Mittwoch, 22. November 2017

Gemeinderat verweigert auf Vorschlag des B√ľrgermeisters √Ąnderungen im Protokoll

Der gläserne Gemeinderat: Der protokollierte Skandal Рkein Respekt vorm Wort und Amt

Das bleibt von beharrlichem Nachfragen zum Thema L√§rm in der Gemeinderatssitzung "laut Protokoll" √ľbrig. Kein Wort √ľber den Inhalt der Fragen oder die dauerhafte St√∂rung durch Frank Hasselbring. Kein Wort, wie sich der Sachverst√§ndige geziert hat, eine klare Antwort zu geben, kein Wort von den Unterbrechungen durch B√ľrgermeister Kessler.

 

Heddesheim, 19. Dezember 2011. Wieder einmal wurde ein Protokoll verfasst, wie es dem B√ľrgermeister Michael Kessler und den Abnicker-Fraktionen CDU, SPD und FDP gef√§llt. Ein Einspruch im Gremium ist gegen diese mangelhaften Protokolle zwecklos – die Best√§tigung des Protokolls ist Sache des Gemeinderats. Der hat aktuell wieder entschieden, dass das Protokoll den Diskussionsverlauf der Oktobersitzung „der Sache nach“ wiedergibt. Das ist schlecht, denn damit ist belegt, dass die Mehrheit im Gemeinderat in √∂ffentlicher Sitzung bereit ist, unvollst√§ndige und damit falsche Protokolle zu best√§tigen. Aber der Vorgang ist gut – denn damit werden diese „Verh√§ltnisse“ √∂ffentlich.

Von Hardy Prothmann

Kritische Fragen, Unterbrechungen, St√∂rungen, Grunzen, Wortwahl, Manieren, Wertesystem, Gesch√§ftsordnung, Verwarnung, R√ľge und Protokoll sind die Begriffe, die in diesem Artikel zur Sprache kommen. Aber auch Respekt, Amt, W√ľrde, Funktion, Selbstverst√§ndnis und Demokratie. [Weiterlesen…]

Medien brauchen Informanten – manche aber nur f√ľr die Sensation

Guten Tag!

Heddesheim/Rhein-Neckar, 06. Juli 2010. Kreisbrandmeister Peter Michels ist sauer Рzu Recht. Entweder haben Angehörige der Feuerwehr widerrechtlich Informationen an Medien weitergegeben und/oder die Feuerwehr wurde abgehört Рbeides ist nicht in Ordnung. Die Antwort auf die Frage, warum das passiert, ist einfach: Es geht um die Sensationsgier bei manchen Medien.

Kommentar: Hardy Prothmann

Man darf gespannt sein, ob die Zuschauer des Rhein-Neckar-Fernsehens (RNF) dar√ľber informiert werden, dass der Provinzsender entweder „Informanten“ bei der Feuerwehr hat oder die Feuerwehr selbst abh√∂rt.

Man darf vermuten, dass dies eher nicht passiert, denn entweder hätte der Sender durch das Abhören eine strafbare Handlung begangen oder sich systematisch informieren lassen, was eine Anleitung zu einer Straftat sein könnte.

Die Integrierte Leitstelle der Feuerwehren in Ladenburg jedenfalls hat sich gewundert, wie schnell gewisse Medien, das Rhein-Neckar-Fernsehen und große Tageszeitungen der Region, bei Einsätzen vor Ort waren.

Deshalb setzte die Integrierte Leitstelle in Ladenburg einen fingierten, also falschen Einsatzbefehl, ab und wenige Minuten später meldete sich das RNF telefonisch und wollte weitere Informationen haben, kurz darauf meldete sich eine Zeitung.

Damit war klar: Entweder waren die betreffenden Medien aus den Reihen der Feuerwehr informiert worden oder hören ab.

Medien und Journalisten sind oft auf „Hinweise“ von Informanten angewiesen. Durch das Zeugnisverweigerungsrecht haben sie die M√∂glichkeit, diese „Informationsquellen“ zu sch√ľtzen.

Das macht dann Sinn, wenn solche „Hinweise“ Recherchen ausl√∂sen, durch die Hintergr√ľnde ans Licht der √Ėffentlichkeit kommen, die sonst niemals bekannt geworden w√§ren. Jeder Journalist, der seinen Beruf ernst nimmt, baut sich solche Netzwerke auf, die ihn mit Informationen versorgen.

Auch in unserem Fall sind wir durch einen Informanten auf das Thema aufmerksam geworden. Uns wurde der interne Brief des Kreisbrandmeisters an die Feuerwehren zugespielt.

Die Motivation, Informationen weiterzugeben, kann vielfältig sein. Manchmal sind die Motive Rache, Eifersucht, Missgunst. In den meisten Fällen, in denen mir Informationen zugespielt wurden, ist die Motivation der Informanten aber eine ehrenhafte gewesen: Sie wollten Missstände öffentlich machen Рaus Sorge um die Firma, die Behörde, das Allgemeinwohl.

In der Branche nennt man Informanten „Whistleblower“. Leider werden Informanten immer noch als „Petzen“ oder als „Verr√§ter“ verunglimpft. Je brisanter die Information, je gr√∂√üer die Folgen f√ľr „bestimmte“ Personen, umso gr√∂√üer ist der Hass und die Wut auf die vermeintlichen „Verr√§ter“. Selbst dann, wenn der „Verrat“ dazu dient, Systeme der Korruption, Mobbing, Geldw√§sche oder andere schlimme Sachen aufzudecken, bleibt in den Augen vieler Menschen eine Schuld beim „Verr√§ter“ haften. Deswegen ist es gut und richtig, dass Journalisten ihre Informanten sch√ľtzen k√∂nnen, damit diese keine Nachteile erfahren.

Im vorliegenden Fall geht es aber nicht um Fragen des Allgemeinwohls oder der Integrität einer Firma oder einer Behörde.

Im vorliegenden Fall geht es schlicht und einfach um Sensationsgier.

Es geht darum, die besten Bilder von lodernden Flammen zu machen. Oder Opferbilder, Blut, Chaos, Zerstörung exklusiv zu haben, um damit Auflage zu machen.

Das Kalk√ľl ist einfach: Je sensationeller die Bilder, umso gr√∂√üer wird das Interesse sein.

Wenn Medien sich nur noch um die Sensation bem√ľhen und nicht mehr um die Information, muss sich kein Journalist und keine Redaktion wundern, wenn es viele Menschen gibt, die das anekelt. Die das nicht mehr wollen. Auch wenn es genug Menschen gibt, die gerade diese Sensation interessiert.

Journalisten und Redaktionen entscheiden selbst √ľber ihre Haltung, ihren Umgang mit den Themen. Und √ľber ihre Methoden.

Der Kreisbrandmeister Peter Michels ist an einem offenen Umgang mit den Medien interessiert – auch im vorliegenden Fall war er noch nach Dienstschluss f√ľr uns erreichbar. Aber er ist zu recht sauer.

Weil er sich hintergangen f√ľhlt – vielleicht denkt er gerade dar√ľber nach, was es bedeutet, dass er an einem guten Verh√§ltnis zu den Medien interessiert ist, manche Medien aber das gute Verh√§ltnis zu ihm egal ist.

Es w√§re bedauerlich, wenn sich bei Herrn Michels das Gef√ľhl einschleicht, dass er Medien nicht mehr vertrauen kann. Denn das Ergebnis w√§re eine „verbrannte Erde“, ein gest√∂rtes Verh√§ltnis. Weil einzelne sich schlecht verhalten, m√ľssen oft alle darunter leiden. Den gr√∂√üten Schaden nimmt dabei die √Ėffentlichkeit, die nicht mehr offen informiert w√ľrde. Vor allem Boulevardmedien sind bekannt daf√ľr, „verbrannte Erde“ zu hinterlassen.

Winnenden und Erfurt sind daf√ľr leider „eindr√ľckliche“ Beispiele.

Der Kritik, dass die Feuerwehren Daten unverschl√ľsselt √ľbertr√§gt, wird sich der Kreisbrandmeister stellen. Zur Ehrenrettung der Feuerwehren muss man feststellen, dass der „Datenschutz“ bei der Einf√ľhrung der Systeme noch keine wahrgenommene Bedeutung hatte.

Heute ist das anders. Der Datenschutz ist ein zu recht wichtiges Thema. Von den Feuerwehren kann und muss man erwarten, dass sie das Manko der unverschl√ľsselten √ÉŇďbertragung schnell beheben.

Und von manchen Medien sollte man erwarten k√∂nnen, dass sie innehalten und √ľberlegen, ob das, was sie tun, tats√§chlich „in Ordnung“ ist.

Leider kann man davon ausgehen, dass sich die „√ľblichen Verd√§chtigen“ dar√ľber keine Gedanken machen werden. Ihr Gesch√§ft ist die Sensation. Was anderes kennen sie nicht und wollen es auch nicht kennen.

Das beste Korrektiv daf√ľr sind die Menschen selbst. Sie sind mit daf√ľr verantwortlich, welche Medien sie nutzen. Fehlt die Akzeptanz f√ľr die Sensationsgier, dann werden die Medien sich neu orientieren oder wegen Misserfolgs eingestellt.

Journalismus? Was ist das?

Guten Tag!

Heddesheim, 10. Februar 2010. Der Kommentar „Kein „Kinderlachen“ f√ľr das heddesheimblog“ regt auf. Oder regt sein Inhalt auf? Welcher? Der dargestellte oder wie die Darstellung eingeordnet wird? Oder dass √ľberhaupt dargestellt und eingeordnet, also berichtet wird? Oder eine „Darstellung“, die nicht so ist, wie „man das will“? Und wer hat was davon? Und wer regt sich auf? Das sind viele Fragen – die alle mit Journalismus zu tun haben.

Von Hardy Prothmann

Mitte August 2009 sprach mich vor dem Edeka-Markt in Heddesheim eine √§ltere Dame an und sagte: „Herr Prothmann, ich versuche ja mit der Zeit zu gehen und bin im Internet. Und ich lese jeden Tag interessiert Ihr heddesheimblog. Ihr letzter Kommentar war, wie soll ich das sagen, ganz sch√∂n heftig. D√ľrfen Sie das so schreiben, wie Sie das geschrieben haben? Im Mannheimer Morgen gibt es auch Kommentare, aber die sind nicht so heftig wie Ihre.“

Die Dame benannte diesen Kommentar: High Noon in Heddesheim – Ist dieser B√ľrgermeister noch zu halten?

Ich habe mit der Dame daraufhin ein langes Gespr√§ch gef√ľhrt und ihr erkl√§rt, warum ich einen Kommentar so schreiben „darf“. Und was, und warum und wie ich es geschrieben habe.

Die W-Fragen und das Interesse

Was, wann, wo, wer, wie und warum? Diese Fragen sind die „Grundausr√ľstung“ f√ľr Journalismus. Aber auch f√ľr die Polizei, f√ľr die Feuerwehr, f√ľr Krisenmanager, f√ľr Wissenschaftler, f√ľr Politiker. Eigentlich f√ľr alle Menschen, die sich berufsm√§√üig f√ľr was auch immer interessieren m√ľssen.

Genau darum geht es im Journalismus. Um das Interesse.

Inter-esse ist lateinisch und heißt ungefähr: Dazwischen (inter) sein (esse).

Die Geschichte der Menschheit ist gleichzeitig die Geschichte des „Journalismus„. Angefangen bei den H√∂hlenmalereien √ľber die Erfindung des Buchdrucks bis hin zum Internet. „Jour“ ist das franz√∂sische Wort f√ľr Tag. Im Journalismus geht es ums „Tagesgesch√§ft“, √ľber das berichtet wird.

Was ist passiert? Wor√ľber reden die Menschen? Was betrifft die Menschen? Was m√ľssen/sollten sie wissen?

Journalismus ist die professionelle Umsetzung des Alltags in Informationen, ob in Text, Bild oder Ton.

Tiere – Titten – Tote

Die „Bild“ √ľbersetzt Alltag mit TTT. Tiere-Titten-Tote. Diese Themen liebt das Boulevardblatt – weil die Leser sie lieben und die Zeitung kaufen.

Die FAZ kommt konservativer daher und hat dahingehend beste Beziehungen zur Wirtschaft und Politik. Dort wird die Zeitung geliebt, weil sie so staatstragend daherkommt und √ľberwiegend auf TTT verzichtet.

Die S√ľddeutsche Zeitung ist da vielseitiger und hat die FAZ l√§ngst bei der Auflage deutlich wiederholt. Die Berliner taz ist unter den √ľberregionalen Zeitungen die bissigste und gilt als verkappte Journalistenschule. Viele fr√ľhere „tazler“ haben sp√§ter woanders Karriere gemacht. Die tagesschau ist scheinbar neutraler.

Das √∂ffentlich-rechtliche SWR3 und der Privatsender RPR konkurrieren um den H√∂rermarkt. Ihre Information: Unterhaltung und gute Laune. Radio ist ein sehr emotionales Medium. Deswegen hat das √∂ffentlich-rechtliche Deutschlandradio auch vergleichsweise wenige H√∂rer: Es ist zwar das „journalistisch“ mit Abstand informativste Radio von allen was „wichtige“ Nachrichten und Hintergr√ľnde angeht – aber es ist anstrengend.

Guter oder schlechter Journalismus
ist eine moralische Unterscheidung

Damit sind wir mitten im Thema. Was ist Journalismus? Was ist „guter“ und was ist „schlechter“ Journalismus?

Die erste Antwort: „Gut“ oder „schlecht“ sind moralische Fragen, die nur jeweils moralisch beantwortet werden k√∂nnen.

Gut oder schlecht l√§sst sich aber relativ einfach in zutreffend oder nicht-zutreffend √ľbersetzen. „Gut“ w√§re demnach „zutreffend“ und „schlecht“ w√§re „nicht-zutreffend“.

Die Bild-Zeitung berichtet h√§ufig „nicht-zutreffend“, also „schlecht“. Trotzdem oder gerade deswegen ist sie die nach Auflage „gr√∂√üte“ und erfolgreichste Tageszeitung Europas.

TTT – Tiere-Titten-Tote sind das Erfolgsrezept der Boulevard-Zeitung, die jeder „wichtige“ Mensch, angefangen von der Kanzlerin bis hin zum „Volk“ jeden Tag als erstes liest.

Denn, was in der Bild steht, findet statt. Es ist Tagesthema. Der Bild gelingen auch immer wieder geniale Schlagzeilen, beispielsweise: „Wir sind Papst!“

Ebenfalls zum Axel-Springer-Verlag geh√∂rt die Zeitung „Die Welt“ – ein √ľberwiegend anerkannt seri√∂ses Blatt. Beide Zeitungen bedienen unterschiedliche Zielgruppen und damit M√§rkte.

Journalismus ist also auch eine Form der Wirtschaft und betreibt Wertsch√∂pfung. Die Ausgangsmaterialien sind Informationen, die zu neuen Informationen zusammengef√ľgt und „verpackt“ werden: Als TV- oder H√∂rfunksendung, als Printprodukt oder als elektronisch verteilte Information im Internet.

Was muss, kann, sollte berichtet werden? Und vor allem wie?

Außer TTT gibt es die Liebe, die Menschenrechte, den Fußball, die Diät, die Schule, den Verein, die Finanzanlage und noch viele andere Themen mehr.

Was, wann, wo, wie, wer und warum? Ohne Journalismus w√ľssten wir alle nur wenig von dem, was um uns herum passiert.

Aber es gibt ganz bewusst kein Gesetz, dass vorschreibt, wie, wann in welchem Umfang wor√ľber berichtet wird. Daraus ergibt sich die Medienvielfalt mit ihren unterschiedlichsten Angeboten.

Länder ohne Pressefreiheit, also ohne Journalismus, sind meist primitive Kulturen oder Diktaturen. Meist beides.

Denn Journalismus ist eine demokratische Dienstleistung und erf√ľllt in einer Demokratie eine wichtige Aufgabe: Journalismus √ľbt durch die „Ver√∂ffentlichung“ Kontrolle aus. Das bekannteste Beispiel d√ľrfte die „Watergate„-Aff√§re sein, die Pr√§sident Nixon zum R√ľcktritt zwang. Zwei Journalisten hatten durch die Hilfe eines „Informanten“ den politischen Skandal √∂ffentlich gemacht.

Journalismus hat also eine „W√§chterfunktion“.

Vergleichbar mit der eines Steuerberaters: Es wird „Buch gef√ľhrt“. √ÉŇďber Einnahmen und Ausgaben.

Vergleichbar mit der Polizeiarbeit: Es wird ermittelt.

Vergleichbar mit dem Gericht: Es wird aber be- und nicht gerichtet. Es wird nicht ver- aber geurteilt.

Vergleichbar mit einem Kaffeekranz oder Stammtisch: Es wird √ľber vieles geschw√§tzt.

Meinungsfreiheit ist eine Grundvoraussetzung f√ľr Demokratie

Und das ist mit dem Artikel 5 in unserem Grundgesetzes verankert: Alle Menschen in Deutschland d√ľrfen eine Meinung haben und diese √∂ffentlich √§u√üern. Eine Zensur von staatlicher Seite findet nicht statt.

√Ėffentlichkeit ist der Kern einer jeden Demokratie. Auch wenn das nicht jedem passt und es manchmal schwerf√§llt andere Meinungen auszuhalten: Rechtsradikale d√ľrfen schreiben: Ausl√§nder raus Linksradikale d√ľrfen meinen: Soldaten sind M√∂rder.“ Beides sind extreme √É‚Äěu√üerungen und bewegen sich am √§u√üersten Rand, aber eben noch im Bereich des Zul√§ssigen.

Nicht erlaubt sind Diffamierungen oder Beleidigungen oder falsche Tatsachenbehauptungen – Journalismus muss sich hier wie alle an Recht und Gesetz halten.

Journalismus ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Denn Journalismus beeinflusst wie die PR, wie die Politik, wie die Werbung oder Lobbyismus oder unser aller Tun in vielf√§ltigen Funktionen die √Ėffentlichkeit.

Mit Meinungen, mit Fakten, mit Emotionen. Mit „sch√∂nen“ Geschichten, aber auch mit den weniger sch√∂nen Geschichten des Alltags.

√Ėffentlichkeit ist ein hohes Gut. Sie schafft transparente M√§rkte, Werbung f√ľr Produkte, politische Debatten, kulturellen Austausch, sportlichen Wettkampf und: Bildung.

Deshalb ist eine „positive“ √Ėffentlichkeit den meisten Menschen und Unternehmen wichtig – denn die bringt Erfolg. Gesch√§ftlich, politisch, pers√∂nlich, kulturell und sportlich.

Journalismus ist ein Informationsangebot

Es gibt kein Gesetz, was Journalismus ist oder sein sollte. Es gibt den Artikel 5 und es gibt in den Bundesl√§ndern „Pressegesetze„. Danach sind staatliche Beh√∂rden und Institutionen verpflichtet, Journalisten Ausk√ľnfte zu erteilen. Das ist wichtig, sonst k√∂nnte √ľber das „√Ėffentliche“, also die √É‚Äěmter, die durch die Steuerzahler bezahlt werden, nicht berichtet werden.

Und b√∂rsennotierte Unternehmen m√ľssen ihrer Ver√∂ffentlichungspflicht nachkommen.

Sonst ist niemand verpflichtet, Journalisten eine Information zu geben. Weder ein Gesch√§ftsf√ľhrer, noch ein Sportler, noch ein K√ľnstler und schon gar nicht ein Privatmensch. Umgekehrt gibt es auch keine Pflicht f√ľr Journalisten, irgendetwas zu ver√∂ffentlichen oder so, wie das jemand m√∂chte. B√ľrger k√∂nnen aus vielen Informationsangeboten w√§hlen und sich informieren, sie m√ľssen aber nicht.

Trotzdem erscheinen jeden Tag hunderte von Zeitungen, jeden Monat tausende von (Fach-)Zeitschriften, es gibt hunderte Radio- und Fernsehsender in Deutschland. Hinzu kommt das Internet – das neue Medium, das sind mit rasender Geschwindigkeit zum weltweiten Hauptmedium entwickelt, wenn es das nicht schon bereits ist.

Das Internet ist ein hochgradig demokratisches Medium, denn es erlaubt eine einfache und grenzenlose Ver√∂ffentlichung von Meinungen durch jeden B√ľrger – au√üer in Diktaturen wie dem Iran beispielsweise.

F√ľr den oben genannten „heftigen“ Kommentar h√§tte ich dort mit harten Strafen rechnen m√ľssen. In unserem Land nicht. Hier d√ľrfen ich und jeder andere das grunds√§tzlich und im Speziellen, wenn zutreffende Tatsachen berichtet und Meinungen ge√§u√üert werden.

Der B√ľrgermeister ist immer noch im Amt und ich in Freiheit. Auch wenn das eine oder das andere dem einen oder anderen nicht passt.