Montag, 20. November 2017

28. Oktober bis 03. November 2013

Diese Woche: Tipps und Termine

Rhein-Neckar, Tipps und Termine fĂŒr den 28. Oktober bis 03. November 2013. Montags erscheinen unsere Veranstaltungstipps fĂŒr die laufende Woche. Die Redaktion nimmt gerne weitere Termine und Anregungen auf. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie am Ende der Seite. [Weiterlesen…]

Treffen der Partnerschaftskommission

Überraschend viele AktivitĂ€ten

Nogent Chateau

Schloss in Nogent Le Roi Foto: mit freundlicher Genehmigung der französischen Partner

Heddesheim, 11. Juli 2013. (red/sw) Trotz des warmen Wetters kamen die Mitglieder der Partnerschaftskommision Heddesheim – Nogent Le Roi zahlreich zur Sitzung am vergangenen Dienstag.

Von Susanne Warmuth

Nogent Kirche

Kirche in Nogent Le Roi. Foto: Michel Modain

Ja, ich wußte natĂŒrlich als in Heddesheim verwurzelte BĂŒrgerin, dass Heddesheim ein Partnerschaft mit dem Kanton Nogent Le Roi in Frankreich eingegangen ist – irgendwann einmal – den Nogent Le Roi Platz gibt es schließlich schon seit meiner Kindheit. Ab und zu kommen die Franzosen zu Besuch und manchmal fahren Gruppen aus Heddesheim nach Frankreich. Das war bis gestern Abend mein Wissen ĂŒber die Beziehung von der Gemeinde Heddesheim zu ihrem Partner-Kanton in Frankreich.

Ich wurde mehr als ĂŒberrascht, wie aktiv diese Partnerschaftsbeziehung zu Nogent Le Roi in Wirklichkeit ist. Julien Christof, Hauptamtsleiter in Heddesheim schien eine nicht enden zu wollende Liste zu besitzen, auf der die verschiedenen AktivitĂ€ten von Gruppen und Vereinen in Sachen Partnerschaft mit Nogent Le Roi aufgefĂŒhrt waren. [Weiterlesen…]

24. bis 30. Juni 2013

Diese Woche: Tipps und Termine

Rhein-Neckar, Tipps und Termine fĂŒr den 24. bis 30. Juni 2013. Montags erscheinen unsere Veranstaltungstipps fĂŒr die laufende Woche. Die Redaktion nimmt gerne weitere Termine und Anregungen auf. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie am Ende der Seite.

Mehr Veranstaltungen vor Ort finden Sie ins unseren Kalendern auf allen Blogseiten im MenĂŒ Nachbarschaft im MenĂŒ “Termine”. [Weiterlesen…]

03. bis 09. Juni 2013

Diese Woche: Tipps und Termine

Rhein-Neckar, Tipps und Termine fĂŒr den 03. bis 09. Juni 2013. Montags erscheinen unsere Veranstaltungstipps fĂŒr die laufende Woche. Die Redaktion nimmt gerne weitere Termine und Anregungen auf. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie am Ende der Seite.

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Diese Woche: Tipps und Termine

Rhein-Neckar, Tipps und Termine für den 27. Mai bis 02. Juni 2013. Montags erscheinen unsere Veranstaltungstipps für die laufende Woche. Die Redaktion nimmt gerne weitere Termine und Anregungen auf. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie am Ende der Seite.

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Simone Rau ĂŒber die Weltlichkeit der christlichen BĂŒcherei

Christlich vs. weltlich? Gute BĂŒcher sind gute BĂŒcher!

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Simone Rau leitet die Katholische öffentliche BĂŒcherei, die fĂŒr alle offen ist und jede Menge weltliche Literatur im Bestand hat. Foto: Heddesheimblog.de/Tillmann Bross

 

Heddesheim, 13. Juni 2012. (red) Vor einiger Zeit haben wir Simone Rau gebeten, fĂŒr uns vielleicht einen Text zu schreiben, was denn eine „katholische BĂŒcherei“ ausmacht. Gibt es da ĂŒberwiegend „christliche“ oder „religiöse“ Literatur oder auch „weltliche“? Und was ist aus Sicht einer Katholischen BĂŒcherei „gute“ Literatur, was „schlechte“? Das ist alles eine Frage der „Auffassung“, sagt Frau Rau.

Von Simone Rau

Als Herr Prothmann mir vorschlug, BĂŒcher unter den oben beschriebenen Aspekten vorzustellen, habe ich erst mal geschluckt. Alleine schon durch die Formulierung „christlich – weltlich“ fĂŒhlte ich mich gleich wieder in die „katholische“ Ecke gedrĂ€ngt.

KĂ€mpfen doch viele Katholische öffentliche BĂŒchereien (KöB) seit Jahren gegen zwei sich hartnĂ€ckig haltende Vorurteile. Das erste lautet, dass man sich nur BĂŒcher ausleihen darf, wenn man katholisch ist, dass zweite, dass wir nur christlich/ religiös angehauchte Literatur im Bestand haben. Beides ist falsch.

Wie schon im Namen zu lesen, sind KöBs auch öffentliche BĂŒchereien und damit fĂŒr alle zugĂ€nglich, weshalb der Bestand auch nicht auf „christliche“ Literatur beschrĂ€nkt ist. Wir haben zwar die Bibel im Bestand, ebenso wie religiöse Literatur, aber genauso Krimis, Thriller, Liebesromane, historische Romane, erzĂ€hlende Literatur, Biografien und vieles mehr.

Was aber sind gute BĂŒcher? Glaubt man Denis Scheck, dem Moderator des ARD-Literaturmagazins Druckfrisch, sind die meisten Neuerscheinungen salopp ausgedrĂŒckt, großer Mist. Nur selten finden BĂŒcher, die sich auf diversen Bestseller–Listen tummeln, Gnade vor seinen Augen.

Ausleihen, lesen, bewerten.

Aber die BĂŒcher, die Denis Scheck als nicht lesenswert einstuft, werden teilweise tausendfach verkauft. Sind das nun gute oder tatsĂ€chlich schlechte BĂŒcher? Sind sie schlecht, weil sie einem Kritiker missfallen, oder doch gut, wie eine Vielzahl von Lesern meint?

Alles eine Auffassungssache meine ich. So unterschiedlich Menschen sind, so unterschiedlich ist ihr Anspruch an Literatur. Dem einen gefĂ€llt „Wunsiedel“ von Michael Buselmeier, einem anderen „Erlösung“ von Jussi Adler–Olsen oder „Der HundertjĂ€hrige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ von Jonas Jonasson.

Deshalb möchte ich an dieser Stelle auch keine BĂŒcher vorstellen, die „gut“ sind. Wer mich in der BĂŒcherei anspricht und nach einem „guten“ Buch fragt, dem kann ich deshalb höchstens ein Buch empfehlen, das mir gut gefallen hat und erklĂ€ren, weshalb ich mich dafĂŒr begeistern konnte.

Alle oben genannten BĂŒcher – und viele mehr – findet man ĂŒbrigens im Bestand der Katholischen öffentlichen BĂŒcherei St. Remigius Heddesheim.

Mein Fazit lautet deshalb: Am besten ausleihen, lesen und sich eine eigene Meinung bilden. Da die Ausleihe in der KöB kostenlos ist, erleidet man zumindest keinen monetÀren Verlust, wenn einem ein Buch nicht gefÀllt.

Wer Spaß daran hat, sich ĂŒber BĂŒcher auszutauschen, die Meinung anderer zu erfahren, kann auch am „Literaturplausch“ teilnehmen. Das erste Treffen nach der Sommerpause findet am 21.09.2012 um 20.00 Uhr in den RĂ€umen der KöB statt. Besprechen werden wir an diesm Abend „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf.

Weitere Informationen gibt es in der KöB, unter buecherei@st-remigius.com oder telefonisch unter 06203 / 45086.

Anm. d. Red: Simone Rau ist BĂŒchereileiterin der KöB St. Remigius Heddesheim

Kritik der reinen UnmĂŒndigkeit

Geprothmannt: Eine „grasse“ Debatte

GĂŒnter Krass hat mit seinem Gedicht "Was gesagt werden muss" eine lĂ€ngst notwendige Debatte ausgelöst. Bild: Wikipedia, Florian K, CC BY-SA 3.0

 

Rhein-Neckar, 16. April 2012. (red/pro) Was stimmt mit uns Deutschen nicht? Können wir nicht normal sein? Einfach mit Kritik umgehen? Uns ihr stellen, mit ihr an uns arbeiten? Der Schriftsteller GĂŒnter Grass hat mit seinem Beitrag den Nerv einer chronisch leidenden Gesellschaft getroffen und das ist gut so. Die Debatte erreicht jede Stadt, jedes Dorf in Deutschland. Sie sollte jeden Stammtisch und jede Familie, jeden Menschen erreichen, denn die Zeit ist lĂ€ngst reif dafĂŒr.

Von Hardy Prothmann

Ganz sicher ist die Debatte um den Beitrag des LiteraturnobelpreistrĂ€gers GĂŒnter Grass auf den ersten Blick ein nationales und sogar internationales Thema.

Ist das so?

Ganz sicher zeigt der zweite Blick auf das Thema eine Debatte, das uns alle betrifft. Überall. Hier und dort. Vor Ort. Direkt.

Das vermeintliche “Gedicht” von Herrn Grass, “Was gesagt werden muss”, hat enorme internationale Wellen geschlagen und einen politischen Diskurs ausgelöst, der uns alle angeht.

Meinungsfragen

Die entscheidenden Fragen lauten:

Wie geht man mit Kritik um? Was bedeutet Meinungsfreiheit? Was Meinungsvielfalt? Gibt es die Möglichkeit der freien Rede und Gegenrede? Wer urteilt, was richtig, was falsch ist? Was bedeutet Verantwortung im Zusammenhang mit Fragen? Gibt es in der Postmoderne tatsĂ€chlich noch Tabu-Themen, ĂŒber die man nicht reden darf?

Der Schriftsteller GĂŒnter Grass musste im Alter von 84 Jahren etwas loswerden. WĂ€re GĂŒnter Grass nur ein alter Mann – wer hĂ€tte sich dafĂŒr interessiert?

Niemand? Richtig.

GĂŒnter Grass ist aber ein bekannter Schriftsteller. Und LiteraturnobelpreistrĂ€ger. Und er war als junger Mann Mitglied der Waffen-SS im Dritten Reich, was er lange verschwiegen hat.

Und er tut, was niemand tut, will man nicht sofort in eine rechte Ecke gestellt werden. Und das trotz seiner Vergangenheit: Er Ă€ußert harsche Kritik an der Außenpolitik Israels.

Nicht an der Innenpolitik, der Wirtschaftspolitik, der Sozialpolitik. Grass macht das große Fass auf und spricht davon, dass Israel den “Weltfrieden gefĂ€hrdet”.

Die vernichtenden Kritiken ĂŒber seinen Text sind zahlreich. Die Empörung eindeutig. Die Haltung klar: Man kritisiert Israel nicht. Schon gar nicht als Aggressor im Nahen Osten.

StaatrÀsonismus

Vor allem nicht als Deutscher. Denn es gibt eine historische “Verantwortung”, die jede Kritik und jede Frage verbietet, das gebietet allein schon die von der Bundeskanzlerin zur “StaatsrĂ€son” erklĂ€rten “Haltung”.

Ist das so?

Man muss GĂŒnter Grass fĂŒr seine extreme Überzeichnung dankbar sein, denn er hat erreicht, dass sich die Extreme und die Überzeichnungen zu Wort melden und verorten.

Das durch den israelischen Innenminister Eli Jischai gegenĂŒber dem Schriftsteller erlassene Einreiseverbot wird selbst in israelischen Medien als “hysterisch” bezeichnet.

BundestagsvizeprĂ€sident Thierse wirft sich fĂŒr den Schriftsteller in den Ring und bezeichnet Anwerfungen, dieser sei ein Antisemit als “haltlos”.

Was denken wir ĂŒber all das? Jeder von uns? Ich, Sie, Du? Debattieren wir darĂŒber?

Debattiert so viel ihr könnt

GĂŒnter Grass 2004 bei der Buchmesse in Frankfurt. Bild: Wikipedia, Florian K, CC BY-SA 3.0

Hoffentlich tun das viele unserer Leserinnen und Leser. Und das ist gut so. Sich mit einer Sache auseinanderzusetzen. Denn das ist die Übersetzung von Kritik.

Und nichts anderes hat Herr Grass getan. Er hat sich auseinander gesetzt, seine Meinung geĂ€ußert und sich damit demokratisch dem Diskurs gestellt.

Inhaltlich mag sein “Gedicht” große SchwĂ€chen haben. Die grĂ¶ĂŸte ist, dass man eine solch verfahrene Situation, wie sie im Nahen Osten herrscht, noch so sehr “verdichten” kann – sie ist zu komplex, um sie vernĂŒnftig in einem Text abbilden zu können.

Deshalb muss man sie aufteilen und die Teile diskutieren. Und den Anfang zu dieser Debatte hat Herr Grass erreicht. Er hat es geschafft, dass sich viele besserwissende sofort empört geĂ€ußert haben, um feststellen zu mĂŒssen, dass die grass’sche Kritik vielleicht nicht ganz richtig, aber auch nicht ganz falsch ist.

GĂŒnter Grass hat es erreicht, dass ĂŒber Tabus gesprochen wird, die viele Menschen beschĂ€ftigen und die, weil Tabus, öffentlich nicht thematisiert werden dĂŒrfen sollen. Grass hat also Öffentlichkeit geschaffen, den Austausch von Meinungen angeregt und hat damit einen demokratischen Prozess ausgelöst.

Deutungshoheiten der Zirkel

Wer ihn deswegen sofort zum Antisemiten abstempelt, will keinen demokratischen Diskurs, sondern einen Hieb mit der Moralkeule. Es sollen keine Fragen gestellt werden dĂŒrfen. Die Deutungshoheit ist allein kleinen Zirkeln ĂŒberlassen. Ist das demokratisch?

Wer das Gesamtwerk von Grass sieht und seine ĂŒber Jahrzehnte verschwiegene Mitgliedschaft in der Waffen-SS, erkennt eine zerrissene Figur. Einen, der eitel und selbstherrlich ist. Neudeutsch “erfolgsgeil”, was ihm viele vorwerfen, die aber wie ein Reich-Ranicki oder Broder selbst auf der Debatten-Welle mitschwimmen, ohne viel zum Thema beitragen zu können. Aber Hauptsache, sie reden mit oder es wird ĂŒber sie geredet, wobei sie jedem, der ihnen nicht genehm ist, genau das vorwerfen.

Wer die Debatte um das Thema verfolgt, sieht jede Menge AnwĂŒrfe, die jede Interessengruppe fĂŒr sich zu nutzen sucht.

Und wer ĂŒber all dem darĂŒber nachdenkt, was der Text von Grass bewirkt hat, erkennt: Es ist eine “grasse” Debatte.

Mit einem FĂŒr und Wider. Einem Hin und Her. Und all das ist gut und sinnvoll.

Denn “Positionen” haben die Chance, neu ĂŒberdacht und definiert zu werden. Man kann aus der Vergangenheit lernen, sie mit dem Jetzt abgleichen und fĂŒr die Zukunft Ziele entwickeln.

Das geht nur durch Einlassungen von kritischen Geistern.

Tabus brechen

Abnicker, Zusager, Nichtfrager, Nichtwisser haben in der Vergangenheit und Gegenwart immer nur fĂŒr großes Leid und viel Blutvergießen gesorgt.

GĂŒnter Grass hat weder ein literarisch wertvolles, noch stilistisch anerkennenswertes “Gedicht” geschrieben. Das ist meine persönliche Meinung.

Ebenso finde ich seine Position zu ĂŒberzeichnet. Aber ich bin sehr froh, dass er das Gewicht seiner Persönlichkeit nutzt, um die Debatte ĂŒber Tabus anzuregen.

Er ist ein alter Mann, hat sein Leben und sein Geld verdient, schließt irgendwann mit “letzter Tinte” ab. Und er hat enorm viel negative Energien auf sich gezogen – egal, ob zu Recht oder Unrecht -, statt einfach seinen “Lebensabend zu genießen”.

Persönlich hat mich Grass als Schriftsteller nicht interessiert. Mich spricht sein Werk nicht an. Das ist aber eine Geschmackssache.

Persönlich habe ich großen Respekt vor diesem Mann, weil er sich traut, eine Meinung zu haben. Trotz aller Kritik, die seine Meinung durch andere auf sich zieht.

Persönlich habe ich meine Meinung und meine Geschichte. Mein Großvater beispielsweise ist 1928 geboren worden und hat als 16-JĂ€hriger jĂŒngere Kinder in den letzten Kriegsjahren in Sachsen als “GebirgsjĂ€ger ausgebildet”.

Und er hat mir gegenĂŒber zugegeben, dass er damals an den “FĂŒhrer” geglaubt hat und erst spĂ€ter erkannt hat, welchem Übel er anhĂ€ngig war. Fast jeder von uns Deutschen hat so einen “Link”, so eine Verbindung, in die Vergangenheit. Und egal, wie wenig man damit “persönlich” zu tun hat. Die historische Schuld bleibt. Und sie ist schrecklich.

Verantwortung fordert Fragen

Die Verantwortung aber, sich gegen Krieg, gegen Genozid, gegen Unrecht einzusetzen, ist eine Verantwortung, die gerade die Deutschen historisch am besten vertreten können. So kann die Schuld zur Chance werden. Wenn man bereit ist, verantwortlich zu sein. Um verantwortlich zu sein, muss man aber Fragen stellen dĂŒrfen, können und wollen.

Verantwortung ergibt sich sicherlich nicht dadurch, indem man sich keinem Diskurs stellt, keinen Fragen, keinen Haltungen. Wer sich so verhÀlt, muss sich den Vorwurf des Gleichschaltens, des Gleichmarschierens, des Faschistischen gefallen lassen.

Wer bereit ist, sich mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen, Kritik zu ĂŒben und auszuhalten, fĂŒr seine Haltung zu werben unter Anerkennung unseres Grundgesetzes, der agiert demokratisch und verantwortlich.

Wer eine berechtigte Kritik eines Schriftstellers missbraucht, um diesen und andere mundtot zu machen, agiert antidemokratisch.

GĂŒnter Grass hat mit seinem “Gedicht” sehr krasse Reaktionen hervorgerufen, die zeigen, wie wenig demokratisch viele Medien in Deutschland gesinnt sind, obwohl wir doch schon mindestens sechs Jahrzehnte Zeit hatten, um zu ĂŒben.

Die Debatte hat gezeigt, wie wenig demokratisch der Staat Israel unter seiner aktuellen Regierung ist.

Traumatisierungen

Und er hat ins Bewusstsein gerufen, dass ein Konflikt droht, der sicherlich kein iranisches Volk auslöscht, aber die Region und die Welt massiv zu traumatisieren in der Lage ist.

Und wer, wenn nicht wir Deutschen, haben eine bessere Vorstellung davon, was es heißt, andere zu traumatisieren und selbst traumatisiert zu sein? Und wer, wenn nicht wir Deutschen können ehrlicher und glaubhafter uns dafĂŒr einsetzen, dass es nicht woanders zu VerwĂŒstung, Zerstörung und Verfolgung kommt?

Mein Deutschland ist ein Land der Demokratie, des Austausches von Meinungen, des Ringens um Mehrheiten um eine grĂ¶ĂŸtmögliche Freiheit der Menschen zu ermöglichen.

Ein Land, dass sich um Fortschritt des Lebens statt fĂŒr den RĂŒckschritt des Tötens einsetzt.

Ich empfinde es als ekelhaft, wenn irgendjemand argumentiert, ein israelischer “Erstschlag” wĂŒrde nicht das “gesamte” iranische Volk auslöschen, sondern nur “Teile”. Mir wird schlecht, wenn ich Argumente lese, man mĂŒssen Israel einen “Zweitschlag” ermöglichen, um, nachdem man selbst grĂ¶ĂŸte Verluste habe, dem anderen auch noch welche zufĂŒgen zu können. Wer so zynisch argumentiert, hat keine Respekt vor dem Leben.

Jeder vernĂŒnftige Mensch wird solche “Debatten” nicht nur ablehnen, sondern sich vernĂŒnftigerweise verweigern, weil sie an Dummheit nicht zu ĂŒbertreffen sind.

Meinungsvernichtungswaffen

Jeder von uns ist aufgerufen, sich dringlich eine Meinung zum Thema zu bilden. GĂŒnter Grass hat in Deutschland zu Recht eine Debatte ausgelöst, bevor “Fakten” geschaffen werden. Die Konflikte im Nahen Osten sind geeignet, den Weltfrieden zu gefĂ€hrden – die Konflikte bestimmen schon seit Jahrzehnten unser Leben, ohne das es “möglich” war, sich widersprĂŒchlich dazu zu â€œĂ€ußern”.

Die Zeit ist reif, Meinungen zu ĂŒberprĂŒfen, zu definieren und zu vertreten. Und vor allem wir Deutsche sollten sagen können mĂŒssen:

Wir lehnen jede Form von Massenvernichtungsmöglichkeiten ab.

Denn wir Deutsche wissen wie kein anderes Volk, dass jede fehlende demokratische Debatte nur fĂŒrchterliche Folgen haben wird. Deswegen sollten man sich nicht von Meinungsvernichtungswaffen wie sinnfreien AntisemitismusvorwĂŒrfen beeindrucken lassen.

„Wir sind eine katholische Einrichtung – aber auch öffentlich“


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Simone Rau legt wert auf beide Worte: katholisch und öffentlich ist die von ihr geleitete BĂŒcherei.



Guten Tag!

Heddesheim, 08. Oktober 2011. (red) Die Katholische öffentliche BĂŒcherei St. Remigius Heddesheim hat eine neue Ausstattung bekommen. Im Interview erzĂ€hlt Simone Rau, Leiterin der Bibliothek, was neu und anders ist.

Interview: Tillmann Bross

Frau Rau, wie lange existiert diese Bibliothek denn schon?

Simone Rau: Die Bibliothek gibt es schon seit 1913, ĂŒbernĂ€chstes Jahr feiern wir das 100 jĂ€hrige Bestehen unserer BĂŒcherei.

Welche Aufgaben erfĂŒllt Ihre Arbeit als Teil der katholischen Kirche?

Rau: Das ist eine interessante Frage, wir sind nĂ€mlich mehr als nur eine Institution, in der man BĂŒcher ausleiht. Wir sind auch ein Anlaufpunkt fĂŒr die Gemeinde, manche kommen hierher, um GesprĂ€che zu fĂŒhren und einfach in Kontakt mit anderen Gemeindemitgliedern zu treten. Genauso hat sich auch unser Sortiment mit der Zeit geĂ€ndert. In der Anfangszeit der BĂŒcherei waren es fast ausschließlich theologische Werke, heute haben wir unseren Schwerpunkt in Sachen Familienliteratur gesetzt.

Welche Zielgruppen werden denn im einzelnen angesprochen?

Rau: Wir haben sowohl Kinder- als auch JugendbĂŒcher im Sortiment, das ist natĂŒrlich ein sehr weites Feld. Auch die Erwachsenen kommen auf ihre Kosten. Wir haben SachbĂŒcher, Biografien, Zeitschriften und Belletristik anzubieten.

Auch Fantasy?

Rau: Ja, auch Fantasy. Auch wenn der Papst von BĂŒchern wie „Harry Potter“ abgeraten hat, haben wir unsere eigene Meinung. Jeder Leser ist schließlich mĂŒndig, das zu lesen, was er möchte.

Ich darf doch aber trotzdem annehmen, dass Sie der Katholischen Kirche in vielen Dingen beipflichten…

Rau: NatĂŒrlich tun wir das, wir sind nunmal eine katholische Einrichtung, aber eben auch öffentlich und richten uns deshalb auch nach unseren Lesern. Es spielt ĂŒbrigens auch keine Rolle, ob man einer anderen Konfession oder Religion angehört, wenn man sich hier etwas ausleihen möchte.

Das ist gut, sonst mĂŒsste ich ja ganz schnell die Beine in die Hand nehmen, ich bin Protestant. Sie haben eine neue Einrichtung. Wie wurde das finanziert?

Rau: Die neuen Regale wurden von unserer Pfarrgemeinde finanziert. GrundsĂ€tzlich wird unsere BĂŒcherei durch die Pfarrgemeinde St. Remigius, dem Bistum Freiburg und durch Spenden finanziert. Außerdem finanzieren wir uns durch den jĂ€hrlich am Pfarrfest stattfindenden BĂŒcher – Flohmarkt. Obwohl unsere Mittel begrenzt sind, haben wir aktuelle, neue BĂŒcher im Bestand.

Sie haben neue Einrichtung in Form von BĂŒcherregalen erhalten, wie kam es dazu?

Rau: Die Regale haben wir von einer Katholischen öffentlichen BĂŒcherei aus Viernheim, die sich aus KostengrĂŒnden verkleinern musste. Die Regale sind zwar gebraucht, aber in gutem Zustand und wir konnten sie der Bibliothek recht preiswert abgekaufen. Neue Regale und Ausleihtheken sind sehr teuer und wegen unserem kleinen Budgets fĂŒr uns nicht anschaffbar. Diese Regale haben wir jetzt seit einem Monat und sind sehr zufrieden damit, weil wir jetzt mehr Platz haben, die rund 2200 Medien zu ordnen. Es ist fĂŒr einen FĂŒnfzehnjĂ€hrigen nicht angenehm, die BĂŒcher fĂŒr seine Altersgruppe direkt neben den BilderbĂŒchern zu finden…

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Rund 2.200 Medien gibt es hier auszuleihen - darunter auch Fantasy. Trotz Papst.

Nach welchem Zeitraum muss ich denn ein ausgeliehenes Buch wieder zurĂŒckgegeben haben und was sind die Folgen einer ÃƓberziehung?

Rau: (lacht) Wir sind da recht human. Die Ausleihe ist ja kostenlos, man bekommt einen Bibliotheksausweis und ist dann als Leser-in eingetragen. BĂŒcher sollte man nach vier Wochen wieder zurĂŒckgebracht haben, Zeitschriften, Gesellschaftsspiele und KinderhörbĂŒcher nach zwei Wochen. Man kann die Ausleihdauer aber auch verlĂ€ngern lassen. Wenn man die Frist ĂŒberzieht kostet das 50 Cent pro Medium in der Woche.

Wie viele Mitarbeiter sind denn in der Bibliothek aktiv?

Rau: Wir sind momentan acht aktive Mitarbeiter, die alle ehrenamtlich diese Bibliothek betreuen. Man durchlĂ€uft anfangs eine Grundausbildung, die von der Fachstelle fĂŒr kirchliches BĂŒchereiwesen Freiburg finanziert wird. Da lernt man alles, was man spĂ€ter bei der Arbeit in einer BĂŒcherei braucht.

Ist die Bibliothek durch die Möbel nun vollstÀndig oder werden noch andere Dinge dringend benötigt?

Rau: Hier gibt es immer was zu tun. Momentan ist das Licht unser Sorgenkind. Ein paar neue Lampen wĂ€ren gut, Sie könnten aber auch gerne mal zu Streichen vorbeikommen! (lacht) Wie gesagt, hier gibt es immer was zu tun, wir haben aber auch schon große Fortschritte gemacht. Die Fenster im hinteren Raum zum Beispiel sind neu, aber das ist natĂŒrlich nicht alles was wichtig ist, um die Bibliothek auf Vordermann zu bringen.

Anmerkung:
Tillmann Bross (17), ist Gymnasiast (12. Klasse) aus Bad DĂŒrkheim und absolviert zur Zeit ein Kurzpraktikum beim Heddesheimblog.de.

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GlĂŒckwunsch! Unsere Autorin Marietta gewinnt Platz 3 beim poetryweb.de :-)


GlĂŒckwunsch! Unsere Autorin Marietta Herzberger hat den dritten Platz beim poetryweb-Wettbewerb gewonnen 🙂

Guten Tag!

Weinheim/Rhein-Neckar, 27. Juli 2011. (red) Seit Januar 2011 ist sie „an Bord“ und schreibt regelmĂ€ĂŸig ihre Kolumne fĂŒr unsere Blogs : Marietta Herzberger aus Weinheim. Mit ihrem Text „Nicht ohne meine Hypophyse“, den sie im Februar beim Wettbewerb „poetryweb.de“ eingereicht hat, hat sie aktuell den dritten Platz gemacht. In der Jury sitzt unter anderem „Chako“ Christian Habekost.

Große ÃƓberraschung in der Redaktion: ZufĂ€llig haben wir am Abend entdeckt, dass unsere Kolumnistin Marietta Herzberger den dritten Platz beim poetryweb.de-Wettbewerb, der „Community fĂŒr junge, moderne Literatur“ gewonnen hat. (Hier geht es zur Facebook-Seite von poetryweb.de)

Gute besetzte Jury (von oben): Christiane GĂŒth, Christian Habekost, Christoph HĂŒnermann, Usch Kiausch. Quelle: poetryweb.de

Herzlichen GlĂŒckwunsch!

Manchmal gibt es unglaubliche ZufĂ€lle. Der Text „Nicht ohne meine Hypophyse“ liegt uns schon einige Zeit vor. Wir wussten nichts davon, dass Marietta diesen bei einem Wettbewerb eingereicht hat.

Montags ist unser Kolumnentag. Am Montag, den 25. Juli 2011, haben wir kurz nach Mitternacht redigierten Text unter der ÃƓberschrift: „Entschuldige, Schatz, du weißt doch, meine Hypophyse!“ veröffentlicht.

Und um 10:32 Uhr veröffentlicht poetryweb.de die Gewinner des jungen Literatur-Wettbewerbs – darunter Marietta Herzberger mit ihrem Text in der Kategorie „Innovation“. Gestern Abend stoßen wir ĂŒber Facebook auf die gute Nachricht.

Die Jury ist gut besetzt: Die Autorin Christiane GĂŒth, der Sprachwissenschaftler und Kabarettist Dr. Christian „Chako Habekost“, der Verlagsmanager Christoph HĂŒnermann und die Kulturjournalistin Usch Kiausch haben die eingereichten BeitrĂ€ge gesichtet und gewertet.

Die GewinnerbeitrÀge werden in einem Buch veröffentlicht und auf der Frankfurter Buchmesse prÀmiert.

Die Gewinner des jungen Literaturportals, denen wir allesamt herzlich gratulieren, heißen wie folgt:

Innovation

1. Gedicht Nr. 2 ĂŒber Marie – Stefan MĂŒller
2. Kantinentisch – Michael MĂŒller
3. Nicht ohne meine Hypophyse – Mari Etta

Kurzgeschichte

1. Ziel erreicht – Manuel Zerwas
2. Absurdes – Lina W.
3. Aufwachen um Kopf und Kragen – B.Z.

Lyrik

1. Der Humoris-Tisch – Liz Murphy
2. Bob Dylan – Kai Kraus
3. Konjunktivus permanens – Andreas Hecke

Einen schönen Tag wĂŒnschen Dir alle Mitarbeiter der Redaktion!

Anmerkung der Redaktion:
Alle Texte von Marietta Herzberger (die fĂŒr uns aktuell ĂŒber ihre Rauchentwöhnung schreibt) finden Sie, indem Sie bei der Suche rechts „Marietta“ eingeben. Ebenfalls in der rechten Spalte finden Sie unter „Kategorien-Mariettas Kolumne“ ihre Kolumnen sowie die Texte der anderen Autoren.

„Es ist ein bissle wie ein Kurzurlaub“ – Lesung mit Petra Durst-Benning

Guten Tag!

Heddesheim, 10. Oktober 2010. Die schwĂ€bische Autorin Petra Durst-Benning war mit ihrem neuesten Roman „Die russische Herzogin“ zur Lesung im BĂŒrgerhaus. Eine Autorin zum Anfassen.

Von Sabine Prothmann

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Gut gelaunte SchwÀbin: Petra Durst-Benning. Bild: heddesheimblog.de

Sie sieht nett aus und ist auch richtig sympathisch. Sie ist SchwĂ€bin und das darf man auch merken. Und sie schreibt BĂŒcher und gibt Lesungen, die die Frauen – und das sind es vor allem – aus dem Alltag fĂŒhren wollen und sollen: „Das ist ein bissle, wie ein Kurzurlaub“.

Petra Durst-Benning gab – jetzt schon zum zweiten Mal – eine Lesung im Heddesheimer BĂŒrgerhaus. Gut 50 Personen – davon ein Mann – waren gekommen, um sich aus ihrem neuen Buch – „Die russische Herzogin“ vorlesen zu lassen.

Die Veranstaltung wurde wie immer gut organisiert von der GemeindebĂŒcherei Heddesheim und der BĂŒcherecke am Rathaus.

Ein angeborener Hang zu historischen Stoffen?

Petra Durst-Benning stellt ihre Frauengestalten immer in einen historischen Kontext. „Meine Eltern hatten einen AntiquitĂ€tenladen und dort habe ich immer GesprĂ€che belauscht. Und ĂŒberhaupt mein Vater ist ein begnadeter GeschichtenerzĂ€hler“, erklĂ€rt sie ihren Hang zu historischen Stoffen.

Ihre Figuren seien immer regional angesiedelt, erfahren die Zuhörer von dem BuchhĂ€ndler Manfred Zeiß bei der EinfĂŒhrung. Dabei bleibt die Autorin meist ihrer Heimat verbunden, viele Geschichten spielen im sĂŒddeutschen Raum, aber sie fĂŒhrt ihre Leser auch in einer Trilogie nach ThĂŒringen, nimmt sie mit nach Amerika oder an den Lago Maggiore.

Zeiß erzĂ€hlt weiter, dass Durst-Benning gern und gut schwĂ€bisch und mediterran kocht und viel liest. 1996 erschien ihr erster Roman „Die Silberdistel“.

Seit dem war Petra Durst-Benning fleißig, 12 Romane hat sie inzwischen geschrieben. Das ist mehr als der Verlag von ihr verlangt, das sind nĂ€mlich nur ein Buch alle eineinhalb Jahre, sagt sie.

„Dann habe ich mich wieder in die Recherche gestĂŒrzt“

Der VorgĂ€ngerroman von „Der russischen Herzogin“ war die „Zarentochter“. Ein Bild habe sie dazu inspiriert, erzĂ€hlt die Autorin.

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Autogramm-Stunde. Bild: heddesheimblog.de

Im ersten Band lernen die Leser die Zarentochter kennen und leben und leiden mit ihr bis zu ihrer Heirat mit dem Kronprinzen von WĂŒrttemberg. Durst-Benning liest daraus vor, von der Ankunft der Zarentochter Olga in Stuttgart.

Das Buch endet mit einem „schönen Happyend, gell fast schon Hollywood-mĂ€ĂŸig“, freut sich die Autorin. Doch sie war damit noch nicht zufrieden, sie wollte wissen, wie geht es weiter in dem Leben der Zarentochter Olga, war sie mit dem Prinzen Karl glĂŒcklich. Und so „habe ich mich wieder in die Recherche gestĂŒrzt, denn meine Neugier und Lust mehr zu erfahren waren groß“, erzĂ€hlt Durst-Benning.

Bei der Recherche stĂ¶ĂŸt sie auf die Nichte der Zarentochter, Wera. Im Fortsetzungsband erzĂ€hlt sie nun die Geschichte Weras, die zu ihrer kinderlosen Tante Olga an den wĂŒrttembergischen Hof nach Stuttgart kommt.

Informationen zu dieser historischen Figur findet sie im Tagebuch der Baronin Eveline von Massenbach, Olgas Hofdame.

„Ich hab mir die Finger wund geschrieben.“

Die Passage von der Ankunft Weras in Stuttgart liest sie dann auch vor. Die Zuhörer hören von einem bockigen, schwierigen neunjĂ€hrigen Kind – und das wird schnell klar -, das es seiner Tante nicht so einfach machen wird.

GestĂŒtzt auf das Tagebuch der Baronin kommt Petra Durst-Benning zu dem Schluß, so ein Verhalten wĂŒrde man heute mit ADS oder ADHS diagnostizieren. „Aber ich kann nicht beweisen, dass die Wera ein ADS-Kind war“. Durst-Benning will auch nicht die historisch verbriefte Wahrheit ĂŒber ihre Figuren schreiben, sondern sie will sich diesen annĂ€hern, der Rest ist die kĂŒnstlerische Freiheit, ihre Sicht der Geschichte.

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Vor allem Frauen sind Fans von Durst-Benning-Romanen. Bild: heddesheimblog.de

Was haben sie als nĂ€chstes vor“, will eine Zuhörerin wissen. Die Autorin lacht: „Ich weiß es, aber es wird nicht verraten“.

Die Romane von Petra Durst-Benning sind sicherlich kein großer literarischer Wurf, aber diesen Anspruch hat sie auch nicht. Die blonde, sympathische SchwĂ€bin möchte unterhalten, möchte ihre Leser auf einen Kurzurlaub mitnehmen, denn: „Sie sollen sich nicht anstrengen, sondern der Autor“. Sie möchte ihre Geschichten und Figuren „selbst erspĂŒren“ und bei den tragischen Verwicklungen, die sich in ihren BĂŒchern ergeben, sagt sie, „muss man auch was aushalten können“.

Lesungen machen ihr Spaß – das spĂŒrt man

Lesungen machen ihr richtig Spaß, das spĂŒrt man. Sie plaudert mit ihren Lesern, beantwortet Fragen. Ihre Romangestalten liegen ihr am Herzen sowie das Wohl ihrer Zuhörer.

In der Pause konnten die Besucher des BĂŒrgerhauses, Pflug, ihre BĂŒcher kaufen und signieren lassen, gerne auch mitgebrachte Ă€ltere Exemplare. Das macht sie gerne und schwĂ€tzt dabei mit ihren Fans.

Sie sagt, „ich gehe gerne in kleine BuchlĂ€den“, da könne man stöbern und sich beraten lassen. Wenn sie sagt: „Amazon hat Ihnen noch nie eine Lesung organisiert“, und wenn sie erzĂ€hlt, dass sie Reisen mit ihren Fans zu den Handlungorten ihrer Romane veranstaltet, weiß man, worauf es ihr ankommt, nĂ€mlich auf den persönlichen Kontakt.

Die Veranstaltungsbesucher haben zwar keine Weltliteratur gehört, aber einen persönlichen Abend mit einer sehr sympathischen Autorin erlebt.