Freitag, 24. November 2017

Kessler-Fraktionen dominieren mit 17 Stimmen

Gr├╝ne und FDP verlieren, CDU und SPD gewinnen

Heddesheim, 26. Mai 2014. (red) Die Gr├╝nen sind mit einem blauen Auge davongekommen und verlieren ├╝berraschenderweise nur einen Sitz. Daf├╝r gewinnen CDU und SPD je einen dazu. Auch die FDP verliert. Das Ergebnis ├╝berrascht nicht wirklich. B├╝rgermeister Michael Kessler hat eine satte 17 Stimmen-Mehrheit und kann die kommenden f├╝nf Jahre getrost durchregieren. ├ťberraschungen wird es nicht geben, sondern h├Âchstens 17:5 Niederlagen f├╝r die Gr├╝nen. Und die lokale Zeitung wird immer sch├Ân kesslerlike berichten. [Weiterlesen…]

Gemeinde legt "Ausruhbereich" an Badesee-"Insel" neu an

„Pflege vernachl├Ąssigt“

Heddesheim, 15. Januar 2014. (red) Ein Leser informierte uns, B├╝rgermeister Michael Kessler habe wieder mal ein „├╝bliches R├╝ckschneidemassaker“ angerichtet. Tats├Ąchlich handelt es sich um eine Pflegema├čnahme am Badesee, die auch Gemeinderat Kurt Klemm auf Nachfrage unproblematisch findet. [Weiterlesen…]

Gemeinsam aktiv f├╝r die Natur

Landesnaturschutzpreis f├╝r Verein der Vogelfreunde und -pfleger 1960

Heddesheim, 22. M├Ąrz 2013. (red/pm) Der Verein der Vogelfreunde und -pfleger 1960 Heddesheim e.V. ist mit dem Landesnaturschutzpreis ausgezeichnet worden. Kurt Klemm, Georg Klemm, Sebastian Schniebs und Werner Dostal als Vereinsvertreter und B├╝rgermeister Michael Kessler nahmen den Preis f├╝r das generationen├╝bergreifende Engagement des Vereins von Minister Alexander Bonde entgegen. Der Preis wurde bereits am vergangenen Samstag, 16. M├Ąrz, in Stuttgart verliehen.

Aus der Begr├╝ndung des Ministeriums f├╝r L├Ąndlichen Raum und Verbraucherschutz:

„Seit der Gr├╝ndung im Jahr 1960 werden Jugendliche in die Vereinsarbeit mit einbezogen. Diese Kooperation hat sich mit den Jahren intensiviert und h├Ąlt bis heute an. Den Verein zeichnet eine gut durchmischte Altersstruktur aus. Mit der Zeit sind zahlreiche gemeinsame Aktionen insbesondere im Vogelschutz entstanden. So fertigte die Gruppe unter anderem Nisthilfen f├╝r verschiedenste Vogelarten an, f├╝hrte aber auch diverse Pflege- und Biotopgestaltungsma├čnahmen durch. Die Projekte sind langfristig angelegt und werden kontinuierlich von den Jugendlichen und den Erwachsenen betreut.“
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Diesen "R├╝ckschnitt" fanden ausnahmsweise alle gut

Kurt Klemm h├Ąlt die Neugestaltung der Stra├čenm├╝ndungen f├╝r gelungen

F├╝r die Neubegr├╝nung gab es Lob von allen Seiten. Fotos: local4u

 

Heddesheim, 03. Oktober 2012. (red/la) Wenn die Heddesheimer Verwaltung Hand an die Natur legt, geht der gr├╝ne Gemeinderat Kurt Klemm oft auf die Barrikaden. Doch bei den neuen Gew├Ąchsen an den Stra├čeneinm├╝ndungen herrscht ausnahmsweise Einigkeit.

Von Reinhard Lask

Gemeinderat Kurt Klemm (B├╝ndnis 90/Die Gr├╝nen)

Wenn in Heddesheim die Verwaltung die Motors├Ąge an Pflanzen im ├Âffentlichen Raum legt, ruft das meist Kurt Klemm auf den Plan. Wenn es um den Naturschutz geht, legt sich der streitbare gr├╝ne Gemeinderat auch mit B├╝rgermeister Michael Kessler an – Anzeige bei Abholzung und Eklat im Gemeinderat inklusive.

Doch bei den neuen Pflanzen an den Stra├čeneinm├╝ndungen – wie zum Beispiel an der Ahornstra├če – sind sich ausnahmsweise alle einig. Auch Kurt Klemm hat mit diesem R├╝ckschnitt und Austausch von Pflanzen keine Probleme. Ganz im Gegenteil:

Das war eine richtige Ma├čnahme und sieht richtig gut aus. Da muss ich dem G├Ąrtner Thomas Foshag ein gro├čes Lob aussprechen.

Zum Hintergrund: Auf der vergangenen Verkehrstagefahrt gab es Kritik an der Bepflanzung an mehreren Stra├čeneinm├╝ndungen. Die bisherigen Pflanzen w├╝chsen zu hoch und m├╝ssten ausgetauscht werden.

Nun sind die Gew├Ąchse samt Erde ausgetauscht. Die Fl├Ąchen sind neu bepflanzt. G├Ąrtner Foshag legte bei der Neugestaltung Wert auf Blumen, deren Pflege wenig Aufwand ben├Âtigen. Bei der Neugestaltung verwendete er ├ährige Prachtscharten, Bleib├╝schen, Bl├╝tenschleiern, Indianermesseln und Mannstreu. Und die gef├Ąllt laut Bauhof so gut wie allen – und eben auch Kurt Klemm.

Zwar k├Ânne man ├╝ber die Gestaltung der Steine auf den Fl├Ąchen unterschiedlicher Meinung sein, sagt er, aber die Wahl der Bepflanzung und das Arrangement sei auch sehr nachhaltig gelungen. Wenn die neuen Pflanzen in einem Jahr ausgewachsen sind, soll sich die Pracht vollends entfalten.

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Asphaltierung soll 60.000 Euro kosten / Streit ├╝ber Nutzung durch Landwirtschaft

„Attraktive“ Fu├č- und Radwegverbindung beschlossen

Heddesheim, 24. September 2012. (red/la) N├Ârdlich des Logistikzentrums will Heddesheim eine „attraktive“ Fu├č- und Radwegverbindung bauen. Der Schotterweg, den das Logistikunternehmen Pfenning anlegen lie├č, soll dabei f├╝r 60.000 Euro asphaltiert werden.

Von Reinhard Lask

B├╝rgermeister Michael Kessler sieht den Radweg als willkommene Alternative f├╝r die immer st├Ąrker befahrene Benzstra├če, die durch das steigende Verkehrsaufkommen immer unattraktiver f├╝r den Radverkehr werde.

Wir sollten die Chance f├╝r Fu├čg├Ąnger und Radfahrer nutzen. Die Situation bietet sich an hier und jetzt einen Radweg zu schaffen.

Doch die Gr├╝nen und auch CDU-Gemeinderat Reiner Hege hatten Einw├Ąnde. W├Ąhrend sich die Gr├╝nen vor allem an den hohen Kosten und ihrer Ansicht nach kaum vorhandenem Nutzen st├Ârten, wandte sich Hege strikt gegen die Wegsperrung f├╝r den landwirtschaftlichen Verkehr. Im Falle einer Sperrung m├╝ssten die Landwirte auch durch die viel von Lkws befahrene Benzstra├če, f├╝rchtete Hege.

Kurt Klemm (Gr├╝ne) bezweifelte die Notwendigkeit der Investition: Man besitze bereits tolle Radwege. Den Weg k├Ânne man ruhig der Landwirtschaft allein zugestehen. Zudem seien 60.000 Euro einfach zu viel Geld.

Man muss auch nicht ├╝berall hinkommen. Zudem ist Wegesituation auch jetzt schon gut.

Auch J├╝rgen Harbarth (SPD) st├Ârte sich an der hohen Summe von 60.000 Euro. „Au├čenrum fahren ist okay“, meinte er.

Kessler betonte jedoch, die Notwendigkeit der Asphaltierung:

Die Benzstra├če ist stark als Radweg benutzt worden und wird nun st├Ąrker befahren sein.

Man solle diese Chance f├╝r Fu├čg├Ąnger und Radfahrer nicht verstreichen lassen. Da sich die Benzstra├če nun mitten im Gewerbegebiet befinde, biete es sich nun geradezu an, den neuen Radweg zu schaffen.

Hege bestand jedoch vehement auf der Freigabe f├╝r die Landwirtschaft, gerade weil auf der Benzstra├če mehr Verkehr herrsche. Der Widerstand lies B├╝rgermeister Kessler einlenken. Er schlug vor nur, ├╝ber eine grunds├Ątzliche Zustimmung zum Wegebau abzustimmen und k├╝ndigte an, mit der Landwirtschaft ├╝ber eine Freigabe zu diskutieren.

Ulrich Kettner (Gr├╝ne) wandte jedoch ein, dass dann eine Asphaltierung unn├Âtig sei:

Die brauchen Radfahrer nicht unbedingt. Belassen wir den Weg als Schotterweg f├╝r Spazierg├Ąnger.

Doch Hasselbring wollte sich diese Chance nicht entgehen lassen, da der Unterbau quasi bereits von Pfennig „kostenlos“ erstellt worden sei.

Nun gaben sich einige SPD-R├Ąte bei den Bef├╝rwortern ein. Man habe nun die M├Âglichkeit das Radwegenetz auszubauen, sagte Karin Hoffmeister-Bugla. Sie k├Ânne nicht nachvollziehen, dass man da „Nein“ sagen kann. Schlie├člich sei heute schon klar sei, dass der neue Weg stark von Radfahrern genutzt werde.

Auch J├╝rgen Merx (SPD) widersprach den Gr├╝nen. Der Radweg sei eine notwendige Verbesserung f├╝r die Verbindung nach Hirschberg und zum Badeseegebiet. Zudem sei die Asphaltierung dringend notwendig:

Auf dem bisherigen Schotterweg, kann man mit dem Rennrad nicht entlangfahren.

Reiner Edinger (Gr├╝ne) hingegen w├╝rde das Geld lieber zum Ausbau der inner├Ârtlichen Radnetzes nutzen, dass praktisch nicht vorhanden sei.

Am Ende entschied der Gemeinderat mit den Stimmen der CDU, FDP und Teile der SPD f├╝r den Ausbau. Die Gr├╝nen (5) stimmten dagegen. Teile der SPD (3) enthielten sich der Stimme. Wie angek├╝ndigt hatte B├╝rgermeister Kessler die Sperrung aus der Abstimmung genommen, um diese mit Vertretern der Landwirtschaft zu diskutieren.

Auf Kahlschlag folgt Kahlschlag: Kessler vs. Klemm

Eklat um R├╝ckschnitts-Anzeige

Die untere Naturschutzbeh├Ârde hatte nichts gegen die Abholzung.

 

Heddesheim, 24. September 2012. (red/la) Die Gemeinderatssitzung war fast beendet, als Michael Kessler nur noch einige Ank├╝ndigungen verlesen wollte. Eine davon war, dass die Anzeige von Kurt Klemm (Gr├╝ne) gegen ihn abgewiesen wurde. Kessler ging daraufhin mit Klemm hart ins Gericht und provozierte einen Eklat.

Von Reinhard Lask

Am Ende der vergangenen Gemeinderatssitzung kam es zu einem Eklat. Nachdem alle Tagesordnungspunkte abgearbeitet waren standen nur noch die Bekanntgaben auf der Liste. Doch die hatten es in sich. B├╝rgermeister Michael Kessler verk├╝ndete, dass die Anzeige von Gemeinderat Kurt Klemm gegen ihn von der zust├Ąndigen Beh├Ârde abgewiesen worden sei. Klemm hatte Kessler als Chef der Verwaltung f├╝r eine angeblich gesetzeswidrige „R├╝ckschnittsma├čnahme“ am Badesee angezeigt.

Kessler wandte sich danach direkt an Kurt Klemm:

Ihre Anzeige, Herr Klemm war v├Âllig ├╝berzogen. Sie besch├Ądigen damit die Reputation der Mitarbeiter der Gemeinde.

Man habe nun best├Ątigt bekommen, dass alles rechtm├Ą├čig gewesen sei:

Ich bin froh, dass die Mitarbeiter nun R├╝ckendeckung bekommen haben.

Das wollte Klemm nicht auf sich sitzen lassen.

Mir geht es nicht um Sie pers├Ânlich. Ich habe zu keiner Zeit Mitarbeiter beleidigt oder gesagt diese h├Ątten rechtswidrig gehandelt.

Er habe eine Anzeige gegen den Auftraggeber gestellt. Er habe sich mehr als 50 Jahre f├╝r Naturschutz engagiert. Er sei nach wie vor der Ansicht, dass der R├╝ckschnitt massiven Schaden verursacht habe. Zudem sei er auch von Mitarbeitern der Unteren Naturschutzbeh├Ârde zur Anzeige ermutigt worden, damit solchem Aktionen Einhalt geboten werde.

Kessler wurde nun sichtlich ungehalten:

Die untere Naturschutzbeh├Ârde hat die Anzeige als nicht zutreffend zur├╝ckgewiesen.

Es kam zu einer lauten Auseinandersetzung zwischen beiden. Dabei fiel Kessler seinem Kontrahenten immer wieder ins Wort, wenn er sich rechtfertigen wollte:

Fotografieren sie nicht die Mitarbeiter┬áund bel├Ąstigen Sie diese nicht,

warf Kessler dem gr├╝nen Gemeinderat vor. Der bestritt jemals Mitarbeiter der Stadt fotografiert noch sonst wie bel├Ąstigt zu haben. Im weiteren Verlauf der hitzigen Debatte forderte Kessler mehrmals Klemm auf „still zu sein“ und sagte, dass Klemm nicht verstehe, was er behaupte. Klemm erwiderte, dass er sich weiterhin f├╝r die Umwelt einsetzen werde und sich nicht einsch├╝chtern lasse.

Kurz nach Ende des Schlagabtauschs verlie├č der sichtlich ersch├Âpfte gr├╝ne Gemeinderat f├╝r einige Minuten den Sitzungssaal, w├Ąhrend Kessler mit den Bekanntgaben fortfuhr.

Wir dokumentieren die Stellungnahme der Unteren Naturschutzbeh├Ârde nach einer Pressemitteilung der Gemeinde:

ÔÇ×Die naturschutzrechtliche Beurteilung richtet sich nach den Vorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes. Durch die Rodungsarbeiten wurden keine Schutzgebiete oder Biotopstrukturen i.S.d. ┬ž 23 ff. Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ber├╝hrt. Der Eingriffstatbestand liegt in diesem Fall nach ┬ž 14 BNatSchG nicht vor, da durch die durchgef├╝hrte Ma├čnahme keine erhebliche Beeintr├Ąchtigung von Naturhaushalt und Landschaftsbild entstanden ist.

Da die Rodungsarbeiten im Zeitraum Dezember 2011 bzw. Januar 2012 durchgef├╝hrt wurden, konnte kein Versto├č gegen die Vorschriften des ┬ž 39 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 BNatSchG festgestellt werden. Zudem konnte kein nachweislicher Versto├č gegen die Vorschriften zum besonderen Artenschutz nach ┬ž 44 BNatSchG festgestellt werden. Nach Ihrer Stellungnahme wurde der betroffene Bereich durch geschultes Personal 2-fach intensiv vor der R├╝ckschnittsma├čnahme bzgl. Brut- oder Ruhepl├Ątzen begutachtet. Hierbei sind zwei Brutpl├Ątze in B├Ąumen entdeckt worden, welche weder entfernt noch beeintr├Ąchtigt wurden.

Ob daneben weitere B├Ąume mit gesch├╝tzten Fortpflanzungs- und Ruhest├Ątten (insbesondere Baumh├Âhlen) beseitigt wurden, kann im Nachhinein nicht mehr festgestellt werden.

Aus naturschutzfachlicher Sicht bestehen keine Bedenken gegen die durchgef├╝hrten Rodungsarbeiten, da dadurch eine langfristige Stabilisierung des Uferbewuchses an dieser Stelle herbeigef├╝hrt wurde (Verj├╝ngung des Geh├Âlzbestandes). Mit dem angefallenen Material wurde eine ├Âkologisch sehr wertvolle Benjesheckes fachgerecht angelegt. Laut Aussagen der Mitarbeiter Ihrer Gemeinde, soll diese auch in Zukunft, als freiwillige Selbstverpflichtung der Gemeinde, weiter ausgebaut und gepflegt werden.ÔÇť

Vier Entscheidungen zum neuen Kindergarten Werderstra├če

Bauplanung des Kindergartens geht voran

Heddesheim, 24. September 2012. (red/la) Der Neubau des Evangelischen Kindergartens in der Werderstra├če nahm von den gr├Â├čten Teil der Tagesordnung auf der vergangenen Gemeinderatssitzung ein. Vier Entscheidungen hatten die Gemeinder├Ąte im Zusammenhang mit dem geplanten Kindergarten zu f├Ąllen.

Von Reinhard Lask

Architektin Jutta Benkesser vom Heidelberger Architektenb├╝ro Reichel und Benkesser stellte dem Gemeinderat auf der vergangenen Gemeinderatssitzung den aktuellen Stand der Planung zum Neubau des Kindergartens in der Werderstra├če vor. Wenn die Baugenehmigung in den kommenden Tagen erteilt werde, wolle man Anfang Oktober 2012 mit der Planung loslegen. Die Bauzeit soll dann vom 25. Februar bis zum Dezember 2013 dauern.

Einstimmig und ohne gro├če Diskussion ging die Vergabe Tragwerksplanung an das Mannheimer B├╝ro ÔÇ×Herzog und PartnerÔÇť f├╝r 37.000 Euro ├╝ber die B├╝hne. Den Zuschlag f├╝r die technischen Ausr├╝stung ÔÇô Kostenpunkt 47.000 Euro ÔÇô erhielt ebenso einstimmig das B├╝ro Lummer und Biebl aus M├╝hlhausen (Kraichbau).

Uneins war der Gemeinderat in ├Ąsthetischen Dingen. Frank Hasselbring (FDP) kritisierte, dass der vorgestellte Entwurf im gro├čen Ganzen gleich geblieben war.

Wir hatten beschlossen den Entwurf ├╝berarbeiten zu wollen.

Nun sei aber kein Fortschritt erkennbar. Es sei die Aufgabe der ├ľffentlichen Hand sich mit der Entscheidung intensiv auseinanderzusetzen. Damit das Ortsbild sch├Ân bleibe, g├Ąbe es bei diesem Geb├Ąude ÔÇ×Bedarf das architektonisch zu ├╝berarbeitenÔÇť, sagte der FDP-Rat, der betont damit im Namen der Fraktion zu sprechen. Die war zu dem Zeitpunkt jedoch nicht anwesen, worauf B├╝rgermeister Michael Kessler s├╝ffisant hinwies.

Es ist eine architektonische Sprache, die der Architekt vertreten muss.

Der B├╝rgermeister k├Ânne die nachvollziehen. Das gelte auch f├╝r die asymmetrische Darstellung. Er habe viele kinderg├Ąrten gesehen, die einen ├Ąhnlich modernen Charakter h├Ątten. Das Geb├Ąude solle an erster Stelle funktional sein.

Kritik gab es auch von den Gr├╝nen. Kurt Klemm kritisierte, dass dem Neubau eine Hecke weichen w├╝rde, die Feindstaub und L├Ąrm abhalten w├╝rden. Benkesser versprach f├╝r Ersatz zu sorgen.

Ulrich Kettner st├Ârte sich an der Gestaltung der Treppen, die um den Bau herum in den Garten laufen.

Das sieht aus wie der Zugang zu einem Bahnsteig.

Trotz allen ├Ąsthetischen Vorbehalten waren aber am Ende auch die Gr├╝nen daf├╝r. Josef Doll (CDU) hatte zu dem Zeitpunkt schon l├Ąngst im Name der Fraktion sein Gefallen am Entwurf ge├Ąu├čert.

Am Ende stimmten 15 R├Ąte f├╝r den Entwurf. CDU, Gr├╝ne und die Mehrheit der SPD st├Ârte sich explizit nicht an dem modern aussehenden Passivhaus. Nur Hasselbring stimmte dagegen, Reiner Land (SPD) enthielt sich der Stimme.

Um weitere gestalterische Fragen in Zukunft schneller diskutieren zu k├Ânnen, regte B├╝rgermeister Kesser an eine Baugremium zu bilden, dass aus sechs Gemeinder├Ąten (je 2 CDU und Gr├╝ne, je einer von SPD und FDP) bestehen soll schnell Entscheidungen treffen kann. Die Fraktionen stimmten zu.

Gr├Â├čeren Diskussionsbedarf hatte der Rat dann beim neuen Vertrag ├╝ber den Betrieb und die F├Ârderung der kirchlichen Kinderg├Ąrten. Den Neubau des Kindergarten Werderstra├če hatte die Gemeinde zum Anlass genommen einen neuen Vertrag mit allen kirchlichen Kinderg├Ąrten auszuhandeln, der zum 01. Oktober in Kraft tritt.

Laut B├╝rgermeister Kessler sei der Vertrag deckungsgleich mit dem des katholischen Kindergartens. Nun wolle die evangelische Kirche auch einen Kindergarten betreiben. Das sei notwenig gewesen, da man mit den bestehenden sieben Gruppen bereits an Grenze der M├Âglichkeiten gesto├čen war.

Zudem sei es laut Kessler schwierig gewesen, die Kirchen an einer weiteren Beteiligung der Kosten zu bringen. Auch hier seien die Kassen leer. Das Ziel f├╝r 2015 sei eine Kostenentlastung f├╝r Kirchen zu erreichen und ab 2016 neue Gespr├Ąche mit den Kirchen zu f├╝hren,

SPD-Rat Michael Bowien war irritiert:

Wieso ist der Anteil der Kirchen so gering?

Kessler verteidigte das Angebot der Kirchen.

Die Kirchengemeinden in Heddesheim beteiligen sich im Vergleich zu Nachbargemeinden schon sehr stark an den Kosten.

Allein das die Kirchen sich im Vertrag verpflichten zus├Ątzliche Gruppen einzurichten sei ein Erfolg. Schlie├člich sei es die Pflicht der Gemeinde bei Bedarf Pl├Ątze anzubieten.

Die einzige Alternative w├Ąre gewesen einen privaten Betreiber zu finden.

Nun habe die Kirche auch eine Mitverantwortung. Wenn Kirche draufstehe, m├╝sse auch bei der Finanzierung Kirche drinstehen. Kessler verteidigte den Vertrag:

Damit einher geht auch ein deutlicher Verwaltungskostenaufwand, als wenn die Gemeinde der Tr├Ąger w├Ąre. Letztendlich stimmte der Rat geschlossen f├╝r den TOP.

Heddesheim will B├╝rger an neuem Leitbild beteiligen

„Ich m├Âchte Ihnen die Angst nehmen“

Heddesheim, 24. Mai 2012. (red) Der Gemeinderat hat heute beschlossen, dass man unter Beteiligung der B├╝rger ein zukunftsf├Ąhiges Leitbild erarbeitet.

Von Hardy Prothmann

Der Betriebsp├Ądagoge Harald Hofmann vom Viernheimer B├╝ro ifabp sagte gleich zu Beginn:

Ich m├Âchte Ihnen die Angst nehmen, dass B├╝rgerbeteiligung sie als Gemeinder├Ąte entmachtet.

Dies sei auf keinen Fall die Folge. Viel eher seien B├╝rgerbeteiligungen durchweg positiv zu bewerten – am Ende entscheide der Gemeinderat als politisches Gremium.

Es sollen in einem Workshop „Gemeinsamkeiten der Fraktionen“ gefunden werden, „fraktions├╝bergreifende L├Âsungen“, die „von allen mitgetragen“ w├╝rden. Ziel sei ein „gemeinsames Zukunftsbild“.

Die Firma w├╝rde die Moderation ├╝bernehmen. Weiter sollen zwei B├╝rgerversammlungen durchgef├╝hrt werden, in denen die Zwischenergebnisse die Ergebnisse der Workshops vorgestellt werden:

Hier k├Ânnen Sie R├╝ckmeldungen und Impulse mit aufnehmen.

Die definierten Ziele w├╝rden dann weiter ausgebaut, danach erfolge die zweite B├╝rgerversammlung. Dann w├╝rden Arbeitsgruppen aus B├╝rgern und Gemeider├Ąten gebildet. Die Ergebnisse w├╝rden dann redaktionell bearbeitet und als Brosch├╝re pr├Ąsentiert.

In Ilvesheim hatte das B├╝ro ein solches Verfahren durchgef├╝hrt:

Dabei sind 20.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden entstanden – es gibt also viel zu tun.

Die Auswahl der B├╝rger obliege dem Gemeinderat per Auswahl, per ├Âffentlichem Aufruf, ├╝ber die Einwohnermeldeliste:

Bislang haben wir keine schlechte Erfahrungen mit „Lobbyismus“ gemacht.

Der Start soll im Oktober 2012 sein. Bis dahin k├Ânne man Minimal- oder Maximalziele definieren. Ende Januar/Anfang Februar solle die erste B├╝rgerversammlung stattfinden und dann w├╝rde man nach einem halben Jahr kurz vor den Sommerferien oder danach die zweite Versammlung abhalten.

Aus Sicht von Hofmann identifizierten sich die B├╝rger mehr mit der Gemeinde durch ein solches Verfahren und ein erarbeitetes Leitbild.

CDU-Gemeinderat Walter Gerwien sagte:

Ich musste schon an Leitbildverfahren teilnehmen. Die Ergebnisse blieben dann liegen. Das ist Geldverschwendung.

Gr├╝nen-Gemeinderat Andreas Schuster sagte:

Wie bekommt man die B├╝rger dazu sich zu engagieren? Und wie geht man mit B├╝rgeranliegen um, die vielleicht nicht dem Gemeinderat in der Mehrheit gefallen?

Das sei eine Frage der Transparenz und es komme darauf an, wer den Prozess wie handhabt und welche Chancen man dem Projekt gibt, sagte Hofmann:

Wenn das negativ beurteilt wird, dann wird es schwer. Das h├Ąngt auch davon ab, wieviel Angst es in den Gremien gibt.

Gemeinderat Kurt Klemm sagte:

Sollten nicht auch die B├╝rger die Chance haben, Ideen vorzustellen?

Das sei absolut gew├╝nscht – deren Vorschl├Ąge k├Ânnten dann eingearbeitet werden. Gemeinderat Uli Kettner wollte wissen, wie man den mit „strittigen“ Dingen umgehe und ob die Gefahr bestehe, dass gewisse Themen unterdr├╝ckt werden.

Herr Hofmann meinte, wenn es Einigung gibt, dass man im Workshop einen „gesch├╝tzten Raum“ sucht – dann k├Ânnte man Inhalte kontrovers disktuieren. Der erste Workshop sei der Einstieg ins Verfahren.

Der Vorschlag von G├╝nther Heinisch eine „Einwohnerbeteiligung“ auch f├╝r ausl├Ąndische Einwohner durchzuf├╝hren, wurde von B├╝rgermeister Kessler abgeb├╝gelt: „Das geh├Ârt jetzt nicht hier her.“

FDP-Gemeinderat Frank Hasselbring sagte, er begr├╝├če den Prozess und sehe die B├╝rger als „Kunden der Gemeinde“. Mit der „B├╝rgerbeteiligung“ beschreite man Neuland.

SPD-Gemeinderat J├╝rgen Merx sieht das als „spannende Geschichte“. Die Gr├╝nen betonten ebenfalls, dass sie dem Projekt zustimmen.

Zun├Ąchst wurden 10.000 Euro f├╝r den Prozess genehmigt.

Der B├╝rgermeister lie├č aufgrund der Stellungnahmen nicht abstimmen.

Nach Schluss des Tagesordnungspunkts konnte man erkennen, was er von der Beteiligung h├Ąlt:

So, beim n├Ąchsten Punkt wird es jetzt wieder handfest.

Edeka-Erweiterung: Debatte zwischen BM Kessler und den Gr├╝nen

Gemeinderat stimmt Bebauungsplanentwurf „Untereres B├Ąumelgewann“ zu

Noch gibt es ein wenig Blick auf die Bergstra├če - wenn das neue Edeka-Lager steht, ist der weg.

 

Heddesheim, 26. April 2012. Nach heftiger Debatte, die von Fragen und Kritiken der Gr├╝nen an der Behandlung der Eingaben zur Eu deka-Erweiterung gepr├Ągt war, hat der Gemeinderat wie zu erwarten dem Entwurf des Bebauungsplans f├╝r weitere Logistikhallen zugestimmt.

Von Hardy Prothmann

B├╝rgermeister Michael Kessler reagierte wie so oft: Mit rotem Kopf und ablehnender Haltung auf die Redebeitr├Ąge der Gr├╝nen.

„Mir reicht das jetzt, immer diese Falschaussagen. Das ist falsch, was sie sagen.“

Der Grund f├╝r die Aufregung waren Fragen und Debattenbeitr├Ąge der Gr├╝nen, die nach wie vor das Verkehrsgutachten zu „Pfenning“ anzweifeln und damit auch die Prognosen zum Edeka-Verkehr, die auf diesem Gutachten basieren.

Dr. Gericke, der planende Architekt stellte die Behandlung der 39 Eingaben von Beh├Ârden und anderen Tr├Ągern ├Âffentlicher Belange vor. Vor allem die Gemeinde Hirschberg hatte sich intensiv gegen das Vorhaben ausgeschlosse und auch die Polizei sieht verkehrsm├Ą├čig Probleme, worauf Gemeinderat Andreas Schuster (Gr├╝ne) insbesondere hinwies.

Der Architekt sagte, er k├Ânne verstehen, dass es seltsam wirke, dass trotz Erweiterung unterm Strich so viel Verkehr herrsche, wie zu den Zeiten, als das Edeka-Fleischwerk noch in Betrieb war. Aber das sei ein Zufall.

Zweifel am Verkehrsgutachten bleiben

G├╝nther Heinisch:

„Ich sehe das anders. Die Angaben, die Pfenning 2009 gemacht hat, gelten heute alle nicht mehr. Pfenning wei├č nicht, welche Kunden auf das Gel├Ąnde kommen.“

Damit bezog sich Heinisch auf die aktuell bekannt gewordenen Informationen, n├Ąmlich, dass der Gro├čkunde Henkel, der ├╝ber die Schiene anliefern wollte, weggefallen sei und Kraft Foods als neuer Kunde hinzugekommen sei.

B├╝rgermeister Michael Kessler widersprach: „Es geht nicht um die Kunden, sondern um die Leistungsf├Ąhigkeit dieses Betriebs. Es ist egal, wer die Kunden sind.“

Gemeinderat Reiner Lang (SPD) ├Ąu├čerte sich in einem langen Redebeitrag, dass es nicht sein k├Ânne, dass „gewissen Gruppen immer alles in Frage stellen“: „Das sind unabh├Ąngige Gutachten. Es kann doch nicht sein, dass man immer alles ablehnt.“

Kurt Klemm erwiderte, es sei seine Aufgabe f├╝r das Wohl der Gemeinde zu entscheiden und Angaben kritisch zu pr├╝fen.

Dr. Joseph Doll (CDU) verstieg sich in eine Aussage, dass durch Automatisierung und Hebehilfen, „arbeitnehmerfreundlichere Strukturen geschaffen werden. Jeder der dagegen stimmt, will das also nicht.“
Edeka binde sich langfristig an den Standort, es w├╝rden verlorene Arbeitspl├Ątze kompensiert und die Einnahmen f├╝r die Gemeinde blieben erhalten.

Die Gr├╝nen lehnten die Zustimmung ab: „Wir lehnen ab, weil hier nicht ausreichend auf die Eingaben eingegangen wurde und man sich auf zweifelhafte Gutachgten bezieht.“

Im Anschluss stimmten 15 Gemeinder├Ąte und der B├╝rgermeister f├╝r den Entwurf und die Annahme der Stellungnahmen der Verwaltung zu den Eingaben. Die anwesenden vier Gr├╝nen stimmten dagegen. Klaus Schuhmann war befangen, Rainer Edinger fehlte.

St├Ądtebaulicher Vertrag

├ähnlich wie bei „Pfenning“ will die Gemeinde einen St├Ądtebaulichen Vertrag zur „Verkehrslenkung“ schlie├čen. Gemeinderat G├╝nther Heinisch bemerkte:

Erstaunlich ist, dass Edeka sich nicht bereit erkl├Ąrt, auch f├╝r Fremdunternehmen die Zusicherung zu geben, nicht durch den Ort zu fahren.

B├╝rgermeister Michael Kessler behauptete:

Die Edeka hat uns versichert, dass das nicht geht, weil viele Zulieferer nicht bekannt sind. Beispielsweise bei Tomaten. Da gibt es eine B├Ârse und dann liefert der an, bei dem man einkauft.

Der B├╝rgermeister sagte, es sei der Edeka hoch anzurechnen, diese Zusagen f├╝r das gesamte Gel├Ąnde zu machen, dazu sei man nicht verpflichtet.

Die Gr├╝nen stimmten auch gegen den st├Ądtebaulichen Vertrag.

Gemeinderat Kurt Klemm antwortet auf Kommentare

„Man darf Kulturdenkmale nicht vergammeln lassen.“

Fotografische Dokumentation: Erh├Ąlt man mit diesen "Ma├čnahmen" ein Geb├Ąude oder beschleunigt man den Zerfallsprozess? Bilder: privat

Heddesheim, 08. M├Ąrz 2012. (red) Kurt Klemm hatte in der vergangenen Gemeinderatssitzung einen Disput mit B├╝rgermeister Michael Kessler zum Schlatterhaus – vielmehr, wie damit umgegangen worden ist. Dieses wird in K├╝rze abgerissen. Eine Kommentatorin zeigte daf├╝r Verst├Ąndnis – Kurt Klemm antwortet.

Anm. d. Red.: Da wir kein M├Âglichkeit haben, in Kommentaren Bilder zu ver├Âffentlichen, dokumentieren wir die Antwort als Artikel.

Kommentar: Kurt Klemm

„Hallo Suhedd, den Inhalt Ihres Leserbriefes kann ich sehr gut verstehen, doch ich m├Âchte, da auch ich das Geb├Ąude sehr gut kenne nicht falsch verstanden werden. Bei meinem Protest ging es auf keinen Fall darum, dass dieses Geb├Ąude in der Oberdorfstra├če 3 nicht abgerissen wird, viel mehr wollte ich protestieren wie mit unseren Kulturdenkmalen in der Vergangenheit schon umgegangen wurde.

Ich begleite das ehemalige ev. Pfarrhaus seit ├╝ber 40 Jahren und kenne sehr wohl die Probleme dieses Kulturdenkmales. Aber all meine Bitten in dieser Zeit, gegen diesen, f├╝r alle ersichtlichen Verfall etwas zu unternehmen, verhallten ungeh├Ârt (siehe Bild 2010).

Es kann daher nicht angehen, dass es in unserem Lande zum Erhalt dieser Kulturdenkm├Ąler Gesetze gibt, aber keiner h├Ąlt sich daran. In Paragraph 6 Erhaltungspflicht hei├čt es:

ÔÇ×Eigent├╝mer und Besitzer von Kulturdenkmalen haben diese im Rahmen des Zumutbaren zu erhalten und pfleglich zu behandeln. Das Land (Baden-W├╝rttemberg) tr├Ągt hierzu durch Zusch├╝sse nach Ma├čgabe der zur Verf├╝gung stehenden Haushaltsmittel bei.ÔÇť

Einer Gemeinde wie Heddesheim sollten Kulturdenkmale erhaltenswert sein und sie nicht als abbruchreife Tauschobjekte vergammeln zu lassen.

Die Liste der abgerissenen Kulturdenkmale in Heddesheim ist lang und ich kann nur hoffen dass alle noch vorhandenen Kulturdenkmale von unseren B├╝rgern in Zukunft sehr aufmerksam und kritisch beobachtet werden, wie zum Beispiel der ÔÇ×Badische HofÔÇť in der Schaafeckstra├če 3.

Es muss einfach einen Weg geben, um Kulturdenkmale f├╝r unsere Nachwelt zu erhalten.

Kurt Klemm protestiert

Schlatterhaus wird abgerissen

Ist angeblich seit hundert Jahren nicht mehr zu retten und wird jetzt abgerissen: Das Schlatterhaus.

Heddesheim, 05. M├Ąrz 2012. Das alte Pfarrhaus, besser gekannt als Schlatterhaus, wird abgerissen. Nicht ohne deutliche Protestnote des Gemeinderats Kurt Klemm, der dem B├╝rgermeister vorgeworfen hat, er habe das Haus verloddern lassen.

Von Hardy Prothmann

Es ist eines der ├Ąltesten Geb├Ąude Heddesheims und eines der geschichtstr├Ąchtigsten, das Schlatter-Haus in der Oberdorfstra├če 3. Ab 1832 wirkte der geb├╝rtige Weinheimer Georg Friedrich Schlatter in Heddesheim, wo er auch Schulvisitator und Verwalter des Dekanats war.

Er gilt als einer der Vorreiter der Badischen Revolution, beseelt durch Liberalismus und war ein bedeutender Kritiker der Zust├Ąnde in Staat und Kirche. Seine kritische Haltung brachte ihm als „Landesverr├Ąter“ zehn Jahre Zuchthaus ein, au├čerdem wurde er aus dem Kirchendienst entlassen.

Zuchthaus f├╝r den Revolution├Ąr

Der Vater, seine Frau und seine 17 Kinder b├╝├čten die kritische Haltung mit gro├čer Not.

Schlatter setzte sich neben der Kritik an Staat und Kirche f├╝r die Gleichberechtigung der Juden ein und war ein entschiedener Gegner der Todesstrafe. Au├čerdem kritisierte er aus eigener Erfahrung die Haftbedingungen in den damaligen Gef├Ąngnissen. Ein moderner, kritischer Geist, den man sich heute in der evangelischen Kirche in Heddesheim auch w├╝nschen w├╝rde.

Angeblich ist das Geb├Ąude nach Aussagen von B├╝rgermeister Michael Kessler bereits seit einhundert Jahren nicht zu retten. Stellt sich die Frage, warum es dann nicht l├Ąngst abgerissen worden ist. Seit 2003 geh├Ârt es der Gemeinde. Auf die Frage von Gemeinderat Kurt Klemm, was die Gemeinde zum Erhalt des Geb├Ąudes getan habe, entgegnete Kessler nur, dass man nichts habe tun k├Ânnen.

Verloddern vs. verludern

Klemm unterstellte, dass es dazu auch keinen Willen gegeben habe, sondern bewusst keine fehlenden Ziegel ersetzt worden seien und offene Fenster dem Geb├Ąude noch mehr zugesetzt h├Ątten:

„Man hat das Geb├Ąude verloddern lassen.“

BM Kessler entgegnete, wie ├╝blich sehr ungehalten:

„Das ist eine Unterstellung, wenn Sie sagen, wir h├Ątten das Geb├Ąude verludern lassen.“

Verloddern oder verludern – fest steht, dass es keinerlei Ambitionen gegeben hat, das alte Haus, an dem eine der wichtigsten Pers├Ânlichkeiten der Heddesheimer Geschichte gewirkt hat, doch erhalten zu k├Ânnen. Noch nicht einmal die Fassade als „gutem Anschein“.

Mit drei Enthaltungen und einer Gegenstimme der Gr├╝nen stimmte der Rest des Gemeinderats f├╝r den Abriss.

Symbolischer Abriss?

Man kann das auch symbolisch sehen – das Kulturdenkmal eines kritischen Geistes wird durch die Bef├╝rworter des Abrisses f├╝r immer getilgt. Das wird viele nicht verwundern.

Wird ebenfalls abgerissen - Weidigstra├če 1.

Immerhin bleibt es als fotografische und zeichnische Dokumentation der Nachwelt erhalten – das erledigt allerdings das Denkmalamt.

Den Abriss erledigt das Heddesheimer Unternehmen Grimmig GmbH f├╝r gut 21.000 Euro. Zum selben Tagesordnungspunkt wurde auch der Abriss des Geb├Ąudes Weidigstra├če 1 f├╝r knapp 14.000 Euro beschlossen.

Die Gemeinde plant einen Fl├Ąchentausch, danach geht das Grundst├╝ck des Schlatterhauses zur├╝ck an die Evangelische Kirchengemeinde, die dort ein neues Gemeindehaus errichten m├Âchte. Man darf gespannt sein, welche Anstrengungen unternommen werden, f├╝r das Andenken an den Revolution├Ąr Schlatter unternommen werden. Denn Revolution├Ąre und freie Geister haben es in Heddesheim bekanntlich nicht ganz einfach.

Uli Sckerl lud nach Stuttgart ein

Besuch des Landtags Baden-W├╝rttemberg

40 Besucher aus dem Weinheimer Wahlkreis schauten sich das Geschehen im Landtag mal etwas genauer an.

 

Rhein-Neckar, 13. Febraur 2012. (red/jt) Am 08. Februar lud der Landtagsabgeordnete Hans-Ulrich (Uli) Sckerl die B├╝rgerinnen und B├╝rger des Wahlkreis 39 Weinheim zum Besuch des baden-w├╝rttembergischen Landtags ein. Das Programm bestand aus einer generellen Einf├╝hrung, dem Besuch des Landtagsplenums und einem Abgeordnetengespr├Ąch. Die Kosten f├╝r die Fahrt trug der Landtag.

Von J├Ârg Theobald

Eine breite Mischung aus Jugendgemeinder├Ąten, interessierten B├╝rgerinnen und B├╝rgern, Mitgliedern von B├╝ndnis 90/Die Gr├╝nen, Gr├╝ner Jugend und Gemeinder├Ąten aus der Region nahm am 08. Februar an der Fahrt nach Stuttgart teil.

Die 40 Personen waren der Einladung von Landtagsabgeordnetem Uli Sckerl gefolgt und besuchten den baden-w├╝rttembergischen Landtag. Mit einer zweist├╝ndigen Versp├Ątung durch eine Buspanne traf die Gruppe gegen 16:00 Uhr in Stuttgart ein.

Im Lina-H├Ąhnle-Saal (Sitzungssaal der Gr├╝nen Fraktion) gab es eine generelle Einf├╝hrung in die Abl├Ąufe und die Funktionsweise des Landtags. Im Anschluss wurde die Gruppe durch den Fl├╝gel der Gr├╝nen Fraktion im Abgeordnetenhaus gef├╝hrt.

Die B├╝ros im Abgeordnetenhaus sind allesamt sehr klein, nach Aussage von Uli Sckerl ist es „keine Seltenheit“, dass teilweise zu viert in den kleinen R├Ąumen gearbeitet wird. Der Landtag von Baden-W├╝rttemberg sei, was die Versorgung und die R├Ąumlichkeiten angeht, das „Schlusslicht“ aller Landtagsgeb├Ąude in Deutschland.

Ein feiner Zwirn macht noch keine guten Manieren.

Nach der F├╝hrung durch das Abgeordnetenhaus musste Uli Sckerl (siehe auch Portr├Ąt Sckerl auf dem Hirschbergblog.de)zur├╝ck in den Plenarsaal. Wichtige Abstimmungen standen an. Uli Sckerl sagte:

Wir als Regierungskoalition haben gerade mal vier Stimmen mehr als die Opposition. Also gerade mal vier Stimmen ├╝ber den Durst.

Der Landtag von Baden-W├╝rttemberg - wilde Diskussionen sind hier keine Seltenheit.

Die Besuchergruppe konnte sich im Anschluss selbst von der Wichtigkeit dieser vier Stimmen ├╝berzeugen. Im Plenarsaal wurde ├╝ber den Haushaltsplan 2012 diskutiert.

Dabei kam es immer wieder zu heftigen Diskussionen zwischen den Abgeordneten, bei der man s├Ąmtliche Regeln von Anstand und Gespr├Ąchskultur vergeblich suchte. Mit Absicht lautstark durch den gesamten Saal gef├╝hrte „Gespr├Ąche“ und jede Menge Zwischenrufe sorgten daf├╝r, dass der jeweils aktuelle Redner h├Ąufig kaum zu verstehen war. (Siehe auch diese Reportage auf dem Hirschbergblog.de: „Im Landtag nichts Neues“)

Viele Besucher, darunter auch sehr viele Schulklassen, schauten dem Treiben von den Besucherr├Ąngen zu. Unverst├Ąndnis und Kopfsch├╝tteln herrschte unter den Besuchern vor. Eine ├Ąltere Dame ereiferte sich:

Das ist ja wie im Kindergarten hier. Wo bleibt denn da die Vorbildfunktion?

Das Bild setzte dann bei den Abstimmungen fort. War die Opposition daf├╝r, war die Regierungskoalition geschlossen dagegen und umgekehrt. Gemeinsame Entscheidungen? Fehlanzeige.

Auch die Besuchergruppe war von dem Verhalten der Abgeordneten irritiert.

„Mehr Indianer, weniger H├Ąuptlinge“

Nach einer guten Stunde im Plenarsaal kehrte die Gruppe zur├╝ck in den Lina-H├Ąhnle-Saal. Dort stellte sich der Landtagsabgeordnete Sckerl den Fragen der Besucher.

Neben der Kandidatur des Heidelberger Fritz Kuhn (Mitglied des Bundestages und dort stellvertretender Fraktionsf├╝hrer von B├╝ndnis 90/Die Gr├╝nen) f├╝r das Amt des neuen Oberb├╝rgermeisters von Stuttgart, wurde auch die Gentechnik sowie die Polizeireform thematisiert.

Uli Sckerl stellte sich im Lina-H├Ąhnle-Saal (Sitzungssaal der Gr├╝nen Lantagsfraktion) den Fragen der Besucher.

Alexander Spangenberg, Stadtrat in Ladenburg, wollte wissen, ob es innerhalb der gr├╝nen Fraktion bereits Gesetzesentw├╝rfe zum Thema Gentechnik gibt und ob Baden-W├╝rttemberg alleine ├╝berhaupt dazu in der Lage ist, die Entwicklung der Gentechnik in die richtigen Bahnen zu lenken.

Laut Uli Sckerl w├╝rden die rechtlichen M├Âglichkeiten des Landes bereits gepr├╝ft, grunds├Ątzlich w├╝rde aber auf Bundes- und Europaebene an diesem Thema gearbeitet. Besonders auch im Hinblick auf die Problematik, das europ├Ąische Gesetze alle Mitgliedsstaaten betreffen, sei es wichtig, auf EU-Ebene etwas zu bewegen. Das Ergebnis sei dort jedoch noch „v├Âllig offen“.

Auf die anstehende Polizeireform ging Uli Sckerl auf Nachfrage ebenso ein, wie auf die drohende Schlie├čung der Diensstelle der Kriminalpolizei in Weinheim.

Es muss wieder mehr Indianer und weniger H├Ąuptlinge geben.

Sckerl weiter:

Zu viele Polizeibeamte sind mit Verwaltungsaufgaben gebunden. Gut 50 Prozent der Beamten haben nicht direkt mit den B├╝rgern zu tun – sie sind weder im Vollzugsdienst, noch regeln sie den Verkehr.

B├╝rgern├Ąhe sehe anders aus, so Sckerl. Die Schlie├čung der Polizeidienststelle in Weinheim sei zudem noch nicht sicher. Bei der neuen Aufstellung der Standorte sei noch nichts entschieden.

Kurt Klemm, Gemeinderat in Heddesheim, sprach den Abgeordneten auf die neuesten "Landschaftspflegema├čnahmen" in Heddesheim an und fordert die Absetzung von B├╝rgermeister Kessler.

Es mache allerdings keinen Sinn, in jeder Dienststelle die selben Spezialisten anzutreffen. Eine zentrale Organisation der Kriminalpolizei in Heidelberg sei da schon sinnhafter, so Sckerl. Schlie├člich sei es bereits jetzt so, dass die Erstbestandsaufnahme zun├Ąchst durch die Bereitschaftspolizei erfolge und Kriminalpolizisten erst auf Anforderung anr├╝cken. Auch den angespannten Landeshaushalt k├Ânne man so entlasten.

Nach dem Abgeordnetengespr├Ąch lud Uli Sckerl die Gruppe ins Restaurant „tempus“. Der geplante Besuch des Stuttgarter „Haus der Geschichte“ fiel auf Grund der Versp├Ątung durch die Buspanne jedoch aus. Nach Rigatoni in Gem├╝se-Sahne-Sauce und Salat oder Alternativ Truthahngeschnetzeltem in Curryrahm mit Siam-Duftreis machte sich die Gruppe auf den Weg zur├╝ck nach Hause.

Den meisten Besuchern bleibt vor allem der mangelhafte Umgang der Landtagsabgeordneten untereinander im Ged├Ąchtnis – das hatte viele negativ beeindruckt.

 

Anmerkung der Redaktion: Aus Transparenzgr├╝nden wird darauf hingewiesen, dass der Autor Mitglied bei B├╝ndnis 90/Die Gr├╝nen Ortsverband Edingen-Neckarhausen ist.

Gastbeitrag zur Biotop-Vernichtung am Badesee

Der vergitterte Blick

Dieser wichtige Lebensraum f├╝r Tiere wurde f├╝r den "freien Blick" abgeholzt. Bild: Kurt Klemm

 

Heddesheim, 13. Januar 2012. Der Heddesheimer Vogelsch├╝tzer und Naturschutzbeauftragte des Vogelvereins, Kurt Klemm, hat sich das abgeholzte St├╝ck am Badesee selbst angeschaut und ist entsetzt. Verschiedene Naturschutzverb├Ąnde wurden von ihm alarmiert, ebenso die Untere Naturschutzbeh├Ârde. Sein Gastbeitrag ist ein dringender Appell, der Natur Schutz zu gew├Ąhren, statt sie in Form zu schneiden.

Von Kurt Klemm

Kurt Klemm zeigt Futterangebote f├╝r V├Âgel in seinem Garten.

Das beste Beispiel wie man mit Artenschutzma├čnahmen nicht verfahren soll, hat sich wieder einmal unser B├╝rgermeister Michael Kessler geleistet.

Auf seine pers├Ânliche Anordnung hin, wurde eine ca. 200 m lange Uferbewachsung am nord├Âstlichen Ende des Badesees abgeholzt und so dem Erdboden gleichgemacht, damit man beim Spaziergang den Badesee gitterm├Ą├čig einsehen kann.

Wer von denen, die angeblich als B├╝rger unserer Gemeinde solche Forderungen an den Gemeindechef stellen, nennt sich allen ernstes „Naturfreund“?

Hier wird ein vollkommen intaktes Biotop einfach nur mal so vernichtet, um ÔÇ×NaturfreundenÔÇť,┬áeinen freien Blick durch eine meterhohe Gitterwand auf den See zu gew├Ąhren.

Gutachten zur Artenvielfalt

In einem Gutachten, das unser BM von dem Vogelschutzgebiet des Vogelvereins 2007 erstellen lie├č, um die Vogelwelt dort genau┬ákartiert zu haben, hei├čt es von dem Gutachter:

Im Verlaufe der Bestandserhebung wurden 43 Vogelarten beobachtet, von denen 22 Arten nach g├Ąngigen Vorgaben als Brutv├Âgel einzustufen sind. Die ├╝brigen 21 Arten nutzen das Gebiet als Nahrungshabitat oder als Rastgebiet w├Ąhrend des Vogelzuges.

Weiter hei├čt es in einem Auszug aus diesem Gutachten:

Die Verteilung der Brutreviere l├Ąsst erkennen, dass der gesamte Geh├Âlzbestand als Bruthabitat genutzt wird Die h├Âchste Revierdichte wurde im s├╝dlichen Teil des Geh├Âlzbestandes festgestellt.

Das ist genau die Stelle, wo der ├ťbergang des Vogelschutzgebietes in diese Uferbewachsung geht, die jetzt vernichtet worden ist.

Wozu werden f├╝r viel Geld solche Gutachten erst erstellt, um am Ende statt Lebensraumschutz, den Spazierg├Ąngern einen vergitterten Panoramablick auf den See zu gew├Ąhren?

Zwei Sichtfenster in diesem Heckenbereich h├Ątten es auch getan.

Vernichtung von Artenvielfalt

Lebensraumverlust ist die Vernichtung der Feldraine, Rodung von Hecken und Feldgeh├Âlzen, dies wiederum f├╝hrt zu Nahrungsmangel,┬áfehlenden Schutz-und Deckungsm├Âglichkeiten vor Beutegreifern, keine Brutpl├Ątze, Artenarmut.

Hinzu kommt noch der geradezu verschwenderische Fl├Ąchenverbrauch, wie bei Pfenning, Edeka und die Baupl├Ątze ÔÇ×Mitten im FeldÔÇť, all diese Verluste kann die Natur nicht mehr kompensieren, am Ende bleibt nur noch der Verlust der Artenvielfalt. Aber ohne Artenvielfalt verliert auch der Mensch sein irdisches Dasein.

Was sind das f├╝r Menschen, die sich einfach an der Sch├Âpfung Gottes vergreifen, nur um sich vermeintliche Vorteile auf eine bessere Aussicht zum See zu verschaffen?

Angesichts der meterhohen Gitterz├Ąune, fragte ein besorgter B├╝rger an, ob hier angesichts der mannshohen Gitterlaufwege demn├Ąchst Gefangene aus Guant├ínamo einquartiert w├╝rden.

Aber machen Sie sich bitte selbst ein Bild und urteilen sie dann ├╝ber dieses St├╝ck Rundweg am nord├Âstlichen Ende des Badesees. Ich freue mich auf ihre Resonanz im Heddesheimblog.

Wie gr├╝├čten die Gladiatoren ihren C├Ąsar oder BM noch: ÔÇ×Morituri te salutantÔÇť.

Zur Person:
Kurt Klemm ist parteiloser Gemeinderat und Mitglied der Fraktion B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen. F├╝r seine Naturschutzaktivit├Ąten┬áist er bereits mehrfach ausgezeichnet worden.

Beim Heckenschnitt geht es „ganz sicher“ um eine Machtdemonstration

Heddesheim, 02. November 2011. (red) Am morgigen Donnerstag wird die Hecke um das Biotop des Vogelparks auf mehreren hundert Metern zur├╝ckgeschnitten. Angeblich geht es um die „Sicherheit“ der Fu├čg├Ąnger. Tats├Ąchlich darf man das bezweifeln. Und andere Gr├╝nde vermuten.

Von Hardy Prothmann

Dass B├╝rgermeister Michael Kessler „gr├╝n nicht gr├╝n ist“, braucht man kaum jemandem zu erkl├Ąren.

Der derzeit amtierende B├╝rgermeister gilt als „Betonkopf“. B├╝sche, Str├Ąucher, Hecken – die Natur bedeutet Herrn Michael Kessler nicht viel. Er baut lieber oder l├Ąsst bauen, auch wenn bei seinem Lieblingsprojekt „Pfenning“ irgendwie nichts vorw├Ąrts geht.

Beton gegen Natur

Der Heddesheimer Gemeinderat Kurt Klemm ist so ziemlich das Gegenteil von Herrn Kessler. Dem Vogelfreund und Natursch├╝tzer ist jedes Unkraut lieber als Beton.

Und der Zoff um den Heckenr├╝ckschnitt rund um das Biotop des Vogelparks ist das beste Beispiel, um diesen Systemwiderspruch zu belegen.

Kurt Klemm ist einer der Gr├╝nder des Vogelparks. Seit ├╝ber 50 Jahren haben sich die Vereinsmitglieder ehrenamtlich eingebracht und den intaktesten Flecken Natur geschaffen, den Heddesheim zu bieten hat. Eine Naturoase am Badesee. Den gr├Â├čten Teil davon darf niemand betreten. Er geh├Ârt der wilden Natur, nicht den Menschen. Als R├╝ckzug f├╝r die wenigen Wildtiere, die Heddesheim geblieben sind. Ein Eingriff findet nicht statt.

Doch das stimmt nicht ganz. Das Gel├Ąnde geh├Ârt der Gemeinde, der Vogelverein hat es nur gepachtet. Das Gel├Ąnde geh├Ârt also allen Heddesheimerinnen und Heddesheimern, aber einer hat den absoluten Besitzanspruch. Michael Kessler.

Dessen Vater ist Legende im Ort, all die gro├čen Projekte des Gemeinwohls, Sportzentrum, Schwimmbad, Badesee, sind untrennbar mit dem Namen Fritz Kessler verbunden. Seinem Sohn Michael bleibt nur die Verwaltung des Erbes. Oder das Zubetonieren der Natur.

Der G├╝llelaster braucht den ganzen Weg - f├╝r Fu├čg├Ąnger ist kaum Platz. Deswegen soll die Vogelparkhecke beschnitten werden. An anderer Stelle wird es keine "Ausweichm├Âglichkeiten" geben. Bild: privat

Als wollte Michael Kessler sich das Erbe einvernehmen, plant er einen „umfassenden“ Rundweg um den Badesee. Daf├╝r w├Ąre er auch mitten durchs Biotop „gegangen“ – doch das wurde verhindert. So muss er den Weg um Badesee und Vogelpark herum „gestalten“.

Aktuell wird bald ein weiterer Wegeabschnitt fertig sein. Und es gab immer Streit, weil Kessler zu nah ans Biotop ran will. Er bedr├Ąngt es geradezu. Diese Nat├╝rsch├╝tzer… was mag er ├╝ber sie denken?

Der R├╝ckschnitt der Biotop-Hecken ist wie ein Schnitt ins Fleisch der Vogelsch├╝tzer-Seelen. B├╝rgermeister Michael Kessler muss wissen, wie weh es den engagierten Vereinsmitgliedern tun muss, wenn sie wieder ein St├╝ck Natur opfern m├╝ssen.

Heckensch├╝tze vs. Heckensch├╝tzer

Die Hecken bieten Schutz und Nahrung – nicht nur f├╝r V├Âgel. Der R├╝ckschnitt ist ein Einschnitt – nein, eigentlich ein „R├╝ckschritt“. Denn ├╝ber Jahrzehnte sind die Hecken gewachsen, in ein, zwei Tagewerken werden sie „begradigt“, „in Form“ gebracht. Aus Sicht der Vogelsch├╝tzer ist es ein Schnitt ins Fleisch ihrer ├â┼ôberzeugung: M├Âglichst viel Natur der Natur zu ├╝berlassen.

Das Argument, die Fu├čg├Ąnger br├Ąuchten einen „Ausweg“ f├╝r die sichere Passage, ist nur vorgeschoben. Jeder im Ort, der sich f├╝r die Vorg├Ąnge interessiert, wei├č, dass Herrn Kessler die Vogelfreunde ein Dorn im Auge sind. Denn sie haben sich gegen sein Betonprojekt „Pfenning“ ausgesprochen. Und dass, obwohl einige bei der Gemeinde besch├Ąftigt sind oder waren. Also bei ihm, dem B├╝rgermeister, der von sich denkt und sagt, dass ihm die Gemeinde geh├Ârt.

So viel Zivilcourage muss „begrenzt“ und zur├╝ckgeschnitten werden.

Umso mehr, als ein ehemaliger „Bediensteter“ nun als ehrenamtlicher Gemeinderat im h├Âchsten Gremium der Gemeinde mitwirkt: Kurt Klemm, der als Hausmeister f├╝r die Gemeinde t├Ątig war und nun im Ruhestand ist. Und einer, der es immer wieder wagt, dem B├╝rgermeister zu widersprechen. Einer, der Fragen stellt, statt stumm abzunicken. Einer, der sich jenseits der gro├čb├╝rgermeisterlichsten Ideen aller Zeiten ganz anders engagiert. Mit Besinnung. Einer, der keinen R├╝ckschnitt als Fortschritt begreift.

Wer sich vor Ort selbst ein Bild macht, erkennt sofort die schwache Argumentationslage.

Wenn es wirklich darum ginge, den Spazierg├Ąngern einen „Ausweichraum“ zu schaffen, um „gef├Ąhrliche Begegnungen“ mit Fahrzeugen auf dem Wirtschaftsweg zu vermeiden, dann m├╝ssten nicht nur die Hecken am Vogelpark weichen und ein „Schotterrasen“ neben der Fahrbahn angelegt werden.

Wenn dem so w├Ąre, m├╝sste neben allen landwirtschaftlichen Wegen ein solcher „Schotterrasen“ angelegt werden, auf dem die Spazierg├Ąnger neben der Fahrbahn laufen k├Ânnten. Denn ausgerechnet vor Ort am Vogelpark ist mehr als genug Platz f├╝r Fu├čg├Ąnger, um ein Fahrzeug mit einem Schritt zur Seite passieren zu lassen.

Einsicht vs. Fahrl├Ąssigkeit

Tats├Ąchlich m├╝ssen Fu├čg├Ąnger sonst meistens „in den Acker treten“, wenn sie an anderer Stelle ausweichen wollen – vor allem Fahrzeugen, die hier eigentlich gar nicht fahren d├╝rften, deren „Anlieger“-Status durchaus bezweifelt werden darf und die die Wege nutzen, um „abzuk├╝rzen“.

Auch das Argument der „Einsicht“ – also auf den landwirtschaftlichen Weg – ist durchschaubar. Wer keine Einsicht hat, schaut vorsichtig. Ob Fu├čg├Ąnger oder Autofahrer. Tut weder der eine noch der andere das, handelt man fahrl├Ąssig. Schafft man nun „Einsicht“, k├Ânnen zumindest Autos und Traktoren schneller fahren, denn sie sehen ja, ob da jemand steht oder l├Ąuft oder nicht.

Und darum scheint es zu gehen: Nicht das Spazieren zu bef├Ârdern, sondern das Verkehren. Die Fahrzeuge sollen Platz bekommen.

B├╝rgermeister Michael Kessler wei├č, dass jeder „R├╝ckschnitt“ am Biotop einen Eingriff in die Seelen der Vogelsch├╝tzer bedeutet. Die Heddesheimerinnen und Heddesheimer sollten das genau verstehen, sonst verstehen sie nicht, was der wahre „Antrieb“ ist.

Es geht um Macht. Und deren Demonstration. Ohne Sinn und Sinnlichkeit. Es geht gegen die Natur anderer, die nicht f├╝r die „Macht“ sind.

Es geht um Durchsetzung von Interessen – angeblich im Sinne der Gemeinde. Tats├Ąchlich im Unsinn desjenigen, der sich daf├╝r h├Ąlt.

Oder auch um die Bedienung der Landwirtschaftslobby, die „sehr gut“ im Gemeinderat vertreten ist. Vor allem beim Abnicken.

Wer nun vermutet, dass ein Interesse das andere bedient – tja, der hat eine Meinung. Und die l├Ąsst sich nicht so leicht zur├╝ckschneiden wie eine Hecke.

Wer meint, es gehe unter dem „vorgesch├╝tzen“ Argument der „Sicherheit“ um eine Art „Revanche der Macht“, tja, der darf diese Meinung haben und sich vor Ort selbst ein Bild machen.

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist verantwortlich f├╝r das Heddesheimblog und selbst ehrenamtlicher Gemeinderat. Er ist als partei- und fraktionsfreier Gemeinderat st├Ąndig mit der Willk├╝r und Missachtung des B├╝rgermeisters Michael Kesslers konfrontiert und kritisiert diesen f├╝r dessen Intransparenz und seine heillose Leitung des Gemeinderats – 2009 hat Hardy Prothmann als unabh├Ąngier Kandidat die Wahlliste der FDP mit herausragendem Vorsprung gewonnen. Zur Aufstellung auf der FDP-Liste sagt er heute: „Das ist einer meiner gr├Â├čten Fehler gewesen, f├╝r die ich mich sehr sch├Ąme. Ich bin parteilos und bleibe das. Die FDP hat mich gefragt, ob ich mich auf deren Liste als Kandidat bewerben w├╝rde. Ich kann nur betonen, dass ich nichts mit dieser Partei und schon gar nicht mit diesem seelenlosen Ortsverband zu tun habe und froh w├Ąre, nicht auf dieser Liste gestanden zu haben.“

Nehmen Sie die Vogelf├╝tterung wieder auf, damit es keinen stummen Fr├╝hling gibt


Das Usutu-Virus hat der Amsel schwer zu schaffen gemacht.

Guten Tag!

Rhein-Neckar, 29. Oktober 2011. Dem Heddesheimer Vogel-Experten Kurt Klemm wurden allein in diesem Sommer rund 300 tote Amseln gemeldet, die vermutlich ├╝berwiegend durch das Usutu-Virus eingegangen sind. Deshalb hatte der Vogelsch├╝tzer im Sommer dazu aufgefordert, keine V├Âgel zu f├╝ttern, um eine gegenseitige Infektion an Futterstellen zu vermeiden. Finkenbest├Ąnde wurden durch einen Einzeller dezimiert.
Die V├Âgel, die durchgehalten haben und ├╝berwintern, d├╝rften infektionsfrei sein, denn der Haupt├╝bertr├Ąger, die Stechm├╝cke, f├Ąllt als ├â┼ôbertr├Ąger aus. Deshalb ruft Kurt Klemm zur Vogelf├╝tterung ├╝ber den Winter auf, denn viele V├Âgel finden in der freien Natur l├Ąngst nicht mehr genug Nahrung.

Von Kurt Klemm

Der Tod vieler drosselartiger V├Âgel, zu der auch die Amsel geh├Ârt, hat alle Vogelfreunde tief ersch├╝ttert. Kaum ein melodischer Gesang war in der Natur, vom Sommer bis jetzt, zu h├Âren. Beim morgendlichen Gang durch den Garten herrschte eine gespenstige Ruhe, so dass ein stummer Fr├╝hling im kommenden Jahr nicht auszuschlie├čen ist. Schuld daran ist das Usutu-Virus.

Das Usutu Virus, stammt aus Afrika und verdankt seinen Namen einem Fluss in „Swasiland“. Das Virus kann vermutlich durch infizierte Zugv├Âgel oder durch Stechm├╝cken nach Europa gekommen sein. Nach Angaben des Bernhard-Nocht-Instituts f├╝r Tropenmedizin (BNI) in Hamburg wurde der Erreger bei einem Schnelltest bei einer Amsel aus Birkenau (Hessen) nachgewiesen. „Wenige Tage danach ist das Virus bei vier Amseln in Mannheim sowie in Dossenheim in Baden-W├╝rttemberg entdeckt worden, dies best├Ątigte das Friedrich-Loeffler-Institut“, laut Wikipedia. „Betroffen sind auch Sperlinge und Eulen.“

Nach den Verlustmeldunge,n die ich alleine aus dem Rhein-Neckar-Kreis erhielt, wurden mehr als 300 tote Amseln aufgefunden.

Aber die aufgefundenen toten V├Âgel, sind nur die Spitze des Eisberges, da sich die meisten erkrankten Tiere instinktm├Ą├čig im Geb├╝sch verkriechen, so dass die Dunkelziffer wesentlich h├Âher ist. Wie hoch genau, das werden wir erst in den n├Ąchsten Jahren erfahren. Es ist offen, inwieweit sich die Vogelbest├Ąnde davon erholen werden.

Auch in unseren Nachbarl├Ąnder, ├ľsterreich (2001-2002), Schweiz (2006), Ungarn (2008) und Italien (2009) hat es in den vergangenen Jahren ein Massensterben unter den Amseln gegeben. Der BNI-Virologe Jonas Schmidt-Chanasit Leiter der virologischen Diagnostik, hat daher wenig gute Nachrichten: „So ein Vogelsterben kann mehrere Jahre andauern, bis die Tiere immun sind.“

Das Virus kann auch auf den Menschen ├╝bertragen werden, so wie es 2009 in Italien erstmals der Fall war. In Deutschland ist bisher kein ├╝bergreifen auf den Menschen festgestellt worden.

Bei den Singv├Âgeln und hier haupts├Ąchlich bei den Gr├╝nfinken grassierte ein Einzeller namens „Trichomonas gallinae“ und f├╝hrte in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Berlin zu gro├čen Verlusten. Dieser Erreger, der von Tauben ├╝bertragen wird, hat in diesem Jahr auch bei uns in Nordbaden neben den drosselartigen V├Âgeln, besonders bei unseren Finken gro├če Best├Ąnde vernichtet.

Da beim Usutu-Virus der Haupt├╝bertr├Ąger Stechm├╝cken sind, d├╝rfen die Tierliebhaber ihre gefiederten Freunde wieder f├╝ttern, da vom Futterhaus keine Gefahr mehr ausgeht.

Zur Person:
Kurt Klemm ist Heddesheimer und anerkannter Vogelsch├╝tzer. Der Mitgr├╝nder des Heddesheimer Vogelparks und Mitglied der Vogelfreunde setzt sich dar├╝ber hinaus intensiv f├╝r den Umwelt- und Naturschutz ein. Er ist Mitglied der Fraktion B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen im Heddesheimer Gemeinderat.

F├╝r R├╝ckfragen steht Ihnen Kurt Klemm telefonisch zur Verf├╝gung: 06203-9585824

Portr├Ąt Kurt Klemm

H├Âchste Auszeichnung: AZ-Naturschutzpreis f├╝r die Heddesheimer Vogelfreunde

VDW-Naturschutzpreis f├╝r Kurt Klemm

Leserbrief: „In diesem ehrenwerten Haus.“


Guten Tag!

Heddesheim, 22. Oktober 2011 (red) Frei nach dem Song von Udo J├╝rgens „In diesem ehrenwerten Haus“ so k├Ânnte man den Sitzungssaal des Gemeinderates im B├╝rgerhaus nennen. Doch die letzte GR-Sitzung hat gezeigt, dass dem nicht so ist – von wegen ehrenwert.

Leserbrief: Kurt Klemm

Nach den Aussagen des Sitzungsleiters ist der Nestbeschmutzer immer GR-Prothmann, doch dem ist nicht so, zwei andere St├Ârenfriede sind es in Wirklichkeit, die st├Ąndig f├╝r Unruhe sorgen. Da ich nicht weit von den GR Lang und Merx sitze, bekomme ich regelm├Ą├čig mit, wie dies beiden alle Redebeitr├Ąge von den Gr├╝nen und GR-Prothmann mit zynischen Kommentaren begleiteten und sie anschlie├čend s├╝ffisant l├Ącheln.

Sie zeigen absolut keinen Respekt vor ihren Fraktionskollegen und ehrenwert sind diese Kommentare allemal nicht. Nun, da sie der Sitzungsleiter ungestraft gew├Ąhren l├Ąsst, finden die beiden ihr tun auch noch gro├čartig.

Kurt Klemm mit einem Spatz: das das Findelkind hat er gro├č gezogen. Bild: privat

Kurt Klemm ist neben seiner ehrenamtlichen T├Ątigkeit als Gemeinderat vor allem Natur- und Vogelsch├╝tzer. Bild: privat

Als GR-Prothmann bei der letzten Sitzung in seinem Redebeitrag st├Ąndig vom Sitzungsleiter unterbrochen wurde und er sich daraufhin wehrte, wurde er vom GR-Merx als krank bezeichnet, der dann anschlie├čend wie ein kleiner Gassenjunge den Sitzungsleiter anbettelte, ihm daf├╝r eine R├╝ge zu erteilen. Auf eine Entschuldigung f├╝r diese Entgleisung von GR-Merx wartete GR-Prothmann vergebens.

In diesen Zusammenh├Ąngen das Wort „ehrenwert“ f├╝r solche Gemeinder├Ąte in den Mund zu nehmen, f├Ąllt mir anhand ihrer dauerten Entgleisungen schwer.

Ich vergleiche sie eher nach ihrem Benehmen wie die beiden ├Ąlteren Herren in der Muppet-Show auf ihrem Balkon. Auch ich wurde in der letzten Sitzung von diesen Beiden der L├Ącherlichkeit preisgegeben, daher f├Ąllt es schwer, sie als Kollegen zu bezeichnen, aber wie hei├čt doch das Sprichwort, „Wer zuletzt lacht, lacht am besten“.

Wenn die Angelegenheit in diesem Gremium wirklich nicht so ernst w├Ąre, dann w├Ąre ich geneigt zu sagen, liebe B├╝rgerinnen und B├╝rger machen Sie sich ein paar „sch├Âne“ Stunden und gehen nicht ins Kino, sondern besuchen Sie die Sitzungen.

Anmerkung:
Kurt Klemm ist seit 2009 Gemeinderat und Fraktionsmitglied von B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen.

Vogelexperte Kurt Klemm: „Entfernen Sie Vogeltr├Ąnken und Futterstellen.“


Rhein-Neckar, 02. August 2011. (red) Verkehrte Welt: Sonst wirbt der Heddesheimer Vogelsch├╝tzer Kurt Klemm f├╝r die Ganzjahresf├╝tterung von V├Âgeln und dem Einrichten von Tr├Ąnken. Doch aktuell geht vermutlich ein Erreger rum, der diese Sammelpl├Ątze zu Todesfallen macht. Deswegen r├Ąt Klemm, dass man weder zuf├╝ttert, noch tr├Ąnkt.

Gastbeitrag: Kurt Klemm

Was sonst sinnvoll ist, kann aktuell t├Âdlich sein: Futterstellen f├╝r V├Âgel. Bild: privat

„Nachdem ich in den vergangenen Tagen sehr viele Anrufe von besorgten Vogelfreunden aus den Nachbargemeinden ├╝ber verendete V├Âgel erhielt, war mir klar, dass dieses Vogelsterben, das bereits letztes Jahr aufgetreten ist, nun auch unsere Region erfasst hat.

Bei dem infekti├Âsen Massensterben von Wildv├Âgeln, ist der Einzeller Trichomonas gallinae verantwortlich. Der Erreger verursacht Entz├╝ndungen des Rachens und Schlundes, au├čer den Gr├╝nfinken sind auch Vogelarten wie Buchfinken, Kernbei├čer, Elster, Eichelh├Ąher, Amseln und Haussperlinge betroffen.

Ab sofort sollten die Tierfreunde die Garten-und Singv├Âgel nicht mehr f├╝ttern, auch die Vogeltr├Ąnken sind zu entfernen, da an Futterpl├Ątzen und Tr├Ąnken der Erreger, der bis zu 24 Stunden ├╝berleben kann, sich massenhaft ├╝bertragen kann.

Vorgefundene tote V├Âgel sollten sofort entsorgt und gemeldet werden.

Melden k├Ânnen sie die toten V├Âgel vor├╝bergehend unter der Telefonnummer: 06203 – 44748.“

Aufstellungsbeschluss f├╝r Edeka-Erweiterung gefasst

Gut einpr├Ągen: Wenn die Edeka-Hallen stehen, ist dieser Blick auf die Bergstra├če und Leutershausen "historisch".

Guten Tag!

Heddesheim, 29. Juli 2011. (red) Die Edeka-Erweiterung um ein Getr├Ąnke-Hochregallager ist in der Gemeinderatssitzung am 28. Juli 2011 gefasst worden. Der Antrag von Hardy Prothmann, das Gespr├Ąch mit „Pfenning“ zu suchen, wurde vom B├╝rgermeister Michael Kessler als „Pseudo-Antrag“ verstanden.

Dem Antrag „Der Gemeinderat beschlie├čt die Aufstellung des Bebauungsplans „Unteres B├Ąumelgewann“ gem├Ą├č ├é┬ž2 Abs. 1 BauGB“ stimmte der Gemeinderat mehrheitlich zu. Drei R├Ąte der Fraktion B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen stimmten dagegen, der partei- und fraktionsfreie Gemeinderat Hardy Prothmann enthielt sich der Stimme. Das Gebiet umfasst eine Fl├Ąch von ca. 8,2 Hektar (80.000 Quadratmeter).

Die Edeka S├╝dwest plant im S├╝den des Standorts eine Erweiterung mit Hochregallagerhallen von bis zu 19 Metern H├Âhe. Gemeinderat Kurt Klemm (Gr├╝ne) kritisierte den Fl├Ąchenverbrauch und stimmte dagegen. Der Gr├╝nen-Gemeinderat verlas eine Stellungnahme der Fraktion, die wir am Ende des Artikels dokumentieren. Darin wird die unterschiedliche Haltung der Gr├╝nen-R├Ąte angesprochen, aber auch der Zweifel an „guten Beziehungen“ des Unternehmens angebracht seien, schlie├člich seien Hauptsitz und Fleischwerk von Heddesheim weg verlagert worden.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende J├╝rgen Merx sagte:

„Es wir nie eine lebenslage Garantie geben“,

und bef├╝rwortete die geplante Erweiterung im Sinne der SPD-Fraktion. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Frank Hasselbring sagte:

„Man kann negative Dinge mit Gewalt suchen. Dem Argument zum Fl├Ąchenverbrauch k├Ânnen wir so nicht zustimmen, die Gr├╝nen haften einer alter Denkweise an.“

Die FDP lobte die Erweiterung, ebenso die CDU-Fraktion.

Der partei- und fraktionsfreie Gemeinderat Hardy Prothmann stellte den Antrag, die Entscheidung zu verschieben und Edeka zu bitten, mit den „Pfenning“-Investoren Gespr├Ąche aufzunehmen, ob man angesichts der aktuellen Entwicklung nicht dort das Lager errichten k├Ânne:

„Wenn es zutrifft, dass „Pfenning“ nicht kommt und an dritte Firmen Hallen vermieten m├Âchte, w├Ąre es doch eine ├â┼ôberlegung wert, ob Edeka nicht ein solcher Kunde sein k├Ânnte. Der Vorteil liegt auf der Hand: Das Gebiet ist entwickelt, es gibt keinen langwierigen Planunsprozess, die Verwaltung ist entlastet und „Pfenning“, die offensichtlich Schwierigkeiten haben, haben mit Edeka einen solventen Kunden. Gleichzeitig wird der Fl├Ąchenverbrauch eingeschr├Ąnkt.“

B├╝rgermeister Michael Kessler bewertete das als „Pseudo-Antrag“ und bewies damit wieder einmal seine feindselige Haltung gegen├╝ber dem demokratischen Recht eines unabh├Ąngigen Gemeinderats, einen erweiterten Antrag stellen zu d├╝rfen. Eine herablassende Kommentierung druch den sitzungsleitenden B├╝rgermeister ist in der Gemeindeordnung nicht definiert. Der Antrag enthielt vier Ja-Stimmen und eine Enthaltung – die Mehrheit lehnte ihn ab.

Nach dem Aufstellungsbeschluss ist die M├Âglichkeit eines B├╝rgerentscheids nicht mehr gegeben. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Frank Hasselbring hatte in der vorherigen Sitzung beantragt, diesen schnell zu fassen, „noch vor der Sommerpause“. Hasselbring ist auch vehementester Bef├╝rworter der „Pfenning“-Ansiedlung. Die Verwaltung betonte in ihrer Vorlage die „B├╝rgerbeteiligung“, also eine Vorstellung in ├Âffentlicher Gemeinderatssitzung und zwei Veranstaltungen im B├╝rgerhaus.

Angeblich hat Edeka noch keine Grundst├╝cke gekauft und die weitere Entwicklung der geplanten Bebauung ist davon abh├Ąngig, ob der Nachbarschaftsverband einer Umdefinition des Gel├Ąndes zustimmt. Bislang ist das Gebiet noch nicht als Bauland definiert. Im Zuge eines „Parallelverfahrens“.

„Derzeit besteht noch ein Zielkonflikt mit den Vorrangausweisungen „Schutzbed├╝rftiger Bereich f├╝r die Landwirtschaft“ sowie „Regionale Gr├╝nz├Ąsur“,

hei├čt es in der Beschlussvorlage. Und:

„F├╝r das Zielabweichungsverfahren beim zust├Ąndigen Regierungspr├Ąsidium Karlsruhe d├╝rften gute Erfolgsaussichten bestehen. Im Verfahren zur Fortschreibung des Regionalplans beabsichtigt der Verband Region Rhein-Neckar, die Vorrangsausweisungen im Bereich der geplanten Erweiterung des Gewerbegebiets zur├╝ckzunehmen.“

Weiter wurde in der Sitzung beschlossen, die Bebauungspl├Ąne „Hasenstock“ und „Im Eigentum“ in den Bebauungsplan „Industriegebiet Bundesbahnhof II“ zu integrieren (Raiffeisen-Gel├Ąnde). Im Zuge von „beschleunigten Verfahren“ wird beispielsweise auf eine „Umweltpr├╝fung“ und eine „Anh├Ârung“ verzichtet, was Kurt Klemm kritisierte. B├╝rgermeister Kessler beantwortete das so:

„Aus einer grunds├Ątzliche Haltung heraus die Anfertigung eines Umweltberichts zu fordern, geht ├╝ber das Ziel hinaus.“

Der Bebauungsplan wurde bei zwei Gegenstimmen der Gr├╝nen angenommen. Auch Hardy Prothmann hatte dem zugestimmt, da aus seiner Sicht ein bestehender Bebauungsplan angepasst worden ist und der Wunsch der Edeka, die Betriebsst├Ątten zu ver├Ąndern, nachvollziehbar ist.

Anmerkung der Redaktion: Hardy Prothmann ist ehrenamtlicher, partei- und fraktionsfreier Gemeinderat und verantwortlich f├╝r das redaktionelle Angebot von heddesheimblog.de.

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Gl├Ąserner Gemeinderat: Gr├╝ne in der Klemme

Heddesheim/Viernheim/Rhein-Neckar, 19. Juli 2011. (red) Statt ihre institutionellen M├Âglichkeiten zu nutzen, schreiben Gr├╝ne Gemeinder├Ąte Leserbriefe an den Mannheimer Morgen. An die Zeitung, die die Pfenning-Ansiedlung durch unkritische und l├╝ckenhafte Berichterstattung mit bef├Ârdert hat. Muss man das verstehen?

Von Hardy Prothmann

Um das Verhalten der Heddesheimer Gr├╝nen richtig einzuordnen, muss man sie genau betrachten. Es sind keine „Revoluzzer“, keine Spontis, keine „Systemver├Ąnderer“. Die Heddesheimer Gr├╝nen sind im Kern eher konservativ und traditionell eingestellt.

Dazu geh├Ârt, dass man sich eigentlich nach einer „guten Stimmung“ im Gemeinderat sehnt, seine Duz-Freundschaften pflegen kann und sich nicht zu sehr in eine exponierte Lage bringt.

„Trotz Bauchschmerzen“

Vor der Kommunalwahl 2009 haben die Gr├╝nen „trotz Bauchschmerzen“ der Pfenning-Ansiedlung zugestimmt. Sie haben ihre M├Âglichkeiten nicht genutzt, sondern sich ├╝berrumpeln lassen. Vom Arbeitsplatzargument, der Gewerbesteuer und der „Schiene“ als vermeintlich „gr├╝ner Industrieansiedlung“.

In allerletzter Sekunde haben sie damals einen Turn-Around geschafft und damit drei Sitze mehr im Gemeinderat gewonnen. Die Ãœberraschung aus 2009 wiederholte sich 2011 bei der Landtagswahl. Im Land regiert mit einem Male Grün-Rot.

Auch in Heddesheim w├Ąre das „vorstellbar“, wenn die SPD mit den Gr├╝nen gemeinsame Sache machen w├╝rde. Inklusive meiner Stimme k├Ânnte es hier eine Mehrheit von 12 Stimmen geben. Wie gesagt: „k├Ânnte“ – die systematische N├Ąhe der meisten SPD-Gemeinder├Ąte zum B├╝rgermeister verhindert das. Teils wegen „Freundschaften“, teils wegen verwandtschaftlicher Verh├Ąltnisse, so ist die Ehefrau des SPD-Sprechers J├╝rgen Merx die Sekret├Ąrin des B├╝rgermeisters. Wer will da einen „kontroversen Kurs“ erwarten?

Die SPD richtet sich lieber als Anh├Ąngsel von CDU, FDP und B├╝rgermeister ein.

Und die Gr├╝nen f├╝hlen sich nicht wirklich wohl in ihrer Rolle – sie k├Ânnen mit Sicherheit davon ausgehen, dass alle ihre Antr├Ąge lange kein positives Geh├Âr finden werden, denn der Stachel der Wahlniederlage bei den drei anderen Parteien sitzt und dass die Gr├╝nen mit dem Prothmann oft einer Meinung waren, disqualifiziert die Gr├╝nen in den Augen der anderen zus├Ątzlich.

Gr├╝nes Dilemma

Die Leserbriefe von G├╝nther Heinisch und Kurt Klemm belegen dieses Dilemma sehr deutlich: Man ruht sich darauf aus, dass es ist, wie es ist und „hat keine Probleme mit dem Stillstand“, so Heinisch.

Herr Klemm m├Âchte erst „die ganze Wahrheit auf den Tisch“ und stellt sich vor, dass „der Gemeinderat jetzt alles tun sollte, um Schaden von der Gemeinde abzuwehren“.

Quelle: MM

Das eine ist eine Wegschau-Haltung, das andere eine Utopie. Herr Heinisch richtet sich wohlig darin ein, dass angeblich „nichts“ passiert, Herr Klemm hofft darauf, dass sich „der“ Gemeinderat damit befasst.

Wegschauen und utopische Vorstellungen haben aber mit den Gr├╝nen zusammen „Pfenning“ erst in Gang gesetzt.

Glauben die Gr├╝nen tats├Ąchlich, dass sich „der“ Gemeinderat um weitere Details der „Pfenning“-Entwicklung k├╝mmern wird? Wie „gr├╝n├Ąugig“ kann man eigentlich sein?

Pfenning geht weiter – keine Sorge

Tats├Ąchlich wird „Pfenning“ – wer auch immer das ist – seinen Plan fortsetzen. Und je l├Ąnger „der“ Gemeinderat dies zul├Ą├čt, je l├Ąnger der Gemeinderat nichts unternimmt, umso h├Ąrter und unver├Ąnderbarer werden die Fakten geschaffen werden. Haben die Gr├╝nen denn gar nichts gelernt?

Was soll man den Betonk├Âpfen bei CDU, SPD und FDP vorwerfen, was nicht schon bekannt ist? Hier sind keine Initiativen zu erwarten, schon gar keine Kontrolle oder f├╝r das Unternehmen „unangenehme Fragen“. Man wird weiter alles abnicken – angeblich zum Vorteil der Gemeinde.

Wenn die Gr├╝nen nichts unternehmen und ihre institutionellen M├Âglichkeiten nicht nutzen, muss ihre bisherige Haltung absolut in Frage gestellt werden. Eine „Sondersitzung“ des Gemeinderats ist da noch ein vergleichsweise mildes Mittel.

Wenn sie nichts unternehmen, haben sie ein bisschen „Opposition“ gespielt und sind nach kurzer Zeit eingebrochen – denn die Sehnsucht nach „Friede und Anerkennung im kommunalen Sandkasten“ scheint gr├Â├čer als der Wille, sich nicht schon wieder ├╝ber den Tisch ziehen zu lassen.

Tats├Ąchlich kann man davon ausgehen, dass das so ist. Die Gr├╝nen werden mit gro├čer Sicherheit „kein Fass“ aufmachen, sondern sich entgegen aller „Parteipolitik“ ohne B├╝rgerbeteiligung und Transparenz in nicht-├Âffentlichen Sitzungen und Hintergrund-Gespr├Ąchen nicht mehr aus der Deckung wagen. In der stillen Hoffnung, dass „Pfenning“ sich verhoben hat und sich das „Problem“ von selbst erledigt.

Die Gr├╝nen sind verantwortlich f├╝r jede ihrer Unterlassungen.

Sollte dem nicht so sein, muss man sie voll verantwortlich f├╝r jede aktive Unterlassung machen.

Zur Erinnerung: „Pfenning“ – was auch immer das ist – ist ein „Mega-Projekt“. Die Fragen zu Arbeitspl├Ątzen, Gewerbesteuer, Verkehr, Gefahrstoffen sind neu aufgeworfen worden. Die Devise, „Wir warten jetzt mal ab“, ist eine passive Haltung, eine, die dem Ort bis heute nur negative Folgen beschert hat. Durch teure Gutachten, Anwaltskosten, IFOK-Blabla und so weiter bis hin zur Spaltung der Ortsgemeinschaft. Man kann da gerne auf den B├╝rgermeister zeigen oder andere – damit zielt man auf die richtigen, aber die Gr├╝nen sind mit in diesem Boot, wenn sie es unterlassen zu handeln.

Und man darf gespannt sein, wie B├╝rgermeister Kessler und seine Vassallen den Gr├╝nen den nicht vorhandenen Schneid abkaufen. Vermutlich werden Herr Doll, Herr Merx und Herr Hasselbring wie ├╝blich vorbereitete Fragen stellen, die dann ebenso vorbereitet beantwortet werden und unter bed├Ąchtigem, „verantwortungsvollem“ Nicken zur Kenntnis genommen werden. Die Botschaft ist auch schon klar: „Eigentlich alles ganz positiv.“

Dann f├╝hrt Herr Heinisch das Wort und mahnt an, Herr Schuhmann gibt zu bedenken, vielleicht gibt es noch die eine oder andere Wort├Ąu├čerung und das wars dann. Derweil plant „Pfenning“ – was auch immer das ist – weiter und macht, was es will.

Die Gr├╝nen halten den Ball flach, weil sie das Gef├╝hl haben, sie k├Ânnen nichts mehr tun. Denn sie sind in der Klemme – wenn sie etwas tun, bedeutet das harte Arbeit und viel ├âÔÇ×rger. Dabei h├Ątten sie so gerne Frieden und Anerkennung.

Die Gr├╝nen m├╝ssen sich entscheiden – 2014 entscheiden die W├Ąhler erneut und angesichts der Gr├Â├če des „Themas“ wird man sich genau erinnern, welche „Haltung“ die Gr├╝nen vertreten und welchen „Einsatz“ sie gebracht haben. Mal ganz abgesehen vom „Nachwuchsproblem“ – denn auf breiter Front ist nicht erkennbar, wie die Gr├╝nen wieder sechs oder mehr geeignete Kandidaten f├╝r die Wahl aufstellen k├Ânnen.

Aus dieser Klemme kommen sie nicht heraus. Leider muss man vermuten, dass sie sich einklemmen lassen und bewegungsunf├Ąhig werden – zu gro├č ist die Sehnsucht nach Friede, Freude, Eierkuchen. Und wenn sie wieder nur drittgr├Â├čte Kraft sind, m├╝ssen sie auch nicht mehr ganz so verantwortlich sein.

Auch das ist eine Zukunftsperspektive.

P.S.
Lieber Kurt Klemm – Sie schreiben in Ihrem Leserbrief, dass es „nach dem Bericht des MM keine Arbeitspl├Ątze“ in Heddesheim g├Ąbe. Ich m├Âchte Sie gerne darauf hinweisen, dass alle Folgen der „Nicht-Konzentration“ im MM-Artikel nicht beschrieben worden sind, sondern Sie diese wahrscheinlich hier nachgelesen haben. Wenn Sie schon „Quellen“ zitieren, dann bitte richtig.

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist verantwortlich f├╝r dieses redaktionelle Angebot und seit 2009 partei- und fraktionsfreier Gemeinderat in Heddesheim. Er hat sich umfassend mit dem Projekt auseinandergesetzt und nach sorgf├Ąltiger Pr├╝fung zu Vor- und Nachteilen dieser Ansiedlung wegen erheblicher Zweifel an der Seriosit├Ąt der Aussagen von „Pfenning“ gegen das Projekt entschieden und in allen Punkten abgelehnt.

Gastbeitrag: Sch├Ân, wie die Disteln auf dem Pfenning-Acker bl├╝hen

Heddesheim, 29. Juni 2011. (red) Was war das eine Aufregung, als der Gemeinderat und Natursch├╝tzer Kurt Klemm die sinnloswe Spitzung des Gel├Ąndes am Rundweg angeprangert hat. Der CDU-Fraktionssprecher Dr. Joseph Doll schrieb einen w├╝tenden Leserbrief, B├╝rgermeister Kessler schalt Klemm einen „missionarischen Ereiferer“ und der Landwirt und CDU-Gemeinderat Reiner Hege verteidigte als „Experte“ die Giftspritzung und machte die Distel zum Erzfeind des Bauern. Doch die w├Ąchst und gedeiht nun auf dem „Pfenning-Gel├Ąnde“ – sehr zur Freude des Natursch├╝tzers und Vogelfreunds Kurt Klemm. Denn die Distel ist eine sch├Âne Futterpflanze.

Von Kurt Klemm

Eigentlich h├Ątte ich es nicht f├╝r m├Âglich gehalten, dass sich das jetzige Plangebiet von Pfenning als ein Naturparadies aus zweiter Hand entwickeln w├╝rde. Wer die letzten Tage an dem Gebiet vorbeikam, sah ein sich wogendes Bl├╝tenmeer der Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense) auf deren Bl├╝ten sich unz├Ąhlige Insekten am Nektar labten.

Aber auch f├╝r viele Tagfalter ist der jetzige Bl├╝tenstand die wichtigste Nahrungsquelle. Selbst der in den letzten Jahren rar gewordene Stieglitz (Carduelis carduelis), auch Distelfink, genannt, holt sich dort die halbreifen Samen f├╝r seine Brut. Ohne den halbreifen Samen der verschiedenen Distelarten w├Ąre sein ├â┼ôberleben nicht m├Âglich.

Zur Zeit kann man bei der Acker-Kratzdistel drei verschiedene Bl├╝tenst├Ąnde sehen, von der Bl├╝te zum halbreifen Samen bis zum hygroskopischen Haarkelch (Pappus), der als Schirmchenflieger mit einer Sinkgeschwindigkeit von nur 26/Sekunde, bei einem g├╝nstigem Aufwind ├╝ber 10 Kilometer fliegen kann. Die Acker-Kratzdistel, ansonsten erbarmungslos als Unkraut Nr. 1 mit Pestiziden bek├Ąmpft, lassen unsere Landwirte, zum Gl├╝ck f├╝r die Natur, dieses Jahr, speziell auf dem Pfenning-Areal, in Ruhe wachsen und gedeihen.

Denkt man zur├╝ck an das letzte Jahr, an den Rundweg hinter dem Vogelschutzgebiet, wo ebenfalls die Acker-Kratzdistel wuchs und die Gemeinde mit einer umfangreichen Giftspritzaktion Unkraut-Vernichtungsmittel ausbrachte, was riesengro├če Wellen schlug, kann man sich eigentlich nur wundern.

Bl├╝hende Distelfelder freuen Kurt Klemm und geben V├Âgeln Futter. Bild: Kurt Klemm

Was hatten dazu unsere Landwirte im Gemeinderat f├╝r schlimme Szenarien ausgemalt. Vielleicht k├Ânnen sich einige noch an meine Warntafeln zu der Unkrautspritzung erinnern. Eine Aktion, die sich dann im Nachhinein durch die Ver├Âffentlchung hier im Blog und eine Recherche des „MM“ als vollkommen richtig erwies.

Was wurde meine Aktion damals in der Gemeinderatsitzung von unserem B├╝rgermeister gescholten. Worte wie „missionarischer ├â┼ôbereifer und als R├Ącher der Enterbten aufschwingen, waren zu h├Âren (im Protokoll so nachzulesen).

Heute bin ich froh, wenn ich auf das Pfenning-Areal blicke. In Sachen Natur scheint da alles Friede, Freude, Eierkuchen zu sein und ich hoffe inst├Ąndig, dass dies auch noch lange so bleibt.

Die Aufregung vom letzten Jahr, ├╝ber den Samenflug der Acker-Kratzdistel, die Pestizidspritzung, war vollkommen umsonst, angesichts der jetzigen Situation, oder?

Kurt Klemm protestierte im Oktober gegen die Distelspritzung ohne Warnung. Klicken Sie auf das Bild, um den Beitrag zu lesen.

 

Anmerkung der Redaktion:
Kurt Klemm ist Gemeinderat in der Fraktion B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen. Er geh├Ârt zu den Mitgr├╝ndern des Vogelparks und ist der Naturschutzbeauftragte der Vogelfreunde- und Pfleger, die vor kurzem f├╝r ihre herausragende Arbeit mit dem AZ-Naturschutzpreis ausgezeichnet worden sind.