Donnerstag, 02. April 2020

Investor hat Pfenning noch nicht ├╝bernommen

„Pfenning-Deal“ noch nicht in „trockenen T├╝chern“

Heddesheim/Hamburg, 13. September 2012. (red) Die Union Investment Real Estate GmbH hat noch keine Investition in das Logistikzentrum „Pfenning“ vorgenommen, wie das Unternehmen auf Nachfrage mitteilte. „Wir ├Ąu├čern uns erst, wenn eine Acquistion in trockenen T├╝chern ist“, sagte ein Sprecher. Ob man das Gerichtsurteil des VGH abwarte, beantwortete der Sprecher: „Das k├Ânnen Sie so interpretieren. Wir ├Ąu├čern uns dazu nicht.“

Hier entsteht die Zukunft Heddesheims

Neues von der Baustelle: Folge 8 ÔÇô ein erstes Gerippe

Das erste Pfenning-Gerippe entsteht.

 

Heddesheim, 25. Februar 2012. (red) Bis Anfang 2013 soll das riesige „Pfenning“-Gel├Ąnde n├Ârdlich der Benzstra├če bebaut sein. Aktuell entsteht ein erstes Hallengerippe.

Der Zeitplan d├╝rfte als sehr optimistisch gelten. Schon mehrmals musste die Viernheimer „Pfenning“-Gruppe ihre Zeitvorgaben anpassen.

Die Bauunternehmung Max B├Âgl ist ein Spezialist f├╝r das Verbauen von Fertigbetonteilen. Vergleicht man die Bauzeiten f├╝r andere Logistikprojekte, d├╝rfte es mit Anfang 2013 auch nichts werden, sondern eher Ende 2013.

Im Sommer 2014 sind Kommunal- und B├╝rgermeisterwahlen. Die Frage wird dann sein, ob sich das dann vielleicht realisierte Mega-Projekt eher positiv oder eher negativ auf die Bef├╝rworter und ihr Ansehen in der Bev├Âlkerung auswirkt.

Fest steht schon heute, dass dass „angesehene“ Unternehmen „Pfenning“ ein Wortbrecher ist. Statt einer Konzentration der verschiedenen Standorte will man nach eigener Aussage nun „Neugesch├Ąft“ hier ansiedeln. B├╝rgermeister Michael Kessler ├Ąu├čerte gegen├╝ber dem Mannheimer Morgen „Verst├Ąndnis“ f├╝r den Wortbruch. Ob er sich damit zum Wortbruch bekennt und welchen seiner Worte man glauben kann, mag jeder selbst entscheiden.

Der B├╝rgermeisterwahlkampf hat unterdessen schon begonnen. Seit einigen Monaten hat der Mannheimer Morgen einen „Sch├Ânschreiber“ mit dem K├╝rzel „Diko“ im Einsatz, der garantiert nur positiv ├╝ber BM Kessler berichtet und keine Gelegenheit f├╝r Lobhudelei vers├Ąumt.

„Pfenning“ wirbt mit Online-Prospekt und Rehen auf Kr├Ąuterwiesen

Heddesheim/Viernheim/Rhein-Neckar, 13. April 2011. (red) Die KMP Holding, Muttergesellschaft von „pfenning logistics“, wirbt im Internet mit einer aufw├Ąndigen Pr├Ąsentation des geplanten Logistikzentrums. Die hat sicherlich viel Geld geskostet – und das, obwohl „Pfenning“ heftig sparen muss. Denn der Umsatz 2009 ist abermals eingebrochen – um 7,3 Prozent. Das Unternehmen, das laut B├╝rgermeister Michael Kessler und der Mehrheit im Gemeinderat die Zukunft Heddesheims sichern soll, hat enorm zu k├Ąmpfen. Arbeitspl├Ątze wurden abgebaut, die Umsatzrendite liegt bei 0,9 Prozent. Eine Aussicht auf Besserung ist nicht in Sicht.

Von Hardy Prothmann

Vorweg – Sie sollten mindestens ├╝ber DSL 3000 verf├╝gen, selbst dann wird der Aufruf dieser vollkommen unn├Âtigen Programmierung zum Geduldsspiel. „Pfenning“ pr├Ąsentiert unter http://www.bestplace-morespace.com einen Art „Online-Prospekt“ f├╝r das geplante Logistikzentrum.

Neu ist daran eigentlich nichts. So hat Pfenning seit Jahren exakt 1.850 Mitarbeiter und der Umsatz 2009 liegt nach Prospekt bei 204 Millionen Euro.

Ein kleiner Blick ins Handelsregister verr├Ąt, dass es 2008 insgesamt 1.852 Mitarbeiter waren und 2009 nur noch 1.810.

Nach „offiziellen“ Angaben behauptete „Pfenning“ im Jahr 2008 insgesamt 220 Millionen Euro Umsatz gemacht zu haben, in der Bilanz stehen nur 169,5 Millionen Euro. F├╝r 2009 behauptet „Pfenning“ insgesamt 204 Millionen Euro Umsatz gemacht zu haben, in der Bilanz stehen nur 157,1 Millionen Euro.

Zur Bilanz 2008 hatten wir bereits nachgefragt: Die Auskunft war, man habe noch andere Beteiligungen, die f├╝r die 50 Millionen Differenz beim Umsatz gesorgt h├Ątten. Weitere Angaben wurden nicht gemacht. Deshalb kann man sich nur auf die vorhandenen Zahlen st├╝tzen und die sehen mies aus.

Zwar hat die Unternehmensgruppe 2009 laut Bilanz einen Gewinn von knapp 1,4 Millionen Euro gemacht (2008: 20.000 Euro), wer sich aber die Zahlen etwas genauer anschaut, erkennt, dass rund 1,1 Millionen Euro weniger f├╝rs Personal ausgegeben wurden – und das bei einer Firma, die versprochen hat, neue Arbeitspl├Ątze nach Heddesheim zu bringen. Was noch nicht mal falsch sein muss, vielleicht werden die neuen Arbeitspl├Ątze ja so schlecht bezahlt, dass unterm Strich hier nochmals gespart werden kann. Beispielsweise wurde die Aufwendungen f├╝r die Altersvorsorge um das Doppelte oder eine halbe Million Euro zur├╝ckgefahren.

Bei den Aufwendungen f├╝r Roh, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden ganze sieben Millionen Euro eingespart – ein Hinweis, dass hier Ausgaben nicht get├Ątigt wurden und der Sparstrumpf ganz eng gezogen wurde. Lapidar ├╝bersetzt: Man schiebt den ├ľlwechsel halt ein bisschen raus. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass fast alle „Vorr├Ąte“ teils bis um ein Drittel zur├╝ckgefahren wurden.

Auch der Aufwand f├╝r bezogene Leistungen ging um gut zehn Prozent oder drei Millionen Euro zur├╝ck – sprich. Firmen, die „Pfenning“ als Kunden haben, mussten den G├╝rtel auch enger schnallen. Auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gingen um 2,4 Millionen Euro oder ebenfalls knapp 10 Prozent zur├╝ck. Und es wurden rund eine Million Euro weniger Zinsen gezahlt. Vielleicht, weil weniger Schulden da sind, kann aber auch gut sein, dass man die Bank gebeten hat, die Zinsen sp├Ąter zu zahlen.

Insgesamt darf man die Zahlen durchaus so interpretieren, dass sparen, sparen, sparen angesagt war. „Pfenning“ nennt das „Konsolidierung“.

Ein interessanter Satz steht unter „Preisdumping“:

„Parallel zu unserer eigenen Flotte bedienen wir uns schon immer bei entsprechenden Transportunternehmen, um unsere ben├Âtigten Spitzenkapazit├Ąten abdecken zu k├Ânnen.“

├â┼ôbersetzt hei├čt das, Pfenning f├Ąhrt einen Grundfahrzeugpark und bedient sich anderer Logistiker, um „Spitzen“ zu bedienen. Die Heddesheimer B├╝rgerinnen und B├╝rger erinnern sich, dass es laut Pfenning├é┬á mindestens zwei Spitzen im Jahr gibt: im Fr├╝hjahr und vor Weihnachten. Dann fahren also vermehrt nicht-„Pfenning“-Lkw ├╝ber die Ringstra├če und „vielleicht“ auch durch den Ort. Das ist die Zeit f├╝r die Aufpasser, die sich dann Kennzeichen notieren, um feststellen zu lassen, ob „Pfenning“ den „Verkehrslenkungsvertrag“ bricht. Die Gemeindekasse f├╝r soziale Zwecke wird sich dann ├╝ber 20 Euro je Versto├č freuen, sofern diese „festgestellt“ werden.

Gr├╝ne Wiese als "Ausstiegsperspektive" - sollte "Pfenning" pleite gehen, k├Ânnten Rehe k├╝nftig regengesch├╝tzt in hochmodernen Hallen weiden. Quelle: KMP Holding

Ebenfalls interessant ist auch dieser Satz zum Personal:

„Aufgrund des Konjunktureinbruches ist jedoch eine Entspannung am Arbeitsmarkt beim gewerblichen Fahrpersonal zu verzeichnen.“

Hei├čt, die Leute suchen Arbeit und schaffen sicherlich auch f├╝r wenig Geld.

Als Prognose erwartet der Konzern laut Bilanzbericht f├╝r 2010 eine „Konsolidierung“ auf dem Niveau von 2009 – sprich, der Umsatz wird nicht wachsen. Da „Pfenning“ den Gro├čkunden Henkel verloren hat, darf man gespannt sein, wie die tats├Ąchlichen Zahlen aussehen werden.

Mit einer Umsatzrendite von 0,9 Prozent ist Pfenning, naja, nicht gerade das, was man ein „erfolgreiches Unternehmen“ nennt. Anders ausgedr├╝ckt, von 100 Euro Umsatz bleiben nach Abszug aller Ausgaben 90 Cent „Gewinn“ in der Tasche.

Zur├╝ck zur Pr├Ąsentation: Geht es nach Pfenning, k├Ânnten die Hallen im Notfall auch als „Renaturierungsgebiet“ genutzt werden – aber vielleicht ist das einfach wieder nur eine Fehlinterpretation.

Pfenning „informiert“ ├╝ber „planm├Ą├čige Bauvorbereitungen“

Guten Tag!

Heddesheim, 25. Februar 2011. (pm) In einer Pressemitteilung von gestern Nachmittag informiert die „Pfenning“-Gruppe ├╝ber „planm├Ą├čige Bauvorbereitungen“. Danach stehen im M├Ąrz noch „Pr├╝fungen“ an. Bis 2013 sollen die Hallen stehen.

Presseinformation „Pfenning“:

„Die Bauvorbereitungen f├╝r das im Gewerbegebiet der Gemeinde Heddesheim geplante Logistikzentrum der Pfenning-Gruppe schreiten planm├Ą├čig
voran und stehen kurz vor dem Abschluss.

Die letzten gem├Ą├č Baugenehmigung vorgeschriebenen Vorbereitungsma├čnahmen sind f├╝r M├Ąrz 2011 vorgesehen.

Eine detaillierte arch├Ąologische Untersuchung des Baugel├Ąndes durch Mitarbeiter des Landesdenkmalamts soll in der ersten M├Ąrzh├Ąlfte erfolgen.

Hieran anschlie├čend soll eine systematische ├â┼ôberpr├╝fung des Areals entlang der Gleistrasse auf eine m├Âgliche Kampfmittelbelastung stattfinden.

Diese Ma├čnahmen sind Voraussetzungen f├╝r einen Beginn der Bauarbeiten und sind bei Bauprojekten dieser Gr├Â├čenordnung ├╝blich.

Bis 2013 entstehen in Heddesheim auf einer ca. 200.000 m├é┬▓ umfassenden Gesamtfl├Ąche, die f├╝r die Logistikabwicklung ├╝ber einen eigenen Gleisanschluss an das Netz der Deutschen Bahn verf├╝gen soll, hochmoderne Lagerhallen, die unter Ber├╝cksichtigung neuester ├Âkologischer Erkenntnisse konzipiert wurden.

Das Gel├Ąnde bietet der Pfenning-Gruppe die n├Âtigen Kapazit├Ąten f├╝r eine Zusammenf├╝hrung mehrerer Lagerstandorte in der Region und er├Âffnet au├čerdem die M├Âglichkeit zur Gesch├Ąftserweiterung. Damit ist die Grundlage f├╝r ein langfristig planbares weiteres Wachstum geschaffen.

Heddesheim wird neuer Firmensitz der Unternehmensgruppe.“

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

„Pfenning“: Kunde weg, Klage am Hals, Chaos voraus

Guten Tag!

Heddesheim, 21. Dezember 2010. Kunde weg, Klage am Hals, Chaos voraus – auf diese kurze Formel kann man den derzeitigen Stand der Dinge in Sachen geplanter „Pfenning“-Ansiedlung bringen. Die Bilanz zum Jahresende: Das „Pfenning“-Projekt entwickelt sich immer mehr zum Desaster. F├╝r das Unternehmen, f├╝r den Standort Heddesheim und einen B├╝rgermeister Michael Kessler, dessen Schicksal eng mit dem von Pfenning verkn├╝pft ist.

Kommentar: Hardy Prothmann

Die geplante Unternehmensansiedlung „Pfenning“ ist eine Geschichte von T├Ąuschungen, Halbwahrheiten und Intransparenz. Die negativen Helden dieses vermurksten Projekts sind der Gesch├Ąftsf├╝hrer Uwe Nitzinger, B├╝rgermeister Michael Kessler und die Ja-Sager der CDU, SPD und FDP.

Sie alle stehen f├╝r eine aktive Nicht-Information oder Falschinformation der ├ľffentlichkeit.

Jahrhundertprojekt oder Jahrhundertskandal?

Angeblich sollte das geplante Logistikzentrum „N├Ârdlich der Benzstra├če“ ein Jahrhundertprojekt sein – tats├Ąchlich hat das „Projekt“ das Potenzial als Jahrhundertskandal in die Heddesheimer Geschichte einzugehen.

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"Pfenning" plant mit einem Kunden, der nicht mit "Pfenning" plant. Gro├čkunde Henkel hat die Vertr├Ąge gek├╝ndigt. Bild: heddesheimblog.de

Es ist skandal├Âs, dass die ├ľffentlichkeit erst Ende Dezember 2010 erf├Ąhrt, dass das Transportunternehmen „Pfenning“ ausgerechnet den Kunden verloren hat, mit dem es immer Werbung gemacht hat: Der „bedeutende“ Kunde, die Henkel AG, stellt ab Januar 2011 die Lieferung von Produkten an die Lager der Viernheimer Firma ein.

Wie lange ist dies dem Unternehmen „Pfenning“ schon bekannt? Und wie lange dem B├╝rgermeister Michael Kessler?

H├Ątte der Gemeinderat im September 2010 vielleicht anders ├╝ber den Bebaungsplan entschieden, wenn klar gewesen w├Ąre, dass „Pfenning“ durch den Wegfall des Gro├čkunden Henkel einen wichtigen Umsatzbringer verloren hat? Und zudem bis auf weiteres deshalb auch kein Gleis gebraucht wird, das aus Sicht der CDU eine absolute Bedingung f├╝r die Ansiedlungsentscheidung darstellte?

„Wir planen weiter mit Henkel.“
„Pfenning“-Gesch├Ąftsf├╝hrer Uwe Nitzinger am 09. Dezember 2010

Wie intransparent und wenig glaubw├╝rdig „Pfenning“ agiert, wurde vor ein paar Tagen nochmals deutlich. Am 09. Dezember 2010 wurde der „Pfenning“-Gesch├Ąftsf├╝hrer Uwe Nitzinger vom Gr├╝nen-Gemeinderat G├╝nther Heinisch in der Anh├Ârung zum geplanten Gleisanschluss gefragt: „Trifft es zu, dass Sie weiter mit Henkel planen?“

„Ja“, hat Herr Nitzinger geantwortet, und: „Aber auch mit anderen Kunden.“

Ist das eine L├╝ge? Mindestens bel├╝gt sich Herr Nitzinger selbst. Denn er kann zwar mit Henkel und anderen Kunden planen – Henkel aber plant nicht mit ihm und „Pfenning“. Und von anderen Kunden gibt es weit und breit keine Spur.

Ger├╝chte seit Mai 2010.

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F├╝r Henkel verl├Ądt "Pfenning" ab Januar nichts mehr. Damit wird auch kein Gleis gebraucht. Bild: heddesheimblog.de

Bereits seit Mai 2010 sind diese Ger├╝chte bekannt – erst jetzt kommt die Wahrheit ans Licht. Nicht durch Pfenning, nicht durch den B├╝rgermeister Kessler. Sondern ausgerechnet durch den Mannheimer Morgen, der bislang eher durch wachsweiche Hofberichterstattung aufgefallen ist, m├Âglicherweise aber durch viele Abo-Verluste gemerkt hat, dass man aufs falsche Pferd gesetzt hat. Allerdings ist auch dieser Bericht insofern weichgesp├╝lt, als entscheidende Fragen nicht gestellt werden, sondern so getan wird, als habe alles seine Ordnung, sprich, laufe alles nach Plan.

Zur Erinnerung: Das Henkel-Argument war entscheidend f├╝r die Behauptung, dass „Pfenning“ einen Gleisanschluss am geplanten Logistikzentrum braucht, weil sonst der Kunde Henkel „weg w├Ąre“. Tats├Ąchlich war der Kunde schon weg.

Die unkritische „Ja-Sager-Fraktion“ aus CDU, SPD und FDP, allen voran die Fraktionssprecher Dr. Josef Doll, J├╝rgen Merx und Frank Hasselbring haben alles vers├Ąumt, was man vers├Ąumen wollte, um Fragen zu stellen und Antworten zu erhalten.

Mit dem Gleis stirbt ein Teil der Argumentation.

Sie haben sich lieber auf Behauptungen verlassen. Ohne das Henkel-Argument h├Ątte sich eventuell selbst die Abnicker-Fraktion die Frage gestellt: „Moment, der Gro├čkunde und damit die Schienenlieferung sind weg. Ist das Projekt dadurch gef├Ąhrdet? Braucht man das Gleis noch? Und wenn nicht, ist dann nicht eines unserer wichtigsten Argumente auch weg?“

Man darf getrost davon ausgehen, dass die Beton-Fraktion auch angesichts der ver├Ąnderten Parameter keine Fragen stellen wird. Zu tief hat sie sich in das Verfahren verstricken lassen und sieht nun keinen Ausweg mehr.

Letzte Ausfahrt Normenkontrollantrag. Ausgerechnet.

Die letzte Chance, irgendwie aus diesem verungl├╝ckten Projekt „Pfenning“ herauszukommen, ist ausgerechnet durch die Gegner, die „IG neinzupfenning“ gerade auf den Weg gebracht worden.

Am 03. Dezember 2010 wurde ein Normenkontrollantrag gegen den Bebauungsplan „N├Ârdlich der Benzstra├če“ beim Verwaltungsgerichtshof Baden-W├╝rttemberg in Mannheim eingereicht.

Die mandatierte Heidelberger Kanzlei Schlatter gilt als herausragende „Adresse“, der bearbeitende Anwalt J├╝rgen Behrendt ist ein Experte f├╝r Verwaltungsrecht und sicherlich entsprechend des Rufs der Kanzlei sehr interessiert daran, die Interessen seines Mandanten zur Zufriedenheit desselben wahrzunehmen.

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Sollte der Bebauungsplan M├Ąngel aufweisen, die eine erneute Behandlung erzwingen, hat der Gemeinderat die Chance, angesichts der unsicheren Auftragslage bei „Pfenning“ und dem noch unsicheren Gleisanschluss sowie – nutzung, den Ausstieg zu wagen. Um das Gesicht zu wahren, wird dann wahrscheinlich gesagt werden: „Die Voraussetzungen haben sich ver├Ąndert, deswegen ist eine Zustimmung nicht l├Ąnger m├Âglich.“

Das w├Ąre zwar auch eine nicht korrekte Information, denn die „Voraussetzungen“ stimmten von Anfang an nicht. Aber es w├Ąre die Anerkennung der Fakten, statt sich auf Fabeln zu verlassen.

Die Causa „Pfenning“ ist l├Ąngst eine Causa Kessler.

Das Schicksal von B├╝rgermeister Kessler hingegen ist unabdingbar an „Pfenning“ gebunden. Bereits seit Mai 2008 plant Michael Kessler sein Jahrhundertprojekt, um als 100-Millionen-Euro-Kessler in die Geschichte Heddesheims und der gesamten Region einzugehen.

Die Chancen, dass ihm das ohne Gesichtsverlust gelingt, werden immer geringer. Er wird deshalb auf Teufel-komm-raus versuchen, seine Ja-Sager bei der Stange zu halten. Denn wenn „Pfenning“ platzt, ist eine Wiederwahl im Jahr 2014 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen.

Doch auch, wenn „Pfenning“ kommen sollte, wird es nicht gut aussehen f├╝r den B├╝rgermeister. Er ist mittlerweile die Symbolfigur f├╝r Intransparenz und B├╝rgerferne. Wenn „Pfenning“ kommt, wird es f├╝r die Heddesheimer Bev├Âlkerung noch jede Menge ├â┼ôberraschungen geben, die allesamt nicht sehr erfreulich sein d├╝rften, zieht man die Bilanz aus den bisherigen „├â┼ôberraschungen“, die allesamt negativ waren.

Weitere Klage droht.

Au├čerdem droht noch eine m├Âgliche zweite Klage durch die Gemeinde Hirschberg. Auch hier hat B├╝rgermeister Kessler mit seiner Intransparenz f├╝r „Irritationen“ gesorgt: Der Verkehrslenkungsvertrag, ein „Plus“ auf dem Weg der Entscheidungsfindung in Heddesheim, wird in Hirschberg als absolutes „Minus“ verstanden.

Schon heute steht fest, dass diese geplante Unternehmensansiedlung den Frieden im Ort empflindlich gest├Ârt hat, auch das Verh├Ąltnis zur Nachbargemeinde Hirschberg. Hauptverantwortlich sind der B├╝rgermeister Kessler und das Unternehmen „Pfenning“, die hinter den Kulissen gemauschelt haben und immer nur dann reagierten, wenn es eng wurde.

Transparenz? Von wegen.

Von einem transparenten Verfahren mit vertrauensbildenden Ma├čnahmen fehlt jede Spur. Es wurde taktiert, was das Zeug h├Ąlt. Es wurde nur dann informiert, wenn es absolut n├Âtig war und bis heute sind viele Fragen offen.

Soviel steht fest: Es wurden enorme Mittel f├╝r Gutachten aufgewendet, die allesamt fragw├╝rdig bleiben, f├╝r Juristen, die kuriose Vertr├Ąge wie den „Verkehrslenkungsvertrag“ f├╝r teuer Geld „erfunden“ haben. Die Verwaltung wurde personell und organisatorisch bis an die Grenze des Zumutbaren belastet – f├╝r ein Projekt, aus dem l├Ąngst jeder Glanz und jede Freude verschwunden ist.

Offene Fragen oder das Chaos geht weiter.

Und sollte „Pfenning“ wie angek├╝ndigt bis Weihnachten die Kaufvertr├Ąge f├╝r die ├âÔÇ×cker unter Dach und Fach gebracht haben, bleibt die Frage, was passiert. Wird „Pfenning“ aufgrund von M├Ąngeln im Bebauungsplan weiter verz├Âgert oder gar gestoppt: Was passiert dann auf dieser „Filet-Fl├Ąche“?

Heddesheim wird das Geld, das man jetzt f├╝r die Erschlie├čung kassiert hat, zur├╝ckgeben m├╝ssen. Verkauft „Pfenning“ dann an jemand anderen? Oder l├Ąsst man die Gemeinde zappeln, indem nichts vorangeht? Drohen vielleicht sogar Entsch├Ądigungsklagen?

Auch soviel ist klar: Das Thema „Pfenning“ bleibt auch in den kommenden Monaten ein Top-Thema f├╝r die Gemeinde Heddesheim. Der Ausgang ist ungewiss.

Man darf aber davon ausgehen, dass die T├Ąuschungen und Halbwahrheiten auch im Jahr 2011 zusammen mit der bew├Ąhrten Intransparenz weiter Konjunktur haben d├╝rften.

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist verantwortlich f├╝r das heddesheimblog und ist partei- und fraktionsfreier Gemeinderat in Heddesheim. Er zusammen mit acht anderen Gemeinder├Ąten lehnt er das „Pfenning“-Projekt ab, elf Gemeinder├Ąte und der B├╝rgermeister Michael Kessler bef├╝rworten das Projekt, zwei Gemeinder├Ąte sind befangen.

Eine Frage der Kohle – in Sachen Pfenning ist noch alles offen

Guten Tag!

Heddesheim, 10. Dezember 2009. In Mainz sollten ├╝ber eine Milliarde Euro in ein neues Kohlekraftwerk investiert werden. Der Stadtrat hat den Bau jetzt endg├╝ltig gestoppt.
Die Parallelen zu Heddesheim sind frappierend. Erst waren sich alle Parteien einig, dann stiegen die Gr├╝nen nach und nach aus. Die IFOK moderierte einen „Dialog“. Arbeitspl├Ątze, Steuereinnahmen, „Zukunftssicherheit“ lauteten auch hier die Argumente der Bef├╝rworter – gegen den begr├╝ndeten Willen der Gegner kamen sie nicht an.

Kommentar: Hardy Prothmann

In Mainz und Wiesbaden d├╝rfte die Meldung vom Stopp des umstrittenen „Kohleheizkraftwerk Ingelheimer Aue“ heute die Nachricht des Jahres gewesen sein. Fast f├╝nf Jahre k├Ąmpften verschiedene Interessenverb├Ąnde und Organisation gegen die Investitionsentscheidung in markanter H├Âhe: 1,2 Milliarden Euro wollte der Betreiber KWM AG in den Bau investieren.

Die Gemeinsamkeiten zu Heddesheim und Pfenning sind frappierend. Auch in Mainz wurde das Projekt ohne ausreichende B├╝rgerbeteiligung aufgesetzt. Auch hier sind die Argumente: Investition in die Zukunft, Arbeitspl├Ątze, Steuereinnahmen, „Umweltfreundlichkeit“, usw.

Als der Widerstand gr├Â├čer wurde – gab es einen „Gespr├Ąchskreis“. Moderator, die IFOK.

Auf der unternehmenseigenen Informationsseite der KMW AG zum Projekt: Die gleichen konzentrierten, adretten, nett l├Ąchelnden Mitarbeiter wie bei „Pfenning“. Es scheint, dass die IFOK-Beratung wie eine fertige Schablone f├╝r solcherart Websites dient, wo nur noch die Bilderchen und die immer gleich lobhudelnden Texte ausgetauscht werden.

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Sch├Âne Seiten f├╝r gute Stimmung - in Mainz ist das Geschichte. Quelle: KMW AG

Am 2. September 2008 „informiert“ die KMW AG per Pressemitteilung:

„Falsche Vermutungen werden nicht dadurch richtig, dass man sie einfach alle paar Monate wiederholt. Mit dieser Feststellung reagiert die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG auf den neuerlichen untauglichen Versuch von externen Betriebswirten das geplante Kohleheizkraftwerk auf der Ingelheimer Aue k├╝nstlich schlecht zu rechnen. Bereits im M├Ąrz 2008 hatten gut zwei Dutzend Unterzeichner anhand von l├Ąngst ├╝berholten und zwei bis drei Jahre alten Berechnungen versucht, die Wirtschaftlichkeit des Projektes in Frage zu stellen. (…)“

Ein Jahr sp├Ąter ist klar, dass die KMW AG das Projekt finanziell nicht stellen kann.

pfenning

Sch├Âne Seiten f├╝r gute Stimmung - in Heddesheim noch offen. Quelle: "Pfenning"

Bei „Propfenning“ liest sich das im September 2009 so:

„Von den Projekt-Gegnern wurden immer wieder Unwahrheiten und falsche Ger├╝chte gestreut, um unser Unternehmen in Misskredit zu bringen. (…) Die oben zitierte unwahre Behauptung ist nur eines von vielen Beispielen, das die systematische Vorgehensweise der Projekt-Kritiker verdeutlicht.“

Die Verbindung der Zitate liegt im „angeblichen Schlechtreden“ durch die „Gegner“. Gar „systematisch“ sei das – das liest sich wie eine „Verschw├Ârung“. Das Opfer: Die armen Investoren.

In Mainz ist das Projekt tats├Ąchlich der politischen Klugheit geopfert worden. Dort hatten sich gem├Ą├č einer Forsa-Umfrage nur ein Drittel der Menschen definitiv gegen das Projekt ausgesprochen – Unsicherheit genug f├╝r die neue „Ampelkoalition“ aus SPD, FDP und Gr├╝nen, um in ihrem Koalitionsvertrag definitiv das Projekt zu beerdigen.

In Heddesheim hat sich die H├Ąlfte der befragten B├╝rger gegen die „Pfenning“-Ansiedlung ausgesprochen. Im Gemeinderat fand sich eine d├╝nne Mehrheit inklusive der Stimme des B├╝rgermeisters Michael Kesslers f├╝r den Bauvorentwurf. Eine abweichende Stimme im Lager der bisherigen Unterst├╝tzer h├Ątte das Projekt zu Fall gebracht.

Ohne eine kritische ├ľffentlichkeit w├╝rde „Pfenning“ l├Ąngst bauen.

Dabei haben die Bef├╝rworter so gut wie keine Fragen – sie winken jedes Gutachten einfach so durch, als k├Ânne man allem blind vertrauen. Sicherlich ist bis heute ein gro├čer Teil gekr├Ąnkte Eitelkeit daran Schuld – die CDU und die SPD haben bei den Wahlen enorm Federn lassen m├╝ssen, am Ende auch die FDP. Man ist halt einfach daf├╝r. Und erst recht, weil die anderen dagegen sind. Basta.

Gewonnen haben bislang die Gr├╝nen – an Sitzen und an Vertrauen. Dieses muss sich die ├ľko-Partei aber nun durch Arbeit sichern – wollen sie Willen ihrer W├Ąhler transparent machen.

Zur Zeit sind die Pl├Ąne und Gutachten auf dem Weg zu den zust├Ąndigen Beh├Ârden, die zur Stellungnahme aufgefordert werden. Ende Januar sollen nach Informationen des heddesheimblogs die Ergebnisse vorliegen.

Danach wird es noch einige Gemeinderatssitzungen geben und Zeit, die B├╝rger umfassend ├╝ber die Risiken und Nachteile der Ansiedlung zu informieren. Bis hin zur Ver├Âffentlichung der Unterlagen. Dann k├Ânnen die B├╝rger ihre Bedenken vorbringen. Die B├╝rger hierbei zu unterst├╝tzen, ist Aufgabe der Gr├╝nen.

Aber auch die anderen Parteien w├Ąren gut beraten, wenn Sie zeigten, dass sie nicht nur zum Abnicken da sind, sondern sich ebenfalls kritisch zum Wohl der Gemeinde mit dem Thema befassen.

Denn bislang sind alle Einschr├Ąnkungen einzig ein Erfolg des ├Âffentlichen Drucks: so das Versprechen, keinen Verkehr durch oder um den Ort zu lenken und keine hochgef├Ąhrlichen G├╝ter zu lagern (wie zuvor geplant) oder umfangreichere ├ľko-Massnahmen vornehmen zu wollen, als das Gesetz vorschreibt, .

Der wurde durch die IG neinzupfenning erreicht, die die B├╝rger mobilisieren konnte. Und durch die Gr├╝nen sowie einzelne Gemeinder├Ąte, die den Druck aufgenommen und in den Gemeinderat getragen haben haben. Und durch die kritische Berichterstattung und Dokumentation hier auf dem heddesheimblog.

Ohne diese Kritik zum Wohl der B├╝rger und der Gemeinde Heddesheim w├╝rde „Pfenning“ ohne jede Auflage bereits heute schon bauen.

Wenn „Pfenning“ kommen sollte, was noch lange nicht sicher ist, dann zu Bedingungen, die das Beste f├╝r den Ort und seine B├╝rger herausholen. Wenn das nicht m├Âglich ist, kann auch ein Projekt „Pfenning“ sicher gestoppt werden.

Dem geplanten Kraftwerk in Mainz ist buchst├Ąblich erst die „Kohle“ und dann die Unterst├╝tzung ausgegangen. Vielleicht auch, weil eine Aktiengesellschaft transparenter informierten muss als eine GbR Phoenix 2010.

Mal sehen, ob man „Pfenning“ in ein paar Monaten noch zutraut, das Projekt finanziell krisensicher zu stemmen und einfach dem Versprechen glaubt, das dem so sei ohne eine einzige Information zu haben au├čer der, das Karl-Martin Pfenning ein „Familienunternehmer“ ist.

Das ein Richtungswechsel m├Âglich ist, haben die Mainzer und hier vor allem die SPD mit ihrer Entscheidung deutlich gemacht.