Mittwoch, 20. September 2017

Ergebnisse des B├╝rgerbeteiligungsprozesses ver├Âffentlicht

Das neue Leitbild der Gemeinde Heddesheim

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Rund 80 B├╝rger/innen haben bei der Entwicklung der Leits├Ątze mitgewirkt.

 

Heddesheim, 21. September 2013. (red/aw) Heddesheim hat 45 Leits├Ątze f├╝r die Zukunft der Gemeinde ver├Âffentlicht. Sie sind das Ergebnis des B├╝rgerbeteiligungsprozesses, der im November 2012 gestartet worden war. Das Leitbild soll vor allem den Gemeinderat in den kommenden Jahren bei verschiedensten Anl├Ąssen begleiten. Ins B├╝rgerhaus kamen am Montag rund 160 B├╝rger/innen zur Pr├Ąsentation. [Weiterlesen…]

Ringstra├čen-Debatte

Aufkl├Ąrung f├╝r Kessler

Heddesheim, 24. September 2012. (red/pro) Der Gemeinderat will Daten anfordern, um die Priorisierungseinsch├Ątzung der Ringstra├čen-Erweiterung einsehen zu k├Ânnen. Man darf gespannt sein, welche Daten ├╝bermittelt werden und welche Schl├╝sse man daraus ziehen kann. Klar ist: Vor 2020 geht nichts in Sachen Ringstra├če. Und klar ist auch, wer die politische Verantwortung tr├Ągt: Die alte CDU-Landesregierung im Allgemeinen und Herr Kessler im Besonderen.

Kommentar: Hardy Prothmann

B├╝rgermeister Michael Kessler ist zwar parteilos, f├Ąhrt aber auf einem schwarz-rot-gelben Ticket. Richtig komisch ist, dass ausgerechnet er nun „Aufkl├Ąrung“ fordert. „Pfenning“ wurde vorbereitet, in nicht-├Âffentlicher Sitzung beschlossen und dann in ├Âffentlicher Sitzung mit dem Aufstellungsbeschluss zementiert. Einflussm├Âglichkeiten f├╝r die B├╝rger? Keine Chance.

Der Meister der Intransparenz und der nicht-├ľffentlichkeit geriert sich nun zum „Aufkl├Ąrer“. Was f├╝r ein Treppenwitz. Aber zu den Fakten.

Im Mai 2009 haben wir Harald Protz, Leiter des Referats Stra├čenplanung, zu den einzelnen Schritten befragt und welche Bedingungen erf├╝llt sein m├╝ssen, bis die Umgehungsstra├če tats├Ąchlich fertig sein wird (das Interview k├Ânnen Sie hier nachlesen):

Was Harald Protz im Gespr├Ąch mit dem Heddesheim-Blog nicht kl├Ąren kann, ist die Finanzierung und die Bauzeit, weil das zum jetzigen Zeitpunkt unw├Ągbare Faktoren sind. Der Abschluss des Planfestellungsverfahrens f├Ąllt in die Zeit der Landtagswahlen – danach gibt es einen neuen Landeshaushalt, wie dort welche Mittel verteilt sein werden, ist unklar. Die Bauzeit der Umgehungsstra├če d├╝rfte etwa drei Jahre betragen.

Die Auskunft von Herrn Protz war also korrekt. Es gab Landtagswahlen, die CDU ist nach fast 60 Jahren Regierungszeit abgew├Ąhlt worden und die neue gr├╝n-rote Landesregierung steht vor den Tr├╝mmern der CDU-Regenschaft: 734 „Stra├čenbauprojekte“ wurden „begonnen“. Der daf├╝r ben├Âtigte Gesamtetat: 2,5 Milliarden Euro. Sofern das reicht. Wenn wie in Schriesheim oder Neckargem├╝nd nachfinanziert werden muss, sind es auch schnell 5 Milliarden Euro. So gut wie keines dieser Projekte ist durchfinanziert. Es sind hohle Versprechungen, angefangene Stra├čen, angefangene Planungen, gebaute Br├╝cken ohne Anschl├╝sse. Lauter hohle Versprechungen. Es ist ein einziges Desaster.

Landesrechnungshof: Stra├čenhaushalt stark belastet

Ich kann mich noch gut an den CDU-Gemeinderat Rainer Hege erinnern, als dieser den Ex-Ministerpr├Ąsidenten Stefan Mappus w├Ąhrend des Wahlkampfs 2011 in Heddesheim empfangen hat. Stolz wie Bolle war Hege. So aufgepumpt stolz, dass ihm schier die Reifen seines Traktors zu platzen drohten. Wie ein K├Ânig wurde Mappus empfangen – mittlerweile deutet alles daraufhin, dass man ihn wie einen Dieb vom Hof jagen muss. Das hat Herr Hege aber noch nicht realisiert.

Vielleicht hilft ihm sein Parteifreund Dr. Josef Doll dabei. Der k├Ânnte┬á ihm erkl├Ąren, was diese Einsch├Ątzung des „Impulsprogramms“ der CDU durch den Landesrechnungshofs bedeutet:

Der Rechnungshof hat das Programm gepr├╝ft. Max Munding, Pr├Ąsident des Rechnungshofs, fasst das Ergebnis der Pr├╝fung wie folgt zusammen: „Das Impulsprogramm war schlecht durchgerechnet. Mit den viel zu niedrigen Kostenans├Ątzen nahm die Stra├čenbauverwaltung in Kauf, dass f├╝r die Finanzierung der allgemeine Stra├čenbauhaushalt in gro├čem Umfang herhalten muss. Dies wird dort letztlich zulasten des Stra├čenerhalts gehen.“

Das zust├Ąndige Innenministerium hatte 2008 vier Ma├čnahmen mit gesch├Ątzten Gesamtkosten von 99 Millionen Euro f├╝r das Programm vorgeschlagen. Die fehlenden 39 Millionen Euro sollten ├╝ber den origin├Ąren Haushalt f├╝r Stra├čenbau finanziert werden. Bis 2011 sind die gesch├Ątzten Bauausgaben f├╝r die vier Ma├čnahmen jedoch auf 140 Millionen Euro gestiegen. Drei Ma├čnahmen sind im Bau: Ortsumfahrung Schriesheim (Regierungsbezirk Karlsruhe); Westtangente Konstanz (Regierungsbezirk Freiburg); Ortsumfahrung Darmsheim (Regierungsbezirk Stuttgart). Die Ortsumfahrung Bermatingen/Salem-Neufrach (Regierungsbezirk T├╝bingen) wird noch geplant.

Die Umsetzung der Ma├čnahmen des Impulsprogramms wird den Stra├čenbauhaushalt in den n├Ąchsten Jahren stark belasten. Die fehlenden Mittel k├Ânnen nur aus den Erhaltungsmitteln f├╝r Landesstra├čen aufgefangen werden. Dies ist rechtlich zul├Ąssig, da die Haushaltsans├Ątze f├╝r den Erhalt sowie f├╝r Aus- und Neubau der Landesstra├čen gegenseitig deckungsf├Ąhig sind. Es f├╝hrt aber dazu, dass die f├╝r 2012 im Staatshaushaltsplan f├╝r den Stra├čenerhalt notwendigen und veranschlagten 100 Millionen Euro nicht vollst├Ąndig zweckentsprechend eingesetzt werden k├Ânnen. Dringende Erhaltungsarbeiten bei den Landesstra├čen m├╝ssen daher aufgeschoben werden.

Wille zum Sparen vs. Lust am Prahlen

Die gr├╝n-rote Landesregierung hat f├╝r die n├Ąchsten zehn Jahre im Generalsverkehrsplan 380 Millionen Euro f├╝r Landesstra├čen vorgesehen. Das sind im Schnitt knapp 40 Millionen Euro pro Jahr und wird nicht reichen. Die neue Regierung zeigt aber im Gegensatz zur alten Realit├Ątssinn und den Willen zum Sparen statt die Lust am Prahlen.

Geradezu hinterh├Ąltig ist der Vorwurf, den der FDP-Gemeinderat Hasselbring gebracht hat, die „Gr├╝nen wollen keine Stra├čen bauen“. Sie k├Ânnen ebensowenig wie die CDU die Stra├čen bauen, die die CDU den Menschen vorgelogen hat. Das ist die Wahrheit. Und Herr Hasselbring schafft es wieder nicht ├╝ber das Format eines st├Ąnkernden N├Ârglers hinauszukommen.

Wer so krakelt und Investitionen verspricht, ohne Geld daf├╝r zu haben, muss Schulden machen. Und das auf Kosten der nachfolgenden Generationen. Die aber sind viel mehr an intelligenten Verkehrssystemen interessiert. Sie wollen ebenso wie die Alten mobil sein. Aber nicht nur auf Stra├čen, sondern vermehrt mit dem ├ľPNV und mit kurzen Wegen.

Vielerorts haben Umgehungen dazu beigetragen, dass der inner├Ârtliche Handel gelitten hat. Was klar ist. Der Verkehr und damit die Menschen, fahren am Ort vorbei. Die Lastwagenfahrer im Ort halten nicht beim B├Ącker – die stinken, machen L├Ąrm und krank, die Stra├čen kaputt und fahren durch. Und darum wird es in Zukunft gehen m├╝ssen: Den richtigen Verkehr in den Ort zu lenken und den falschen raus zu halten.

Kessler nicht Herr der Ringstra├če

Die Ringstra├če hat f├╝r Herrn Kessler eine politische Bedeutung. Deswegen ist er auch so sauer. Denn hier l├Ąuft was „verkehr-t“. Wie wir im Rahmen der Gerichtsverhandlung gegen den Bebauungsplan berichtet haben, wird „Pfenning“ mit „Partnern“ kooperieren. Dazu geh├Ârt auch Kraftverkehr Nagel in Ladenburg. Die kleinen und gr├Â├čeren Lkw dieser „Kooperation“ werden durch den Ort fahren m├╝ssen, um Waren hin und her zu transportieren. Und die Menschen werden darunter leiden. Und es wird viele gef├Ąhrliche Situationen geben. Und die Immobilien entlang der Werderstra├če werden enorm an Wert verlieren. Ebenso wie die Versprechungen von Herrn Kessler.

Soviel zur Aufkl├Ąrung. Auch B├╝rgermeister Kessler hat sich auf die Versprechungen der CDU, hier auch Herrn Georg Wacker, verlassen und f├╝hlt sich nun verlassen. Denn die Ringstra├če hatte er auf dem Plan, um „Pfenning“ und Edeka anzubinden. Aus keinem anderen Grund. Ob die Stra├če kommt oder nicht, ist dem Verkehrserzeuger vermutlich egal. Aber er ist extrem sauer, dass es keinen Wacker mehr gibt, der sagt: „Die Ringstra├če ich auf einem guten Weg.“

Kessler steht sogar noch „alleiner“ da, denn auch der Regionalverband hat die Ringstra├če in seiner „Wunschliste“ nicht aufgef├╝hrt.

P.S. Dass die Heddesheimer Gr├╝nen nur dem Wunsch nach Aufkl├Ąrung zur Stuttgarter Studie zugestimmt haben, entt├Ąuscht und l├Ąsst eine mangelnde Vorbereitung vermuten. Es w├Ąre angebracht gewesen, das Planungsdesaster der fr├╝heren CDU-Regierung und die hohlen Versprechungen umfangreich zu thematisieren. Aber daf├╝r gibt es ja das Heddesheimblog.de.

Beim Heckenschnitt geht es „ganz sicher“ um eine Machtdemonstration

Heddesheim, 02. November 2011. (red) Am morgigen Donnerstag wird die Hecke um das Biotop des Vogelparks auf mehreren hundert Metern zur├╝ckgeschnitten. Angeblich geht es um die „Sicherheit“ der Fu├čg├Ąnger. Tats├Ąchlich darf man das bezweifeln. Und andere Gr├╝nde vermuten.

Von Hardy Prothmann

Dass B├╝rgermeister Michael Kessler „gr├╝n nicht gr├╝n ist“, braucht man kaum jemandem zu erkl├Ąren.

Der derzeit amtierende B├╝rgermeister gilt als „Betonkopf“. B├╝sche, Str├Ąucher, Hecken – die Natur bedeutet Herrn Michael Kessler nicht viel. Er baut lieber oder l├Ąsst bauen, auch wenn bei seinem Lieblingsprojekt „Pfenning“ irgendwie nichts vorw├Ąrts geht.

Beton gegen Natur

Der Heddesheimer Gemeinderat Kurt Klemm ist so ziemlich das Gegenteil von Herrn Kessler. Dem Vogelfreund und Natursch├╝tzer ist jedes Unkraut lieber als Beton.

Und der Zoff um den Heckenr├╝ckschnitt rund um das Biotop des Vogelparks ist das beste Beispiel, um diesen Systemwiderspruch zu belegen.

Kurt Klemm ist einer der Gr├╝nder des Vogelparks. Seit ├╝ber 50 Jahren haben sich die Vereinsmitglieder ehrenamtlich eingebracht und den intaktesten Flecken Natur geschaffen, den Heddesheim zu bieten hat. Eine Naturoase am Badesee. Den gr├Â├čten Teil davon darf niemand betreten. Er geh├Ârt der wilden Natur, nicht den Menschen. Als R├╝ckzug f├╝r die wenigen Wildtiere, die Heddesheim geblieben sind. Ein Eingriff findet nicht statt.

Doch das stimmt nicht ganz. Das Gel├Ąnde geh├Ârt der Gemeinde, der Vogelverein hat es nur gepachtet. Das Gel├Ąnde geh├Ârt also allen Heddesheimerinnen und Heddesheimern, aber einer hat den absoluten Besitzanspruch. Michael Kessler.

Dessen Vater ist Legende im Ort, all die gro├čen Projekte des Gemeinwohls, Sportzentrum, Schwimmbad, Badesee, sind untrennbar mit dem Namen Fritz Kessler verbunden. Seinem Sohn Michael bleibt nur die Verwaltung des Erbes. Oder das Zubetonieren der Natur.

Der G├╝llelaster braucht den ganzen Weg - f├╝r Fu├čg├Ąnger ist kaum Platz. Deswegen soll die Vogelparkhecke beschnitten werden. An anderer Stelle wird es keine "Ausweichm├Âglichkeiten" geben. Bild: privat

Als wollte Michael Kessler sich das Erbe einvernehmen, plant er einen „umfassenden“ Rundweg um den Badesee. Daf├╝r w├Ąre er auch mitten durchs Biotop „gegangen“ – doch das wurde verhindert. So muss er den Weg um Badesee und Vogelpark herum „gestalten“.

Aktuell wird bald ein weiterer Wegeabschnitt fertig sein. Und es gab immer Streit, weil Kessler zu nah ans Biotop ran will. Er bedr├Ąngt es geradezu. Diese Nat├╝rsch├╝tzer… was mag er ├╝ber sie denken?

Der R├╝ckschnitt der Biotop-Hecken ist wie ein Schnitt ins Fleisch der Vogelsch├╝tzer-Seelen. B├╝rgermeister Michael Kessler muss wissen, wie weh es den engagierten Vereinsmitgliedern tun muss, wenn sie wieder ein St├╝ck Natur opfern m├╝ssen.

Heckensch├╝tze vs. Heckensch├╝tzer

Die Hecken bieten Schutz und Nahrung – nicht nur f├╝r V├Âgel. Der R├╝ckschnitt ist ein Einschnitt – nein, eigentlich ein „R├╝ckschritt“. Denn ├╝ber Jahrzehnte sind die Hecken gewachsen, in ein, zwei Tagewerken werden sie „begradigt“, „in Form“ gebracht. Aus Sicht der Vogelsch├╝tzer ist es ein Schnitt ins Fleisch ihrer ├â┼ôberzeugung: M├Âglichst viel Natur der Natur zu ├╝berlassen.

Das Argument, die Fu├čg├Ąnger br├Ąuchten einen „Ausweg“ f├╝r die sichere Passage, ist nur vorgeschoben. Jeder im Ort, der sich f├╝r die Vorg├Ąnge interessiert, wei├č, dass Herrn Kessler die Vogelfreunde ein Dorn im Auge sind. Denn sie haben sich gegen sein Betonprojekt „Pfenning“ ausgesprochen. Und dass, obwohl einige bei der Gemeinde besch├Ąftigt sind oder waren. Also bei ihm, dem B├╝rgermeister, der von sich denkt und sagt, dass ihm die Gemeinde geh├Ârt.

So viel Zivilcourage muss „begrenzt“ und zur├╝ckgeschnitten werden.

Umso mehr, als ein ehemaliger „Bediensteter“ nun als ehrenamtlicher Gemeinderat im h├Âchsten Gremium der Gemeinde mitwirkt: Kurt Klemm, der als Hausmeister f├╝r die Gemeinde t├Ątig war und nun im Ruhestand ist. Und einer, der es immer wieder wagt, dem B├╝rgermeister zu widersprechen. Einer, der Fragen stellt, statt stumm abzunicken. Einer, der sich jenseits der gro├čb├╝rgermeisterlichsten Ideen aller Zeiten ganz anders engagiert. Mit Besinnung. Einer, der keinen R├╝ckschnitt als Fortschritt begreift.

Wer sich vor Ort selbst ein Bild macht, erkennt sofort die schwache Argumentationslage.

Wenn es wirklich darum ginge, den Spazierg├Ąngern einen „Ausweichraum“ zu schaffen, um „gef├Ąhrliche Begegnungen“ mit Fahrzeugen auf dem Wirtschaftsweg zu vermeiden, dann m├╝ssten nicht nur die Hecken am Vogelpark weichen und ein „Schotterrasen“ neben der Fahrbahn angelegt werden.

Wenn dem so w├Ąre, m├╝sste neben allen landwirtschaftlichen Wegen ein solcher „Schotterrasen“ angelegt werden, auf dem die Spazierg├Ąnger neben der Fahrbahn laufen k├Ânnten. Denn ausgerechnet vor Ort am Vogelpark ist mehr als genug Platz f├╝r Fu├čg├Ąnger, um ein Fahrzeug mit einem Schritt zur Seite passieren zu lassen.

Einsicht vs. Fahrl├Ąssigkeit

Tats├Ąchlich m├╝ssen Fu├čg├Ąnger sonst meistens „in den Acker treten“, wenn sie an anderer Stelle ausweichen wollen – vor allem Fahrzeugen, die hier eigentlich gar nicht fahren d├╝rften, deren „Anlieger“-Status durchaus bezweifelt werden darf und die die Wege nutzen, um „abzuk├╝rzen“.

Auch das Argument der „Einsicht“ – also auf den landwirtschaftlichen Weg – ist durchschaubar. Wer keine Einsicht hat, schaut vorsichtig. Ob Fu├čg├Ąnger oder Autofahrer. Tut weder der eine noch der andere das, handelt man fahrl├Ąssig. Schafft man nun „Einsicht“, k├Ânnen zumindest Autos und Traktoren schneller fahren, denn sie sehen ja, ob da jemand steht oder l├Ąuft oder nicht.

Und darum scheint es zu gehen: Nicht das Spazieren zu bef├Ârdern, sondern das Verkehren. Die Fahrzeuge sollen Platz bekommen.

B├╝rgermeister Michael Kessler wei├č, dass jeder „R├╝ckschnitt“ am Biotop einen Eingriff in die Seelen der Vogelsch├╝tzer bedeutet. Die Heddesheimerinnen und Heddesheimer sollten das genau verstehen, sonst verstehen sie nicht, was der wahre „Antrieb“ ist.

Es geht um Macht. Und deren Demonstration. Ohne Sinn und Sinnlichkeit. Es geht gegen die Natur anderer, die nicht f├╝r die „Macht“ sind.

Es geht um Durchsetzung von Interessen – angeblich im Sinne der Gemeinde. Tats├Ąchlich im Unsinn desjenigen, der sich daf├╝r h├Ąlt.

Oder auch um die Bedienung der Landwirtschaftslobby, die „sehr gut“ im Gemeinderat vertreten ist. Vor allem beim Abnicken.

Wer nun vermutet, dass ein Interesse das andere bedient – tja, der hat eine Meinung. Und die l├Ąsst sich nicht so leicht zur├╝ckschneiden wie eine Hecke.

Wer meint, es gehe unter dem „vorgesch├╝tzen“ Argument der „Sicherheit“ um eine Art „Revanche der Macht“, tja, der darf diese Meinung haben und sich vor Ort selbst ein Bild machen.

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist verantwortlich f├╝r das Heddesheimblog und selbst ehrenamtlicher Gemeinderat. Er ist als partei- und fraktionsfreier Gemeinderat st├Ąndig mit der Willk├╝r und Missachtung des B├╝rgermeisters Michael Kesslers konfrontiert und kritisiert diesen f├╝r dessen Intransparenz und seine heillose Leitung des Gemeinderats – 2009 hat Hardy Prothmann als unabh├Ąngier Kandidat die Wahlliste der FDP mit herausragendem Vorsprung gewonnen. Zur Aufstellung auf der FDP-Liste sagt er heute: „Das ist einer meiner gr├Â├čten Fehler gewesen, f├╝r die ich mich sehr sch├Ąme. Ich bin parteilos und bleibe das. Die FDP hat mich gefragt, ob ich mich auf deren Liste als Kandidat bewerben w├╝rde. Ich kann nur betonen, dass ich nichts mit dieser Partei und schon gar nicht mit diesem seelenlosen Ortsverband zu tun habe und froh w├Ąre, nicht auf dieser Liste gestanden zu haben.“

„Gro├če Verneigung vor diesen Weinheimer Landwirten“

Der Sprecher des Weinheimer Bauernverbands, Fritz Pfrang (2. von links), kritisiert den Fl├Ąchenfra├č.

Guten Tag!

Heddesheim/Weinheim, 21. Oktober 2011 (red) Der Heddesheimer Gemeinderat und Umweltsch├╝tzer Kurt Klemm prangert in seinem Gastbeitrag die Verantwortungslosigkeit Heddesheimer Landwirte an und lobt die Entschlossenheit Weinheimer Bauern, ihr Land zu verteidigen. Er f├╝hlt sich bei der Entwicklung „Breitwiesen“ in Weinheim an „Pfenning“ in Heddesheim erinnert. Seit Fazit: „Beton kann man nicht essen.“

Leserbrief: Kurt Klemm

Gro├če Verneigung vor diesen Weinheimer Landwirten, die den rigorosen Fl├Ąchenverbrauch in unserer Region anprangern. Die Worte von Fritz Pfrang, Weinheimer Bauernverband, dass man sich nicht der eigenen Entwicklungsm├Âglichkeiten berauben lassen will und man sich der Verantwortung f├╝r die n├Ąchste Generation durchaus bewusst ist, muss in den Ohren einiger Heddesheimer Bauern und besonders der Spitze des Bauernverbandes, wie blanker Hohn klingen.

Gerade in einem Dorf wie Heddesheim, wo landwirtschaftliche Tradition Hunderte von Jahren zur├╝ckreicht, wird mit angeblich halbherzigem Bedauern, bestes Ackerland einer Gemeinde und damit ungewisser Zukunft geopfert.

Versprechungen von 1.000 Arbeitspl├Ątzen, hohen Gewerbesteuern und vieles mehr sind seit ├╝ber einem Jahr nur Traumgespinste von CDU, SPD und FDP und eines B├╝rgermeisters.

Selbst die Weinheimer CDU-Stadtr├Ątin Susanne Tr├Âscher sieht die Ansiedelung von Pfenning auf Heddesheimer Grund als eine Investition auf wackeligen F├╝├čen. Ob sie recht hat?

Erinnerungen an die Anf├Ąnge der Pfenninggeschichte, als eine Heddesheimer CDU-Gemeinder├Ątin den immensen Fl├Ąchenverbrauch anprangerte und prompt ├âÔÇ×rger mit der eigenen Fraktion bekam, kommen da wieder.

Bleibt zu hoffen, dass dieser tapferen Frau aus Weinheim nicht gleiches widerf├Ąhrt. Bauer Fritz Pfrang prangerte die Vorg├Ąnge als einen ruin├Âsen Wettkampf der Gemeinden, zulasten ihrer Fl├Ąchen an, ja sogar von undurchsichtiger Politik innerhalb der Verwaltung ist die Rede. Wie sich doch die Praktiken der Kommunen gleichen.

Ich hoffe nur, dass dieser Protest nicht nur in Weinheim wahrgenommen wird, denn alle, die gegen diesen sinnlosen Verbrauch bester Ackerfl├Ąchen sind, sollten sich angesprochen f├╝hlen.

Beton kann man noch nicht essen.

Dokumentation:
Vor der Sitzung des Weinheimer Gemeindrats fuhren 23 Landwirte vor dem Rolf-Engelbrecht-Haus in Weinheim mit ihren Schleppern vor, die mit Schildern wie „Stoppt den Fl├Ąchenfra├č“ ihren Protest zum Ausdruck gebracht haben. Kurz vor der Sitzung hielt der Sprecher der Weinheimer Landwirte, Fritz Pfrang, eine k├Ąmpferische Rede: „Es wird der Stadtverwaltung nicht gelingen, die Herausgabe unseres Eigentums zu erzwingen.“

Zur Zeit steht in Heddesheim die erneute Aufgabe von Ackerland zur Debatte – Edeka plant ein neues Getr├Ąnkelager, Dutzende von Hektar Ackerland werden dieser zum Opfer fallen. Der Rat hat daf├╝r den Weg frei gemacht.

Im Heddesheimer Gemeinderat sitzen zwei Vollerwerbslandwirte, Reiner Hege und Volker Schaaf (beide CDU), die die Entwicklung begr├╝├čen. Kritik am Fl├Ąchenverbrauch ├Ąu├čern die Heddesheimer Landwirte nicht. Angst um ihre Zukunft scheinen sie auch nicht zu haben. Mehrere andere Gemeinderatsmitglieder haben famili├Ąr einen landwirtschaftlichen Hintergrund – auch hier ist keine Kritik zu h├Âren.

Ganz im Gegenteil ├Ąu├čerte sich einer der beiden CDU-Landwirte gestern in der Pause der Gemeinderatssitzung in Heddesheim im Gespr├Ąch: „Wenn einer schon 150 Wohnungen hat, dann k├Ąmpft es sich leicht f├╝r irgendsoeinen Acker. Ich sage jetzt nicht, dass das so ist, ich kenne die Verh├Ąltnisse nicht, aber das kann man ja annehmen, dass das so sein k├Ânnte. Man muss das immer im Verh├Ąltnis sehen.“

Fast 400 Artikel zu „Pfenning“ finden Sie hier.

„Vor wem soll man sich f├╝rchten? Vor den Umweltheinis oder Monsanto & Co?“ Alexander Spangenberg im Interview ├╝ber leckere Produkte und notwendige Handlungen


6. B├╝rgenland Regionalmarkt - sehr gut besucht dank sch├Ânem Wetter, aber auch gro├čem Interesse der Besucher.

Ladenburg/Rhein-Neckar, 26. September 2011. (red) Alexander Spangenberg ist eine Art Aktivist. Er k├Ąmpft mit anderen zusammen f├╝r eine gentechnikfreie Region. Er ist Vorsitzender des BUND Ladenburg und einer der Mitbegr├╝nder von „B├╝rger f├╝r eine gentechnikfreie Landwirtschaft in der Kurpfalz“, kurz „B├╝rGenLand“.

Er ist aber auch Unternehmensberater und Stadtrat in Ladenburg. Aktuell haben wieder rund 20 Aussteller beim 6. Regionalmarkt „B├╝rgenland“ Produkte aus der Region angeboten – nicht alles ist „Bio“, aber vielleicht auf dem Weg dahin. W├Ąhrenddessen arbeiten finanzkr├Ąftige Industrien mit weitreichendem Einfluss am Gegenteil davon, wie ein ARTE-Dokumentationsfilm zeigt.

Interview: Hardy Prothmann

Der 6. B├╝rgenland Regionalmarkt hatte im Vergleich zum vergangenen Jahr Gl├╝ck mit dem Wetter. Wie lief es sonst aus Ihrer Sicht, Herr Spangenberg?

Alexander Spangenberg: Wir haben viel Zuspruch bei der Bev├Âlkerung und viel Lob erhalten. Vor allem haben wir die Kosten reinholen k├Ânnen, was auch sehr positiv ist.

Die Aussteller kommen aus der Region – ist die Nachfrage gro├č?

Spangenberg: Anfangs war es sehr m├╝hsam, vor allem hier vor Ort bei den landwirtschaftlichen Betrieben aus Ladenburg. Das sind konventionell wirtschaftende Betriebe, die wohl Sorge hatten, dass die „Umweltheinis“ wieder ├âÔÇ×rger machen. Mittlerweile hat sich diese Skepsis in eine gute Kooperation verwandelt. Aktuell haben wir 20 Aussteller und weiten gerne aus, sofern qualit├Ątsvolle Produkte angeboten werden. B├╝rgenland ist nicht einfach nur lecker – sondern notwendig.

Der Landtagsabgeordnete Hans-Ulrich Sckerl (B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen) wurde von Ihnen zur Landwirtschaftspolitik der neuen Regierung befragt. Sie fragten zur gentechnikfreien Zone, zur Landschaftspflege und zur F├Ârderung von neuen Biobetrieben sowie zu Biogasanlagen. Was denken Sie ├╝ber die Antworten?

Alexander Spangenberg am Mikro: Informieren ist alles.

Spangenberg: Herr Sckerl versicherte, dass die Regierung alles tun wird, um gentechnikfreie Zonen zu realisieren, was uns nat├╝rlich zusagt. Was fehlt, sind verbindliche Kreistagsbeschl├╝sse und konkrete F├Ârderungen. Wir werden sehen, was daraus wird.

Was die Landschaftspflege angeht, hat Uli Sckerl eine Umschichtung der entsprechenden Budgets zugesichert – im Rahmen der M├Âglichkeiten.

Die Entwicklung bei „Biogas“ gef├Ąllt uns ├╝berhaupt nicht.

Das Thema Biogas treibt uns sehr um. Einerseits ist Biogas eine nachhaltige Form der Energieerzeugung, andererseits gef├Ąllt uns die Entwicklung ├╝berhaupt nicht. Es kann nicht sein, dass Felder nur noch f├╝r den Maisanbau genutzt werden, der dann in die Anlagen geht. Diese „Vermaisung“ der Landschaft f├╝hrt zu einer Bedrohung der Artenvielfalt und zu Monokulturen, was wir definitiv ablehnen. Auch hier will Sckerl gegensteuern: Da bin ich aber sehr skeptisch. Hier ist Aufkl├Ąrung ├Ąu├čert wichtig und auf Bundesebene eine Ver├Ąnderung der „Einspeiseverg├╝tung“ f├╝r den erzeugten Strom.

Sie sind in engem Kontakt mit den Besuchern, die man durchaus als sehr interessiertes Publikum bezeichnen kann. Was h├Ârt man denn von denen?

Spangenberg: Vor allem sehr viele Gl├╝ckw├╝nsche zu den von uns bis hier erreichten Ergebnissen, wie dem Anbaustopp von MON810, dem genver├Ąnderten Mais des Monopolisten Monsanto vor unserer Haust├╝r. Die haben wir aus der Region vertreiben k├Ânnen.

Das bedeutet aber nicht, dass wir uns in Ruhe zur├╝cklehnen k├Ânnen. Allein bei der europ├Ąischen Kommission in Br├╝ssel sind ├╝ber zwanzig GVO-Konstrukte (Gentechnisch ver├Ąnderter Organismus) in der Zulassung. Darunter wiederum MON810.

Was k├Ânnen BUND und B├╝rgenland dagegen tun?

B├╝rgenland wird von Umweltaktivisten getragen: Hier im Bild Alexander Spangenberg und Anke Antary, Mitglied der Gr├╝nen in Heddesheim.

Spangenberg: Informationen sammeln und weitergeben. Druck auf Abgeordente aus├╝ben und nicht locker lassen. Das sind bescheidene Mittel, die aber enorme Auswirkungen haben k├Ânnen. In Bayern musste beispielsweise ein Imker seine komplette Honig-Ernte vernichten, weil sie mit Pollen von MON810-Mais verunreinigt waren.

Der Imker hat sich erfolglos durch alle Instanzen in Deutschland geklagt, erst vor dem Europ├Ąischen Gerichtshof hat er Recht und damit Anspruch auf Schadensersatz f├╝r die verseuchte und dann vernichtete Ernte bekommen . Es braucht leider viele von diesen tapferen Vork├Ąmpfern, um gegen die Gentechnik-Lobby aus Landwirtschaft und Politik etwas ausrichten zu k├Ânnen.

├â┼ôber 80 Prozent der europ├Ąische Bev├Âlkerung lehnen Gentechnik in der Landwirtschaft ab. Das ist eine starke Basis – leider steht dagegen der weltweit vernetzte Lobbyismus.

Nach dem Regionalmarkt ist vor dem Regionalmarkt. Was macht B├╝rgenland sonst?

Spangenberg: Wir informieren kontinuierlich die Kommunen und werben f├╝r unsere Ideen. Um die Jugend zu erreichen gehen wir zu den Oberstufensch├╝lern der Gymnasien der Region. Denn der Lobbyismus der gro├čen Konzerne dringt bereits bis in die Schulen vor.

So schickt die BASF zum Beispiel einen Bus in die Schulen, genannt Gen-Lab, hier wird f├╝r Gen-Technik geworben und die Gefahren werden selbstverst├Ąndlich klein geredet. Am Beispiel des Amflora-Skandals wird das deutlich. Die als Industriekartoffeln ver├Ąnderte Pflanze wurde zun├Ąchst nur als St├Ąrke-Pflanze zugelassen. Eine Verunreinigung l├Ąsst sich aber nicht verhindern.

Die genver├Ąnderte Kartoffel „Amflora“ w├Ąchst auch da, wo sie nicht hingeh├Ârt.

So w├Ąchst die Amflora-Kartoffel auch da, wo sie nicht hingeh├Ârt. Aus diesen Gr├╝nden hatte die BASF eine zweite Zulassung als Nahrungsmittel nachgeschoben. Geradezu mantraartig wird der Begriff der „Koexistenz“ dahergebetet, also die Behauptung, gentechnisch ver├Ąnderte und konventionelle Pflanzen k├Ânnten problemlos bei ausreichendem Abstand angebaut werden.

Tats├Ąchlich ist die BASF noch nicht mal in der Lage, in ihrem Kartoffelkeller Ordnung zu halten – dort wurden zwei GVO-Kartoffeln einfach mal verwechselt. Die Gefahr des Dilletantismus kommt zu den unabw├Ągbaren Risiken hinzu.

Gem├╝se aus der Region: Gem├╝sebauerin Christiane Ernst bedient Kunden.

Was hat B├╝rgenland in Zukunft vor?

Spangenberg: Ein hei├čes Thema ist das ebenfalls von Monsanto entwickelte Unkrautvertilgungsmittel Glyphosat. Das ist das derzeit weltweit meist verkaufte Herbizid – viele von Monsanto entwickelte Genpflanzen sind resistent gegen dieses Gift. So schlie├čt sich f├╝r Monsanto die Verwertungskette – man verkauft eine GVO-Pflanze plus das passende Herbizid.

Inzwischen h├Ąufen sich aber alarmiernde Meldungen, dass das Gift in Tieren und Menschen nachgewiesen werden kann und schwere Gesundheitssch├Ąden sind nicht ausgeschlossen. Dar├╝ber wollen wir verst├Ąrkt aufkl├Ąren.

B├╝rgenland dient allen.

Wer kann Mitglied bei B├╝rgenland werden?

Spangenberg: Alle B├╝rgerinnen und B├╝rger, alle Kommunen, alle Organisationen – unser Anliegen dient schlie├člich allen. Wir sind als Verein in der Gr├╝ndung – bislang reicht eine formlose Erkl├Ąrung zur Teilnahme und Unterst├╝tzung. Mitgliedsbeitr├Ąge gibt es noch nicht. Wir freuen uns also ├╝ber Zuschriften.

Dokumentation:
„B├╝rGenLand“ ist bislang eine Arbeitsgemeinschaft, die sich f├╝r eine gentechnikfreie Landwirtschaft einsetzt. Informationen finden Sie hier: B├╝rgenland. Mitglieder kommen aus der gesamten Region.

Information von Greenpeace ├╝ber Monsanto und Gentechnik.

Arte-Film ├╝ber Monsanto: Mit Gift und Genen

Gl├Ąserner Gemeinderat: Wer oder was ist eigentlich „Pseudo“?

Guten Tag!

Heddesheim/Rhein-Neckar, 27. Juli 2011. (red) In der Gemeinderatssitzung habe ich einen erweiterten Antrag gestellt, den B├╝rgermeister Michael Kessler als „Pseudo“-Antrag bezeichnet hat. Was Pseudo ist und wer Pseudo ist, dar├╝ber kann man trefflich diskutieren.

Von Hardy Prothmann

Herr B├╝rgermeister Kessler unterstellt mir, ich h├Ątte einen „Pseudo“-Antrag gestellt. Herr Kessler, der hoffentlich wei├č, dass „Pseudo“ so viel wie „falsch“ oder „gelogen“ hei├čt, wei├č hoffentlich, was er tut, wenn er solche ├âÔÇ×u├čerungen t├Ątigt.

Er unterstellt einem unabh├Ąngigen freien Gemeinderat, dass dieser „L├╝gen“-Antr├Ąge stellt, um es mal zu ├╝bersetzen.

Partei- und fraktionslos: Hardy Prothmann, Foto: sap

Was ist der Inhalt meines „L├╝gen“-Antrags? Ganz einfach. Das Unternehmen Edeka S├╝dwest plant ein richtig gro├čes Getr├Ąnkelager in Heddesheim. Wieder werden daf├╝r 80.000 Hektar Ackerland vernichtet. Muss das so sein oder gibt es eine andere L├Âsung. Um meinen Antrag zu erkl├Ąren, hole ich aus:

Wie auch bei der „Pfenning“-Entscheidung wird von Arbeitspl├Ątzen und Gewerbesteuer gesprochen und die Edeka-Erweiterung mit Wohl und Wehe Heddesheims begr├╝ndet: Kommt die Erweiterung ist das „Wohl“, kommt sie nicht, ist das „Wehe“.

Wohl und Wehe.

Ein gewichtiges Argument des B├╝rgermeisters Kessler und seiner Abnickerfraktionen war, dass man erst den Hauptsitz von Edeka verloren habe und ab diesem Sommer auch das Fleischwerk. Man brauche den „regional-verwurzelten“ Investor „Pfenning“, der neue Arbeitspl├Ątze schaffen und viel Gewerbesteuer zahlen werde, um das zu kompensieren und sogar noch zu erweitern. Ob will jemand, dass man Hallenbad, Spielpl├Ątze und andere wohlt├Ątige Angebote schlie├čen muss?

Wie zu jedem guten M├Ąrchen geh├Ârt die Angst zur Geschichte und die wurde trefflich von CDU, SPD und FDP unter F├╝hrung von Michael Kessler gestreut. Doch es gibt auch eine Geschichte hinter der Geschichte. Herr Kessler und viele der Abnicker-Gemeinder├Ąte wussten seit langem, dass Edeka unter Umst├Ąnden eine Erweiterung plant. Davon haben sie w├Ąhrend des „Pfenning“-Entscheidungsprozesses aber nie etwas gesagt.

Zuf├Ąlle gibts…

Kaum ist der „Pfenning“-Bebauungsplan rechtskr├Ąftig geworden, nimmt Edeka Kontakt zur Gemeide auf und kurz darauf werden Pl├Ąne vorgestellt, dass Edeka erweitern m├Âchte. Das habe sich alles so ganz zuf├Ąllig ergeben. Das kann man glauben oder nicht.

Man kann auch weiterhin glauben, dass „Pfenning“ seine regionalen Standorte in Heddesheim konzentriert, den Unternehmenssitz hierher verlagert, bis zu 1.000 Arbeitspl├Ątze schafft und kr├Ąftig Gewerbesteuer zahlt. Man kann das aber auch nicht glauben und wenigstens zur Zeit stehen die Zeichen eher auf „nicht glauben“.

Es gibt auch Leute, die sind unersch├╝tterlich in ihrem Glauben, geradezu fanatisch. Dazu geh├Ârt auch der SPD-Fraktionsvorsitzende J├╝rgen Merx, der im aktuellen Mitteilungsblatt in blumigen Zeilen seinem Glauben Ausdruck verleiht. Man sei bei Pfenning direkt gewesen und dort wurde versichert, dass alles so geschieht, wie angek├╝ndigt. Wie beruhigend.

Zwar hat das Unternehmen vor kurzem selbst dem Mannheimer Morgen Auskunft gegeben, dass man zun├Ąchst keine Konzentration mehr plane, sondern „Neugesch├Ąft“ und gut Ding Weile haben will. Herr Merx glaubt anscheinend dem MM nicht und hat sich entschlossen, seinen Tr├Ąumen nachzuh├Ąngen. Das brachte er auch im Gemeinderat zum Ausdruck, was f├╝r „Lacher“ im Zuschauerraum sorgte. Herr Merx sagte an den Zuschauerraum gewandt: „Es freut mich, dass sie mich beachten.“

Glaubensfragen.

Man darf f├╝rn Herrn Merx hoffen, dass sich die Vorsilbe „be“ nicht in ein „ver“ verwandelt.

Jetzt kann man glauben oder denken – das sind zwei verschiedene Zug├Ąnge zur Welt. Ich habe als Gemeinderat die Aufgabe, das Wohl der Gemeinde nach M├Âglichkeiten zu f├Ârdern oder Schaden (Wehe) abzuwenden.

Deswgen habe ich mich auch konsequent gegen eine „Pfenning“-Ansiedlung ausgesprochen und als klar war, dass man gegen die Mehrheit keine Chance hat, habe ich mit den Gr├╝nen zusammen versucht, diese Fehlentscheidung m├Âglichst ertr├Ąglich zu gestalten. Nur durch unsere kritische Haltung wurden Zugest├Ąndnisse gemacht, die sonst nicht gemacht worden w├Ąren.

B├╝rgermeister Kessler und die Abnicker haben alles getan, um m├Âglichst unkritisch „Pfenning“ voranzubringen und siehe da: Es passiert genau nichts. Der MM verk├╝ndete, dass „im April die Bagger rollen“. Vier Monate sp├Ąter „renaturiert“ sich das Gel├Ąnde und „Pfenning“ k├╝ndigt an, es laufe alles nach Plan. Ist das so? Das kann man glauben oder nicht.

Pseudo-Antrag?

Jetzt will Edeka erweitern, die haben Geld und die habens eilig. Mein Gedanke ist ein naheliegender: Das „Pfenning“-Gel├Ąnde ist entwickelt, aber „Pfenning“ hat vermutlich Schwierigkeiten, dass Projekt umzusetzen. „Pfenning“ will „Neugesch├Ąft“ ansiedeln. Wer eins und eins zusammenz├Ąhlen kann, versteht meinen Gedanken: Es gibt das Gel├Ąnde, es gibt einen Bebauungsplan, Edeka hat es eilig und Geld und will in Heddesheim bleiben… Warum sollte man nicht mal dr├╝ber sprechen, ob Edeka nicht auf dem „Pfenning“-Gel├Ąnde seine Getr├Ąnkehallen hinstellen kann. Das kommt der „Eile“ entgegen, das Gel├Ąnde ist entwickelt, „Pfenning“ hat wieder Luft und wenigstens die Edeka wird Arbeitspl├Ątze bieten und hoffentlich Gewerbesteuer zahlen. Und ein gro├čes St├╝ck Ackerland wird nicht verbraucht, sondern bleibt erhalten.

Diesen Gedanken wertet B├╝rgermeister Kessler als „L├╝ge“, als „falsch“ ab. Ohne Begr├╝ndung, einfach so. In der Sitzung sagt er, ich k├Ânne das nur sagen, weil ich den Besichtigungstermin bei Edeka nicht wahrgenommen habe. Die Faktenlage sei eine andere. Daraufhin bitte ich den B├╝rgermeister, mich und die ├ľffentlichkeit doch aufzukl├Ąren, was die Fakten seien. Er sagt daraufhin, dass er sich von mir nicht zu Aussagen zwingen lasse. Wieder mal ein „Lehrst├╝ck“ in Sachen Demokratie, ├ľffentlichkeit und Transparenz des Herrn Michael Kessler. Es wird noch nicht einmal der Versuch gemacht, eine vielleicht bessere L├Âsung zu finden. Oder wei├č Herr Kessler schon wieder mehr als der Gemeinderat?

Spekulationen.

Auf meine Frage, wann er den beabsichtige, den Gemeinderat und die ├ľffentlichkeit ├╝ber die neuen Entwicklungen bei „Pfenning“ zu informieren, antwortet er, dass er sich an „Spekulationen“ nicht beteilige. Aha. Dem MM hat er auf Anfrage gesagt, dass er die Entwicklung begr├╝├če und man Unternehmen auch eine gewisse „Flexibilit├Ąt“ zugestehen m├╝ssen. Jetzt kann man spekulieren, was er damit meint.

├â┼ôberhaupt geht es in beiden Prozessen insgesamt um „Spekulationen“ – was, wer, wie spekuliert? Die aufmerksamen B├╝rgerinnen und B├╝rger haben dazu sicher ihre Meinung.

Mein Antrag ist also nach Auffassung von B├╝rgermeister Kessler eine L├╝ge oder falsch.

Die Zukunft wird zeigen, was von den Versprechungen ├╝brig bleibt. Und auf wen oder was das Wort „Pseudo“ zutreffen wird.

Anmerkung der Redaktion: Hardy Prothmann ist ehrenamtlicher, partei- und fraktionsfreier Gemeinderat und verantwortlich f├╝r das redaktionelle Angebot von heddesheimblog.de.

Aufstellungsbeschluss f├╝r Edeka-Erweiterung gefasst

Gut einpr├Ągen: Wenn die Edeka-Hallen stehen, ist dieser Blick auf die Bergstra├če und Leutershausen "historisch".

Guten Tag!

Heddesheim, 29. Juli 2011. (red) Die Edeka-Erweiterung um ein Getr├Ąnke-Hochregallager ist in der Gemeinderatssitzung am 28. Juli 2011 gefasst worden. Der Antrag von Hardy Prothmann, das Gespr├Ąch mit „Pfenning“ zu suchen, wurde vom B├╝rgermeister Michael Kessler als „Pseudo-Antrag“ verstanden.

Dem Antrag „Der Gemeinderat beschlie├čt die Aufstellung des Bebauungsplans „Unteres B├Ąumelgewann“ gem├Ą├č ├é┬ž2 Abs. 1 BauGB“ stimmte der Gemeinderat mehrheitlich zu. Drei R├Ąte der Fraktion B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen stimmten dagegen, der partei- und fraktionsfreie Gemeinderat Hardy Prothmann enthielt sich der Stimme. Das Gebiet umfasst eine Fl├Ąch von ca. 8,2 Hektar (80.000 Quadratmeter).

Die Edeka S├╝dwest plant im S├╝den des Standorts eine Erweiterung mit Hochregallagerhallen von bis zu 19 Metern H├Âhe. Gemeinderat Kurt Klemm (Gr├╝ne) kritisierte den Fl├Ąchenverbrauch und stimmte dagegen. Der Gr├╝nen-Gemeinderat verlas eine Stellungnahme der Fraktion, die wir am Ende des Artikels dokumentieren. Darin wird die unterschiedliche Haltung der Gr├╝nen-R├Ąte angesprochen, aber auch der Zweifel an „guten Beziehungen“ des Unternehmens angebracht seien, schlie├člich seien Hauptsitz und Fleischwerk von Heddesheim weg verlagert worden.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende J├╝rgen Merx sagte:

„Es wir nie eine lebenslage Garantie geben“,

und bef├╝rwortete die geplante Erweiterung im Sinne der SPD-Fraktion. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Frank Hasselbring sagte:

„Man kann negative Dinge mit Gewalt suchen. Dem Argument zum Fl├Ąchenverbrauch k├Ânnen wir so nicht zustimmen, die Gr├╝nen haften einer alter Denkweise an.“

Die FDP lobte die Erweiterung, ebenso die CDU-Fraktion.

Der partei- und fraktionsfreie Gemeinderat Hardy Prothmann stellte den Antrag, die Entscheidung zu verschieben und Edeka zu bitten, mit den „Pfenning“-Investoren Gespr├Ąche aufzunehmen, ob man angesichts der aktuellen Entwicklung nicht dort das Lager errichten k├Ânne:

„Wenn es zutrifft, dass „Pfenning“ nicht kommt und an dritte Firmen Hallen vermieten m├Âchte, w├Ąre es doch eine ├â┼ôberlegung wert, ob Edeka nicht ein solcher Kunde sein k├Ânnte. Der Vorteil liegt auf der Hand: Das Gebiet ist entwickelt, es gibt keinen langwierigen Planunsprozess, die Verwaltung ist entlastet und „Pfenning“, die offensichtlich Schwierigkeiten haben, haben mit Edeka einen solventen Kunden. Gleichzeitig wird der Fl├Ąchenverbrauch eingeschr├Ąnkt.“

B├╝rgermeister Michael Kessler bewertete das als „Pseudo-Antrag“ und bewies damit wieder einmal seine feindselige Haltung gegen├╝ber dem demokratischen Recht eines unabh├Ąngigen Gemeinderats, einen erweiterten Antrag stellen zu d├╝rfen. Eine herablassende Kommentierung druch den sitzungsleitenden B├╝rgermeister ist in der Gemeindeordnung nicht definiert. Der Antrag enthielt vier Ja-Stimmen und eine Enthaltung – die Mehrheit lehnte ihn ab.

Nach dem Aufstellungsbeschluss ist die M├Âglichkeit eines B├╝rgerentscheids nicht mehr gegeben. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Frank Hasselbring hatte in der vorherigen Sitzung beantragt, diesen schnell zu fassen, „noch vor der Sommerpause“. Hasselbring ist auch vehementester Bef├╝rworter der „Pfenning“-Ansiedlung. Die Verwaltung betonte in ihrer Vorlage die „B├╝rgerbeteiligung“, also eine Vorstellung in ├Âffentlicher Gemeinderatssitzung und zwei Veranstaltungen im B├╝rgerhaus.

Angeblich hat Edeka noch keine Grundst├╝cke gekauft und die weitere Entwicklung der geplanten Bebauung ist davon abh├Ąngig, ob der Nachbarschaftsverband einer Umdefinition des Gel├Ąndes zustimmt. Bislang ist das Gebiet noch nicht als Bauland definiert. Im Zuge eines „Parallelverfahrens“.

„Derzeit besteht noch ein Zielkonflikt mit den Vorrangausweisungen „Schutzbed├╝rftiger Bereich f├╝r die Landwirtschaft“ sowie „Regionale Gr├╝nz├Ąsur“,

hei├čt es in der Beschlussvorlage. Und:

„F├╝r das Zielabweichungsverfahren beim zust├Ąndigen Regierungspr├Ąsidium Karlsruhe d├╝rften gute Erfolgsaussichten bestehen. Im Verfahren zur Fortschreibung des Regionalplans beabsichtigt der Verband Region Rhein-Neckar, die Vorrangsausweisungen im Bereich der geplanten Erweiterung des Gewerbegebiets zur├╝ckzunehmen.“

Weiter wurde in der Sitzung beschlossen, die Bebauungspl├Ąne „Hasenstock“ und „Im Eigentum“ in den Bebauungsplan „Industriegebiet Bundesbahnhof II“ zu integrieren (Raiffeisen-Gel├Ąnde). Im Zuge von „beschleunigten Verfahren“ wird beispielsweise auf eine „Umweltpr├╝fung“ und eine „Anh├Ârung“ verzichtet, was Kurt Klemm kritisierte. B├╝rgermeister Kessler beantwortete das so:

„Aus einer grunds├Ątzliche Haltung heraus die Anfertigung eines Umweltberichts zu fordern, geht ├╝ber das Ziel hinaus.“

Der Bebauungsplan wurde bei zwei Gegenstimmen der Gr├╝nen angenommen. Auch Hardy Prothmann hatte dem zugestimmt, da aus seiner Sicht ein bestehender Bebauungsplan angepasst worden ist und der Wunsch der Edeka, die Betriebsst├Ątten zu ver├Ąndern, nachvollziehbar ist.

Anmerkung der Redaktion: Hardy Prothmann ist ehrenamtlicher, partei- und fraktionsfreier Gemeinderat und verantwortlich f├╝r das redaktionelle Angebot von heddesheimblog.de.

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Kreisbrandleitung sieht Waldbrandgefahr im Rhein-Neckar-Kreis entspannt


Guten Tag!

Rhein-Neckar-Kreis, 29. April 2011. (red) Die anhaltende Trockenheit im Rhein-Neckar-Kreis macht nicht nur den Landwirten zu schaffen. In einigen Gebieten steigt nach drei Wochen Trockenheit auch die Gefahr von Br├Ąnden und das nicht nur in Waldgebieten. In Belgien hat ein Gro├čbrand aktuell rund 1.000 Hektar Naturschutzgebiet vernichtet. Im Gespr├Ąch mit dem stellvertretenden Kreisbrandmeister Axel Schuh wird klar, dass nicht nur das trockene Wetter die Gefahrenlage versch├Ąrft.

Von Christiane Eisele

Unser Gespr├Ąch mit Axel Schuh beginnt ├╝berraschend. Auf unsere Bitte, mit uns ├╝ber die vermehrten Grasnarbenbr├Ąnde im Kreis und die vielerorts vermeldete erh├Âhte Brandgefahr zu sprechen, reagiert Herr Schuh in bezug auf Nordbaden n├Ąmlich eher entspannt: „Es gibt derzeit keine erh├Âhte Brandgefahr. Durch die Regenschauer der letzten beiden Tage hat sich Lage zudem deutlich entspannt“.

Im Internet k├Ânne man das leicht selbst recherchieren, erkl├Ąrt er und verweist uns auf das Angebot des Deutschen Wetterdienstes (DWD), das er auch gleich selbst aufruft. Dort stellt der DWD w├Ąhrend der Waldbrandsaison (M├Ąrz -├é┬áOktober) t├Ąglich aktualisierte Waldbrandgefahrenprognosen f├╝r Deutschland bereit. Daf├╝r muss man allerdings genau wissen, wo man suchen soll: DWD, Spezielle Nutzer, Landwirtschaft, Agrarwetter, Waldbrandgefahrenindex.

Regionale Parameter.

Die Prognose erfolgt mittels des sogenannten M-68-Modells, das international g├╝ltig ist und die Waldbrandgef├Ąhrdung in Stufen von 1 (sehr geringe Gefahr) bis 5 (sehr hohe Gefahr) darstellt. F├╝r die Prognose nach dem M-68-Modell spielt au├čer meteorologischen Parametern auch der Vegetationsstand eine wesentliche Rolle.

Visualisierte Gef├Ąhrdung. Quelle: DWD

Dass der aktuelle Gefahrenstand beim DWD im Rhein-Neckar-Raum mit 3-4 (mittlere bis hohe Gefahr) angeben wird, beunruhigt Herrn Schuh nicht ├╝ber Geb├╝hr: „Es gibt dabei regionale Unterschiede, die man ber├╝cksichtigen muss. Im Westen des Rhein-Neckar-Raumes ist die Brandgefahr etwas h├Âher, durch die leichten Sandb├Âden trocknen die Pflanzen schneller aus und sind dadurch leichter entflammbar.“

Auch sei es von Bedeutung ob es „einen gr├Â├čeren Nadelwaldbestand gibt, der naturgem├Ą├č am Boden einen h├Âheren Anteil organisches Material hat, das sich leichter entz├╝nden kann.“

Im Rhein-Neckar-Raum gibt es auch einige kleinere Anbaufl├Ąchen Miscanthus (Schilfgras) das „da es in pelletierter Form zu Heizmaterial verarbeitet und in Biogasanlagen verwendet wird, leichter austrocknet und dann auch potentiell leichter entz├╝ndlich ist, bei der Beurteilung der Brandgefahr eine Rolle spielt“.

5-10 Grasnarbenbr├Ąnde pro Woche.

Axel Schuh ist stellvertretender Kreisbrandmeister im Rhein-Neckar-Kreis. Bild: Feuerwehr

Herr Schuh betont aber, dass seitens der Feuerwehr keine erh├Âhte Alarmbereitschaft besteht, „es bewegt sich alles noch in einem f├╝r dieses Jahreszeit normalem Rahmen“

Dass es bei der derzeitigen Trockenheit zu deutlich mehr Grasnarbenbr├Ąnden kommt, ist f├╝r Herrn Schulz aus Sicht der Feuerwehren auch nicht besorgniserregend. „Wir haben hier derzeit etwa 5-10 Grasnarbenbr├Ąnde pro Woche. Normal sind im Zeitraum April-Mai etwa 1-2 Br├Ąnde. Aber diese vermehrten Br├Ąnde verteilen sich auf 106 Abteilungen und sind deshalb f├╝r uns kein Problem“.

Verursacher werden meist nicht identifiziert.

Die Ursachen der Br├Ąnde, die auf den Gr├╝nstreifen und Feldern neben Landstra├čen und Autobahnen aufflammen, sind bekannt: „Meistens sind das achtlos aus den Autofenster geworfene Zigarettenkippen. Oder Wei├čglasflaschen, deren Scherben wie Brenngl├Ąser gerade gem├Ąhte Fl├Ąchen mit trockenem Pflanzenmaterial entz├╝nden.“├é┬á Die Verursacher solch fahrl├Ąssig verursachter Br├Ąnde werden aber so gut wie nie identifiziert.

Einige Br├Ąnde entstehen auch als Unfallfolgen, “ wenn kleine Scherben aus geborstenen Scheiben im Feld neben den Autostra├čen zur├╝ckbleiben.“ Nicht immer entstehen solche Br├Ąnde also aus Unachtsamkeit, „auch Selbstentz├╝ndung kommt hin und wieder vor“.

Die Gefahr von Waldbr├Ąnden in der Waldbrandsaison (M├Ąrz bis Oktober) steigt ebenfalls mit der Dauer der Trockenheit. Um pr├Ąventiv gegenzusteuern gibt es die Landeswaldgesetze der einzelnen Bundesl├Ąnder. „Dort ist geregelt, dass offenes Feuer nur im Abstand von mehr als 100 Metern zur Waldgrenze entz├╝ndet werden darf und rauchen im Wald nicht gestattet ist.“

Appell an die Vernunft.

Axel Schuh r├Ąt, Raucher und Z├╝ndler, die sich im Wald nicht an diese Bestimmungen halten, anzusprechen und an Ihre Vernunft zu appellieren. „Sollten die sich trotzdem nicht an die Vorschriften halten, sollte man das Forstamt informieren. Oft ist es allerdings schwierig da jemanden zu erreichen, dann bleibt nur ein Anruf bei der Polizei.“ Die Feuerwehr ist in solchen F├Ąllen nicht zust├Ąndig: „Wir sind erst zust├Ąndig, wenn es brennt.“

Wer sind denn diese Leute, die so unvern├╝nftig mit offenem Feuer im oder in der N├Ąhe des Waldes hantieren? „Das sind zum Gro├čteil normalerweise pflichtbewusste B├╝rger, denen gar nicht bewusst ist, welche Gefahren ihr Handeln mit sich bringt. In einigen wenigen F├Ąllen spielt auch Alkohol eine Rolle, wenn so sorglos unachtsam gez├╝ndelt wird.“

Kein Problem sieht Axel Schuh an Orten, an den zum Beispiel das Grillen mit offenem Feuer erlaubt ist. „Besondere Vorkehrungen m├╝ssen an diesen Orten nicht getroffen werden. Gartenfeuer, zum Beispiel das Verbrennen von Schnittgut, m├╝ssen angemeldet werden.“ Grillfreunde sind also an ├Âffentlichen Grillpl├Ątzen auf der sicheren Seite.

Trotz der anhaltenden Trockenheit ist im Rhein-Neckar Raum also nicht von einer besorgniserregenden Gefahrenlage auszugehen. Und wenn sich jeder an die Vorschriften h├Ąlt, seine Zigarettenkippen und Flaschen nicht in Feld Wald und Flur entsorgt und sich zum Grillen an die daf├╝r vorgesehen Pl├Ątze begibt, dann muss auch die Feuerwehr selbst bei dieser Trockenheit nur selten ausr├╝cken.

Dokumentation: Jede Menge EU-Subventionen auch f├╝r Heddesheimer Bauern


Heddesheim, 06. April 2011. (red) Aufgrund unserer Berichterstattung hat uns eine Leserin Archivmaterial zukommen lassen. Diese Informationen waren bis Oktober 2010 ├╝ber das Internet f├╝r jedermann einsehbar. Wir dokumentieren Subventionszahlungen an Heddesheimer Landwirte aus dem Jahr 2009.

Aufgrund einer Klage hessischer Landwirte pr├╝ft die EU, inwieweit solche Daten weiter ver├Âffentlicht werden d├╝rfen. Auch das ist wieder ein Fall (├╝ber-)staatlicher Absurdit├Ąt und Intransparenz.

Erkleckliche Summen aus EU-T├Âpfen f├╝r Heddesheimer Landwirte. Klicken Sie auf die Grafik, um das komplette PDF-Dokument zu ├Âffnen. Quelle: Bundesanstalt f├╝r Landwirtschaft und Ern├Ąhrung

Erkleckliche Betr├Ąge auch nach Heddesheim

├â┼ôber 500.000 Euro haben demnach Heddesheimer Landwirte an Subventionsgeldern im Jahr 2009 erhalten. Darunter auch zwei Gemeinder├Ąte der CDU mit erklecklichen Betr├Ągen. Normale Angestellte reiben sich bei solchen Summen die Augen.

Das Wirtschaftsmagazin Impulse hatte ├╝ber die Klage im Februar berichtet:

„Schecke hat daf├╝r gesorgt, dass seit Ende 2010 keine Subventionsdaten von Landwirten mehr im Internet ver├Âffentlicht werden. Der EuGH hat auf seine Klage hin eine Klausel gekippt, die die umfassende Information ├╝ber alle Agrarbeihilfen vorschrieb (Az.: C-92/09). Die Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner lie├č sofort alle entsprechenden Daten sperren. Ab dem Fr├╝hjahr sollen zwar gr├Â├čere Aktiengesellschaften, GmbHs oder Genossenschaften, die Agrarzahlungen erhalten, wieder im Netz aufgelistet werden. Die Daten kleiner Familienbetriebe und mittelst├Ąndischer Unternehmen hingegen bleiben geheim, bis die EU-Kommission eine Neuregelung f├╝r alle 27 EU-Mitgliedsstaaten gefunden hat.“

Es geht um Transparenz. Nach der Informationsfreiheitsrichtlinie d├╝rfen sich B├╝rger, Firmen und Journalisten erkundigen, wof├╝r welche Summen an Steuergeldern verwendet werden.

Doch diese ist beispielsweise in Baden-W├╝rttemberg noch nicht umgesetzt – kein Wunder, sind doch Landwirte eine traditionelle W├Ąhler-Klientel der CDU und die hatte ja bis vor kurzem das Sagen im L├Ąndle.

Die taz aus Berlin hatte im November nach dem Urteil geschrieben:

„Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat die ├Âffentliche Internetdatenbank mit den Namen der Empf├Ąnger von EU-Agrarsubventionen in Deutschland sperren lassen. Der Europ├Ąische Gerichtshof (EuGH) habe ihre Bedenken gegen die Ver├Âffentlichung best├Ątigt, teilte die CSU-Politikerin am Dienstag mit. Die Luxemburger Richter hatten wenige Stunden zuvor geurteilt, dass die Beh├Ârden aus Datenschutzgr├╝nden k├╝nftig nicht alle Empf├Ąnger ver├Âffentlichen d├╝rften.“

Von au├čen betrachtet, fragt man sich: Moment mal, Ilse Aigner ist bayerische CSU-Politikerin, sieht „ihre Sicht best├Ątigt“, geklagt haben aber zwei Bauern aus Hessen. Man k├Ânnte jetzt vermuten, dass das irgendwie miteinander zusammenh├Ąngt.

6.000.000.000 Euro

Vermutlich tut es das auch. Nur kurze Zeit waren die Daten ├Âffentlich. Und das Schweigen sowie die Intransparenz haben Gr├╝nde. Anfang 2006 schreibt das „Greepeace-Journal“ ├╝ber das „Schweige-Kartell“:

„6.000.000.000 – sechs Milliarden Euro: Diese stattliche Summe flie├čt jedes Jahr als EU-Subventionen in die Taschen der deutschen Agrarbetriebe. Das ist bekannt. Wer aber wof├╝r wie viel dieses Geldsegens aus Br├╝ssel einstreicht – dar├╝ber breitet sich der Mantel des Schweigens.“

Download des Dokuments ├╝ber Subventionszahlungen an Heddesheimer Landwirte 2009.

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

MM: Trauriger Bericht ├╝ber traurigen Tag

Heddesheim, 06. April 2011. (red) Der Mannheimer Morgen berichtet heute ├╝ber einen „traurigen Tag f├╝r die Gemeinde“ – und schl├Ągt ein weiteres Kapitel seiner Non-Sense-Berichterstattung auf.

Von Hardy Prothmann

„Ein St├╝ck Kultur und Tradition“, geht verloren, hei├čt es heute im Mannheimer Morgen ├╝ber das vermeintliche „Aus“ f├╝r den Tabakstandort.

Das schreibt die Zeitung, die das Wort „Tabakgemeinde“ in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 248 in 206 Artikeln benutzt hat. Allein in den vergangen Jahren wurde das Synonym „Tabakgemeinde“ f├╝r Heddesheim in 130 Artikeln insgesamt 159 Mal verwendet.

"Heimatt├╝melige" Berichterstattung. Quelle: MM

Absurd, denn 2007 waren es noch sieben, zuletzt waren es noch vier landwirtschaftliche Betriebe, die in Heddesheim noch Tabak angebaut haben, vor allem den Badischen Geudertheimer, einen Zigarrentabak und Virgin. Ãœbrig bleibt Alois Bach, der noch ein wenig Virgin anbaut.

Die Produktionsfl├Ąche f├╝r den Tabakanbau, der seinen H├Âhepunkt 1939 (sic!) hatte, lag damals bei gut 300 Hektar und 2007 nur noch bei 55 Hektar. Die 20 Hecktar Anbaufl├Ąche, die k├╝nftig mit einem der gr├Â├čten Logistizentren der Region („Pfenning“) bebaut sein werden, galten als bester „Tabakgrund“.

Im Ort gibt es noch einige Tabakscheunen, die mehr oder weniger nur zum Trocknen der Pflanzen nutzbar sind. Der Tabakanbau gilt als knochenharte Arbeit – vor allem die Ernte ist kr├Ąftezehrend und aufwendig. Solange das aber gutes Geld brachte, baute man die Pflanze eben an.

Seit vielen Jahren ist der Tabakanbau aber schon l├Ąngst kein echtes Gesch├Ąft mehr, sondern lebte nur von massiven Subventionen. Rund 6 Euro pro Kilo w├╝rde der Heddesheimer Tabak auf dem Weltmarkt kosten. Der marktf├Ąhige Preis liegt bei zwei Euro. Der Tabak wurde also bis Ende 2009 mit zwei Dritteln subventioniert. Durch Steuergelder.

Auch von Nicht-Rauchern. Und von einer Europ├Ąischen Union, die sich dem Nicht-Raucher-Schutz verschrieben hat. Absurd? Ganz sicher. Aber Realit├Ąt. Die Tabakindustrie wurde verpflichtet 3 bis 5 Prozent der Einnahmen f├╝r Rauchschutzinformationen auszugeben. W├Ąhrend Erzeuger mit zwei Dritteln subventioniert wurden, sagt die Gro├čhandelsfirma Jakob Metz KG im pf├Ąlzischen Herxheim. Dort hat man auch schon reagiert und die Landwirte bauen nun Kr├Ąuter an.

Gleichzeitig liegen die „Folgekosten“ im mehrstelligen Milliardenbereich bei der Behandlung von Krankheiten durch Tabakmissbrauch.

Was also, bitte sch├Ân, ist „traurig“ daran, wenn auf Heddesheimer Gemarkung der Tabakbau nun mehr oder weniger eingestellt ist? Die Gemeinde Heddesheim ist schon seit Jahrzehnten keine Gemeinde mehr, die vom Tabak lebt.

Rupert Bach - auch sein Betrieb baut keinen Tabak mehr an, weil es sich nicht mehr lohnt.

Der Mannheimer Morgen vewendete den Begriff Tabakgemeinde diametral inflation├Ąr zur tats├Ąchlichen Situation in den vergangenen Jahren. Warum, bleibt sein Geheimnis. Eine Erkl├Ąrung w├Ąre, dass er es „heimatt├╝meln“ lassen will. Selbst im aktuellen Bericht wird am Ende des Textes „ein Funken Optimismus sp├╝rbar“. So sind sie meist konstruiert, die Texte jenseits von Sinn und Verstand – am Ende muss immer alles gut werden oder sein.

Ist es traurig, dass die Bauern keine absurd hohen Subventionen mehr bekommen? Ganz sicher nicht, weil die Subventionspolitik schon lange von vielen als Skandal begriffen wird und es kaum noch vermittelbar ist, warum eine kleine Gruppe von Wirtschaftsbetrieben insgesamt die h├Âchsten Zuwendungen erh├Ąhlt.

Ist es traurig, dass osteurop├Ąische Erntehelfe keinen Knochenjob mehr machen m├╝ssen? Das ist sicherlich bedauerlich f├╝r die Arbeiter, die hier zwar Hungerl├Âhne erhalten, die aber in ihrer Heimat die Familien ern├Ąhren.

Ist es traurig, dass 20 Hektar bestes Ackerland f├╝r den Bau eines Logistikzentrums auf alle Zeit vernichtet werden? Das ist eine Frage der Perspektive. Ganz sicher nicht aus Sicht des Heddesheimer B├╝rgermeisters Michael Kessler und der Mehrheit im Gemeinderat, die durch das Logistikzentrum die „Zukunft Heddesheims“ als „gesichert“ versprechen.

Derselbe B├╝rgermeister Kessler lobt zu jeder anderen Gelegenheit den Ort als „Sportgemeinde“ – wie man Tabak und Rauchen und Sport als gleichzeitige Identifikationsmerkmale f├╝r ein und dieselbe Gemeinde unter einen „Hut bekommen soll“, muss niemand verstehen. Es bleibt absurd.

Homepage der Gemeinde Heddesheim. Bretter von Tabakscheunen und eine stilisierte Scheune als Logo halten die "Tradition" des Tabakbaus hoch. Quelle: Gemeinde Heddesheim

„Bald erinnert nur noch der Tabakbrunnen, der als Denkmal gesetzt wurde, an diese vergangene Zeit“, schreibt der MM weiter. Auch das ist ausgemachter Bl├Âdsinn. Die Gemeinde Heddesheim hat sich gerade ein „neues“ Corporate Design gegeben – mit stilisierten Tabakscheunen, die an die „gute, alte Zeit“ erinnern sollen.

Klar, es gibt sie noch, vereinzelt, die Tabakscheunen im Ort- unn├╝tzige Geb├Ąude, die l├Ąngst ihre Aufgabe verloren haben und f├╝r kaum einen anderen Zweck zu gebrauchen sind. Selbst ein Landwirt wie Rupert Bach hatte in den vergangenen Jahren seinen Tabak in speziellen Zelten getrocknet. Das war effektiver als in den „traditionellen Scheunen“.

Die „jungen Landwirte m├╝ssen sich neue Aufgabengebiete suchen“, hei├čt es weiter in der Zeitung. Auch das ist nur bedingt richtig – die jungen Landwirte haben das l├Ąngst getan und bauen zur Zeit eine Biogas-Anlage auf dem Gel├Ąnde der Familie Rupert Bach.

Dort wird Industriemais zu Biogas verarbeitet werden. Mit Romantik oder „Naturverbundenheit“ hat die moderne Landwirtschaft nur noch in den seltensten F├Ąllen etwas zu tun. Landwirtschaft war lange Zeit eine subventionierte Lebensmittel erzeugende Wirtschaft und wandelt sich nun in Teilen zu einer Energiewirtschaft.

Und mit der Zeit wird die Einsicht wachsen, dass eine „Biogas-Anlage“ nur wenig mit „Bio=Gut“ zu tun hat. Diese Anlagen erzeugen keine „Bio-Lebensmittel“, daf├╝r aber CO2, besser bekannt als Treibhausgas.

Diese Zusammenh├Ąnge will oder kann der Mannheimer Morgen nicht darstellen. Wenn Sie noch Abonnent der Zeitung sein sollten, schreiben Sie doch mal die Redaktion an und fragen Sie nach. Die Antwort – so sie denn kommen sollte – d├╝rfen Sie gerne an uns weiterreichen.

„Die Pflanzen leiden unter der Hitze“ – d├╝rftige Weizenernte, der Heddesheimer Tabak vor dem Aus

Guten Tag!

Heddesheim, 21. Juli 2010. Die Wetterbedingungen bringen den Heddesheimer Bauern f├╝r dieses Jahr keine guten Ernten – der Mai war zu feucht und zu kalt, die Hitze der vergangenen Wochen bei gleichzeitigem Wassermangel hat den Weizen fr├╝her reifen lassen.

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Ãœberall wird zur Zeit der Weizen eingebracht - zurück bleiben die Strohballen. Bild: heddesheimblog.de

Seit einigen Tagen wird der Weizen geerntet, „8-10 Tage zu fr├╝h“, sagt Rupert Bach: „Das Korn ist notreif. Durch die Hitze hat es sich zu fr├╝h entwickelt.“ Das hei├čt: Nicht ├âÔÇ×hren konnten voll ausreifen, der Ertrag liegt 5-10 Prozent unter der Erwartung. Die Qualit├Ąt reicht nur f├╝r Futterweizen, was nochmals einen Preisabschlag bedeutet. Das Korn konnte nicht genug Eiwei├č einlagern.

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Landwirt Rupert Bach: "Zu viel Hitze, zu wenig Wasser." Bild: heddesheimblog.de

Weizen wird je nach G├╝te in die Klassen A und B eingeteilt – alles darunter ist Futterweizen mit entsprechenden Preisabschl├Ągen.

„Wir kommen dabei noch glimpflich weg“, sagt Bach, „gerade entlang der Bergstra├če, wo sp├Ąter angebaut wird, werden die Ertr├Ąge noch schlechter sein.“ Die Erwartung war zun├Ąchst eine andere: „Wir rechneten mit Spitzenertr├Ągen, doch dann kam die Hitzeperiode.“

Auch beim Tabak sieht es nicht gut aus: „Die Pflanzen leiden unter der Hitze.“ ├â┼ôberhaupt der Tabak: Nachdem die Regulierung f├╝r Tabakpreise mit dem vergangenen Jahr ausgelaufen ist, befinden sich die vier Heddesheimer Tabakbauern „im ersten Jahr der Marktordnung“, sagt Alois Bach (nicht verwandt mit Rupert Bach), der Vorsitzende der Tabakbauern: „Der Markt wird die Preise richten.“

Wie knallhart das Gesch├Ąft ist, zeigen die Preise: „Am Markt wird das Kilo teils mit 1,80 Dollar gehandelt. Wir brauchen 3,50 Euro, um wirtschaftlich arbeiten zu k├Ânnen.“ F├╝r die Tabaksorte Burley war das das Aus. Der wird hier nicht mehr angebaut. ├â┼ôbrig geblieben sind der Badische Gaudertheimer und Virgin: „Daf├╝r haben wir einen zwei-Jahres-Vertrag zu noch akzeptablen Preisen. Ob es einen Anschluss gibt oder wir als Unternehmer das Risiko des Anbaus eingehen werden, ist derzeit v├Âllig offen“, sagt Alois Bach.

Sein Kollege Rupert Bach baut den Zigarrentabak Badischer Gaudertheimer an: „Nur noch auf 50 Prozent der sonstigen Fl├Ąche.“ Virgin wird f├╝r Zigaretten gebraucht: „Ob und wie wir hier auf dem Weltmarkt mithalten k├Ânnen, m├╝ssen wir sehen“, sagt Alois Bach: „Ich finde es sehr schade, dass diese Kulturpflanze nach ├╝ber 400 Jahren Anbau in unserer Region vor dem Aus steht. Aber das ist politisch so gewollt.“

„Tabak ist mit nichts zu vergleichen“, sagte Bach: „Vielleicht noch mit Wein oder Spargel. Auch hier ist der Anbau sehr arbeitsintensiv, was die Preise ausmacht, aber auch Gewinn bringt.“ Da die staatliche Preisregulierung aber weggefallen ist, wei├č niemand, wie sich die Preise entwickeln werden: „Und es braucht entsprechende Investitionen. Jeder Landwirt muss als Unternehmer selbst entscheiden, ob er das Risiko eingehen will.“

Vier Pflanzhelfer arbeiten mit.

Pflanzhelfer beim Setzen der Tabakpflanzen. Bild: heddesheimblog.de

Der Kreislauf der Globalisierung macht also auch nicht vor Heddesheim halt und erstreckt sich in weitere L├Ąnder – aus denen die Hilfsarbeiter und Saisonkr├Ąfte kommen: „Wir haben schon Stellen reduziert, wie alle“, sagt Alois Bach. 100 Tonnen Tabak haben die Heddesheimer Landwirte bis vergangenes Jahr produziert, dieses Jahr noch die H├Ąlfte. Im kommenden Jahr wird es in Heddesheim vielleicht keinen Tabakanbau mehr geben.

TÃœV prüfte landwirtschaftliche Zugmaschinen

Guten Tag!

Heddesheim, 28. Januar 2010. Am Anfang des Jahres prüft der TÃœV Süd mit seinem mobilen Dienst vor Ort landwirtschaftliche Maschinen. Auf dem Parkplatz vor dem Heddesheimer Badesee wurden am Dienstag insgesamt 20 landwirtschaftliche Fahrzeuge geprüft.

Text und Fotos: Horst P├Âlitz

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Traktor-TÃœV-Termin. Bild: hblog

Zuerst werden die Beleuchtungseinrichtungen ├╝berpr├╝ft. Danach kommen die Lenkung und ├â┼ôbertragungsteile dran. Gerade diese Bauteile werden durch die Arbeit im Feld enorm beansprucht. Nat├╝rlich werden auch die Reifen auf Alterungsrisse und Profiltiefe begutachtet. Auch die tragenden Teile werden selbstverst├Ąndlich genau inspiziert. Danach folgt eine Fahrprobe, bei der auch die Bremsen kontrolliert werden.

Herr Schmitt, m├╝ssen Landmaschinen auch alle zwei Jahre zur amtlichen Pr├╝fung?
Berthold Schmitt: „Maschinen bis 40 km/h m├╝ssen alle zwei Jahre vorstellig werden. Jedes Jahr ist eine Pr├╝fung erforderlich, wenn sie bis 50 Stundenkilometer schnell fahren k├Ânnen.“

Was wird gepr├╝ft?
Schmitt: „Lenkung, ├â┼ôbertragungsteile, Spurstangenk├Âpfe, Bereifung, Lichttechnik, Hand- oder Feststellbremse und Bremskontrolle.“

Wie pr├╝fen Sie die Bremsen? Ich sehe hier keine Bremskontrolleinrichtung.
Schmitt: „Wir machen eine Fahrprobe mit Bremskontrolle. Hierbei ist wichtig, dass die R├Ąder gleichm├Ąssig blockieren und nicht ausbrechen.“

Gibt es h├Ąufig Beanstandungen?
Schmitt: „Nein, die Fahrzeughalter gehen sorgf├Ąlltig mit ihrem Ger├Ąt um. Denn die Maschinen m├╝ssen Geld verdienen.“

Wieviel Landmaschinen haben sie diese Woche gepr├╝ft?
Schmitt: „In Heddesheim waren es zwanzig Zugmaschinen, in Hirschberg zehn. In Weinheim und Schriesheim zusammen achtundzwanzig.“

Wie ist das mit M├Ąhdreschern? Fahren Sie zu den Haltern?
Schmitt: “ Alle Fahrzeuge, die kein amtliches Kennzeichen tragen, fallen nicht unter die Pr├╝fungspflicht. Aber an der Seite von M├Ąhdreschern m├╝ssen Name und Adresse gut sichtbar angebracht werden.“

Was kostet eine Pr├╝fung und wird Abgasuntersuchung durchgef├╝hrt?
Schmitt: „Eine Abgasuntersuchung gibt es bei landwirtschatlich genutzten Fahrzeugen nicht. Die amtliche Pr├╝fplakette und Pr├╝fungsbericht kosten zusammen 33,70 Euro inklusive Mehrwertsteuer“.

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Anm. d. Red.: Die Fotostrecke zeigt eine TÃœV-Prüfung vom Mittwoch, den 27. Januar 2010 auf dem Festplatz in Schriesheim.

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

„Tabakbau ist harte Arbeit“

Rupert Bach ist Bauer in der 3. Generation. Der Landwirtschaftsmeister bestellt rund 100 Hektar Ackerfl├Ąche rund um Heddesheim. Der Tabak bringt am meisten Geld – aber auch die meisten R├╝ckenschmerzen, sagt Rupert Bach. Ein echter Hellesemer.

Portr├Ąt und Fotos: Hardy Prothmann

Generationen: Rupert Bach, Schwiegervater Otto Schmidt, Sohn Stefan Bach.

Generationen: Rupert Bach, Schwiegervater Otto Schmidt, Sohn Stefan Bach.

Am 2. Mai 2009 hat Rupert Bach (Jg. 1957) den ersten Tabak gepflanzt: „Jedes Jahr Ende April, Anfang Mai ist die Pflanzzeit“, sagt er. Dann geht es schnell: Innerhalb von vierzehn Tagen m├╝ssen die jungen Pflanzen gesetzt werden.

Mit von der Partie ist sein Sohn Stefan (26), ebenfalls Landwirtschaftsmeister und auch der Schwiegervater Otto Schmidt, der trotz seiner 79 Jahre noch r├╝stig mithilft.

Aussiedlerhof

1969 sind die Bachs raus gezogen, aus dem Ort in die Aussiedlerh├Âfe hinterm Badesee in den Brunnenweg: „Im Ort war zu wenig Platz. Gerade f├╝r Betriebe mit Viehwirtschaft ging das nicht mehr“, sagt Bach, dem es hier drau├čen im friedlichen Idyll gut gef├Ąllt.

 Rupert Bach f├Ąhrt den Traktor, hinter im sitzen vier Pflanzhelfer, die den Tabak in die

Rupert Bach f├Ąhrt den Traktor, hinter im sitzen vier Pflanzhelfer, die den Tabak in die Pflanzmaschine einsetzen.

Rund 100 Hektar Ackerfl├Ąche bewirtschaften die Bachs, rund 90 Prozent davon sind gepachtet. Getreide, Zuckerr├╝ben, Mais, Tabak, Spargel und andere Pflanzen bestimmen die Fruchtfolge auf den Feldern.

Jedes Jahr wird gewechselt, bis fr├╝hestens nach vier bis j├╝nf Jahren eine Pflanze wieder auf denselben Acker kommt: „Das muss so sein. Die meisten Pflanzen wachsen sonst nicht gescheit“, sagt Rupert Bach, der auch Sachverst├Ąndiger im Verband s├╝ddeutscher Zuckerr├╝benbauern ist.

Vierzehn Tage, dann ist der Tabak gepflanzt.

Vierzehn Tage, dann ist der Tabak gepflanzt.

Noch 17 Landwirtschaftsbetriebe in Heddesheim

Und Vorsitzender der 17 Landwirtschaftsbetriebe, die Heddesheim noch hat. In den vergangenen Jahren haben 15 Betriebe geschlossen – meist, weil es keine Nachfolge gab.

Als einziger Betrieb haben die Bachs mit rund 30 Mastbullen noch Schlachtvieh auf dem Hof. Und 350 H├╝hner. Ein Huhn wird etwa 1 3/4-Jahre alt├é┬áund legt├é┬áin dieser Zeit rund 450 Eier bevor es in den Suppentopf kommt. Ein paar in den eigenen, der Gro├čteil wird verkauft.

„Spargel und Tabak sind am eintr├Ąglichsten.“

„Am eintr├Ąglichsten sind f├╝r uns der Spargel und der Tabak“, sagt Rupert Bach. Auf einem Hektar zieht er Spargel, auf sechs Hektar Tabak. Die Jungpflanzen kultivieren die Bachs selbst. Auch die Ehefrau und die Schwiegermutter arbeiten mit – die ganze Familie eben.

„Der Tabak ist eine unglaubliche Pflanze“, sagt er leidenschaftlich. „Im Mai gesetzt ist er im Sommer reif zur Ernte. Es gibt kaum eine andere Pflanze, die das schafft. Hinzu kommt die riesige Blattoberfl├Ąche des Tabaks.“

Vier Pflanzhelfer arbeiten mit.

Vier Pflanzhelfer arbeiten mit.

„Tabak ist die gr├Â├čte Sauerstofffabrik“

So paradox das f├╝r Nichtraucher klingen mag: „Tabak ist mit Abstand die gr├Â├čte Sauerstofffabrik unter allen Kulturpflanzen.“

F├╝nfzehn bis zwanzig Bl├Ątter bildet eine Pflanze aus. Geerntet wird in Handarbeit: „Daf├╝r gibt es noch keine Maschinen.“ Dabei helfen vier rum├Ąnische Gastarbeiter. Erst wird er gebrochen, dann b├╝ndelweise zusammengen├Ąht, dann zum Trocknen aufgehangen. Auf die typischen Tabakscheunen, wie sie noch in Heddesheim stehen, ist der Bauer nicht mehr angewiesen. Er hat seit einiger Zeit Trockenzelte.

„Die Arbeit ist sehr hart. Im August in der Hitze, alles von Hand – da tut abends der R├╝cken m├Ąchtig weh“, sagt Rupert Bach.
Er erinnert sich: „F├╝r mich war das als Kind nicht so sch├Ân, denn mit der Tabakernte, bei der ich helfen musste, war die sch├Ânste Zeit im Jahr, der Sommer, vorbei.“

R├╝stig: Schwiegervater Otto Schmidt hilft mit 79 Jahren noch mit.

R├╝stig: Schwiegervater Otto Schmidt hilft mit 79 Jahren noch mit.

Der Badische Geudertheimer, so hei├čt die Sorte, wird nach dem Trocknen als Schnittgut f├╝r Zigarren verwendet. Entsprechend gut ist die Qualit├Ąt und damit der wirtschaftliche Ertrag.

In den kommenden Jahren wird der Sohn Stefan den Hof vom Vater ├╝bernehmen. Er ist dann die 4. Generation und wie der Vater mit Leib und Seele Landwirt: „Das ist meine Arbeit“, sagt er. Und lacht.