Dienstag, 19. November 2019

Dokumentation: Viele Fragen – keine Antworten. B├╝rgermeister Michael Kessler schweigt zum „Zukunftsprojekt Pfenning“

Heddesheim/Viernheim/Hirschberg/Rhein-Neckar, 14. September 2011. Kann sich noch jemand an die vollmundigen Versprechungen erinnern? „Bis zu 1.000 Arbeitspl├Ątzen“ sollte „Pfenning“ nach Heddesheim bringen. „Erhebliche Gewerbesteuerzahlungen“ sollten flie├čen. Beides wichtig f├╝r die Zukunftssicherung Heddesheims und des Gemeinwohls. Diese „Versprechen“ sollten aktuell Ende 2011 „wahr“ werden – zumindest sollten sie begonnen werden. Tats├Ąchlich passiert genau nichts. Unsere Redaktion hat bereits vor zwei Monaten Fragen an B├╝rgermeister Michael Kessler gestellt – eine Antwort gibt es bis heute nicht. Michael Kessler schweigt.

B├╝rgermeister Michael Kessler bei der "B├╝rgerbeteiligung" zur Edeka-Erweiterung. Auch hier klingt alles "sch├Ân". In Sachen Pfenning schweigt Kessler wie gewohnt, nachdem er das "Projekt" vollmundig gepriesen hatte. Aktuell preist er die Edeka-Erweiterung an. Was draus wird ist mindestens so interessant wie die Frage, was Herr Kessler ab 2014 tun wird? Dann sind die n├Ąchsten Wahlen.

In der Vergangenheit beschwerte sich Michael Kessler gerne ├╝ber unseren „Anspruch“, sofort und jetzt und hier Auskunft zu erwarten. Diesem Anspruch muss der B├╝rgermeister laut Gesetz nachkommen. Das tut er nicht. Und selbst, wenn man ihm zwei Monate Zeit gibt, nimmt er sich nicht die Zeit, wichtige Fragen zu beantworten. Vielleicht denkt er, er habe das nicht n├Âtig.

Heddesheimerinnen und Heddesheimer d├╝rfen sich selbst ihre Meinung ├╝ber die Fragen, die fehlenden Antworten und das Verhalten von B├╝rgermeister Michael Kessler bilden. Aber auch ├╝ber die z├Âgerliche Haltung der Gr├╝nen.

Und nat├╝rlich ├╝ber das Schweigen von CDU und FDP und die hochnotpeinliche Aktion der SPD, die im Mitteilungsblatt verk├╝ndete, alles gehe seinen Gang.

Wir haben sofort nach einem Bericht des Mannheimer Morgens, nach dem wenig bis nichts von den urspr├╝nglichen Versprechungen eingehalten wird, nachgefragt. Dem MM hat B├╝rgermeister Kessler gro├čes Verst├Ąndnis f├╝r „Pfenning“ entgegengebracht. Das ist man von der Triade Dreifaltigkeit Kessler-MM-Pfenning gewohnt.

B├╝rgermeister Kessler missachtet nicht zum ersten Mal den gesetzlich garantierten Auskunftsanspruch der Presse, der auch f├╝r das Heddesheimblog gilt. Doch wo kein Kl├Ąger, da auch kein Richter denkt sich der B├╝rgermeister, der zumindest die Frage, ob er die Gemeinde sei mit „Ja“ beantwortet hat.

Eventuell hat Herr Kessler auch keine Zeit f├╝r Antworten, weil er und seine Bediensteten den n├Ąchsten Deal, Edeka, vorbereiten m├╝ssen.

Eventuell hat B├╝rgermeister Kessler auch schon andere Pl├Ąne – dazu haben wir ihn noch nicht gefragt.

Dokumentation:

Von: redaktion@heddesheimblog.de
Betreff: Anfrage
Datum: 15. Juli 2011 15:29:21
An: Michael.Kessler@heddesheim.de

Sehr geehrter Herr Kessler,

laut heutiger Berichterstattung im MM sehen Sie die Entwicklung des „Pfenning“-Projekts als „positiv f├╝r das Unternehmen“.

Weiter werden Sie zitiert, man m├╝sse einem Unternehmen „zugestehen, solche Optimierungsm├Âglichkeiten zu nutzen“.

Desweiteren verweisen Sie auf Genehmigungen, die erst vorliegen m├╝ssten. Als Beleg verweisen Sie auf den „Planfeststellungsbeschluss“ zum Gleisantrag, der erst im Mai 2011 vorgelegen habe und ein Einspruch gegen die Baugenehmigung erst vor einigen Wochen abgelehnt worden sei: „Ich kann nachvollziehen, dass ein Investor da erstmal Sicherheit haben will.“

Tats├Ąchlich wirft die Entwicklung Fragen auf, um deren Beantwortung wir bitten:

  • Haben Sie nicht die Bauleitplanung von der Genehmigung des Gleisanschlusses immer getrennt gesehen und dies verwaltungstechnisch auch getrennt?
  • Haben Sie keine Kenntnis davon, das „Pfenning“ das Gleis zur Zeit nicht braucht, da man den Gro├čkunden Henkel verloren hat?
  • Und hat auch nicht „Pfenning“ immer behauptet, man brauche erst den Bebauungsplan und k├Ânne dann den Gleisantrag stellen, der sicher positiv ausfalle?
  • Seit wann ist Ihnen bekannt, dass „Pfenning“ seine Regionallager nicht mehr in Heddesheim b├╝ndeln m├Âchte?
  • Wann haben Sie vor, den Gemeinderat davon in Kenntnis zu setzen? Oder ist der Weg ├╝ber die Presse Ihre Form von „in Kenntnis setzen“?
  • War die B├╝ndelung der Regionallager und die Verlagerung von zun├Ąchst 650 „Pfenning“-Arbeitspl├Ątzen nach Heddesheim nicht eins der absolut entscheidenden Argumente f├╝r das Ansiedlungsvorhaben?
  • Halten Sie das f├╝r einen Wortbruch durch Pfenning?
  • Haben Sie Regelungen vers├Ąumt, das Unternehmen so zu verpflichten, dass es seinen Versprechungen auch nachkommen muss?
  • Inwieweit stehen Sie pers├Ânlich in der Verantwortung – schlie├člich haben Sie immer die Seriosit├Ąt und Verl├Ąsslichkeit des „Partners Pfenning“ betont?
  • Da es das Unternehmen anscheinend nicht eilig hat, die Bebauung umzusetzen – ab wann rechnen Sie mit „Gewerbesteuerzahlungen“ f├╝r Heddesheim?
  • Da „Pfenning“ anscheinend „Neugesch├Ąft“ plant und seine Regionallager nicht mehr in Heddesheim b├╝ndeln will, ist auch ein Umzug des Firmensitzes zweifelhaft, der erfolgen sollte, wenn die Regionallager geb├╝ndelt sind. Was bedeutet das f├╝r die Gemeinde in Sachen „Gewerbesteuerzahlungen“ und Einkommenssteueranteil?
  • Der Verkehrslenkungsvertrag ist auf Pfenning zugeschnitten. Gilt dieser Vertrag auf f├╝r „Neugesch├Ąft“-Ansiedlungen, die nichts mit „Pfenning“ zu tun haben?
  • K├Ânnen Sie versichern, dass k├╝nftig keine ├╝ber 18t-Lkw von und zu diesem (noch zu bauenden) Logistikzentrum durch Heddesheim rollen?
  • Was ist auch Ihrer Sicht noch „positiv“ f├╝r die Gemeinde Heddesheim an dieser Ansiedlung?
  • Welche „Zugest├Ąndnisse“ sind Sie noch bereit in Richtung von „Pfenning“ zu machen?

Mit freundlichen Gr├╝├čen

Redaktion Heddesheimblog.de

Anmerkung:
Auch „Pfenning“ wurde von uns in Sachen „Interview“ angefragt. Das Ergebnis: Keine Antwort. Wir schlie├čen daraus nicht, dass es eine Absprache gegeben haben k├Ânnte. Wundern d├╝rfen wir uns trotzdem. Und wir schlie├čen eine Absprache auch nicht aus.

Gelungener Start f├╝r den Heddesheimer Wochenmarkt


Guten Tag!

Heddesheim, 11. M├Ąrz 2011. (che) „Frischer Freitag“ – mit diesem Slogan machten ├╝berall in Heddesheim verteilte Plakate, Flyer, Postwurfsendungen und ein quer ├╝ber die Unterdorfstra├če wehendes Banner zum ersten Wochenmarkt auf Heddesheims noch jungem Dorfplatz aufmerksam. Und die Heddesheimer folgten dem Aufruf und bescherten so dem „Frischen Freitag“ einen gut besuchten Auftakt.

Als gegen 08:00 Uhr B├╝rgermeister Michael Kessler die Er├Âffnungsrede hielt, verloren sich erst etwa 70 Menschen auf dem Dorfplatz, darunter viele Mitglieder des Heddesheimer Gemeinderats.

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Guter Start f├╝r den "Frischen Freitag".

Kesslers Rede war erfreulich kurz; ein kurzer Abriss der Entstehungsgeschichte des Markts, die Hoffnung der Gemeinde, damit die Attraktivit├Ąt und Kaufkraft des Orts zu steigern und zu erhalten und den Dorfplatz auch zu einem Ort der Kommunikation und Begegnung werden zu lassen.

Dann stellte er die eigens konzipierten Sch├╝rzen f├╝r die H├Ąndler vor, ganz in braun mit dem Logo „Frischer Freitag“, lie├č rundum ├âÔÇ×pfel mit dem Logo verteilen und lud alle Kunden zu einem kostenlosen Sekt ein.

Acht H├Ąndler pr├Ąsentierten ihre Produkte

Acht H├Ąndler hatten auf dem Platz ihre St├Ąnde aufgebaut und pr├Ąsentierten erwartungsvoll ihre frischen Produkte.

Das Angebot erstreckte sich von Fisch, Pf├Ąlzer Wein und Hausmacher Worscht ├╝ber K├Ąse, Eier und Nudeln, Blumen und Gem├╝se bis hin zu Putenfleischprodukten, Oberbekleidung von „Hellese Wear“ und Putzmitteln von Amway.

Nach Kesslers Er├Âffnung machte sich eine gewisse Nervosit├Ąt unter den H├Ąndlern breit: W├╝rden die Heddesheimer ihren neuen Wochenmarkt annehmen?

Bis zu diesem Zeitpunkt wirkten die erschienenen Heddesheimer noch etwas verloren, doch nach und nach f├╝llte sich der Dorfplatz mit Menschen.

Gegen 9:30 Uhr war auf dem Zugang am Rathaus kaum noch ein Durchkommen. Die Heddesheimer str├Âmten jetzt geradezu auf den Markt. Die Markth├Ąndler, die anfangs noch in Ruhe ein kleines Schw├Ątzchen mit ihren Kunden hielten, hatten jetzt alle H├Ąnde voll zu tun.

Besonders am Gem├╝sestand dr├Ąngten sich die Kunden. Anita Schubkegel aus Dannstadt-Schauernheim und ihr Damen-Team bew├Ąltigten flott und freundlich den gro├čen Andrang, denn die enorme Vielfalt ihres Obst- und Gem├╝sesortiments fand gro├čen Zuspruch.

Am Stand mit den Putenfleischprodukten standen die Heddesheimer Schlange. Bauer Reinmuth aus Helmstatt-Weilerhof, der die Puten f├╝r seine Erzeugnisse selbst aufzieht und verarbeitet, verteilte an alle Marktbesucher Gutscheine f├╝r ein kostenloses Paar Putenwienerle. Das holten sich die Heddesheimer nat├╝rlich gerne ab und nahmen sich bei der Gelegenheit auch gleich noch Putenwurst oder Fleisch f├╝rs Mittagessen mit.

Einen guten Anklang fand das reichhaltige K├Ąseangebot. Der Stand von J├╝rgen Brunn aus Mannheim traf mit seinem Angebot den Geschmack vieler Heddesheimer K├Ąsefreunde.

Die beiden Mannheimer Damen am Blumenstand machten ebenfalls einen zufriedenen Eindruck. Ihre Gestecke und Frischblumenstr├Ąu├če gefielen vor allem den Heddesheimerinnen, auch ihr Stand war gut besucht.

Lediglich am Fischstand war weniger Betrieb. Obwohl der Fisch optisch einladend pr├Ąsentiert wurde und so frisch und appetitlich aussah, dass er ohne weiteres als Sushi verzehrt werden kann, blieben die Heddesheimer Kunden eher zur├╝ckhaltend. Frank Schott aus Albertsweiler ist aber zuversichtlich, dass sich die Qualit├Ąt seiner Fischerzeugnisse herumsprechen und es f├╝r sein Angebot zuk├╝nftig gr├Â├čere Nachfrage geben wird.

Auch Herr Rahm aus Bad D├╝rkheim zeigt sich zufrieden mit der Nachfrage nach seinen Hausmacher Wurstsorten und seinem Weinangebot. Mit flotten Spr├╝chen und einem breiten L├Ącheln reichte er jedem Kunden als Entscheidungshilfe gerne ein Gl├Ąschen zum Verkosten.

Der Stand der Werbemacher GmbH („Hellesewear“) war zwar nicht so stark frequentiert wie die St├Ąnde mit den frischen Produkten, aber auch dieser Standbetreiber zeigte sich alles in allem zufrieden. Er will zuk├╝nftig jeden Freitag eine andere Kollektion anbieten, um so saisonelle Gegebenheiten und Kundenw├╝nsche gezielt zu ber├╝cksichtigen.

Am Stand von „Amway“ dagegen hatte man nur sehr wenige Kundengespr├Ąche. Dieser Stand wirkte deplaziert und fand offensichtlich kein Interesse.

Leider hatte man einen Stand offenbar vergessen. Einige Heddesheimer monierten das Fehlen eines Standes mit Backwaren. Ein Brot oder frische Br├Âtchen h├Ątte so manch einer auch gerne gleich mitgenommen. Und weitaus bereitwilliger als eine Flasche Putzmittel.

Der Dorfplatz wird zum Marktplatz und zu einem Ort der Kommunikation

B├╝rermeister Kessler w├╝nschte sich, der Markt m├Âge auch ein kommunikativer Ort sein. Das wurde zur Er├Âffnung erf├╝llt. ├â┼ôberall bildeten sich kleinere Gr├╝ppchen von Menschen, die ├╝ber das Angebot des Markts ebenso eifrig diskutierten wie ├╝ber die eigenen Befindlichkeiten oder die der Familie, Verwandten und Bekannten.

Man hielt ein Schw├Ątzchen, freute sich, Menschen wieder zu treffen, die man lange nicht mehr gesehen hatte, a├č dabei eine Bratwurst (1 Euro) und trank miteinander gratis ausgeschenkten Sekt.

Heddesheim hat den Wochenmarkt angenommen, obwohl f├╝r viele Heddesheimer der Freitagstermin ung├╝nstig f├╝r Berufst├Ątige und Sch├╝ler erscheint. Trotz dieser nicht unberechtigten Kritik war der Wochenmarkt-Auftakt ein gro├čer Erfolg.

Gro├čer Andrang, zufriedene H├Ąndler, zufriedene Heddesheimer, f├╝r die Zukunft des Markts l├Ąsst das hoffen.

Viel Freude mit den Fotos:
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Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Quo vadis Heddesheim?

Guten Tag!

Heddesheim, 08. November 2010. Nur gut 90 Demonstranten nahmen an der „Demo gegen Pfenning“ teil.

Ist das ein „Misserfolg“? Ist das ein erster „Anfang“? Oder ist das eine Best├Ątigung f├╝r die Bef├╝rworter des „Pfenning“-Projekts?

In den kommenden Tagen wird viel ├╝ber diese Fragen diskutiert werden.

Schnelle Urteile werden ganz sicher andere Antworten finden. Heddesheim hat seine erste Demonstration erlebt. Gleichzeitig wurde im ganzen Land gegen den Castor-Transport und in Stuttgart wieder gegen „S21“ demonstriert. Klar ist: Der Landtagswahlkampf hat begonnen.

Von Hardy Prothmann

Nur 90 Demonstranten sind auf den ersten Blick eine sehr ern├╝chternde Zahl. Ganz sicher war der Samstag in den Herbstferien ein schlecht gew├Ąhlter Tag f├╝r eine Demonstration. Ganz sicher war die ├Âffentliche Bewerbung dieser Kundgebung miserabel. Ganz sicher hat das herbstlich-st├╝rmische Regenwetter nicht gerade einladend gewirkt.

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Bleibt das von der Demo ├╝brig?

Ganz sicher ist aber auch, dass Heddesheim seine erste offizielle Demonstration erlebt hat, in der Amtszeit von B├╝rgermeister Michael Kessler. Wer h├Ątte sich das vor dessen Zeit vorstellen k├Ânnen, unter einem B├╝rgermeister Fritz Kessler oder Fritz Alles? Niemand?

Wahnsinns-Idee.

B├╝rgermeister Michael Kessler, Sohn des „legend├Ąren“ Fritz Kessler arbeitet daran, der 100-Millionen-Euro-Kessler zu werden und stellt durch seine intransparente, b├╝rgerferne Politik den Ort auf den Kopf. Eine Demonstration in Heddesheim. Wegen einer „Wahnsinns-Idee“, wie der Gr├╝nen-Gemeinderat G├╝nter Heinisch die geplante „Pfenning“-Ansiedlung nennt. Das hat es noch nie gegeben.

Der „alte Fritz“, so h├Ârt man, hat gerne mal N├Ąchte durchzecht, mit Spiel und Alkohol und auch mal die „F├Ąuste fliegen“ lassen, um „Entscheidungen herbeizuf├╝hren“. Ger├╝chte? Geschichten? Ja. Genau das. Fritz Kessler ist und bleibt der „geschichtstr├Ąchtigste B├╝rgermeister“. Einer, ├╝ber den alle was zu erz├Ąhlen haben. Im Guten wie im Schlechten.

Die Geschichten enden regelm├Ą├čig mit Respekt, also einer R├╝ckschau: „Der Fritz war nie unumstritten, aber er war ein Original und hat den Ort vorangebracht, soviel steht fest.“ Auch seine S├╝nden, wie die Hochh├Ąuser, die nicht zum Ort passen, geh├Âren dazu (die vielen Menschen, die sich kein Haus leisten k├Ânne, Wohnraum bieten). Aber auch seine Leistungen, wie Badesee, Hallenbad und Sport-Zentrum. Die ├âÔÇ×ra Fritz Kessler ist aber lange her.

├âÔÇ×ra Fritz vs. ├âÔÇ×ra Michael.

Michael Kessler, im 12. Jahr B├╝rgermeister, verwaltet all das, was sein Vater „vorangebracht“ hat. Darunter eben auch Badesee, Hallenband und Sportzentrum. Alles Zuschussprojekte, die die Gemeinde Jahr f├╝r Jahr viel Geld kosten. Auch das Rathausgeb├Ąude – das saniert werden musste. Oder Kanalsysteme, die den Geist aufgeben.

Michael Kessler ist eine traurige Gestalt. Vom Charisma des Vaters hat er nichts bis auf den „kesslerischen“ J├Ąhzorn. Keiner liebt ihn wirklich, keiner versteht ihn wirklich. Er ├╝berblickt zuverl├Ąssig seinen „Apparat“, der nie etwas „verdient“, sondern immer nur „Verdientes“, sofern vorhanden, verteilt. Trotzdem muss er „alles“ bezahlen. Nicht er selbst als Privatmann, sondern sein alter ego, also „Ich bin die Gemeinde“. Und jeder will etwas von ihm.

Die Hellesemer vor allem „Grund gegen Geld“ oder andere Vorteile, die sich manche im Zuge der geplanten „Pfenning“-Ansiedlung versprechen. Viele Bauern und deren Familienangeh├Ârige sind „reich“ geworden im Zuge der Umwandlung des Tabakdorfs zur „familienfreundlichen Gemeinde“.

Diese Leute haben ihre ├âÔÇ×cker aufgegeben, ihre Tradition, ihre Herkunft. Nicht aber ihren Machtanspruch. Im Dorf hat nur zu entscheiden, wer von hier stammt, wer nicht „noigeblaggt“ ist.

Das denken die „angestammten Familien“ ohne Kompromisse, denn das halten sie f├╝r ihr „Grundrecht“.

Dass es ein „ehemaliges“, feudalistisches und wenig demokratisches ist, f├Ąllt ihnen nicht ein. Frau Brechtel (geborene Bach), Herr Schaaff, Herr Hege, Herr Kemmet und so weiter. Im Ort raunt man gerne von „Heddesheimer Familien“ als w├Ąre man in Monaco oder sonstwo.

Selbst ich soll mit „diesem System“ verbunden werden, habe ich doch eine „Enkelin“ vom „Menze-Seppl“ geheiratet.

Josef Menz habe ich nie kennengelernt. Dass er ein allseits geachteter Mann war, Polizist und Gemeinderat, haben mir sehr, sehr viele Menschen erz├Ąhlt.

Das w├╝rdige ich so, wie ich es erz├Ąhlt bekomme. Ich h├Ątte den Mann, von dem viele sagen, dass ich mich gut mit ihm verstanden h├Ątte, gerne kennengelernt. Ich lebe aber im Hier und Jetzt.

Grund gegen Geld.

Tats├Ąchlich hat der Heddesheimer Bauernadel erst den Grund und dann den Einfluss nach und nach verloren und verliert ihn weiter. Ob mit dem Grundverlust der Verstand fl├Âten ging oder erst sp├Ąter oder es keinen gab, ist nicht ├╝berliefert.

Heute stellen die „Noigeblaggde“ die Mehrheit, die Steuern dieser Menschen bringen viel Geld in den Ort, den sie strategisch als „familienfreundlich“ und „verkehrsg├╝nstig“ im Einzugsbereich von Mannheim, Heidelberg und Walldorf als idealen Standort ermittelt haben.

Und trotzdem geht kaum jemand auf die Stra├če, um „mit den F├╝├čen“ abzustimmen.

├â┼ôber 1.200 Stimmen wollte die „IG neinzupfenning“, eine kleine Gruppe Gewerbetreibender, gesammelt haben, gegen dieses Megaprojekt vor ihrer Haust├╝r. Immerhin 2.870 B├╝rgerInnen stimmten Ende September 2009 gegen eine Ansiedlung der Firma „Pfenning“ – 2.910 B├╝rgerInnen daf├╝r. Die „Mehrheit“ bestand aus 40 Stimmen.

Wo war am Samstag zur „Demo“ dieser „Rest“ von rund 2.800 Stimmen? Alle im Urlaub? Alle beim Einkaufen? Alle „ohne Bock“ im Trockenen? Alle resigniert?

Sicher ist, dass sich traditionell wenig mit dem Ort verbundene Menschen schwerer motivieren lassen als die, deren Familie, deren Geschichte an Heddesheim h├Ąngt. Umgekehrt ist ebenso sicher: Die „Bef├╝rworter“ haben genau Null Prozent Menschen bislang „F├╝r Pfenning“ auf die Stra├če bringen k├Ânnen.

Erfolg gegen alle Widerst├Ąnde.

So gesehen ist die Demonstration mit all ihren widrigen Umst├Ąnden aus historischen Gegebenheiten, schlechter Organisation und miesem Wetter ein Erfolg. Einer, ├╝ber den sich zur Zeit keiner der TeilnehmerInnen freut. Und einer, der die „Gegner“ sicher nicht freuen kann.

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Mit den F├╝├čen abstimmen - in Heddesheim?

B├╝rgermeister Michael Kessler, sein Steigb├╝gelhalter Josef Doll und der erzkonservative Bauer Rainer Hege (der oft sehr menschlich verzweifelt wirkt), sowie ein selbstgef├Ąlliger, dauergrinsender SPD-Fraktionschef J├╝rgen Merx und seine Krakeeler J├╝rgen Harbarth und Reiner Lang werden alles tun, um die Demonstranten in Schimpf und Schande zu reden und sich ├╝ber deren „Misserfolg“ freuen.

Im Verein, am Stammtisch, auf der „Gass“, ohne Erkenntniswillen, dass ihr „Erfolg“ lediglich auf einer kleinen Stimmenmehrheit von 12:9 beruht. Und ohne die Einsicht auf Verantwortung, dass eine solch knappe Entscheidungsbasis angesichts eines „Jahrhundertsprojekts“ gegen jede gute alte (und neue) Tradition spricht.

Mediale Deckung.

Bemerkenswert ist auch die „├Âffentliche“ Aufmerksamkeit durch „die Medien“. Tats├Ąchlich hat der Mannheimer Morgen ja mit dem 02. November 2010 seine Berichterstattung ├╝ber „Rhein-Neckar“ von drei auf sechs Seiten verdoppelt – aber nicht um Journalismus zu bieten, sondern m├Âglichst viele Termine „abfeiern“ zu k├Ânnen.

W├Ąhrend sonst der Mannheimer Morgen seine Redakteurin Anja G├Ârlitz oder in Vertretung auch den Redakteur Hans-J├╝rgen Emmerich oder den Kollegen Roth ├╝ber „Pfenning“ und „Heddesheim“ hochherrschaftlich „berichten“ l├Ąsst, ist die „Demo“ aus Sicht der Zeitung ein so minderwertiges Ereignis, dass man einen „Bratwurstschreiber“ zweiter Klasse wie Herr Peter Jaschke einer ist, schickt, um dieses „historische“ Ereignis zu „dokumentieren“. (Naja, es h├Ątte mit dem drittklassigen Schwurbler Dietmar Thurecht schlimmer kommen k├Ânnen. Nat├╝rlich macht Herr Jaschke mit einer kleinen Kamera selbst die Fotos, w├Ąhrend den Redakteuren ab und an noch das Privileg eines schlecht bezahlten Fotografens zusteht.)

Worauf der Mannheimer Morgen vollends verzichtet, ist ein Kommentar, eine Einordnung, eine Bewertung, eine verantwortliche Berichterstattung. Das „Top“-Ereignis ist aus Sicht der Redaktion ein „Schrilles Lustspiel in grellen Farben“.

Der Standort ver├Ąndert sich.

Das mag der Mannheimer Morgen so verk├╝nden. Dar├╝ber m├Âgen sich B├╝rgermeister Kessler, Doll und Konsorten freuen. Das mag „Pfenning“ best├Ąrken. Der Mannheimer Morgen und seine miserable journalistische Kompetenz wird noch weiter geschw├Ącht. Leider auch die Demokratie. Und das meine ich sehr, sehr ernst.

Die gro├če Frage ist allerdings: Handelt es sich nur um Desinteresse? Oder um eine gef├╝hlte Zustimmung? Oder ist was anderes im Gange?

Wie man h├Ârt, sind viele im Ort durchaus gewillt, sich anders zu orientieren. Heddesheim ist l├Ąngst kein „1a“-Standort f├╝r „Familienfreundlichkeit“ mehr. Sondern auf dem Weg zum Industriestandort. Pfenningheim. Auf der „Gass“ wird schon ├╝bers „Gesocks“ geredet, das bald kommen soll.

Vielleicht rechnen viele, die sich nicht „f├╝r den Ort einsetzen“ wollen, im Trockenen aus, wann sie den Exit vollziehen sollten, um ihr „Kapital“ zu retten. Ganz sicher will es sich niemand mit B├╝rgermeister Kessler „Ja, ich bin die Gemeinde“ ohne Not verscherzen, weil der klar gemacht hat, was gilt.

Paragraphen-Kessel.

Paragraphen, Paragraphen und nochmals Paragraphen. Herr Kessler ist entschlossen, „Pfenning“ streng nach Vorschrift „durchzuziehen“. Gef├╝hle, ├âÔÇ×ngste, Sorgen spielen f├╝r diesen beharrlichen B├╝rokraten l├Ąngst keine Rolle mehr. Auch kein Bem├╝hen um Verbindlichkeit. Er re(a)giert nach Vorschrift.

Das tun andere auch. In Stuttgart Herr Mappus, in Berlin Frau Merkel.

Wenn man sich die laschen Besucherzahlen von CDU-Veranstaltungen in Hirschberg und Heddesheim anschaut und diese mit der „Demo“ in Heddesheim vergleicht, haben die „Gr├╝nen“ absolutes „Oberwasser.“

Ein Peter Hauk, CDU-Fraktionsvorsitzender im baden-w├╝rttembergischem Landtag, „zieht“ gerade mal 28 ├╝berwiegend sehr alte M├Ąnner ins Hirschberger Rathaus. Ein „Staatsminister“ Georg Wacker gerade mal 23, ├╝berwiegend grauhaarige Menschen ins „Ger├Ątehaus“ der Feuerwehr Heddesheim.

Die Gr├╝nen dagegen fast 100 Leute auf die Stra├če, in den str├Âmenden Regen. Die Umfragewerte sind f├╝r die Gr├╝nen „gigantisch“, trotzdem findet die n├╝chterne Wahl im M├Ąrz 2011 statt. Dann werden „Stimmungen“ gegen Stimmen ausgez├Ąhlt.

Der Wahlkampf ist voll im Gange.

Soviel steht fest: Der Wahlkampf ist im vollen Gange. Und vermutlich werden die Gr├╝nen in Heddesheim punkten. Bislang nicht auf der Stra├če, aber sicher in der Wahlkabine.

In Heddesheim wird 2014 zum n├Ąchsten Mal kommunal gew├Ąhlt und auch ein neuer B├╝rgermeister. Der Name Michael Kessler wird schon lange nicht mehr favorisiert, sondern nur noch die Frage, „welcher Kandidat sonst?“.

Bis dahin ist es noch eine lange Zeit, die ein b├╝rgerferner Michael Kessler mit der Legitimation der Paragraphen nutzen wird, um sich seinen Zweitnamen zu sichern: Beton-Kessler. Das ist ihm nicht vorzuwerfen, sondern der Lauf der Geschichte.

Denn S├Âhne haben oft das gegenteilige Schicksal ihrer V├Ąter eingenommen – zumal, wenn beide als „stur“ gelten durften. War Fritz Kessler ein B├╝rgermeister der Emotionen, ist sein Sohn Michael einer der K├Ąlte. Seine Handschrift, sei es Seniorenheim oder Dorfplatz oder Rathaussanierung ist eindeutig.

Die Frage, „Quo vadis, Heddesheim“, h├Ąngt aber nicht nur von einem Beton-Kopf, wie Herr Kessler einer ist, ab.

Sondern auch davon, was die B├╝rgerInnen wollen.

Zur Zeit stehen alle Zeichen auf Betonk├Âpfe gegen B├╝rgerInnnen. Ganz n├╝chternd betrachtet.

Das n├╝tzt den Gr├╝nen. Im Land. In Stuttgart. Auch in Heddesheim?

JKS soll „Zweigstelle“ der Werkrealschule Hirschberg werden

Guten Tag!

Heddesheim, 11. Dezember 2009. In einer gemeinsamen Pressemitteilung begr├╝nden die B├╝rgermeister der Gemeinden Heddesheim und Hirschberg einen Antrag auf eine gemeinsame Werkrealschule. B├╝rgermeister Kessler favorisiert Hirschberg als Hauptstelle.

Die Gemeinden beantragen, dass in der neuen gemeinsamen Werkrealschule die Klassen 5 bis 9 je einz├╝gig und die Klasse 10 j├Ąhrlich alternierend unterrichtet werden. Dies sei nach Meinung der B├╝rgermeister Manuel Just (Hirschberg) und Michael Kessler (Heddesheim) das „beste, ortsnahe Konzept f├╝r die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler“. Die B├╝rgermeister begr├╝nden den Antrag durch „die schon vorhandene intensive Kooperation und die r├Ąumliche N├Ąhe der Schulen“.

Der „Grundgedanke“ der Kooperation zwischen Heddesheim und Hirschberg sei „eine Partnerschaft auf Augenh├Âhe“.

Tats├Ąchlich wird eine der Schulen Hauptstelle und die andere Zweigstelle werden. Dazu informieren die B├╝rgermeister:

„F├╝r Hirschberg als Hauptstelle spricht die zentrale Lage an der Bergstra├če mit mehreren Nachbargemeinden. Dadurch besteht die M├Âglichkeit, dass die neue Schule f├╝r weitere Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler von der Bergstra├če und dem vorderen Odenwald attraktiv wird und ein h├Âheres Einzugsgebiet haben kann. Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler aus Bergstra├čengemeinden haben nach Hirschberg durch die OEG-Anbindung sehr gute ├ľPNV-Verbindungen. Im Sinne einer langfristigen Sicherung der notwendigen Sch├╝lerzahlen sind dies wichtige Argumente, die f├╝r Hirschberg sprechen.“

Weiter hei├čt es in der Pressemitteilung:
„Heddesheim hat ebenfalls gute Argumente, den Sitz der Schulleitung f├╝r sich zu reklamieren. So hat Heddesheim h├Âhere Einwohner- und Hauptsch├╝lerzahlen und eine gleichwertige r├Ąumliche Ausstattung der Schule. Das Schulgeb├Ąude wurde zudem umfassend saniert – zuletzt mit der Sanierung des Schulhausdaches.“

Die B├╝rgermeister betonen einen „Geist der partnerschaftlichen Zusammenarbeit“. Unter „Ber├╝cksichtigung einer langfristigen Strategie zur St├Ąrkung der notwendigen Sch├╝lerzahlen“. Ihr Vorschlag: Der Sitz der Schulleitung wird in Hirschberg angesiedelt. Ein „zu bildender Schulverband“ solle den Sitz und Vorsitz in Heddesheim haben.

Dieser Schulverband verwalte „unter anderem die Finanzen und Sachmittel der Schule“. Au├čerdem solle geregelt werden, dass „das Heddesheimer Schulgeb├Ąude gezielt auch f├╝r schulorganisatorische Veranstaltungen, beispielsweise Lehrerkonferenzen, Elternabende und so weiter genutzt“ werde.

Der Gemeinderat in Heddesheim werde dieses Thema in seiner Sitzung am 17. Dezember behandeln.