Mittwoch, 22. November 2017

Leserbrief: Herr Kessler, verzichten Sie auf den Brunnen und zollen Sie den Menschen Respekt

Guten Tag!

Heddesheim, 15. November 2011. (red/Leserbrief) Der Unfriede im Dorf ist Thema eines Leserbriefes, der sich in einem dringenden Appell an den B├╝rgermeister Michael Kessler richtet. Der Verfasser fordert Transparenz, Ehrlichkeit und Offenheit – all das vermisst er anscheinend. Ebenso Respekt – vor der Aufgabe, dem Amt und der Verantwortung des B├╝rgermeisters durch diesen selbst. Der Appell ist eindeutig – Kehrtwende oder Konsequenzen ziehen. [Weiterlesen…]

„Gro├če Verneigung vor diesen Weinheimer Landwirten“

Der Sprecher des Weinheimer Bauernverbands, Fritz Pfrang (2. von links), kritisiert den Fl├Ąchenfra├č.

Guten Tag!

Heddesheim/Weinheim, 21. Oktober 2011 (red) Der Heddesheimer Gemeinderat und Umweltsch├╝tzer Kurt Klemm prangert in seinem Gastbeitrag die Verantwortungslosigkeit Heddesheimer Landwirte an und lobt die Entschlossenheit Weinheimer Bauern, ihr Land zu verteidigen. Er f├╝hlt sich bei der Entwicklung „Breitwiesen“ in Weinheim an „Pfenning“ in Heddesheim erinnert. Seit Fazit: „Beton kann man nicht essen.“

Leserbrief: Kurt Klemm

Gro├če Verneigung vor diesen Weinheimer Landwirten, die den rigorosen Fl├Ąchenverbrauch in unserer Region anprangern. Die Worte von Fritz Pfrang, Weinheimer Bauernverband, dass man sich nicht der eigenen Entwicklungsm├Âglichkeiten berauben lassen will und man sich der Verantwortung f├╝r die n├Ąchste Generation durchaus bewusst ist, muss in den Ohren einiger Heddesheimer Bauern und besonders der Spitze des Bauernverbandes, wie blanker Hohn klingen.

Gerade in einem Dorf wie Heddesheim, wo landwirtschaftliche Tradition Hunderte von Jahren zur├╝ckreicht, wird mit angeblich halbherzigem Bedauern, bestes Ackerland einer Gemeinde und damit ungewisser Zukunft geopfert.

Versprechungen von 1.000 Arbeitspl├Ątzen, hohen Gewerbesteuern und vieles mehr sind seit ├╝ber einem Jahr nur Traumgespinste von CDU, SPD und FDP und eines B├╝rgermeisters.

Selbst die Weinheimer CDU-Stadtr├Ątin Susanne Tr├Âscher sieht die Ansiedelung von Pfenning auf Heddesheimer Grund als eine Investition auf wackeligen F├╝├čen. Ob sie recht hat?

Erinnerungen an die Anf├Ąnge der Pfenninggeschichte, als eine Heddesheimer CDU-Gemeinder├Ątin den immensen Fl├Ąchenverbrauch anprangerte und prompt ├âÔÇ×rger mit der eigenen Fraktion bekam, kommen da wieder.

Bleibt zu hoffen, dass dieser tapferen Frau aus Weinheim nicht gleiches widerf├Ąhrt. Bauer Fritz Pfrang prangerte die Vorg├Ąnge als einen ruin├Âsen Wettkampf der Gemeinden, zulasten ihrer Fl├Ąchen an, ja sogar von undurchsichtiger Politik innerhalb der Verwaltung ist die Rede. Wie sich doch die Praktiken der Kommunen gleichen.

Ich hoffe nur, dass dieser Protest nicht nur in Weinheim wahrgenommen wird, denn alle, die gegen diesen sinnlosen Verbrauch bester Ackerfl├Ąchen sind, sollten sich angesprochen f├╝hlen.

Beton kann man noch nicht essen.

Dokumentation:
Vor der Sitzung des Weinheimer Gemeindrats fuhren 23 Landwirte vor dem Rolf-Engelbrecht-Haus in Weinheim mit ihren Schleppern vor, die mit Schildern wie „Stoppt den Fl├Ąchenfra├č“ ihren Protest zum Ausdruck gebracht haben. Kurz vor der Sitzung hielt der Sprecher der Weinheimer Landwirte, Fritz Pfrang, eine k├Ąmpferische Rede: „Es wird der Stadtverwaltung nicht gelingen, die Herausgabe unseres Eigentums zu erzwingen.“

Zur Zeit steht in Heddesheim die erneute Aufgabe von Ackerland zur Debatte – Edeka plant ein neues Getr├Ąnkelager, Dutzende von Hektar Ackerland werden dieser zum Opfer fallen. Der Rat hat daf├╝r den Weg frei gemacht.

Im Heddesheimer Gemeinderat sitzen zwei Vollerwerbslandwirte, Reiner Hege und Volker Schaaf (beide CDU), die die Entwicklung begr├╝├čen. Kritik am Fl├Ąchenverbrauch ├Ąu├čern die Heddesheimer Landwirte nicht. Angst um ihre Zukunft scheinen sie auch nicht zu haben. Mehrere andere Gemeinderatsmitglieder haben famili├Ąr einen landwirtschaftlichen Hintergrund – auch hier ist keine Kritik zu h├Âren.

Ganz im Gegenteil ├Ąu├čerte sich einer der beiden CDU-Landwirte gestern in der Pause der Gemeinderatssitzung in Heddesheim im Gespr├Ąch: „Wenn einer schon 150 Wohnungen hat, dann k├Ąmpft es sich leicht f├╝r irgendsoeinen Acker. Ich sage jetzt nicht, dass das so ist, ich kenne die Verh├Ąltnisse nicht, aber das kann man ja annehmen, dass das so sein k├Ânnte. Man muss das immer im Verh├Ąltnis sehen.“

Fast 400 Artikel zu „Pfenning“ finden Sie hier.

Gl├Ąserner Gemeinderat: Gr├╝nes „Schaumschlagen“? Wer Verantwortung will, muss sie auch ├╝bernehmen

Heddesheim/Viernheim/Rhein-Neckar, 18. Juli 2011. Am Freitag vermeldete der MM, dass „Pfenning“ seine Lager „vorerst“ nicht in Heddesheim „zentralisiert“. Die Konsequenz ist klar – „Pfenning“ begeht Wortbruch. Das war zu erwarten. Die Frage ist, was von den „Gr├╝nen“ zu erwarten ist. Klar ist, dass von CDU, SPD und FDP keine Fragen zu erwarten sind.

Von Hardy Prothmann

„Ich habe lange gedacht, Sie sind ein Gr├╝ner“, sagte mir vor ein paar Wochen ein Gemeinderat der Freien W├Ąhler in Hirschberg am Rande einer Veranstaltung. Ich fragte ├╝berrascht zur├╝ck: „Wieso?“ Der Gemeinderat antwortete: „Naja, die Gr├╝nen sind bei Ihnen ja gut weggekommen. Siehe Pfenning.“

Ich antwortete: „Die Gr├╝nen waren nach ihrer „urspr├╝nglichen Zustimmung“ zu „Pfenning“ die einzigen, die mit ihrer kritischen Haltung eine vern├╝nftige Position eingenommen haben. Ich habe dar├╝ber berichtet und auch dar├╝ber, was CDU, SPD und FDP f├╝r eine Haltung vertreten. Glauben Sie, dass deren Erwartungen zutreffen?“

Verwunderung.

„Nat├╝rlich nicht“, sagte der Gemeinderat, und weiter: „Als Sie den Steinle verhauen haben, hab ich mich echt gewundert und mich gefragt, was der Grund ist.“ Ich habe geantwortet: „Ganz einfach. Herr Steinle hat als GLH-Fraktionssprecher mir und meiner Redaktion gedroht. Das geht so nicht, egal, welche Partei oder wer sonst auch immer das versucht. Da bin ich farbenblind.“

Der Gemeinderat sagte: „Das habe ich jetzt verstanden. Aber wo stecke ich Sie jetzt hin?“ Ich sagte: „Dahin, wohin ich geh├Âre. Ich bin Journalist und berichte unabh├Ąngig und an Fakten orientiert.“ „Aber Sie sind doch auch Gemeinderat?“ „Ja“, sagte ich: „Ausschlie├člich in Heddesheim und da halte ich das genauso. Unabh├Ąngigkeit ist ein hohes Gut.“ Der Gemeinderat lachte und stie├č mit mir auf den Satz an. Und er und ich haben darunter verstanden, was wir jeder f├╝r sich darunter verstehen wollten.

Leserbriefschreiber.

Heute hat der MM einen Leserbrief des Gr├╝nen-Gemeinderats G├╝nther Heinisch ver├Âffentlicht:

Leserbriefe schreiben kann jeder - politisch aktiv zu werden, ist schon schwerer. Quelle: MM

Denkfehler.

Auch die Gr├╝nen in Heddesheim denken tendenziell, dass ich eher mit „ihrer Politik“ einverstanden bin, aber das ist ein Denkfehler. Ich bin mit Fakten einverstanden, die ich verstehen und vertreten kann. Grunds├Ątzlich finde ich weniger Verkehr, umweltschonende Wirtschaft, Atomausstieg, erneuerbare Energien, ein gerechteres Schulsystem, Transparenz und Informationsfreiheit und manche andere Positionen der Gr├╝nen „gut“. Aber nicht, weil sie „gr├╝n“ sind, sondern weil sie vern├╝nftig sind.

Ich war mit Herrn Heinisch in Kontakt und habe mich mit ihm ├╝ber den Artikel der Zeitung vom 15. Juli 2011 und den dort leider nicht dokumentierten Folgen „ausgetauscht“. Und ich habe ihm klar und deutlich gesagt, was ich als B├╝rger und Gemeinderatskollege von ihm und den Gr├╝nen erwarte: Verantwortung.

Zweitst├Ąrkste Fraktion auf der Suche nach Anerkennung.

Die Gr├╝nen haben urspr├╝nglich angeblich wegen des „Gleises“ dem „Pfenning“-Projekt zugestimmt. Dann gab es ├âÔÇ×rger und Aufregung, die Gr├╝nen waren zwischen „f├╝r die Gemeinde“ und „gegen Verkehr“ hin und hergerissen. Letztlich haben sie sich mit der IG neinzupfenning gegen „Pfenning“ entschieden und wurden mit drei Sitzen mehr oder 100 Prozent Zugewinn bei der Kommunalwahl 2009 „belohnt“. Es war ein „fundamentales Wahlergebnis“. Sie stellen mit sechs Sitzen nun die zweitst├Ąrkste Fraktion in Heddesheim. Fast h├Ątten sie gar sieben Sitze erreicht.

Seither agieren die Gr├╝nen im Spannungsfeld zwischen „Anerkennung“ im Gemeinderat (unter „Kollegen“) und „Anerkennung“ in der Bev├Âlkerung. Tats├Ąchlich haben Sie als einzige politische Fraktion eine kritische Haltung eingenommen und dadurch Zugest├Ąndnisse erreicht. So bei Details der Bauplanung, dem Verkehrsgutachten oder mit dem Verkehrslenkungsvertrag.

Seither wurden die Gr├╝nen hart angegangen von den anderen Gemeinder├Ąten und vor allem von B├╝rgermeister Michael Kessler, der fast in jeder Sitzung „ausrastet“ und wenig souver├Ąn vor allem den Gr├╝nen und mir ins Wort f├Ąllt, kommentiert und sich unverhohlen feindselig zeigt.

Einordnen = Unterordnen?

Diese aggressive Phalanx schlaucht. Vor allem, wenn man den Wunsch hat, „gemeinsam“ gute L├Âsungen zu finden.

Die Gr├╝nen haben leider keine Wahl. Wenn sie „gemeinsam“ mit der CDU, SPD und FDP entscheiden wollen, m├╝ssen sie sich unterordnen. Denn CDU und SPD sind „angefressen“ ob ihrer Verluste und werden es bleiben. Auch, weil sie sich ├╝ber ihre Fehlentscheidung im Klaren sind und weil sie wissen, dass die B├╝rger das wissen. Dass die Gr├╝nen und die Rest-FDP aus Frank Hasselbring und Ingrid Kemmet politisch gar nicht zusammenpassen, muss fast nicht erw├Ąhnt werden.

Die Gr├╝nen haben gegen ihre Ablehnung des „Pfenning“-Projekts hart gearbeitet und die „Konditionen“ so gut es ging verbessert. Wenn die Gr├╝nen nun nichts gegen die sich abzeichnende Entwicklung unternehmen, war diese Arbeit vergebens. Und letztlich bleibt nur, dass sie sich f├╝gen. Dass sie ein „harmonisches“ Verh├Ąltnis im Gemeinderat anstreben und sich anpassen.

Glaubw├╝rdigkeit.

Mit sechs von 23 Sitzen haben sie die M├Âglichkeit, eine au├čerordentliche Gemeinderatssitzung einzuberufen. Und Fragen zur aktuellen Entwicklung zu stellen. Und sie k├Ânnen Antr├Ąge stellen und die Verwaltung beauftragen zu pr├╝fen, ob man „Pfenning“ nicht zwingen kann, seine Zusagen einzuhalten. Ob das gelingt, ist eine andere Frage. Man muss es politisch versuchen, wenn man glaubw├╝rdig bleiben will.

Ein Leserbrief, wie ihn Herr Heinisch geschrieben hat (├╝brigens nur an den MM und nicht auch an unsere Redaktion) ist letztlich nur „Wortgepl├Ąnkel“.

(Leider m├╝ssen wir immer wieder feststellen, dass sich gewisse Leute auf dem heddesheimblog Argumente und Haltungen holen und sich dann durch einen „Zeitungsabdruck“ „best├Ątigt“ f├╝hlen – vielleicht w├Ąre es an der Zeit, einfach mal einen Lernschritt zu machen und zu erkennen, dass es um Informationen und Argumente geht und nicht um Holz oder Bildschirm.)

Entscheidungen werden im Gemeinderat getroffen. Dort k├Ânnen Fragen gestellt werden, die beantwortet werden. So oder so. Dort k├Ânnen Antr├Ąge gestellt werden, die angenommen oder abgelehnt werden.

Gr├╝ne auf dem Weg ins Schaumschlagen?

Wenn die Gr├╝nen jetzt nicht die ihnen zur Verf├╝gung stehende Macht nutzen, ├╝ber eine au├čerordentliche Gemeinderatssitzung klare Stellungnahmen einzuholen und ein konsequentes Vorgehen gegen den Wortbrecher „Pfenning“ zu fordern, kann man sie getrost vergessen.

Dann war in Sachen „Pfenning“ alles nur „Schaumschl├Ągerei“ und „Gepumpe“, aber keine ernstzunehmende Opposition.

Bei der B├╝rgerbefragung hat die H├Ąlfte der Bev├Âlkerung das „Pfenning“-Projekt abgelehnt. 40 Stimmen mehr wurden „missbraucht“, um eine „Zustimmung“ zu propagieren. Damals waren die Gr├╝nen entt├Ąuscht ├╝ber die anderen Fraktionen.

Ohne einen aktuellen politischen Einsatz wird diese H├Ąlfte der Bev├Âlkerung mehr als entt├Ąuscht von den Gr├╝nen sein m├╝ssen und es kann als sicher gelten, dass die sechs Sitze bei der n├Ąchsten Wahl „Geschichte“ sind.

Um es klar festzuhalten: Ein „Leserbriefchen“ oder eine ├âÔÇ×u├čerung am Ende einer Gemeinderatssitzung zu „Anfragen“ sind eine M├Âglichkeit, ein wenig „Wind“ zu machen, aber unverbindlich zu bleiben.

Erwartungen.

Ich erwarte von den Gr├╝nen eine verbindliche und klare Haltung und ich erwarte, dass sie die ihnen zur Verf├╝gung stehenden M├Âglichkeiten nutzen. Wenn „Pfenning“ ohne Widerstand unter den „neuen Bedingungen“ baut, haben sich alle „Bef├╝rchtungen“ bewahrheitet. Und es war nichts „positiv“, wie G├╝nther Heinisch schreibt.

Ob es aber sein muss, dass „nichts mehr positiv“ wird, h├Ąngt von den Gr├╝nen ab und ob sie sich einbringen wollen, ob sie weiterhin gestalten wollen.

Tun sie das nicht, entt├Ąuschen sie alle, die geglaubt haben, dass die Gr├╝nen tats├Ąchlich gegen die „Logistik-Ansiedlung Pfenning“ sind. Die geglaubt haben, dass die Gr├╝nen die einzige Partei ist, die „aufpasst“.

Dann muss man davon ausgehen, dass die Gr├╝nen sich „arrangieren“ und f├╝gen.

Die Gr├╝nen m├╝ssen sich entscheiden, was sie wirklich wollen – die gro├če Rede zu schwingen, Schaum zu schlagen oder konsequent politisch zu agieren. Wer Verantworung will, muss auch bereit sein, sie zu ├╝bernehmen.

Und wie immer gilt: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

P.S. A propos – die Gr├╝ne Liste Hirschberg hat auch „Schaum geschlagen“ in Sachen „Verkehrsgutachten“ – man wollte klagen und au├čer der Klage zum Klagenwollen ist nichts passiert. Und die IG neinzupfenning hat sich schon seit Herbst 2010 ├Âffentlich nicht mehr geregt.

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist verantwortlich f├╝r dieses redaktionelle Angebot und seit 2009 partei- und fraktionsfreier Gemeinderat in Heddesheim. Er hat sich umfassend mit dem Projekt auseinandergesetzt und nach sorgf├Ąltiger Pr├╝fung zu Vor- und Nachteilen dieser Ansiedlung wegen erheblicher Zweifel an der Seriosit├Ąt der Aussagen von „Pfenning“ gegen das Projekt entschieden und in allen Punkten abgelehnt.

Gl├Ąserner Gemeinderat: Herr Roth, ver├Âffentlichen Sie nur „genehme“ Leserbriefe?

Heddesheim/Mannheim, 10. Juni 2011. (red/pm) Der Mannheimer Morgen ist die gr├Â├čte Monopol-Zeitung der Kurpfalz – immer noch, obwohl die Zeitung (wie fast alle Zeitungen) seit Jahren Auflage und Leser verliert. Sicher h├Ąngt das auch mit der teils mangelhaften Qualit├Ąt des Produkts zusammen. Und einem Journalismus, der sich fragen lassen muss, wie „unabh├Ąngig“ er denn tats├Ąchlich ist. Der MM hat beispielsweise kein Interesse an kritischen Leserbriefen, die auch seine eigene Rolle hinterfragen.

Von Hardy Prothmann

Ein objektiver, unabh├Ąngiger Journalismus ist steht an Meinungsvielfalt interessiert. Das ist das Salz in der t├Ąglichen Nachrichtensuppe. Guter Journalismus ist stets bem├╝ht, m├Âglichst viele Menschen zu erreichen – auch aus gesch├Ąftlichen Gr├╝nden, je mehr Leser man erreicht, desto besser l├Ąsst sich das journalistische Produkt vermarkten.

Der Chefredakteur Horst Roth hat kein Interesse an Meinungsvielfalt. Das entspricht einer durchaus weit verbreiteten Haltung. Redaktionen entscheiden nicht mehr danach, was objektiv wichtig ist und die Menschen wissen sollten – zu oft lassen sie sich dabei freiwillig durch Parteien, Lobbyisten, Verb├Ąnde und nat├╝rlich Anzeigenkunden lenken. Oder die eigene Meinung, die wichtiger als die Lesermeinung ist.

Hinweis des MM. Quelle: MM

Dass eine „streibare Demokratie“ auch „Streit-“ im Sinne einer „Debattenkultur“ voraussetzt, ist in vielen Redaktionen l├Ąngst keine selbstverst├Ąndliche Haltung mehr. Zur „guten Sitte“ geh├Ârt normalerweise die Darstellung der unterschiedlichen Sichtweisen – journalistisch gesehen erh├Âht das die Spannung und das Interesse.

Eine Monopolzeitung muss das nat├╝rlich weniger ber├╝cksichtigen – ohne Konkurrenz kann sie sich erlauben, sich der gepflegten Langeweile hinzugeben. Da guter Journalismus auch teuer ist, die Verleger zweistellige Traumrenditen erwarten, nehmen Zeitungen gerne alles mit, was kostenlos ist. Schauen Sie mal aufmerksam auf die Artikel, wie viele mit „zg“ gezeichnet sind. Das hei├čt „zugeschickt“ – ist also kein redaktioneller Inhalt, wird aber als solcher f├╝r teuer Geld verkauft. Manchmal schreiben Redakteure ein paar S├Ątze um und ver├Âffentlichen das dann unter ihrem Namen – das ist Betrug am Leser.

Mein Leserbrief zu einem Kommentar der Redakteurin Anja G├Ârlitz wird – obwohl kostenloser Inhalt – nicht ver├Âffentlicht. Und obwohl er sicher f├╝r „Spannung“ sorgen w├╝rde. Das Problem scheint zu sein, dass ich darin auch den Mannheimer Morgen kritisisere und die Zeitung keinen Mumm hat, sich dieser Kritik zu stellen. Sie finden den Brief im Anhang.

Vielleicht gibt es aber andere Gr├╝nde. Deswegen habe ich den Chefredakteur, Herrn Roth, angeschrieben, um diese in Erfahrung zu bringen. Leider muss ich vermuten, dass ich keine Antwort erhalte, was auch auch eine Antwort ist.

Sch├Âne Pfingsten w├╝nscht
Ihr

Den Leserbrief an den MM finden Sie hier.

Klicken Sie auf die Grafik f├╝r eine gr├Â├čere Darstellung.

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist inhaltlich verantwortlich f├╝r dieses journalistische Angebot. In Heddesheim ist er partei- und fraktionsfreier, ehrenamtlicher Gemeinderat.

„Er mag sich sein Projekt nicht nehmen lassen.“

Heddesheim, 13. Oktober 2009.

Leserbrief: Holger Menge

Unglaublich. Immerhin jedoch nur noch 11:9. Eine selbstverliebte kleine Mehrheit und wieder eine Demonstration, wer f├╝r diesen Ort die Weichen stellen will. Dabei selbstlos und vorbildhaft, mit hohem Engagement und immer in vorderster Front: Der B├╝rgermeister. Er mag sich sein Projekt nicht nehmen lassen.

Bewundernswert, wie er daf├╝r k├Ąmpft! Ein von der Gemeindekasse finanzierter Werbefeldzug, scherzhaft „Dialog“ genannt: In der ersten Reihe: der B├╝rgermeister. Zahlreiche Argumentationsbriefe. Unterschrift: „Ihr B├╝rgermeiste

Alle Aktionen nat├╝rlich flankiert und gest├╝tzt von Hochglanzprospekten der Spedition als Nutznie├čer. Toll: Sogar ein Werbestand des Protagonisten mitten im Ort, eine professionelle Kampagne und schlie├člich eine B├╝rgerbefragung mit cleverer zielorientierter (suggestiver?) Fragestellung: Verantwortung daf├╝r? Richtig! „Ihr B├╝rgermeister“. So ist das halt mit der Demokratie.

Wessen B├╝rgermeister ist das eigentlich?

Fragt sich nur: Wessen B├╝rgermeister ist das eigentlich? F├╝r mich ist das schlicht eine durchsichtige, nach demokratischem Regelwerk durchgef├╝hrte ├Âffentliche Inszenierung einer sehr einseitigen Interessensvertretung.

B├╝rger und Gemeinderat werden f├╝r diesen einen Zweck (legitim?) instrumentalisiert und vorgef├╝hrt.

Grotesk, eine kleine Mehrheit, die in Ihrem Verst├Ąndnis f├╝r politische Arbeit offensichtlich die Begriffe Verantwortung mit Folgsamkeit und dabei Beschlusslogik mit Kritiklosigkeit verwechseln. Eine Handvoll Leute – an der Spitze immer dieser B├╝rgermeister -, die immer noch unbelehrbar und kaltschn├Ąuzig in trauter Eintracht ein mehr als fragw├╝rdiges Projekt gegen den ausdr├╝cklichen Willen von fast 3000 Einwohnern immer weitertreiben, ungeachtet aller zu erwartenden katastrophalen Konsequenzen und existenziellen Bedrohungen.

Statt gemeinsam die gebotene Chance f├╝r eine politische Bereinigung zu nutzen, wird das Veto von immerhin 2870 B├╝rgerinnen und B├╝rger (trotz der cleveren Fragestellung!) stoisch ignoriert, und ein scheinbar mehr pers├Ânlich als inhaltlich argumentiertes, von sehr langer Hand geplantes Vorhaben stur weitergetrieben.

Das wird der Herr Pfenning dem Herrn B├╝rgermeister sicherlich nicht vergessen!

Die Gemeinde allerdings sicherlich auch nicht. Vor allem aber nicht die 2870 B├╝rgerinnen und B├╝rger, die bereits jetzt schon Ihre Absage zu diesem Projekt klarformuliert haben.

Wenn die heute noch unterst├╝tzenden R├Ąte endlich erkennen, was sie angerichtet haben, wird es wohl – wie immer in solchen Prozessen – leider zu sp├Ąt sein.

F├╝r das Wohle der Gemeinde, die Lebensqualit├Ąt und dann auch f├╝r sie und Ihren B├╝rgermeister. Denn das ist dann tats├Ąchlich Demokratie. Willkommen in der Realit├Ąt.

Herr Kessler, Sie haben das zu verantworten!

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Leserbrief: FM

Guten Tag, Herr Kessler,

nun sind es fast 40 Jahre, die wir hier in Heddesheim leben. Bis vor einigen Monaten glaubten wir sogar, das gro├če Los, n├Ąmlich hier zu leben, gezogen zu haben.

Inzwischen bef├╝rchten wir aber, dass Sie sich ├╝ber die Bef├╝rchtungen und berechtigten ├âÔÇ×ngste eines gro├čen Teils der Heddesheimer Bev├Âlkerung, hinsichtlich Pfenning-Ansiedlung r├╝cksichtslos einfach hinwegsetzen. Sie wollen mit Pfenning zusammen Ihr Ding durchdr├╝cken.

Aber: K├Ânnte es auch sein, dass Sie von Pfenning „├╝ber den Tisch gezogen wurden“ und Sie nicht gemerkt haben, dass Sie ein williges Werkzeug von Pfenning sind? Mir scheint, dass Sie leider nicht verstanden haben, was unserer Gemeinde mit Ihrem Vorhaben widerf├Ąhrt.

Sie lehnen nach wie vor offene Diskussionen und Informationen ab. Dies muss schon sehr nachdenklich machen. Was wollen Sie denn verbergen?

Es ist zu vermuten, dass Sie jetzt nicht mehr zur├╝ckk├Ânnen oder wollen, um das Gesicht nicht zu verlieren?

Es ist Ihnen noch nicht aufgefallen, dass in unserem friedlichen Heddesheim mit seiner freundlichen Bev├Âlkerung Zwietracht und Misstrauen eingezogen sind und dass Sie derjenige sind, der dies zu verantworten hat?

Es konnte auch nicht verborgen bleiben, dass Sie auch den Gemeinderat instrumentalisiert haben.

Es w├Ąre gut gewesen, mit der Bev├Âlkerung ├╝ber das Riesenprojekt „Pfenning“ gleich von vornherein offen zu diskutieren.

Warum ist das nicht geschehen? Was wollten Sie denn von allem Anfang an verschweigen?

Und noch eine Frage: K├Ânnen Sie sich vorstellen, dass durch Ihr Vorhaben „Pfenning“ viele Anwesen ihren Wert verlieren und diese B├╝rger Ihnen daf├╝r nicht dankbar sein werden?

Sicherlich glauben Sie, dass wir Heddesheimer irgendwann vergessen, wie Sie mit uns umgesprungen sind, denn Sie hofften ja, wiedergew├Ąhlt zu werden.

In diesem Fall hoffen Sie auf meine Stimme vergebens und die anderer Heddesheimer wohl auch.

Vielleicht w├Ąre es auch gut f├╝r uns alle, wenn Sie Ihr Amt aufgeben w├╝rden, damit in Heddesheim wieder Frieden einkehrt.

Es wird ohnehin sehr lange dauern, bis die durch Sie geschlagenen Wunden verheilt sein werden.

Anmerkung der Redaktion: Leserbriefe geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Die Verfasser sind f├╝r ihre Inhalte selbst verantworlich.

Zus├Ątzliche Anmerkung der Redaktion: Das K├╝rzel FM steht f├╝r „freier Mitarbeiter“ oder „freie Meinung“. Der vorliegende Leserbrief erscheint unter Pseudonym, weil der Verfasser der Redaktion plausibel bef├╝rchtete Nachteile aufzeigen konnte.
Die Redaktion bietet f├╝r solche Situationen Pseudonyme an: nicht um „vom Leder ziehen zu k├Ânnen“, sondern die Autoren oder Informanten zu sch├╝tzen.

Der Leserbrief wurde kritisch von der Redaktion gepr├╝ft. Es handelt sich um einen starken Meinungsbeitrag, der nach Auffassung der Redaktion durch Artikel 5 Grundgesetz gesch├╝tzt ist.

Was ist mit unseren Werten los?


Leserbrief: FM

Was ist los mit unseren Werten hier in Heddesheim?

Warum werden in unserem kleinen Ort die Messer gewetzt?

Auf der ei├é┬şnen Seite steht die Pro-Riege, die das „Hohe Lied“ der Champions anstimmen m├Âchte. Auf der anderen Seite die Contra-Riege, die auch mit allen Mitteln die Ansiedlung der Firma Pfenning verhindern m├Âchte.

Beide Parteien haben das Recht, ihre Meinungen und Vorschl├Ąge in der ├ľffentlich├é┬şkeit zu vertreten.

Warum bedurfte es erst einer Interessengemeinschaft, um das Thema f├╝r die B├╝rger transparenter zu machen?

Transparenz, Offenheit, Information und Einbeziehung aller B├╝rgerinnen und B├╝rger in einen offenen demokratischen Prozess, mehr w├╝nschen sich die Heddesheimer doch gar nicht.

Aber gerade dieses Thema hat wieder gezeigt, wie manche Menschen mit der „Werte├é┬şkultur“ umgehen. Ohne R├╝cksicht auf Verluste versuchen sie andere zu demontieren, mit zum Teil unversch├Ąmten Bemerkungen.

Es ist doch wichtig und legitim, dass jeder B├╝rger seine Meinung offen sa├é┬şgen kann und von Menschen, die eine andere Meinung haben, weder ange├é┬şklagt noch ├Âffentlich demontiert wird.

Vor allem von Menschen, die hier in der ├ľffentlichkeit stehen, erwartet man das in einem besonderen Ma├če. Sie haben die Aufgabe, ihre ├âÔÇ×mter zum Wohle aller B├╝rgerinnen und B├╝rger auszuf├╝hren, sonst verlieren sie ihre Glaubw├╝rdigkeit.

Vielleicht hat uns dieses Thema auch gezeigt, wie wichtig es ist, offen, fair und respektvoll miteinander umzugehen.

Einen Ansto├č haben die Kirchen mit einem Leserbrief gegeben. Aber der Inhalt hat viele doch nicht zum Nachdenken bewegt, sondern die Haltung von vielen ist noch starrer und einseitiger geworden.

Die Frage ist, warum es soweit gekommen ist: Warum haben Entscheidungs├é┬ştr├Ą├é┬şger nicht fr├╝her reagiert, und haben versucht die B├╝rger im Vorfeld in einen ├Âffentlichen Informationsprozess einzubeziehen

Daf├╝r h├Ątte sich eine Podiumsdiskussion des B├╝rgermeisters und der Fraktionsvorsitzen├é┬şden im Gemeinderat angeboten.

Die Einbeziehung der IFOK h├Ątte sich er├╝brigt und die Situation w├Ąre nicht so eskaliert.

Ich hoffe, dass die Entscheidungstr├Ąger f├╝r die Zukunft daraus gelernt ha├é┬şben.

Anmerkung der Redaktion: Der Name des Leserbriefschreibes ist der Redaktion bekannt.

„Unvertretbares Risikopotenzial“


Leserbrief: Karlheinz M├╝hl

Guten Tag Herr Siegelmann,

zu Ihrer Moderation zum Thema Pfenning Ansiedlung in Heddesheim, erlaube ich mir – wie angeregt – folgende Ausf├╝hrungen zu machen.

Warum Widerstand erst jetzt?

In Heddesheim wird die sogenannte Basisdemokratie praktiziert. Der Fl├Ąchennutzungsplan wurde streng geheim erstellt, so rasch wie nur m├Âglich in das erforderliche Genehmigungsverfahren gegeben, da man genau wusste, ist das Genehmigungsverfahren in die Wege geleitet, besteht nach den Vorschriften der Gemeindeordnung keine M├Âglichkeit mehr, rechtlich relevante Schritte gegen die getroffene Entscheidung in die Wege zu leiten.

Gehandelt wurde nach dem Motto: „Entscheidung der Verwaltung (B├╝rgermeister) und des Gemeinderates haben die B├╝rger gef├Ąlligst zu akzeptieren. Sinngem├Ą├če Ausf├╝hrungen von Herrn Dr. Doll, CDU-Fraktion-Vorsitzender und Gemeinderatsmitglied in Heddesheim. Siehe hierzu auch Belehrungsartikel im Gemeindeblatt Heddesheim.

Ansiedlungsproblematik

Die Verkehrssituation in Heddesheim ist katastrophal, wird durch die Ansiedlung weiter zunehmen, eine L├Âsung vor 2020 ist nicht in Sicht und kann mit noch so zahlreichen Gutachten und Basar-Einrichtungen nicht wegdiskutiert werden.

Die Aussage von Herrn Nitzinger, die Mitarbeiter aus Viernheim k├Ânnten ihren Arbeitsplatz ja per Fahrrad erreichen, l├Ąsst man besser kommentarlos.

Es handelt sich hier um ein Projekt, das eindeutig in die Kategorie Industrieansiedlung – wenn auch nicht produziert wird – geh├Ârt und deren Ansiedlung in Heddesheim vollkommen fehl am Platze ist.

Der Spedition-Logistik-Branche, geht es derzeit „ja so gut“, dass bundesweit tausende von LKW stillgelegt werden mussten. Das bedeutet doch, dass ein sehr gro├čes ├â┼ôberangebot in diesem T├Ątigkeitsbereich vorhanden ist.

Der Mannheimer Morgen hat am 26.05.09 in dem Artikel „Wie die Krise Transport und Logistik-Unternehmen trifft“, ausf├╝hrlich berichtet.

Hiervon d├╝rfte auch die Fa. Pfenning nicht ausgenommen sein. Nach eigenen Angaben sind bereits heute R├Ąumlichkeiten (Unternehmen mit 40 Besch├Ąftigten) weiter- bzw. untervermietet.

Zur Auftragslage f├╝hrte Herr Nitzinger aus, mal sehen, vielleicht arbeiten wir in einer Schicht, vielleicht auch in zwei Schichten oder sogar vielleicht in drei Schichten.

Sehen so pr├Ązise Angaben aus?

Die Bewerber, wer dies neben der Fa. Pfenning und Herrn Martin Pfenning auch sein m├Âge, treten mit der Aussgae auf den Plan: „Wir“ investieren 100 Mio Eur, in Worten: Einhundert Millionen. Bei einer solchen Gr├Â├čenordnung muss schon erlaubt sein, nach dem Finanzierungsmodell zu fragen.

In dieser Sache h├Ąlt man sich sehr bedeckt. Sollte diese Meinung vertreten werden, das geht die ├ľffentlichkeit nichts an, sollte man sich nicht wundern, wenn Zweifel an der Bonit├Ąt aufkommen w├╝rden.

Gewerbesteuer die gro├če Unbekannte und was steckt hinter der Geheimniskr├Ąmerei? Gewerbesteuer f├Ąllt an, wenn gro├če Gewinne erzielt werden. Soweit bekannt, soll die Phoenix GbR bereits Eigent├╝merin der Gewerbefl├Ąche sein. Die Phoenix GbR wird die Fl├Ąche nach den bisher grafisch dargestellten Pl├Ąnen bebauen und den gesamten Komplex an Pfenning-Logistics und weiterer Tochterfirmen verpachten.

Nachdem es steuerrechtlich zul├Ąssig ist, durch die H├Âhe der angesetzten Pacht, Miete und Nutzungszahlungen die Gewinne der auf dem Gel├Ąnde angesiedelten Unternehmen entscheidend zu beeinflussen, werden Gewinnausweisungen die der Gewerbesteuer unterliegen, nur in sehr geringem Umfang – wenn ├╝berhaupt – erfolgen.

Es ist davon auszugehen, das die Vertr├Ąge der Grundst├╝cksgesellschaft so gestaltet werden, dass die Einnahmen aus den Pacht- und Mietverh├Ąltnisse ebenfalls keiner Gewerbesteuer unterliegen. Nur nebenbei, Kleingewerbe und Handwerksbetriebe haben solche M├Âglichkeiten nur in besonderen Ausnahmef├Ąllen.

Sicherheit

Durch die Nutzung von vierzig Tausend Quadratmeter als Chemielager und der damit zwangsl├Ąufig verbundenen zahlreichen Gefahrguttransporten, wird die Bev├Âlkerung und die zahlreichen kleinen und gro├čen Besucher unserer Freizeiteinrichtungen (Eisstadion, Badesee usw.) einem Risikopotential ausgesetzt, das nicht zu vertreten ist.

Wo mit Chemikalien umgegangen wird und gelagert werden, sind St├Ârf├Ąlle nicht auszuschlie├čen. Ich habe noch nie davon geh├Ârt und auch keine Ausf├╝hrungen dar├╝ber gefunden, dass Giftwolken von einem Wohngebiet oder Freizeiteinrichtungen Halt machen. Diese sind gerade mal 700 Meter entfernt.

Es w├Ąre schon interessant zu erfahren, wie viele Personen aus dem Bef├╝rworterkreis sich ├╝ber Chemielager St├Ârf├Ąlle, z.B. bei der BASF-Werksfeuerwehr und deren Auswirkungen auf die Gesundheit bei der Berufsunfall-Klinik Ludwigshafen informiert haben bzw. sich noch informieren werden.

Folgekosten der Chemielageransiedlung, Anschaffung eines Chemiel├Âschzuges, Schutzanz├╝ge und Schulungen f├╝r die Feuerwehr spielen f├╝r die Gemeinde offensichtlich keine Rolle. Zu diesem Thema noch eine Randbemerkung: Baugenehmigungen f├╝r 18 Meter hohe Lagerhallen werden erteilt, ein Drehleiter-Fahrzeug steht der Feuerwehr nicht zur Verf├╝gung.

L├Ąrmbel├Ąstigung

Es wird rund um die Uhr gearbeitet. Bedeutet: n├Ąchtlicher LKW und PKW-Verkehr (Schichtarbeiter). Das Unternehmen erh├Ąlt Bahnanschluss – im Hallenbereich bis zu drei Gleise – Der G├╝terverkehr der Bahn rollt ├╝berwiegend nachts. Somit erfolgen auch n├Ąchtliche Rangier- und Entlade-Arbeiten auf dem Gel├Ąnde der Fa. Pfenning und Co.. F├╝r die Bewohner im ├Âstlichen Teil von Heddesheim und den Bewohnern des Gewerbegebietes, ├╝bersteigt diese zus├Ątzliche L├Ąrmbel├Ąstigung jegliche Zumutbarkeitsgrenze. Eine weitere Tatsache, die daf├╝r spricht, dass diese Ansiedlung nicht in eine Wohngemeinde wie Heddesheim, sondern einen Industrie-Park geh├Ârt.

Arbeitspl├Ątze

Leider ist es heute gang und g├Ąbe f├╝r Forderungen aller Art, das volkswirtschaftliche Kapital „Arbeit“ als Druckmittel einzusetzen und mit dem Arbeitsplatzproblem Erpressungsversuche zu unternehmen. Auch die Gemeindeverwaltung/B├╝rgermeister und Teile des Gemeinderates bedienen sich hier dieser Mittel.

Paradebeispiel daf├╝r, die Fragestellungen zur B├╝rgerbefragung. Insbesondere die Frage 3, die eindeutig als Suggestivfrage zu bewerten ist. Zu pr├╝fen w├Ąre noch, ob eine solche Suggestivfrage nach dem Kommunalwahlrecht in ├Âffentlichen Auseinandersetzung ├╝berhaupt zul├Ąssig ist.

Fazit: Diese Ansiedlung bringt nach meiner Meinung der Gemeinde Heddesheim und ihren Bewohnern mehr Nach- als Vorteile und daher kein „roter Teppich“ f├╝r die Bewerber.

„Ist Vertrauen k├Ąuflich?“


Leserbrief: Heinz Franke

Nun hat auch der B├╝rgermeister sein Vertrauen in Pfenning verloren. Er verlangt und bekommt f├╝r jede „Falschfahrt“ eines Schwerlasters 20,- Euro „Heddesheim-Maut“.

Und das von Stra├čen, die Heddesheim nicht geh├Âren und vom Gesetz her dies auch gar nicht zulassen. Pfenning will zahlen, weil das Vertrauen bei den B├╝rgern schaffen soll.

Die Denke, Vertrauen sei k├Ąuflich, wird so zur Normalit├Ąt. Sie k├Ânnen daher auf weitere vertrauensbildende Ma├čnahmen in diesem Pokerspiel hoffen. Denn es gibt noch weitere Pfenning-Versprechungen, z.B. Ausbildungs- und Arbeitspl├Ątze und Steuern.

Wie w├Ąre es mit einem Steuervorschuss? Bei einer Investition von 100 Millionen Euro m├╝sste das doch eigentlich kein Problem sein?

Dann beantworten wir auch die drei Fragen an die B├╝rger richtig: Sind Sie f├╝r Arbeitspl├Ątze? Sind Sie f├╝r das Gewerbegebiet? Dann sind Sie auch f├╝r Pfenning.

Beste Gr├╝├če aus Absurdistan.

„Die B├╝rger m├Âgen offene Meinungs├Ąu├čerungen“


Leserbrief: Adolf Tannenberger

Wann klopft ein so starkes und innovativ ausgerichtetes Wirtschaftsunternehmen, wie die Pfenning-Gruppe, in Heddesheim an? Ein Betrieb, der Ausbildungs- und Arbeitspl├Ątze, Steuereinnahmen und eine wirtschaftliche Belebung f├╝r den Ort bringt. B├╝rgermeister Michael Kessler und der Gemeinderat haben zun├Ąchst fortschrittlich und richtig entschieden. Das zeugt von Verantwortungsgef├╝hl und Leidenschaft des Gemeindeparlaments.

Ebenso verstehe ich auch die B├╝rgerinitiative „Neinzupfenning“. Die IG und Mitb├╝rger halten dagegen. Sie reklamieren die hohe Verkehrsbelastung, wirtschaftliche Monokultur und Zerst├Ârung des Naherholungsgebietes und anderes.

Gewiss, die Opposition IG hat in der Zwischenzeit viel Gutes erzeugt. Die nachhaltige Zur├╝ckhaltung oder widerwillige Offenheit der Gemeinde und R├Ąte hat die Gegner des Projektes durch gef├╝hlte Freiheit oft unterst├╝tzt.

Dadurch wurden Ansichten gern ├╝berspitzt und ├╝bertrieben dargestellt. Das sch├╝rte ├âÔÇ×ngste bei der Bev├Âlkerung. Die Antworten kennen wir (Gemeinderatswahl).

Zwischenzeitlich liegen Gutachten zur Verkehrsbelastung und zum Umweltschutz vor. Das Rathaus legte den st├Ądtebaulichen Vertrag offen. Warum so sp├Ąt? Der Vertrag enth├Ąlt keine Geheimnisse oder Fallstellen, wie vermutet wurde. Darin erkennt man das verantwortliche Augenma├č durch B├╝rgermeister und Gemeinderat.

Gr├Ąben werden sich ob der unterschiedlichen Meinung „Ja“ oder „Nein“ zur Pfenning-Ansiedlung in Heddesheim nicht auftun. Die B├╝rger m├Âgen offene Meinungs├Ąu├čerungen. Hinterher zeigt man sich wieder vers├Âhnlich, wenn mit Offenheit und Lauterkeit „gestritten“ wurde. Das ist lebende Demokratie.

Die Gewerbebebauung ist massiv. Der Blick auf die sch├Âne Bergstra├če und den nahen Odenwald wird uns nach meiner Beurteilung aber nicht verbaut.

Die Pfenning-Gruppe macht sich in einer schwierigen Krisenzeit auf. Wir sollten mitziehen und zur „Pfenning-Ansiedlung“ „Ja“ sagen. Weil dadurch junge Menschen eine Ausbildung und eine berufliche Perspektive bekommen, unsere B├╝rger Arbeitspl├Ątze erhalten, unsere Gemeinde Heddesheim ihre stark unterdurchschnittlichen Steuereinnahmen verbessern kann.

Teile und herrsche

Leserbrief: Rainer Neutard

Die Vorgehensweise der Gemeinde ist durchsichtig. Sie entbehrt nicht einer taktischen Raffinesse, bei der die B├╝rgern├Ąhe vom Streben nach Machtaus├╝bung und Machterhalt ├╝berlagert wird.

– Anf├Ąnglich h├Ąlt man sich bedeckt , operiert im Geheimen und nutzt Argumente die sich als wenig├é┬ástichhaltig erweisen.

– Man weigert sich die Bedenken der B├╝rgerinitiative zur Kenntnis zu nehmen und verschlie├čt sich├é┬áeinem Dialog.

– Nach den durchschlagenden Erfolgen der B├╝rgerinitiative schaltet man die IFOK als├é┬áBeschwichtigungsinstrument ein. Welch‘ ein Armutszeugnis f├╝r eine b├╝rgernahe Verwaltung!

– Der direkten Aussprache geht man weiter aus dem Weg.

– Vielmehr wird die B├╝rgerinitiative aufgefordert in einen (von einem fremden Dritten moderierten)├é┬áallgemeinen Willensbildungsprozess einzutreten.

– Anschlie├čend wird die B├╝rgerinitiative gezielt diskreditiert, in dem man ihr vorwirft sich dem├é┬áDialog zu verweigern.

Dies alles nach dem Motto: „Teile und herrsche“, gem├Ą├č den Regieanweisungen frei nach Machiavelli.

Der von den Kirchen angesprochene offene Dialog h├Ątte vom ersten Tag an praktiziert werden m├╝ssen.

Wie kann sich ein B├╝rgermeister, der sich f├╝r kaum ein Vereinsfest nicht zu schade ist, dem Gespr├Ąch mit der erfolgreichen B├╝rgerinitiative verschlie├čen? Ist sein Motiv Angst oder Unsicherheit?

Wer von seinem Handeln ├╝berzeugt ist, sollte dies zu jeder Zeit gegen├╝ber Jedermann auch vertreten k├Ânnen.

Die Verhaltensweise der B├╝rgerinitiative ist sehr gut nachvollziehbar. Es waren nicht die Vereine, nicht die Pfarrer, nicht die Kirchen und schon gar nicht die Gemeinderatsfraktionen, es war alleine die B├╝rgerinitiative die das Projekt „Sonderwirtschaftszone Pfenning“ thematisiert und in das Problembewusstsein der Menschen ger├╝ckt hat.

Die erdrutschartigen Ver├Ąnderungen bei der Gemeinderatswahl resultieren nicht aus den Initiativen irgendwelcher amorpher Kreise, sondern sind allein Ergebnis der B├╝rgerinitiative.

Die B├╝rgerinitiative hat daher ein Recht auf einen origin├Ąren Dialog!

Sie tut gut daran, sich nicht in einem allgemeinen Palaver verw├Ąssern zu lassen. Auch diese Erkenntnis ist „frei nach Machiavelli“.

Ãœbrigens: Die irreführend suggestive (volksverdummende) Formulierung der Bürgerbefragung macht deutlich, wie gering die Dialogbereitschaft wirklich ist.

Anmerkung der Redaktion:
Leserbriefe sind private Meinungs├Ąu├čerungen und geben nicht unbedingt die Ansicht der Redaktion wieder.

„Der B├╝rgermeister treibt den Keil immer tiefer“


Leserbrief: Friedhelm Kaufmann, Heddesheim

Es kann doch nicht angehen, dass alle in Sachen Pfenning wichtigen Besprechungen und Gemeinderatssitzungen unter Ausschluss der ├ľffentlichkeit erfolgen.

Mir scheint, dass unser B├╝rgermeister alles, was mit obigem Projekt zusammenh├Ąngt, nach eigenem Ermessen zur geheimen Kommandosache macht.

Wie will man das zweigeteilte Heddesheim wieder vereinen, wenn die ├ľffentlichkeit nicht ├╝ber die Vorg├Ąnge informiert wird? Unser B├╝rgermeister, der alles versucht, die zweigeteilte B├╝rgerschaft zu vereinen, aber genau das Gegenteil erreicht, treibt den Keil immer tiefer in die Spaltung.

Gem├Ą├č dem juristischen Beistand des B├╝rgermeisters wird man in der Sache Verkehrsaufkommen erst dann t├Ątig werden, wenn die von Pfenning angegebenen Zusatzbelastungen nicht zutreffen, was erst mit Inbetriebnahme festgestellt werden dann. Meine Frage ist: Wie will man das kontrollieren – und wird dann wieder abgerissen?

Das Zahlenmaterial ist mehr als fragw├╝rdig

Das Zahlenmaterial ist inzwischen mehr als fragw├╝rdig, von 1000 neuen Arbeitspl├Ątzen sind vermutlich nur 250 bis 300 ├╝brig geblieben, die restlichen sind Subunternehmer, Leiharbeiter aus osteurop├Ąischen Billiglohnl├Ąndern oder geringf├╝gig Besch├Ąftigte bzw. Aushilfskr├Ąfte.

Von diesen wird kein einziger Euro in die Gemeindekasse flie├čen. Einnahmen sind lediglich aus der Grundsteuer zu erwarten, und da die komplette Bebauung nicht mit Erf├╝llungsb├╝rgschaften abgesichert ist, kann das Gel├Ąnde ├╝ber viele Jahre seiner Nutzung zugef├╝hrt werden, was bleibt, ist die Grundsteuer aus den Einzelbauwerken.

Von der f├╝r die Gemeinde so notwendigen Gewerbesteuer darf man in den n├Ąchsten 20 Jahren keinen Euro erwarten, denn diese ist ausschlie├člich eine gewinnabh├Ąngige Steuer und kann ├╝ber Organschaftsvertr├Ąge innerhalb des Firmenkonglomerats nach Bedarf verschoben werden, wodurch das Verm├Âgen w├Ąchst und die Gewerbesteuer auf Null gehalten werden kann.

Leserbriefe geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. F├╝r die Inhalte sind die Verfasser selbst verantwortlich. Redaktion heddesheimblog

In eigener Sache: Das heddesheimblog, Berichterstattung und Wahlkampf

Guten Tag,

Ende April 2009 ist das heddesheimblog gestartet.

Bis heute sind 149 Artikel erschienen. Rund 60 Kommentatoren haben 380 Kommentare geschrieben, 18 Kommentare wurden wegen Verst├Â├čen gegen Pers├Ânlichkeitsrechte oder verbaler Ausf├Ąlle gesperrt.

Rund 14.000 Besucher haben sich in dieser Zeit f├╝r das heddesheimblog interessiert und rund 115.000├é┬áSeiten wurden aufgerufen. Die Aufrufe der Kommentare nicht mitgez├Ąhlt.

Das heddesheimblog ist aus einem Informationsdefizit entstanden.

In Heddesheim will sich ein Logistik-Unternehmen, die „Pfenning-Gruppe“, niederlassen. Doch die Informationen des Rathauses, der politischen Parteien, des Gemeinderates, des Unternehmens sowie des regionalen Zeitungsmonopolisten Mannheimer Morgen sind mangelhaft.

Aus diesem Grund hat sich der freie Journalist Hardy Prothmann entschlossen, diesem Informationsdefizit, eine Informationsplattform entgegenzusetzen.

Die ├â┼ôberpr├╝fung der Aussagen von Entscheidungstr├Ągern, die Recherche von Hintergr├╝nden, der Blick ├╝ber den Tellerrand, die Dokumentation der Ereignisse sind hier im heddesheimblog nachzulesen.

Das heddesheimblog bedankt sich an dieser Stelle auch bei allen Heddesheimern, die ihre Leserbriefe hier ver├Âffentlicht haben und allen, die mit Informationen zur Ver├Âffentlichung von Artikeln beigetragen haben!

Morgen wird in Heddesheim ein neuer Gemeinderat gew├Ąhlt. Der neue Rat wird genauso kritisch begleitet wie der amtierende. Unter kritisch versteht das heddesheimblog den urspr├╝nglichen Begriff: kriteia, die Kunst, die Dinge auseianderzuhalten.

Auch nach der Wahl wird das heddesheimblog├é┬á├╝ber die Entwicklungen beim „Pfenning-Projekt“ berichten.

Wie gewohnt, wird kein Terminjournalismus stattfinden, der aufschreibt, was irgendjemand aufgeschrieben haben will.

Die Recherche, also die ├â┼ôberpr├╝fung von Fakten, ist oberstes Gebot. Recherche hei├čt aber auch, neue Aspekte zu finden und Themen zu erweitern.

Der bisherigen Berichterstattung ist von diversen Kommentatoren und auch au├čerhalb dieser website vorgeworfen worden, sie sei „einseitig“, „schlecht recherchiert“, „gesiebt“, „manipulativ“, „interessengesteuert“ oder „eigenn├╝tzig“ usw.

Diese Kritiker hat das heddesheimblog immer wieder aufgefordert, diese Unterstellungen mit Belegen aus den ver├Âffentlichten Artikeln zu belegen. Es blieb bei den Unterstellungen.

Das heddesheimblog hat es sich durch seine f├╝r die Gemeinde Heddesheim ungewohnte Berichterstatttung zun├Ąchst mit allen Parteien, dem B├╝rgermeister, dem Gemeinderat „verscherzt“.

Das war niemals das Ziel der Berichterstattung. Aber die Folge.

F├╝r die weitere Berichterstattung spielen die Anfeindungen und die Informationsverweigerung durch den B├╝rgermeister, die CDU und Teile der anderen Parteien keine besondere Rolle. Es gibt immer auch andere Wege, um an Informationen zu kommen.

Dem heddesheimblog wurde auch vorgeworfen, es wolle „belehren“ oder sich ├╝ber „andere erheben“.
Auch das sind Vorw├╝rfe, die unhaltbar sind und nicht belegt wurden.

Das heddesheimblog informiert und bietet mit zahlreichen Links zu anderen Informationsangeboten im Internet offensiv die Kontrolle der eigenen Informationen an.
Die Informationsfreiheit ist ein sehr hohes Gut und das heddesheimblog f├Ârdert diese, so gut es kann.

Am Anfang der Berichterstattung konnten nur wenige├é┬ádamit umgehen, dass urpl├Âtzlich „irgendjemand“ Fragen stellt und sich nicht „zur Ordnung“ rufen l├Ąsst. Im Mitteilungsblatt und im Mannheimer Morgen gibt es immer nur „Schmuse“-Artikel, die niemandem „weh“ tun.

Das heddesheimblog will auch niemandem aus Prinzip weh tun. Aber wenn es sein muss, scheut es sich nicht davor, die Fakten zu nennen, die dann „schmerzen“ – egal, wer das ist.

Die Gr├╝nen haben als erste verstanden, dass die Berichterstattung hier nur Bericht erstattet – auch wenn der Partei das nicht gef├Ąllt. Auch in der FDP und in der SPD zeigen sich Mitglieder gespr├Ąchsbereit und verst├Ąndig, dass Dinge, die kritisiert werden m├╝ssen, auch kritisiert werden. Bis heute zeigt sich allein die Heddesheimer CDU resistent gegen jede Form von Eigenkritik.

Dabei hat das heddesheimblog von Anfang an jedem der Akteure ein Gespr├Ąchsangebot gemacht. Das gilt auch weiterhin.

Obwohl es viel Aufregung gab, haben sich Heddesheimer ohne Angst bereit erkl├Ąrt, sich im heddesheimblog portr├Ątieren zu lassen. Das verdient Respekt.

Allerdings gab es auch zu ganz unpolitischen Anfragen Ablehnungen: „Mich kennt jeder im Ort, ich brauche von Ihnen kein Portr├Ąt“, erwiderte eine Heddesheimerin eine Portr├Ątanfrage.
Auch hier liegt ein Missverst├Ąndnis vor: Die Portr├Ąts werden nicht geschrieben, weil die betreffende Person das „braucht“, sondern, um den Lesern eine Person vorzustellen. Wenn diese aber schon „jeder kennt“, dann schreibt das heddesheimblog halt nichts dazu. Das w├Ąre ja auch irgendwie Zeitverschwendung.

Andere haben die Berichterstattung zum Anlass genommen, langj├Ąhrige Nachbarschaften und ein gutes Miteinander aufzuk├╝ndigen, nur weil Heddesheimer in irgendeinem Kontakt zum Journalisten Hardy Prothmann stehen. Das ist bedauerlich. Aber es ist zu ├Ąndern, wenn man bereit ist, nochmal nachzudenken.

Das heddesheimblog wird also weiter zum Thema Pfenning berichten. Unabh├Ąngig, ergebnisoffen und ohne R├╝cksichtnahmen auf irgendwelche Befindlichkeiten.
Der Tagesthemen-Moderator Hajo Friedrichs hat immer gesagt: Ein Journalist soll sich nicht mit einer Sache gemein machen – auch nicht mit einer „guten“. So h├Ąlt es auch das heddesheimblog .

Die Berichterstattung ├╝ber andere Themen wird ausgebaut. So die Reihe „Ich bin ein Heddesheimer“ oder Berichte ├╝ber Kultur. Auch ├╝ber Vereine, Sport, die lokale Wirtschaft, soziale Themen wird berichtet werden.

Die enormen Zugriffszahlen zeigen, dass die Heddesheimer ein Bed├╝rfnis nach gut recherchierten und unabh├Ąngigen Informationen haben und dass sie genauso gerne politische Themen lesen wie hintergr├╝ndige und unterhaltende.

Wenn Sie ein Thema haben, ├╝ber das „mal was geschrieben werden m├╝sste…“, dann nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Viel L├Ąrm um Nichts?

Leserbrief: Holger Menge

Das so arg diskreditierte Gro├čprojekt mag offensichtlich doch nicht allen gefallen.

Verkehr: Wie selbst Pfenning feststellte: Heddesheim hat bereits ein Verkehrsproblem. Einige Hundert Lkw-Bewegungen mehr oder weniger machen dann sicherlich auch nicht mehr viel aus. Au├čerdem, er wohnt ja nicht hier.

Bebauung und Umwelt: Hier k├Ânnten sich die regionalen M├Âbelh├Ąuser ein Beispiel nehmen. Ein Beispiel f├╝r Gemeindeentwicklung des 21sten Jahrhunderts. Wurden doch bereits in den 70er Jahren eindrucksvolle Baudenkm├Ąler geschaffen, die seit jenen Tagen ewig diesem Ort bereits von fern sein charakteristisches Erkennungsbild verleihen. Weiter so!

Ertrag: Ein Superdeal f├╝r die Gemeindekasse. Gef├╝hlte 2 Millionen Euro auf dem Papier. Angesichts des Gesamtvolumens ein Witz! Der Gewinner hei├čt Pfenning! Erwartete reale Folgekosten und Risiken f├╝r infrastrukturelle Anpassungen werden schlicht ignoriert.

Informationen: Alles wird gut! Die medialen Beruhigungspillen zeigen Wirkung. Das ist gro├če Politik und gelebte Demokratie! Eindrucksvoll demonstriert der Gemeinderat, wie Kl├Ąrungen wichtiger Fragen um dieses Projekt gar ratsintern vermieden werden k├Ânnen. Entt├Ąuschend!

Res├╝mee: Ich f├╝hle mich durch diesen Auftritt der kleinen Schar gew├Ąhlter (!) Gemeindevertreter als B├╝rger nicht mehr ernst genommen. Es gibt bis heute noch keine belastbaren Daten oder abgesicherte Planungen, die Risiken und erwartete Belastungen f├╝r die Bewohner dieses Ortes sinnvoll und zielf├╝hrend entkr├Ąften.

Die Lobges├Ąnge sind unglaublich einseitig und mehr als dreist. Hier hat die F├╝hrung der Gemeinde versagt! Die Dimensionen f├╝r Investment und potenzielle Konsequenzen erfordern dagegen h├Âchste Wachsamkeit, eine faire und redlich gef├╝hrte offene Diskussion und eine korrekte Informationspolitik.

Es hilft nichts, Gemeinder├Ąten den Mund zu verbieten oder das Thema krampfhaft aus der Gemeinderatswahl herauszuhalten. Damit wird Vertrauen verspielt, es werden Spekulationen gesch├╝rt und Szenarien provoziert, die eine Gemeinde eher polarisieren als verbinden.

Was kommt als n├Ąchstes? Es ist nun an der Reihe der B├╝rgerinnen und B├╝rgern dieser Gemeinde, am 7. Juni mit der M├Âglichkeit ihrer Stimme diese Arbeit zu bewerten.

Armutszeugnis f├╝r Demokratieverst├Ąndnis

Leserbrief: Christoph Schaefer

Die Gemeinderatssitzung vom 20.05.2009 war ein Armutszeugnis f├╝r das Demokratieverst├Ąndnis des Heddesheimer Gemeinderats.

Nicht nur aufgrund der Stellungnahme des Kommunalrechtsamts zur Rechtslage war zu erwarten, dass der Antrag auf einen B├╝rgerentscheid zur Pfenning-Ansiedlung nicht durchgehen w├╝rde.
Auch wenn ein B├╝rgerentscheid rechtens w├Ąre – was ja durchaus umstritten ist – h├Ątte es f├╝r den Antrag keine Mehrheit gegeben.
Daf├╝r h├Ątten die „Block-Parteien“ CDU, FDP und SPD erfahrungsgem├Ą├č schon gesorgt.

Anerkennung f├╝r Frau Lochb├╝hler

Aber dass eine B├╝rgerbefragung mit einer ebenso deutlichen Mehrheit abgelehnt wird, ist schlichtweg Ignoranz gegen├╝ber den Belangen und Interessen der Heddesheimer Bev├Âlkerung.
Angesichts dieser Mehrheitsverh├Ąltnisse ist es Frau Lochb├╝hler hoch anzurechnen, dass sie sich trotz aller innerparteilichen Widerst├Ąnde, konsequent gegen die Pfenning-Ansiedlung stellte und letztlich ├Âffentlich ihren Parteiaustritt bekundete – schlie├člich war sie am 18.02. die einzige die gegen die Aufstellung des Bebauungsplans stimmte.

Bei einem Projekt solchen Ausma├čes wie des geplanten Logistik-Zentrums, sollten die B├╝rger mit eingebunden werden und sei es nur, um ihre Meinung in der Sache kund zu tun.
Aber das interessiert den Gemeinderat (abgesehen von einer kleinen Minderheit) und den B├╝rgermeister gar nicht.
Die ├âÔÇ×u├čerungen von Herrn Merx sind an Zynismus kaum zu ├╝berbieten: wie m├Âchte er bitte ein „positives Signal“ bez├╝glich einer B├╝rgerbefragung geben, indem er daf├╝r sorgt, dass seine Fraktion geschlossen gegen den Antrag stimmt?

Das kann ich nur mit den Worten eines Herrn Prof. Bauer als „Verrohung der Sitten“ bez├╝glich Demokratie und freier Meinungs├Ąu├čerung bezeichnen. Und warum l├Ąsst sich das Thema Gro├člogistik-Zentrum in Heddesheim f├╝r die B├╝rger nicht auf „Ja“ oder „Nein“ reduzieren, wenn doch der Gemeinderat eigentlich nichts anderes macht als Antr├Ąge zu bef├╝rworten oder abzulehnen?

CDU, FDP und SPD sch├╝ren die Spekulationen

Was die Information der Bev├Âlkerung betrifft, hat es die Gemeindeverwaltung – trotz einer gro├čen Informationsveranstaltung – bisher nicht fertig gebracht alle Fragen zu beantworten und alle Fakten offen auf den Tisch zu legen.
Stattdessen wird der „st├Ądtebauliche Vertrag“ zwischen der Gemeinde Heddesheim├é┬áund Pfenning (oder einer GbR „Phoenix 2010“?) weiter unter Verschluss gehalten.

Die Gegner der Pfenning-Ansiedlung sch├╝ren hier keine ├âÔÇ×ngste, sondern versuchen anhand der ├Âffentlich zug├Ąnglichen Fakten und aufgrund von ├âÔÇ×u├čerungen von Pfenning sowie Politikern die Auswirkungen eines solchen Projekts sachlich darzustellen – und viel Positives bleibt da leider nicht ├╝brig.

Vielmehr sorgt hier der Heddesheimer Gemeinderat mehrheitlich f├╝r
Verunsicherung und mit ihm die Parteien CDU, FDP und SPD, indem sie durch Verheimlichung und widerspr├╝chliche, unwahre oder aus dem Zusammenhang gerissene Aussagen der Spekulation freien Lauf lassen.

Stimmungsmache statt Stimmengewinn

Das hat nicht zuletzt eine Wahlkampfveranstaltung der CDU wieder deutlich gezeigt. Auf dieser wurde mit Halbwahrheiten, Fehlinterpretationen von Studien (die es zum Teil gar nicht gibt) unter anderem zu Arbeitsmarktzahlen, sowie Verf├Ąlschungen von grafischen Darstellungen zur Pfenning-Ansiedlung vergeblich versucht, die Gegner eines neuen Gro├člogistik-Zentrums blo├č zu stellen.
Mit solchen Methoden l├Ąsst sich aber nur Stimmung machen und keine Stimme gewinnen.

Hier ist ein offener und transparenter Entscheidungsprozess mit B├╝rgerbeteiligung n├Âtig. Das w├╝rde zu einer Versachlichung der Debatte beitragen und auch verloren gegangenes Vertrauen in Gemeinderat und B├╝rgermeister wieder herstellen.

Aber solange wir B├╝rger schon nicht in der Sache mitreden und entscheiden d├╝rfen, haben wir immerhin mit der Kommunalwahl am 07. Juni die M├Âglichkeit, der einen in den Gemeinderat zu verhelfen oder dem anderen einen Denkzettel zu verpassen.

Gut so!

Leserbrief: Helle Sema

Lieber Mannheimer Morgen,

ein wenig erstaunt habe ich heute ihren Aufmacher auf den Rhein-Neckar-Seiten gelesen. Ein wirklich interessantes Interview mit der Interessengemeinschaft „Nein zu Pfenning“.

Das wurde ja auch Zeit, sonst h├Ątten Sie ja langsam ihre Glaubw├╝rdigkeit verloren. Denn guter Journalismus h├Ârt immer alle Seiten und dokumentiert das Geh├Ârte auch. Weiter so.

Noch besser fand ich, dass Sie auch mal selbst recherchiert haben und zwar zu den Arbeitsmarktzahlen. Wieder einmal sind Sie damit etwas sp├Ąt dran: das heddesheimblog hatte das schon am 29. April 2009 berichtet. Aber lieber sp├Ąt als nie und au├čerdem haben Sie es ausf├╝hrlicher gemacht.
Ich hoffe, Sie kriegen deswegen keinen ├âÔÇ×rger mit dem B├╝rgermeister.

Ich m├Âchte Ihnen also meinen verbindlichen Dank aussprechen. Aber eine Frage bleibt: Wann bringen Sie endlich mal ein anderes Thema?

Ihr

Helle Sema

Die verlorene Ehre der Katharina Blum

Guten Tag,

das heddesheimblog recherchiert und berichtet zu Themen aus Heddesheim, nicht so, „wie man es vom MM gewohnt “ ist, also so, wie „es immer schon war“ und f├╝r manche auch „immer sein sollte“.

Eine „Katharina Blum“ hat zwei Kommentare im heddesheimblog ver├Âffentlicht: 1 und 2.

Stil und Inhalt sind zun├Ąchst Ernst zu nehmen.

Demensprechend f├Ąllt die Antwort aus.

Weil das heddesheimblog aber den Anspruch hat, recherchierte, das hei├čt, ├╝berpr├╝fte, Informationen zu ver├Âffentlichen, wollte die Redaktion Kontakt mit der Kommentatorin aufnehmen.

„Sie“ hat eine email-Adresse angegeben, die „plausibel“ erscheint:
katharina.blumOO@yahoo.de

Ein Name, katharina.blum, erg├Ąnzt durch OO. Vielleicht war der „Name“ schon vergeben und musste durch OO erg├Ąnzt werden. Keine besondere Auff├Ąlligkeit. Oder doch?

Das heddesheimblog hat versucht, Kontakt aufzunehmen, weil der Kommentar „vermeintlich durchaus differenziert“ war. Diese „Vermeintlichkeit“ sollte „├╝berpr├╝ft“ werden. Hier das Ergebnis, eine email an diese „Adresse“ konnte nicht zugestellt werden:

„This message was created automatically by mail delivery software.
„A message that you sent could not be delivered to one or more of
its recipients. The following addresses failed: katharina.blumOO@yahoo.de

Das hei├čt, diese email-Adresse ist nicht existent. Deswegen konnte die Nachricht nicht zugestellt werden.

Existent ist aber die Antwort auf die „vermeintliche“ Frage der „vermeintlichen Katharina Blum“.

Wer auch immer dahinter steckt, hat, wie in der „verlorenen Ehre der Katharina Blum“ von Heinrich B├Âll wahrscheinlich schon l├Ąngst seine Ehre verloren.

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht

Das heddesheimblog

Alle Fragen beantwortet

Leserbrief: Carmen Wilhelm

Dank dem Flugblatt der IG Nein zu Pfenning und der ├╝berwiegend negativen Berichterstattung des Mannheimer Morgen, war meine allererste Meinung: Hoffentlich kommt die Firma Pfenning nicht nach Heddesheim.

Um mir ein neutrales Bild zu machen, besuchte ich die Informationsveranstaltung, am 21. April. Meiner Meinung nach wurden hier bereits die meisten Fragen beantwortet und es stellte sich auch heraus, dass das Flugblatt „Nein zu Pfenning“ ├╝berwiegend Unwahrheiten enthielt.

Die angeblich nicht ausf├╝hrlich beantworteten Fragen wurden an diesem Abend vom B├╝rgermeister notiert und im Mitteilungsblatt der Gemeinde Heddesheim, vom 7. Mai (welches kostenlos an alle Haushalte verteilt wurde) nochmals auf f├╝nf Seiten ausf├╝hrlich erkl├Ąrt, somit haben die Gegner ihre Fragen sogar schriftlich beantwortet bekommen.

Man kann dem B├╝rgermeister wirklich nicht vorwerfen, er w├╝rde die ├ľffentlichkeit nicht fr├╝hzeitig genug und gen├╝gend informieren, meiner Ansicht nach machen sich die Pfenninggegner mit ihrem aggressiven Verhalten langsam l├Ącherlich. Wenn diese wenigsten sachlich diskutieren w├╝rden und mit ihren pers├Ânlichen Beleidigungen, sei es gegen den B├╝rgermeister, die Gemeinder├Ąte gleich welcher Fraktion oder die Firma Pfenning, aufh├Âren w├╝rden, k├Ânnten sie vielleicht mehr erreichen, wie nur unn├Âtig Unruhe und Verunsicherung in der Gemeinde zu verbreiten.

Fakt ist, dass das Gel├Ąnde, welches die Firma Pfenning bebauen m├Âchte, bereits ausgewiesenes Gewerbegebiet ist und wenn sich hier ca. 30 Firmen niederlassen, der Verkehr innerorts auf jeden Fall wesentlich mehr belastet wird als durch die Firma Pfenning.

Auch bin ich der Meinung, dass wenn EDEKA in dieser Gr├Â├čenordnung Hallen gestellt h├Ątte, kein Hahn danach gekr├Ąht h├Ątte, denn die sind ja schon ewig vor Ort.

Die Gemeindeverwaltung sollte einfach die Vertr├Ąge mit der Firma Pfenning vor Abschluss von guten Anw├Ąlten pr├╝fen lassen, so dass hieraus keine Nachteile f├╝r unsere Gemeinde entstehen.

Jetzt kann ich ganz gut verstehen, warum Unternehmer nicht gerne in Deutschland investieren, denn wenn man jedes Mal solche Kn├╝ppel zwischen die Beine geworfen bekommt, kann man echt die Lust verlieren.

Fundstelle: Der Mannheimer Morgen berichtet negativ ├╝ber Pfenning

Erstaunlich, wie wenig die „Mediengesellschaft“ ├╝ber ihre Medien wei├č und mit ihnen umgehen kann.

Im Mannheimer Morgen sind heute mehrere Leserbriefe zur Pfenning-Ansiedlung und der Haltung der Parteien sowie des B├╝rgermeisters erschienen.
Zwei l├Ąngere Beitr├Ąge bem├Ąngeln, dass der MM ├╝berwiegend negativ ├╝ber die Pfenning-Ansiedlung berichtet:

„…verst├Ąndlich ist es f├╝r mich nicht, das ├╝berwiegend im MM von Pfenning-Gegnern berichtet und dem Leser nicht der Eindruck vermittelt wird, dass die Berichterstattung und Informationen neutral und sachlich gestaltet sind“, schreibt Andrea Frank aus Heddesheim, nachzulesen hier.

„Dank dem Flugblatt der IG Nein zu Pfenning und der ├╝berwiegend negativen Berichterstattung des Mannheimer Morgen, war meine allererste Meinung: Hoffentlich kommt die Firma Pfenning nicht nach Heddesheim. Um mir ein neutrales Bild zu machen, besuchte ich die Informationsveranstaltung am 21. April. Meiner Meinung nach wurden hier bereits die meisten Fragen beantwortet…“, schreibt Carmen Wilhelm aus Heddesheim, nachzulesen hier.

Wie ist das gemeint? Nach Sichtung des Archivs konnte ich keinen negativen Bericht des Mannheimer Morgen zur geplanten Pfenning-Ansiedlung finden. Hatte ich etwas ├╝bersehen im Mannheimer Morgen? Ach ja: die Leserbriefe. Deren Aussagen waren ganz ├╝berwiegend „negativ“ in Sachen Pfenning.

So l├Âst sich also das R├Ątsel: Die beiden Leserbriefschreiberinnen k├Ânnen nicht zwischen einem redaktionellen Artikel und einem Leserbrief unterscheiden.

pro

„Wer ist f├╝r dieses Desaster verantwortlich?“

Leserbrief: Heinz Franke

Vor 35 Jahren bin ich mit meiner Familie von einer Industriemetropole im Ruhrgebiet nach Heddesheim gezogen. Das Tabakdorf hatte sich gerade fein gemacht mit Badesee, Nordbadenhalle und Sportanlagen.
Sp├Ąter kamen Hallenbad, Reitanlage und Eisbahn hinzu. Die Kinder gingen alleine zur Schule. „Familie, Frau und zwei Kinder, was willst du mehr?“, so dachte ich.

Seit dieser Zeit wirbt Heddesheim um seine neuen Mitb├╝rger mit dem Slogan: das aufstrebende Familiendorf im Gr├╝nen, mit Blick auf den Odenwald in zentraler Lage der Rhein-Neckar-Region, am Rande der Industriestadt Mannheim mit direktem ├Âffentlichen Verkehrsanschluss, OEG.
Viele Neub├╝rger, die Jahr f├╝r Jahr hinzukamen, best├Ątigten mir die Richtigkeit dieser Ansiedlungspolitik. Die Betriebe im Dorf wurden zur Verkehrsberuhigung ins nahe Gewerbegebiet ausgelagert. Ich war mir sicher, dass diese Politik fortgesetzt w├╝rde, zumal das Gewerbegebiet w├Ąhrend dieser Zeit behutsam weiter entwickelt wurde.

Durch die Pfenning-Entscheidung f├╝hle ich mich jetzt get├Ąuscht. Alle Parteien haben ├╝ber Nacht im Gemeinderat einstimmig beschlossen: Pfenning und seine Investoren m├╝ssen her. Gleichzeitig unterlag der Beschluss strenger Vertraulichkeit, um das Projekt nicht zu gef├Ąhrden. Dies sei jedoch keine Vorentscheidung.

Der Pfenning-Deal bringt der Gemeinde zus├Ątzlich 2 Mio. Euro, so wurde nicht nachvollziehbar ausgerechnet. Die Gemeinde verspricht daf├╝r, die Wassergeb├╝hren f├╝r alle Haushalte zu senken. Billiges Wasser soll dann flie├čen, daf├╝r kommt dann teuerer Verkehr.
Wir verschachern unsere letzten Gewerbegebiete an Pfenning und seine Finanzierer. 24 Meter hohe Hallen auf 200 000 Quadratmetern Fl├Ąche sollen die Sicht vom Badesee, Erholungsgebiet und Sportanlagen auf den Odenwald verstellen.

Jetzt lese ich im Mannheimer Morgen vom 11. Mai, dass ein B├╝rgerentscheid nicht mehr m├Âglich ist. Das Bauverfahren ist zu weit fortgeschritten. (Bauleitverfahren, ├é┬ž 21, Abs. 2 der Gemeindeordnung). Nun werfen der Pfenning-Beschluss und die vereinbarte Vertraulichkeit weitergehende Fragen auf.
Haben die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat die Heddesheimer Bev├Âlkerung damit vor vollendete Tatsachen stellen wollen? Wollte man die Heddesheimer in so einer existenziellen Frage von vornherein nicht mitentscheiden lassen? Wer ist eigentlich f├╝r dieses Desaster verantwortlich?

Ich w├╝nsche mir nun, dass der Gemeinderat seine Pflichten und Rechte wahrnimmt und zu einer Entscheidung kommt, die dem Willen der B├╝rger entspricht. Oder kann das nur noch der B├╝rger in einer direkten Wahlentscheidung? Die Finanzwelt hat uns gerade vorgemacht, wohin Gier und Gr├Â├čenwahn f├╝hren. Noch hoffe ich, dass ich mir nach 35 Jahren nicht noch einmal eine neue Heimat suchen muss.