Donnerstag, 21. September 2017

Mediennutzung und Medienkompetenz bei Jugendlichen

Internet ist Leitmedium bei Jugendlichen

Stuttgart/Rhein-Neckar, 20. Juni 2014. (red/ld) Kommunikations- und Unterhaltungsmedium, Informationsquelle oder Statussymbol: Das Internet ist f├╝r Jugendliche das Medium Nummer eins und liegt damit noch vor dem Fernsehen und dem Radio. Weniger nutzen dagegen Printmedien wie Zeitung oder B├╝cher. Das ist das Ergebnis einer Studie des medienp├Ądagogischen Forschungsverbunds S├╝dwest. [Weiterlesen…]

Gl├Ąserner Gemeinderat: Gr├╝ne in der Klemme

Heddesheim/Viernheim/Rhein-Neckar, 19. Juli 2011. (red) Statt ihre institutionellen M├Âglichkeiten zu nutzen, schreiben Gr├╝ne Gemeinder├Ąte Leserbriefe an den Mannheimer Morgen. An die Zeitung, die die Pfenning-Ansiedlung durch unkritische und l├╝ckenhafte Berichterstattung mit bef├Ârdert hat. Muss man das verstehen?

Von Hardy Prothmann

Um das Verhalten der Heddesheimer Gr├╝nen richtig einzuordnen, muss man sie genau betrachten. Es sind keine „Revoluzzer“, keine Spontis, keine „Systemver├Ąnderer“. Die Heddesheimer Gr├╝nen sind im Kern eher konservativ und traditionell eingestellt.

Dazu geh├Ârt, dass man sich eigentlich nach einer „guten Stimmung“ im Gemeinderat sehnt, seine Duz-Freundschaften pflegen kann und sich nicht zu sehr in eine exponierte Lage bringt.

„Trotz Bauchschmerzen“

Vor der Kommunalwahl 2009 haben die Gr├╝nen „trotz Bauchschmerzen“ der Pfenning-Ansiedlung zugestimmt. Sie haben ihre M├Âglichkeiten nicht genutzt, sondern sich ├╝berrumpeln lassen. Vom Arbeitsplatzargument, der Gewerbesteuer und der „Schiene“ als vermeintlich „gr├╝ner Industrieansiedlung“.

In allerletzter Sekunde haben sie damals einen Turn-Around geschafft und damit drei Sitze mehr im Gemeinderat gewonnen. Die Ãœberraschung aus 2009 wiederholte sich 2011 bei der Landtagswahl. Im Land regiert mit einem Male Grün-Rot.

Auch in Heddesheim w├Ąre das „vorstellbar“, wenn die SPD mit den Gr├╝nen gemeinsame Sache machen w├╝rde. Inklusive meiner Stimme k├Ânnte es hier eine Mehrheit von 12 Stimmen geben. Wie gesagt: „k├Ânnte“ – die systematische N├Ąhe der meisten SPD-Gemeinder├Ąte zum B├╝rgermeister verhindert das. Teils wegen „Freundschaften“, teils wegen verwandtschaftlicher Verh├Ąltnisse, so ist die Ehefrau des SPD-Sprechers J├╝rgen Merx die Sekret├Ąrin des B├╝rgermeisters. Wer will da einen „kontroversen Kurs“ erwarten?

Die SPD richtet sich lieber als Anh├Ąngsel von CDU, FDP und B├╝rgermeister ein.

Und die Gr├╝nen f├╝hlen sich nicht wirklich wohl in ihrer Rolle – sie k├Ânnen mit Sicherheit davon ausgehen, dass alle ihre Antr├Ąge lange kein positives Geh├Âr finden werden, denn der Stachel der Wahlniederlage bei den drei anderen Parteien sitzt und dass die Gr├╝nen mit dem Prothmann oft einer Meinung waren, disqualifiziert die Gr├╝nen in den Augen der anderen zus├Ątzlich.

Gr├╝nes Dilemma

Die Leserbriefe von G├╝nther Heinisch und Kurt Klemm belegen dieses Dilemma sehr deutlich: Man ruht sich darauf aus, dass es ist, wie es ist und „hat keine Probleme mit dem Stillstand“, so Heinisch.

Herr Klemm m├Âchte erst „die ganze Wahrheit auf den Tisch“ und stellt sich vor, dass „der Gemeinderat jetzt alles tun sollte, um Schaden von der Gemeinde abzuwehren“.

Quelle: MM

Das eine ist eine Wegschau-Haltung, das andere eine Utopie. Herr Heinisch richtet sich wohlig darin ein, dass angeblich „nichts“ passiert, Herr Klemm hofft darauf, dass sich „der“ Gemeinderat damit befasst.

Wegschauen und utopische Vorstellungen haben aber mit den Gr├╝nen zusammen „Pfenning“ erst in Gang gesetzt.

Glauben die Gr├╝nen tats├Ąchlich, dass sich „der“ Gemeinderat um weitere Details der „Pfenning“-Entwicklung k├╝mmern wird? Wie „gr├╝n├Ąugig“ kann man eigentlich sein?

Pfenning geht weiter – keine Sorge

Tats├Ąchlich wird „Pfenning“ – wer auch immer das ist – seinen Plan fortsetzen. Und je l├Ąnger „der“ Gemeinderat dies zul├Ą├čt, je l├Ąnger der Gemeinderat nichts unternimmt, umso h├Ąrter und unver├Ąnderbarer werden die Fakten geschaffen werden. Haben die Gr├╝nen denn gar nichts gelernt?

Was soll man den Betonk├Âpfen bei CDU, SPD und FDP vorwerfen, was nicht schon bekannt ist? Hier sind keine Initiativen zu erwarten, schon gar keine Kontrolle oder f├╝r das Unternehmen „unangenehme Fragen“. Man wird weiter alles abnicken – angeblich zum Vorteil der Gemeinde.

Wenn die Gr├╝nen nichts unternehmen und ihre institutionellen M├Âglichkeiten nicht nutzen, muss ihre bisherige Haltung absolut in Frage gestellt werden. Eine „Sondersitzung“ des Gemeinderats ist da noch ein vergleichsweise mildes Mittel.

Wenn sie nichts unternehmen, haben sie ein bisschen „Opposition“ gespielt und sind nach kurzer Zeit eingebrochen – denn die Sehnsucht nach „Friede und Anerkennung im kommunalen Sandkasten“ scheint gr├Â├čer als der Wille, sich nicht schon wieder ├╝ber den Tisch ziehen zu lassen.

Tats├Ąchlich kann man davon ausgehen, dass das so ist. Die Gr├╝nen werden mit gro├čer Sicherheit „kein Fass“ aufmachen, sondern sich entgegen aller „Parteipolitik“ ohne B├╝rgerbeteiligung und Transparenz in nicht-├Âffentlichen Sitzungen und Hintergrund-Gespr├Ąchen nicht mehr aus der Deckung wagen. In der stillen Hoffnung, dass „Pfenning“ sich verhoben hat und sich das „Problem“ von selbst erledigt.

Die Gr├╝nen sind verantwortlich f├╝r jede ihrer Unterlassungen.

Sollte dem nicht so sein, muss man sie voll verantwortlich f├╝r jede aktive Unterlassung machen.

Zur Erinnerung: „Pfenning“ – was auch immer das ist – ist ein „Mega-Projekt“. Die Fragen zu Arbeitspl├Ątzen, Gewerbesteuer, Verkehr, Gefahrstoffen sind neu aufgeworfen worden. Die Devise, „Wir warten jetzt mal ab“, ist eine passive Haltung, eine, die dem Ort bis heute nur negative Folgen beschert hat. Durch teure Gutachten, Anwaltskosten, IFOK-Blabla und so weiter bis hin zur Spaltung der Ortsgemeinschaft. Man kann da gerne auf den B├╝rgermeister zeigen oder andere – damit zielt man auf die richtigen, aber die Gr├╝nen sind mit in diesem Boot, wenn sie es unterlassen zu handeln.

Und man darf gespannt sein, wie B├╝rgermeister Kessler und seine Vassallen den Gr├╝nen den nicht vorhandenen Schneid abkaufen. Vermutlich werden Herr Doll, Herr Merx und Herr Hasselbring wie ├╝blich vorbereitete Fragen stellen, die dann ebenso vorbereitet beantwortet werden und unter bed├Ąchtigem, „verantwortungsvollem“ Nicken zur Kenntnis genommen werden. Die Botschaft ist auch schon klar: „Eigentlich alles ganz positiv.“

Dann f├╝hrt Herr Heinisch das Wort und mahnt an, Herr Schuhmann gibt zu bedenken, vielleicht gibt es noch die eine oder andere Wort├Ąu├čerung und das wars dann. Derweil plant „Pfenning“ – was auch immer das ist – weiter und macht, was es will.

Die Gr├╝nen halten den Ball flach, weil sie das Gef├╝hl haben, sie k├Ânnen nichts mehr tun. Denn sie sind in der Klemme – wenn sie etwas tun, bedeutet das harte Arbeit und viel ├âÔÇ×rger. Dabei h├Ątten sie so gerne Frieden und Anerkennung.

Die Gr├╝nen m├╝ssen sich entscheiden – 2014 entscheiden die W├Ąhler erneut und angesichts der Gr├Â├če des „Themas“ wird man sich genau erinnern, welche „Haltung“ die Gr├╝nen vertreten und welchen „Einsatz“ sie gebracht haben. Mal ganz abgesehen vom „Nachwuchsproblem“ – denn auf breiter Front ist nicht erkennbar, wie die Gr├╝nen wieder sechs oder mehr geeignete Kandidaten f├╝r die Wahl aufstellen k├Ânnen.

Aus dieser Klemme kommen sie nicht heraus. Leider muss man vermuten, dass sie sich einklemmen lassen und bewegungsunf├Ąhig werden – zu gro├č ist die Sehnsucht nach Friede, Freude, Eierkuchen. Und wenn sie wieder nur drittgr├Â├čte Kraft sind, m├╝ssen sie auch nicht mehr ganz so verantwortlich sein.

Auch das ist eine Zukunftsperspektive.

P.S.
Lieber Kurt Klemm – Sie schreiben in Ihrem Leserbrief, dass es „nach dem Bericht des MM keine Arbeitspl├Ątze“ in Heddesheim g├Ąbe. Ich m├Âchte Sie gerne darauf hinweisen, dass alle Folgen der „Nicht-Konzentration“ im MM-Artikel nicht beschrieben worden sind, sondern Sie diese wahrscheinlich hier nachgelesen haben. Wenn Sie schon „Quellen“ zitieren, dann bitte richtig.

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist verantwortlich f├╝r dieses redaktionelle Angebot und seit 2009 partei- und fraktionsfreier Gemeinderat in Heddesheim. Er hat sich umfassend mit dem Projekt auseinandergesetzt und nach sorgf├Ąltiger Pr├╝fung zu Vor- und Nachteilen dieser Ansiedlung wegen erheblicher Zweifel an der Seriosit├Ąt der Aussagen von „Pfenning“ gegen das Projekt entschieden und in allen Punkten abgelehnt.

Stoppt Nordrhein-Westfalen den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag?


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Vorerst wird es keinen JMStV geben

Guten Tag!

Heddesheim, 15. Dezember 2010. (cm) Wie die Gr├╝nen sowie die SPD in Nordrhein-Westfalen heute erkl├Ąrt haben, wird der Landtag am 16. Dezember geschlossen gegen den novellierten Jugendmedienschutz-Staatsvertrag stimmen. Der Staatsvertrag ist somit erst einmal vom Tisch.

Von Christian M├╝hlbauer

Nach der heftigen Kritik am Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) in den vergangenen Wochen ist dieser nun vorerst gescheitert. Nachdem die CDU in Nordrhein-Westfalen erkl├Ąrt hatte, gegen den JMStV zu stimmen, haben sich heute auch die SPD sowie die Gr├╝nen angeschlossen.

Am 01. Januar 2003 ist die erste Version des Staatsvertrags als Gesetz in Kraft getreten. Die nun gescheiterte Novelle sollte den JMStV eigentlich fit f├╝r das Internetzeitalter machen.

Gelungen ist dies jedoch nicht. Stattdessen erntete das Gesetz scharfe Kritik. Mit Alterskennzeichnung oder Sendezeiten wollte man das Netz „jugendkonform“ gestalten. Dabei ging man davon aus, dass das Internet wie der normale Rundfunk funktioniert. Ein Trugschluss, der dadurch versch├Ąrft wurde, dass der Staatsvertrag selbst undurchsichtig formuliert war.

Einige Blogger hatten bereits angek├╝ndigt, ihre Blogs zum 01. Januar 2011 zu schlie├čen. Zu unsicher sei die Rechtslage.

Ein Beitrag des Juristen Udo Vetter versuchte die Hysterie zu lindern. Zwar sei der JMStV problematisch, doch es werde wohl nicht so schlimm kommen, wie bef├╝rchtet.

Auch wir haben mit Rechtsanwalt Udo Vetter gesprochen und das Thema in einem Artikel behandelt.

Pl├Âtzlicher Sinneswandel

Bisher traf der JMStV bei den konservativen Parteien in allen Bundesl├Ąndern auf gro├če Akzeptanz. Umso ├╝berraschender ist nun der Wandel der CDU in Nordrhein-Westfalen. Diese stellten sich – gemeinsam mit der FDP – ├╝berraschend gegen den JMStV. Nach kurzem Z├Âgern schlossen sich auch die SPD sowie die GR├â┼ôNEN an.

Nach Angaben der Parteien h├Ątten formale Gr├╝nde sowie eine mangelnde Mehrheit im Landtag zu diesem Entschluss gef├╝hrt. Aber auch inhaltliche Gr├╝nde h├Ątten ihren Beitrag dazu geleistet. Wie SPD und GR├â┼ôNE erkl├Ąrten, sei man nicht bereit „die Kohlen aus dem Feuer zu holen“, indem man doch f├╝r den JMStV stimme.

Alle Parteien des Landtags Nordrhein-Westfalen (Linke, FDP, GRÃœNE, SPD, CDU) werden bei der Abstimmung am 16. Dezember gegen den JMStV stimmen.

Medienkompetenz statt Verbote

Auch wenn der JMStV in dieser novellierten Form gescheitert ist, bedeutet dies keineswegs das Ende. Die Parteien m├╝ssen jetzt vielmehr zur├╝ck ans „Zeichenbrett“ und die Punkte umsetzen, die von Medienexperten und Netzaktivisten bem├Ąngelt wurden. Statt Pr├╝f- und Alterskennzeichnungspflichten oder dem Streben nach „Sendezeiten“ f├╝r das Internet, muss man praktische Ma├čnahmen ergreifen.

Die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen, aber auch Eltern sowie erziehendem Personal m├╝sse verst├Ąrkt werden. Wie der IT-Fachanwalt und Blogger Thomas Stadler bereits im Februar 2010 anmerkte, m├╝sse der Jugendmedienschutz insgesamt auf einen Pr├╝fstand.

Dies wird in den kommenden Monaten das Ziel der Parteien sein. Der JMStV ist somit also keinesfalls vom Tisch. Die Novellierung ist lediglich aufgeschoben.

Wieso der JMStV wegen Nordrhein-Westfalen scheitert

Das Grundgesetz erm├Âglicht es den einzelnen Bundesl├Ąndern eigene Gesetze auf Landesebene zu erlassen. Dies erm├Âglicht ihnen au├čerdem eine Zusammenarbeit ├╝ber die jeweiligen L├Ąndergrenzen hinweg. Diese Kooperationen werden h├Ąufig in sogenannten Staatsvertr├Ągen geregelt. Der Rundfunkstaatsvertrag ist ein Beispiel hierf├╝r.

Sobald die Regierung einen solchen Staatsvertrag ausgehandelt hat, m├╝ssen die jeweiligen Landesparlamente zustimmen. Nur wenn alle beteiligten Landesparlamente zustimmen, kann ein Staatsvertrag in Kraft treten. Stimmt auch nur ein beteiligtes Parlament dagegen, scheitert der Vertrag.

Gezwitscher

Guten Tag,

es gibt Nachrichten, andere Nachrichten, noch andere Nachrichten und noch viele andere Nachrichten.

Sie fragen jetzt zu Recht: H├Ą? Was jetzt?! Nachrichten sind doch Nachrichten!?

Nochmal von vorne. Aber Sie m├╝ssen Geduld haben, weil der Text etwas l├Ąnger ist…

Es geht um Medienkompetenz. Also, wie nutze ich als Mensch die Medien und was wei├č ich ├╝ber das Medium, den Mitarbeiter und seine Quellen. Und: Was interessiert mich? Alles? Der „Mantel“ (erste und letzte Seiten der Zeitung), der Sport, die Wirtschaft, das Lokale?

Viele Nachrichten beginnen eine Nachricht zu werden, wenn sie zum Beispiel durch die Presseagenturen wie deutsche presse agentur (dpa), agence france press (afp) oder auch von „richtig gro├čen“ Agenturen wie the associated press (ap) ver├Âffentlicht werden. Im Bereich der Wirtschaft sind das Bloomberg oder Dow Jones News, im Sport der sport informationsdienst (sid). In Russland ITAR Tass, sonstwo auf der Welt gibt es viele Agenturen.

Aus den Meldungen (Nachrichten) der Agenturen werden dann Nachrichten in Massenmedien, also in Zeitungen, im Radio, im Fernsehen: Viele Zeitungen ├╝bernehmen Texte der Agenturen├é┬á (schauen Sie in der Zeitung unter die Artikel… da steht dann dpa oder ap), im Radio wird manchmal auch noch gesagt, wo die Nachricht├é┬á herkommt (nach einer Information der dpa…), also die „Quelle“ genannt, seltener im Fernsehen.

Fast keine „eigenen“ Nachrichten mehr

Medienkritiker sagen, es gibt ├╝berwiegend fast nur noch Nachrichten, die nicht mehr selbst├é┬árecherchiert sind (von den Journalisten der Tageszeitung, die Sie (Sie lesen diesen Text gerade) abonniert haben), sondern auf Agenturnachrichten zur├╝ckgehen. Die „Agentur“ kann tats├Ąchlich (vor allem im lokalen und regionalen) auch ein Verein, die Polizei, ein Presseb├╝ro oder ├Ąhnliches sein.

Warum das so ist? Aus Kostengr├╝nden – auch Medien m├╝ssen sparen, zum Beispiel bei Journalisten.
Warum kritisierten die Kritiker das? Weil jede „Nachricht“, egal ob von einer Agentur oder aus einer anderen „Quelle“ von Journalisten├é┬áf├╝r das eigene Medium ├╝berpr├╝ft werden sollte, in dem sie ver├Âffentlicht werden. In der Praxis ist das kaum zu schaffen. „Man“ (die Journalisten) vertraut auf die Agenturen (die dort arbeitenden Journalisten) oder andere Quellen.

Das ist ├Ąhnlich wie im Stra├čenverkehr. Alle bedienen sich derselben Regeln. Ein Auto, das links blinkt, sollte auch links fahren, tut es das nicht und Sie vertrauen drauf, kommt es zum Unfall. Im Journalismus nennt man das „Ente“ oder auch „Falschmeldung“. Meistens fahren Autos aber links, die links blinken.
Trotzdem gilt: Sei vorsichtig!

Seri├Âs oder unseri├Âs?

Wer Medien „konsumiert“ ist ein „Medienkonsument“, er „verbraucht“ Nachrichten. In der Wissenschaft nennt man den Medienkonsumenten auch Rezipient, den Empf├Ąnger einer Nachricht also.
Medienkompetenz hat der Rezipient, wenn er sich „bewusst“ ist, dass es verschiedene Quellen gibt, seri├Âse und unseri├Âse. Und wenn er wei├č, dass er sich „normalerweise“ auf die seri├Âsen verlassen kann und unseri├Âse ignorieren soll.
Manchmal ist es aber auch umgekehrt: dann „l├╝gen“ die „vermeintlich seri├Âsen“ und die „unseri├Âsen“ enthalten die „Wahrheit“.
Und machmal ist es noch komplizierter: Der Rezipient, Konsument oder Politiker, kann oder will sich auch auf die unseri├Âsen oder sogar „falsch meldenden“ Medien verlassen und beziehen, weil diese seinen „Interessen“ dienen. So werden falsche Informationen zu „interessengesteuerten Informationen“.
Denken Sie an den Irak-Krieg und die „angeblichen Massenvernichtungswaffen“. Dar├╝ber haben fast alle westlichen Medien meist vollkommen unkritisch berichtet. Die Massenvernichtungswaffen, so hat sich sp├Ąter herausgestellt, gab es nie.
Ein anderes Wort daf├╝r ist Propaganda. Noch eins Werbung. Noch eins Wahlkampf.

Das klingt kompliziert und ist es auch. Es beschreibt aber ganz gut das Handwerk der Journalisten, die versuchen wollen, m├Âglicht „objektiv“ aus dieser „komplizierten“ Welt die “ echte (objektive) Nachricht“ herauszufiltern. Das ist ├Ąhnlich wie im Stra├čenverkehr. Der Anf├Ąnger findet es schrecklich chaotisch, der erfahrene Verkehrsteilnehmer findet sich zurecht.

Objektivit├Ąt und Vertrauen

Wie der Rezipient, der in unserer Region den „etablierten Medien“ vertraut: das sind beispielsweise der Mannheimer Morgen, die Rhein-Neckar-Zeitung, die Weinheimer Nachrichten und der SWR. Manche vertrauen auch auf SWR3, Radioregenbogen oder RPR1.
Allen gemein ist, dass sie meistens nur ihrer „Marke“ vertrauen, also dem Medium, dass sie am meisten nutzen und damit kennen: Man nennt das Lese-, H├Âr- oder Sehgewohnheit.

Damit sind wir wieder auf der „Stra├če“. Der „Benz“-Fahrer schw├Ârt auf sein Auto, der „BMW-Fahrer“ auf seins und alle anderen auf das jeweils „eigene“. Unabh├Ąngig davon, dass Toyota seit Jahren den „Benz“ in Sachen „Qualit├Ąt“ ├╝berholt hat oder klar ist, dass Umweltschutz und BMW zwei verschiedene Dinge sind. Porsche-Cayenne-Fahrer sind nicht ansprechbar, wenn es um die Frage nach dem ├Âkologischen Sinn├é┬ágeht ein solches Auto zu fahren.

Das hat mit Vorlieben zu tun oder wie sie „geschaffen“ werden.

Was ist die Quelle einer Nachricht?

Leider gibt es aber immer h├Ąufiger├é┬á„Nachrichten“, die├é┬ágar nicht von „Nachrichtenagenturen“, sondern von PR-Agenturen (Public-Relationsship-Agenturen, also Firmen, die gegen Geld diese Nachrichten f├╝r andere Firmen schreiben und so tun, als seien sie journalistische Nachrichten) kommen.
Und zwar als Text, als Ton oder als Bewegtbild, also als Zeitungsartikel, Radioreport oder Nachrichtenfilm.
Sp├Ątestens bei PR-Geschichten, die sich als „Nachricht“ verkaufen und unkritisch ├╝bernommen werden, ist mit dem objektiven, dass hei├čt einem Quellen ├╝berpr├╝fenden Journalismus Schluss (egal ob Nachrichtenagentur, Geschw├Ątz auf der Stra├če oder sonstige Quelle).

Leider finden diese Nachrichten ihren Weg in das „Medium“, welches auch immer. Aus Kostengr├╝nden, Faulheit der Journalisten oder weil man eben nicht nachfragen will, sei es aus gesch├Ąftlichen oder ideologischen Gr├╝nden.

Ebenso m├Ąngelbehaftet sind oft Nachrichten, die „offiziellen“ Quellen vertrauen, also wenn die Quellen „├âÔÇ×mter“ sind (das muss doch Brief und Siegel haben!) oder „Studien“ sind (das haben doch Wissenschaftler erarbeitet!).
Ist das so? Kann der Rezipient, also Sie oder ich, darauf vertrauen, dass die Wissenschaftler oder ├âÔÇ×mter sich nicht irren oder nicht „spezielle Interessen“ verfolgen? Guter Journalismus ├╝berpr├╝ft das.

Vertrauen ist wichtig im Leben. Man muss sich verlassen k├Ânnen. Blindes Vertrauen ist aber nichts wert. Dann ist man „verlassen“ – von allen „guten Geistern“.

Die wichtigste journalistische Regel hei├čt: Traue keinem! Alle k├Ânnen l├╝gen oder sich auch nur irren oder einen schlechten Tag gehabt haben. Das gilt auch f├╝r den einzelnen Journalisten selbst, das Medium, die Agentur, die die Nachricht verfasst haben.

Manchmal ├╝bernehmen „die Massenmedien“ (gemeint ist damit meistens immer noch Zeitung, Radio, Fernsehen, bei anderen auch schon „das Internet“) diese Nachrichten und nutzen sie als Grundlage, um „vor Ort“ selbst nachzurecherchieren, was dran ist, an „der Nachricht“. Das sind dann „eigene Nachrichten“.

Soziale Netzwerke schaffen Nachrichten

Diese „eigene Geschichten“ sind Nachrichten, die nicht nur ein paar Zeilen lang sind, sondern eine „Geschichte“, also einen Zusammenhang darstellen und von einem Journalisten recherchiert wurden (er hat die Quelle ├╝berpr├╝ft und andere herangezogen).

Im Internet gibt es aber auch neue Erscheinungen, ├╝ber die sich „Nachrichten“ verbreiten: sogenannte „soziale Netzwerke„. Hier wird „gechattet“ (per Tastur geplaudert) oder in „Foren“ diskutiert.
Nat├╝rlich gibt es auch email oder in der Telekommunikation sms. All das sind „Nachrichtenkan├Ąle“, sie dienen dem Austausch von Informationen. Immer ├Âfter kommen aus diesen sehr unzuverl├Ąssigen Quellen Nachrichten, die es in die „etablierten“ (also bekannten) Medien schaffen.

Ein relativ neuer Kanal ist Twitter (Gezwitscher): Hier wird eine Art email als eine Art sms ausgetauscht, kurze Nachrichten, um auf eine neue Nachricht oder Nachrichtenquelle hinzuweisen, man „twittert“ oder „zwitschert“ sich was zu.

Auch zu Pfenning wird „getwittert“

Auch zum Thema „Pfenning“, findet sich jetzt ein „Twitterkanal“: hier
Der verweist auch auf das heddesheimblog oder auf youtube, wo es mittlerweile mehrere Videos zum Thema Pfenning in Heddesheim gibt (suche nach pfenning + heddesheim). Diese Videos sind eindeutig propagandistisch angelegt. Sie wollen nicht objektiv informieren, sondern emotional wirken.

Wie solche „Nachrichten“ einzusch├Ątzen sind, ob man sie glauben will oder ihnen kritisch gegen├╝ber steht, h├Ąngt von dem einzelnen Rezipienten und seiner Medienkompetenz selbst ab.

Deswegen gilt: Kritisch sein, hat noch nie geschadet.

Das heddesheimblog