Freitag, 10. April 2020

Holger Behrendt ist neuer Polizeirevierleiter in Weinheim

„Mathaisemarkt und Kerwe jedes Jahr unterschiedlich“

Polizeioberrat Holger Behrendt ist neuer Leiter des Polizeireviers Weinheim.

Polizeioberrat Holger Behrendt ist neuer Leiter des Polizeireviers Weinheim.

 

Weinheim, 15. Januar 2014. (red) Holger Behrendt ist der neue Leiter des Polizeireviers Weinheim. Sein ZustĂ€ndigkeitsbereich erstreckt sich ĂŒber fĂŒnf Kommunen von Schriesheim bis nach Laudenbach. Gleich nach dem Abitur hat der heute 43-JĂ€hrige bei der Polizei angefangen. Nach Weinheim wollte er schon immer. Jetzt hat es geklappt. Wie er polizeiliche Herausforderungen sicher gestalten will, lesen Sie in unserem Interview. [Weiterlesen…]

Schriesheim lÀdt ein zum 434. Mathaisemarkt

Weinheim / Schriesheim, 28. Februar 2013. (red/sw) Morgen ist es soweit: In Schriesheim startet der 434. Mathaisemarkt. Vom 01. bis 05. MÀrz sowie vom 08. bis 10. MÀrz lockt ein vollgepackter Programmplan. Alle Informationen  sowie weitere aktuelle Berichte zum Markt finden Sie bei uns auf dem Schriesheimblog.

Prozessauftakt gegen Heddesheimer Messerstecher

Ins Messer gelaufen?

Mannheim/Schriesheim/Heddesheim, 14. April 2012. (red) Am Mittwoch hat der Prozess gegen einen 19-jĂ€hrigen Heddesheimer vor dem Landgericht Mannheim begonnen. Der junge Mann soll am 04. September einem 23-jĂ€hrigen Mann wĂ€hrend des Schriesheimer Straßenfestes mit einem Messer in den Bauch gestochen haben. Das Gericht sieht sich mit unterschiedlichen Versionen des Tathergangs konfrontiert. Die Staatsanwaltschaft sieht einen „bedingten Tötungsvorsatz“. 30 Zeugen werden an fĂŒnf Verhandlungstagen vernommen.

Wie kam es in der Nacht vom 04. September 2011 zum Stich in den Bauch des damals 22-jĂ€hrigen Schriesheimers? FĂŒnf Zentimeter tief drang die Klinge in den Bauch ein, verletzte die Leber. Beide, Opfer wie TĂ€ter, stellen sich als unbeteiligt an einer MassenschlĂ€gerei dar.

Im Polizeibericht stand damals: „Nach den bisherigen Ermittlungen der Kriminalpolizei Heidelberg kam es gegen 0:40 Uhr auf dem Schriesheimer Straßenfest unter einer Gruppe von 20 bis 30 Personen zunĂ€chst zu verbalen Streitereien, die sich zu körperlichen Auseinandersetzungen steigerte. Hierbei stach der 18-jĂ€hrige Beschuldigte mit einem Taschenmesser dem 22-jĂ€hrigen GeschĂ€digten in den Bauch, woraufhin dieser zu Boden sank. Der TĂ€ter flĂŒchtete anschließend.“

Patrick N. (geboren 1993) sitzt seitdem in Untersuchungshaft und hat die Tat zugegeben – es ist also unstrittig, dass sein Messer im Bauch des Opfers steckte. Die Tatwaffe allerdings fehlt. Das Messer habe er nach der Tat in den Heddesheimer Badesee geworfen, nachdem er bemerkt habe, dass Blut daran klebte. An den Stich selbst will er sich nicht erinnern.

Angeblich habe er in der Tatnacht an einem Stock geschnitzt und deshalb das Messer in der Hand gehabt. Dann sei es zu Provokationen gekommen, man habe mit dem Finger auf ihn gezeigt, er wollte wissen, was das solle und das Opfer habe sich auf ihn gestĂŒrzt, sei ihm „ins Messer gelaufen“. Das Opfer erinnert sich anders: NĂ€mlich dass der TĂ€ter mit anderen auf ihn losgegangen sei, er wurde geschlagen und als er am Boden lag, getreten. Nach dem Stich war er zusammengebrochen und musste notoperiert werden. Die Staatsanwaltschaft sieht einen „bedingten Tötungsvorsatz“.

Die 7. Strafkammer (Große Jugendkammer) wird 30 Zeugen an fĂŒnf Verhandlungstage zu der Tat befragen. Ob sich alle erinnern werden können? Klar ist: Drogen, Alkohol und Aggressionen waren an diesem bösen „Spiel“ junger MĂ€nner beteiligt. Vermutlich auch Frust und Stumpfsinn – der TĂ€ter war arbeitslos, lebte in den Tag hinein, hatte keine Aufgaben, Ziele, Verpflichtungen. DafĂŒr aber Geld fĂŒr Alkohol und Drogen und nachts ein Messer in der Hand.

Die Strategie des Verteidigers Dr. Ulrich Neumann ist klar: Man will eine Verkettung unglĂŒcklicher UmstĂ€nde herstellen, den Stich als „Unfall“ deklarieren, man wird den Einfluss von Drogen und Alkohol ins Spiel bringen, eine verminderte SchuldfĂ€higkeit daraus ableiten.

Sollte sich das strafmildernd auswirken, ist die Botschaft fĂŒr andere SĂ€ufer, SchlĂ€ger, Messerstecher klar: Da kann schon mal ein Messer „aus Versehen“ fĂŒnf Zentimeter tief in den Bauch eines Menschen eindringen und diesen lebensgefĂ€hrlich verletzen – wenn man blau und berauscht genug ist, muss man keine harte Strafe fĂŒrchten.

7 KLs 703 Js 23130/11

Fortsetzungstermine: 12., 18., 25. April und 09. Mai 2012, jeweils 09.00 Uhr

Pressemeldung des Landgerichts Mannheim:

„Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, er habe am 04.09.2011 kurz nach Mitternacht wĂ€hrend der Schriesheimer Kerwe im Rahmen einer Auseinandersetzung von zwei verfeindeten Gruppen junger MĂ€nner dem NebenklĂ€ger mit einem Messer einen Stich in den Bauch versetzt und zudem mit weiteren Personen auf den am Boden liegenden NebenklĂ€ger eingetreten. Der Angeklagte, der nicht in Notwehr gehandelt haben soll, soll bei dem Stich mit dem Messer mit bedingtem Tötungsvorsatz gehandelt haben.
Der NebenklĂ€ger habe eine stark blutende Verletzung der Leber erlitten, weshalb er operiert und bis zum 07.09.2011 stationĂ€r in einem Krankenhaus aufgenommen werden musste. Des weiteren habe er Prellungen und SchĂŒrfungen davongetragen.
Der Angeklagte befindet sich in Untersuchungshaft.“

Schriesheim: Mathaisemarkt startet heute

Alles OK!

Bis zu 40 Meter in die Höhe

Schriesheim 02. MĂ€rz 2012. (red/cr) Die Vorbereitungen des Mathaisemarkts sind beinahe abgeschlossen. Am Vormittag liefern zahlreiche LKW Kisten voll mit BrathĂ€hnchen zum Festzelt, bei den Karussells und Imbisbuden werden die Fassaden poliert und defekte GlĂŒhbirnen ausgetauscht. Alles soll sich fĂŒr die Eröffnung des Marktes um 18:00 Uhr in vollem Glanz zeigen.

Ohne SicherheitsprĂŒfung lĂ€uft nichts

Mit geschultem Blick prĂŒft Wolfgang Serr, Bauingenieur beim Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis, die FahrgeschĂ€fte des Mathaisemarkts. Ein kleiner Tritt mit dem Fuß prĂŒft, ob die Unterpallung (die Holzunterkonstruktion) sicher steht. Dann rĂŒttelt er an dem einen oder anderen GelĂ€nder.

Wolfgang Serr bestĂ€tigt Patrick Blum den ordnungsgemĂ€ĂŸen Aufbau der Circus World

Ist alles soweit sicher, lĂ€ĂŸt er sich die PrĂŒfbĂŒcher zeigen. Ähnlich einer Fahrzeugkontrollle der Polizei, kann er aus diesen BĂŒchern ersehen, ob beispielsweise der Betreiber ĂŒberhaupt berechtigt ist, das FahrgeschĂ€ft zu betreiben oder ob und wann es das letzte Mal durch den TĂŒV abgenommen wurde.

„Fliegende Bauten“

Fliegende Bauten, so werden nach dem Deutschen Instituts fĂŒr Normung (DIN 4112) bauliche Anlagen genannt, die geeignet und bestimmt sind, wiederholt aufgestellt und abgebaut zu werden. Die 50 Buden und FahrgeschĂ€fte auf dem Mathaisemarkt sind solche Bauten.

Karussells und FahrgeschĂ€fte mĂŒssen mindestens alle zwei Jahre durch den TÜV technisch abgenommen werden. Manche sogar jedes Jahr. Die ÜberprĂŒfung durch das Landratsamt erfolgt nach jedem Aufbau, damit Personen befördert werden dĂŒrfen.

Viele Betreiber der FahrgeschĂ€fte sind schon von Kindesbeinen an im GeschĂ€ft. So auch David Pandel. Seit achzehn Jahren ist er selbststĂ€ndig. Das technische Know-How wird einem aber nicht in die Wiege gelegt. Der TÜV bietet fĂŒr Schausteller das „Modul 2“ an, eine spezielle Ausbildung fĂŒr den fliegenden Bau. Zur Sicherheit der FahrgĂ€ste warnen Hinweistafeln vor der Mitfahrt.

Hier ist klar, wer mit darf!

Auch beim Bau der FahrgeschĂ€fte kann auf Sicherheit geachtet werden. Fast alles bei einem FahrgeschĂ€ft sind Sonderanfertigungen. So achtete Achim Zarnikau vom Karussell „Die Montgolfiere“ vor allem auf ein EdelstahlgelĂ€nder, um Rost zu vermeiden.

FĂŒr Herrn Decker vom Riesenrad „Jupiter“ ist die Sicherheit auch eine Frage der Verantwortung gegenĂŒber dem Kunden. Auch wenn es ab und zu schnell gehen muss. Manchmal muss in nur einem Tag aufgebaut werden. Ebenso schnell muss es wieder zerlegt werden können. Trotzdem stehen die Sicherheitsstandarts an erster Stelle.

Mit dem Riesenrad die Aussicht genießen

Herr Serr weiß genau, was er zu prĂŒfen hat. Seit zwanzig Jahren macht er das schon, hat Fortbildungen besucht und die nötige Menschenkenntnis entwickelt, „um ein schlechtes Gewissen zu erkennen“, wie er sagt. Heute muss er sich aber keine Sorgen machen. Nach der HĂ€lfte der Begutachtungen zieht er erste Bilanz:

Bisher waren alle FahrgeschĂ€fte in einem guten Zustand. Auch die PrĂŒfbĂŒcher waren einwandfrei.

Doch in all der PrĂŒfungsroutine gibt es auch fĂŒr ihn manchmal Neues zu entdecken. So hat auch Wolfgang Serr ein zweistöckiges FahrgeschĂ€ft wie das „KĂ€pt’n Reika“ noch nicht gesehen. Stolz fĂŒhrt Betreiber Wilhelm Henn durch alle Ebenen. WĂ€hrend im Erdgeschoss ein Kinderkarussell lockt, bietet die erste Etage in einem Erlebnisrundgang die Möglichkeit etwas zu rĂ€tseln. Herr Henn erklĂ€rt:

Es ist mir sehr wichtig, den Kindern auch pÀdagogisch wertvolle Inhalte zu vermitteln.

Mit RĂ€tselfragen zum Piratenschatz

FahrgeschĂ€ftsbetreiber wie die hier genannten machen Herrn Serr die Arbeit leicht. Aber auch auf die UnterstĂŒtzung des Platzmeisters kann er sich verlassen.

Der alte Haas ist zurĂŒck

Platzmeister Fritz Haas ist zurĂŒck. Nach einem mehrtĂ€gigen Krankenhausaufenthalt wurde er rechtzeitig entlassen, um bei der Abnahme der FahrgeschĂ€fte durch das Landratsamt Rhein-Neckar dabei zu sein. Herr Haas ist mit seinen 70 Jahren noch immer Herr auf dem Platz, der Chef.

SouverĂ€n bereitet er die einzelnen Betreiber auf die Kontrolle vor Anlagen vor und vermittelt, wenn es zu Problemen gibt. Hierbei genießt er sowohl das Vertrauen der Schausteller, als auch der Behörden, die ihn zur KlĂ€rung des ein oder anderen Problems hinzuziehen.

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