Mittwoch, 18. September 2019

Teile und herrsche

Leserbrief: Rainer Neutard

Die Vorgehensweise der Gemeinde ist durchsichtig. Sie entbehrt nicht einer taktischen Raffinesse, bei der die B├╝rgern├Ąhe vom Streben nach Machtaus├╝bung und Machterhalt ├╝berlagert wird.

– Anf├Ąnglich h├Ąlt man sich bedeckt , operiert im Geheimen und nutzt Argumente die sich als wenig├é┬ástichhaltig erweisen.

– Man weigert sich die Bedenken der B├╝rgerinitiative zur Kenntnis zu nehmen und verschlie├čt sich├é┬áeinem Dialog.

– Nach den durchschlagenden Erfolgen der B├╝rgerinitiative schaltet man die IFOK als├é┬áBeschwichtigungsinstrument ein. Welch‘ ein Armutszeugnis f├╝r eine b├╝rgernahe Verwaltung!

– Der direkten Aussprache geht man weiter aus dem Weg.

– Vielmehr wird die B├╝rgerinitiative aufgefordert in einen (von einem fremden Dritten moderierten)├é┬áallgemeinen Willensbildungsprozess einzutreten.

– Anschlie├čend wird die B├╝rgerinitiative gezielt diskreditiert, in dem man ihr vorwirft sich dem├é┬áDialog zu verweigern.

Dies alles nach dem Motto: „Teile und herrsche“, gem├Ą├č den Regieanweisungen frei nach Machiavelli.

Der von den Kirchen angesprochene offene Dialog h├Ątte vom ersten Tag an praktiziert werden m├╝ssen.

Wie kann sich ein B├╝rgermeister, der sich f├╝r kaum ein Vereinsfest nicht zu schade ist, dem Gespr├Ąch mit der erfolgreichen B├╝rgerinitiative verschlie├čen? Ist sein Motiv Angst oder Unsicherheit?

Wer von seinem Handeln ├╝berzeugt ist, sollte dies zu jeder Zeit gegen├╝ber Jedermann auch vertreten k├Ânnen.

Die Verhaltensweise der B├╝rgerinitiative ist sehr gut nachvollziehbar. Es waren nicht die Vereine, nicht die Pfarrer, nicht die Kirchen und schon gar nicht die Gemeinderatsfraktionen, es war alleine die B├╝rgerinitiative die das Projekt „Sonderwirtschaftszone Pfenning“ thematisiert und in das Problembewusstsein der Menschen ger├╝ckt hat.

Die erdrutschartigen Ver├Ąnderungen bei der Gemeinderatswahl resultieren nicht aus den Initiativen irgendwelcher amorpher Kreise, sondern sind allein Ergebnis der B├╝rgerinitiative.

Die B├╝rgerinitiative hat daher ein Recht auf einen origin├Ąren Dialog!

Sie tut gut daran, sich nicht in einem allgemeinen Palaver verw├Ąssern zu lassen. Auch diese Erkenntnis ist „frei nach Machiavelli“.

Ãœbrigens: Die irreführend suggestive (volksverdummende) Formulierung der Bürgerbefragung macht deutlich, wie gering die Dialogbereitschaft wirklich ist.

Anmerkung der Redaktion:
Leserbriefe sind private Meinungs├Ąu├čerungen und geben nicht unbedingt die Ansicht der Redaktion wieder.