Freitag, 17. August 2018

Zeitung zieht nach

Ups – der MM berichtet ĂŒber „prekĂ€re Situation bei Pfenning“

Heddesheim, 11. MĂ€rz 2014. (red) Nachdem wir exklusiv ĂŒber den Arbeitsplatzabbau und die schwere wirtschaftliche Lage bei „Pfenning“ bereits am vergangenen Freitag berichtet hatten, berichtet heute auch der Mannheimer Morgen ĂŒber die Schieflage. Allerdings fehlt jeder Bezug zu den Verantwortlichen fĂŒr die Unternehmensansiedlung und die BĂŒrgermeisterwahl am kommenden Sonntag. Den Text lesen Sie hier.

Aktualisierung, 22:11 Uhr:

Die Zeitung legt nach und veröffentlicht einen Bericht, in dem sich Karl-Martin Pfenning „erklĂ€ren“ kann. Botschaft: Alles halb so wild.

GlĂ€serner Gemeinderat: GrĂŒnes „Schaumschlagen“? Wer Verantwortung will, muss sie auch ĂŒbernehmen

Heddesheim/Viernheim/Rhein-Neckar, 18. Juli 2011. Am Freitag vermeldete der MM, dass „Pfenning“ seine Lager „vorerst“ nicht in Heddesheim „zentralisiert“. Die Konsequenz ist klar – „Pfenning“ begeht Wortbruch. Das war zu erwarten. Die Frage ist, was von den „GrĂŒnen“ zu erwarten ist. Klar ist, dass von CDU, SPD und FDP keine Fragen zu erwarten sind.

Von Hardy Prothmann

„Ich habe lange gedacht, Sie sind ein GrĂŒner“, sagte mir vor ein paar Wochen ein Gemeinderat der Freien WĂ€hler in Hirschberg am Rande einer Veranstaltung. Ich fragte ĂŒberrascht zurĂŒck: „Wieso?“ Der Gemeinderat antwortete: „Naja, die GrĂŒnen sind bei Ihnen ja gut weggekommen. Siehe Pfenning.“

Ich antwortete: „Die GrĂŒnen waren nach ihrer „ursprĂŒnglichen Zustimmung“ zu „Pfenning“ die einzigen, die mit ihrer kritischen Haltung eine vernĂŒnftige Position eingenommen haben. Ich habe darĂŒber berichtet und auch darĂŒber, was CDU, SPD und FDP fĂŒr eine Haltung vertreten. Glauben Sie, dass deren Erwartungen zutreffen?“

Verwunderung.

„NatĂŒrlich nicht“, sagte der Gemeinderat, und weiter: „Als Sie den Steinle verhauen haben, hab ich mich echt gewundert und mich gefragt, was der Grund ist.“ Ich habe geantwortet: „Ganz einfach. Herr Steinle hat als GLH-Fraktionssprecher mir und meiner Redaktion gedroht. Das geht so nicht, egal, welche Partei oder wer sonst auch immer das versucht. Da bin ich farbenblind.“

Der Gemeinderat sagte: „Das habe ich jetzt verstanden. Aber wo stecke ich Sie jetzt hin?“ Ich sagte: „Dahin, wohin ich gehöre. Ich bin Journalist und berichte unabhĂ€ngig und an Fakten orientiert.“ „Aber Sie sind doch auch Gemeinderat?“ „Ja“, sagte ich: „Ausschließlich in Heddesheim und da halte ich das genauso. UnabhĂ€ngigkeit ist ein hohes Gut.“ Der Gemeinderat lachte und stieß mit mir auf den Satz an. Und er und ich haben darunter verstanden, was wir jeder fĂŒr sich darunter verstehen wollten.

Leserbriefschreiber.

Heute hat der MM einen Leserbrief des GrĂŒnen-Gemeinderats GĂŒnther Heinisch veröffentlicht:

Leserbriefe schreiben kann jeder - politisch aktiv zu werden, ist schon schwerer. Quelle: MM

Denkfehler.

Auch die GrĂŒnen in Heddesheim denken tendenziell, dass ich eher mit „ihrer Politik“ einverstanden bin, aber das ist ein Denkfehler. Ich bin mit Fakten einverstanden, die ich verstehen und vertreten kann. GrundsĂ€tzlich finde ich weniger Verkehr, umweltschonende Wirtschaft, Atomausstieg, erneuerbare Energien, ein gerechteres Schulsystem, Transparenz und Informationsfreiheit und manche andere Positionen der GrĂŒnen „gut“. Aber nicht, weil sie „grĂŒn“ sind, sondern weil sie vernĂŒnftig sind.

Ich war mit Herrn Heinisch in Kontakt und habe mich mit ihm ĂŒber den Artikel der Zeitung vom 15. Juli 2011 und den dort leider nicht dokumentierten Folgen „ausgetauscht“. Und ich habe ihm klar und deutlich gesagt, was ich als BĂŒrger und Gemeinderatskollege von ihm und den GrĂŒnen erwarte: Verantwortung.

ZweitstÀrkste Fraktion auf der Suche nach Anerkennung.

Die GrĂŒnen haben ursprĂŒnglich angeblich wegen des „Gleises“ dem „Pfenning“-Projekt zugestimmt. Dann gab es Ärger und Aufregung, die GrĂŒnen waren zwischen „fĂŒr die Gemeinde“ und „gegen Verkehr“ hin und hergerissen. Letztlich haben sie sich mit der IG neinzupfenning gegen „Pfenning“ entschieden und wurden mit drei Sitzen mehr oder 100 Prozent Zugewinn bei der Kommunalwahl 2009 „belohnt“. Es war ein „fundamentales Wahlergebnis“. Sie stellen mit sechs Sitzen nun die zweitstĂ€rkste Fraktion in Heddesheim. Fast hĂ€tten sie gar sieben Sitze erreicht.

Seither agieren die GrĂŒnen im Spannungsfeld zwischen „Anerkennung“ im Gemeinderat (unter „Kollegen“) und „Anerkennung“ in der Bevölkerung. TatsĂ€chlich haben Sie als einzige politische Fraktion eine kritische Haltung eingenommen und dadurch ZugestĂ€ndnisse erreicht. So bei Details der Bauplanung, dem Verkehrsgutachten oder mit dem Verkehrslenkungsvertrag.

Seither wurden die GrĂŒnen hart angegangen von den anderen GemeinderĂ€ten und vor allem von BĂŒrgermeister Michael Kessler, der fast in jeder Sitzung „ausrastet“ und wenig souverĂ€n vor allem den GrĂŒnen und mir ins Wort fĂ€llt, kommentiert und sich unverhohlen feindselig zeigt.

Einordnen = Unterordnen?

Diese aggressive Phalanx schlaucht. Vor allem, wenn man den Wunsch hat, „gemeinsam“ gute Lösungen zu finden.

Die GrĂŒnen haben leider keine Wahl. Wenn sie „gemeinsam“ mit der CDU, SPD und FDP entscheiden wollen, mĂŒssen sie sich unterordnen. Denn CDU und SPD sind „angefressen“ ob ihrer Verluste und werden es bleiben. Auch, weil sie sich ĂŒber ihre Fehlentscheidung im Klaren sind und weil sie wissen, dass die BĂŒrger das wissen. Dass die GrĂŒnen und die Rest-FDP aus Frank Hasselbring und Ingrid Kemmet politisch gar nicht zusammenpassen, muss fast nicht erwĂ€hnt werden.

Die GrĂŒnen haben gegen ihre Ablehnung des „Pfenning“-Projekts hart gearbeitet und die „Konditionen“ so gut es ging verbessert. Wenn die GrĂŒnen nun nichts gegen die sich abzeichnende Entwicklung unternehmen, war diese Arbeit vergebens. Und letztlich bleibt nur, dass sie sich fĂŒgen. Dass sie ein „harmonisches“ VerhĂ€ltnis im Gemeinderat anstreben und sich anpassen.

GlaubwĂŒrdigkeit.

Mit sechs von 23 Sitzen haben sie die Möglichkeit, eine außerordentliche Gemeinderatssitzung einzuberufen. Und Fragen zur aktuellen Entwicklung zu stellen. Und sie können AntrĂ€ge stellen und die Verwaltung beauftragen zu prĂŒfen, ob man „Pfenning“ nicht zwingen kann, seine Zusagen einzuhalten. Ob das gelingt, ist eine andere Frage. Man muss es politisch versuchen, wenn man glaubwĂŒrdig bleiben will.

Ein Leserbrief, wie ihn Herr Heinisch geschrieben hat (ĂŒbrigens nur an den MM und nicht auch an unsere Redaktion) ist letztlich nur „WortgeplĂ€nkel“.

(Leider mĂŒssen wir immer wieder feststellen, dass sich gewisse Leute auf dem heddesheimblog Argumente und Haltungen holen und sich dann durch einen „Zeitungsabdruck“ „bestĂ€tigt“ fĂŒhlen – vielleicht wĂ€re es an der Zeit, einfach mal einen Lernschritt zu machen und zu erkennen, dass es um Informationen und Argumente geht und nicht um Holz oder Bildschirm.)

Entscheidungen werden im Gemeinderat getroffen. Dort können Fragen gestellt werden, die beantwortet werden. So oder so. Dort können AntrÀge gestellt werden, die angenommen oder abgelehnt werden.

GrĂŒne auf dem Weg ins Schaumschlagen?

Wenn die GrĂŒnen jetzt nicht die ihnen zur VerfĂŒgung stehende Macht nutzen, ĂŒber eine außerordentliche Gemeinderatssitzung klare Stellungnahmen einzuholen und ein konsequentes Vorgehen gegen den Wortbrecher „Pfenning“ zu fordern, kann man sie getrost vergessen.

Dann war in Sachen „Pfenning“ alles nur „SchaumschlĂ€gerei“ und „Gepumpe“, aber keine ernstzunehmende Opposition.

Bei der BĂŒrgerbefragung hat die HĂ€lfte der Bevölkerung das „Pfenning“-Projekt abgelehnt. 40 Stimmen mehr wurden „missbraucht“, um eine „Zustimmung“ zu propagieren. Damals waren die GrĂŒnen enttĂ€uscht ĂŒber die anderen Fraktionen.

Ohne einen aktuellen politischen Einsatz wird diese HĂ€lfte der Bevölkerung mehr als enttĂ€uscht von den GrĂŒnen sein mĂŒssen und es kann als sicher gelten, dass die sechs Sitze bei der nĂ€chsten Wahl „Geschichte“ sind.

Um es klar festzuhalten: Ein „Leserbriefchen“ oder eine Äußerung am Ende einer Gemeinderatssitzung zu „Anfragen“ sind eine Möglichkeit, ein wenig „Wind“ zu machen, aber unverbindlich zu bleiben.

Erwartungen.

Ich erwarte von den GrĂŒnen eine verbindliche und klare Haltung und ich erwarte, dass sie die ihnen zur VerfĂŒgung stehenden Möglichkeiten nutzen. Wenn „Pfenning“ ohne Widerstand unter den „neuen Bedingungen“ baut, haben sich alle „BefĂŒrchtungen“ bewahrheitet. Und es war nichts „positiv“, wie GĂŒnther Heinisch schreibt.

Ob es aber sein muss, dass „nichts mehr positiv“ wird, hĂ€ngt von den GrĂŒnen ab und ob sie sich einbringen wollen, ob sie weiterhin gestalten wollen.

Tun sie das nicht, enttĂ€uschen sie alle, die geglaubt haben, dass die GrĂŒnen tatsĂ€chlich gegen die „Logistik-Ansiedlung Pfenning“ sind. Die geglaubt haben, dass die GrĂŒnen die einzige Partei ist, die „aufpasst“.

Dann muss man davon ausgehen, dass die GrĂŒnen sich „arrangieren“ und fĂŒgen.

Die GrĂŒnen mĂŒssen sich entscheiden, was sie wirklich wollen – die große Rede zu schwingen, Schaum zu schlagen oder konsequent politisch zu agieren. Wer Verantworung will, muss auch bereit sein, sie zu ĂŒbernehmen.

Und wie immer gilt: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

P.S. A propos – die GrĂŒne Liste Hirschberg hat auch „Schaum geschlagen“ in Sachen „Verkehrsgutachten“ – man wollte klagen und außer der Klage zum Klagenwollen ist nichts passiert. Und die IG neinzupfenning hat sich schon seit Herbst 2010 öffentlich nicht mehr geregt.

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist verantwortlich fĂŒr dieses redaktionelle Angebot und seit 2009 partei- und fraktionsfreier Gemeinderat in Heddesheim. Er hat sich umfassend mit dem Projekt auseinandergesetzt und nach sorgfĂ€ltiger PrĂŒfung zu Vor- und Nachteilen dieser Ansiedlung wegen erheblicher Zweifel an der SeriositĂ€t der Aussagen von „Pfenning“ gegen das Projekt entschieden und in allen Punkten abgelehnt.

Pfenning: Zusagen des „vertrauenswĂŒrdigen Partners“ aus der Region gelten nicht mehr

Heddesheim, 15. Juli 2011. (red) Der Mannheimer Morgen macht heute mit drei Texten zum „Pfenning“-Projekt auf – oder dem, was davon ĂŒbrig ist: „Bestehende Lager ziehen vorerst nicht um“, heißt die ÃƓberschrift des Haupttextes. Und sogar ein Kommentar wird geschrieben. Und sogar die „Vertrauensfrage“ gestellt – leider kommt die Zeitung wie immer zu spĂ€t und windelweich daher. Wie gewohnt, hat auch BĂŒrgermeister Kessler fĂŒr alles „VerstĂ€ndnis“ und sieht den Wortbruch ganz im Gegenteil sogar „positiv“. Welche Interessen vertritt dieser Mann eigentlich?

Von Hardy Prothmann

Man möchte gerne die Gesichter gewisser GemeinderĂ€te, sagen wir eines Herrn Doll, eines Herrn Hasselbring und eines Herrn Merx sehen, wenn diese sich heute gemĂŒtlich an den Tisch setzen und sich von ihren Frauen den Kaffee bringen lassen.

Sie schlagen die Zeitung auf, ihr ach-so-geliebtes Heimatorgan, wo alles immer so nett und schön ist und alle dankbar sind, ein Duft von Bratwurst auf tollen Festen vertrömt wird und der Wettergott gnÀdig ist.

Die ÃƓberschrift:

„Pfenning: Bestehende Lager ziehen vorerst nicht um“

wird eventuell auf den Magen schlagen und „Bauchschmerzen“ auslösen – und zwar nicht durch zu starken Kaffee, sondern durch die Erkenntnis, dass vermutlich nichts von dem, was sie sich selbst und anderen beharrlich eingeredet haben, zutreffen wird.

Pfenning bricht Wort – das war klar

Die Frage war einfach: "Sie gehen fest davon aus, dass Sie nach Heddesheim kommen werden?". Die Antwort war noch einfach: "Ja" - 2009 hat uns Uwe Nitzinger ein Interview gegeben und Dinge behauptet, die 2011 nicht mehr stimmen. Klicken Sie auf das Bild, um das Interview zu lesen.

Die Herren und alle die anderen WortfĂŒhrer und Hurra-Rufer mĂŒssen langsam aber sicher „ein Einsehen“ haben, dass sie sich selbst und andere getĂ€uscht haben. Die Entschuldigung, sie seien getĂ€uscht worden, wird man nicht gelten lassen.

Denn zu groß und zu genau war die Kritik im Vorfeld an dieser unheiligen Entscheidung, die mit einer politischen „Mehrheitswillen“-Deutung der BĂŒrgerbefragung anhand von 40 Stimmen absolut oder 0,7 Prozentpunkten relativ 2009 mit Manipulationsfragen der SPD durchgezogen worden ist.

Die CDU, die SPD und die FDP sind verantwortlich fĂŒr alles, was an unangenehmen „Wahrheiten“ noch so kommt, aus Richtung „Pfenning“.

Das „regional-verwurzelte“ Unternehmen pflanzt nicht um. Die eindeutige, unmissverstĂ€ndliche und klare Ansage des Unternehmens war aber: Wir konzentrieren unsere verteilten Standorte in Heddesheim. Das war unmissverstĂ€ndlich und stand nicht zur Debatte. Ebenso der Umzug von 650 Mitarbeitern.

Optimal gelaufen – jetzt wird optimiert

Die Aussagen im Artikel des MM von heute belegen das Gegenteil – auch wenn es dem Artikel nicht anzumerken ist, ob auch nur eine konkrete Frage in dieser Richtung ĂŒberhaupt gedacht worden ist.

Damit steht das ganze Konstrukt zur politische Debatte – was freilich auch nicht in dem Artikel steht. Denn schließlich hat der MM durch seine Jubel-Berichterstattung auch seinen Teil der Verantwortung an dem Debakel. Der Wortbruch wird nicht thematisiert – „Pfenning“ darf sich „erklĂ€rend“ Ă€ußern, wie die Firma das will.

Denn rechtlich ist die Sache nach Ortsrecht entschieden. „Pfenning“ hat einen gĂŒltigen Bebauungsplan in der Tasche und kann sich Jahre Zeit lassen oder auch andere bauen lassen – solange man sich an die Vorgaben hĂ€lt, ist alles kein Problem. (Auch wenn noch ein Normenkontrollantrag anhĂ€ngig ist, mit ungewissem Ausgang.)

Die unkritische Mehrheit im Gemeinderat unter FĂŒhrung von BĂŒrgermeister Michael Kessler hat alles durchgewunken und alles getan, um „Pfenning“ den Hof zu machen. „Pfenning“ hatte es erst ganz eilig und wollte 2013 fertig sein:

„Wir mĂŒssen expandieren“,

sagte GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger damals (siehe Interview auf dem heddesheimblog). Davon ist heute keine Rede mehr. Heute wird „optimiert“. Man hat keine Eile mehr, heißt es in dem Bericht des MM.

Puff – da waren sie dahin, die ganzen schönen Versprechungen.

Jetzt folgt die Quittung. Wenn „Pfenning“ an andere untervermietet, sind deren Standorte auch andere. Abgerechnet wird da, wo die Firmensitze der Mieter sind – nicht jedoch in Heddesheim. Die Arbeit wird in Heddesheim gemacht – aber die Einkommensteuerzulage findet nicht hier statt. Ebensowenig die Gewerbesteuer. Der Zuzug von Arbeitnehmern findet nicht statt. Deren Kinder gehen nicht auf die Johannes-Kepler-Schule, pardon, Karl-Drais-Schule. Es kommt keine Kaufkraft in den Ort. Örtliche Handwerker können ihre PlĂ€ne, an dem Projekt Arbeit zu finden, erstmal vertagen.

Puff – da waren sie dahin, die „bis zu 1.000“ ArbeitsplĂ€tze und die „erheblichen Gewerbesteuerzahlungen“. Das waren vor allem die Argumente eines Herrn Kessler und seiner Abnicker-Fraktionen. Aus der Traum.

Und der Verkehrslenkungsvertrag? Denn kann man wahrscheinlich getrost in der Pfeife rauchen, wenn Unternehmen fahren, die weder „Pfenning“ sind, noch fĂŒr „Pfenning“ arbeiten. Vermutlich kann jeder mit seinen 40-Tonnern durch den Ort donnern, wie er will. Subunternehmer fĂŒr Subunternehmer fĂŒr Subunternehmer.

Und die Verlagerung des Firmensitzes? Laut MM-„Information“ soll die kommen, wenn „Pfenning“ umgezogen ist. Wenn „Pfenning“ aber gar nicht umzieht und „NeugeschĂ€ft“ macht, wie es im Artikel steht? Dann braucht es auch keinen Firmensitz in Heddesheim – mal abgesehen davon, dass man nun merkt, dass sich „Pfenning“ eh nicht an Zusagen hĂ€lt und das vermutlich auch nie vorhatte.

Und BĂŒrgermeister Kessler? Den befragt die MM-Redakteurin brav wie immer und zitiert ihn mit VerstĂ€ndnis:

„Das muss man einem Unternehmen zugestehen, solche Optimierungsmöglichkeiten zu nutzen.“

In wessen Interesse handelt eigentlich „BĂŒrgermeister“ Kessler?

Die Frage fĂŒr Heddesheimer BĂŒrgerinnen und BĂŒrger ist, wie viel „VerstĂ€ndnis“ man einem solchen BĂŒrgermeister noch „zugestehen“ sollte? Handelt der Mann im Interesse Heddesheims und seiner BĂŒrger? Oder hat er ganz andere Interessen?

Und ja, er sei ĂŒber die „PlĂ€ne“ informiert, zitiert ihn die Zeitung. Gut zu wissen. Der Gemeinderat ist es nicht. Und der Gemeinderat ist das oberste Organ der Gemeinde, nicht der BĂŒrgermeister. Auch wenn der sich fĂŒr die Gemeinde hĂ€lt.

Der Kommentar von Frau Görlitz ist lÀcherlich:

„Dass schon das Bebauungsplanverfahren so lange dauern wĂŒrde, hatten die Viernheimer weder auf der Rechnung, noch selbst zu verantworten“,

schreibt sie in der Mitte des Textes und am Ende:

„Was von dem, was 2009 versprochen wurde, gilt noch? „Pfenning“ ist am Zug diese Frage zu beantworten. (…) Aus eigenem Interesse – und nicht erst auf Nachfrage.“

War die Dame seit 2009 in Gedanken woanders? „Pfenning“ handelt ausschließlich in eigenem Interesse und hat Nachfragen nicht oder nur dĂŒrftig beantwortet oder auf großen Druck. Glaubt vor Görlitz tatsĂ€chlich, dass sich daran etwas Ă€ndert? NatĂŒrlich hat „Pfenning“ mit seiner Intransparenz Verantwortung fĂŒr einen Vertrauensverlust. Wie auch die „Ja-Sager“-Fraktionen.

War „Pfenning“ nur ein Köder fĂŒr einen Immobiliendeal?

„Pfenning“ hat die Baugenehmigung in der Tasche und es kann dem Unternehmen egal sein, was die Heddesheimer von dessen WinkelzĂŒgen halten. Die einzige Gefahr droht noch durch den Normenkontrollantrag eines einzelnen BĂŒrgers, der klagewillig ist und sich das leistet.

Die Gemeinde Hirschberg hat in Sachen „Kreisel“-Gutachten eine KlageĂŒberlegung zurĂŒckgezogen. Das RegierungsprĂ€sidium ein Gleis genehmigt, dass vermutlich auch nie gebaut wird.

Und „Pfenning“? War „Pfenning“ nur der Köder? GrundstĂŒckseigentĂŒmer ist die Phoenix 2010 GbR von zwei GeschĂ€ftsleuten, die fĂŒr sagenhaft gĂŒnstige 47 Euro den Quadratmeter ein Filet-GrundstĂŒck erster Sahne erhalten haben. Samt gĂŒltigem Bebauungsplan. Ein aus deren Sicht grandioser Immobiliendeal – natĂŒrlich erst, wenn sie den Goldschatz verĂ€ußert haben.

Nicht vorstellbar? Warten wir es ab. Welcher Abnicker-Gemeinderat wird Nein sagen, wenn es heißt: „Tja, die PlĂ€ne waren anders, jetzt machen wir es anders. Wollt ihr, dass die ganze Arbeit umsonst war?“ Glaubt da wirklich jemand an „Einspruch“ oder sogar „Widerstand“? Im Leben nicht. Und wenn, wĂ€re er sowieso nutzlos.

Vielleicht ist alles auch ganz anders und „Pfenning“ hat sich verhoben. Auch das kann sein.

Und damit sind wir wieder bei Herrn Doll (CDU), Herrn Hasselbring (FDP) und Herrn Merx (SPD) . Die Fraktionssprecher werden erklĂ€ren mĂŒssen, dass sie besserwisserisch, ĂŒberheblich und unkritisch ein Mega-Projekt befĂŒrwortet haben, dass sie nie verstanden haben.

Sollten sie es verstanden haben, haben sie die BĂŒrger getĂ€uscht. Aus diesem Dilemma kommen sie nicht mehr heraus.

Wie auch immer – der Morgenkaffee wird nicht schmecken und „Bauchschmerzen“ sind garantiert.

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist verantwortlich fĂŒr dieses redaktionelle Angebot und seit 2009 partei- und fraktionsfreier Gemeinderat in Heddesheim. Er hat sich umfassend mit dem Projekt auseinandergesetzt und nach sorgfĂ€ltiger PrĂŒfung zu Vor- und Nachteilen dieser Ansiedlung wegen erheblicher Zweifel an der SeriositĂ€t der Aussagen von „Pfenning“ gegen das Projekt entschieden und in allen Punkten abgelehnt.
In Sachen journalistischer Berichterstattung waren im Herbst 2010 drei Interviewanfragen an Herrn Nitzinger gegangen – einen Terminvorschlag von Seiten der Firma hat es nicht gegeben. Herr Nitzinger hatte entweder zu viel zu tun oder war in Urlaub.

GlĂ€serner Gemeinderat: Herr Roth, veröffentlichen Sie nur „genehme“ Leserbriefe?

Heddesheim/Mannheim, 10. Juni 2011. (red/pm) Der Mannheimer Morgen ist die grĂ¶ĂŸte Monopol-Zeitung der Kurpfalz – immer noch, obwohl die Zeitung (wie fast alle Zeitungen) seit Jahren Auflage und Leser verliert. Sicher hĂ€ngt das auch mit der teils mangelhaften QualitĂ€t des Produkts zusammen. Und einem Journalismus, der sich fragen lassen muss, wie „unabhĂ€ngig“ er denn tatsĂ€chlich ist. Der MM hat beispielsweise kein Interesse an kritischen Leserbriefen, die auch seine eigene Rolle hinterfragen.

Von Hardy Prothmann

Ein objektiver, unabhĂ€ngiger Journalismus ist steht an Meinungsvielfalt interessiert. Das ist das Salz in der tĂ€glichen Nachrichtensuppe. Guter Journalismus ist stets bemĂŒht, möglichst viele Menschen zu erreichen – auch aus geschĂ€ftlichen GrĂŒnden, je mehr Leser man erreicht, desto besser lĂ€sst sich das journalistische Produkt vermarkten.

Der Chefredakteur Horst Roth hat kein Interesse an Meinungsvielfalt. Das entspricht einer durchaus weit verbreiteten Haltung. Redaktionen entscheiden nicht mehr danach, was objektiv wichtig ist und die Menschen wissen sollten – zu oft lassen sie sich dabei freiwillig durch Parteien, Lobbyisten, VerbĂ€nde und natĂŒrlich Anzeigenkunden lenken. Oder die eigene Meinung, die wichtiger als die Lesermeinung ist.

Hinweis des MM. Quelle: MM

Dass eine „streibare Demokratie“ auch „Streit-“ im Sinne einer „Debattenkultur“ voraussetzt, ist in vielen Redaktionen lĂ€ngst keine selbstverstĂ€ndliche Haltung mehr. Zur „guten Sitte“ gehört normalerweise die Darstellung der unterschiedlichen Sichtweisen – journalistisch gesehen erhöht das die Spannung und das Interesse.

Eine Monopolzeitung muss das natĂŒrlich weniger berĂŒcksichtigen – ohne Konkurrenz kann sie sich erlauben, sich der gepflegten Langeweile hinzugeben. Da guter Journalismus auch teuer ist, die Verleger zweistellige Traumrenditen erwarten, nehmen Zeitungen gerne alles mit, was kostenlos ist. Schauen Sie mal aufmerksam auf die Artikel, wie viele mit „zg“ gezeichnet sind. Das heißt „zugeschickt“ – ist also kein redaktioneller Inhalt, wird aber als solcher fĂŒr teuer Geld verkauft. Manchmal schreiben Redakteure ein paar SĂ€tze um und veröffentlichen das dann unter ihrem Namen – das ist Betrug am Leser.

Mein Leserbrief zu einem Kommentar der Redakteurin Anja Görlitz wird – obwohl kostenloser Inhalt – nicht veröffentlicht. Und obwohl er sicher fĂŒr „Spannung“ sorgen wĂŒrde. Das Problem scheint zu sein, dass ich darin auch den Mannheimer Morgen kritisisere und die Zeitung keinen Mumm hat, sich dieser Kritik zu stellen. Sie finden den Brief im Anhang.

Vielleicht gibt es aber andere GrĂŒnde. Deswegen habe ich den Chefredakteur, Herrn Roth, angeschrieben, um diese in Erfahrung zu bringen. Leider muss ich vermuten, dass ich keine Antwort erhalte, was auch auch eine Antwort ist.

Schöne Pfingsten wĂŒnscht
Ihr

Den Leserbrief an den MM finden Sie hier.

Klicken Sie auf die Grafik fĂŒr eine grĂ¶ĂŸere Darstellung.

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist inhaltlich verantwortlich fĂŒr dieses journalistische Angebot. In Heddesheim ist er partei- und fraktionsfreier, ehrenamtlicher Gemeinderat.

Pfenning: Von Baggern und BlindgÀngern

Heddesheim, 16. MĂ€rz 2011. (red) Angeblich sollen die Bauarbeiten fĂŒr das geplante Logistikzentrum „Pfenning“ begonnen haben – berichtet heute „Extra“, eine Briefkastenstopfzeitung aus dem Haus Diesbach (Weinheimer Nachrichten). Gestern hatte der Mannheimer Morgen im Internet eine kurze Notiz dazu veröffentlicht.

„Pfenning“ macht weiter wie gehabt – spĂ€rlich fließen die Informationen. Heute (16. MĂ€rz 2011) „berichtet“ das Anzeigenblatt „Extra“ (Anm. d. Red.: Unterstreichung durch uns):

„Eine detaillierte archĂ€ologische Untersuchung des BaugelĂ€ndes durch Mitarbeiter des Landesdenkmalamts solle in der ersten MĂ€rzhĂ€lte erfolgen.“

BlindgĂ€nger-Berichterstattung - ÃƓberschrift suggeriert Suche des KampfmittelrĂ€umdienstes, im Text geht's um ArchĂ€ologen. Quelle: Extra

Der Mannheimer Morgen „berichtet“ unter der ÃƓberschrift „Baggerarbeiten fĂŒr Pfenning laufen“:

„WĂ€hrend ein Bagger die oberen Erdschichten abtrĂ€gt, werfen ArchĂ€ologen der Denkmalpflege einen aufmerksamen Blick auf die freiwerdenden Schichten.“

Nach diesen „planmĂ€ĂŸigen“ Arbeiten werde das Areal auf eine „Kampfmittelbelastung“ untersucht, danach könnten die eigentlichen Bauarbeiten beginnen.

Arbeiten, die nicht beginnen, sondern "laufen", berichtet der MM. Quelle: MM

Die Unternehmensgruppe „Pfenning“ hatte diese Arbeit am 25. Februar 2011 angekĂŒndigt, allerdings ohne einen Termin zu nennen:

Pfenning „informiert“ ĂŒber „planmĂ€ĂŸige Bauvorbereitungen“

Angeblich, nach Aussage von „Extra“ hat „Pfenning“ die Arbeiten „jetzt“ mitgeteilt – das ist möglich, aber weder wurde unserer Redaktion etwas „mitgeteilt“, noch ist auf den Seiten von „Pfenning logistics„, noch auf „pro-heddesheim“ (die seit der „mehrheitlichen“ BĂŒrgerbefragung eine Internetleiche ist) dazu eine Information verfĂŒgbar.

Auch auf der Seite der Gemeinde Heddesheim fehlt jeglicher Hinweis.

Die Intransparenz des umstrittenden Bauvorhabens, das so wichtig fĂŒr die Zukunft der Gemeinde Heddesheim sein soll, wird also konsequent fortgesetzt.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Liste der Heddesheimer Feinde der Pressefreiheit

Guten Tag!

Heddesheim, 11. Juni 2010. Die pressefeindliche Haltung einiger Personen in Heddesheim wird durch die Redaktion immer wieder thematisiert. Da mittlerweile eine stattliche Anzahl eines solchen Verhaltens dokumentiert wurde, veröffentlichen wir eine Liste.

Sie behindern die Presse, sie schĂŒchtern ein, sie verweigern AuskĂŒnfte, sie unterdrĂŒcken Informationen, sie werden handgreiflich. Die in der nachfolgend aufgefĂŒhrten Personen in unserer Liste zeigen im ersten Jahr des Bestehens des heddesheimblogs allesamt aus unterschiedlichen GrĂŒnden durch unterschiedliche Handlungen ein pressefeindliches Verhalten.

Wir halten die Liste alphabetisch nach Nachname geordnet. Bei Bedarf wird die Liste fortgefĂŒhrt oder korrigiert.

Sofern wir berichtet haben, sind die Namen auf einzelnen Berichte verlinkt – ĂŒber die Suche nach den Personennamen können weitere Berichte gefunden werden.

Brechtel, Willi, Ehemann der 1. Stellvertretenden BĂŒrgermeisterin Ursula Brechtel: TĂ€tlicher ÃƓbergriff auf den verantwortlichen Redakteur Hardy Prothmann. Versuchte den Journalisten am Fotografieren zu hindern.

Doll, Ewald, TG-Vereinsvorsitzender: Herr Doll ist den verantwortlichen Redakteur Hardy Prothmann körperlich angegangen und hat unserem Mitarbeiter Horst Pölitz bei der vergangenen Jahreshauptversammlung die TĂŒr gewiesen. Der MM durfte an der Veranstaltung teilnehmen.

Doll, Dr. Joseph, CDU-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat: Der Bruder von Ewald Doll verweigert als Fraktionsvorsitzender jede Anfrage durch unsere Redaktion. Im Mitteilungsblatt der Gemeinde schreibt Herr Doll merkwĂŒrdige Dinge zusammen und wirft uns eine fehlerhafte Berichterstattung vor – allerdings ohne Belege.

Gaber, Joachim, Apotheker: WĂ€hlt die Presse aus, die er bevorzugt. Unsere Anfrage auf Berichterstattung zu einer Spendenaktion wies er ohne Grund zurĂŒck – vielleicht auch, weil wir thematisiert haben, wie vordergrĂŒndig GemeinnĂŒtzigkeit dargestellt, tatsĂ€chlich aber eigennĂŒtzige PR gemacht wurde.

Görlitz, Anja, MM-Redakteurin: Obwohl der Journalistin die massiven BeschrÀnkungen bekannt sind, hat sie diese niemals in einem Artikel beschrieben. Stattdessen bietet die Journalistin eine Berichterstattung ohne eine erkennbare kritische Haltung.

Junghans, Gudrun, Schulrektorin: Trotz der Bitte um Einladungen zu Schulveranstaltungen, wichtigen oder interessanten Terminen, unterbleibt das bis heute. Auch das Angebot, in der Schule Unterrichtseinheiten abzuhalten, um den GrundschĂŒlern Medienkompetenz aus Sicht eines Journalisten beizubringen, wurde nicht angenommen.

Hasselbring, Frank, FDP-Fraktionsvorsitzender: Verweigert jedes GesprĂ€ch und zeigt sich damit alles andere als „liberal“.

Hege, Rainer, CDU-Ortsvereinsvorsitzender: Verweigert jedes GesprĂ€ch und ist damit auf „Parteilinie“.

Kemmet, Nicole, Vorsitzende des BdS Heddesheim: Frau Kemmt hat als anonyme Kommentatorin versucht, negativen Einfluss auf unsere Berichterstattung auszuĂŒben. Von Seiten des BdS gibt es genau keine Informationen oder Einladungen an die Redaktion.

Kessler, Michael, BĂŒrgermeister: Verweigert sich jedem GesprĂ€ch. Der gesetzlich bestimmte Auskunftsanspruch wird auf ein Mindestmaß beschrĂ€nkt. Anfragen können durch das heddesheimblog ausschließlich an die email-Adresse gemeinde@heddesheim.de gerichtet werden. Mitarbeitern der Gemeinde wurde verboten, mit uns zu reden.

Lang, Reiner, SPD-Gemeinderat: Bedrohte den verantwortlichen Redakteur Hardy Prothmann.

Merx, JĂŒrgen, SPD-Fraktionsvorsitzender: Verweigert der Redaktion jegliche Auskunft und wirft uns „verbale Gewalt“ vor.

Nussbaum-Medien, Anzeigenverlag: Der Verlag bringt das Mitteilungsblatt heraus. Dort wurden nachweislich Anzeigen von Gegnern des Pfenning-Projekts unterdrĂŒckt, wĂ€hrend Pfenning werben darf. Auch der Versuch einer Gegendarstellung wurde ĂŒber das Stuttgarter AnwaltsbĂŒro des Verlags im Auftrag von BĂŒrgermeister Kessler verhindert.

Rafflewski, Dierk, evangelischer Pfarrer: Trotz mehrfacher Bitte des heddesheimblogs, zu Veranstaltungen der Kirchengemeinde oder wichtigen Terminen einzuladen, unterbleibt das bis heute. Der Bitte um ein Interview wurde nicht entsprochen, tatsĂ€chlich erschien Wochen spĂ€ter ein Text der Kirchengemeinden im MM, der auf unsere Anfrage zurĂŒckging, wie Herr Rafflewski eingestanden hat.

Schwarz, Peter, AWO-Ortsvereinsvorsitzender: Hat uns beim Versuch der Teilnahme an der Jahreshauptversammlung die TĂŒr gewiesen. Der MM durfte teilnehmen.

Thurecht, Dietmar, Freier Mitarbeiter des MM: Anstatt sich solidarisch zu verhalten und die BeschrÀnkung von Kollegen nicht hinzunehmen, betÀtigt er sich weiterhin als Schönschreiber und unterschlÀgt das von ihm selbst miterlebte pressefeindliche Verhalten.

Unbekannt: Im September 2009 legte ein bislang unbekannter TĂ€ter ein Nagelbrett vor einen Reifen des Fahrzeugs von Hardy Prothmann. Die Staatsanwaltschaft ermittelte erfolglos wegen einer „gemeingefĂ€hrlichen Straftat“.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

„Verwaltung will nicht spekulieren“… doch genau das tut sie

Guten Tag!

Heddesheim, 23. MĂ€rz 2010. Der Mannheimer Morgen (MM) fĂ€llt im Zusammenhang mit der geplanten „Pfenning“-Ansiedlung nicht unbedingt durch einen besonders rechercheintensiven Journalismus auf. Heute aber ist der Zeitung ein schönes StĂŒck gelungen: Eine Frage und eine Antwort ergeben eine denkwĂŒrdige Dokumentation. Manchmal „bedeutet“ auch „wenig“ viel.

Kommentar: Hardy Prothmann

Die MM-Redakteurin Anja Görlitz schreibt:

„Es fehlten verbindliche „Sanktionen“ im StĂ€dtebaulichen Vertrag der Gemeinde mit „Pfenning“, hatten die GrĂŒnen im PressegesprĂ€ch kritisiert (wir berichteten). Da der Vertrag (zumindest fĂŒr den juristischen Laien) keine Aussage dazu macht, was passieren kann, sollte ein Unterzeichner seinen Verpflichtungen nicht nachkommen – etwa Pfenning keinen Gleisanschluss beantragen -, hat der „MM“ gestern bei der Verwaltung nachgefragt. Auf die Frage, welche Folgen es hĂ€tte, wĂŒrde Pfenning sich nicht an den Vertrag halten, hieß es, man wolle sich an solchen „Spekulationen“ nicht beteiligen und man gehe „davon aus, dass der Vertrag eingehalten wird.“

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BĂŒrgermeister Michael Kessler "will nicht spekulieren" - doch er tut das Gegenteil. Quelle: RNF, BĂŒrgermeister Kessler im Sommer 2009

Frau Görlitz hat also nachgefragt. Und das ist gut so.

Auch die Fraktion der GrĂŒnen hatte in der vergangenen Sitzung des Gemeinderats bereits „nachgefragt“ und den Antrag gestellt, den Bebauungsplan in Sachen „Pfenning“ nur dann weiter voranzutreiben, wenn denn der „Gleisanschluss“ auch genehmigt sei.

Am 26. Februar 2010 hatte Frau Görlitz einen Text im MM veröffentlicht, in dem es heißt:

„Der Antrag der GrĂŒnen-Fraktion, den Bebauungsplan erst dann zu beschließen, wenn eine behördliche Genehmigung ĂŒber den Gleisanschluss vorliegt, war zuvor an zwölf Gegenstimmen gescheitert.“

Die Dokumentation, dass sich die „Verwaltung“, also BĂŒrgermeister Kessler“, nicht an „solchen Spekulationen“ beteiligen will, belegt genau das Gegenteil.

Die „Verwaltung“ (in der keiner was zu sagen hat, außer dem BĂŒrgermeister) belegt, dass die „Verwaltung“ keine Antworten und schon gar keine Fragen hat.

Sie „spekuliert“, dass es „schon gut gehen wird“.

Darauf, dass „Pfenning“ den Vertrag „einhĂ€lt“.

Das wiederum setzt, egal ob evangelisch oder katholisch, einiges an „Gottvertrauen“ voraus.

Denn was ĂŒber „Pfenning“ in den vergangenen Jahren zu lesen war, auch im MM, lĂ€sst nicht gerade auf eine absolute „VertrauenswĂŒrdigkeit“ schließen.

Wer „spekuliert“ versucht ĂŒbrigens im Wortsinn des lateinischen Begriffs von einem „erhöhten Standpunkt aus in die Ferne“ zu schauen.

Genau das will die „Verwaltung“ nicht.

BĂŒrgermeister Kessler betoniert lieber weiter seinen Bunker und „geht davon aus, dass der Vertrag eingehalten wird.“

Mal ganz abgesehen davon, dass sich beispielsweise der „stĂ€dtebauliche Vertrag“ in der mittlerweile, hmm, dritten oder vierten „Verfassung“ befindet – mal schauen, wie viele „Fassungen“ noch folgen.

Frau Görlitz schreibt ĂŒbrigens auch einen knackigen Kommentar zum Thema: „Verspekuliert?“

Was sie sich leider nicht traut, ist Roß und Reiter zu nennen.

Die Namen der Spekulanten Michael Kessler, Dr. Josef Doll (CDU), Frank Hasselbring (FDP) und JĂŒrgen Merx (SPD) tauchen in ihrem Kommentar mit keinem Wort auf.

Rekordzugriff nach Bildblog-Meldung

Guten Tag!

Heddesheim, 12. Januar 2010. Der Artikel „Was Meinungsfreiheit bedeutet oder wie der MM die Meinung manipuliert“ verzeichnet die bislang höchste Zugriffszahl auf einen Artikel innerhalb eines Tages: Der Text wurde bislang rund 1.800 3313 Mal abgerufen.

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Bundesweite Aufmerksamkeit fĂŒr das heddesheimblog durch Bildblog-Meldung. Quelle: Bildblog

Heute berichtet das Bildblog mit einer kurzen Notiz ĂŒber unseren Artikel . Diese Meldung brachte den bislang höchsten Zugriff auf einen Artikel des heddesheimblogs innerhalb 24 Stunden (siehe linke Spalte weiter unten: „Hitliste 30 Tage“).

Bildblog ist ein so genanntes „Watchblog“. Das heißt, es beobachtet andere Medien und dokumentiert fehlerhafte Berichterstattungen oder schlampige journalistische Arbeit sowie Kampagnenjournalismus oder VerstĂ¶ĂŸe gegen den Pressekodex.

Die Leser des Bildblogs sind ĂŒberwiegend Journalisten oder andere „Medienmenschen“. Auch Wissenschaftler und Politiker und kritische BĂŒrger verfolgen die Meldungen.

Interessant ist die Geschichte des Bildblogs. GegrĂŒndet wurde es von Stefan Niggemeier und Christoph Schultheis. Niggemeier arbeitet fĂŒr die eher konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung, Schultheis war Redakteur der tageszeitung (taz), also einem linksliberalen Medium.

Wir bedanken uns bei der Bildblog-Redaktion fĂŒr die Meldung, weil dadurch auch bundesweit ein Auge auf die teils mangelhafte Berichterstattung des Mannheimer Morgen gelenkt wird. Das erzeugt vermutlich Druck. Und der fĂŒhrt hoffentlich dazu, dass sich die Zeitung auf journalistische GrundsĂ€tze besinnt und die QualitĂ€t der eigenen Berichterstattung zu erhöhen versucht.

Wikipedia-Auszug:
Bildblog (Eigenschreibweise BILDblog) ist ein seit 2004 von mehreren Medienjournalisten betriebenes Watchblog, das die Arbeit der Springer-Publikationen Bild, deren Ableger „Bild am Sonntag“ und deren Online-Auftritt Bild.de kritisch begleitet. Im April 2009 erweiterte das Watchblog sein Themenfeld unter dem Namen Bildblog fĂŒr alle und mit dem Motto Ein Watchblog fĂŒr deutsche Medien auch auf andere Publikationen.[2]
Bildblog weist hĂ€ufig Fehler in der Berichterstattung, ungenĂŒgend recherchierte Artikel und Schleichwerbung nach und macht auch auf VerstĂ¶ĂŸe gegen den Pressekodex aufmerksam.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
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