Freitag, 22. September 2017

Bilanzen zeigen nur einen Weg: nach unten

Pfenning geht es schlechter und schlechter

Heddesheim/Rhein-Neckar, 10. Juli 2014. (red/hp) Die KMP Holding GmbH l√§sst sich gerne¬†Zeit mit der Ver√∂ffentlichung ihrer Bilanzen. Wir haben die Zahlen f√ľr 2011¬†deshalb beim Bundesamt f√ľr Finanzen eingefordert – daraufhin wurde das Unternehmen aufgefordert, seiner gesetzlichen Verpflichtung zur Ver√∂ffentlichung nachzukommen. Ende Mai 2014 hat die Muttergesellschaft von „pfenning logistics“ nun die Konzernbilanz f√ľr das Jahr 2011 ver√∂ffentlicht. Und die zeigt den desastr√∂sen Zustand des Unternehmens, das B√ľrgermeister Michael Kessler und eine Mehrheit aus CDU, SPD und FDP als „Zukunftssicherung“ ins Dorf geholt haben.
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Logistiker wirft Medien falsche Berichterstattung vor

Alles gut oder alles schlecht in Pfenningheim?

Heddesheim, 13. M√§rz 2014. (red) Das ¬†angeschlagene Logistik-Unternehmen „Pfenning“ wehrt sich gegen angeblich falsche Berichte in verschiedenen Medien – das ist ulkig, denn insbesondere das Hausmedium Mannheimer Morgen hat dem Unternehmen breiten Raum gegeben, um die schlechte wirtschaftliche Situation als vollkommen „normal“ darzustellen. [Weiterlesen…]

Die Wirtschaftsberichterstattung des MM stellt keine Fragen, bietet keine Analyse

Drei Tage vor der Wahl werden die Zeitungsleser getäuscht

Heddesheim/Rhein-Neckar, 13. M√§rz 2014. (red) Alles halb so schlimm. Arbeitsplatzabbau? Geplant. Kundenverlust? Nicht sch√∂n, aber ohne Bedeutung. Umsatz? √úber 25 Prozent verloren, aber das macht nichts. Was der Mannheimer Morgen seinen Leser/innen zumutet, macht fassungslos. Ist es journalistische Inkompetenz oder eine Wahlhilfe f√ľr den Kandidaten Kessler oder beides? Wir kl√§ren die Fakten. [Weiterlesen…]

Fertigstellung im Fr√ľhjahr 2016 geplant

Spatenstich f√ľr neuen Getr√§nkevertrieb in Heddesheim

Heddesheim, 04. M√§rz 2014. (red/ld) Am vergangenen Mittwoch begann der lang geplante Bau f√ľr die Edeka-Tochter A. Kempf Getr√§nkegro√ühandel GmbH im Gewerbegebiet mit einem symbolischen ersten Spatenstich des Getr√§nkelagers. Im Fr√ľhjahr 2016 soll es fertig sein. Dann sollen an dem Standort bis zu 250 neue Arbeitspl√§tze entstehen. [Weiterlesen…]

Was Sie vom MM, Pfenning und der Verwaltung erwarten können und was nicht

Das (Des-)Informations-Kartell

MM Pfenning

Der Mannheimer Morgen „informiert“ mit einer „zugesendeten“ Mitteilung auf Seite vier im Regionalteil ohne jegliche Eigenrecherche – unabh√§ngiger Journalismus geht anders. Dr√§ngende und wesentliche Fragen werden nicht gestellt und schon gar nicht beantwortet. Quelle: Morgenweb.de

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 04. September 2013. (red) In der heutigen Ausgabe des Mannheimer Morgen k√∂nnen Sie eine kurze Nachricht lesen: „Pfenning verliert einen Gro√ükunden“. Diese Nachricht ist mehr als aufschlussreich – wenn man sie hintergr√ľndig betrachtet. [Weiterlesen…]

Gro√ükunde hat nach nur einem Jahr gek√ľndigt

Pfenning hat Kraft verloren

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Angeblich sollen die Hallen fast vollst√§ndig ausgelastet sein – tats√§chlich hat einer der Gro√ükunden, Kraft Foods, nach nur einem Jahr gek√ľndigt.

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 02. September 2013. (red) Einer der Gro√ükunden, die Firma Kraft Foods, Tochter der Mondelez Deutschland Services GmbH & Co. KG, hat nach nur einem Jahr den Vertrag mit Pfenning Logistics gek√ľndigt. Nach unseren Informationen endet das Vertragsverh√§ltnis am 30. September. Kraft teilte uns auf auf Anfrage exklusiv mit, dass eine „√úbergangsl√∂sung“ vereinbart worden ist, bis die Gesch√§ftsbeziehtung erlischt. [Weiterlesen…]

Union Investment Real Estate Gmbh √ľbernimmt "multi cube"

Pfenning ist verkauft

Heddesheim, 27. November 2012. (red) Die Union Investment Real Estate GmbH hat nach eigenen Angaben den „multi cube“ im Heddesheimer Gewerbegebiet √ľbernommen.

√úber den Kaufpreis haben die Union Investment und die „Phoenix 2010 GbR“ von Karl-Martin Pfenning Stillschweigen vereinbart.

Urspr√ľnglich war der Verkauf f√ľr September 2012 vorgesehen. Weshalb sich die √úbernahme verz√∂gert hat, wurde nicht mitgeteilt.

Die Investitionssumme f√ľr das in der Bev√∂lkerung als „Pfenning“ bezeichnete Logistiklager soll bei 100 Millionen Euro liegen. Auf 20 Hektar sind rund 128.000 Quadratmeter Lagerfl√§che entstanden.

Nach unseren Informationen soll Karl-Martin Pfenning zwischen 13 und 15 Millionen Euro an dem Gesch√§ft verdient haben. Die Phoenix 2010 GbR hatte das Ackerland f√ľr 47 Euro den Quadratmeter erworben. √úbliche Preise f√ľr entwickelte Industriegel√§nde liegen zwischen 110-140 Euro pro Quadratmeter.

Von den „Versprechungen“ im Zuge der Bebauungsplanentwicklung ist nicht viel √ľbrig geblieben. Als Hauptargumente wurden eine Anbindung an die Schiene, bis zu 1.000 Arbeitspl√§tze und Gewerbesteuerzahlungen in „erheblicher H√∂he“ genannt. Au√üerdem sollte der neue Standort die in der Region verteilten Lager von „Pfenning“ konzentrieren. F√ľr den mittelst√§ndischen Betrieb sei dies eine „Generationeninvestition“, betonte der Unternehmer Karl-Martin Pfenning.

Die Investition ist nun an einen Immobilienfond verkauft. Eine Schienenanbindung gibt es nicht, aktuell wird nur noch von bis zu 600 Arbeitspl√§tzen gesprochen und ob „erhebliche Gewerbesteuerzahlungen“ zu erwarten sind, ist angesichts r√ľckl√§ufiger Gesch√§ftszahlen der KMP Holding (Karl-Martin Pfenning) zweifelhaft.

B√ľrgermeister Michael Kessler war bereits im Sommer 2008 √ľber die Pl√§ne informiert worden. Im Februar 2009 wurde der Aufstellungsbeschluss nach vorheriger nicht-√∂ffentlicher Beratung gefasst. Ein B√ľrgerentscheid war damit nicht mehr m√∂glich. Bei einer B√ľrgerbefragung, die statt einer eindeutigen Fragestellung, zwei manipulatorische Zusatzfragen enthielt, stimmten absolut 40 Personen mehr f√ľr die Ansiedlung – diese „Mehrheit“ wurde durch den B√ľrgermeister sowie den meisten Gemeinder√§ten von CDU, SPD und FDP als „klare Zustimmung“ der Bev√∂lkerung interpretiert.

Die Bef√ľrchtung, dass die Gemeinde Heddesheim und ihre 11.500 Einwohner durch zus√§tzlichen Verkehr belastet werden, ist in der Bev√∂lkerung gro√ü. Deshalb wurde ein bundesweit einmaliger „Verkehrslenkungsvertrag“ entwickelt, nach dem sich „Pfenning“ verpflichtet, keine Lkw √ľber 18 Tonnen durch den Ort fahren zu lassen. Ein Gro√ükunde ist das Unternehmen „Mondelez“ (ehemals Kraft Foods Europe). Eine Anfrage an den Lebensmittelhersteller, ob die in Heddesheim gelagerten Waren f√ľr entfernte M√§rkte oder den regionalen Markt bestimmt sind, lie√ü das Unternehmen unbeantwortet. Sollten regionale M√§rkte bedient werden, geschieht dies in aller Regel mit kleineren Lkw zwischen 7,5-12 Tonnen, f√ľr die der Verkehrslenkungsvertrag nicht gilt.

Zentralorgan MM vermeldet weiter positive Nachrichten

Neues von der Baustelle – Folge 15: Was von den Versprechungen √ľbrig bleibt

Während der Mannheimer Morgen ein zugeschicktes Bild abdruckt, auf dem alles pikobello sauber aussieht, hat unser Reporter gestern dieses Foto gemacht. Ist halt immer eine Frage der Perspektive.

 

Heddesheim/Viernheim/Rhein-Neckar, 20. Oktober 2012. (red/pro) Die erweiterte Pressestelle Der Mannheimer Morgen „berichtete“ vor einigen Tagen mal wieder mit einem „Hurra“-Artikel √ľber „ein neues Kapitel in der 80-j√§hrigen Unternehmensgeschichte“ von „Pfenning“. Garniert mit einem „zugeschickten“ Bild (zg). Wie immer klebt die Zeitung an Aussagen des Gesch√§ftsf√ľhrers Uwe Nitzinger – ein Blick ins eigene Archiv oder eine Recherche bei anderen Informationsquellen scheint keine Rolle zu spielen.

Von Hardy Prothmann

Was f√ľr eine Erfolgsmeldung. Angeblich ist der neue Standort so gut wie ausgelastet und angeblich entstehen hier 600 neue Arbeitspl√§tze. Das ist eine interessante Information – denn genau diese Zahl hatten wir schon fr√ľher als H√∂chstwert berechnet. Dass man 400 Arbeitspl√§tze, also 40 Prozent unter den Versprechungen bleibt (bis zu 1.000 Arbeitspl√§tze), ist dem Mannheimer Morgen keine Zeile wert. Es ist ja auch nicht Aufgabe der Zeitung, die √Ėffentlichkeit unabh√§ngig und kritisch zu informieren, sondern die Firmen- und Amtsbotschaften unters Volk zu bringen. Das st√∂rt auch die Frage, wie denn, wenn angeblich voll ausgelastet und angeblich 600 Arbeitspl√§tze, es m√∂glich sein soll, bis zu 1.000 Arbeitspl√§tze zu schaffen?

Echte Zahlen lesen sich anders

Die echten Zahlen lesen sich anders. Zwischen 2007 und 2010 hat „Pfenning“ rund elf Prozent der Arbeitspl√§tze abgebaut. Laut Bilanz waren 2007 insgesamt 1.865 und 2010 nur noch 1.673 bei Pfenning besch√§ftigt. Davon rund 230 in der Verwaltung, der Rest sind eher einfache bis sehr einfache Arbeitspl√§tze.

Noch dramatischer sind die Umsatzzahlen. F√ľr 2008 gab Pfenning angebliche 220 Millionen Euro Umsatz an. Die konnten wir in keiner Bilanz finden, daf√ľr aber knappe 155 Millionen Euro im Jahr 2010. Das entspricht einem Umsatzverlust von 30 Prozent.

√úber 800 Meter strecken sich die Betonhallen des „Multicube“ in die Landschaft. Edeka wird ebenso neue Hallen bauen. Was f√ľr den Moment „in Vergessenheit“ geraten ist – „Pfenning“ hat sich bis 2015 die Option gesichert, ein nochmals fast so gro√ües Gel√§nde zu bebauen. Auf den Ortskern und den s√ľdlichen Teil Heddesheims bedeutet das eine enorme Verkehrsbelastung.

 

Erfolgreiche Entwicklung?

Ein „Jobmotor“ oder eine „erfolgreiche gesch√§ftliche Entwicklung“ sieht anders aus. W√§hrend im Jahr 2009 noch 1,39 Millionen Konzern√ľberschuss ausgewiesen worden sind, betr√§gt der √úberschuss 2010 noch kl√§gliche 613.000 Euro. Das entspricht einer Umsatzrendite von 0,4 Prozent. Anders ausgedr√ľckt. Von jedem umgesetzten Euro bleibt nicht mal ein halber Cent als Gewinn.

Wie sich daraus „erhebliche Gewerbesteuerzahlungen“ ergeben sollen, wissen nur die Wunschtr√§ume von B√ľrgermeister Michael Kessler und der Ja-Sager-Gemeinder√§te. Der Mannheimer Morgen scheint keine Wirtschaftsjournalisten mehr zu besch√§ftigen, bei denen sich die Lokalreporterin mal kundig machen k√∂nnte, ob das denn tats√§chlich alles so toll ist, wie sie das immer wieder beschreibt.

Ein weiteres Hauptargumente f√ľr die Ansiedlung, die Schienenanbindung, ist, jaja, weiter m√∂glich, tats√§chlich aber nicht vorhanden.

Halbwahrheiten bis L√ľgen

Die Konzentration der regionalen Lagerstandorte hat nicht stattgefunden. Das Argument, ohne diese Konzentration m√ľsse „Pfenning“ sich woanders neu konzentrieren und die Region verlassen, entpuppt sich wie so viele anderen Aussagen als Halbwahrheit oder L√ľge.

Sehr interessant ist diese Aussage:

F√ľr den Neukunden √ľbernimmt Pfenning neben Lagerung und Kommissionierung auch den Displaybau sowie Transporte zu gr√∂√üeren Lagerstandorten – darunter den der ein paar Hundert Meter entfernten Edeka S√ľdwest (Nitzinger: „Da k√∂nnten wir mit Gabelstaplern hinfahren“).

Das deutet daraufhin, dass unsere Annahme eintreffen wird. Wir haben das Unternehmen mehrmals angefragt, f√ľr welche M√§rkte die Waren denn bestimmt sind. Die Antwort war ein beharrliches Schweigen. Wahrscheinlich ist: Der Neukunde Mondelez (so hei√üt Kraft Foods Europa seit kurzem, in Amerika weiterhin Kraft Foods) lagert bei Pfenning Waren ein, die dann √ľber Edeka in der Region verteilt werden. Edeka hat sich kategorisch gegen einen „Verkehrslenkungsvertrag“ ausgesprochen und weder B√ľrgermeister Michael Kessler noch die Abnicker-Gemeinder√§te haben diese eingefordert: Sprich – es k√∂nnen Edeka-Lkw jeder Gr√∂√üe durch den Ort brummen, um M√§rkte in der Region zu beliefern. So ist auch die Edeka Teil dessen, was man unter dem Begriff „jemandem eine Nase drehen“ verstehen kann.

Neues Kapitel?

Was die Nachricht bedeutet, „der Firmensitz“ werde mit Ende der Bauarbeiter Mitte Dezember von Viernheim nach Heddesheim verlegt, darf man gespannt abwarten. Welche der vielen „Pfenning“-Firmen ist gemeint? Die Phoenix 2010 GbR √ľber die Firmen-Chef Karl-Martin Pfenning angeblich eine „Generationeninvestition“ √ľber 100 Millionen Euro get√§tigt hat? Wir haben im Juli exklusiv herausgefunden, dass es sich nur um eine Projektfirma handelte – tats√§chlich soll die Immobilie an einen Fonds verkauft werden. Auch hier hat die Firma die √Ėffentlichkeit belogen.

Mitte Dezember soll der Bau abgeschlossen sein – bis alles fertig ist, wird es vermutlich noch l√§nger dauern. Wo „Pfenning“ draufsteht, ist aber nicht „Pfenning“ drin. Der Bau soll an einen Immobilienfonds verkauft werden.

 

Oder wird es die Pfennig Logistik GmbH sein? Oder tats√§chlich die KMP-Holding, also die Muttergesellschaft? Oder wird irgendeine neue Gesellschaft gegr√ľndet? Man darf gespannt sein, wie dieses „neue Kapitel“ aussehen wird.

Insgesamt ist eine „Wertsch√∂pfung“ und ein Gewinn f√ľr die Gemeinde Heddesheim bislang nicht zu sehen – ebensowenig f√ľr die Region. Am 18. September 2012 haben wir bei der Bauunternehmung Max B√∂gl nachgefragt, welche Firmen vor Ort mit welchem Auftragsvolumen denn beim Bau des Klotzes beteiligt worden sind:

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Bauarbeiten „Multicube“ in Heddesheim sind weit fortgeschritten
und stehen vermutlich in den kommenden Monaten vor dem Abschluss.
Wir w√ľrden gerne erfahren, welche lokalen, regionalen Unternehmen und
Gewerbetreibende mit in die Arbeiten einbezogen waren und welche
Summe an den Bauarbeiten der Wertschöpfung vor Ort in etwa zugekommen
ist.
Mit freundlichen Gr√ľ√üen
Hardy Prothmann
Chefredakteur Heddesheimblog.de

Wir haben bis heute noch nicht einmal eine Eingangsbest√§tigung erhalten. Damit ist die Frage nicht beantwortet. Wie die Antwort vermutlich lautet, kann sich jeder selbst √ľberlegen.

Auch, was es bedeutet, wenn gro√üe „etablierte“ Medien ihrer Aufgabe einer kritischen, unabh√§ngigen Berichterstattung nicht mehr oder nur noch ungen√ľgend nachkommen.

Anm. d. Red.: Wenn f√ľr Sie das Thema neu ist – auf dem Heddesheimblog finden Sie hier √ľber 400 Artikel seit Mai 2009 zu „Pfenning“.

Pfenning: Der Klotz belastet die Gemeinde

Der Fluch des Gröbaz-Wahns

Lastet wie ein böser Geist auf der Gemeinde: Der Klotz.

 

Heddesheim, 13. September 2012. (red) „Pfenning“ hat vieles falsch gemacht und wird doch gewinnen. Die Firma und ihr Mentor Michael Kessler haben den Ort gespalten und es gibt kein Entrinnen. Der B√ľrgermeister Michael Kessler wollte gerne der 100-Millionen-Euro-Kessler werden. Er wollte der „gr√∂√üte B√ľrgermeister aller Zeiten“ werden. Jetzt ist er es und statt Freude lastet eine Art Fluch auf ihm.

Kommentar: Hardy Prothmann

Wer wirklich nachfragt, statt nur sch√∂n redet, wei√ü eigentlich schon seit √ľber drei Jahren, dass „Pfenning“ ein Fehler war. Jeder, der sich wirklich interessiert, wei√ü, dass all das Gerede von Arbeitspl√§tzen und Gewerbesteuer nur dummes Zeugs ist.

Jeder, der die Entwicklung des Heilsbringers „Pfenning“ verfolgt hat, wei√ü, dass Heddesheim eine gut situierte Gemeinde ist und der aktuelle B√ľrgermeister Michael Kessler im Verbund mit willf√§hrigen Gemeinder√§ten h√∂her fliegen wollte, als Ikarus es je vor seinem Absturz konnte.

Nichts stimmt mehr. All die Versprechungen sind √ľberwiegend Makulatur.

Michael Kessler klammerte sich gestern an den Stuhl im Gerichtssaal. Stocksteif der R√ľcken. Ernst die Miene. Er wei√ü, worum es geht. Seine Reputation. Seinen Traum vom Gr√∂BaZ. Der Bebauungsplan, Grundlage f√ľr eine 100-Millionen-Euro-Investition wird verhandelt. Und ob er alles richtig gemacht hat. Und alles vor Gericht standh√§lt. Doch es gibt Zweifel.

Egal, wie das Gericht in Sachen Baurecht entscheidet. Der B√ľrgermeister Michael Kessler hat so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Sein Kalk√ľl war einfach: Ich hole eine „bedeutende“ Investition in den Ort und alle werden das anerkennen, wenn nicht sogar lieben.

Was sollte er auch sonst tun? Sein Vater, der Fritz, ist eine Legende. Der Fritz hat Heddesheim wie kein anderer gestaltet. Ein nicht einfacher Mensch. √Ąhnlich der Sohn. Dem fehlten allerdings bis heute Referenzobjekte wie Hallenband, Badesee oder andere markante Geb√§ude. All das, was der Vater vorgelegt hat, verwaltet er heute nur vom Fritz-Kessler-Platz aus. Da kam „Pfenning“ recht f√ľr den „Mischel“.

Schon w√§hrend der Planung merkte man aber, dass der „Mischel“ Probleme hat. Seine Ausf√§lligkeiten im Gemeinderat, seine Unbeherrschtheit, seinen R√ľckzug, mit den B√ľrgern und B√ľrger-Initiativen im Gespr√§ch zu sein. Gr√∂√üe, oder der Versuch, diese zu erreichen, machten ihn auf seinem Weg zum Gr√∂BaZ zunehmend einsam.

Gott sein Dank gibt es aus Sicht des B√ľrgermeisters den Mannheimer Morgen. Hier ist man willf√§hrig entschlossen, √ľber all die Wohltaten des Gr√∂BaZ zu berichten. Und das wird schamlos erledigt. Beim MM ist der B√ľrgermeister das, was er sein will. Der Macher, der Chef, der Gestalter. Kritische Anmerkungen muss er hier nie f√ľrchten. Ganz im Gegenteil transportiert das Medium sein „Verst√§ndnis“ f√ľr „Pfenning“ – kein Gleisanschlu√ü? Verst√§ndnis. Verkauf an einen Immobilienfonds. Verst√§ndnis.

W√§hrend die Zeitung – und teils andere Medien –¬† das M√§rchen-Helden-Epos weiterstrickt, werden Bande zerschnitten. Die Gemeinde Hirschberg ist stinksauer auf Heddesheim. Die Stadt Ladenburg wird es sein, wenn sie erf√§hrt, dass „Pfenning“ auch Ladenburg vereinnahmt.

√úberall um Heddesheim herum reden die Menschen dar√ľber, wie sich die Gemeinde hat √ľber den Tisch ziehen lassen. Nur die Hardliner-Ja-Sager-Fraktion h√∂rt das nicht, will das nicht h√∂ren. Will nicht verstehen, dass der Klotz nicht akzeptiert wird. Schon gar nicht, wenn mit der Zeit klar wird, dass insgesamt alle Versprechungen nicht eintreffen, daf√ľr aber die Bef√ľrchtungen. Und auch dieser Satz von „Pfenning“-Gesch√§ftsf√ľhrer Uwe Nitzinger vor Gericht wird sie nicht nachdenklich machen: „Nur auf einen Kunden zu setzen, w√§re ein zu gro√ües Risiko.“

Wenn der VGH am Dienstag seine Entscheidung zur Klage bekannt gibt – besteht nat√ľrlich auch die M√∂glichkeit, dass die Klage abgewiesen wird. Die Abnicker-Fraktion und der Gr√∂BaZ w√ľrden das bejubeln – aber was h√§tten sie wirklich gewonnen?

Nur die Best√§tigung, dass der Bebauungsplan in dieser Art nicht angefochten werden konnte. Paradoxerweise weil gerade die Gegner durch ihre umfangreiche Kritik alle Schwachstellen im Vorfeld aufgedeckt hatten – und davon gab es jede Menge – und diese L√ľcken dann durch die Verwaltung geschlossen werden konnten. Der Arbeit der Gegner ist es also √ľberwiegend „zu verdanken“, dass der Bebauungsplan √ľberwiegend „wasserdicht“ ist, nicht etwa der eines unabh√§ngigen und aktiven Gemeinderats.

Es wurden alle Register gezogen – das Spin-Doctor-Unternehmen Ifok sollte die √∂ffentliche Meinung beeinflussen, eine B√ľrgerumfrage suggestiv missbraucht, die etablierten Medien haben sich vor den Karren spannen lassen, denn es gibt gemeinsame wirtschaftliche Interessen. (Sehr h√ľbsch √ľbrigens, dass der Artikel zur gestrigen Verhandlung vor dem VGH √ľber einer halbseitigen Lidl-Anzeige steht. Lidl ist sowohl Kunde von Pfenning als auch vom Mannheimer Morgen.)

Jetzt steht noch die Edeka-Erweiterung an. Der Größenwahn in Heddesheim kennt keine Grenzen. Zur Erinnerung: Pfenning hat sich weitere 15 Hektar gesichert, um das Logistikzentrum erweitern zu können. Der Klotz, so wie er jetzt da steht, könnte also durchaus noch wachsen. Und sollte Michael Kessler in Heddesheim 2014 wiedergewählt werden, kann man getrost davon ausgehen, dass er auch noch diese Fläche zubetonieren lassen wird.

Hat der Gemeinderat den Bebauungsplan verkauft?

Heddesheim als Verlierer? Pfenning als Gewinner?

Anlieger B. gegen Bebauungsplan der Gemeinde Heddesheim. Was wird der VGH entscheiden?

 

Mannheim/Heddesheim, 12. September 2012. (red/pro) Die Verhandlung der Klage des Anliegers B. gegen den Bebauungsplan „Pfenning“ (n√∂rdlich der Benzstra√üe) k√∂nnte in einem f√ľr alle Seiten √ľberraschenden Urteil enden. Am Ende w√§ren die Gemeinde Heddesheim zusammen mit dem Kl√§ger die gro√üen Verlierer und Pfenning der gro√üe Gewinner. Die spannendste Frage, die das Gericht kl√§ren muss, ist, ob die Abw√§gungen im Gemeinderat offen stattfinden konnten oder es einen Einfluss gegeben hat, der eine unvoreingenommene Abw√§gung verhindert hat.

Von Hardy Prothmann

Nachdem viele einzelne Punkte der Klageschrift bereits im Vorfeld √ľber Korrespondenz abgearbeitet worden waren, wurden heute vor dem Verwaltungsgerichtshof (VGH) besonders strittige Punkte verhandelt. Vor allem zu Verfahrensfehlern, Fehlern beim L√§rmgutachten und die brisante Frage, ob die Abw√§gungsentscheidungen durch Vertr√§ge¬† „infiziert“ waren, sprich, eine unbelastete, offene Abw√§gung im Gemeinderat nicht gegeben war.

Verfahrene Fehler?

Der Anwalt des Kl√§gers zielte bei seiner Beschwerde gegen das Verfahren zun√§chst auf die Offenlage. Die zweite Offenlage habe nach Einsch√§tzung des Gerichts insgesamt den Erfordernissen gen√ľgt. Dies sei die voraussichtliche Einsch√§tzung. Zu kl√§ren sei aber, so das Gericht, ob die privaten Anregungen in vollem Umfang mit h√§tten ausgelegt werden m√ľssen oder die zusammenfassende Darstellung der Gemeinde gen√ľgte.

Zur Erinnerung: Bei der ersten Offenlage gab es 910 Anregungen, bei der zweiten immerhin noch 139. Man kann hier also ein √ľberraschend deutliches Engagement erkennen und viele Informationen erwarten. Hier fiel der juristische Begriff der „Ansto√üwirkung“. Die Offenlage soll Betroffenen durch Einsicht in die Unterlagen erm√∂glichen, „eigene Anregungen anzusto√üen“.

Erwartungsgem√§√ü bejahte Thomas Burmeister, der Anwalt der Gemeinde, das – der Anwalt des Kl√§gers, J√ľrgen Behrendt, stellte das in Frage. Das Gericht sagte:

Die Frage wird zu klären sein, ob die vorgenommene Offenlage als Anstoßwirkung ausreicht und ob es erforderlich ist, auch private Anregungen auszulegen?

Der zweite verhandelte Komplex widmete sich dem Betriebsszenario und ob dieses „realistisch“ sei. Der „Pfenning“-Gesch√§ftsf√ľhrer Uwe Nitzinger machte dazu Ausf√ľhrungen und wurde vom Gericht befragt. Nach seiner Darstellung w√ľrden auf den Kunden BASF 100 t√§gliche Lkw entfallen, auf Lidl 70 und auf den Neukunden Kraft Foods 63. In Summe seien das 233 Lkw am Tag und 466 Lkw-Bewegungen (An- und Abfahrt). Auf Nachfragen best√§tigte er, dass diese Zahl in Spitzenzeiten h√∂her sein k√∂nnte, aber die Zahl von 800 Bewegungen nicht √ľberschritten werde.

Viel Lärm um nichts?

Das Gericht lie√ü sich den Ablauf genau erkl√§ren, denn es ging im Anschluss um die Frage, welcher L√§rm erzeugt wird, aus Lkw-Verkehr und einem m√∂glichen Gleisanschluss, der zwar nicht realisiert sei, aber dem Betrieb zugerechnet werden m√ľsse. Der Gutachter zeigte deutliche Schw√§chen in seinen Ausf√ľhrungen und zwischen den Anw√§lten entspann sich eine Diskussion, ob die Verkehrsl√§rmimmissionen auf den allgemeinen Verkehrsfl√§chen als „betriebsbedingt“ hinzugerechnet werden m√ľsse. Auch hier verneinte der Anwalt der Gemeinde, w√§hrend der Kl√§geranwalt erhebliche Bedenken anmeldete. Vor allem Lkw, die mit K√ľhlaggregaten vor 6 Uhr oder nach 22 Uhr eintr√§fen, w√ľrden in den Stra√üen parken und f√ľr L√§rm sorgen. Diese m√ľssten dem Betrieb zugerechnet werden und fehlten im Gutachten.

Was das Gericht nicht erfragte, war die Art der Lkw, um die es in Sachen L√§rm geht. Die 40-Tonner. Wie viele kleinere Fahrzeuge k√ľnftig das Gel√§nde anfahren werden, ist √ľberhaupt nicht er√∂rtert. Nach aktuellen Berichten der Lebensmittelzeitung ist „Pfenning“ mit f√ľhrend bei der Belieferung von Filialgesch√§ften. Im Verkehrslenkungsvertrag sind nur Lkw √ľber 18 Tonnen von der Durchfahrt durch Heddesheim erfasst. Alles, was kleiner ist, kann durchbrummen.

Verkaufter Bebauungsplan?

Der spannendste Punkt der Verhandlung war die Frage, ob die Abwägungen zum Bebauungsplan frei und ohne Einfluss vorgenommen werden konnten. Nach Einschätzung des Klägeranwalts war dies nicht der Fall:

Ich glaube, dass der Gemeinderat nicht frei entscheiden konnte.

Als Begr√ľndung f√ľhrte der Anwalt den St√§dtebaulichen Vertrag an, in dem sich Pfenning verpflichtet, vier Auszubildende aus Heddesheim einzustellen und den Firmensicht von Viernheim weg in die Gemeinde zu verlegen:

Dass die Gemeinde gerne die m√∂glichen Gewerbesteuerzahlungen durch den Firmensitz bei sich haben will, verstehe ich absolut. Wenn ich mir aber die W√ľnsche des Bauherrn anschaue, die insgesamt im Bebauungsplan umgesetzt worden sind und dieser bedingende Wunsch der Gemeinde als vertragliche Regelung vor der Abw√§gung geschlossen worden ist, dann muss eine freie Abw√§gung in Zweifel gezogen werden. Dieser Vertrag hat den Bebauungsplan infiziert.

Das Gericht fragte nach, ob der Anwalt hier ein „Kopplungsgesch√§ft“ sehe? Dies m√ľsse gepr√ľft werden, sagte der Anwalt, was das Gericht aufnahm. Der Gemeindeanwalt bestritt zumindest den Teil mit den Azubis. Interessanterweise √§u√üerte sich der „Pfenning“-Anwalt, der sonst wenig sagte:

Die Formulierungen im St√§dtebaulichen Vertrag sind nicht so ganz gl√ľcklich gew√§hlt. Aber in dessen Ausgestaltung war ich nicht mit einbezogen.

Nat√ľrlich warten alle Beteiligten nun mit gro√üer Spannung auf die Urteilsverk√ľndung am kommenden Dienstag, 14 Uhr. Wird das Gericht die Klage zulassen und den Bebauungsplan f√ľr ung√ľltig erkl√§ren? Die Antwort k√∂nnte lauten: Ja und Nein. Ja, es l√§sst die Klage zu, Nein, der Bebauungsplan ist fehlerhaft, aber nicht ung√ľltig, wenn er „geheilt“ wird.

Vorstellbar w√§ren ein neues L√§rmgutachten und damit verbundene Auflagen f√ľr Pfenning. Daran w√ľrde sich eine neue Offenlage anschlie√üen, was diesen angefochtenen Teil ebenfalls „mitheilen“ w√ľrde. Um die m√∂glicherweise unsittliche¬† „Koppelung“ aufzuheben, k√∂nnte das Gericht entscheiden, dass diese Passi aus dem St√§dtebaulichen Vertrag unwirksam sind und zur Heilung herausgenommen werden m√ľssen, um eine Entkopplung herzustellen.

Die Akten sind die Grundlage f√ľr die Entscheidung. Ist alles dokumentiert? Fehlt was?

Das wäre ein salomonisches Urteil im Sinne des Baugesetzes und angesichts der Tatsache, dass der Bau weitgehend realisiert ist. So gravierend sind die Mängel nicht, dass diese eine 100-Millionen-Euro-Investition zu Fall bringen. Dies könnte von privatwirtschaftlicher Seite drohen, falls der Deal mit Union Investment platzt (wir berichteten exklusiv).

„Pfenning“ als gro√üer Gewinner?

F√ľr den Kl√§ger w√ľrde eine solche Entscheidung keine Befriedigung bringen, denn er wollte den Bau verhindern. Aber vielleicht eine Entlastung beim L√§rm. Er h√§tte ein wenig gewonnen, aber insgesamt verloren. F√ľr die Gemeinde Heddesheim w√§re es ein Totalverlust. Weder die zugesagten Azubi-Pl√§tze m√ľsste Pfenning bereitstellen, noch den Firmensitz nach Heddesheim verlagern. Eventuell w√§re auch der Verkehrslenkungsvertrag hinf√§llig. „Pfenning“ hingegen w√§re der gro√üe Gewinner. Denn das Unternehmen w√ľrde aus den vertraglichen Bindungen entlassen werden, hat das Projekt realisiert und kann frei agieren.

Die Gemeinde Heddesheim als großer Verlierer?

F√ľr B√ľrgermeister Michael Kessler und die Bef√ľrworter im Gemeinderat w√§re das politisch der absolute Super-Gau. Schon heute ist klar, dass sich die „Pfenning“-Ja-Sager komplett verkalkuliert haben. Der Gleis-Anschluss, also „√Ėko-Logistik“, war zun√§chst das entscheidende Argument. Ob das Gleis je kommt? Wer wei√ü. Die Generationen-Investition des regional-verbundenen Unternehmers Karl-Martin Pfenning? Makulatur. Er hat gekauft, gebaut und das Projekt sehr lukrativ vergoldet (wir berichten √ľber die genaue Zahl des zweistelligen Millionengewinns, sobald wir die Zahlen belegen k√∂nnen). Konzentration des Gesch√§fts in Heddesheim? Kein einziges Lager ist umgezogen. Bis zu 1.000 Arbeitspl√§tze? Aktuell werden 200 genannt. Vielleicht werden es 500. Viel mehr aber nicht. Betr√§chtliche Gewerbesteuerzahlungen? Erstens war die Gesch√§ftsentwicklung von „Pfenning“ in den vergangenen Jahren r√ľckl√§ufig und zweitens ist zweifelhaft, ob Pfenning den Firmensitz tats√§chlich verlagert.

Unterm Strich hat „Pfenning“ alles erreicht: Einen Spitzenstandort f√ľr billiges Geld erworben, alle Ziele der Bauplanung durchbekommen, ordentlich Gewinn gemacht. F√ľr Heddesheim bleiben viele leere Versprechen und jede Menge Verkehr. Und falls der Firmensitz nicht umzieht, gibt es noch nicht einmal mehr die vermutlich sowieso nicht bedeutende Gewerbesteuerzahlung.

Ausblick

Soviel ist sicher: Die Zukunft von Heddesheim ist – wie auch immer – schon heute abh√§ngig von diesem Unternehmen, dass sich bislang als absolut unzuverl√§ssig in seinen Zusagen erwiesen hat. Die Gemeinde hat schwere Sch√§den erlitten, bevor das Projekt √ľberhaupt fertig ist. Das Dorf ist weiterhin gespalten. Im Dezember will Pfenning „fertig“ sein, vielleicht kommt dann schon der Weihnachts-Spitzenverkehr, sp√§testens Ostern 2013. Ende 2013 und Anfang 2014 geht es dann richtig rund und dann folgen B√ľrgermeister- und Gemeinderatswahlen. Weitere „√úberraschungen“ werden folgen.

 

Anm. d. Red.: Hardy Prothmann ist verantwortlicher Journalist f√ľr das Heddesheimblog. Von Juli 2009 bis Februar 2012 war er partei- und fraktionsfreies Mitglied des Heddesheimer Gemeinderats und hat an den Entscheidungen mitgewirkt. Die √ľber 400 Artikel zum Thema finden Sie unter der Kategorie „Pfenning.

Entscheidung in naher Zukunft

Wird „Pfenning“ an einen Immobilienfonds verkauft?

Ist das "Pfenning"-Projekt bald Teil eines offenen Immobilienfonds?

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 24. Juli 2012. (red/pro) Im Markt gibt es das Ger√ľcht schon – jetzt gibt es die Best√§tigung: Die Hamburger Union Investment Real Estate GmbH verhandelt mit dem Bauherrn des „Pfenning“-Logistiklagers „Multicube“ in Heddesheim √ľber einen Ankauf des noch in Bau befindlichen Objekts. Der Pressesprecher des Fonds best√§tigte die Verhandlungen auf Anfrage von Heddesheimblog.de.

Von Hardy Prothmann

Der Presseprecher von Union Investment Real Estate Hamburg, Fabian Hellbusch, best√§tigte heute auf Anfrage, dass die Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken mit dem Bauherrn der „Pfenning-Logistik-Immobilie“ in Heddesheim in Verhandlungen steht.

Verkaufsverhandlungen laufen

Ob und wann es zu einer Übernahme komme, hänge noch von den Verhandlungen ab. Zu Kaufpreis und Datum einer möglichen Übernahme wollte sich der Pressesprecher mit Hinweis auf die laufenden Verhandlungen nicht äußern.

Die Union Investment Real Estate GmbH ist der zweitgr√∂√üte Fondsanbieter in Deutschland mit einem gesch√§tzten Immobilienverm√∂gen von 20 Milliarden Euro. Das Unternehmen investiert weltweit in Immobilien und h√§lt zur Zeit rund 300 Objekte. Typischerweise erwirbt das Unternehmen die Immobilien immer vollst√§ndig und mischt diese unterschiedlichen Fonds bei: „Wir sind ein langfristig orientierter Investor“, sagte Sprecher Fabian Hellbusch.

Pro Jahr investiere das 1965 gegr√ľndete Unternehmen in den vergangenen Jahren rund 1,5-2 Milliarden Euro zus√§tzlich. Logisitik ist aus Sicht der Fondgesellschaft eine „Beimischung“ zur Risikostreuung: „Logistik ist f√ľr uns ein Nischenprodukt mit rund f√ľnf bis sieben Prozent Anteil am Gesamtvolumen“, sagte Hellbusch.

Gerichtsverhandlung steht aus

Man manage die Immobilien alleine, manchmal auch √ľber Dienstleister. Typischerweise sei man an sehr gut bis gut vermieteten Immobilien interessiert und √ľbernehmen mit dem Kauf auch die Mieter. In der Region ist die Union Investment beispielsweise Besitzer der Ludwigshafener Rhein-Galerie. Ob das Unternehmen den Ausgang einer Gerichtsverhandung abwarten will, wollte der Sprecher nicht best√§tigen – dies kann man aber mit gro√üer Sicherheit vermuten. Ein Anwohner hat Klage gegen den Bebauungsplan eingereicht. Dies soll im August vor dem Verwaltungsgerichtshof in Mannheim verhandelt werden. Nach unseren Informationen k√∂nnte das Gesch√§ft bei „positivem“ Ausgang aus Sicht des Investors dann zum 01. September 2012 erfolgen.

Das Projekt scheint enorm unter Druck zu sein – klar ist, dass es Interesse seitens Union Investment gibt. Sollte der Bebauungsplan erfolgreich angefochten werden, d√ľrfte ein Invest unwahrscheinlich werden oder zumindest bis zur Kl√§rung aller offenen Rechtsfragen offen bleiben. Nach unseren Informationen will aber der Gro√ükunde „Kraft Foods“ bereits ab September 2012 im Logistikzentrum einlagern. Auch hier besteht Druck, da die Baustelle noch l√§ngst nicht fertig ist.

Zwischenfinanzierte Spekulationsimmobilie

Die Zwischenfinanzierung soll nach unseren Informationen die DZ Bank erfolgt sein – ebenfalls ein Unternehmen der Volks- und Raiffeisenbanken. „Pfenning“ hat demzufolge das Objekt √ľber Schulden finanziert und will es nun verkaufen. Damit best√§tigt sich die Vermutung, dass es sich hier um einen gigantischen Immobiliendeal handelt. Die „Phoenix 2010 GbR“, bestehend aus Karl-Martin Pfenning und dem Immobilienmogul Johann Georg Adler III. (beide Viernheim), hatte das 200.000 Quadratmeter gro√üe Gel√§nde, das zuvor Ackerland war und mit die besten B√∂den in Heddesheim hatte, f√ľr 47 Euro den Quadratmeter erworben. Der Verkaufspreis f√ľr „entwickelte“ Gewerbegebiete liegt zwischen 100 und 140 Euro je Quadratmeter. Bei einem Verkauf f√ľr 100 Euro den Quadratmeter bliebe also allein ein Gewinn von 10,6 Millionen Euro vor Steuern f√ľr die Grundst√ľckserwerber.

Aus Sicht der Union Investment handelt es sich um ein normales Anlagegesch√§ft. Politisch sind die Verhandlungen vor Ort eine „Bombe“. Der angebliche Investor und Inhaber von „Pfenning“, Karl-Martin Pfenning, hatte im Zuge der politischen Verhandlungen immer wieder betont, wie „verbunden“ er der Region sei und dass er mit dem Logistikzentrum langfristig in den Standort Heddesheim und in die Region investiere. Dabei stand ein Verkauf an fremde Investoren angeblich nie zur Debatte.

Politische Bombe

Auch B√ľrgermeister Michael Kessler sowie die knappe Mehrheit der Bef√ľrworter im Gemeinderat, die Fraktionen der CDU, SPD und FDP betonten immer die schon fast „famili√§re“ Verbundenheit und stellten die „herausragende“ Investitionsbereitschaft des angeblich 100 Millionen Euro teuren Objekts in den Vordergrund. Nachfragen, ob es sich hier um eine Immobilien-Spekulation handeln k√∂nnte, wurde immer wieder emp√∂rt zur√ľckgewiesen. Kritiker wurden als „Schlechtmacher“ verunglimpft.

Im Februar 2009 wurde der Aufstellungsbeschluss in √∂ffentlicher Sitzung gefasst – damit blieb keine Chance, ein B√ľrgerbegehren in Gang zu setzen. Es waren Fakten geschaffen worden. Gegen die Ansiedlung machte die B√ľrgerinitiative „IG Nein zu Pfenning“ mobil. Im Sommer 2009 wurde √ľber das in der Region gut vernetzte Bensheimer Spin-Doctor-Unternehmen „Ifok“ ein „Dialogverfahren“ in Gang gesetzt, dass eindeutig die Stimmung f√ľr eine Ansiedlung beeinflussen sollte. Kostenpunkt: Mindestens 35.000 Euro. Weiter wurde ein deutschlandweit einmaliger „Verkehrslenkungsvertrag“ erfunden und unterzeichnet – eine Selbstverpflichtung, nach der „Pfenning“ keine Lkw √ľber 18 Tonnen durch den Ort fahren l√§√üt. Bei einer B√ľrgerbefragung im Herbst 2009 stimmten 50,35 Prozent der Einwohner, die an der Abstimmung teilgenommen haben, f√ľr die Ansiedlung, 49,65 Prozent dagegen. Real gab es 40 Stimmen mehr f√ľr „Pfenning“. Diese minimale „Mehrheit“ wurde im Gemeinderat durch B√ľrgermeister und Bef√ľrworter als „politischer Willen“ der Bev√∂lkerung gedeutet.

Leere Versprechungen

Nach und nach erweisen sich alle "Versprechungen" als leere Worth√ľlsen. Karl-Martin Pfenning steht vor dem Abchluss eines satten Immobiliengesch√§fts.

Grundlage dieser Abstimmung war die Aussage, dass die Unternehmensgruppe „Pfenning“ nach Fertigstellung des Logistikzentrums seinen Firmensitz von Viernheim nach Heddesheim verlagert und seine bestehenden Standorte in der Region in Heddesheim konzentriert. Ebenso war eine Schienenanbindung eines der Hauptargumente f√ľr die Ansiedlung, weshalb auch die Fraktion B√ľndnis90/Die Gr√ľnen in nicht-√∂ffentlicher Sitzung zun√§chst dem Projekt zustimmten, sich aber sp√§ter gegen das Projekt wandten. Weiter sollten bis zu 1.000 Arbeitspl√§tze geschaffen werden und erhebliche Gewerbesteuerzahlungen flie√üen.

Nachdem der Bebauungsplan g√ľltig war, entfielen nach und nach die Versprechungen. „Pfenning“ warb damit, dass der Kunde Henkel √ľber die Schiene anliefern wollte. Sp√§ter wurde bekannt, dass „Pfenning“ Henkel als Kunde verloren hat. Damit entf√§llt die Schiene auf unbekannte Zeit. Die angeblich bis zu 1.000 Arbeitspl√§tze, die von „Pfenning“ hier geschaffen werden sollten, sind nach aktuellen Angaben auf 200 geschrumpft. Und ob erhebliche Gewerbesteuerzahlungen zu erwarten sind, bleibt zweifelhaft. Nach unseren Informationen hatte „Pfenning“ 2008 vermutlich nur rund 200.000 Euro Gewerbesteuer in Viernheim bezahlt, was angesichts des enormen Fl√§chenbedarfs f√ľr zukunftsorientierte Gewerbeansiedlungen nicht akzeptabel ist. Zum Vergleich: Die bisherigen Heddesheimer Gewerbeansiedlungen zahlen im Mittel rund 2,5 Millionen Euro Gewerbesteuer j√§hrlich. Das „Pfenning“-Gebiet nimmt ungef√§hr ein Drittel der Fl√§che des jetzt gr√∂√üeren Gewerbegebiets ein. Damit m√ľssten rund 800.000 Euro zu erwarten sein.

Enorme Umsatzverluste

Die Viernheimer Unternehmensgruppe KMP Holding GmbH (KMP=Karl-Martin Pfenning) hatte laut eigenen Angaben 2008 insgesamt einen Umsatz von nahezu 210 Millionen Euro. Laut Bilanz waren es 2007 gerundet tats√§chlich nur 176 Millionen Euro, 2008 waren es 170 Millionen Euro, 2009 waren es 157 Millionen Euro, 2010 waren es 155 Millionen Euro. Eine erfreuliche Unternehmensentwicklung sieht anders aus.¬† In der Branche ist der Ruf von „Pfenning“ als Arbeitgeber zudem nicht besonders gut. Die Gewerkschaft verdi nennt „Pfenning“ einen „Tariffl√ľchtling“. Vor rund zehn Jahren machte „Pfenning“ jede Menge negative Schlagzeilen, unter anderem, weil der Betriebsratschef zusammengeschlagen worden sein soll, wie der Mannheimer Morgen damals berichtete. Auch die K√ľndigung von rund 150 Mitarbeitern, die dann zu Dumping-L√∂hnen √ľber eine andere Gesellschaft weiter f√ľr „Pfenning“ arbeiten sollten, musste r√ľckg√§ngig gemacht werden.

Politische Intransparenz

2009 sorgte sich B√ľrgermeister Kessler, ob "Pfenning" scheitern k√∂nnte. Aktuell muss man fragen, ob er gescheitert ist.

F√ľr das politische Heddesheim ist die Entwicklung des „Pfenning“-Areals bindend. Die Unterst√ľtzer haben sich sinnbildlich wie die „Drei-Affen“ verhalten: Nichts sehen, nichts h√∂ren, nichts sagen. Fast willf√§hrig wurde alles unternommen, um die Ansiedlung m√∂glich zu machen. Kritische Fragen zum Investor und zur Abwicklung der Ansiedlung blieben aus. Kritische Fragen zur Personalpolitik bei „Pfenning“ – Fehlanzeige. Eine kritische Pr√ľfung, ob die beschauliche Gemeinde mit einem Projekt dieser Gr√∂√üenordnung umgehen kann, wurde erst gar nicht angedacht.

In naher Zukunft, 2014, stehen B√ľrgermeister- und Gemeinderatswahlen an. Bis dahin wird der „Pfenning“-Verkehr rollen und es wird sich zeigen, ob der Verkehrslenkungsvertrag sich ebenfalls als leere Versprechung entpuppt. Dann wird es sehr spannend sein, wie sich die Bef√ľrworter des gigantischen Projekts ihrer Verantwortung stellen.

Ein frischer, transparent auftretender Kandidat h√§tte auch als „Ausw√§rtiger“ allerbeste Chancen, B√ľrgermeister Michael Kessler („Ich bin die Gemeinde“) abzul√∂sen. Sollte sich eine unabh√§ngige Liste gr√ľnden, auch mit Mitgliedern der „IG Nein zu Pfenning“, d√ľrfte diese ebenfalls beste Chance haben, Sitze zu erhalten.

Bei der vergangenen Gemeinderatswahl 2009 verlor die CDU (8) zwei Sitze, die SPD (5) einen Sitz und die FDP (3) zun√§chst einen, den sie aber mittlerweile wieder „zur√ľck“ hat. B√ľndnis90/Die Gr√ľnen (6) gewannen drei Sitze und sind vor der SPD zweitst√§rkste Fraktion im Heddesheimer Gemeinderat.

Anm. d. Red.: Hardy Prothmann ist verantwortlicher Journalist f√ľr das Heddesheimblog.de. Er war von 2009 bis Anfang 2012 partei- und fraktionsfreier Gemeinderat √ľber die Liste der FDP, die er bei seiner ersten Gemeinderatskandidatur mit 20 Prozent Vorsprung auf den Fraktionsvorsitzenden Frank Hasselbring gewonnen hatte. Durch seinen Umzug nach Mannheim musste er das Ehrenamt aufgeben. Der Nachr√ľcker ist nun wieder Mitglied der FDP-Fraktion.

Der Pfenning-Bau wächst und mit ihm die Zweifel

Neues von der Baustelle РFolge 14: Es ist zwölf vor neun

Kann es hier ab September losgehen? Der Zeitplan ist knapp bemessen.

 

Heddesheim, 23. Juli 2012. (red) Angeblich soll „Pfenning“ ab dem 1. September den ersten (Teil-)Betrieb aufnehmen – das wird knapp, wenn man sich die Baustelle so anschaut. Aber „Angeblichkeiten“ ist man ja schon seit 2009 gewohnt. Angeblich sind Angeblichkeiten der Normalzustand, seit Pfenning in Heddesheim ist.

Von Hardy Prothmann

Unsere √úberschrift „Zw√∂lf vor neun“ ist eine poetische Anspielung auf das Abstimmungsverhalten im Gemeinderat. Es gab zw√∂lf Bef√ľrworter bei CDU, SPD und FDP inklusive B√ľrgermeister und neun „Nein-Sager“, die Gr√ľnen, ich selbst* und je einer von CDU und SPD. Es ist nat√ľrlich „High Noon“ – der Show-Down oder auch der Shoot-Down am „Pfenning“-Corral hat begonnen.

Wie man h√∂rt, soll „Kraft-Foods“ ab September einlagern. Wenn man sich die Baustelle ansieht, kann man nur vermuten: Das wird aber knapp. Sicher ist, dass ein fr√ľher angek√ľndigter Start wieder mal nicht eingehalten worden ist. Aber das kennt man ja schon: Erst hie√ü es 2010, dann 2011, jetzt 2012. Dieses Jahr k√∂nnte hinhauen – aber nur, wenn nix dazwischen kommt.

Gerichtstermin

Ein Dazwischenkommen k√∂nnte der Gerichtstermin Ende August vor dem Verwaltungsgerichtshof in Mannheim sein. Sollte das Gericht Zweifel an der Korrektheit des Bebauungsplan haben, kommt wieder „was dazwischen“ und das w√§re vermutlich nicht g√ľnstig f√ľr den „Erfolg“. Denn weitere Verz√∂gerungen kann sich „Pfenning“ vermutlich nicht erlauben.

Auch nicht die Politik – B√ľrgermeister Michael Kessler hat zwar f√ľr jede nicht-eingehaltende Vereinbarung immer „Verst√§ndnis“ und unterscheidet sich damit nicht wesentlich von CDU, SPD oder FDP. Trotzdem wird mehr und mehr klar, dass die „Zukunftssicherung“ Heddesheims immer fragw√ľrdiger wird. Zur Erinnerung: Die H√§lfte des Ortes war gegen „Pfenning“ – 40 Stimmen mehr bei der B√ľrgerbefragung wurden zur „mehrheitlichen“ Zustimmung umgedeutet. Eine Farce – deren realistische Fratze nun t√§glich jeder selbst anschauen kann. „Pfenning“ ist ein gigantisches Betonmonster vor dem Herrn.

Betonmonster -

 

Wer ist eigentlich der Investor?

Wobei – wir reden immer √ľber „Pfenning“. Tats√§chlich ist ja eine „Phoenix 2010 GbR“ der Investor – das sollte man nicht vergessen. Die Zwei-Personen-Gesellschaft aus Karl-Martin-Pfenning und des regionalen Immobilien-Moguls Johann Georg Adler, der sich auch gern „der III.“ nennt, sich angeblich die Investoren.

Nun h√∂rt man, dass Adler nicht mehr dabei sei und man h√∂rt noch ganz andere Spekulationen. Beispielsweise, dass das „Pfenning“-Projekt an sich ein Spekulationsobjekt ist und „Pfenning“ gar nicht der „Besitzer“ ist.

Wenn dem so ist, braucht man an den B√ľrgermeister und seine bedingungslose „Ja-Sager-Clique“ keine Frage mehr richten, au√üer, ob sie vielleicht in der Lage sind, so etwas wie einen Rest von Scham √ľber ihr vors√§tzlich-verantwortungsloses Verhalten zu empfinden.

Wichtige Argumente?

Die Schiene, die vormals als wichtiges Argument ins Feld gef√ľhrt worden ist, kommt fr√ľhestens in drei Jahren – gez√§hlt ab dem Jahr, ab dem sie beschlossen wird. Das kann in ein, zwei, f√ľnf, zehn Jahren oder nie sein.

Die „bis zu 1.000 Arbeitspl√§tze“ bei „Pfenning“ k√∂nnen schon heute als „entscheidungsbedingende L√ľge“ bezeichnet werden. 2008 besch√§ftigte „Pfenning“ laut Bilanz 1.624 Mitarbeiter, ein Jahr sp√§ter nur noch 1.592 und im Jahr 2010 noch 1.459. Damit wurden 165 Mitarbeiter in drei Jahren abgebaut, das Personal um gut zehn Prozent reduziert. Wie auf dieser Basis ein Job-Wunder passieren soll, ist mehr als fraglich.

„Erhebliche Gewerbesteuereinnahmen“ sind mehr als zweifelhaft. „Pfenning“ behauptet trotz gegenteiliger Bilanzdaten, √ľber 200 Millionen Euro Umsatz zu machen. 2007 waren es gerundet 176 Millionen Euro, 2008 waren es 170 Millionen Euro, 2009 waren es 157 Millionen Euro, 2010 waren es 155 Millionen Euro.

Die „erfolgreiche“ Firma hat also vier Jahre in Folge an Umsatzerl√∂sen massiv eingeb√ľ√üt. Die Zahlen 2011 sind noch nicht √∂ffentlich. Der Umsatz liegt gut 25 Prozent unter den eigenen Umsatzangaben. Der Erl√∂s ist l√§cherlich. Die Zukunftsf√§higkeit fraglich.

Investition in eine „Zukunftsbranche“?

Heddesheim – oder vielmehr der Gr√∂BaZ (gr√∂√üter B√ľrgermeister aller Zeiten) Kessler sowie seine willf√§hrigen „Ja-Sager“ haben also in eine Firma „investiert“, die seit Jahren auf dem absteigenden Ast ist. Und dazu k√ľnftig f√ľr noch mehr Verkehrsbelastung gesorgt. Der Verkehrslenkungsvertrag ist auch so eine „angebliche“ Sache und man wird gespannt sein d√ľrfen, ob er was taugt.

Man kann nur hoffen – nichts anderes bleibt √ľbrig, weil Fakten geschaffen worden sind -, dass „Pfenning“ solide finanziert und nicht am Ende ein B√∂rsen- oder Fonds-finanziertes Objekt ist, bei dem vollst√§ndig unklar ist, wem die „Immobilie“ eigentlich geh√∂rt. Also Russen, Chinesen, Arabern oder irgendwelchen Investment-Bankern.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und wer mit?

Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt und in Sachen „Pfenning“ ist das seit Anbeginn ein schleichender Krankheitsprozess.

Lassen wir uns √ľberraschen, ob alles „gut geht“ oder wie gewisse Leute ohne jedes Gef√ľhl f√ľr Verantwortung die Lage „sch√∂n reden“ wollen, statt konsequent ihren Hut zu nehmen.

Es stand 12:9 im Gemeinderat – ein solch immenses Projekt h√§tte eine gr√∂√üere Mehrheit ben√∂tigt und konnte nicht gegen die H√§lfte der Bev√∂lkerung entschieden werden. Aber es gab keine gr√∂√üere Mehrheit und es wurde gegen die H√§lfte des Ortes entschieden. Der 100-Millionen-Euro-Kessler hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass „alles seine Ordnung hat“, CDU-Fraktionschef Josef Doll wie SPD-Fraktionschef J√ľrgen Merx wie FDP-Fraktionschef Frank Hasselbring wurden nie m√ľde, alles einvernehmlich abzunicken. Der Rest schwieg √ľberwiegend und hob, wo erforderlich, die Hand.

Irgendwann wird aber immer abgerechnet Рdie nächste Wahl ist 2014. Gar nicht mehr so lang hin.

Es bleibt spannend. ūüėČ

 

* Hardy Prothmann war seit der Kommunalwahl 2009 bis zum 01. M√§rz 2012 partei- und fraktionsfreier Gemeinderat in Heddesheim. Er stellte sich als unabh√§ngiger Kandidat auf der Liste der FDP zur Wahl und gewann seine erste Gemeinderatskandidatur mit 20 Prozent Vorsprung auf den Fraktionsvorsitzenden Frank Hasselbring. Nach der ersten „Fratkionssitzung“ informierte er B√ľrgermeister Kessler, dass er nicht Teil der Fraktion ist. Pers√∂nlich empfindet er die Kandidatur auf dieser Liste als gro√üen Fehler: „Ich habe vor der FDP im Sinne eines Genscher oder Baum Respekt gehabt, aber die aktuelle Lage der Partei ist mehr als desolat. Meine Entscheidung, auf dieser Liste anzustreten, war ein gedanklicher Fehler, weil ich vom Begriff des freiheitlichen Denkens ausgegangen bin.“

Anm. d. Red.: Hardy Prothmann ist verantwortlicher Redakteur f√ľr die Inhalte von Heddesheimblog.de

Edeka-Erweiterung: Debatte zwischen BM Kessler und den Gr√ľnen

Gemeinderat stimmt Bebauungsplanentwurf „Untereres B√§umelgewann“ zu

Noch gibt es ein wenig Blick auf die Bergstraße - wenn das neue Edeka-Lager steht, ist der weg.

 

Heddesheim, 26. April 2012. Nach heftiger Debatte, die von Fragen und Kritiken der Gr√ľnen an der Behandlung der Eingaben zur Eu deka-Erweiterung gepr√§gt war, hat der Gemeinderat wie zu erwarten dem Entwurf des Bebauungsplans f√ľr weitere Logistikhallen zugestimmt.

Von Hardy Prothmann

B√ľrgermeister Michael Kessler reagierte wie so oft: Mit rotem Kopf und ablehnender Haltung auf die Redebeitr√§ge der Gr√ľnen.

„Mir reicht das jetzt, immer diese Falschaussagen. Das ist falsch, was sie sagen.“

Der Grund f√ľr die Aufregung waren Fragen und Debattenbeitr√§ge der Gr√ľnen, die nach wie vor das Verkehrsgutachten zu „Pfenning“ anzweifeln und damit auch die Prognosen zum Edeka-Verkehr, die auf diesem Gutachten basieren.

Dr. Gericke, der planende Architekt stellte die Behandlung der 39 Eingaben von Beh√∂rden und anderen Tr√§gern √∂ffentlicher Belange vor. Vor allem die Gemeinde Hirschberg hatte sich intensiv gegen das Vorhaben ausgeschlosse und auch die Polizei sieht verkehrsm√§√üig Probleme, worauf Gemeinderat Andreas Schuster (Gr√ľne) insbesondere hinwies.

Der Architekt sagte, er könne verstehen, dass es seltsam wirke, dass trotz Erweiterung unterm Strich so viel Verkehr herrsche, wie zu den Zeiten, als das Edeka-Fleischwerk noch in Betrieb war. Aber das sei ein Zufall.

Zweifel am Verkehrsgutachten bleiben

G√ľnther Heinisch:

„Ich sehe das anders. Die Angaben, die Pfenning 2009 gemacht hat, gelten heute alle nicht mehr. Pfenning wei√ü nicht, welche Kunden auf das Gel√§nde kommen.“

Damit bezog sich Heinisch auf die aktuell bekannt gewordenen Informationen, n√§mlich, dass der Gro√ükunde Henkel, der √ľber die Schiene anliefern wollte, weggefallen sei und Kraft Foods als neuer Kunde hinzugekommen sei.

B√ľrgermeister Michael Kessler widersprach: „Es geht nicht um die Kunden, sondern um die Leistungsf√§higkeit dieses Betriebs. Es ist egal, wer die Kunden sind.“

Gemeinderat Reiner Lang (SPD) √§u√üerte sich in einem langen Redebeitrag, dass es nicht sein k√∂nne, dass „gewissen Gruppen immer alles in Frage stellen“: „Das sind unabh√§ngige Gutachten. Es kann doch nicht sein, dass man immer alles ablehnt.“

Kurt Klemm erwiderte, es sei seine Aufgabe f√ľr das Wohl der Gemeinde zu entscheiden und Angaben kritisch zu pr√ľfen.

Dr. Joseph Doll (CDU) verstieg sich in eine Aussage, dass durch Automatisierung und Hebehilfen, „arbeitnehmerfreundlichere Strukturen geschaffen werden. Jeder der dagegen stimmt, will das also nicht.“
Edeka binde sich langfristig an den Standort, es w√ľrden verlorene Arbeitspl√§tze kompensiert und die Einnahmen f√ľr die Gemeinde blieben erhalten.

Die Gr√ľnen lehnten die Zustimmung ab: „Wir lehnen ab, weil hier nicht ausreichend auf die Eingaben eingegangen wurde und man sich auf zweifelhafte Gutachgten bezieht.“

Im Anschluss stimmten 15 Gemeinder√§te und der B√ľrgermeister f√ľr den Entwurf und die Annahme der Stellungnahmen der Verwaltung zu den Eingaben. Die anwesenden vier Gr√ľnen stimmten dagegen. Klaus Schuhmann war befangen, Rainer Edinger fehlte.

Städtebaulicher Vertrag

√Ąhnlich wie bei „Pfenning“ will die Gemeinde einen St√§dtebaulichen Vertrag zur „Verkehrslenkung“ schlie√üen. Gemeinderat G√ľnther Heinisch bemerkte:

Erstaunlich ist, dass Edeka sich nicht bereit erkl√§rt, auch f√ľr Fremdunternehmen die Zusicherung zu geben, nicht durch den Ort zu fahren.

B√ľrgermeister Michael Kessler behauptete:

Die Edeka hat uns versichert, dass das nicht geht, weil viele Zulieferer nicht bekannt sind. Beispielsweise bei Tomaten. Da gibt es eine Börse und dann liefert der an, bei dem man einkauft.

Der B√ľrgermeister sagte, es sei der Edeka hoch anzurechnen, diese Zusagen f√ľr das gesamte Gel√§nde zu machen, dazu sei man nicht verpflichtet.

Die Gr√ľnen stimmten auch gegen den st√§dtebaulichen Vertrag.

Schöner Ausblick?

Neues von der Baustelle РFolge 11: Der Klotz wächst

Die riesigen Dimensionen werden langsam deutlich.

Heddesheim, 20. April 2012. (red) Wer sich bislang die Ausma√üe des „Pfenning“-Projekts nicht so richtig vorstellen konnte, kann sich langsam aber sicher einen Eindruck verschaffen. Es wird ein sehr gewaltiger Betonklotz werden. Die n√∂rdliche Hallenreihe ist von der L√§nge her nun „erfassbar“. Interessant: W√§hrend „Pfenning“-Gesch√§ftsf√ľhrer Uwe Nitzinger vor wenigen Monaten noch ank√ľndigte, man wolle nun doch nicht die alten Standorte in Heddesheim konzentrieren, sagt Firmen-Patriarch Karl-Martin Pfenning genau das Gegenteil.

Weder der neue, „gute“ Nachbar Pfenning, noch die Gemeindeverwaltung Heddesheim legte Wert darauf, uns zur Grundsteinlegung einzuladen. Ist nicht schlimm, solche Termine sind sowieso langweilig und dienen nur der Selbstdarstellung.

Verlautbarungssender wie das Rhein-Neckar-Fernsehen hingegen sind sehr willkommen, die berichten ja auch vollständig unkritisch das, was man ihnen vorsetzt und bei ner Grundsteinlegung gibts auch immer Häppchen, das lässt man sich nicht entgehen.

Firmen-Patriarch Karl-Martin Pfenning darf dann behaupten, dass man hier das Gesch√§fts konzentriere, w√§hrend sein Gesch√§ftsf√ľhrer Uwe Nitzinger vor ein paar Monaten davon sprach, es werde nun doch Neugesch√§ft hier angesiedelt. Aber das kennt man schon von „Pfenning“ – wen interessiert schon das Geschw√§tz von gestern? Man hat die Baugenehmigung in der Tasche, die Mehrheit des Gemeinderats und den B√ľrgermeister Kessler, also macht und sagt man, was man will. Zu Beginn der Planungen wurde mit einer Konzentration der Standorte geworben, dann hie√ü es, man plane Neugesch√§ft und jetzt soll doch wieder konzentriert werden.

Der n√∂rdliche Hallentrack ist in Teilen schon im Rohbau, die Bodenplatten sind gelegt. Wer sich den „Spa√ü“ macht und mal den Brunnenweg entlang spaziert, stellt schon heute fest, dass der Blick auf die Bergstra√üe definitiv weg ist.

Daf√ľr soll es ab September den ersten Lkw-Verkehr gehen. Angeblich nimmt man dann die erste Halle in Betrieb.

Was man weit und breit nicht erkennen kann, sind irgendwelche Vorbereitungen f√ľr den Gleisanschluss. Ob der nun kommt oder nicht, ist vermutlich sowohl der Gemeinderatsmehrheit als auch B√ľrgermeister Kessler egal. Die zeigten bei jedem Schwenk und jeder √Ąnderung in den Planungen bislang immer „Verst√§ndnis“.

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Logistikunternehmen Sch√ľchen ist pleite

30 Arbeitsplätze weniger in Heddesheim

Anfang Mai gehen hier die Lichter aus - von den 30 Mitarbeitern vor Ort haben einige bereits eine neue Anstellung in Aussicht.

 

Heddesheim, 17. April 2012. (red) Das Logistikunternehmen Sch√ľchen International GmbH & Co. KG steht vor dem Aus. Rund 740 Arbeitnehmer in ganz Deutschland sind von der Insolvenz betroffen. Auch in Heddesheim unterh√§lt das Unternehmen eine Niederlassung. Dort arbeiten bislang noch rund 30 Mitarbeiter.

Von Jörg Theobald

Sch√ľchen International stellt Anfang Mai den Gesch√§ftsbetrieb ein. Mehrere Gro√ükunden haben laut Auskunft des Unternehmens unerwartet ihre Vertr√§ge gek√ľndigt und sich anderweitig orientiert.

F√ľr den vorl√§ufigen Insolvenzverwalter Markus Ernestus kam diese Entwicklung √ľberraschend, da sich der Gesch√§ftsbetrieb nach Insolvenzantragstellung von Sch√ľchen am 21. Februar schnell stabilisierte und reibungslos weiterlief. Ernestus bleibt nun keine andere M√∂glichkeit, als das Unternehmen zu liquidieren:

Wir wollen die bestehenden Auftr√§ge jetzt bis Anfang Mai an die neuen Vertragspartner unserer Kunden ordnungsgem√§√ü √ľbergeben.

Auch f√ľr die √úbernahme der rund 740 Mitarbeiter wolle man sich „bei den √úbergabegespr√§chen stark machen“.

Pfenning Retter in der Not?

√úberraschend war die Entwicklung auch f√ľr die Mitarbeiter am Standort Heddesheim. Recht kurzfristig wurden die rund 30 Arbeitnehmer informiert. Laut unseren Informationen geschah das am 23. M√§rz. Somit blieb f√ľr die Mitarbeiter etwas mehr als ein Monat Zeit, um eine neue Anstellung zu finden.

Auch wenn der Insolvenzverwalter m√∂glichst viele der Mitarbeiter an die nachfolgenden Logistikunternehmen √ľbertragen m√∂chte, klappt das vor Ort haupts√§chlich √ľber den engen Zusammenhalt. Gegenseitig hilft man sich bei der Suche, m√∂gliche Stellenangebote werden an einem schwarzen Brett angepinnt sagt uns ein Mitarbeiter vor Ort. Er sagte uns gegen√ľber weiter:

Wir sind ein sehr kompaktes Team und halten zusammen. Auch die Geschäftsleitung vor Ort hilft bei der Stellensuche und -vermittlung.

Laut der Aussage des Mitarbeiters hat auch das Logistikunternehmen Pfenning bereits einige der Arbeitnehmer vor Ort √ľbernommen oder die √úbernahme zugesagt.

Nach den uns vorliegenden Informationen hat mittlerweile ein Großteil der rund 30 Mitarbeiter bereits eine neue Anstellung gefunden oder etwas in Aussicht.

 

 

MM lobhudelt weiter

Neues von der Baustelle: Folge 9. Pfenning informiert „ausgew√§hlt“

"Pfenning"-Gesch√§ftsf√ľhrer Uwe Nitzinger: Sagt immer nur so viel, wie er muss und h√§ufig auch nur irgendwas, was sp√§ter wieder ganz anders ist. Archivbild.

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 09. M√§rz 2012. Der Mannheimer Morgen f√§hrt mit seiner unkritischen Jubel-Berichterstattung in Sachen „Pfenning“ fort. Das war nicht anders zu erwarten. Und „Pfenning“ bedient die Zeitung exklusiv – unsere Redaktion wird vom „neuen, guten Nachbarn“ ausgegrenzt und nicht informiert. Folglich gilt das auch f√ľr unsere Leserinnen und Leser. Der Grund ist einfach: Wir berichten zu kritisch und Kritik ist nicht erw√ľnscht.

Von Hardy Prothmann

Das ist er also, der neue, gute Nachbar „Pfenning“. Ein Unternehmen, das bewusst in Kauf nimmt, gro√üe Teile der Heddesheimer Bev√∂lkerung nicht zu erreichen. N√§mlich alle die, die den Mannheimer Morgen nicht abonniert haben und das sind sehr viele.

Dabei wei√ü Gesch√§ftsf√ľhrer Uwe Nitzinger sehr genau, dass die H√§lfte des Ortes gegen die montr√∂se, 650 Meter lange Bebauung auf 20 Hektar bestem Ackergel√§nde war. Nachdem der Bebauungsplan aber gegen alle klugen und kritischen Einw√§ndungen durchgesetzt war, sah und h√∂rte man nichts mehr von Pfenning. Auch der Baustart wurde bis auf eine l√§ppische Pressemeldung nicht kommuniziert.

Geschönte Berichte

Ab und an wirft „Pfenning“ mal einen Brocken hin und der MM schnappt ihn dankbar auf – immerhin hat „Pfenning“ ja auch schon einiges an Anzeigen dort geschaltet.

So erfahren die Zeitungsleser also, in welcher Reihenfolge die Hallen gebaut werden. Erst der n√∂rdliche Teil, von Ost nach West, dann der s√ľdliche Teil. Daf√ľr werden Fertigsystemteile des Bayerischen Unternehmens Max B√∂gl verbaut. B√∂gl hat sich auf diese Bauweise spezialisiert. Dazu gibt es Informationen, dass ein paar hundert Bauteile, St√ľtzen und Platten verbaut werden. Und rund 80 Bauarbeiter besch√§ftigt sind, bis zu 300 sollen es im Sommer werden.

Wenn man sich Referenzobjekte auf der B√∂gl-Homepage anschaut, darf man berechtigte Zweifel haben, ob das „Pfenning“-Gel√§nde tats√§chlich Ende 2013/Anfang 2014 fertig gestellt sein wird, wie Uwe Nitzinger im Mannheimer Morgen behaupten darf.

Im s√ľdlichen Teil zur Benz-Stra√üe hin wird ein Teil der Hallen 18 Meter hoch – wer hier was einlagern wird? Keine Information. Die Schiene kommt dann, wenn sie jemand braucht – also irgendwann oder nie. Die Schienenandienung war eins der Hauptargumente der CDU f√ľr die Logistikansiedlung. Jetzt erf√§hrt man, dass mindestens „36-Monate“ Vorlauf n√∂tig seien, falls denn mal jemand Interesse haben k√∂nnte.

Fragw√ľrdige √Ąu√üerungen

Ebenso darf Nitzinger behaupten, niemand h√§tte was davon gemerkt, dass „Pfenning schon da ist“ und das mit „Lkw-Verkehr“. Dazu wird unwidersprochen der Bauverkehr mit angeblich bis zu 800 Lkw-Bewegungen in der Spitze verglichen. Das ist haneb√ľchen.

Nat√ľrlich wei√ü man schon lange, dass die Bauarbeiten begonnen haben – wir bringen aktuell unsere neunte Folge zur Baustelle. Im Gewerbegebiet werden Laternenmasten umgefahren und die Stra√üen sind h√§ufig verdreckt – wie das halt so ist in der N√§he von Baustellen. Wer allerdings f√ľr die Stra√üenreinigung aufkommt, ob „Pfenning“ oder der Steuerzahler? Wer wei√ü, dazu gibt es keine Informationen.

Daf√ľr erh√§lt man aber einen Eindruck, wie das sein wird, wenn t√§glich hunderte zus√§tzliche Lkw hier unterwegs sein werden. Im Hirschberger Kreisel ist der Aspahlt schwer besch√§digt und vor der Auf-/Abfahrt auf die A5 auf Hirschberger Seite hat sich eine deutliche Absenkung gebildet, die auf Reparatur wartet. Unsere Recherchen hierzu haben ergeben, dass das Regierungspr√§sidium zust√§ndig ist, die Sache ans Landratsamt weitergereicht hat, aber keiner wei√ü oder sagen kann, wann diese Sch√§den, die auch unfallgef√§hrlich sein k√∂nnen, behoben werden.

Offene Fragen

Uwe Nitzinger darf √ľber Kekse und Schokolade reden, die der neue Kunde „Kraft Foods“ hier lagern will. Ob der neue Kunde und die damit verbundenen Vertr√§ge das „Pfenning“-Projekt √ľberhaupt erst finanzierbar gemacht haben, wird nicht gefragt.

Es war schon seltsam, wie der strahlende Chef Karl-Martin Pfenning erst eine 100 Millionen-Euro-Investition verk√ľndete, dann aber trotz Baugenehmigung nichts passierte. Es gab viele Ger√ľchte, ob die Finanzierung geplatzt sei. Harte Fakten gibt es nicht, weil der eigentliche Investor die Phoenix 2010 GbR ist – ein zwei-Mann-„Unternehmen“, das nicht publizit√§tspflichtig ist.

Weiter darf Nitzinger behaupten, man halte sich an den Verkehrslenkungsvertrag – dabei werden immer wieder gro√üe „Pfenning“-Lkw gesichtet, die durch den Ort fahren. Und die Aussage: „Der Verkehr kommt aus der Ferne und geht in die Ferne“, wird gar nicht erst vom MM aufgegriffen.

Leere Versprechen

Herzig ist die Information, es w√ľrde keinen regionalen Verkehr geben. Also nicht von Pfenning. Wenn Waren beispielsweise f√ľr Edeka eingelagert und von Edeka ausgeliefert werden, dann ist das ja kein „Pfenning“-Verkehr. Und wenn die regionalen Versorgungs-Lkw bis zu 12 Tonnen schwer sind, gilt f√ľr die auch nicht der Verkehrslenkungsvertrag. Wer immer noch an all die „Versprechungen“ glaubt, ist selbst schuld.

Angeblich sollen f√ľr den Kunden Kraft Foods zweihundert Leute arbeiten – davon aber die H√§lfte als Leihkr√§fte. Die Zahl „bis zu 1.000 Arbeitspl√§tze“, mit der B√ľrgermeister Kessler, die CDU, SPD und FDP f√ľr das Projekt geworben haben, f√§llt in diesem Zusammenhang nicht mehr. Und – ach ja – vier Ausbildungspl√§tze halte „Pfenning“ nach wie vor frei f√ľr Heddesheimer Berufsanf√§nger – bislang habe sich aber niemand gefunden, der zu „Pfenning“ passt. Das soll man alles so glauben, denn es steht ja in der Zeitung.

Ausgewählte Gäste

Am 23. M√§rz gibt es eine „symbolische Grundsteinlegung“ – f√ľr ausgew√§hlte G√§ste. Wir sind bislang noch nicht eingeladen worden und vermuten, dass es dabei bleibt. Der Mannheimer Morgen darf sicherlich in der ersten Reihe sitzen, damit man auch jedes Wort exakt so mitschreibt, wie man das von seiten der Verwaltung und Pfenning will.

Das wird so erwartet und auch erf√ľllt.

"Pfenning" k√ľndigt "Neugesch√§ft" an

Neues von der Baustelle: Folge 7 РPfenning hält sich nicht an eigene Aussagen

Heddesheim/Viernheim, 26. Januar 2012. (red/pm) Nach Angaben der Unternehmensgruppe „Pfenning“ wird ab Herbst 2012 der Kraft Foods Konzern Hallenkapazit√§ten in Heddesheim nutzen. Entgegen der urspr√ľnglichen Zusage, man wolle die Lager der Region konzentrieren, wird also Neugesch√§ft angesiedelt.

Dass man den Aussagen von „Pfenning“ nur sehr bedingt trauen kann, ist mittlerweile allgemein bekannt. Wieder einmal best√§tigt das Unternehmen, dass getroffene Aussagen nicht eingehalten werden.

„Pfenning“ hatte die Entscheidung f√ľr Heddesheim zun√§chst damit begr√ľndet, dass man verschiedene Standorte in der Region b√ľndeln wolle – andernfalls w√§re ein Weggang aus der Region denkbar. B√ľrgermeister Michael Kessler sowie die Bef√ľrworter aus CDU, SPD und FDP beschworen die regionale Verbundenheit und die sinnvolle Konzentration.

Tats√§chlich ist davon schon lange keine Rede mehr. In den Verhandlungen wurde zudem angek√ľndigt, dass nach Abschluss der Konzentration der Firmensitz nach Heddesheim verlagert werden w√ľrde. Da die Konzentration ausbleibt, darf man gespannt sein, ob auch diese Aussage nicht eingehalten werden wird.

Pressemitteilung von „Pfenning Logistics“:

„Der weltweit zweitgr√∂√üte Nahrungs- und Genussmittelkonzern Kraft Foods hat sich entschieden die pfenning-Gruppe mit der Abwicklung seines Logistikstandorts S√ľd zu beauftragen.

Kraft Foods mu√üte nach der Integration des Cadbury- und LU-Gesch√§ftes die Logistik europaweit neu organisieren und aufstellen. In diesem Zusammenhang wurde in 2010 neben den Transportstrukturen auch die Dienstleistung f√ľr das S√ľdlager ausgeschrieben. Hier hat pfenning logistics das insgesamt √ľberzeugendste Konzept f√ľr das S√ľdlager abgegeben, das den Gro√ükunden vor allem in puncto Multi-User-Lagerung, weitgehende Flexibilit√§t, geographische Lage sowie √∂kologische Nachhaltigkeit √ľberzeugte.

Das Kraft Foods Produktsortiment wird das pfenning-Lager aus Produktionsst√§tten in ganz Europa erreichen und reicht von K√§se und Ketchup √ľber Kaffee bis hin zu Schokolade, darunter befinden sich bekannte Marken wie Jacobs Kr√∂nung , Caf√© HAG, T-Discs f√ľr das Hei√ügetr√§nke-System Tassimo, Milka und Toblerone, Philadelphia Frischk√§se, das Fertiggericht Mir√°coli, die Salatcreme Miracel Whip sowie das Kraft Feinkostsortiment.

Der Logistikdienstleister √ľbernimmt mittels eines ma√ügeschneiderten Logistikkonzepts die Lagerhaltung, Kommissionierung sowie das Co-Packing der Produkte, die auf ganzen und kommissionierten Paletten oder in regalfertigen Displays das Lager wieder verlassen sol-len. Damit werden ma√ügeblich die Anforderungen der Kraft Foods Kunden erf√ľllt.

Der Startschuss f√ľr die Einlagerung f√§llt im September 2012 im neuen Logistikzentrum Heddesheim, das sich aktuell noch in der Bauphase befindet.

Damit siedelt der Logistikdienstleister entgegen urspr√ľnglicher Planungen erhebliches Neugesch√§ft an und sorgt damit f√ľr weiteres Wachstum in der Region. K√ľnftig wird f√ľr Kraft Foods eine Gesamtkapazit√§t von bis zu 80.000 Paletten in einem Gro√üteil des Lagerkomplexes bereitgehalten. Dieser Bereich wird im Zwei- bis Drei-Schicht-Betrieb von √ľber 200 Mitarbeitern bewirtschaftet. √Ėkologisch bietet das Logistikzentrum Heddesheim eine hohe Energieeffizienz.“

"Pfenning"-Bau geht - naja - voran

Neues von der Baustelle: Folge 6 – Es entwickelt sich

Hinter den Zäunen wird ein wenig gebaggert.

Heddesheim, 11. Januar 2012. (red) Auf dem „Pfenning“-Gel√§nde geht es voran. Es ist eingez√§unt, ein paar Baucontainer stehen herum, ein paar Bagger baggern. Glaubt man „Pfenning“ – soll hier schon 2012 ein „Multicube“ stehen – nur fraglich, ob das bei dem Tempo klappen wird. 2013 soll sogar der Gleisanschluss schon in Betrieb sein.

Von Hardy Prothmann

In „Neues von der Baustelle“ haben wir in Folge 5 dar√ľber berichtet, dass der gute Nachbar „Pfenning“ sich einz√§unt. Diese fundamentalen Arbeiten sind abgeschlossen.

Gro√üe Teile des ehemals besten Heddesheimer Ackergel√§ndes sind abgeschoben und damit zerst√∂rt. Wer sich dieser Tage das k√ľnftige „Pfenning“-Gel√§nde anschaut, sieht nur Schlamm. Und wundert sich √ľber den Zaun. Kein vern√ľnftiger Mensch w√ľrde dieses Gel√§nde betreten, au√üer f√ľr eine Schlammschlacht.

Der „gute Nachbar“ hatte zum November den Beginn der Bauarbeiten per Pressemitteilung angek√ľndigt. Diese hat der B√ľrgermeister Kessler sofort an den Gemeinderat weitergeleitet, denn Kessler war unter Druck, geschah doch lange nichts. Dabei ist „Pfenning“ doch die Zukunftsrettung Heddesheims.

Nach fast zwei Monaten Beginn der Bauarbeiten ist, sagen wir mal, erstaunlich wenig passiert. Wenn „Pfenning“ in dem Tempo „weiterbaut“, wird das eine Dauerbaustelle f√ľr die n√§chsten zehn Jahre.

Nach eigener (spärlicher) Darstellung will Pfenning aber schon dieses Jahr loslegen und 2013 soll sogar Schienenlogistik Realität sein.

Wer genau hinschaut, sieht, dass das Gel√§nde vorbereitet wird. Es wird „entwickelt“, sprich, die wichtigen Versorgungsleitungen werden gelegt.

Und es gibt vermehrt Vermutungen, dass das halt einfach (nur) so ist. „Pfenning“, also Karl-Martin Pfenning und der Viernheimer Immobilien-Mensch Johann Georg Adler III (der nennt sich tats√§chlich so), haben zusammen eine Gesellschaft des b√ľrgerlichen Rechts bebildet und sind die alleinigen Investoren f√ľr das angebliche „100-Millionen-Euro-Projekt“.

Nach zwei Monaten "Bauaktivität" ist das Ergebnis erstaunlich.

Nach au√üen ist es „Pfenning“ als Unternehmen, tats√§chlich sind es zwei Viernheimer Einzelinvestoren – zumindest ist der der letzte bekannte Stand.

Es gibt Vermutungen, dass die beiden gerade ein gro√ües Gesch√§ft machen. Sie haben einen (bislang) g√ľltigen Bebauungsplan, haben f√ľr l√§cherliche 47 Euro pro Quadratmeter ein Filetst√ľck gekauft, bereiten das jetzt vor und verkaufen das dann deutlich teurer zu einer traumhaften Rendite. So die Vermutungen.

Die Vermutungen fu√üen auf Indizien. Hatte „Pfenning“ zun√§chst davon gesprochen, regionale Lager zu konzentrieren und hatten B√ľrgermeister Michael Kessler, sein Organ Joseph Doll (CDU) und der willf√§hrige SPD-Sprecher J√ľrgen Merx immer wieder den Erhalt der Arbeitspl√§tze in der Region hervorgehoben, hat „Pfenning“ vor kurzem Tacheles geredet: Es gehe um Neugesch√§ft. Die alten Standorte bleiben, wo sie sind.

FDP-Vertreter Frank Hasselbring fand alles immer einfach „gut“ und stimmte voll zu.

Der gute Nachbar „Pfenning“ ist seit der entscheidenden Abstimmung zum Bebauungsplan ein Fremder in Heddesheim. Hat ihn jemand gesehen? Ist er pr√§sent? Informiert er √ľber das, was passiert auf der Baustelle? Pr√§sentiert er sich als guter Nachbar? Informiert er? Entschuldigt er sich f√ľr Belastungen?

Nein. Warum auch?

Politisch ist sein „Ding“ entschieden.

Man darf gespannt sein, wie sich die „Dinge“ entwickeln.

Man darf auf die Schlammschlacht gespannt sein.

 

 

 

Gesch√§ftsf√ľhrer Nitzinger verweigert jegliche Auskunft

Neues von der Baustelle: Folge 4 – „Pfenning“ z√§unt sich ein

Heddesheim, 08. Dezember 2011. (red) Nach √ľber drei Wochen seit dem „Baustart“ ist nach wie vor noch recht wenig los auf der „Pfenning“-Baustelle. Einige Bagger haben teilweise die obersten Schichten des Mutterbodens abgetragen und zu Erdw√§llen aufgeh√§uft.

Planierrauben haben diese Stellen verdichtet. Hier bilden sich Wasseransammlungen, da das Wasser im „Lellebollem“ (Heddesheimer Lehmboden) nun kaum mehr versickern kann.

Entlang des Brunnenwegs ist ein Schacht ausgehoben worden. Vermutlich f√ľr Versorgungsleitungen. Eine Firma hat begonnen, das Gel√§nde einzuz√§unen. Der nordwestlich gelegene Feldweg ist verschwunden. Die Zufahrtsstra√üen im Gewerbegebiet sind dreckig. [Weiterlesen…]

Neues von der Baustelle: Folge 2 – ein einsamer Bagger baggert

Heddesheim, 21. November 2011. (red) Eine Woche nach dem gro√ü angek√ľndigten „Baustart“ kommen die Bauarbeiten auf dem „Pfenning“-Gel√§nde voran. Ein Bagger baggert am Brunnenweg. In der N√§he der Schienen schiebt ein Schieber.

Wir begleiten nat√ľrlich die Bauarbeiten und schauen, sofern n√∂tig, einmal w√∂chentlich bei der Baustelle vorbei, um zu sehen, wie die Arbeiten „vorankommen“. Wir nummerieren die Reihe durch. Aktuell Folge 2, nachdem wir vergangene Woche mit „Dokumentation: Der ‚ÄúPfenning‚ÄĚ-Baustart beginnt mit ‚ÄúErdarbeiten‚ÄĚ die Reihe er√∂ffnet haben. [Weiterlesen…]