľkologie
  • Verkehr
  • Landschaftsbild
  • Informationskultur
  • zuk├╝nftige Entwicklung Heddesheims
  • Status der Planungen
  • Transparenz
  • Beteiligung der B├╝rger

Es gehe in erster Linie darum, die verschiedenen Positionen an einen Tisch zu bringen, Vertrauen zu schaffen, Offenheit f├╝r Themen zu schaffen, Fakten herauszuarbeiten und zu diskutieren, andere Meinungen zu akzeptieren und m├Âgliche L├Âsungen zu finden und nicht l├Âsbare Kontroversen fest zu stellen, sagte Herr Ingerfeld.

Am Ende stehe eine Entscheidung, die wie in Genehmigungsverfahren letztlich mit Ja oder Nein beantwortet werden m├╝sse.

Der Dialog sei nicht Teil des Genehmigungsverfahrens, w├╝rde diesen aber begleiten. Die Ergebnisse des Dialogs k├Ânnten aber Teil des Genehmigungsverfahrens werden, in dem sie einflie├čen.

Warum braucht es einen extern moderierten Dialog?

Die selbst gestellte Frage, warum der Moderationsprozess „extern“ ablaufe, beantwortete Herr Ingerfeld so: „Es gibt sehr, sehr differenzierte Meinungen. Das haben die ersten Interviews ergeben. Und es gibt viele Meinungen. Deswegen ist eine Moderation gut, die alle diese Meinungen zu Wort kommen l├Ąsst. Das ist unser Auftrag, den wir neutral und unabh├Ąngig durchf├╝hren. Wir vertreten keine Interessen, au├čer, einen Dialog zu erm├Âglichen.“

Der genaue Auftrag, so Ingerfeld, sei es, etwa 15-20 Interviews zu f├╝hren, vier Dialogsitzungen zu organisieren, zu moderieren und die Ergebnisse aufzubereiten. Au├čerdem sei eine B├╝rgerveranstaltung geplant. Au├čerdem beinhalte der Auftrag die Presse- und ├ľffentlichkeitsarbeit zum Dialog.

B├╝rgermeister Michael Kessler warb danach „ausdr├╝cklich“ und wortreich um eine Beteiligung am Dialog.

Weiter zu Teil 4:
Dokumentation der Diskussion

Der gl├Ąserne Gemeinderat: „Insider“-Informationen und meine Meinung dazu

Guten Tag,

in einem Kommentar wurde eine email von mir ver├Âffentlicht, die sich zun├Ąchst an die FDP gerichtet hat. Da der Inhalt nunmehr ├Âffentlich geworden ist, berichte ich dazu unter dieser Rubrik.

Gestern hat sich die FDP-Fraktion zum ersten Mal nach der Wahl von vor zwei Wochen getroffen.

Dar├╝ber hat das heddesheimblog berichtet:
FDP-Fraktion trifft sich das erste Mal

Dieses Treffen war kein „erfreuliches“ – eher das Gegenteil.

Deswegen habe ich die Partei, auf deren Liste ich kandidiert habe, dar├╝ber im Detail informiert.

Offenbar ist man in der Partei dar├╝ber auch nicht einverstanden, deswegen wurde meine email an die Kandidaten der Wahl hier im heddesheimblog ver├Âffentlicht.

Ich habe den Brief an die FDP als offenen Brief gesendet, um innerparteilich eine demokratische Diskussion anzuregen, nicht um ihn hier zu ver├Âffentlichen.

Irgendjemand auf der Liste der Empf├Ąnger oder jemand, der die email weitergeleitet bekommen hat, meinte, dies ├Âffentlich machen zu m├╝ssen.

Das geht auch in Ordnung, weil nichts „Geheimes“ drin steht. Daf├╝r aber etwas „Privates“ und das h├Ątte nicht weitergeleitet werden m├╝ssen.

Weil dem aber so ist, lasse ich den privaten Teil meines Briefes hier auch stehen, da nur „insider“ wissen, um welche Personen es sich handelt.

Trotzdem sollte der „insider“ wissen, dass er diese privaten Informationen nicht ohne mein Einverst├Ąndnis und das andere h├Ątte ver├Âffentlichen d├╝rfen.

Da mein Brief nun ├Âffentlich ist, erlaube ich mir, zwei, drei Rechtschreibfehler zu korrigieren und gebe dazu eine Stellungnahme ab:

Alles, was in diesem Brief steht, ist genauso gemeint, wie es geschrieben ist.

Ihr
Hardy Prothmann

———————-

Dokumentation meines Schreibens an die FDP-Kandidaten

Guten Tag,

die neue gew├Ąhlte FDP-Fraktion hat sich heute Abend zum
ersten Mal nach der Wahl getroffen.

Dabei wurden durch Herrn Hasselbring mir gegen├╝ber massive
Vorw├╝rfe erhoben, zu denen ich mich direkt ge├Ąu├čert habe.

Deswegen erhalten Sie von mir diese email, weil ich Sie, aus
meiner Sicht, ├╝ber den Wahlkampf, die Wahl und die aktuelle
Situation unterrichten m├Âchte.

Der Text ist lang, Sie brauchen Zeit, um ihn zu lesen. Ich
hoffe, Sie nehmen sich diese.

Sollten Sie nach dem Lesen des Briefes noch Fragen an mich
haben, k├Ânnen Sie sich jederzeit gerne mit mir in Verbindung
setzen.

Die Vorw├╝rfe

1. Herr Hasselbring hat mir erkl├Ąrt, dass man (er oder die
FDP lie├č er offen) mir nicht mehr vertrauen k├Ânne, weil ich
mich nicht an Abmachungen gehalten h├Ątte.

2. Au├čerdem h├Ątte ich mich „eindeutig positioniert“, indem
ich mich von der IG neinzupfenning h├Ątte empfehlen lassen.

3. Der dritte Vorwurf war: Ich h├Ątte negativ ├╝ber die FDP
berichtet und die Wahl als Desaster f├╝r die FDP bezeichnet.

Meine Stellungnahmen

zu 1.
Es gab niemals eine Abmachung mit Herrn Hasselbring.

Als Herr Hasselbring mich gefragt hat, ob ich auf der Liste
der FDP kandidieren w├╝rde, habe ich dem zugestimmt, mit der
unmissverst├Ąndlichen Aussage, dass ich politische Positionen
(vor allem freiheitliche) der FDP teilen kann und mir eine
ehrenamtliche Kandidatur auf der Liste der FDP vorstellen
kann, sonst aber das Amt eher als „B├╝rgervertretung“ denn
als „Parteiamt“ sehe.

Herr Hasselbring fand das alles in Ordnung und hat mich
mehrfach zu Hause besucht und mich angerufen.

Im Zuge der Diskussion um das Pfenning-Projekt und meiner
Berichterstattung auf dem heddesheimblog hat mich Herr
Hasselbring gefragt, wie ich zu dem Thema stehe.

Meine Antwort lautete: „Ich sage weder Ja noch Nein zu
Pfenning, weil ich mich in einem Meinungsbildungsprozess
befinde und ohne ausreichende Information keine Position
beziehen werde.“

Herr Hasselbring wollte schlie├člich wissen, ob er sich
darauf verlassen kann.
Meine Antwort war: „Ja. An dieser Haltung wird sich nichts
├Ąndern.“

Genauso habe ich von „meiner Seite diese
Vereinbarung“ auch eingehalten.

Herr Hasselbring wollte ferner von mir wissen, wie ich mich
gegen├╝ber der FDP stelle.
Meine Aussage dazu war: „Wenn sich die FDP korrekt verh├Ąlt,
werde ich als Journalist auf dem heddesheimblog dar├╝ber
berichten, wenn sie es nicht tut, werde ich auch dar├╝ber
berichten.“

Die FDP hat sich ├╝berwiegend korrekt verhalten. Genauso habe
ich dar├╝ber berichtet.

Tats├Ąchlich habe ich auch einmal „negativ“ berichtet, aber
nicht ├╝ber „die FDP“, sondern ├╝ber das vollkommen
inakzeptable Verhalten von Herrn Bauer gegen├╝ber Frau
Lochb├╝hler (CDU).

Au├čerdem habe ich dar├╝ber berichtet, dass
Herr Bauer im Gemeinderat gesagt hat, wir lebten in einer „repr├Ąsentativen Demokratie“, was ein ziemlicher Bl├Âdsinn
ist und ziemlich genau das Gegenteil von der Staatsform, in
der wir leben, n├Ąmlich einer „parlamtentarischen
Demokratie“.

Dieser eine negative Bericht war ├╝brigens als Satire
verfasst, also einer der Definition nach „sehr zugespitzten
Meinungs├Ąu├čerung“ und ist damit als Meinungs├Ąu├čerung und
nicht als neutrale Berichterstattung zu werten.

Die Aussage, man k├Ânne mir nicht mehr vertrauen, weil ich
mich nicht an Abmachungen gehalten habe, ist also haltlos.

zu 2.

Diese Aussage ist eine Unterstellung, die ich zur├╝ckweise.
Ich habe mich nicht von der IG neinzupfenning „empfehlen
lassen“.

Die IG neinzupfenning hat mich auf die Empfehlung
angesprochen.
Meine Antwort lautete: „Ich kann Ihnen nicht vorschreiben,
wen Sie empfehlen wollen. Das ist ausschlie├člich ihre
Angelegenheit.“

Im Gegenteil habe ich die IG darauf aufmerksam gemacht, dass
sie diese Entscheidung nochmals ├╝berdenken sollte.
Tats├Ąchlich hat mich die IG gefragt, ob sie mich an die
erste Stelle ihrer „Empfehlung“ setzen sollte:

Meine Antwort lautete:
„Ich berichte unabh├Ąngig. Wenn Sie mich nun empfehlen,
werden Kritiker meiner Berichterstattung vermuten, dass ich
sie unterstütze, was ich nicht tue. Ãœberlegen Sie also
genau, ob Sie f├╝r sich dieses Risiko eingehen wollen.“

Die IG ist das „Risiko“ eingegangen. Und wie ich es
vorhergesagt habe, unterstellt mir Herr Hasselbring exakt,
was ich ├╝ber „Kritiker meiner Berichterstattung“ gedacht
habe.

Sp├Ąter hat die IG behauptet, ich w├Ąre f├╝r sie in den
Gemeinderat gew├Ąhlt worden. Meine Antwort darauf lesen Sie
hier:
http://heddesheimblog.de/2009/06/der-glaserne-rat-unerwartet
e-einvernahme/

Um das nochmals zu betonen: Wenn sich die
Pfenning-Ansiedlung als solides Investment mit klaren
Vorteilen f├╝r Heddesheim herausstellen sollte, werde ich dem
zustimmen.

Bislang habe ich aber nur gegenteilige Informationen,
weswegen ich das Projekt als Bürger und auch als Gemeinderat ablehne.

Als Journalist recherchiere ich zum Thema und berichte nach
den Recherchen dazu. ├â┼ôbrigens ├Âffentlich und v├Âllig
transparent.

Mir wurde von Anfang an „Stimmungsmache“ und
„schlechte Recherche“ vorgeworfen.

Sie selbst k├Ânnen diese Vorw├╝rfe ├╝berpr├╝fen, indem Sie sich
auf dem heddesheimblog informieren.

Es blieb bislang bei den├é┬á„Vorw├╝rfen“. „Konkrete“ Belege wurden nicht vorgelegt.

Im Gegenteil habe ich sogar Herrn Doll verschiedene
Rechtsbr├╝che vorgeworfen. Eigentlich eine „unglaubliche“
Unterstellung, gegen die sich jeder anst├Ąndige Mensch sofort
juristisch wehren w├╝rde.
Herr Doll hat das nicht getan, weil er die Schlagzeile
f├╝rchtet, dass ein Gericht seine Rechtsbr├╝che feststellt.

Und Sie k├Ânnen sicher sein, dass jeder noch so kleine Fehler
in meinen Berichten entdeckt werden w├╝rde, weil das
heddesheimblog eine enorme Aufmerksamkeit genie├čt – auch bei
den Kritikern.

Aktuell gibt es rund 220 Texte auf dem heddesheimblog, die
fast 200.000 Mal aufgerufen worden sind.

zu 3.

Dieser Vorwurf ist vollkommen absurd.

Herr Hasselbring hat diesen Vorwurf mehrfach ge├Ąu├čert und
mich noch gefragt, ob ich nicht mehr w├╝sste, was ich
geschrieben h├Ątte.

Ich „wusste“ es nicht. Als ich nach einem Beleg fragte,
pr├Ąsentierte mir Herr Hasselbring den Ausdruck eines
Artikels aus dem heddesheimblog. Er zeigte mir die
„Zitatstelle“:

„kompakter sagt:
13/06/2009 um 01:50
Hallo neudabei,

ist es das? soweit ich mitbekommen habe, ist nix mehr so,
wie es mal war: CDU -2, SPD -1, Gr├╝ne +3, FDP alles beim
alten aber doch nicht, weil zwei raus, zwei rein.

hier hats ordentlich gerumst und im moment geht rudi ratlos
rum.“

Dann fragte mich Herr Hasselbring, ob ich „das“ (also
„kompakter“) bin und ├╝berhaupt w├Ąren hier ja so viele
Kommentare unter Pseudonym, ob ich das nicht ├Ąndern wollte.

Ich erkl├Ąrte Herrn Hasselbring, dass Leser die M├Âglichkeit
haben, ein Pseudonym zu w├Ąhlen, was hier wohl vorliegt und
ich, selbst wenn ich den Klarnamen w├╝sste, nichts dazu sagen
w├╝rde.

Herr Hasselbring st├Ârte der „rudi ratlos“ und bezog das auf
die FDP oder auch auf sich selbst.

Wenn Sie den Text noch einmal lesen, bezieht sich der
Leserkommentar auf alle Parteien und nicht explizit auf die
FDP├óÔéČ┬Ž

Im ├â┼ôbrigen hatte Herr Hasselbring mir zun├Ąchst vorgeworfen,
ich h├Ątte die Wahl als „Desaster f├╝r die FDP“ beschrieben.
Mal abgesehen davon, dass er daf├╝r einen Leserkommentar als
Beleg bem├╝ht, steht selbst in diesem nirgendwo das Wort
„desaster“.

Tats├Ąchlich habe ich die Wahl f├╝r CDU und SPD als „Desaster“
bezeichnet. Und ganz ehrlich: Das war sie doch – so gesehen
– auch├óÔéČ┬Ž

Was Herr Hasselbring nicht verstanden hat, ist, dass ich
einen Bericht geschrieben habe, der insgesamt zehn Mal
kommentiert wurde:
http://heddesheimblog.de/2009/06/kommunalwahl-2009-cdu-und-s
pd-verlieren-im-landesvergleich-erheblich-grune-gewinnen-deu
tlich/

Was die Leser dann als Kommentare schreiben, ist ihre
Meinung. Sofern diese Meinung Rechte anderer ber├╝hrt,
behalte ich mir als Verantwortlicher vor, solche Kommentare
zu l├Âschen, was ich leider immer wieder tun muss, weil sich
verschiedene Leser nicht an die Spielregeln halten.

Dar├╝ber hinaus habe ich Herrn Hasselbring gefragt, ob es
nicht eher so ist, dass Herr Hasselbring selbst der FDP
schadet, im konkreten Fall durch Unterlassung, weil er
pers├Ânliche Niederlagen nicht verkraftet.

Und das ist meine private Meinung: Dass ich gut 1500 Stimmen
bekommen habe, Herr Hasselbring aber „nur“ gut 1250
betrachtet er in meinen Augen als eine pers├Ânliche
Niederlage.

Ablesen l├Ąsst sich das an seiner ├ľffentlichkeitsarbeit.

An seiner Stelle h├Ątte ich statt der paar kl├Ąglichen Zeilen
im Mitteilungsblatt einen famosen Text verfasst, der
mindestens folgendes festgestellt h├Ątte:
Die FDP ist zweiter Wahlsieger! Sie konnte zwar keinen Sitz
hinzugewinnen, wie gewollt, aber sie hat auch wie CDU und
SPD keine verloren. Und das trotz eines sehr „aufregenden“
Wahlkampfs. Dar├╝ber hinaus ist die FDP die Partei, die eine
Frau neben zwei M├Ąnnern im Gemeinderat hat. Das ist ein
Anteil von einem Drittel. Die CDU hat demgegen├╝ber nur einen
„Anteil“ von 12,5 Prozent, die SPD von 20 Prozent und die
Gr├╝nen, die ja so „frauenfreundlich“ sind, einen von 0
Prozent.

Das hat Herr Hasselbring aber nicht getan, nicht gewollt
oder nicht gesehen, dass eine solche Meldung f├╝r die FDP
eine positive Stimmung ergeben h├Ątte.

Abgesehen von der
„Stimmung“ (viele, auch Herr Hasselbring, werfen mir ja
„Stimmungsmache“ vor) h├Ątte eine solche Meldung genau den
Tatsachen entsprochen.

Das Gespr├Ąch mit Herrn Hasselbring war aus meiner Sicht
wenig konstruktiv. Ich habe Herrn Hasselbring trotz seiner
Vorw├╝rfe mehrmals aufgefordert, ├╝ber politische Ziele der
FDP zu sprechen, damit sich die Frakton auf diese Inhalte
vorbereiten kann.

Herr Hasselbring ist dieser Bitte nicht nachgekommen, weil
er darauf nicht vorbereitet war.

Herr Hasselbring ist meiner
Ãœberzeugung nach im Moment überhaupt nicht mit politischen
Inhalten befasst, sondern nur mit seinen eigenen.

Ich habe Herrn Hasselbring auch darauf hingewiesen, dass mir
bei einer dauerhaften Verweigerungshaltung seinerseits auch
andere Positionierungen offen stehen.

Herr Hasselbring hat das zur Kenntnis genommen und – wie ich
meine, verfolgt er dieses Ziel. Das w├╝rde f├╝r die FDP die
„Schw├Ąchung um einen Sitz“ bedeuten. Ich finde, dass die FDP
dar├╝ber informiert sein sollte.

Auch im heddesheimblog findet die FDP wenig Beachtung – wie
auch die anderen Parteien. Der Grund daf├╝r ist: Die FDP
├Ąu├čert sich nicht. Ich habe allen Parteien immer wieder
Angebote gemacht, dies zu tun. Bis auf Herrn Bowien, Herrn
Klemm und meine Person hat davon niemand Gebrauch gemacht.
Diese drei Kandidaten sind mit wirklich guten Ergebnissen
gew├Ąhlt worden.

F├╝r mich stellt sich insofern vielmehr die Frage, ob die
„Wahlempfehlung“ der IG so entscheidend war oder die
Berichterstattung auf dem heddesheimblog.

Ich meine, dass die Ereignisse und die dar├╝ber verfassten
Berichte entscheidender waren, weil die W├Ąhler sehr gezielt
vorgegangen sind.

Auf der Suche nach Informationen und nach dem Ergebnis,
welche Informationen sie erhalten haben. Vor der Wahl wurden
die Berichte auf dem heddesheimblog rund 130.000 Mal
abgerufen.

Bei der Berichterstattung beziehe ich den Mannheimer Morgen
explizit mit ein. Dessen unkritische Berichterstattung ohne
jede Recherche, hat dem heddesheimblog viele Leser gebracht,
die eine unabh├Ąngige Berichterstattung gesucht haben.

Im Gegenteil habe ich Herrn Hasselbring wiederholt
angerufen, einen Dialog zu suchen. Die Ausk├╝nfte von seiner
Seite wurden immer knapper und signalisierten, dass ein
Austausch von Informationen von seiner Seite nicht gew├╝nscht
ist und auch keine Diskussion.

Drei Wochen vor der Wahl war
ich damit ohne jeden Kontakt zur FDP, auf deren Liste ich
aber stand. Und ich wurde mit den meisten Stimmen, etwa 20
Prozent mehr, als Herr Hasselbring erhalten hat, gew├Ąhlt.

Ich habe Ihnen diesen sehr langen Brief geschrieben, um Sie
erstens ├╝ber korrekte Sachverhalte zu informieren und
zweitens darauf hinzuweisen, dass die Art der Politik, wie
sie in Heddesheim (und vielen anderen Orten und dort in den
Parteien) gemacht wird, keine ist, die man nach meiner
Auffassung unterst├╝tzen sollte.

Au├čerdem halte ich Herrn Hasselbring nicht f├╝r geeignet, die
Interessen der FDP nachhaltig zu vertreten, sonst h├Ątte er
Gr├Â├če gezeigt, w├╝rde den Dialog suchen und sich nicht in
unhaltbaren Vorw├╝rfen ergehen und nur seine eigene
Selbstbest├Ątigung suchen.

Ich habe deswegen Frau Kemmet als Fraktionsvorsitzende
vorgeschlagen, weil sie mehrere Eigenschaften auf sich
vereint: Sie ist Heddesheimerin, kennt den Ort in und
auswendig, sie ist als aktive, engagierte und korrekte Frau
bekannt und ihre Wahl w├Ąre eine gute Wahl gewesen.

Herr Hasselbring war sehr ├╝berrascht dar├╝ber.

Frau Kemmet hat meinen Vorschlag aber aus nachvollziehbaren
Gr├╝nden zur├╝ck gewiesen. Da sie sehr engagiert ist und ihre
Aufgaben gut machen will und sicherlich auch macht,
bef├╝rchtete sie einen Aufgabenkonflikt durch zeitliche
Ãœberforderung. Ich habe ihr gerne meine Stimme als
Stellvertreterin gegeben. Und sollte sie es sich anders
├╝berlegen, h├Ątte sie meine Stimme unter den gegebenen
Umst├Ąnden sicher.

Abseits der „formalen“ Politik m├Âchte ich zum Abschluss noch
ein paar pers├Ânliche Worte an Sie richten.

Meinen zuk├╝nftigen Schwiegereltern wird seit Wochen von
verschiedenen Menschen enorm „Druck gemacht“, weil ich als
Journalist auf dem heddesheimblog ├╝ber die Politik in
Heddesheim berichte.

Dar├╝ber habe ich heute auch Herrn Hasselbring informiert.
Der zeigte sich vollkommen kenntnislos ├╝ber diese Tatsache:
„Ich wei├č davon nichts.“ (was ich pers├Ânlich ebenfalls f├╝r
vollkommen unglaubw├╝rdig halte und deswegen als ├âÔÇ×u├čerung
ganz klar als anstandlos bewerte)

Meine Antwort war: „Sp├Ątestens ab heute wissen Sie es und
mein Appell an Sie ist, stellen Sie das, soweit Sie das
k├Ânnen, ab.“

Ob Herr Hasselbring diesem Appell folgt oder nicht, ist seine
Sache.

Meine Sache ist, dass ich meine Entscheidungen selbst
vertrete.

Ich bin best├╝rzt dar├╝ber, dass meine Schwiegereltern unter
meiner Arbeit leiden m├╝ssen – mit der sie nichts zu tun
haben und zu der sie sehr wohl eine eigene Meinung haben.

Im Gegenteil haben sie immer wieder versucht, sich f├╝r die
Sache der FDP einzusetzen und bei mir zu „vermitteln“.

Da ich nicht „gegen die FDP“ arbeite, wie ich auch sonst
niemals „gegen jemanden anderen arbeite“, sondern nur
berichte, was passiert, blieben diese Versuche erfolglos.

Ich berichte ├╝ber das aktuelle Geschehen und lasse mich
dabei von niemandem beeinflussen, bin aber jederzeit gerne
f├╝r jedes Gespr├Ąch ├╝ber jeden Inhalt offen.

Pers├Ânlich best├╝rzt bin ich ├╝ber Menschen, die sich so
unanst├Ąndig verhalten und andere stellvertretend unter Druck
setzen, um ihre Ziele (welche auch immer) zu erreichen.

Doch daran kann ich leider nichts ├Ąndern – sondern nur diese
Menschen selbst.

Ich danke Ihnen f├╝r Ihre Geduld, diese email zu lesen und
hoffe, dass Sie willens sind, sich selbst eine Meinung zu
bilden und nicht blind darauf vertrauen, was irgendjemand
erz├Ąhlt.

Und keine Sorge: Solch lange emails schreibe ich selten und
zum vorliegenden Fall genau dieses eine Mal, weil ich alles
zur Sache aufgeschrieben habe, was von meiner Seite gesagt
werden sollte.

Mit allerbesten Gr├╝├čen

Hardy Prothmann

IG neinzupfenning reagiert mit Einladung auf den „Offenen Brief“ des B├╝rgermeisters

Gemeinde Heddesheim
B├╝rgermeister Michael Kessler
Fritz-Kessler-Platz
68542 Heddesheim

Siemensstra├če 1 A
68542 Heddesheim
Telefon 0176 14039160
E-Mail neinzupfenning@web.de
www.neinzupfenning.de

Datum: 19.06.2009
Unsere Zeichen: IG

Sehr geehrter Herr B├╝rgermeister Kessler,

vielen Dank für Ihren Brief vom 18. 6. 2009, den Sie leider nur Herrn Karnasch am Nachmittag des 18. 6. 2009 haben zukommen lassen.

Die Interessengemeinschaft „neinzupfenning“ besteht, wie Ihnen bekannt ist, aus einer Gruppe von Personen. Herr Karnasch ist am 18. 6. vorzeitig von einer Gesch├Ąftsreise zur├╝ckgekommen und konnte uns daher noch rechtzeitig in Kenntnis setzen. Bitte veranlassen Sie f├╝r den weiteren Schriftverkehr, dass immer mehrere Personen der IG informiert werden.

Wie Ihnen bereits mitgeteilt, wollen wir ergebnisoffene, ├Âffentliche Gespr├Ąche. Es ist daher nicht m├Âglich, dass wir uns als IG „neinzupfenning“ und als B├╝rger zu nicht├Âffentlichen Gespr├Ąchen mit der├é┬ávon Ihnen bestellten und von Steuergeldern bezahlten Gesellschaft IFOK treffen. Es geht uns daher nicht um eine Verweigerung, sondern um die ├ľffentlichkeit der Gespr├Ąche.

Gerne laden wir Sie deshalb Herr B├╝rgermeister Kessler, wie auch die Gemeinder├Ąte – jedoch ohne Mitarbeiter der IFOK – zu einem ├Âffentlichen Gespr├Ąch in die Gastst├Ątte Luftschiff am 29. Juni 2009, 20.00 Uhr ein.├é┬áEin fr├╝herer Termin ist uns leider nicht m├Âglich.

Wir bitten Sie jedoch, dazu die aktuellen Gutachten vorzustellen sowie die von uns mehrfach gestellten Fragen zu beantworten. Dazu geh├Ârt auch die ├Âffentliche Stellungnahme zum st├Ądtebaulichen Vertrag.

Ein Dialog kann nur auf gleicher Informationsbasis stattfinden.

Wir begr├╝├čen den Dialog mit Ihnen und den Gemeinder├Ąten unter der aktiven Teilnahme der Heddesheimer Bev├Âlkerung.

Gerne erwarten wir Ihre Terminzusage. Die Lokalit├Ąt wurde bereits reserviert.

Mit freundlichen Gr├╝ssen

IG „neinzupfenning“
Hubert Karnasch, Hans Weber, Michael Arnold, Kurt Fleckenstein, Michael J├Ârder

Zug um Zug

Kommentar: Hardy Prothmann

Was ist passiert? Alles h├Ârte sich danach an, dass eine neue Phase zwischen den Gegnern und Bef├╝rwortern des geplanten Pfenning-Projekts beginnen k├Ânnte.

Doch es ist anders gekommen – was noch kommt, wird spannend werden.

B├╝rgermeister Michael Kessler hat ein Unternehmen beauftragt, dass sich darauf spezialisiert hat, „├ľffentlichkeit“ herzustellen. In eigener Sache wirbt dieses Unternehmen damit, f├╝r den Kunden eine positive Au├čendarstellung zu erreichen, mit allem drum und dran. Der Kunde ist in diesem Fall die Gemeinde Heddesheim und ihr Oberhaupt, der B├╝rgermeister.

Punkte f├╝r den B├╝rgermeister

Die Idee, in einem eingefahrenen Prozess einen neutralen Vermittler einzuschalten, ist eine nahe liegende Idee und somit konnten der noch amtierende Gemeinderat und der B├╝rgermeister einen Punkt in der ├Âffentlichen Wahrnehmung machen.

Einen zweiten Punkt will der B├╝rgermeister machen, indem er schnell reagiert und sich trotz Absage weiter gespr├Ąchsbereit zeigt und an die Verantwortung der IG neinzupfenning appelliert.

W├╝rde sich die IG diesem Appell verschlie├čen, w├Ąre der Schaden f├╝r die Interessengemeinschaft enorm. B├Âse Zungen gibt es seit Monaten genug in Heddesheim und sie alle w├╝rden genussvoll zischen: „Das sind doch nur Querulanten, N├Ârgler, chronische Nein-Sager, Verhinderer, T├Ąuscher…“

Doch die IG neinzupfenning hat sich strategisch klug verhalten und erstmal abgewartet: Erst kam die Pressekonferenz mit dem angek├╝ndigten Dialog, eine Woche sp├Ąter der Brief, der „Gespr├Ąche“ ank├╝ndigt. Dann geschah wieder eine Woche nichts – und die IG reagiert mit einer Absage.

Verh├Ąlt sich die IG klug, wird sie den ├Âffentlichen Dialog erzwingen

Und die IG kann die zwei Punkte des B├╝rgermeisters glatt kassieren. Warum? Weil wiederum, wie schon in der Vergangenheit, zu viel zu undurchsichtig ist:

  • Der Auftrag an die IFOK wurde in nicht-├Âffentlicher Sitzung des Gemeinderats beschlossen.
  • Der Inhalt des Auftrags ist ebenfalls nicht ├Âffentlich.
  • Das Honorar (das trotz „gutem Angebot der IFOK“ immer noch betr├Ąchtlich sein d├╝rfte) bleibt geheim.
  • Es werden 25 Personen von der IFOk angeschrieben… wer das ist, bleibt geheim.
  • Gespr├Ąche k├Ânnen „anonym“ gef├╝hrt werden.
  • Die „Dialoggespr├Ąche“ sollen unter Ausschluss der ├ľffentlichkeit stattfinden.

Es wiederholt sich also das, was die Gegner des Projekts von Anbeginn an st├Ârte: Hinterzimmerverhandlungen und -gespr├Ąche.

Wer gewinnt? Das Hinterzimmer oder die ├ľffentlichkeit?

Bei der Wahl haben nicht nur offensichtliche Gegner des Projekts ihre Stimme abgegeben. Vor allem die CDU ist regelrecht abgestraft worden und kann froh sein, nicht noch einen Sitz an die Gr├╝nen verloren zu haben. Auch die SPD musste b├╝├čen, den Unwillen der B├╝rger ├╝ber all die Geheimniskr├Ąmerei nicht erkannt zu haben.

W├╝rde sich die IG neinzupfenning nun in diese Hinterzimmeratmosph├Ąre hinein ziehen lassen, w├Ąre sie bald Teil des Spiels, das die B├╝rger nicht wollen.

Wenn die IG standhaft bleibt und das „├Âffentliche Gespr├Ąch“ sucht oder sogar von sich aus anbietet, hat sie wieder alle Tr├╝mpfe in der Hand und die hei├čen: Glaubw├╝rdigkeit und die Forderung auf das Recht nach Mitsprache – B├╝rgerbeteiligung.

Denn das ist das Kapital, das sich die IG aufgebaut hat: die Sympathie der B├╝rger und zwar explizit nicht nur der, die direkt von „Pfenning“ betroffen w├Ąren, sondern auch die der anderen, die mit ihrer Stimmabgabe solidarisch gegen eine „Kl├╝ngelpolitik“ gestimmt haben.

Man darf gespannt sein, ob die IG diesen Weg konsequent weiterverfolgt und ob der B├╝rgermeister und der Gemeinderat diesem Weg irgendwann bereit sein werden, zu folgen.

Lesen Sie auch diesen Bericht im MM: Kessler schreibt an die IG

Der „Offene Brief“ des B├╝rgermeisters an die IG neinzupfenning

offenerbrief

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B├╝rgermeister Kessler reagiert mit „Offenem Brief“ auf Absage der IG neinzupfenning

B├╝rgermeister Michael Kessler hat mit einem offenen Brief auf die Absage der IG neinzupfenning zu einem von der PR-Firma IFOK moderierten Dialog reagiert. In dem ausf├╝hrlichen Schreiben „appelliert“ der B├╝rgermeister „dringend“ diesem geplanten Dialogverfahren eine Chance zu geben.

Die Reaktion kam prompt. Gestern Abend warf die IG neinzupfenning ihren Brief mit der Absage beim Rathaus ein, am heutigen fr├╝hen Abend folgte der „Offene Brief“ des B├╝rgermeisters ebenfalls per Einwurf (der Postweg dauert zu lang) an die Interessengemeinschaft:

„Ich m├Âchte daher den dringenden Appell an Sie richten, dem auch von Ihnen geforderten moderierten Dialog eine Chance zu geben und an den Gespr├Ąchen teilzunehmen“, schreibt der B├╝rgermeister.

Weiter f├╝hrt Herr Kessler insgesamt f├╝nf Punkte auf, um diesen Appell zu st├╝tzen. Abschlie├čend schreibt er, die IG habe eine wichtige gesellschaftliche Verantwortung ├╝bernommen und bittet, sich dieser Verantwortung zu stellen.

Nach Recherchen des heddesheimblogs ist die IG neinzupfenning nach wie vor bereit, sich diesem Dialog zu stellen, nur nicht unter F├╝hrung der PR-Firma IFOK. Nach Auffassung der IG wird damit ein Rahmen geschaffen, der einen „offenen Dialog“ eben nicht zul├Ą├čt.

Der B├╝rgermeister hat kurzfristig f├╝r Dienstag, den 23. Juni 2009, um 19:30 Uhr der IG einen Gespr├Ąchstermin angeboten, um „Fragen und Antworten zum Verfahren direkt mit dem Moderator zu besprechen“.

Nach Informationen des heddesheimblogs will die IG auch dieses Angebot nicht annehmen, sondern dem B├╝rgermeister selbst ein Angebot unterbreiten.

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Lesen Sie auch diesen Bericht im MM: Kessler schreibt an die IG

Ende des Dialogs?

Essay: Hardy Prothmann

Das Schreiben der IG neinzupfenning an den B├╝rgermeister Michael Kessler ist eindeutig: Der vom B├╝rgermeister angek├╝ndigte Dialog wird zur├╝ckgewiesen.

Das ist ebenso eindeutig eine Kampfansage auf die Souver├Ąnit├Ąt des B├╝rgermeisters. Und daf├╝r gibt es aus Sicht der IG neinzupfenning Gr├╝nde. Diese m├╝ssen nochmals chronologisch dargestellt werden:

Chronologie der Ereignisse

Der B├╝rgermeister hat lange „Geheimgespr├Ąche“ gef├╝hrt. Er hat in nicht-├Âffentlicher Sitzung Mitte Januar ├╝ber das Pfenning-Projekt im Gemeinderat abstimmen lassen, dass die Zukunft Heddesheims – wie auch immer – nachhaltig beeinflussen w├╝rde.

Trotzdem erfuhr die Presse bereits Anfang Februar von der geplanten Pfenning-Ansiedlung und schrieb unkritische Jubel-Artikel. B├╝rgermeister und Gemeinderat wiederum machen erst Mitte Februar diese Entscheidung ├Âffentlich.

├â┼ôber zwei Monate sp├Ąter stellt der B├╝rgermeister auf Grund von Druck durch einen Flyer der IG neinzupfenning aus seiner Sicht der Heddesheimer ├ľffentlichkeit das Projekt vor. Meinungen der Heddesheimer dazu sind eher unerw├╝nscht. Ihnen werden w├Ąhrend der Veranstaltung sogar die Mikrophone abgedreht.

Anfang Mai verwendet der B├╝rgermeister das Mitteilungsblatt, quasi „├Âffentliches Organ der Gemeinde“ um auf sechs Seiten ausschlie├člich aus seiner Sicht das Projekt zu verteidigen.

Es hilft nichts. Ein zweiter Flyer der IG neinzupfenning bezieht sich genau auf diesen umfangreichen Artikel und stellt das Projekt nun mit eigenen Aussagen des B├╝rgermeisters erneut in Frage.

Anfang Juni engagiert der B├╝rgermeister, angeblich auf Dr├Ąngen des Gemeinderates, die auf „├Âffentlichkeitswirksame“ Kampagnen spezialisierte Firma IFOK. Die behauptet von sich, unabh├Ąngig zu sein und nur der „├Âffentlichen Meinung“ zu dienen.

Statt sich selbst an die „Akteure“ zu wenden, wird ├╝ber den B├╝rgermeister ein Schreiben verschickt, dass die Aufnahme der Arbeit ank├╝ndigt. Einige Tage sp├Ąter schreibt der Mannheimer Morgen einen sehr freundlichen Artikel dar├╝ber, dass die Arbeit l├Ąuft. Doch viele der angeschriebenen sind bis dato noch nicht von der Firma kontaktiert worden.

Wo ist die Souver├Ąnit├Ąt des B├╝rgermeisters?

Kommen wir zur├╝ck zur Souver├Ąnit├Ąt des B├╝rgermeisters und stellen Fragen:
Der B├╝rgermeister h├Ątte die Bev├Âlkerung aufrufen k├Ânnen, ihre Meinung zu ├Ąu├čern, unverbindlich, einfach mit Schreiben an den B├╝rgermeister. Diese Schreiben h├Ątten, verantwortungsvoll ausgew├Ąhlt, als B├╝rgermeinung ebenfalls einen Abdruck im Mitteilungsblatt verdient gehabt.

Der B├╝rgermeister h├Ątte im Internet ein Forum einrichten k├Ânnen.

Er h├Ątte eine weitere Veranstaltung anbieten k├Ânnen im B├╝rgerhaus. Motto: Lassen Sie uns diskutieren – ohne Gutachter, ohne Pfenning, nur Sie, die B├╝rger und ich der B├╝rgermeister.

Er h├Ątte die IG neinzupfenning zum Gespr├Ąch laden k├Ânnen, die Anwohner der Ringstra├če, Anwohner der Ortsmitte, andere B├╝rger, die sich um den Ort k├╝mmern.

Das w├Ąren drei, vier, f├╝nf Gespr├Ąchstermine gewesen. Unterst├╝tzt durch eine protokollarische Kraft w├Ąren dabei mit ziemlicher Sicherheit alle „Argumente auf den Tisch gekommen“.

Und der B├╝rgermeister, als der „Meister unter den B├╝rgern“, h├Ątte sich umsichtig, verantwortungsbewusst und vor allem interessiert und einsatzbereit gezeigt. F├╝r die Meinung der B├╝rger, f├╝r einen Dialog.

Aber daf├╝r hat der B├╝rgermeister keine Zeit. Oder keine Lust. Vielleicht ist es ihm auch nur l├Ąstig.

Den Meistern, die von anderen alles verlangen, aber selbst nicht bereit sind, dieses „Alles“ zu tun, wenn „Not am Mann“ ist, verlieren schnell ihre Souver├Ąnit├Ąt. Und die Achtung der anderen, die im „Meister“ immer noch das Vorbild sehen wollen, aber vielleicht irgendwann nicht mehr erkennen.

Berechtigte Fragen

Was die IG neinzupfenning meint, ist genau dies: Wieso muss f├╝r teures Geld (wie viel, wird auch geheim gehalten) jemand Fremdes in den Ort kommen, um zwischen dem Meister und seinen B├╝rgern zu moderieren?

Und wieso holt man nicht jemandem, der ob seines Rufes und seiner Stellung von allen Seiten akzeptiert werden kann?

Warum muss es eine Firma sein, die verspricht, dem Auftraggeber das Ansehen zu geben, dass er haben m├Âchte?

Umgekehrt muss sich die IG neinzupfenning fragen lassen, ob es reicht, immer nur nein zu sagen. Sie muss darlegen und nachweisen, dass sie den Dialog mit dem B├╝rgermeister und dem Gemeinderat sucht, sonst verliert auch sie ihre Glaubw├╝rdigkeit.

Das gilt auch f├╝r die Parteien. Die Gr├╝nen haben eine B├╝rgerbefragung beantragt und der noch amtierende Gemeinderat hat diesen Antrag zur├╝ckgewiesen. Sie sind jetzt in der Pflicht, einen zustimmungsf├Ąhigen Antrag einzubringen und zwar bald. Denn die Zeit l├Ąuft.

Neustart: Jetzt!

Die anderen Parteien sind dazu aufgerufen, sich einem neuen Antrag vorurteilsfrei zu stellen. Diesen zu pr├╝fen, die Stimmung in der Bev├Âlkerung mit einzubeziehen und den bisherigen Ablauf miteinzudenken – und zu f├╝hlen.

Und ohne stumpfen Fraktionszwang, gekr├Ąnkte Eitelkeit durch ern├╝chternde Wahlergebnisse oder Sturheit einfach an etwas festzuhalten, um zu zeigen, wie „standhaft“ man ist.

Daf├╝r m├╝ssen sich alle Beteiligten entspannen, tief durchatmen und noch einmal von vorne anfangen.

Der „Dialog“, wie ihn der B├╝rgermeister per Ausgabe von Steuergeldern verordnet hat, ist dazu nicht geeignet.

Er sch├╝rt nur weiter Misstrauen.

Das beste w├Ąre, der B├╝rgermeister w├╝rde sofort alle Notbremsen ziehen, den st├Ądtebaulichen Vertrag offen legen, den Gang des Verfahrens offen legen, alle gesicherten Fakten auf den Tisch legen und den direkten Dialog, ohne Moderation und sonstige PR-Tricks suchen.

Die Dankbarkeit der B├╝rger w├Ąre im sicher und seine Souver├Ąnit├Ąt, weil er selbst handelt, wiederhergestellt.