Montag, 16. September 2019

Bauausschuss stimmte nötigen Maßnahmen zu

BÀckerei Görtz zieht in ehemalige Schlecker-Filiale

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Nach langem Leerstand zieht die BÀckerei-Kette Görtz in den ehemaligen Schlecker.

 Heddesheim, 10. Oktober 2013. (red/ld) In seiner Sitzung am vergangenen Dienstag stimmte der Bauausschuss unter anderem ĂŒber den Einzug einer BĂ€ckerei-Filiale Görtz in die ehemalige Schlecker-Filiale ab. Weitere Tagesordnungspunkte waren der Bau einer Lagerhalle fĂŒr den Obsthof in Muckensturm und die Aufstockung eines Hauses in der Lessingstraße. [Weiterlesen…]

Ein Unfallbeteiligter flĂŒchtig, Zeugen gesucht

Schwerer Verkehrsunfall auf der K4133

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Weinheim/Heddesheim, 26. Juli 2013. (red/pol) Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am Freitagabend auf der Kreisstraße 4133 bei Muckensturm. Gegen 18:20 Uhr wollte der bislang unbekannte Fahrer eines Pkw, der auf der K 4133 vom Kreisel Muckensturm kommend in Richtung Weinheim unterwegs war, an einem kreuzenden Feldweg einem Fahrradfahrer das Passieren der Kreisstraße ermöglichen. Hierzu hielt der Unbekannte sein Auto an sowie ein weiteres Fahrzeug. Danach ĂŒberholte ein weiteres Fahrzeug, rammte den Fahrradfahrer und kollidierte mit einem entgegenkommenden Fahrzeug. [Weiterlesen…]

Eine verletzte Person konnte reanimiert werden

Schwerer Unfall auf der K4133

Heddesheim, 26. Juli 2013. (red) Auf der K4133 nach dem Kreisel Muckensturmer Straße Richtung LĂŒtzelsachsen hat sich ein schwerer Unfall ereignet. Die Polizei meldete zunĂ€chst ein Todesopfer, die Person konnte aber reanimiert werden. NĂ€here Informationen stehen noch nicht zur VerfĂŒgung. Vermutlich sind mindestens ein PKW und ein Radfahrer, eventuell ein zweiter Pkw in den Unfall verwickelt. Mindstens zwei verletzte Personen sind gemeldet.

 

Auf die Familie Glock kommen Mehrkosten zu

Die alte Tabakscheune bleibt erhalten

Heddesheim, 26. Februar 2013. (red/zef) Die alte Tabakscheune im Ortsteil „Muckensturm“ ist sanierungsbedĂŒrftig. Die Besitzer wollten sie abreißen und einen Neubau errichten mit denselben Ausmaßen. Der Abriss ist nun vom Tisch. Damit wird ein fĂŒr Heddesheim charakteritisches GebĂ€ude erhalten.

Von Ziad-Emanuel Farag

Die Familie Glock fĂŒhrt im Ortsteil „Muckensturm“ einen landwirtschaftlichen Betrieb. Dazu gehört die alte Tabakscheune. Im FrĂŒhjahr 2012 fragte die Familie an, ob sie das betreffende GebĂ€ude abreißen kann, um einen Neubau zu errichten. Der Bauausschuss stimmte diesem Antrag am 2. April 2012 zu. Das Landwirtschaftsamt sah diesen Antrag jedoch kritisch. [Weiterlesen…]

Muckensturm

Wohnwagen brennt aus

Heddesheim/Muckensturm, 16. Juli 2012. (red/fw) Die Feuerwehr hat in Muckensturm einen grĂ¶ĂŸeren Brandschaden verhindert – ein Wohnwagen allerdings brannte komplett aus.

Information der Feuerwehr Heddesheim:

„Am Samstagmorgen wurde die Feuerwehr zu einem Wohnwagenbrand nach Muckensturm alarmiert. Vor Ort brannte der Wohnwagen bereits in voller Ausdehnung und griff auf einen angrenzenden Stall ĂŒber. Im Einsatzverlauf waren 8 Trupps unter Atemschutz im Einsatz.

Um ein weiteres Übergreifen auf eine Scheune zu verhindern wurden 2 Trupps mit einem C Rohr zur Riegelstellung eingesetzt.Um alle Glutnester ablöschen zu können mussten mehrere Quaderballen Stroh auseinander gezogen werden.“

Aus dem Bauausschuss:

Bauantrag fĂŒr Maschinenhalle, zwei weitere Bauvoranfragen

Heddesheim, 02. April 2012. (red/jt) Der Bauausschuss der Gemeine Heddesheim entschied bei seiner Sitzung am Montag ĂŒber zwei Bauvoranfragen sowie einen Bauantrag. GeprĂŒft wurden der geplante Bau einer GerĂ€tehalle sowie eines Flachdachanbaus. Zudem wurde ĂŒber den Bauantrag ĂŒber den Neubau einer Maschinenhalle entschieden.

Im LĂ€rchenweg 2 soll das Wohnhaus um einen Flachdachanbau erweitert werden. Der Antragsteller einer Bauvoranfrage lies die ZulĂ€ssigkeit dieser Wohnhauserweiterung durch die Gemeinde prĂŒfen. Geplant hat er einen Flachdachanbau zwischen der DoppelhaushĂ€lfte und der Doppelgarage.

Die Besitzer der angrenzenden GrundstĂŒcke hatten der Erweiterung bereits schriftlich zugestimmt. Die geplante Erweiterung liegt jedoch vollstĂ€ndig ausserhalb des gĂŒltigen Bebauungsplan „GĂ€nswasen“ von 1967. Da es bereits frĂŒher zu Abweichungen des Bebauungsplans gekommen war, diese jedoch nicht den hier vorliegenden Umfang aufwiesen, wurde der Sachverhalt in der Sitzung genauer erörtert.

Bereits in den Jahren 1968/69 kam es zu sogenannten „Befreiungen“ vom Bebauungsplan im Ulmenweg 3 und 4. Dort wurde der Bebauungsplan um jeweils drei Meter ĂŒberschritten.

Eine Überschreitung des Bebauunsplans um fĂŒnf Meter, wie bei der Bauvoranfrage vorgesehen hielt die Verwaltung fĂŒr „viel zu viel“. BĂŒrgermeister Michael Kessler sagte, „das ZugestĂ€ndnis wĂ€re schon groß“. Kessler weiter:

So eine Entscheidung hat auch immer Auswirkungen auf andere. Da muss man mit FingerspitzengefĂŒhl rangehen.

Zudem sei es wichtig, keinen „PrĂ€zedenzfall zu schaffen“.

Um dem Antragssteller entgegenzukommen, hatte die Verwaltung eine Alternative mit einer Überschreitung von 3,5 Meter vorbereitet. Dieser Alternative wurde seitens des Bauausschuss einstimmig zugestimmt.

Neubau einer Maschinenhalle und eines Unterstandes

Ein 66 auf 6 Meter großer Unterstand sowie eine 12,30 auf 8,40 Meter große Maschinenhalle werden auf dem FlurstĂŒck 6439 am Brunnenweg 8 errichtet. Durch auslaufende MietvertrĂ€ge und wirtschaftliche ZwĂ€nge muss der dort ansĂ€ssige Landwirt seinen zweiten Betriebsstandort im ehemaligen Musthof der Firma Freudenberg aufgeben.

GemĂ€ĂŸ dem Bauantrag soll an den rot gekennzeichneten FlĂ€chen neu gebaut werden. Bild: Gemeinde Heddesheim

Um seine landwirtschaftlichen Maschinen auch weiterhin unterbringen zu können, ist der Neubau erforderlich. Die geplanten Neubauten sollen sĂŒdlich entlang bereits bestehender Hallen errichtet werden.

Unter der Auflage, dass entlang der sĂŒdlichen GebĂ€udeseite eine bereits bestehende Heckenbepflanzung dauerhaft unterhalten wird, stimmte der Bauausschuss dem Antrag einstimmig zu. BegrĂŒndet wurde die Zustimmung damit, dass das Vorhaben einem sogenannten „priviligierten Betrieb“ dient und somit gemĂ€ĂŸ §35 Abs. 1 BauGB zuĂ€ssig sei.

Hinter diesen bereits bestehenden Hallen soll gebaut werden.

Bauvoranfrage der Familie Glock aus Muckensturm

Um die ZukunftsfÀhigkeit des landwirtschaftlichen Betriebs der Familie Glock zu sichern, wird der Neubau einer GerÀtehalle notwendig. Eine bisher als GerÀtehalle genutzte Tabakscheune soll zu diesem Zweck abgerissen werden. An der selben Stelle soll dann eine neue GerÀtehalle mit Wohnung im Obergeschoss entstehen.

Laut Verwaltung sei die Scheune „nicht erhaltungswĂŒrdig“, zudem sei sie „teuer und aufwĂ€ndig im Unterhalt“.

Der geplante Neubau entspricht in seinen Ausmaßen annĂ€hernd der alten Scheune. Zudem begrĂŒĂŸe man das Vorhaben, um die Zukunft der bereits seit Generationen bestehenden Betrieb sicherzustellen.

Fraglich sei laut BĂŒrgermeister Kessler lediglich, ob das Unternehmen durch das Landratsamt als „priviligierter Betrieb“ anerkannt wĂŒrde.

Der Bauvoranfrage stimmte der Bauausschuss einstimmig zu.

Vollsperrung ab Montag

Erneuerung der Wirtschaftswege Teilabschnitt Mooshof

Heddesheim, 25. MĂ€rz 2012. (red/pm) Vollsperrung des Wirtschaftsweges zwischen Muckensturm und Mooshof. Arbeiten dazern rund fĂŒnf Wochen

Information der Gemeinde Heddesheim:

„Wegen der Erneuerung des Wirtschaftsweges im Teilabschnitt Mooshof ab dem 26. MĂ€rz 2012 muss der Wirtschaftsweg zwischen Heddesheim-Muckensturm und Mooshof voll gesperrt werden. Die Arbeiten werden voraussichtlich fĂŒnf Wochen dauern.

Die lange Bauzeit ist erforderlich, da bei der Verfestigung des Untergrunds Zement eingearbeitet wird. Erst rund vier Wochen nach Abschluss der Arbeiten ist der Weg wieder belastungsfĂ€hig und kann befahren werden.“

Fahrerflucht nach Unfall am Muckensturmer Kreisel

Guten Tag!

Heddesheim/Muckenstrum, 23. Februar 2010. (red/pöl) Am 19. Februar 2010 kam es zu einem Unfall am Muckensturmer Kreisel. Dabei „ĂŒberfuhr“ ein PKW ein Straßenschild.

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Polizeibeamte sicher die Unfallstelle. Bild: hblog/pöl

Gegen 16:00 Uhr wurde am 19. Februar 2010 ein Verkehrshinweisschild am Muckensturmer Kreisel von einem Kraftfahrzeug „umgewalzt“. Das Schild war mit zwei Stangen einbetoniert. Die Randbefestigung auf der kleinen Verkehrsinsel wurde ebenfalls teilweise beschĂ€digt.

Das Schild wurde auf der gegenĂŒberliegenden Straßenseite im GrĂŒnbereich gefunden. Die Fahndung nach einem Fahrzeug mit HD-Kennzeichen wurde sofort ausgerufen. Auf Nachfrage sagte ein Pressesprecher des PolizeiprĂ€sidiums Mannheim: „Das Kennzeichen ist uns bekannt. Die Ermittlungen dauern an. Wir schĂ€tzen den Sachschaden auf zirka 1500 Euro.“

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Mit Karacho ĂŒberfahren. Bild: hblog/pöl

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1.500 Euro Schaden. Bild: hblog/pöl

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Ein Jahr Umweg ins RNZ und zurĂŒck

Guten Tag!

Heddesheim, 15. Dezember 2009. Der schnelle Einkauf im Rhein-Neckar-Zentrum wird ab dem 07. Januar fĂŒr Heddesheimer zu einem Umweg. Der fĂŒhrt ĂŒber Muckensturm. Der Grund: Die BrĂŒcke der Landesstraße L 631 wird abgerissen und neu gebaut.

Die BrĂŒcke der Landesstraße L 631 ĂŒber die Autobahn A 659 bei Viernheim wird ab Anfang 2010 durch das Amt fĂŒr Straßen- und Verkehrwesen Bensheim (ASV) abgerissen und neu gebaut. Nach 42 Jahren hat die BrĂŒcke „ihren Dienst getan“ und ist „fĂ€llig“.

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Der Umweg von Heddesheim ins RNZ fĂŒhrt ĂŒber Muckensturm. Klicken Sie fĂŒr eine grĂ¶ĂŸere Darstellung auf das Bild. Quelle: Google Earth

Aufgrund der Bauarbeiten muss die von Viernheim nach Heddesheim (und umgekehrt) fĂŒhrende Landesstraße ab 07. Januar 2010 voll gesperrt werden. Die Umleitung erfolgt von Heddesheim ĂŒber die K 4134 nach Muckensturm und von dort ĂŒber die L 3111 zur Anschlussstelle Viernheim-Ost (Eissporthalle) und weiter nach Viernheim.

Die Umleitung gilt auch in umgekehrter Richtung, das heißt von der Viernheimer Stadtmitte erfolgt die Umleitung ĂŒber die Weinheimer Straße zur Landesstraße L 3111, ĂŒber die Muckensturm und im weiteren Verlauf ĂŒber die K 4134 wieder Heddesheim erreicht wird.

FĂŒr FußgĂ€nger und Radfahrer wird eine Umleitung zwischen Viernheim und Heddesheim eingerichtet, die ĂŒber die Neuzenlache und an den SchĂ€ffertswiesen vorbei fĂŒhrt.

Die fĂŒr die Erneuerung erforderlichen Rodungsarbeiten werden bereits im Laufe dieser Woche beginnen. Der weitere Bauablauf sieht vor, dass ab Donnerstag, den 07. Januar 2010, die Verkehrssicherung auf der Landesstraße aufgebaut wird.

Nach Einrichten der Verkehrssicherung werden vorbereitende Arbeiten, wie das Abtragen der Asphaltschichten auf der BrĂŒcke, die Demontage von Schutzplanken und der Abbau der Lichtzeichenanlagen an der Anschlussstelle Viernheim-Mitte durchgefĂŒhrt.

Der Abriss des BrĂŒckenbauwerks erfolgt unmittelbar danach, hierzu muss die A 659 am 23. / 24.1.2009 ĂŒber das Wochenende voll gesperrt werden.

Damit herabfallende BrĂŒckenteile die Fahrbahn der Autobahn nicht beschĂ€digen, wird zunĂ€chst ein Erdbett auf die Autobahn geschĂŒttet. Der Abriss erfolgt dann unter dem Einsatz von Baggern.

Diese „zerlegen“ das Bauwerk StĂŒck fĂŒr StĂŒck. Das Abbruchmaterial wird mit hydraulischen Zangen zerkleinert, auf LKW geladen, abtransportiert und „ordnungsgemĂ€ĂŸ“ entsorgt.

Die genauen Sperrzeiten der Autobahn und die Umleitung fĂŒr den Verkehr auf der Autobahn sollen zeitnah bekannt gegeben werden. Die Vollsperrung der A 659 ĂŒber das Wochenende soll voraussichtlich bereits am Nachmittag des 24.1.2010 wieder aufgehoben werden können.

Geplant ist, das der zwischen Viernheim und Heddesheim pendelnde Verkehr ab Dezember 2010 ĂŒber die neue AutobahnbrĂŒcke wieder aufgenommen werden kann.

Der Bund als BaulasttrÀger der Autobahn investiert rund zwei Millionen Euro in das neue Bauwerk.

Quelle: Hessische Straßen- und Verkehrsverwaltung

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

„Ein guter Wein verdient sich seinen Preis.“

Guten Tag!

Heddesheim, 22. Oktober 2009. Das Weingut Schröder setzt auf QualitĂ€t – zu Recht. Vor kurzem hat die Winzerin Judith Schmidt zehn Weine eingereicht und zehn Preise erhalten. Erfolgsquote: 100 Prozent. Die QualitĂ€t hat ihren Preis – Weine fĂŒr 2,99 Euro gibt es beim Weingut Schröder nicht – aber im Bereich von fĂŒnf bis vierzehn Euro jede Menge Weinerlebnisse, die ihren Preis wert sind.

Im Interview mit dem heddesheimblog spricht Winzerin Judith Schmidt ĂŒber harte Arbeit, hohe Handwerkskunst, die Liebe zur Natur und die Lust auf schöne ÃƓberraschungen. Die Frau ist Winzerin aus Leidenschaft.

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10 Weine - zehn Preise. Foto: hblog

Interview: Hardy Prothmann

Herzlichen GlĂŒckwunsch, Frau Schmidt. Sechs Mal Gold und vier Mal Silber bei zehn eingereichten Weinen ist eine 100-prozentige Erfolgsquote. Verraten Sie uns das Geheimnis Ihres Erfolgs?
Judith Schmidt (lacht): „Ganz ehrlich? Das schafft man nur mit einem enormen Arbeitsaufwand. Das ist der grĂ¶ĂŸte Teil des Geheimnisses.“

Was macht denn soviel Arbeit?
„Im Weinberg reißen wir zum Beispiel die Reihen auf, dass heißt, jede zweite Reihe wird von uns aufgelockert. Je nachdem, wie wir das machen, können wir den Wasserhaushalt der Reben steuern.“

„Das Blatt-FruchtverhĂ€ltnis muss stimmen.“ Judith Schmidt

Bekommen die Reben eine spezielle Pflege?
„NatĂŒrlich. Die Optimierung ist alles. Die Details zu erzĂ€hlen wĂŒrde zu lange dauern. Ein wichtiges Beispiel: Wir achten sehr auf eine gute Laubarbeit. Das heißt, in der Traubenzone machen wir die BlĂ€tter ganz weg. Auf dem „Rebziegeldach“ lassen wir sie bis auf die Ă€lteren BlĂ€tter stehen. Hier ist die Energiezentrale, die gleichzeitig als Sonnenschutz fĂŒr die FrĂŒchte funktioniert. Und unten gibt es genug Raum und Luft fĂŒr die Trauben. Das Blatt-FruchtverhĂ€ltnis muss stimmen.“

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Eheleute Steffen und Judith Schmidt vom Weingut & Obsthof Schröder. "FĂŒr mich zĂ€hlt die QualitĂ€t und das Erlebnis", sagt Judith Schmidt. Sie reicht 2009 zehn Weine ein und erhĂ€lt sechs Mal Gold und vier Mal Silber. Foto: hblog

Es geht darum, gerade so viele BlĂ€tter zu lassen, damit die „Produktion“ am besten lĂ€uft?
„UngefĂ€hr so kann man sich das vorstellen. Nach 40 Tagen ist ein Blatt nicht mehr so leistungsfĂ€hig, die holen wir raus: Wir schneiden die Triebe so, dass nichts herauswĂ€chst, sondern das Dach möglichst dicht ist.“

Wie wichtig ist die „Lage“, also der Weinberg fĂŒr die Produktion?
„Enorm wichtig. Wir haben einen ganz wunderbaren tiefgrĂŒndigen Lössboden in Weinheim. Ich sag immer: Da kommt mir kein Dornfelder drauf.“

Wir halten Sie es mit dem DĂŒngen?
„Davon halte ich gar nichts. Wir verwenden keinen DĂŒnger, der Boden hat genug NĂ€hrstoffe.“

„Unsere Weine sind ihren Preis wert.“ Judith Schmidt

Das heißt, Sie machen Öko-Wein?
„Nein, wir versuchen aber, den Prozess so ökologisch wie möglich zu steuern. Mein Ziel durch die intensive Arbeit an der Pflanze ist, dass die Trauben eine dickere Schale entwickeln. Der Vorteil ist: Die Traube wird resistenter gegen Krankheiten und SchĂ€dlinge und ich erhalte fĂŒr den Wein mehr Aromastoffe und mehr Frucht.“

Und das geht nur in Handarbeit?
„Genau – und das macht den enormen Arbeitsaufwand aus.“

Der sich dann auch im Preis niederschlÀgt?
„Ja. Unsere Weine sind aber ihre Preise wert. Schlechten Wein kann jeder machen, der kostet dann auch nicht wirklich was. Ein guter Wein verdient sich durch Arbeit seinen Preis. Die Arbeit mache ich ĂŒbrigens nicht alleine: Alle, mein Vater, der ĂŒberwiegend die Arbeit im Berg macht ĂŒber die Erntehelfer bis hin zu mir im Weinkeller und viele andere – jeder leistet seinen Beitrag.“

In jedem GeschĂ€ft gibt es Risiken. Was fĂŒrchten Sie am meisten?
„Dass das Produkt, was man sich ĂŒbers Jahr erarbeitet hat, durch einen einzigen Fehler Schaden erleidet.“

„Man kann Weine mit Tricks trinkbar machen oder schönen.
Wir können uns das nicht erlauben.“

Heißt was?
„Wenn die Trauben gelesen sind, werden Sie gepresst und kommen in unsere Tanks. Wenn man hier einen Fehler macht, kann innerhalb von Stunden eine gute Ernte vernichtet werden. Jeder Handgriff muss hier ĂŒberlegt sein und es gibt keine echte Routine, weil Wein ein Naturprodukt ist und jede Ernte anders.“

Alle Menschen machen Fehler.
„Ja, ich auch, aber mein grĂ¶ĂŸter Ehrgeiz ist, keine zu machen. Sicher kann man mit Tricks „verunglĂŒckte“ Weine noch trinkbar machen oder schönen. Aber das können wir uns nicht erlauben. Wir bestehen im Markt nur mit bester QualitĂ€t.“

Die haben Sie mit den vielen Medaillen gerade wieder bewiesen. Was lehnen Sie beispielsweise als „Schönung“ ab?
„Ganz klar die Beigabe von Chips. Unsere Barrique-Weine kommen ins Fass und erhalten daraus ihren Geschmack. Und ich nehme zum Beispiel auch in Kauf, dass unsere Weine manchmal Weinstein haben. Das ist natĂŒrlich und fĂŒr mich kein Grund mit Chemie zu arbeiten.“

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Judith Schmidt und ihre zehn MedaillentrĂ€ger aus 2009. Darunter ein SpĂ€tburgunder trocken - Collection "Heinrich" (Gold), den sie ihrem Urgroßvater gewidmet hat. Foto: hblog

Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere an Ihren Weinen?
„Ich arbeite eng mit der Natur. Dieses Jahr zum Beispiel haben wir bestimmt 30 Prozent weniger Ertrag, weil es zu wenig geregnet hat. Die Oechsle-Zahl liegt ĂŒber 105 und drĂŒber. Das heißt, ich habe viel Zucker und wenig Saft in den Trauben. Daraus mache ich den Wein, der möglich ist und biege mir nicht das hin, was die Kunden angeblich vielleicht eher wollen.“

Was zum Beispiel?
„Mein Mann wĂŒrde sagen: Der verkaufte Wein ist der beste Wein. (lacht) Der ist ja auch BWLer und der Verkauf ist seine Aufgabe. Mein Mann hat mir als Kaufmann gerade Druck gemacht, weil unser Barriquewein ausgegangen ist und gefragt hat, ob ich die neue Produktion nicht etwas beschleunigen könnte. Meine Antwort war ein klares Nein. Die Kunden mĂŒssen sich halt bis Dezember oder Januar gedulden – vorher ist der Wein nicht von sich aus fertig. FĂŒr ihn als Kaufmann ist das natĂŒrlich keine gute Botschaft – aber er versteht das am Besten, weil ich als „Lieferant“ und zufĂ€llig als Ehefrau dafĂŒr einstehe.“

„Wenn alles gleich schmeckt ist das doch grĂ€sslich.
Wo bleibt da das Erlebnis, die ÃƓberraschung?“ Judith Schmidt

WĂŒrden die Kunden den Unterschied wirklich schmecken?
„Das ist nicht das erste, was mich beschĂ€ftigt. Meine Kunden sollen wissen, dass unser Wein mit viel MĂŒhe und Liebe erarbeitet wurde und jeder Wein seine Zeit zur Reife braucht. Darauf können sich unsere Kunden verlassen. Die optimale QualitĂ€t ist das Ziel. Deswegen schmeckt unser Wein auch nie gleich – denn als GewĂ€chs ist er immer anderen Bedingungen ausgesetzt. Jeder Jahrgang hat seine individuelle Note und das schĂ€tzen unsere Kunden.“

In der Nahrungsmittelindustrie wird aber doch genau das versucht. Ein Produkt soll unbedingt wiedererkennbar sein.
„Das interessiert mich nicht. Weine, die immer gleich schmecken sind doch einfach schrecklich – auch wenn sie gut sind. Ich finde diese Gleichmacherei grĂ€sslich. Das macht doch keinen Sinn. Wo bleibt da das Erlebnis, die ÃƓberraschung?“

„Die diesjĂ€hrige Ernte hat praktisch nur SpĂ€tlese gebracht – die kommt direkt ins Barrique-Fass.“

Das verraten Sie uns bestimmt jetzt: Was passiert mit der diesjÀhrigen Ernte?
„Wir haben durch die hohe Oechslezahl dieses Jahr praktisch nur SpĂ€tlese im Keller. Die kommt komplett ins Barriquefass und reift dort mindestens zwölf Monate. Zur Zeit liegt der Wein noch auf der Hefe.“

Wie ist Ihre EinschÀtzung? Kommt da wieder ein preisverdÀchtiger Wein bei raus?
(lacht): „Das entscheiden die Preisrichter – aber ich gebe wie immer mein Bestes.“

Hintergrund:
Judith Schmidt, geborene Schröder, ist WeinkĂŒferin und seit 2000 Winzermeisterin. Sie und ihr Mann Steffen betreiben das Weingut & Obsthof Schröder in Muckensturm, wohin ihre Eltern 1984 aussiedelten. Frau Schmidt hat den Betrieb von ihrem Vater in 6. Generation ĂŒbernommen – seit ĂŒber 250 Jahren ist die Familie im Weinbau tĂ€tig.
Der Vater arbeitet in den Weinbergen der Lagen Stephansberg (LĂŒtzelsachsen) und Rittersberg (Weinheim), die Tochter macht den Wein und ihr Mann ist als Betriebswirt fĂŒr das „GeschĂ€ftliche“ zustĂ€ndig. Zusammen haben die beiden drei Kinder.
2009 reichte Frau Schmidt zehn Weine ein und bekam sechs Mal die Goldmedaille des Badischen Weinbauverbands sowie vier Mal die Silbermedaille. Ein 100-prozentiger Erfolg also – wobei die Schröderschen Weine auch in der Vergangenheit schon oft prĂ€miert wurden.
Rund 60 Prozent des Anbaus sind Rotweine wie SpĂ€tburgunder, Saint Laurent und Pinot Noir, als weiße Trauben werden Weiß- und Grauburgunder, Rivaner und Riesling angebaut. Mit nur 5 Hektar ist das Weingut Schröder eher ein kleines Gut – aber ein feines. Um sich zu behaupten, setzten die Schmidts ganz auf QualitĂ€t, die kostet fĂŒnf bis vierzehn Euro pro Flasche Wein.
ZusĂ€tzlich bieten die Schmidts auf dem Weingut & Obsthof Schröder natĂŒrlich Obst, Delikatessen, Essige, SĂ€fte, Senf, Liköre und EdelbrĂ€nde an.
Immer ausgebucht sind spezielle „Wein & Schokolade“-Seminare und Gesellschaften, Hochzeiten und Firmen buchen gerne die RĂ€umlichkeiten des mediterranen WohlfĂŒhlambientes des Weinguts fĂŒr Feste.

Link:
Schröder – Weingut & Obsthof