Samstag, 23. September 2017

Gef├Ąhrdet ein Zuckerw├╝rfel die ├Âffentliche Ordnung?

„Der macht aus ein paar Bienchen einen Verwaltungselephanten“

 

Heddesheim, 26. Juli 2013. (red) B├╝rgermeister Michael Kessler liefert mal wieder Anlass zum Fremdsch├Ąmen. In der Gemeinderatssitzung am Donnerstag f├╝hrte er lang aus, wieso das Objekt des Heddesheimer K├╝nstlers Kurt Fleckenstein ein ├Âffentliches ├ärgernis darstelle und eine unzumutbare Gefahr darstelle. „Unglaublich viele Bienen“ w├╝rden den W├╝rfel anfliegen und damit sei die Sicherheit von Spazierg├Ąngern massiv bedroht. Und ob man aus Lebensmitteln Kunst machen m├╝sse, sei auch eine Frage, meinte B├╝rgermeister Kessler, der offensichtlich kein besonderes Kunstwissen hat. [Weiterlesen…]

17 K├╝nstler und zwei Schulklassen stellten am Badesee aus

Kunst am See

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Installation von Hildegard Peetz bei der Ausstellung „Kunst am See“ des Kunstvereins Heddesheim

Heddesheim, 22. Juli 2013. (red/sw) 19 K├╝nstler und Gruppen sind am Wochenende dem Aufruf der Vorsitzenden des Kunstvereins Heddesheim gefolgt und zur ersten Freiluft-Ausstellung „Kunst am See“ gekommen. Trotz des hei├čen Wetters scheuten Kunstinteressierte den Weg dorthin nicht.

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Der Kunstverein l├Ądt zum Kunstweg am Badesee

Ein Fernseher am Heddesheimer See? – Nein, ein Fern-See-Her!

Heddesheim, 18. Juli 2013 (red/sw) Viele K├╝nstler aus der Region und zwei Schulklassen folgen am Wochenende dem Aufruf von Frau Veronika Drop, Vorsitzende des Heddesheimer Kunstvereins. Ein Besuch der Ausstellung „Kunst am See“ lohnt sich allemal!
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Auf den Spuren der Unbeugsamkeit


Das Mittelalter ist kein Epoche - es ist die menschliche Natur.

Guten Tag!

Heddesheim, 03. Juli 2011. Margret Wagener, Eva Martin-Schneider, Heide Raiser, Heidi Rei, Lioba Geier, Gudrun Libnau sowie die Acapellagruppe Aylin Can, Sophie Grossmann, Rita R├Âssling mit Eva Martin- Schneider befanden sich auf der Spurensuche unbeugsamer Frauen. Unter dem Titel „Starke Frauen – Verletzte Seelen“, durchstreifte die Heddesheimner Literaturgruppe mit Unterst├╝tzung der Acapellagruppe 2000 Jahre der Unbeugsamkeit von der Griechischen Antike bis zu einer fiktionalen Zeit 2050.

Von Sabine Prothmann

„Mittelalter ist keine Epoche es ist der Name der menschlichen Natur“, hei├čt es ganz zum Schluss bei der Szenischen Lesung auf dem Heddesheimer Dorfplatz am Mittwoch, 22. Juni 2011.

Schon im April 2010 hatte die Heddesheimer Literaturgruppe um die Schauspielerin und Regisseurin Eva Martin-Schneider gemeinsam mit dem Heddesheimer Kunstverein unter dem Titel „Hexen, Heiler und S├╝ndenb├Âcke“ dieses St├╝ck aufgef├╝hrt. Doch die Auff├╝hrung am 22. Juni bekam durch das Ambiente des Dorfplatzes an der alten Scheune einen ganz besonderen Charme verliehen.

Gem├Ąlde und Skulpturen des Heddesheimer K├╝nstlers Bernd Gerstner aus dem Zyklus „Verletzte Seelen“ gestalteten eindringlich den Platz vor der alten Tabakscheune.

100 St├╝hle wurden aufgestellt, doch sie reichen nicht aus f├╝r die Zuschauer, die sich mit auf diese Reise begeben wollen.

Die Darstellerinnen und der Chor sind in schwarzen Gew├Ąndern und dunkelrote Schals gekleidet. Die Atmosph├Ąre ist fast gespenstisch, es erklingt „Menag Jamport Em“ von Djivan Gasparyan. Die Frauen bilden einen Kreis, Feuer zischt in einem Kessel. Vergangene Riten scheinen lebendig zu werden.

Das Publikum wird sofort in Bann gezogen.

Eine Zeitreise in die Unbeugsamkeit beginnt

Die Zeitreise beginnt mit „Antigone“ von Sophokles, die Ungehorsame, die ihren Bruder begraben hat. Sie stellt ihr Gewissen ├╝ber das Gebot des K├Ânig Kreon. Sie ist bereit daf├╝r ihr Leben zu lassen. Die erste Unbeugsame in einer langen Reihe von unbeugsamen, starken Frauen.

Und f├╝hrt weiter in die Zeit der Hexenverfolgung vom 14. bis zum 17. Jahrhundert. Hexen werden angeklagt und verurteilt. Es sind Frauen, wie Johanna von Orl├â┬Ęans, die verbrannt wurde oder Agnes Bernauer, die man ertr├Ąnkte. Es sind Frauen, die stark und tapfer sind, die ihre Meinung ├Ąu├čern, die helfen und heilen oder einfach auch nur anders aussehen. Es sind „verletzte Seelen“.

Die Hexenprozesse werden durch das intensive Spiel der Literaturgruppe lebendig.

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Unkonventionelles Ambiente.

Es wird ein Auszug aus dem „Hexenhammer“ vorgelesen, ein Werk, das zur Legitimation der Hexenverfolgung im Jahre 1487 ver├Âffentlicht wurde. Das geht unter die Haut.

13 Frauen werden ermordet

Dann der Sprung ins vergangene Jahrhundert, in die Zeit des Nationalsozialismus. Angst, Obrigkeitsglaube f├╝hrte zur Denunziation. Zwischen 1933 und 1945 wurden im Gef├Ąngnis Pl├Âtzensee 2.891 Todesurteile vollstreckt, darunter Mitgliedern der Roten Kapelle. Am 5. August 1943 werden 13 Frauen am Pl├Âtzensee in Berlin ermordet.

Die Literaturgruppe stellt sechs Kurzbiografien, unter anderem auch die der Heidelberger Reformp├Ądagogin und Widerstandsk├Ąmpferin Elisabeth von Thadden, vor. Es sind Frauen aus dem Widerstand, es sind starke Frauen. Es sind „verletzte Seelen“.

Es dauert noch an

Die Zeit r├╝ckt immer n├Ąher, Hexenverfolgungen zwischen 1970 und 2010. Eindringlich werden Nachrichten aus Asien, Afrika und S├╝damerika vorgetragen. Tod, Krankheit, schlechtes Wetter und schon wird die Hexe ausgemacht. Die Verfolgung macht auch vor Kindern keinen Halt. Es ist die Hexenverfolgung der Gegenwart.

Die letzte Station der Zeitreise ist das Jahr 2050, die Protagonistinnen spielen eine Szene aus dem Theaterst├╝ck „Corpus Delicti“ von Juli Zeh.

Die Zuschauer werden mitgenommen in eine Gerichtsverhandlung gegen Mia Holl wegen methodenfeindlicher Umtriebe.

Der Staat kontrolliert das Individuum. Mia Holl hat sich schuldig gemacht, sie hat ihren Bruder geliebt, ihren Verstand gebraucht und sich versucht unabh├Ąngig zu machen. Sie hat sich den Kontrollsystemen der Gesellschaft verweigert.

Und es geht weiter?

Mia Holl wird als schuldig verurteilt. Sie soll eingefroren werden. Sie ist eine starke Frau und eine „verletzte Seele“.

Mit gro├čer Intensivit├Ąt spielen die Darstellerinnen ihre Rollen, eindringlich verk├Ârpern sie die Frauengestalten. Es ist gro├čes Theater, was hier auf dem Heddesheimer Dorplatz geboten wird.

Gro├čartig sind auch die Musikst├╝cke, die die einzelnen Zeitabschnitte verbinden. Die Acapellagruppe mit den S├Ąngerinnen Aylin Can, Sophie Grossmann, Rita R├Âssling, Eva Martin- Schneider zeigt eine beeindruckende Leistung.

„Isabella“ von Corvus Corax und das Chorlied „Tourdion“ (franz├Âsisches Sauflied von Pierre Attaingnant von 1530) umrahmen die Hexenverfolgung vom 14, bis 17. Jahrhundert. Das „B├╝rgerlied“ von Max Reger, das 1848 zur Revolution geschrieben wurde, f├╝hrt zu der Zeit des Nationalsozialismus.

Sp├Ątestens mit dem jiddischen Lied „Doss Kelbl“ von Shalom Secunda (1940) gelingt es den S├Ąngerinnen das Publikum v├Âllig zu begeistern.

Mit der tschechische Volksweise „Dobra noc“ liefert der Chor noch einen fantastischen Abschluss.

Die Protagonistinnen bekommen frenetischen Applaus und beweisen einmal mehr, dass die Literaturgruppe um Eva Martin-Schneider auf hohem Niveau und unkonventionell arbeitet.

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„Es sind die Augenblicke, die ich sammle“ – Vernissage im Alten Rathaus


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Heddesheim/Ladenburg, 10. Mai 2011 (red) Die Ausstellung, die zur Zeit im Alten Rathaus gezeigt wird, ist mit dem Titel „Sagenhafte Gegens├Ątze“ betitelt. Sagenhaft ist der Zyklus zu den Nibelungen, die die K├╝nstlerin Renate Huthoff ausstellt. Im Gegensatz dazu stehen die Objekte und Skulpturen der K├╝nstlerin Maria-Ilse L├Ârincz. Es ist ein „Mythos der Moderne“. Am Samstag wurde die Ausstellung mit einer Vernissage von der neuen Vorsitzenden des Heddesheimer Kunstvereins, der K├╝nstlerin Veronika Drop, er├Âffnet.

Von Sabine Prothmann

Die musikalische Begleitung und die einf├╝hrenden Worte kamen von dem Ladenburger Maler und Musiker Rudolf Klee, der damit der Vernissage einen weiteren kunstvollen Glanzpunkt verlieh.

Die „Edition Nibelungen“ zeigt auf neun Fotoradierungen die Geschichte der Nibelungen. Die geborene Mannheimerin, Renate Huthoff, lebt in Lampertheim und hat ihr Atelier in Worms, in der Stadt der Nibelungen. Die allgegenw├Ąrtige Pr├Ąsenz dieser Sage hat die K├╝nstlerin zu diesen Bildern veranlasst. Ausgangspunkt ist immer ein Foto, das sich weiterentwickelt, wie in dem Bild „Wie er einen Lindwurm erschlagen mit seiner Hand“.

Die Fotografie der Siegfried-Skulptur scheint lebendig zu werden und mit dem Dolch in der Hand erschl├Ągt er den schwarzen Drachen. In Rot leuchtet das Auge und die Zunge schie├čt aus dem Maul w├Ąhrend sich das Blut ├╝ber den Boden ergie├čt. Um dieses Ergebnis zu erreichen, bringt Huthoff drei Platten ├╝bereinander und mit Hilfe eines chemischen Verfahrens entstehen die Mehrfarbradierungen. In Graut├Ânen und tiefem Schwarz, akzentuiert durch intensives Rot. So tr├Ągt Kriemhild bei dem „Streit der K├Âniginnen“ ein blutrotes Kleid.

„Es sind die Augenblicke, die ich sammle.“

„Es sind die Augenblicke, die ich sammle“, sagt die K├╝nstlerin. So h├Ąlt jedes Bild einen wichtigen Augenblick der Sage fest, beginnt bei einem Foto und entwickelt eine Handlung. Dabei hat sie tief in den Archiven gegraben, sich mit den Nibelungen und der nordischen Edda besch├Ąftigt.

Und so wurde ihre „Edition Nibelungen“ auch in das Heimatjahrbuch 2011 der Stadt Worms aufgenommen.

Huthoff hat auch zwei Rotuli mitgebracht, Papierrollen, die sich aufgerollt ├╝ber je 6,70 Meter erstrecken. Mit Papier, Kohle, Filzstift, Graphit, Tusche und W├Ąscheklammern bewaffnet setzte sich die K├╝nstlerin unter alte Olivenb├Ąume in Griechenland. Spontane Zeichnungen sind entstanden, „ich erf├╝hle f├╝r mich, das Leben im Baum“, erz├Ąhlt Renate Huthoff. Bizarre Formen, mal figurativ, mal abstrakt, scheinen lebendig zu werden, sich zu wandeln.

Es ist, als wenn man auf der Erde liegt und Wolkenformationen betrachtet, sagt Rudolf Klee in seiner Einf├╝hrung.

Dazu im Gegensatz die Plastiken aus Bronze der K├╝nstlerin Maria-Ilse L├Ârincz, die im Wachsausschmelzverfahren gegossen wurden. Maria-Ilse L├Ârincz kam 2007 ├╝ber den Steinguss-Bildhauerworkshop auf dem Dilsberg zu der Bronze.

Die ausgestellten Plastiken entstanden in den folgenden Jahren bei der Brandenburger Bildhauer-Sommerakademie in Strau├čberg. Die K├╝nstlerin lebt und arbeitet in Ladenburg.

Die Suche nach der Urform.

Es ist die Suche nach der Urform, die sich ver├Ąndert, sich entwickelt.

Viele der Objekte haben ein Au├čen und ein Innen. B├Âgen scheinen in das Innere des Kunstwerks zu f├╝hren und erinnern fasst an die das Gew├Âlbe einer Kathedrale, wobei der Wechsel der Form, mal rund, mal eckig wieder zu einem Bruch dieser Assoziation f├╝hrt.

Betrachtet man eine Kathedrale von Au├čen ist sie eine Skulptur, betritt man sie, erlebt man sie als Raum, erkl├Ąrt Rudolf Klee.

Es ist der Dialog von Fl├Ąche und Form und von Raum und Material, der die K├╝nstlerin antreibt. „Ich mache Skizzen und daraus entsteht das Objekt“, erst dann gibt sie ihren Plastiken Namen.

So ist auch der „Krieger“ entstanden. Das Material wurde geformt und gebogen und eine Figur mit Speer in der Hand wurde „geboren“. L├Ârincz bezeichnet das Ergebnis als die Abbildung des Prozesses.

Die sieben Bronzeplastiken und die beiden Steinguss-Objekte laden den Betrachter ein, sich auf den Weg zu machen und den Schaffensprozess zu verfolgen und zu empfinden. Sie lassen Raum f├╝r eigene Interpretationen.

„Kunst gibt nichts Sichtbares wieder, Kunst macht sichtbar.“

Beide K├╝nstlerinnen „machen sichtbar“, sagt Rudolf Klee und zitiert seinen Namensvetter Paul Klee: „Kunst gibt nichts Sichtbares wieder, Kunst macht sichtbar“ und schl├Ągt damit auch die Br├╝cke zwischen den so scheinbar unterschiedlichen Kunstwerken.

W├Ąhrend Huthoff die bildnerischen Ereignisse sichtbar mache, die Botschaft aus dem Innersten ziehe, setze L├Ârincz den Innen- und Au├čenraum in Beziehung.

Beide K├╝nstlerinnen schaffen Meisterwerke, sie beherrschen die Kunst und die Technik, so Klee. „Denn Kunst kommt von K├Ânnen, k├Ąme sie von Wollen, hie├če sie Wulst“.

Als bekennender Romantiker spielt Klee wunderbar romantische eigene St├╝cke, aber auch Teile von Rodrigos Concierto de Aranjuez und von Rachmaninoffs 2. Klavierkonzert, dem „sch├Ânsten Klavierkonzert, was ich kenne“. Und nebenbei bekommen die Besucher der Vernissage einen kleinen Exkurs in die Musiklehre. Und das Gef├╝hl drei begeisternden K├╝nstlern begegnet zu sein und einem „Gesamtkunstwerk“ beigewohnt zu haben.

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Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Weitere Infos: Die K├╝nstlerin Veronika Drop l├Âste als Vorsitzende des Kunstvereins Martine Herm ab, die aus gesundheitlichen Gr├╝nden ihr Amt abgeben musste. Drop ist geb├╝rtige Rheinl├Ąnderin und lebt seit 30 Jahren in Heddesheim. Sie ist seit der Gr├╝ndung des Vereins, 2006, Mitglied.

„Ich setzte den Fu├č in die Luft und sie trug“ – Hommage an Hilde Domin

Guten Tag!

Heddesheim, 15. November 2010. Im Alten Rathaus wurde am Sonntag, den 14. November 2010, die Ausstellung „Hommage an Hilde Domin“ er├Âffnet. Die Heddesheimer K├╝nstlerin Veronika Drop zeigt sehr pers├Ânliche Bilder zu den Gedichten der Heidelberger Schriftstellerin.

Von Sabine Prothmann

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Die K├╝nstlerin Veronika Drop mit ihrem "Lieblingsbild".

Mit der Ausstellung „Hommage an Hilde Domin“ endet das Jahr f├╝r den Heddesheimer Kunstverein, so der Heddesheimer K├╝nstler Bernd Gerstner bei seiner Begr├╝├čung. Mit Veronika Drop stellt, wie es einmal j├Ąhrlich Tradition sei, eine K├╝nstlerin aus den eigenen Reihen aus. Mit gut 70 Besuchern waren die Ausstellungsr├Ąume in der Rathausgalerie gut gef├╝llt. Ein toller Erfolg f├╝r Veronika Drop und f├╝r den Heddesheimer Kunstverein.

In den Ausstellungsr├Ąumen des Heddesheimer Kunstvereins h├Ąngen 21 Bilder von Veronika Drop, die sie innerhalb eines Jahres von 2006 bis 2007 zu den Gedichten von Hilde Domin geschaffen hat. Die Bilder sind in Acryl und Eitempera auf Leinwand gemalt. Es ist Drops Ann├Ąherung an die Gedichte und Person Hilde Domin.

Auf der Spur von Hilde Domin

Die Lyrikerin Hilde Domin habe bei ihren Lesungen ihre Gedichte immer zweimal gelesen, sagt Veronika Drop: „Ich habe die Gedichte oft zehnmal und mehr gelesen und die Bilder immer und immer wieder ├╝bermalt, bis ich dachte, jetzt bin ich auf der Spur.“

In ihrer Einf├╝hrung erz├Ąhlt die geb├╝rtige Rheinl├Ąnderin, die schon lange in Heddesheim lebt und Mitglied des Kunstvereins ist, vom Leben der „Exilschriftstellerin“:

Hilde Domin wurde als Hilde L├Âwenstein, Tochter eines Rechtsanwaltes und einer ausgebildeten S├Ąngerin 1909 in K├Âln geboren. Zum Jura-Studium ging sie zun├Ąchst nach Heidelberg, sp├Ąter nach K├Âln, Bonn und Berlin und 1931 wieder zur├╝ck nach Heidelberg, wo sie auch ihren Mann, den Altphilologie- und Arch├Ąologiestudenten Erwin Walter Palm kennenlernte.

1932 reiste das j├╝dische Paar zun├Ąchst zum Studium nach Rom, das nach Ernennung Hitlers zum Reichskanzler zur ersten Exilstation wurde. Als sie auch in Italien nicht mehr bleiben konnten, fl├╝chteten sie nach London und von dort schlie├člich in die Dominikanische Republik. Dort wirkte Domin als Assistentin ihres Mannes und unterrichtete Deutsch.

Erste schriftstellerische Versuche startete sie 1946. Der Tod der Mutter und die Krise in ihrer Ehe f├╝hrten dann zu den ersten Ver├Âffentlichungen 1951 – als Anfang und Heimkehr.

F├╝nf Jahre sp├Ąter kehrten sie in ihre alte Heimat, nach Heidelberg, zur├╝ck. Inzwischen nannte sie sich „Domin“ zu Ehren ihrer Exilheimat, der Dominikanischen Republik. Seit 1961 arbeitete Hilde Domin als freie Schriftstellerin. Ihr Werk wurde in mehr als 20 Sprachen ├╝bersetzt.

Im Wintersemester 1987/88 hielt sie als vierte Frau nach Ingeborg Bachmann, Marie Luise Kaschnitz und Christa Wolf die Frankfurter Poetik-Vorlesungen.

Zu ihrem 95. Geburtstag 2004 wurde Hilde Domin die Ehrenb├╝rgerw├╝rde der Stadt Heidelberg verliehen. Bereits 1992 stiftete die Stadt ihr zu Ehren den alle drei Jahre vergebenen Literaturpreis „Literatur im Exil, der seit ihrem Tod „Hilde-Domin-Preis f├╝r Literatur im Exil“ hei├čt. 2006 wurde sie Ehrenmitglied des P.E.N.-Club des Exils.

2006 stirbt die Lyrikerin in Heidelberg und wird auf dem Bergfriedhof neben ihrem 1988 verstorbenen Ehemann beigesetzt.

Auf der Grabplatte steht: „Wir setzten den Fu├č in die Luft und sie trug“.

In ihren Gedichten und Schriften rief die Exilschriftstellerin immer wieder zum Neuanfang auf. Ihr Grundvertrauen sei ihr nicht verloren gegangen, so Drop. Domin geh├Ârte nie zur Avantgarde. Ihre Klarheit, Ehrlichkeit und Unabh├Ąngigkeit gefallen der K├╝nstlerin Veronika Drop.

Ich setzte den Fu├č in die Luft und sie trug“

Pastellfarbene T├Âne, Wolken, die sich t├╝rmen, dazwischen Halt gebende Linien – „Ich setzte den Fu├č in die Luft und sie trug“, ist das Lieblingsbild der Malerin Veronika Drop.

„Erst sollte in den Wolken eine Treppe entstehen, doch ich habe immer und immer wieder mit Eitempera dar├╝ber gemalt bis das Bild so entstanden ist“, erz├Ąhlt Drop. Dieses Bild sei ihr pers├Ânlichstes, weil es auch Situationen in ihrem Leben beschreibt. Mutig sein, den Fu├č ins Unbekannte setzen – und feststellen, es tr├Ągt.

„Seit ich lebe, habe ich einen Stift in die Hand genommen“, erz├Ąhlt Drop. Eine Reihe von Ausstellungen gibt davon Zeugnis. 2006 habe sie intensiv angefangen, sich mit Hilde Domin zu besch├Ąftigen und „ich wollte immer mehr ├╝ber sie erfahren“. Innerhalb eines Jahres sind die 21 ausgestellten Bilder entstanden.

Auch die anderen Bilder sprechen von pers├Ânlichen Erfahrungen. Es sind die der Lyrikerin, der Malerin und die des Betrachters. Drop gibt ihren Bildern die Titel von Domins Gedichten. Sie erz├Ąhlen von Emotionen und Lebenserfahrungen, von „Vers├Âhnung“, „Tr├Âstung“, „Aufbruch ohne Gewicht“.

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"Harte fremde H├Ąnde". Eine Collage.

Lesung am kommenden Sonntag

In „Harte fremde H├Ąnde“ hat Veronika Drop Fotografien von Hilde Domin eingewoben. Eine Collage, die immer und immer wieder ├╝bermalt wurde. Wie aus Fenstern schaut die Schriftstellerin hervor. Die Worte des Gedichts flie├čen ├╝ber das Bild.

Unter dem Dach der Rathausgalerie haben die Besucher die M├Âglichkeit, den Film von Anna Ditges „Ich will dich“ – eine Begegnung mit Hilde Domin, anzuschauen.

Die Ausstellung ist noch bis 12. Dezember, sonntags von 14 bis 17 Uhr, ge├Âffnet. Am kommenden Sonntag, 21. November, liest Marion Tauschwitz, Autorin von „Dass ich sein kann, wie ich bin – Hilde Domin. Die Biografie“. Die Veranstaltung beginnt um 14.30 Uhr.

Viel Freude mit den Fotos.

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„Es steht ohne F├╝├če und spricht ohne Mund“

Guten Tag!

Heddesheim, 27. Oktober 2010. Die Literaturgruppe des Heddesheimer Kunstvereins lud am Tag der Bibliotheken (22. Oktober 2010) zu einem kreativen Projekt in die Gemeindeb├╝cherei ein: Schwarze Kutten, „scharfe Waffen“, B├╝cherratten, Kabinett des Schreckens und eine jungfr├Ąuliche Bibliothekarin gab es zu erleben.

Von Sabine Prothmann

„Hungriger greifÔÇÖ nach dem Buch: es ist eine Waffe“.├é┬á Das Zitat von Bertold Brecht h├Ąngt, in gro├čen Lettern auf ein Plakat geschrieben, im Treppenhaus des B├╝rgerhauses. Die Veranstaltung am vergangenen Freitag ist ausverkauft. 45 Leute sind am Tag der Bibliotheken in die Heddesheimer Gemeindeb├╝cherei gekommen, um sich in die Welt der B├╝cher, Bibliotheken und Bibliothekarinnen entf├╝hren zu lassen. Keiner wei├č genau, was ihn erwartet. Die Atmosph├Ąre ist neugierig und spannungsgeladen.

Eine Reise durch die Geschichte des Buches

„Buch, Buche“, schallt es von der Treppe des B├╝rgerhauses herab. Auf den Stufen zur Gemeindeb├╝cherei werden die Zuh├Ârer und Zuschauer von den sieben Mitgliedern der Literaturgruppe des Kunstvereins in schwarzen Kutten empfangen.

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Szenische Lesung in der Gemeindeb├╝cherei anl├Ąsslich "B├╝cherwelten". Bild: heddesheimblog.de

„Das Buch: ein geschriebenes und gedrucktes Werk, das aus mehreren zu einer Ganzheit verbundenen Bl├Ąttern oder Bogen besteht“. Pr├Ągnante, kurze Texte nehmen die Besucher mit auf eine Reise durch die Geschichte des Buches; Papyrusrollen bei den ├âÔÇ×gyptern, Holzdruck im sp├Ąten Mittelalter, das Papier kommt im sp├Ąten 12. Jahrhundert ├╝ber Arabien nach Spanien. Dann die Revolution 1453 Johannes von Gutenberg erfindet den Buchdruck.

„Es steht ohne F├╝├če und spricht ohne Mund“ und so ist der Abend eine Hommage an das geschriebene Wort, an die Geschichten und Welten, in die der Leser entf├╝hrt wird:“Je mehr ich las, umso n├Ąher brachten die B├╝cher mir die Welt, umso heller und bedeutsamer wurde das Leben f├╝r mich ..“. (Maxim Gorki)

Lore Urban, Lioba Geier, Heide Raiser, Eva Martin-Schneider, D├Ârthe Klumb, Heidi Rei und Eva Maria Wustmann, die Leiterin der Gemeindeb├╝cherei, verf├╝hren und f├╝hren. Mit Wortfetzen, Textpassagen und Musik locken sie die Zuh├Ârer immer h├Âher immer weiter bis in die durch Kerzenschein anheimelnde B├╝cherei. Die Illumination eines prasselnden Feuers, die Vorleserin im Sessel, aus den Regalen formen sich Worte – die Vorf├╝hrung ist Lesung und Theaterst├╝ck zugleich.

Eine Axt f├╝r das gefrorene Meer in uns, sagt Kafka

Mit „lasst alles stehen und liegen und kommt in das Kabinett des Schreckens“ beendet Eva Martin-Schneider die erste Pause. Das Weinglas und der hei├če Kaffe bleiben stehen, die Besucher werden in die Kinderb├╝cherei getrieben. Es ist Schulstunde. Es ist eine Lesestunde aus Ulla Hahns „Das verborgene Wort“. Komisch, eindringlich, bedrohlich. Und: „Ein Buch muss eine Axt sein f├╝r das gefrorene Meer in uns“. sagt Franz Kafka.

Und „ab in die Kiste“ schickt Eva Martin-Schneider die toten B├╝cher der alten Meister.

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Knabbernde, gierige, ungezogene Ratten werden lebendig, steigen aus Sam Savages Buch „Firmin: ein Rattenleben“. Und zumindest f├╝r Ratten haben B├╝cher einen N├Ąhrwert. Das eindrucksvolle Spiel der Mitglieder der Literaturgruppe ist schreiend komisch und zugleich atemberaubend intensiv.

Die Bibliothekarin – eine geschlechtslose, alte Jungfer

Auf einem B├╝cherwagen wird sie hereingerollt, „eine geschlechtslose, alte Jungfer, unansehnlich ohne Saft und Kraft“. Eva Maria Wustmann verk├Ârpert die Bibliothekarin, eine Au├čenseiterin mit Brille und Mittelscheitel, mausgrau. Leute, „die zu sonst keinem Beruf taugen und keine Familie haben“. Ihr verschmitztes L├Ącheln straft die Wort L├╝gen.

Die Literaturgruppe hatte sich mit ihrer vierten Produktion ein ehrgeiziges Ziel gesetzt und erreicht. Sie hat die Besucher des Abends unterhalten, verwirrt und zum Nachdenken gebracht.

Aus vielen B├╝chern haben die Damen ihre Texte zusammengeschrieben und damit einen ganz besonderen Abend geschaffen und bewiesen, Literatur ist lebendig und bewegt.

Gelesen wurde unter anderem aus den Romanen von Mikkel Birkegaard: Die Bibliothek der Schatten, Carlos Ruis Zafon: Der Schatten des Windes, Walter Moers: Die Stadt der tr├Ąumenden B├╝cher, Johann Wolfgang von Goethe: Faust und Ulla Hahn: Das verborgene Wort.

Weiter so, auf die n├Ąchste Auff├╝hrung kann man nur gespannt sein.

Viel Freude mit den Fotos:
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Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Kunstverein: „Ganz andere Ausstellung als gewohnt.“

Guten Tag

Heddesheim, 26. September 2010. (Redaktionstipp!) Wer bei der neuen Ausstellung des Kunstvereins das ├â┼ôbliche erwartet… Bilder, die an der Wand h├Ąngen, Skulpturen, die im Raum stehen… von K├╝nstlern, die in der Region bekannt sind, wird irritiert sein, denn die Ausstellung, die der Heddesheim Kunstverein seit dem vergangen Sonntag und noch bis zum 17. Oktober zeigt, ist diesmal etwas ganz anderes. Und das ist gut so, findet Roland Schmitt, 2. Vorsitzender des Kunstvereins.

Von Sabine Prothmann

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Ungewohnte Installation - f├╝r junge Leute gedacht.

Es ist ein erkl├Ąrtes Ziel des Kunstvereins, „nicht nur etablierte K├╝nstler zu zeigen, sondern auch diejenigen, die noch ganz am Anfang stehen“, und diese wolle man auch finanziell unterst├╝tzen, so Schmitt. „Wir wollen junge Leute daf├╝r interessieren, dass es das auch gibt“.

Die Ausstellung „Farben und Formen – Arbeiten vor Ort“ zeigt Objekte und Zeichnungen der beiden jungen Kunststudentinnen Carolina Brack und Nicole Klimaschka.

Installationen vor Ort.

Papierbahnen scheinen das Dachgeschoss der Rathausgalerie nachzubilden, nachzuformen. Innerhalb von sechs Wochen sind direkt vor Ort die Installationen von Nicole Klimaschka entstanden. Die freiberufliche Architektin wurde 1972 geboren und studiert seit 2008 an der Freien Kunstakademie Mannheim.

Ihre Objekte formt sie aus Skizzenpapier, das sie mit Kleister stabilisiert und mit F├Ąden zusammenn├Ąht. Sie hat das Geb├Ąlk des Alten Rathauses abgeformt und als Dublette neben die Holzbalken geh├Ąngt. Lange wei├če Leitern aus Transparentpapier liegen, stehen und h├Ąngen im Raum, es sind die Abformungen der Leiter die zum Rathausturm f├╝hrt und die der Besucher durch eine ge├Âffnete T├╝r sehen kann. Das Material hat in seiner Wei├čheit und Transparenz etwas Leichtes. Fasst man es an, und das darf und soll man, ist man erstaunt wie stabil es sich durch den Kleister und die N├Ąhte zeigt.

„Einzelne im Ausstellungsraum befindlichen Holzstreben des Geb├Ąlks m├Âchte ich abformen und die geformten Objekte neu platzieren. Durch das Abdecken von Dialogstreben und das Abformen einer Sprossentreppe m├Âchte ich einen anderen, neuen Raum bilden und auf die angrenzenden R├Ąume verweisen“, so beschreibt die K├╝nstlerin ihre Vorgehensweise im alten Heddesheimer Rathaus.

„Abformungen.“

Alte Koffer aus den 50er Jahren und seit Anfang der 90er Jahre Aufbewahrungsort f├╝r Architekturskizzen waren der Ansto├č zu den „Abformungen“ der K├╝nstlerin Nicole Klimaschka: „Ich entdeckte das Transparentpapier mit meinen alten Architekturzeichnungen als plastisches Material“. Es entstanden Matroschka-Figuren und Kofferobjekte.

Diese abgeformten Koffer hat sie auch nach Heddesheim mitgebracht.

„Abformen“ bedeutet f├╝r die K├╝nstlerin das Besch├Ąftigen mit dem Thema Familie, das Weitergeben von Konflikten und ├âÔÇ×ngsten an die n├Ąchste Generation und die Suche nach Behausung und eigenem Raum.

Ãœber die Wendeltreppe steigt man in die Welt der Künstlerin Carolina Brack. Brack studiert ebenfalls an der Freien Kunstakademie Mannheim.

„Seit 2007 arbeitet sie an einem Konzept das auf zeichnerischen sowie malerischen Kompositionselementen basiert und sich bis heute konsequent von der Bildfl├Ąche in den Raum entwickelt.“ (Dr. Rolf Lauter, ehemaliger Direktor der Mannheimer Kunsthalle)

Die Bilder im Vorraum des obersten Stockwerks zeigen abstrakte Bildwelten, die landschaftliche Motive, Bergformationen, B├Ąume, Fl├╝sse und W├Ąlder in weichen Farben erahnen lassen.

Der Raum ist ein Kunstwerk aus vielen.

Gleich dahinter, verwandelt sich der Raum unter dem Dach des Rathauses in einen Mikrokosmos aus Formen und Farben. Wie Am├Âben schweben filigran geschnittene Elemente von der Decke. Musik und Lichtprojektionen geben den Objekten der K├╝nstlerin eine fast unwirkliche Atmosph├Ąre. Mal meint man Fische, Korallen oder Blumen zu erkennen. Alles ist in Bewegung in einer Welt aus Licht und Schatten, Farben und Formen. Auf den ausgeschnittenen Kartonelementen befinden sich gezeichnete und gemalte abstrakte Farbkompositionen.

In einer Nische wirft ein Projektor eine Videoarbeit der Kunststudentin an die W├Ąnde, wo man fast assoziativ Motive zu erkennen glaubt. Der ganze Raum scheint ein einziges Kunstwerk bestehend aus vielen zu sein.

Mit dieser Ausstellung beschreitet der Heddesheimer Kunstverein sicherlich neue Wege und der Betrachter muss sich darauf einlassen: Es lohnt sich.

Info: Die Ausstellung ist bis 17. Oktober immer sonntags von 14 bis 17 Uhr in der Galerie im Alten Rathaus ge├Âffnet.

Viel Freude mit den Fotos:

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