Freitag, 22. September 2017

Servus und gria├č De, Christopher!

Christopher Horn, Volont├Ąr der TegenerseerStimme.de, ist f├╝r f├╝r Wochen Gast in unserer Redaktion.

Christopher Horn, Volont├Ąr der TegenerseerStimme.de, ist f├╝r f├╝r Wochen Gast in unserer Redaktion.

Rhein-Neckar, 05. August 2013. (red) Seit heute begr├╝├čen wir einen waschechten Bayer bei uns in der Kurpfalz. Christoper Horn kommt von der TegernseerStimme, unserem Partnerblog vom sch├Ânen oberbayerischen Tegernsee. Im Rahmen der Nachwuchsausbildung haben unsere Redaktionen einen Volont├Ąrstausch vereinbart, damit die jungen Kollegen einen Einblick in andere Redaktionen und deren Arbeitsabl├Ąufe erhalten. [Weiterlesen…]

Leserbefragung f├╝r die Fachhochschule Ansbach

Wir bitten um Ihre Mithilfe

Rhein-Neckar, 10. April 2013. (red/cm) Was w├Ąre Deutschland ohne Forschung, was Baden-W├╝rttemberg? Forschung und Entwicklung, Innovation und Experimentierfreude machen das „Made in Germany“ aus. Das gilt nicht nur f├╝r Industrieg├╝ter, sondern auch f├╝r intellektuelle Leistungen. Unser Mitarbeiter Christian M├╝hlbauer studiert an der Fachhochschule Ansbach „Ressortjournalismus“. F├╝r seine Bachelorarbeit bietet er unsere Leserinnen und Leser um Mithilfe. Mit einem Fragebogen untersucht er verschiedene Aspekte der Nutzung von so genannten „hyperlokalen Angeboten“, als journalistische Angebote, die kleinteilig im Lokalen vor Ort gemacht werden. [Weiterlesen…]

In eigener Sache: Lydia Dartsch startet im April ihr Redaktionsvolontariat

„Ich freu‘ mich wie ein Schnitzel“

Mannheim/Rhein-Neckar, 03. April 2013. (red/ld) Lydia Dartsch war seit vergangenem September als freie Mitarbeiterin f├╝r uns t├Ątig. In den kommenden 20 Monaten wird sie als Volont├Ąrin eine praxisnahe journalistische Ausbildung bei uns absolvieren und ├╝ber die vielen spannenden Themen der Region berichten. W├Ąhrend des Volontariats wird sie in verschiedenen Redaktionen im gesamten Bundesgebiet sowie im Ausland gastieren. Schon im Mai geht es f├╝r eine Woche nach Stra├čburg. Dort wird sie w├Ąhrend der Sitzungswoche am Europ├Ąischen Parlament die Abgeordnete der Gr├╝nen, Franziska Brantner, begleiten. Ihre Vorliebe f├╝r den Lokaljournalismus hat sie als freie Reporterin bereits entdeckt. Ihr Credo: Auch Kleintierzuchtvereine bieten Stoff f├╝r „G├Ąnsehaut“. [Weiterlesen…]

Dokumentation: Reaktionen auf die Fischfutter-Aff├Ąre Str├Âbele

Weinheim/Heddesheim/Berlin, 27. November 2011. Die Abmahnung einer unserer Schlagzeilen durch das Anwaltsb├╝ro des Berliner Bundestagsabgeordneten Hans-Christian Str├Âbele (B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen) hat zu einer Welle der Emp├Ârung gef├╝hrt. Wir dokumentieren eine Auswahl dieser Reaktionen auf den Vorgang.

Wir hatten ├╝ber einen Vorfall am Weinheimer Waidsee berichtet. Der Artikel erschien am Dienstag, den 22. November 2011. Bis zum Vormittag des 24. November 2011 war er rund 1.800 Mal aufgerufen worden.

Um 09:25 Uhr wurden wir per Fax abgemahnt. Gegen 14:00 Uhr korrigierten wir die ├ťberschrift und erweiterten den Artikel um die Information der Abmahnung.

Bis zum sp├Ąten Samstagabend wurde unser Artikel rund 55.000 Mal aufgerufen, 235 Kommentare wurden ver├Âffentlicht (rund 50 gel├Âscht), rund 3.700 Facebook-Nutzer haben den Artikel „geliket“, ├╝ber Twitter gab es ├╝ber lange Zeit weit ├╝ber 200 Tweets pro Stunde. Mit anderen Worten – der Text und das Thema hat deutschlandweit eine enorme Aufmerksamkeit erlangt.

Mindestens zwei Mal hat unser Server den vielen Zugriffen nicht Stand gehalten – teils versuchten ├╝ber 3.000 Leser gleichzeitig auf den Artikel zuzugreifen. Nur der Umzug auf einen Hochleistungsserver und ein engagierter Support unseres Providers Domain-Factory machten eine Erreichbarkeit des Artikels m├Âglich.

Die „Bild-Zeitung“ machte Str├Âbele zum „Verlierer des Tages„, die Welt schrieb unter der Schlagzeile: „Str├Âbele, seine Frau und die Aff├Ąre Fischfutterkugel„, der bekannte Strafverteidiger Udo Vetter fragte: „Str├Âbele mahnt ab: Was ist eine Anzeige?„, der Berliner Tagesspiegel schrieb: „Str├Âbele geht juristisch gegen Blogger vor„,┬áauf Facebook verlinkte uns die Seite „Gegen die Jagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg“ mit 334.000 Fans (was zun├Ąchst zu einem Absturz unseres Servers f├╝hrte), dutzende Blogs und News-Seiten nahmen das Thema auf, verbreiteten es weiter und zogen wiederum Interesse und Kommentare auf sich.

Wir dokumentieren eine ├ťbersicht ├╝ber Onlinezeitungen und Blogs, die die Nachricht ├╝ber die „Futtermittel-Aff├Ąre“ des Berliner Bundestagsabgeordneten Hans-Christian Str├Âbele (B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen) verbreiteten und kommentierten (Stand: 28. November 2011). Die Auflistung ist alphabetisch geordnet.

Recherche: Martin Heilmann (Tegernseer Stimme, zur Zeit als Gast-Redakteur in unserer Redaktion.)

  • aristo.excusado.net |┬áhttp:// /comments.php?y=11&m=11&entry=entry111125-000131 | ÔÇ×Erstaunlich, wie kleinkariert mancher Zeitgenosse sein kann.ÔÇť Schilderung des Tathergang am Waidsee
  • Berliner Morgenpost | http://www.morgenpost.de/printarchiv/panorama/article1839007/Stroebele-und-das-Fischfutter.html | Prozess: Str├Âbele und das Fischfutter
  • blog.esowatch.com/ | http://blog.esowatch.com/?p=5391 | Wer f├╝r einen friedlichen Dialog mit den Taliban eintritt, selbst aber nicht mit 13-j├Ąhrigen Jungs reden kann, hat seine Glaubw├╝rdigkeit verspielt ÔÇô der Kaiser ist nackt
  • blog.fefe.de/ | http://blog.fefe.de/?ts=b02e3206 | Lieber Herr Str├Âbele, wenn Sie das hier lesen: ziehen Sie ganz schnell den Eisenberg zur├╝ck und entschuldigen Sie sich bei dem Blog
  • blog.rekursivparadoxon.eu | http://blog.rekursivparadoxon.eu/2011/11/26/strobele-geht-baden/ | Wenn der Hans-Christian Str├Âbele (Gr├╝ne) das gemacht h├Ątte, was man bei einem Jungendstreich so macht, n├Ąmlich herzlich dar├╝ber lachen und sich an die eigenen Jugendstreiche erinnern
  • bz-berlin.de┬á| http://www.bz-berlin.de/archiv/meine-frau-hatte-eine-woche-kopfschmerzen-article1328763.html┬á| „Meine Frau hatte eine Woche Kopfschmerzen“
  • tagesspiegel.de | http://www.tagesspiegel.de/berlin/stroebele-geht-juristisch-gegen-blogger-vor/5890128.html | Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Str├Âbele (Gr├╝ne) geht juristisch gegen einen Blog vor, der seiner Ansicht nach unzul├Ąssige und falsche Informationen ├╝ber ihn und seine Frau verbreitet hat.
  • tagesspiegel.de | http://www.tagesspiegel.de/meinung/lesermeinung/stroebele-es-war-ein-unerfreuliches-urlaubserlebnis/5895494.html | Leserbrief/Leserkommentar von Herrn Str├Âbele pers├Ânlich
  • tobiasgillen.de | http://www.tobiasgillen.de/?p=4178 | Str├Âbele w├╝rde vielleicht gut daran tun, einen Gang zur├╝ck zu rudern und mal ein wenig das Feuer aus der Angelegenheit zu nehmen. Die Reaktionen in der Blogosph├Ąre und auf Twitter deuten auf viel Gegenwind.
  • welt.de | http://www.welt.de/politik/deutschland/article13737206/Stroebele-seine-Frau-und-die-Affaere-Fischfutterkugel.html | Was geschah wirklich am Weinheimer Waldsee mit Christian Str├Âbele und seiner Frau?
  • welt.de | http://www.welt.de/politik/deutschland/article13739330/Fischfutter-Affaere-Stroebele-legt-auf-Facebook-nach.html | Str├Âbele rechtfertigt sich in der „Fischfutter-Aff├Ąre“: Seine Frau sei mit einem „Plastikgeschoss“ attackiert worden, der ├ärger also verst├Ąndlich.
  • Westdeutsche Zeitung | http://www.wz-newsline.de/home/panorama/kopf-des-tages/hans-christian-stroebele-contra-heddesheimblog-der-fischfutter-fall-1.830506 | Str├Âbele contra Heddesheimblog: Der Fischfutterfall
  • zukunftskinder.org | http://www.zukunftskinder.org/?p=16479 | ÔÇ×Ein Mann in Herrn Str├Âbels Position muss einfach die Contenance wahren!ÔÇť Artikel wei├čt auf Unterlassungsklage gegen Heddesheimblog hin und dass Frau Str├Âbele Anzeige erstattete.

Wenn Sie weitere Vorschl├Ąge f├╝r diese Dokumentation haben, k├Ânnen Sie uns diese gerne per email: redaktion [at] heddesheimblog.de zusenden.

In eigener Sache: Berichte ├╝ber unsere blogs


Guten Tag!

Rhein-Neckar, 18. Mai 2011. (Aktualisiert) heddesheimblog, hirschbergblog, ladenburgblog, weinheimblog, rheinneckarblog, viernheimblog sind lokal-journalistische Informationsplattformen im Internet. Weder der Journalismus, noch das Internet sind neu. Neu ist die Kombination von kritischem Lokaljournalismus im „weltweiten Netz“. Dazu gibt es viele Meinungen. Was andere ├╝ber uns und unseren Journalismus denken – lesen Sie hier. Wir aktualisieren diese Liste seit November 2009 fortlaufend.

sueddeutsche

sueddeutsche.de interviewt Hardy Prothmann.

Der Anspruch ist ein einfacher: Bester Journalismus f├╝rs Lokale. Seit Mai 2009 berichtet das heddesheimblog ├╝ber Heddesheim und manchmal ├╝ber die Gemeindegrenzen hinaus. Seit Dezember 2009 gibt es das hirschbergblog, seit Februar 2010 das ladenburgblog, seit November 2010 das weinheimblog, seit Januar 2011 das rheinneckarblog, seit April 2011 das viernheimblog.

Vorbildfunktion.

Diese Arbeit hat die Aufmerksamkeit vieler Journalisten und Medienmacher ├╝berall in der Republik auf sich gezogen.

Warum? Ganz einfach.

Obwohl der gr├Â├čte Teil des Journalismus in Deutschland im Lokalen stattfindet, gilt der Lokaljournalismus als qualitativ minderwertig. Kein Wunder, ruhen sich doch die meist monopolistischen Lokalzeitungen auf ihrer konkurrenzlosen Position aus.

Lokal = spannend.

Unsere Redaktion h├Ąlt dagegen und beweist seit nunmehr zwei Jahren, dass lokale Themen spannende Themen sind. Lokale Berichterstattung ist eine Herausforderung – die viele Zeitungen seit Jahren nicht mehr annehmen – Radio und Fernsehen schon gar nicht.

Unsere Blogs genie├čen eine hohe Aufmerksamkeit bei den Leserinnen und Lesern – weil sie seri├Âsen, kritischen und meinungsstarken Journalismus bieten. Weil wir recherchieren und nachhaken – die Bratwurstberichterstattung ├╝berlassen wir anderen.

Wir sind davon ├╝berzeugt, dass es wichtig ist, das kommunale „Zeitgeschehen“ abzubilden. ├â┼ôberall auf der Welt leben die Menschen lokal – die Nachrichten ├╝ber das lokale Leben sind der exklusivste Inhalt vor Ort.

Lokal = exklusiv.

Wir berichten auch ├╝ber gro├če Themen der Republik, wir holen diese aber ins Lokale. Wir sind im engen Kontakt mit unseren LeserInnen – ganz pers├Ânlich aber auch ├╝ber neue „Social Media“-Plattformen wie Twitter und Facebook oder Wer-kennt-wen.

„Wir“ sind eine kleine Redaktion mit freien Mitarbeiter, die alle eins verbindet – hohes Engagement.

Ãœber die Kommentarfunktion bringen sich die LeserInnen zudem ein und bereichern (meistens) die Berichterstattung. Aktiver Austausch von Fakten, Argumenten und Meinungen ist wichtig für das Zusammenleben in der Gemeinde.

Finanziert wird unsere Arbeit durch Werbung und die Beratung von Firmen und Institutionen zum Einsatz von Blogs und „Social Media“ – modernes Marketing ist l├Ąngst mehr als die langweilige, teure und passive Zeitungsanzeige. W├Ąhrend Print kontinuierlich verliert, gewinnt das Internet rasant. Immer mehr Menschen lesen und informieren sich online – alle Markstudien belegen diese Tatsache.

dctp

dctp-Journalist Philip Banse interviewt Hardy Prothmann.

Unsere Blogs bieten also aktiven Journalismus. Und die Arbeit der Redaktion ist transparent.

Seit Anfang Mai 2011 haben wir uns mit anderen Internet-Zeitungen deutschlandweit zusammengeschlossen: istlokal.de ist ein Netzwerk von lokalen Internetmedien, die sich gegenseitig unterst├╝tzen. Zu: Journalismus, Vermarktung, Technik und Recht. Rund 50 Angebote machen derzeit mit.

Kritik = konstruktiv.

Unsere kritische Haltung gef├Ąllt nicht jedem – weil viele durch die unkritische Berichterstattung der „etablierten“ Medien nicht mehr mit Kritik umgehen k├Ânnen.

Kritik bedeutet aus unserer Sicht nicht, dass wir „jemanden schlecht machen“, sondern dass wir aufzeigen, wo es „nicht gut l├Ąuft“, wo etwas zu verbessern ist.

Kritik hei├čt, sich mit einer Sache oder Personen auseinanderzusetzen und kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Falsche R├╝cksichtnahmen sind in unseren Augen die Garantie daf├╝r, dass sich nichts ver├Ąndert.

Wir „kritisieren“ aber auch immer gerne „positiv“, wenn es „gute“ Nachrichten zu berichten gibt.

Zukunft des Lokaljournalismus.

Deswegen orientieren sich viele andere Journalisten und Redaktionen bereits an unserer Arbeit – die lokale Berichterstattung im Internet gilt vielen als die Zukunft des Lokaljournalismus.

Hardy Prothmann, verantwortlicher Journalist f├╝r diese neue Form des Lokaljournalismus, ist gern gesehener Gast bei Medientagungen. Ob beim Frankfurter Tag des Onlinejournalismus auf Einladung der Evangelischen Kirche Deutschland und des Hessischen Rundfunks, beim katholischen ifp (Institut zur F├Ârderung publizistischen Nachwuches e.V.) oder bei der Hochschule Darmstadt-Dieburg, um nur drei Beispiele zu nennen.

Diese Zukunft machen wir schon heute. Nachfolgend lesen Sie Artikel, Interviews, Beitr├Ąge von anderen Medien ├╝ber unsere Blogs.
Neueste Beitr├Ąte wie ├╝blich oben.

evangelisch

Portr├Ąt bei evangelisch.de

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Die Redaktion heddesheimblog, hirschbergblog, ladenburgblog

In eigener Sache: istlokal.de – Verein zur F├Ârderung des Lokaljournalismus gegr├╝ndet


Rhein-Neckar/N├╝rnberg, 12. Mai 2011 (red) Zusammen mit rund 20 anderen (hyper-)lokalen Nachrichten-Blogs und -Zeitungen im Internet haben wir am Samstag, den 07. Mai 2011 in N├╝rnberg den Verein istlokal.de gegr├╝ndet. Bundesweit ist dies der erste Zusammenschluss von verlagsunabh├Ąngingen Lokaljournalisten, die im Internet ihre Nachrichten pr├Ąsentieren.

Verein zur F├Ârderung des Lokaljournalismus.

├»┬╗┬┐Auf Initiative der Jounalisten Stefan Aigner (regensburg-digital.de), Hardy Prothmann (u.a. heddesheimblog) und Peter Posztos (tegernseerstimme.de) hat sich am vergangenen Wochenende der Verein „istlokal.de“gegr├╝ndet, der einen unabh├Ąngignen Lokaljournalismus f├Ârdern will. Unsere Blogs zu Heddesheim, Hirschberg, Ladenburg, Weinheim, Viernheim und Rheinneckar sind Gr├╝ndungsmitglied. Der Verein wird seinen Sitz in Berlin haben.

Am vergangenen Samstag trafen sich in N├╝rnberg 21 Betreiberinnen und Betreiber von lokaljournalistischen Angeboten, darunter auch der Herausgeber Hardy Prothmann, um die Gr├╝ndung des Vereins in die Wege zu leiten. Acht Stunden lang wurde ├╝ber die Organisationsform und die Ziele beraten. Einstimmiges Ergebnis war, dass ein eingetragener Verein gegr├╝ndet werden soll. Um die daf├╝r notwendigen Schritte einzuleiten und wurde ein Gr├╝ndungsvorstand gew├Ąhlt.

Im Internet erreichbar http://istlokal.de.

Die Planung f├╝r die Gr├╝ndung lief seit Ende Dezember 2010. Istlokal.de ist als Unternehmerverband konzipiert, nimmt aber ausdr├╝cklich auch „nicht-kommerzielle“ Angebote auf, um B├╝rgerinnen und B├╝rgern mit ihren Publikaitonen zu unterst├╝tzen, aber auch deren Wissen zu nutzen.

Die Mitglieder bleiben f├╝r ihre Angebote selbst verantwortlich. Istlokal.de erarbeitet gemeinschaftliche oder im Auftrag L├Âsungen in den Bereichen Journalismus, Vermarktung, Technik und Recht. Seit einigen Wochen tauschen die Mitglieder schon Artikel und Informationen aus. ├â┼ôber ein geschlossenes Forum wird technische Hilfe geleistet, Fragen zu Recht diskutiert und Vermarktungskonzepte entworfen.

Bundesweit ist dies der erste Zusammenschluss dieser Art. Istlokal.de wird vermutlich mit rund 40 Mitgliedern starten, die alle ein Ziel haben: zuverl├Ąssige und unabh├Ąngige lokale und regionale Berichterstattung zu bieten. Daf├╝r will der Verein auch Lobbyarbeit betreiben, weil Meinungsfreiheit und -vielfalt ein hohes Verfassungsgut sind.

Pressemitteilung: istlokal.de gegr├╝ndet

Ziel: F├Ârderung des unabh├Ąngigen Online-Lokaljournalismus├»┬╗┬┐

 

Zur konstituierenden Sitzung der Vereinsgr├╝ndung istlokal.de fanden sich am 07. Mai 2011 insgesamt 21 BetreiberInnen von lokaljournalistischen Angeboten in N├╝rnberg ein.

Die TeilnehmerInnen aus ganz Deutschland tagten von 11 Uhr bis 19 Uhr. Auf der Tagesordnung standen die Wahl zwischen einer Vereins- oder Genossenschaftsgr├╝ndung, sowie die inhaltlichen Ziele der Vereinigung und Aufgabenformulierungen f├╝r die k├╝nftige Arbeit.

Die Mitglieder einigten sich auf die Gr├╝ndung eines Vereins istlokal.de. Ziel ist die F├Ârderung des Lokaljournalismus. Auf diesem Weg sollen Alternativen zu den traditionellen Lokalmedien vorangetrieben und gef├Ârdert werden, um die Medienlandschaft in Deutschland zu bereichern.
Als Sitz des Vereins einigte man sich auf Berlin. Angestrebt sind weitere Dependenzen in den einzelnen Bundesl├Ąndern.

Mit istlokal.de entsteht ein Verband f├╝r unabh├Ąngige journalistische Angebote im Internet. Mitglieder k├Ânnen Betreiber lokal- und regionaljournalistischer Angebote werden, die entweder ein publizistisches Internetangebot betreiben oder betreiben wollen. Daneben k├Ânnen auch weitere publizistische Angebote wie Zeitschriften, Zeitungen oder Radio- und Fernsehdienste angeboten werden.

Diese Angebote m├╝ssen demokratische und rechtsstaatliche Ziele verfolgen. Angebote, die in welcher Form auch immer abh├Ąngig von traditionellen Medienh├Ąusern sind, k├Ânnen nicht Mitglied werden.

Auf Vorschlag der Gr├╝ndungsmitglieder wurden Hardy Prothmann als 1. Vorsitzender sowie Stefan Aigner als 2. Vorsitzender vorgeschlagen. Die Wahl erfolgte einstimmig.
Ka-Jo Sch├Ąfer wurde als Kassenwart vorgeschlagen. Die Wahl erfolgte einstimmig.
Als Beisitzer wurden Christoph von Gallera vorgeschlagen, der 13 Stimmen erhalten hat sowie Oliver Sigrist, der 19 Stimmen erhalten hat.

In der n├Ąchsten Zeit wird die Satzung des Vereins erarbeitet. Einigkeit bestand dar├╝ber, dass der Verein k├╝nftig drei Arten von Mitgliedschaften anbietet: F├Ârdermitglieder, nicht-kommerzielle Mitglieder und kommerzielle Mitglieder.

Die Gr├╝ndungsmitglieder vor Ort waren:

Aigner, Stefan,├é┬áAlthaus, Peter,├é┬áBa├č, Alexander,├é┬áFeldkeller, Klaus,├é┬áGallera von Christoph,├é┬áGreschner, Steffen,├é┬áHornstein, Christofer,├é┬áH├╝mmler, Thomas,├é┬áKnoke, Marlies,├é┬áLevermann, J├Ârg,├é┬áPosztos, Peter,├é┬áProthmann, Hardy,├é┬áSch├Ąfer, Ka-Jo,Semmler, Martin,├é┬áSchw├Ârbel, Philipp,├é┬áSigrist, Oliver,├é┬áStascheit, Dirk,├é┬áStenzel, Ralph,Stingl, Armin,├é┬áStoffel, Carsten,├é┬áWenzl, Michael.

Weitere rund 20 Interessenten konnten aus terminlichen Gr├╝nden nicht teilnehmen.

In eigener Sache: Wir „├Âffnen“ am Freitag wieder


Guten Tag

Rhein-Neckar, 07. M├Ąrz 2011. (red) Die Redaktion macht bis einschlie├člich Donnerstag Pause – ab Freitag sind wir wieder f├╝r Sie da. „Pause“ machen wir nicht wirklich – wir f├╝hren technische und organisatorische Arbeiten durch.

Liebe Leserinnen und Leser,

├╝ber 3.000 Artikel und rund 5.500 Kommentare bis heute sind jede Menge lokaljournalistische Arbeit, die wir Ihnen kostenfrei zur Verf├╝gung stellen.

Ab und an unterbrechen wir die Berichterstattung, um unsere Arbeit und unser noch kleines, kreatives Team neu zu organisieren – so auch heute bis einschlie├člich Donnerstag.

Die kommenden gro├čen Pausen werden wir in den Sommerferien und in den Weihnachtsferien machen. 2010 haben wir hier schon „Betriebsferien“ eingef├╝hrt und sind damit gut gefahren – viele von Ihnen haben die M├Âglichkeit genutzt und im Archiv gelesen.

Teils ist unsere Produktion ja so umfangreich, dass nicht jeder alles lesen kann. Das muss nat├╝rlich bis auf uns auch niemand – Sie w├Ąhlen je nach Interesse Ihre Themen aus.

Wir nutzen die Tage, um die Technik auf Vorderman zu bringen und einige gro├če Papierstapel abzuarbeiten.

Au├čerdem bereiten wir ein Themenspecial zur Landtagswahl vor: Wie Sie das von uns gewohnt sind mit vielen Hintergrundberichten, Analysen, Expertengespr├Ąchen und Meinungsbeitr├Ągen.

Und als w├Ąre das noch nicht genug Arbeit, engagieren wir uns federf├╝hrend f├╝r den Aufbau eines bundesweiten Verbands f├╝r lokal- und regionaljournalistische Internetangebote unter dem Namen istlokal.de.

Sofern Sie Fasnachterin sind, w├╝nschen wir Ihnen n├Ąrrische Tage.

Ihre Redaktion
heddesheimblog.de
hirschbergblog.de
ladenburgblog.de
weinheimblog.de
rheinneckarblog.de

Gebenzte Berichterstattung – wie der MM seine Leser t├Ąuscht


Guten Tag!

Mannheim, 31. Januar 2011. Die seit Tagen andauernde Berichterstattung des Mannheimer Morgens (MM) in Sachen „Benz“ hat gute Gr├╝nde. Erstens gibt es viel Werbung und zweitens versucht die Zeitung verzweifelt, sich als lokalpatriotische Stimme aufzuspielen. Ein ernstzunehmender Journalismus bleibt dabei auf der Strecke.

Von Hardy Prothmann

„Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer“, zitiert der MM-Redakteur Martin Tangl den S├Ąnger Xavier Naidoo. Das gilt auch f├╝r diesen Artikel, Martin Tangl, Xavier Naidoo und den SWR. Und auch f├╝r die Leserinnen und Leser und Zuschauer des SWR.

Bunte Geschichten

Ich kenne den MM-Redakteur Martin Tangl noch aus meiner Zeit als Student und Freier Mitarbeiter beim Mannheimer Morgen (1991-1994). Er hat sich gerne als erfahrener Journalist dargestellt, aber irgendwie hat er mich schon damals nicht besonders beeindruckt.

Das dauert bis heute an, denn Martin Tangl hat ein „buntes St├╝ck“ geschrieben, in dem es sehr „bunt“ zugeht. Vor allem mit den Fakten, dem K├Ânnen und der journalistischen Haltung.

Beispielsweise zur Person „Xavier Naidoo“. Der sei ein „leidenschaftlicher Autofahrer“, schreibt Tangl und dass „Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer“, auch den Autoerfinder Carl Benz meinen k├Ânnte.

Denn Herr Tangl berichtet ├╝ber einen Film im SWR-Fernsehen, der heute Abend um 18:15 Uhr in der „Landesschau unterwegs“ l├Ąuft: „Unser Benz! Der Autoerfinder bewegt die Kurpfalz.“ Autor: Eberhard Reu├č.

Pop-Berichterstattung

Wieso Herr Reu├č auf die Idee gekommen ist, einen notorischen Schnellfahrer, der ├╝ber lange Jahre den F├╝hrerschein wegen wiederholter Vergehen abgenommen bekommen hat und wegen Fahrens ohne F├╝hrerschein und Drogenbesitz vor dem Richter gestanden hat, ist klar.

Benz-Titelseite vom MM. Quelle: MM

Herr Reu├č wollte den Film „aufpeppen“ oder auch „aufpoppen“. Mit dem „zur Zeit wohl bekanntesten Sohn Mannheims“. Und der ist halt ein „leidenschaftlicher Autofahrer“. Diese Verbindung reicht heute im SWR-Fernsehen, um einen Zusammenhang herzustellen.

Herr Reu├č l├Ąsst Herrn Naidoo dann mehrmals „Mercedes Benz“ der Rock-Star-Legende Janis Joplin (1943-1970) singen, die auf der ├â┼ôberholspur des Lebens mit 27 Jahren an einer ├â┼ôberdosis Heroin gestorben ist. Drei Tage, bevor der Song „Mercedes Benz“ ver├Âffentlicht wurde: „Oh Lord, wonÔÇÖt you buy me a Mercedes Benz?“ – „Oh Gott, willst Du mir keinen Mercedes Benz kaufen?“ Die Zeile geht weiter: „My friends all drive Porsches, I must make amends“ – „Meine Freude fahren alle Porsche und ich muss aufholen.“

Der Joplin-Song ist eine massive Kulturkritik am Prestigedenken – dem Gegenteil also, was man mit einem „Mercedes Benz“ oder Porsche oder auch „Farbfernsehen“ verbindet, das damals noch ein Luxus war („So oh lord won’t you buy me a color TV“). F├╝r den SWR ist das nicht wichtig. Schlie├člich hat Joplin „Mercedes Benz“ gesungen und Herr Naidoo l├Ąsst sich dazu auch animieren. Und ist man nicht auch „color TV“? Also Luxus? Passt also.

„Eine wunderbare Erfindung von Benz, daf├╝r danke ich ihm“, sagt der Pop-Star nicht nur einmal im SWR-Film. Da Naidoo sonst gerne ├╝ber „Gott“ singt, und das sehr dankbar, gibt es da sicher aus Sicht von Herrn Reu├č wieder irgendeine Verbindung.

Propaganda-Rolle

Bei der Premiere des Films am 28. Januar 2011 im Ladenburger Carl-Benz-Museum war Herr Preu├č jedenfalls m├Ąchtig stolz. Das konnte man nicht ├╝bersehen.

Der Film funktioniert wie eine Propaganda-Rolle. Carl hei├čt nicht Karl Benz, ist der Erfinder des Autos und nicht „der Daimler“, die Kurpfalz ist den Schwaben voraus und ein „Youngtimer-Sammler“ hat viele Kinder und ein Hobby: Mercedes Benz. Der Clou – er arbeitet f├╝r Porsche. Dazu gibt es h├╝bsche Bilder und Werbespots von „Benz“ aus fr├╝heren Zeiten.

Verkauft wird das als „Dokumentation“.

Das muss sich einfach irgendwie alles zusammenf├╝gen und dann wird die Urenkelin von Benz noch mehrfach ins Bild gesetzt und das Carl-Benz-Museum in Ladenburg und dessen Kopf Winfried Seidel.

Der freut sich auch – dabei m├╝sste ihm die Freude angesichts des laschen Filmchens im Kontrast zu seiner harten Museumsarbeit vergehen. Seidel leistet herausragende Arbeit und ist ein akribischer Mensch. Aber nat├╝rlich freut er sich ├╝ber die Popularit├Ąt. Das ist auch sein gutes Recht.

Zur├╝ck zu Martin Tangl. Den freut nicht die Popularit├Ąt, sondern der muss eine bunte, sch├Âne Geschichte schreiben und kommt zum Ende:

„Dass in Mannheim Omnibusse und Lkw-Motoren produziert werden, h├Ątte Carl Benz gefallen, wie Jutta Benz erz├Ąhlt: „Er hat sein Augenmerk aufs Transportwesen gerichtet, Carl Benz wollte Lieferwagen bauen.“ Und bei der Geschwindigkeit seien dem Ur-Gro├čvater 50 km/h genug gewesen. Ob das allerdings Xavier Naidoo gefallen h├Ątte? Berichtet er doch, dass ihm einmal wegen zu schnellen Fahrens der F├╝hrerschein abgenommen wurde.“

Die L├╝ge

Diese unkritische ├â┼ôbernahme der Filmbotschaft wird als L├╝ge in der Zeitung fortgesetzt: „Berichtet er doch, dass ihm einmal wegen zu schnellen Fahrens der F├╝hrerschein abgenommen wurde.“

Naidoo - Leidenschaft Auto - Hauptsache, alles bunt. Quelle: MM

Herr Tangl stellte sich vor 20 Jahren schon gerne als „erfahrener Journalist“ dar und sollte die Zeit genutzt haben, um „Erfahrungen“ zu sammeln. Eine ist: „Schau ins Archiv, um mindestens zu wissen, was schon berichtet worden ist.“

Am 16. Mai 2009 berichtet der Mannheimer Morgen:

„Naidoo ├╝bersteht einen jahrelangen Rechtsstreit mit Pelham, einen dramatischen Drogenprozess und jede Menge F├╝hrerschein-Schlagzeilen. Erst der absolute H├Âhepunkt seiner Popularit├Ąt, als „Dieser Weg“ zur Hymne des Fu├čball-Sommerm├Ąrchens 2006 wird, bringt die Schattenseiten des Ruhms ans Licht: Genervt zieht sich der gl├╝hende Lokalpatriot aus der ├ľffentlichkeit und teilweise auch aus Mannheim zur├╝ck.“

Am 02. Juni 2007 berichtet der Mannheimer Morgen:

„Die Amtsanwaltschaft Frankfurt best├Ątigte gestern, dass gegen den S├Ąnger ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden ist. Ihm wird vorgeworfen, einen angemieteten Porsche Cayenne an einen Freund weitergegeben zu haben, der selbst keinen F├╝hrerschein besa├č. Der Mann war im M├Ąrz 2006 in M├╝nchen von der Polizei erwischt worden. Naidoo h├Ątte sich als Halter des Wagens vom Vorhandensein einer Fahrerlaubnis ├╝berzeugen m├╝ssen, so der Vorwurf. Nun drohe ihm eine Geldstrafe oder bis zu ein Jahr Haft.“

Am 15. August 2006 titelt der Mannheimer Morgen:

„Xavier Naidoos F├╝hrerschein liegt bei den Akten
Zwei Monate Fahrverbot wegen Geschwindigkeits├╝berschreitung / Gibt es eine „Lex Popstar“?“

Am 27. Juli 2006 schreibt der Mannheimer Morgen:

„Popstar Xavier Naidoo (34) soll beim Dr├Ąngeln auf der Autobahn in eine Radarfalle gerast sein. Nun k├Ânnte ihm ein erneuter F├╝hrerscheinentzug drohen. Der Mannheimer sei mit seinem Porsche auf der A 5 in Richtung Karlsruhe zu dicht aufgefahren, best├Ątigte die Mannheimer Anwaltskanzlei Naidoos gestern entsprechende Medienberichte.“

Bis zum Jahr 2000 lassen sich ausweichlich des Archivs keine Berichte finden, aber im November 2000 schreibt der MM:

„Dass er im Dezember 1999 mit einem Porsche 944 der Mannheimer Polizei ins Netz gegangen war, hatte dem Autonarren schon eine Vorstrafe eingetragen: f├╝nf Monate auf Bew├Ąhrung. Seinen F├╝hrerschein hat Naidoo seit einer Alkoholfahrt im Jahr 1993 nicht mehr – obwohl er zwischenzeitlich eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung bestanden hat. „Warum haben Sie nicht einfach den F├╝hrerschein wieder gemacht?“, wunderte sich Offermann. „Keine Zeit“, lie├č ihn der Angeklagte wissen.“ Angeblich sollte Naidoo bis zu 21 Monate Haft drohen, hei├čt es in dem Artikel.

Abh├Ąngige Berichterstattung

„Berichtet er doch, dass ihm einmal wegen zu schnellen Fahrens der F├╝hrerschein abgenommen wurde“, ├╝bernimmt Martin Tangl die Informationen aus dem SWR-Film. Ohne kritische Pr├╝fung, ohne Recherche, ohne journalistische Verantwortung.

Das ist auch wenig erstaunlich. Die „Benz“-Feier beim Mannheimer Morgen ist durch viel Werbung begleitet. Da wei├č die Redaktion, wo das Geld herkommt und was sie zu tun hat.

Gemeinhin nennt man das „Hofberichterstattung“. „Man bei├čt die Hand nicht, die eine f├╝ttert“, sagen andere.

Herr Martin Tangl muss sich als verantwortlicher Redakteur des Mannheimer Morgens fragen lassen, ob er und seine „unabh├Ąngige Zeitung“ mittlerweile auf das Niveau von miserablen Anzeigenbl├Ąttern abgestiegen sind.

Dabei geht es nicht um eine „Archiv-Schau“ oder darum, Herrn Naidoo seine Verfehlungen ewig nachzutragen. Der Pop-Star hat einen „harten Weg hinter sich“, seit ein paar Jahren scheint er „sauber“ zu sein und auch ein K├╝nstler hat ein Recht auf Privatleben. Dann l├Ąsst man das aber auch privat.

Wenn Herr Naidoo aber die ├ľffentlichkeit sucht und das in einem „Umfeld“, mit dem er ├╝ber lange Jahre „gro├če Schwierigkeiten“ hatte, muss die ├ľffentlichkeit auch im Kern ├╝ber „wesentliche Informationen“ informiert werden.

Das unterl├Ąsst Herr Tangl. Garantiert gegen besseres Wissen. Und wenn ers nicht besser w├╝sste, sollte er den Job sofort aufgeben.

Der SWR-Film bedient das Publikum, das auch zur Premiere erschienen ist. ├â┼ôberwiegend etwas gesetzter. Man findet den Film „sch├Ą├Ą“, trinkt einen Prosecco, „der ist umsonst“ und knabbbert Brezeln, die als „B“ f├╝r „Benz“ gebacken sind. Nachdenken muss man beim „Benz-Film“ nicht.

Sondern bei der „Premiere“ dabei sein, so, als sei das ein wirklich wichtiges Ereignis.

So ist das Fernsehen leider oft.

Nachdenklich muss man allerdings werden, wenn der „Lokalpatriot“, als der sich der Mannheimer Morgen darstellen will, frei von Recherche und Fakten eine Geschichte wider besseren Wissens „nacherz├Ąhlt“ und dabei journalistisch versagt.

Denn wenn man nachdenkt, wird man wissen, dass sowohl der Film als auch viele der Berichte dazu, nicht wirklich informieren, sondern nur gefallen und verkl├Ąren wollen.

Werbung will gefallen. Das ist ihr Recht und nicht zu beanstanden.

Journalismus hat eine andere Aufgabe. Und das Versagen von Herrn Preu├č und Herrn Tangl ist sehr wohl zu beanstanden.

Denn sie werden dem, was sie vorgeben, in keinster Weise gerecht: Unabh├Ąngig, faktentreu und zutreffend zu berichten.

Neustart 2011


Guten Tag!

Rhein-Neckar, 10. Januar 2011. (red) Neues Jahr – alles anders? Nicht wirklich? Trotzdem stellen Sie Ver├Ąnderungen fest. Wir haben umgebaut. Das ist fast wie bei einer Renoveriung. Wir setzen auf Service – lesbare Schriften, eine ├╝bersichtliche Aufbereitung der Information. Damit starten wir unsere guten Vors├Ątze, die noch lange nicht vorbei sind.

Statt Farbe und Kleister und Einrichtungsgegenst├Ąnden haben wir „Codes“ hin- und hergeschoben und ausgew├Ąhlt, was Sinn macht, informativ ist und auch gef├Ąllt.

Die Orientierung f├Ąllt Ihnen hoffentlich leicht – wenn nicht, beschweren Sie sich unter redaktion (at) rheinneckarblog.de. Wir geben die rheinneckarblog-Adresse an, weil es seit heute auch eine ├╝berregionale Seite in unserem Angebot gibt.

Auf rheinneckarblog.de werden Texte aus unseren lokalen Blogs f├╝r Heddesheim, Hirschberg, Ladenburg und Weinheim ver├Âffentlicht. Und nat├╝rlich regionale, relevante Themen. rheinneckarblog.de w├Ąchst mit den lokalen Angeboten und umgekehrt.

Wir bieten wie gewohnt einen meinungsstarken Journalismus. Dazu Informationen aus den Kommunen und Vereinen. Transparent nennen wir immer die Quellen unserer Ver├Âffentlichungen. Au├čer, wie m├╝ssen diese sch├╝tzen.

Wir arbeiten auch immer wieder „investigativ“. Das hat nichts mit einem „Schlapphut“-Milieu zu tun, sondern meist mit viel Arbeit. Vielen Recherchen, vielen Akten, vielen Gespr├Ąchen. Und auch mit einem verantwortlichen Schutz der Informanten.

Im „echten“ Leben freuen wir uns ├╝ber „Informanten“, die unsere Blogs bereichern. Mit ihren Tipps und Hinweisen, mit Sorgen und N├Âten und auch mit guten Nachrichten.

Diesen Menschen m├Âchten wir danken und andere auffordern, sich ebenfalls ├Âffentlich einzubringen.

Abseits der „gewohnten“ Wege mit der lokalen Zeitung.

Das Internet ist schneller und geduldiger als Papier.

Im Internet entsteht ein neuer Journalismus, an dem die B├╝rgerinnen und B├╝rger mehr beteiligt sind. Und das ist gut so.

Unsere Blogs gelten deutschlandweit als Vorbild f├╝r eine neue Form von Lokaljournalismus – dazu geh├Âren auch „Layoutfragen“.

Wir haben also umgebaut und hoffen, dass das ansehnlich gelungen ist. Und haben uns noch mehr Verbesserungen vorgenommen.

Und wir freuen uns auf 2011 mit allen guten Vors├Ątzen, die auch Ihnen hoffentlich gelingen.

Auf ein gutes Neues!
Die Redaktion

In eigener Sache: heddesheimblog beim 15. Mainzer MedienDisput

Guten Tag!

Heddesheim, 27. November 2010. Am Donnerstag, den 25. November 2010, war das heddesheimblog auf dem 15. MainzerMedienDisput vertreten. Hardy Prothmann war als Teilnehmer der Diskussionsrunde „David gegen Goliath – die digitale Steinschleuder“ geladen. Man stellte sich der Frage, welche Perspektive lokaljournalistische Onlineangebote haben und ob sie eine Konkurrenz zum etablierten Printmedienmarkt sind.

Von Christian M├╝hlbauer

Der rheinland-pf├Ąlzische Ministerpr├Ąsident Kurt Beck er├Âffnete die Veranstaltung und forderte mehr „Staatsferne“ in den Aufsichtsratsgremien der ├Âffentlich-rechtlichen Sender.

Die aktuelle Debatte ├╝ber eine gesetzliche Einschr├Ąnkung von Berichten in Zusammenhang mit m├Âglichen Terror-Akten kommentierte er: „Ich halte solche ├â┼ôberlegungen f├╝r inakzeptabel. Die Medien in Deutschland berichten ganz ├╝berwiegend so, dass man erkennt, dass sich die Journalistinnen und Journalisten ihrer Verantwortung bewusst sind.“

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Von Links: Alfons Pieter, Peter Schink, Dr. Christian St├Âcker, Thomas Mrazek, Stefan Aigner, Hardy Prothmann. Bild: Christian M├╝hlbauer

Zu den geladenen G├Ąsten des „Panel 4“ geh├Ârten Alfons Pieper (wir-in-nrw.de), Peter Schink (Blog Age), Dr. Christian St├Âcker (Stellv. Ressortleiter Spiegel Online, Netzwelt), Stefan Aigner (Regensburg Digital) sowie Hardy Prothmann (heddesheimblog). Die Moderation wurde von Thomas Mrazek (Vorsitzender DJV Fachausschuss Online) durchgef├╝hrt.

Gegen die Hofberichterstattung.

Nach einer kurzen Einf├╝hrung stellten die Teilnehmer ihre Projekte sowie ihre Sicht auf die aktuelle Lage dar. Der fr├╝here stellvertretende Chefredakteur der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, Alfons Pieper (69), betreibt das wir-in-nrw.de-Blog erst seit Dezember 2009.

Sein Team umfasse 6-7 professionelle Journalisten, die alle anonym schreiben, „weil sie als Printjournalisten angestellt sind“. Ausl├Âser f├╝r die Schaffung des Blogs war die „Hofberichterstattung in Nordrhein-Westfalen“.

Die Berichterstattung hatte den fr├╝heren nordrhein-westf├Ąlischen Ministerpr├Ąsidenten J├╝rgen R├╝ttgers enorm unter Druck gesetzt.

Direkt im Anschluss stellte Hardy Prothmann seine lokalen Blogs zu Heddesheim, Hirschberg, Ladenburg und ab kommender Woche Weinheim, vor. Wie er erkl├Ąrte, habe er das lokaljournalistische Angebot im Mai 2009 ins Leben gerufen. Aufh├Ąnger sei damals das Logistikzentrum „Pfenning“ gewesen, welches sich in der Gemeinde Heddesheim ansiedeln wolle.

Bei seiner Recherche fand er heraus, dass es in den Jahren zuvor zahlreiche negative Berichte ├╝ber „Pfenning“ gab. Nachdem sich das Unternehmen in Heddesheim ansiedeln wollte, blieben diese jedoch aus. Unzufrieden mit der „Hurra-Berichterstattung“ des Mannheimer Morgen nahm er die Berichterstattung selbst in die Hand.

Stefan Aigner aus Regensburg macht seinen Lokaljournalismus auf „regensburg-digital.de“ schon seit drei Jahren. Urspr├╝nglich war das Projekt aus einem Anzeigenblatt hervorgegangen. Inzwischen betreibt Aigner das Projekt in Eigenregie, unterst├╝tzt durch einen Kulturverein, ├╝ber den Aigner Spenden erh├Ąlt.

Unabh├Ąngig, mutig, unterfinanziert.

Mrazek merkte insbesondere den Untertitel des Blogs an: „Unabh├Ąngig, mutig, unterfinanziert“. Wie schlecht es um die Einnahmen bestellt ist, legte Aigner ebenfalls offen: „Ich lebe nur unwesentlich ├╝ber HartzIV-Niveau, aber ich komme zurecht.“

Ihm folgte die Vorstellung von Dr. Christian St├Âcker, stellvertretender Ressortleiter Netzwelt bei Spiegel Online. Gleich zu Beginn vermittelte er seine Kernbotschaft: „Die deutsche Bloggerszene ist eine Bereicherung f├╝r die Medienlandschaft.“ Dabei betonte er, dass es durchaus Blogs mit journalistischem Anspruch geben w├╝rde. „Blogs werden jedoch keinen Journalismus ersetzen, da sie sich nicht an Standards gebunden sehen“, so St├Âcker.

Es folgte Peter Schink. Schink war unter anderem f├╝r den Relaunch von Welt Online verantwortlich. Dar├╝ber hinaus ist er aktiver Blogger und betreibt eines der ├Ąltesten deutschen Blogs. Als Vertreter der Blogosph├Ąre warf er einen Blick auf die Stellung von Blogs im gegenw├Ąrtigen Mediensystem. „Was ist anders, wenn ein einzelner etwas publiziert statt eines Verlags?“, war seine Frage an die anwesenden Zuh├Ârer.

Hardy Prothmann hielt den beiden entgegen, dass „kleine Blogs“ oft kritischer als „gro├če Medienh├Ąuser“ berichten, weil die „Abh├Ąngigkeiten“ fehlten. Zudem w├╝rden viele Redaktionen nur vom Schreibtisch aus arbeiten und nicht drau├čen bei den Menschen sein. Standards wie Recherche, sichere Fakten, Quellenschutz und andere professionelle journalistische Qualit├Ąten finden selbstverst├Ąndlich bei guten Blogs statt – oft besser als in „Monopolredaktionen“.

Eine schwierige Situation

Auf die Frage, wie es um die Finanzierung und Akzeptanz der Angebote stehe, redeten alle Teilnehmer Tacheles. Das gr├Â├čte Problem sei, so Alfons Pieper, dass man „keine Rechtsabteilung in der Hinterhand“ habe. Eine Klage oder einen Prozess k├Ânne man faktisch nicht riskieren. Auch wenn man monatlich inzwischen 2,5 Millionen Seitenaufrufe erhalten w├╝rde. Das wir-in-nrw-Blog ist aber auch nicht-kommerziell angelegt.

Wie riskant die Situation sein kann, verdeutlichte Stefan Aigner. Er wurde bereits mit drei Klagen ├╝berzogen. Zwei davon konnte er gewinnen. Ein Prozess steht noch aus. Auf den juristischen „Streit“ mit der Erzdi├Âzese konnte er sich jedoch nur durch Spenden einlassen. „Momentan reicht es f├╝r 1,5 Instanzen“, so Aigner.

Aigner hatte in einem Missbrauchsfall durch einen katholischen Priester an einem Jungen eine sp├Ątere Geldzahlung als „Schweigegeld“ bezeichnet. Die Kirche will ihm das juristisch untersagen lassen. Die Prozesse wolle man grunds├Ątzlich durchfechten. Schlie├člich hat ein Gericht bei einem der beiden vorangegangenen Prozesse schon festgestellt, dass „Wahrheit grunds├Ątzlich nicht rechtswidrig“ ist.

Auch Hardy Prothmann hatte schon mehrere „Klage“-Drohungen: „Das ist schon erstaunlich – als ich noch f├╝r gro├če Medien berichtet habe, gab es keine einzige Klage, jetzt versucht man mich und andere damit einzusch├╝chtern.“

Ein Blick in die Zukunft

Das nach wie vor konkrete Problem ist und bleibt also die Finanzierung. Prim├Ąr w├╝rde diese bisher ├╝ber Werbung erm├Âglicht.

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Hardy Prothmann gibt im Anschluss an seine Podiumsdiskussion einer Journalsitensch├╝lerin ein Interview. Bild: Christian M├╝hlbauer

Wie es zuk├╝nftig mit lokaljournalistischen Blogs weitergehe, konnte man nicht abschlie├čend beantworten. Professioneller, journalistisch ausgebildeter Nachwuchs sei jedenfalls vorhanden. Vielleicht kommen in der Zukunft Zusammenschl├╝sse von journalistischen Blogs in Form von Netzwerken zustande. Man m├╝sse aber auch festhalten, so Peter Schink, dass die deutsche Blogosph├Ąre im Vergleich zu anderen L├Ąndern nicht gut entwickelt sei.

Auch die Frage der Refinanzierung werde sich ├╝ber kurz oder lang l├Âsen lassen, wie Dr. St├Âcker festhielt. So sei „viel Luft f├╝r Werbung“, wenn man den Anzeigenmarkt Print mit dem Anzeigenmarkt Online vergleiche.

Hardy Prothmann merkte an, dass Online-Werbung oft noch erkl├Ąrungsbed├╝rftig sei, sich der Trend aber eindeutig weg vom Print hin zu Online entwickle: „Printwerbung ist im Vergleich zu Onlinewerbung extrem teuer und wenig erfolgreich – online tr├Ągt weiter, ist schneller, flexibler und kann einfach mehr.“

Hinweis:
Der MainzerMedienDisput wurde 1996 erstmalig veranstaltet und wird von der rheinland-pf├Ąlzischen Staatskanzlei, der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Landeszentrale f├╝r Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz getragen. Die Medienpartner des Disputs sind der S├╝dwestrundfunk (SWR) und das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF).

Anmerkung der Redaktion:

Christian M├╝hlbauer absolviert ein redaktionelles Praktikum bei uns in der Zeit vom 22. November – 10. Dezember 2010. Herr M├╝hlbauer studiert an der Fachhochschule Ansbach „Ressortjournalismus.“

„Pfenning“: „Man war zu sp├Ąt aufgewacht – alle Entscheidungen waren schon getroffen.“

Guten Tag!

Heddesheim, 04. November 2010. Das heddesheimblog wagt einen Blick in die Zukunft: Wir haben mit jemandem gesprochen, der in der j├╝ngeren Vergangenheit erlebt hat, wie eine Ansiedlungsentscheidung sein Lebensidyll ver├Ąndert.

Dieter Pfenning hei├čt der Mann und ist weder verwandt noch verschw├Ągert mit dem „pfenning logistics“-Chef Karl-Martin Pfenning. Die Namensgleichheit ist reiner Zufall.

Dieter Pfenning ist IT-Spezialist und wohnt in Oldendorf, im „Speckg├╝rtel“ von Hamburg. Rein zuf├Ąllig hat er bereits erlebt, was Heddesheim zum Teil noch vor sich hat. Denn vor seiner Haust├╝r entsteht ein riesiges Logistik-Zentrum.

Von Dieter Pfenning

Vor gut neun Jahren bin ich mit meiner Frau aus dem belebten Hamburger Stadtteil St. Georg raus aufs Land gezogen, nach Oldendorf. Dort wurde auch unser gemeinsamer Sohn geboren.

Zuvor hatten wir ├╝ber zwei Jahre lang gesucht, bis wir diesen sch├Ânen Ort auf dem platten Land gefunden hatten.

„Oldendorf war f├╝r mich, meine Frau und unseren Sohn ein Idyll.“ Dieter Pfenning

Ein 80-Seelen-Nest. Die Hausnummern der H├Ąuser sind in der Reihenfolge, in denen sie gebaut wurden. Hier sagen sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“.

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L├Ąndliche Idylle – aufgenommen am 11. September 2008. Bild: privat

Oldendorf liegt zwischen zwei Autobahnabfahrten – die wir schnell erreichen k├Ânnen. Ich fahre 40 Kilometer zu meinem Arbeitsplatz nach Hamburg. Eine ideale Kombination: Wohnen auf dem Land und gute Verkehrsanbindung an die Stadt.

Auch andere finden das ideal – das wusste ich damals aber nicht.

Irgendwann wurde ich durch das Ortsbl├Ąttchen auf eine geplante Speditionsansiedlung aufmerksam. Im Nachbarort Mienenb├╝ttel sollte das entstehen – wenn alles ausgebaut ist, wird es 80 Hektar gro├č sein. Auf der anderen Seite der Autobahn, in Wennerstorf sollen nochmals 45 Hektar ausgebaut werden. Lidl hat hier schon das Zentrallager Nord hingestellt. Man sagte mir, dass hier das gr├Â├čte Logistik-Zentrum Deutschlands entsteht.

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Logistik-Idylle. Aufgenommen am 30. Oktober 2010. Bild: privat

Ich machte mich kundig und fragte Leute in Mienenb├╝ttel ├╝ber die Ansiedlung. Und ich erfuhr: Hier gibt es sogar eine B├╝rgerinitiative Mienenb├╝ttel. Wie konnte das sein, dass ich zwei Kilometer weiter nichts davon erfahren hatte?

„Wieso hatte ich nichts erfahren?“

Das Gewerbegebiet wird sich direkt an Mienenb├╝ttel anschlie├čen: Wie konnte das sein, dass sich hier so wenig regt?

Die Mitglieder der Initiative waren sehr emotional. Ich habe dann einen Blog aufgesetzt, Informationen gesammelt und diese ver├Âffentlicht.

Denn eins war klar: Alle Entscheidungen waren schon in den Gremien getroffen worden. Man war zu sp├Ąt aufgewacht.

Es gab keine Gutachten, keine ernstzunehmende juristische Beratung. Klar, es wurden Einwendungen gemacht, die aber alle abgeschmettert wurden.

Alles abgeschmettert.

Aktuell ist am 25. Oktober 2010 ein Normenkontrollverfahren beendet worden – ohne Chance auf Revision. Man hatte geklagt, dass die Einwendungen nicht ausreichend ber├╝cksichtigt worden waren. Das mag sein. Da diese aber formal nicht untermauert waren, gab es auch wenig Chancen auf Erfolg mit der Klage.

W├Ąhrend der Planungsphase haben wir hier ordenlich Dampf gemacht. Plakate gemalt, Aufkleber drucken lassen – wir haben sogar eine Demo veranstaltet.

Mir war klar, dass wir wohl nicht mehr viel erreichen konnten. Eins meiner unserer Ziele war, dass wir ein Durchfahrtsverbot f├╝r Lkw ├╝ber 7,5 Tonnen durch Oldendorf erreichen. Das hat funktioniert. Die Lkw fahren zwar immer noch durch den Ort, wenn die A1 dicht ist. Aber wenigstens etwas.

Ohne R├╝cksicht auf Verluste.

Es gab viel b├Âses Blut in der Zeit. Das Gewerbegebiet geh├Ârt zu Neu-Wulmstorf, wie auch Mienenb├╝ttel. Die haben das ohne R├╝cksicht auf Verluste bei den Nachbarn durchgezogen. Die Stimmung in Mienenb├╝ttel ist nicht besonders gut, weil man erst sp├Ąt erkannt hat, dass der ganze Ort ver├Ąndert wird.

Die lokale Presse, beispielsweise das Hamburger Abendblatt als gro├če Zeitung, hat das Thema links liegen lassen. Die kleine Lokalbl├Ąttchen-Presse hat sich etwas mehr engagiert.

Heute wissen alle: Wir haben geschlafen und sind erst von einem Apparat ├╝berrollt worden, gegen den man kaum eine Chance hat und bekommen einen Verkehr, der das Leben hier von Grund auf ver├Ąndern wird.

Solange sich die „gew├Ąhlten Vertreter“ in den gesetzlich zul├Ąssigen Grenzen bewegen, kann man wenig machen. Nat├╝rlich sind die bis an jede dieser Grenzen gegangen. Das einzige, was wir tun k├Ânnen, ist beim n├Ąchsten Mal anders zu w├Ąhlen. So l├Ąuft das „Spiel“.

Kaum den Hauch einer Chance.

Wir haben aber etwas getan – wir haben f├╝r Aufmerksamkeit gesorgt. Wir h├Ątten aber viel fr├╝her viel strukturierter gegen das Projekt vorgehen m├╝ssen, um auch nur den Hauch einer Chance zu haben.

B├╝rgermeister und Verwaltungen beherrschen das Gesch├Ąft. Die machen das jeden Tag, kennen rechtliche Regelungen, Verfahrensabl├Ąufe, Fristen und all das. Auch Investoren kennen das alles. Normale B├╝rger sind dagegen fast chancenlos.

Emotionalit├Ąt oder gar schlechte Laune bringt ├╝berhaupt nichts. Hier geht es um Gesetze, Normen, Verfahren. In diesen Sprachen wird verhandelt. Ob einem das gef├Ąllt oder nicht. Wer sich dagegen auflehnt, hat immerhin die Chance Zugest├Ąndnisse zu erreichen, wie wir in Oldendorf mit dem Durchfahrtsverbot.

Wir sind der kleinste Ort der umliegenden Gemeinden und haben den gr├Â├čten Krach gemacht. Sogar das ZDF hat ├╝ber uns berichtet.

IG neinzupfenning-Vertreter war zu Besuch.

Irgendwann war auch mal jemand von der IG neinzupfenning hier bei uns mit seinem Wohnmobil und hat sich zum Lauf der Dinge und unseren Aktionen erkundigt. Wir haben informiert und dem Mann und seiner Frau Material mitgegeben. Seitdem haben wir nie mehr von diesen Menschen geh├Ârt.

├â┼ôbers Internet hat mich Herr Prothmann kontaktiert – wir haben uns ausf├╝hrlich ├╝ber die jeweiligen „Zust├Ąnde“ unterhalten.

Dabei haben wir durchaus unterschiedliche Sichtweisen – ich bin Betroffener und habe mich zusammen mit anderen gewehrt. Herr Prothmann ist Journalist und berichtet ├╝ber das Verfahren.

Zwar ist er „zuf├Ąllig“ auch zum Gemeinderat gew├Ąhlt worden, aber auch hier steht er abseits mit seiner Transparenz und seinem klugen Sachverstand.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Oldendorf und Heddesheim.

Nach dem Kontakt habe ich sehr interessiert das heddesheimblog gelesen und viele Gemeinsamkeiten im Verfahrensgang zu „unserem“ Logistik-Zentrum feststellen k├Ânnen. Die Dokumentation ist beeindruckend.

Auch hier bei uns haben die „Einheimischen“, die auch in ├â┼ôberzahl in den Gremien vertreten sind, das Sagen und nichts gegen die Ansiedlung einzuwenden gehabt. Andere Einheimische haben sich angeschlossen – man kennt sich, versteht sich und vertraut sich: Wird schon werden…

Heute sind viele dieser Verbindungen teils unrettbar zerbrochen. Ich gebe allen den Rat, die Emotionen drau├čen zu lassen und sich auf die neue Situation einzustellen, so gut das eben geht. Das ist nat├╝rlich schwer, sind die Entt├Ąuschungen doch gro├č.

Heddesheim ist in einer anderen Lage – durch die professionelle journalistische Begleitung. Ich h├Ątte mich gefreut, h├Ątte ich jemanden wie Herrn Prothmann hier vor Ort gehabt. Der beherrscht sein Handwerk – das kann ich beurteilen, weil ich selbst schon lange im Verlagsgesch├Ąft f├╝r gro├če Medien arbeite.

Emotionen m├╝ssen drau├čen bleiben.

Was mich bis heute ├Ąrgert, ist, wie hilflos man gegen├╝ber der B├╝rokratie und den Strippenziehern als B├╝rger ist. Aber wie gesagt – die Emotionen m├╝ssen drau├čen bleiben.

Ich habe meine Schl├╝sse daraus gezogen und wei├č f├╝r die Zukunft, wie wichtig es ist, gut informiert zu werden und seinen Teil dazu beizutragen. Der Lobby aus Verwaltung, Wirtschaft und Lokalmedien kann man sonst nichts entgegensetzen.

Viele wollen das wahrscheinlich nicht, weil sie sich damit arrangiert haben. Das kann ein Leben lang gutgehen – aber auch an dem Tag zur Ern├╝chterung f├╝hren, wenn man selbst dadurch einen Nachteil hat.

BI Oldendorf

Zu sp├Ąt, um noch „mitentscheiden“ zu d├╝rfen: Die homepage der B├╝rgerinitiative Oldendorf.

Den Heddesheimern w├╝nsche ich viel Erfolg bei ihrem zivilen Widerstand. Bleibt friedlich, das waren wir hier auch und das war mir und allen, die ich kenne, sehr wichtig.

„Man muss sich engagieren, sonst wird das nichts.“ Dieter Pfenning

Aber t├Ąuscht Euch nicht, was Eure „Mitwirkungsm├Âglichkeiten“ angeht. Die sind, soweit ich das ├╝berblicken kann, nur noch juristischer Natur.

Es besteht weiterhin die Chance, f├╝r Aufmerksamkeit zu sorgen. Daf├╝r muss man sich aber engagieren, sonst wird das nichts.

Das gilt f├╝r alle Ort in Deutschland. Und ebenso: Seid froh, dass ihr einen unabh├Ąngigen Journalismus im Ort habt, auch, wenn der manchmal unbequem ist. Denn das gilt nur f├╝r die wenigsten Orte in Deutschland.

Protokoll: Hardy Prothmann
Anmerkung der Redaktion: Ein Protokoll ist eine besondere journalistische Form. Die Grundlage ist ein Gespr├Ąch, dass Herr Pfenning und Herr Prothmann miteinander gef├╝hrt haben. Dieses Gespr├Ąch wurde zusammengefasst und als Artikel zur Freigabe vorgelegt. Herr Pfenning hat kleinere Korrekturen vorgenommen und dann dem Text zur Ver├Âffentlichung zugestimmt.

SWR-Landesschau berichtet ├╝ber unsere Blogs

Guten Tag!

Heddesheim, 30. Oktober 2010. Die SWR-Landesschau Baden-W├╝rttemberg hat gestern in einem Beitrag ├╝ber uns berichtet – Sie k├Ânnen den Film auch ├╝ber die Mediathek anschauen.

landesschau

Beitrag in der SWR-Landesschau

Im Beitrag des SWR geht es um Chancen und Risiken des Internet – Hardy Prothmann und seine lokaljournalistische Arbeit gelten als Synonym f├╝r kritischen Journalismus vor Ort.

Hier k├Ânnen Sie den Film anschauen: SWR-Mediathek