Freitag, 22. September 2017

"Jede Schule ist ein Spezialfall"

Gemeinschaftsschule Karl-Drais: Entscheidung noch offen

Rhein-Neckar, 08. Oktober 2014. (red/ld) Mindestens 40 Sch├╝ler braucht eine Schule pro Jahrgang, um als Gemeinschaftsschule zugelassen zu werden – also 2 mal 20. Diese Zahlen m├╝ssen sie langfristig nachweisen. Wer darunter liegt, hat keinen Anspruch auf die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule, hat┬áder Verwaltungsgerichtshof Mannheim aktuell entschieden. Auch ├╝ber die Karl-Drais-Schule wird erst im Winter entschieden. Ob sie kommt, ist noch offen. [Weiterlesen…]

Geheime Noten f├╝r die Schulen

Rhein-Neckar, 09. Mai 2014. (red/ld) Halten Schulen, was sie in ihren Leitbildern versprechen? Das untersuchen 90 Mitarbeiter des Landesinstituts f├╝r Schulentwicklung in Baden-W├╝rttemberg im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Fremdevaluation. Die Ergebnisse ver├Âffentlicht das Kultusministerium aber nicht – um ein Schulranking zu vermeiden. [Weiterlesen…]

MdL Sckerl (Gr├╝ne) und Kleinb├Âck (SPD) kritisieren neuerliche Verunsicherung durch MdL Wacker (CDU)

Gymnasiale Standards an Gemeinschaftsschulen vorhanden

Hirschberg/Heddesheim/Rhein-Neckar, 10. September 2013. (red/pm) Die beiden Landtagsabgeordneten Uli Sckerl (Gr├╝ne) und Gerhard Kleinb├Âck (SPD) kritisieren Georg Wacker (CDU). Dieser behauptet, dass an den Gemeinschaftsschulen die gymnasialen Standards fehlen. [Weiterlesen…]

Schule will sich vor Vandalismus seiner Privatsch├╝ler sch├╝tzen

„Klo-Cam“: Kamera auf Toilette des Kurpfalz-Gymnasiums Mannheim

Kamera auf einer M├Ąnner-Toilette des Kurpfalz-Gymnasiums. Schulleiter Schmitt sagt: "Die Schule geh├Ârt mir - ich sch├╝tze mein Eigentum." Foto: privat

Mannheim/Rhein-Neckar, 03. Dzember 2011. (red/aktualisiert) Nach unseren Informationen wurde Strafanzeige gegen die Schulleitung wegen Datenschutzverletzungen erstattet. Die Schulleitung soll mittlerweile die Kameras entfernt haben.

Urspr├╝nglicher Artikel:

Mannheim/Rhein-Neckar, 30. November 2011. (red) In mindestens einer M├Ąnner-Toilette des privaten Kurpfalz-Gymnasium/-Realschule ist eine Kamera installiert. Unsere Redaktion wurde von Eltern darauf aufmerksam gemacht. Die Schulleitung findet, es sei ihr Recht, dort eine Kamera zu installieren. Ist das so? Darf eine Privatschule sanit├Ąre Anlagen per Video├╝berwachung „sch├╝tzen“ und gleichzeitig die Privatsph├Ąre von Sch├╝lern verletzen?

Von Hardy Prothmann

Die Aufregung bei den Eltern ist gro├č: „Das gibts doch nicht, war meine erste Reaktion, als ich geh├Ârt habe, dass auf den Toiletten Kameras h├Ąngen“, sagt der Vater eines Jungen, der das Mannheimer Kurpfalz-Gymnasium besucht.

„Geschmacklos und rechtswidrig“, ist die erste Reaktion von Mathias Meder, Sprecher f├╝r Sicherheits- und Ordnungspolitik von┬áB├╝ndnis 90/ Die Gr├╝nen im Gemeinderat der Stadt Mannheim.

„Das ist meine Sache, ich darf das“, ist die erste Reaktion von Schulleiter Schmitt, der uns sogleich „rechtliche Konsequenzen und jede Menge ├ärger“ am Telefon androht: „Sie werden dar├╝ber nicht berichten.“ [Weiterlesen…]

Gastbeitrag: „Dagegen“ w├Ąr wohl besser gewesen!

Guten Tag!

10. Februar 2011. Der Heddesheimer Gemeinderat Uli Kettner kommentiert den Beschluss der Landesregierung, den Werkrealschulabschluss nun doch auch f├╝r kleine Hauptschulen m├Âglich zu machen.

Von Ulrich Kettner

Auch kleine Hauptschulen d├╝rfen k├╝nftig den Werkrealschluss anbieten!

Gemeinderat Ulrich Kettner. Foto: privat

So lie├č es Kultusministerin Schick k├╝rzlich verk├╝nden. Bis dahin galt, dass zuk├╝nftig nur noch solche Schulen den WRS- Abschluss anbieten d├╝rfen, die auf Dauer zweiz├╝gige Klassenf├╝hrung gew├Ąhrleisen k├Ânnen.

Dies hat im L├Ąndle f├╝r viel Wirbel gesorgt, CDU und FDP bekamen den Zorn der Betroffenen zu sp├╝ren und haben nun kurz vor der Landtagswahl eingelenkt. Auch weil das Verwaltungsgericht dem Ministerium unklare Formulierung attestiert hat und bei konsequenter Durchf├╝hrung verlorene Prozesse drohen.

Dumm da stehen jetzt all die Kommunen, die es besonders eilig hatten und die Zusammenlegung von Hauptschulen bereits beschlossen und umgesetzt haben.

Dumm da stehen also besonders wir in Heddesheim und Hirschberg.

Vorauseilend und vermeintlich weitsichtig wurde im letzten Jahr die Zusammenlegung der Schulen in Hirschberg und Heddesheim von den Verwaltungen empfohlen und den Gemeinderatsgremien mehrheitlich beschlossen.

Wer wie wir Gr├╝ne dagegen war, musste sich den Vorwurf gefallen lassen, den Schulstandort zu gef├Ąhrden. Da halfen auch gute Argumente nichts.

Unser Antrag auf Bestandschutz wurde im Heddesheimer Gemeinderat mit 15:7 abgelehnt (auch von der SPD) und die Zusammenlegung mit viel Arbeit und Schwierigkeiten f├╝r Schulleitungen und Verwaltungen durchgezogen, damit schon im laufenden Schuljahr die neue Schule an den Start gehen konnte.

Die Namensfindung steht noch aus.

Ob der Zulauf zu der neuen alten Schulform die Erwartungen erf├╝llt, bleibt h├Âchst zweifelhaft. Der Trend zu den anderen weiterf├╝hrenden Schularten ist ungebrochen. Die neue WRS ist und bleibt ein Spar- und Auslaufmodell.

Wozu also die Hektik? Zum Wohle unserer Sch├╝ler? Um das ungeliebte Thema m├Âglichst schnell vom Tisch zu haben und sich anderen, wichtigeren Themen (Pfenning) zuwenden zu k├Ânnen?

Auch da wurden gute Argumente gegen die Ansiedlung ignoriert. Die Folgen wird die Zukunft zeigen.

Die CDU f├Ąhrt ihre Propaganda-Kampagne gegen „Die-Dagegen-Partei“ mangels eigener Zukunftskonzepte.

Am Beispiel des traurigen Spiels um die WRS zeigt sich, wie wichtig „dagegen“ ist, wenn fragw├╝rdige Entscheidungen voreilig und undurchdacht durch die Gremien gedr├╝ckt werden. Zu ├Ąndern ist daran wohl jetzt nichts mehr.

Es sei denn, der W├Ąhler entscheidet sich im M├Ąrz f├╝r einen l├Ąngst f├Ąlligen Wechsel auch in der Schulpolitik und f├╝r echte Reformen mit l├Ąngerem gemeinsamem Lernen und Investitionen zugunsten individueller F├Ârderung f├╝r alle Sch├╝ler.

Anmerkung der Redaktion: Ulrich Kettner ist Gemeinderat der Fraktion B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen im Heddesheimer Gemeinderat.

Artikel auf dem heddesheimblog zu Werkrealschule
Artikel auf dem hirschbergblog zu Werkrealschule

Regionalkonferenz Ehrenamt in Weinheim

Guten Tag!

Heddesheim/Rhein-Neckar, 07. Juli 2010. Am 14. Juli 2010 laden der Landrat Stefan Dallinger (CDU) und der „Ehrenamtsbeauftragte“ und Kultusstaatssekret├Ąr Georg Wacker (CDU) nach Weinheim zur Regionalkonferenz Ehrenamt ein. Noch sind Anmeldungen m├Âglich.

Nach Auskunft des Kultusministeriums haben sich bislang 250 Teilnehmerinnen f├╝r die Konferenz angemeldet. Wegen der geografischen Struktur des Rhein-Neckar-Kreises wird es zwei Konferenzen geben – wo und wann die zweite im s├╝dlichen Teil stattfindet, ist noch nicht bekannt.

Bislang wurden vier Regionalkonferenzen in T├╝bingen, Mosbach, Ludwigsburg und Immenstaad (Bodenseekreis) abgehalten.

Die Funktion eines „Ehrenamtsbeauftragten“ gibt es nur in Baden-W├╝rttemberg. Er soll auf politischer Ebene ehrenamtliche T├Ątigkeiten erleichtern und Ansprechpartner sein, f├╝r alles „was die Leute auf dem Herzen haben“, so das Kultusministerium.

Presseerkl├Ąrung des Kultusministeriums:

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Ehrenamtsbeauftragter Georg Wacker. Bild: KM

„Am Mittwoch, 14. Juli, findet die f├╝nfte baden-w├╝rttembergischen Regionalkonferenz zum Ehrenamt in Weinheim im Rhein-Neckar-Kreis statt. „Die Konferenz f├Ârdert den Dialog zwischen Ehrenamt und Politik. Wir wollen uns damit in erster Linie bei den Ehrenamtlichen f├╝r ihr Engagement bedanken“, sagte der Ehrenamtsbeauftragte der Landesregierung, Kultusstaatssekret├Ąr Georg Wacker MdL, der die Konferenz mitgestaltet und f├╝r Gespr├Ąche zur Verf├╝gung stehen wird. Gemeinsam mit dem Landrat des Rhein-Neckar-Kreises, Stefan Dallinger, l├Ądt er dazu ehrenamtlich Engagierte aus allen gesellschaftlichen Bereichen des Landkreises in die Weinheimer Stadthalle ein.

Im Mittelpunkt der Regionalkonferenz steht das vielschichtige ehrenamtliche Engagement in der Region. Bei der Veranstaltung werden beispielhafte ehrenamtliche Projekte und Initiativen pr├Ąsentiert. Dabei haben die Teilnehmenden Gelegenheit, miteinander ins Gespr├Ąch zu kommen.

Mit den zweimal j├Ąhrlich stattfindenden Regionalkonferenzen soll der Dialog mit den B├╝rgerinnen und B├╝rgern intensiviert werden. Zugleich dienen sie der Information ├╝ber die bestehenden F├Ârder- und Unterst├╝tzungsinstrumente des Landes im Bereich des Ehrenamts und b├╝rgerschaftlichen Engagements.

Er├Âffnet wird das abendliche Programm in Weinheim um 18:30 Uhr mit dem Improvisationstheater Q-Rage und dem Pianisten Michael Fiedler. Nach der Begr├╝├čung durch Staatssekret├Ąr Wacker und Landrat Dallinger werden Beispiele b├╝rgerschaftlichen Engagements aus dem Rhein-Neckar-Kreis pr├Ąsentiert. Helmut Merkel stellt die Aktion „Hilfe zur Selbsthilfe“ aus Dossenheim vor.

Anschlie├čend informiert Rechtsanwalt Dr. Frank Zundel aus Mosbach ├╝ber Rechtsfragen im Ehrenamt. Danach referiert Volker Jacob ├╝ber ehrenamtliche Aktivit├Ąten in der TSG 1862 Weinheim. Nach den „Fragen an die Politik“ an Staatssekret├Ąr Wacker und Landrat Dallinger rundet das Improvisationstheater Q-Rage unter Beteiligung des Publikums den Abend mit einem humoristischen Theaterspiel zum Thema Ehrenamt ab.

Wer sich noch anmelden m├Âchte, kann dies beim Landesb├╝ro Ehrenamt im Kultusministerium Baden-W├╝rttemberg unter der Telefonnummer├é┬á(0711) 279-2673 oder per E-Mail unter├é┬á brigitte.kieser@km.kv.bwl.de├é┬átun.

Programmablauf Regionalkonferenz Ehrenamt:

18:30 Uhr Improvisationstheater – Q-Rage und Michael Fiedler
18:40 Uhr Begr├╝├čung Kultusstaatssekret├Ąr Georg Wacker MdL und Landrat Stefan Dallinger
19:00 Uhr Beispiele b├╝rgerschaftlichen Engagements aus dem Rhein-Neckar-Kreis – Aktion „Hilfe zur Selbsthilfe“ Dossenheim / Vorsitzender Helmut Merkel
19:15 Uhr Rechtsfragen im Ehrenamt – Rechtsanwalt Dr. Frank Zundel, Mosbach
19:35 Uhr Beispiele b├╝rgerschaftlichen Engagements aus dem Rhein-Neckar-Kreis – TSG 1862 Weinheim / Vorsitzender Volker Jacob / Cheerleadergruppe
19:55 Uhr Fragen an die Politik
20:10 Uhr Improvisationstheater – Q-Rage und Michael Fiedler
20:25 Uhr Stehempfang und Gespr├Ąche
21:30 Uhr Ende der Veranstaltung“

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
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Was vom Antrag ├╝brig bleibt – die Werkrealschule der Politik

Guten Tag!

Heddesheim/Hirschberg, 18. Februar 2010. Der urspr├╝ngliche Antrag auf eine gemeinsame Werkrealschule ist gescheitert. Das „macht nichts“, denn ein „Alternativantrag“ soll die „L├Âsung“ sein.

Kommentar: Hardy Prothmann

Es geht um das „Wohl unserer Sch├╝ler“. An dieser Aussage lie├čen die B├╝rgermeister Manuel Just (Hirschberg) und Michael Kessler (Heddesheim) keinen Zweifel.

Kein Zweifel? Von wegen.

Das Konzept der Werkrealschule an sich ist verzweifelt.

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Michael Kessler, Georg Wacker, Manuel Just finden "Alternativl├Âsung". Bild: hblog

Nur Baden-W├╝rttemberg und Bayern leisten sich dieses Konzept, w├Ąhrend schon zehn andere der sechzehn Bundesl├Ąnder die Hauptschule abgeschafft haben oder dabei sind, diese abzuschaffen.

In Stuttgart wird eine Kirchturmpolitik gemacht, die mit den „Zust├Ąnden“ vor Ort, mit dem Zustand der Hauptschule an sich nichts zu tun hat. Die Werkrealschule ist eine „Zwischenl├Âsung“ auf dem Weg zur Abschaffung der Hauptschule und von Motiven getrieben, denen ganz sicher das „Wohl der Sch├╝ler“ egal ist. Es geht darum, was diese „kosten“.

Das Konzept ist, dass alles noch nicht geregelt ist.

Wenn Staatssekret├Ąr Georg Wacker (CDU) etwas von „p├Ądagogischen Konzepten“ in diesem Zusammenhang erl├Ąutert, darf man mit Fug und Recht behaupten, dass er „schw├Ątzt“.

Denn mit den Konzepten ist es nicht weit her.

Das Gesetz zu dieser „Schulreform“ wurde im Hauruck-Verfahren von der Landesregierung gegen die Empfehlungen der Lehrer und Eltern durchgedr├╝ckt. Die Vorsitzende des Landeselternbeirats Christiane Staab (CDU) ist zusammen mit ihrer Stellvertreterin Sylvia Wiegert aus „Entsetzen“ ├╝ber die Schulpolitik am 20. Januar 2010 von ihrem Amt zur├╝ckgetreten.

Konzepte? Bis heute liegen keine Lehrpl├Ąne f├╝r diese ach-so-tolle Werkrealschule „neuen Typs“ vor. Erst in einigen Wochen wird das der Fall sein: „Die Schulen und Lehrer haben dann ausreichend Zeit, sich darauf einzustellen“, sagt Staatssekret├Ąr Wacker und tut so, als liefe alles wie am Schn├╝rchen.

Hautpsache „gesetzeskonform“.

Das tut es aber nicht. Die AlternativNotl├Âsung Hirschberg-Heddesheim ist ein erstklassiges Beispiel.

Auf der Pressekonferenz wird eine „gesetzeskonforme“ L├Âsung pr├Ąsentiert. B├╝rgermeister Manuel Just machte keinen Hehl daraus, dass man aus der misslichen Lage das Beste machen wollte (erster Antrag) und das Bestm├Âgliche nun beantragen wolle (Alternativantrag).

Kommende Woche wird die zweitbeste aller schlechten L├Âsungen nun durchgeboxt. Am Montag wird der Hirschberger Elternbeirat in Kenntnis gesetzt, am Dienstag soll der Gemeinderat den neuen Antrag abnicken, am Mittwoch wird der Heddesheimer Elternbeirat in Kenntnis gesetzt, am Donnerstag soll der dortige Gemeinderat nicken.

F├╝r die beiden Schulen, die dann k├╝nftig eine sein werden, wird die Schulleitung neu ausgeschrieben. Voraussichtlich wird Jens Drescher, der Leiter der Martin-St├Âhr-Schule der neue Leiter der gemeinsamen Werkrealschule – es k├Ânnte aber auch jemand anderes werden. Die Heddesheimer Rektorin Hiltrud Rudolf wird sich voraussichtlich der Lage beugen und Leiterin einer Johannes-Kepler-Grundschule werden.

Doch auch das ist noch nicht geregelt – voraussichtlich wird die gemeinsame Werkrealschule zum kommenden Schuljahr 2010/11 starten und noch beide Schulleitungen im Amt haben.

Dringende Probleme

Ein neuer Name wird bis dahin auch noch nicht gefunden haben, denn „es gibt dringendere Probleme“ zu l├Âsen, wie B├╝rgermeister Manuel Just sagt.

Beispielsweise die Organisation der verteilten Schule: Wer, wann, wo und wie sind die bislang ungel├Âsten Fragen zum Einsatz der Lehrer.

Auch der Transport der Sch├╝ler ist noch nicht geregelt. Wie sch├Ân, dass das „die Zehntkl├Ąssler nicht betrifft“, wie B├╝rgermeister Michael Kessler sagt, „die k├Ânnen wie bisher auch mit dem normalen ├ľPNV fahren“.

Vier Klassenzimmer stehen k├╝nftig in Hirschberg oder in Heddesheim leer. Was macht man damit? B├╝rgermeister Kessler sagt allen Ernstes: „Die k├Ânnte man dann beispielsweise renovieren. Oder so.“

„Oder so“ also.

Die „Werkrealschule der Politik“ f├╝hrt dazu, dass „zwei starke Hauptschulen“ in ein zweifelhaftes Abenteuer mit unbekanntem Ausgang gest├╝rzt werden.

Der vom Staatssekret├Ąr hoch gelobte „mittlere Bildungsabschluss“ der Werkrealschule, der angeblich dem Realschulabschluss „gleichwertig“ sein soll, ist in den Nachbarl├Ąndern Rheinland-Pfalz und Hessen unbekannt und dementsprechend nichts wert.

Ein guter Abschluss?

Darauf angesprochen sagt Herr Wacker: „Die Kultusministerkonferenz hat diesen Abschluss quasi „zertifiziert“. Hier in Baden-W├╝rttemberg wurde uns versichert, dass dies ein guter Abschluss ist.“

Ein guter Abschluss also? Das wird sich in der Praxis zeigen m├╝ssen. Aus Sicht der Lehrer handelt es sich um einen Etikettenschwindel.

Die Schulnote f├╝r die „Schulreform“ und die Hirschberger-Heddesheimer-L├Âsung hingegen steht fest: Sie ist mangelbehaftet. Ebenso wie die „Einbeziehung“ der Sch├╝ler, Eltern und des Elternbeirats – was kommende Woche passieren wird, hat nichts mit „Einbeziehung“ zu tun, sondern nur mit „Durchboxen“.

Die Alternativl├Âsung ist eine L├Âsung ohne Alternative.

Gemeinsame Werkrealschule: Der „Alternativantrag“

Guten Tag!

Heddesheim/Hirschberg, 18. Februar 2010. Der urspr├╝ngliche Antrag auf eine gemeinsame Werkrealschule der Gemeinden Heddesheim und Hirschberg hatte politisch keine Chance. Ein Alternativantrag soll genehmigungsf├Ąhig sein.

Der Alternativantrag f├╝r eine gemeinsame Werkrealschule sieht vor, dass bereits zum kommenden Schuljahr die Klassen 5-7 der Hauptschulen Heddesheim-Hirschberg einz├╝gig (also nur mit einer Klasse in der Stufe) vor Ort unterrichtet werden (siehe unseren Bericht „Letzte Verhandlungen zur Werkrealschule„).

Die Klassen 8-9 werden zweiz├╝gig an wechselnden Standorten unterrichtet. Die Klasse 10 wird dort absolviert, so zuletzt die Klasse 9 stattgefunden hat.

Auf einer Pressekonferenz in Hirschberg erl├Ąuterten die B├╝rgermeister Michael Kessler (Heddesheim) und Manuel Just (Hirschberg) sowie Staatsminister Georg Wacker (CDU), dass der gemeinsame Schulstandort Hirschberg sein soll. Heddesheim soll als „Ausgleich“ Standort eines noch einzurichtenden „Schulzweckverbandes“ werden.

Am Montag, den 22. Februar 2010, soll der Hirschberger Elternbeirat der Martin-St├Âhr-Schule ├╝ber den „Alternativantrag“ unterrichtet werden. Am 23. Februar 2010 soll der Hirschberger Gemeinderat dem Antrag zustimmen. Am 24. Februar soll der Heddesheimer Elternbeirat der Johannes-Kepler-Schule ├╝ber den „Alternativantrag“ unterrichtet werden. Am 25. Februar 2010 soll der Heddesheimer Gemeinderat dem „Alternativantrag“ zustimmen.

Die Zustimmung der beiden Gemeinder├Ąte ist die Vorraussetzung, dass beide Gemeinden bis zum 15. M├Ąrz 2010 einen neuen „Alternativantrag“ stellen k├Ânnen.

Dokumentation der Pressemitteilung:

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Gemeinsame Werkrealschule: Alternativantrag genehmigungsf├Ąhig

Guten Tag!

Heddesheim/Hirschberg, 17. Februar 2010. Der Antrag auf eine gemeinsame Werkrealschule Hirschberg-Heddesheim ist nicht genehmigungsf├Ąhig. Ein Alternativantrag soll akzeptiert werden.

Die B├╝rgermeister Manuel Just (Hirschberg) und Michael Kessler (Heddesheim) sowie der Staatssekret├Ąr Georg Wacker (CDU) haben heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt gegeben, dass der urspr├╝ngliche Antrag der beiden Gemeinden f├╝r eine gemeinsame Werkrealschule nicht genehmigungsf├Ąhig ist.

Stattdessen solle ein Alternativantrag gestellt werden, „f├╝r den ich ganz klar die Genehmigung signalisieren kann“, sagte Staatssekret├Ąr Wacker.

Danach verbleiben die Klassen 5-7 an den Standorten Heddesheim und Hirschberg. Jahrgangsstufe 8 wird an einem Standort unterrichtet, Jahrgangsstufe 9 wechselt dann an den anderen Standort, wo auch die zehnte Klasse abgeschlossen wird.

Diesem Modell m├╝ssen aber noch die beiden Gemeinder├Ąte zustimmen.

Der Artikel wird aktualisiert.
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Antrag auf gemeinsame Werkrealschule umstritten

Guten Tag!

Heddesheim, 20. November 2009. Zun├Ąchst herrschte Einigkeit, was den Antrag auf eine gemeinsame Werkrealschule der Gemeinden Heddesheim und Hirschberg angeht. Immerhin kooperieren die beiden Schulen schon seit langem und diese Kooperation ist fruchtbar. Am 31. Juli 2009 trat das neue Landesschulgesetz in Kraft – seitdem herrscht in vielen Orten der schulische Ausnahmezustand.

Das Kultusministerium informiert: „Zweiz├╝gige Hauptschulen und zweiz├╝gige Hauptschulen mit Werkrealschulzug werden zu Werkrealschulen weiterentwickelt. F├╝r die Frage der Zweiz├╝gigkeit sind die Regelungen des Organisationserlasses ausschlaggebend. Von einer anzustrebenden stabilen Zweiz├╝gigkeit ist jedoch erst bei einer Mindestsch├╝lerzahl von 36 auszugehen.“

Die S├Ątze haben es in sich. Werkrealschule soll nur sein, wer „Zweiz├╝gigkeit“ anbieten kann, also zwei Klassen pro Jahrgangsstufe – f├╝r viele Hauptschulen mit sinkenden Sch├╝lerzahlen ein K.O.-Kriterium. Aus diesem Grund wollen Heddesheim und Hirschberg mit je einem Zug zu einer „Zweiz├╝gigkeit“ fusionieren. Das n├Ąchste Problem: Das Ministerium will, dass die Klassen 5-7 an einer Schule und die Klassen 8-10 an der andere Schule unterrichtet werden.

Die Heddesheim-Hirschberg-L├Âsung war gut – bis das Gesetz kam.

Heddesheim und Hirschberg glauben, dass sie weitermachen k├Ânnen wie bisher, n├Ąmlich „vertikal“, also an beiden Standorten von der f├╝nften bis zur neunten Klasse unterrichten und die „Werkrealschuleklasse“ 10 dann im Wechsel. Daf├╝r braucht es aber eine Ausnahmegenehmigung.

Beide Standorte k├Ânnen aber auch Hauptschule bleiben – dort wird so unterrichtet, dass Sch├╝ler nach der 9. Klasse auf eine Werkrealschule gehen k├Ânnen. Aber „Hauptschule“ klingt nicht so gut wie „Werkrealschule“ – auch wenn weniger als ein Drittel der Sch├╝ler ├╝berhaupt die zehnte Klasse absolviert.

Der Spiegel schrieb deswegen schon im Herbst des vergangenen Jahres von einem Etikettenschwindel. Gewerkschaften und Elternbeir├Ąte protestieren ebenso wie Handwerkskammern gegen das neue Gesetz – das ficht das Kultusministerium nicht an und auch nicht die Heddesheimer Politik: „Wir k├Ânnen hier an der Landespolitik nichts ├Ąndern“, sagt B├╝rgermeister Michael Kessler und bekommt Unterst├╝tzung von der CDU, der SPD und der FDP.

Ignoranz auf fast allen Ebenen.

CDU und FDP ignorieren dabei vollst├Ąndig das Chaos, dass ihre Landesparteien angerichtet haben. Und die Heddesheimer SPD, allen voran deren Vorsitzender J├╝rgen Merx, ignoriert die Haltung der Genossen auf Landesebene. Die Stuttgarter Zeitung schreibt bereits am 31.07.2009:

„In der Sache sind die Positionen unver├Ąndert. Norbert Zeller, der Bildungsexperte der SPD, warnte, „die Werkrealschule bringt keinerlei Verbesserungen“. Stattdessen seien knapp 800 einz├╝gige Hauptschulen von der Schlie├čung bedroht. Er kritisierte das Konzept als Einsparprogramm der Landesregierung.“

Auch das Problem der Schulleitung ist in Heddesheim pl├Âtzlich ein neues Thema. Erst hie├č es, beide Standorte behielten ihre Rektoren – das aber geht nicht nach dem neuen Gesetz. Deswegen schreibt B├╝rgermeister Kessler folgerichtig, aber im Widerspruch zu fr├╝heren Aussagen in seinem Antrag: „Eine der Gemeinden wird jedoch am Ende in dieser Frage zur├╝ckstecken m├╝ssen.“

F├╝r den Gr├╝nen-Gemeinderat Ulrich Kettner und seine Fraktionskollegen passt hier nichts mehr zu dem, wie es mal gedacht war: eigenst├Ąndige Standorte kooperieren partnerschaftlich und bilden gemeinsam aus: „In der jetzigen Form geht es nicht um das Wohl der Sch├╝ler, sondern um ein Sparprogramm. Deswegen werden wir dem Antrag nicht zustimmen.“

Der Lehrer ist kritisch, der B├╝rgermeister wundert sich, die CDU warnt, die SPD bleibt vor Ort.

Der B├╝rgermeister hingegen will nicht „in die Details gehen“, der CDU-Fraktionschef Dr. Josef Doll sagt „vor dem Verlust der Hauptschule ist zu warnen“, FDP-Mann Frank Hasselbring lobt „die notwendige Flexibilit├Ąt“ und SPD-Fraktionschef Merx meint: „Wir m├╝ssen vor Ort Politik machen.“

Das Argument, vorgebracht von Kettner, dass in anderen Orten intensiv ├╝ber andere M├Âglichkeiten beraten wird und es keinen Drang zur Eile gibt, wird beiseite geschoben: „Ich muss mich schon sehr wundern, Herr Kettner, dass gerade Sie jetzt dagegen sind“, sagt der B├╝rgermeister – der einfach nicht verstehen will, dass sich die fr├╝heren Annahmen ge├Ąndert haben k├Ânnten oder sogar haben.

Im Gegenteil meint B├╝rgermeister Kessler, dass „wir das im vergangenen Herbst schon diskutiert haben, wo es das Problem noch nicht gab“. Das Problem gab es damals zwar schon, aber bis zur Sitzung am 19. November 2009 nur ein einziges Mal in einer ├Âffentlichen Gemeinderatssitzung. Dar├╝ber hinaus hat sich der Gemeinderat f├╝nf Mal mit dem Thema befasst – immer nicht-├Âffentlich.

Hintergrund:
Stellungnahme Fraktion B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen zur Werkrealschule
Stuttgarter Zeitung: Neue Werkrealschule ist Gesetz
Gewerkschaft GEW: Meldungen und Berichte zur Werkrealschule
Stellungnahme Handwerk
Pressemeldung Kultusministerium
Spiegel: Baden-W├╝rttemberg pappt neues Etikett an Hauptschulen
Stuttgarter Zeitung: Werkrealschule kommt nicht an

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

„Die Werkrealschule ist ein Etikettenschwindel.“

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Sch├╝ler informieren sich w├Ąhrend der Berufsinformationsb├Ârse an der Johannes-Kepler-Schule in Heddesheim. Foto: hblog

Guten Tag!

Heddesheim, 17. November 2009. Am kommenden Donnerstag soll der Heddesheimer Gemeinderat einem Antrag der Verwaltung zustimmen: Zusammen mit Hirschberg soll eine gemeinsame Werkrealschule eingerichtet werden. Damit diese im kommenden Schuljahr schon m├Âglich ist, muss der Antrag bis zum 15. Dezember 2009 gestellt sein. Die Zeit scheint also knapp – eine ├Âffentliche Debatte zu diesem Thema hat es in Heddesheim noch nicht gegeben. Und das ist aus Sicht der Gewerkschaft GEW ein gro├čer Fehler – der eine optimale L├Âsung f├╝r die Hauptsch├╝ler verhindert.

Interview: Hardy Prothmann

Herr Schneider, wie beurteilt die GEW die neuen Werkrealschulen?
Matthias Schneider: „Eindeutig negativ. Das Kultusministerium hat unter dem Druck der sinkenden Sch├╝lerzahlen ein neues Konzept „erfunden“, das weder etwas mit Verbesserungen f├╝r die Sch├╝ler zu tun hat noch mit den Erfahrungen der p├Ądagogischen Praxis.“

Moment, die Neue Werkrealschule ist doch nach Worten von Kultusminister Rau eine Aufwertung der Hauptschule?
Schneider: „Das ist ein Etikettenschwindel. Es handelt sich nach wie vor um eine ├╝berholte Schulstruktur, an der herumgedoktort wird. Viele Hauptschulen werden die Bedingungen nicht erf├╝llen k├Ânnen und ├╝ber kurz oder lang geschlossen werden. Es geht nicht um bessere Schulkonzepte, es geht ausschlie├člich um Einsparungen.“

„Die Gemeinden sind gut beraten, nicht vorschnell zu entscheiden.“

So gesehen muss sich also jede Hauptschule beeilen, schnell Werkrealschule zu werden, um ├╝berleben zu k├Ânnen?
Schneider: „Dieser Eindruck wird vermittelt und ├╝brig bleibt der Druck. Keine Hauptschule verliert etwas, wenn Sie im kommenden Jahr immer noch Hauptschule ist. Die Schulen k├Ânnen die Antr├Ąge auch noch im n├Ąchsten Jahr stellen. Die Gemeinden sind gut beraten, wenn sie nicht vorschnell entscheiden, sondern diskutieren, welche Art von Schule f├╝r ihre Kinder und Jugendliche die beste ist.“

Was ist Ihre Forderung?
Schneider: „Die ist eine ganz alte, die immer wieder best├Ątigt wird: Wir wollen Sch├╝lern ein besseres Lernen erm├Âglichen. Daf├╝r m├╝ssen die Sch├╝ler l├Ąnger zusammen lernen. Es gibt keinen vern├╝nftigen Grund, an dem dreigliedrigen Schulsystem festzuhalten. Die skandinavischen L├Ąnder machen uns vor, was gute Schulpolitik hei├čt. Es gibt die ├╝berzeugenden Zahlen aus dem Ausland, aber hier will das keiner wahrnehmen. Das ist nicht nachvollziehbar.“

Was kritisieren Sie besonders?
Schneider: „Gerade Hauptsch├╝ler sind mehr als andere auf stabile Beziehungen angewiesen. Diese „Hopping“-Modelle, bei denen die Sch├╝ler stundenweise an der Werkrealschule und dann wieder an der Beruflichen Schule unterrichtet werden, wirkt sich nicht wie angepriesen qualifizierend auf die Sch├╝ler aus – ganz im Gegenteil senkt das die Leistungsf├Ąhigkeit. Hauptsch├╝ler brauchen nicht in erster Linie mehr berufliche Orientierung, sondern eine intensivere F├Ârderung bei den Grundkompetenzen, das hei├čt Lesen, Schreiben und Rechnen zu k├Ânnen sowie ├╝ber soziale Kompetenzen zu verf├╝gen.“

„Optimale L├Âsungen erfordern Mut und den Willen zur Ver├Ąnderung.“

In Ravensburg sollten drei Hauptschulen zu zwei Werkrealschulen umgewandelt werden. Das hat der Gemeinderat in geheimer Abstimmung mit Stimmen der CDU abgelehnt. Wissen Sie etwas ├╝ber die Hintergr├╝nde?
Schneider: „Die Situation in Ravensburg kann als Vorbild f├╝r andere St├Ądte und Kommunen dienen. Dort sitzen mehrere Bildungsexperten im Gemeinderat, der Informationsstand ist hoch. Ebenso der Wille, selbst das Beste aus der Situation zu machen und nicht nur den Vorgaben des Landes zu folgen.“

K├Ânnen Sie das erl├Ąutern?
Schneider: „In den meisten Kommunen wird nur umgesetzt, was die Landespolitik vorgibt. Motto: „Da k├Ânnen wir nichts machen.“

„Man“ kann aber was machen?
Schneider: „Selbstverst├Ąndlich. Als erstes sollte sich der Gemeinderat das Wissen der Experten, also der P├Ądagogen, verschaffen. Und Gemeinder├Ąte verschiedener Kommunen sollten sich austauschen, immer mit dem Willen, nicht eine Landespolitik auszuf├╝hren, sondern optimale L├Âsungen f├╝r die Sch├╝ler herauszuholen. Daf├╝r braucht es aber Mut und den Willen zu Ver├Ąnderung.“

„Angstszenarien ├╝ber Schulschlie├čungen sind typische Ausreden.“

In Heddesheim hei├čt es, man m├╝sse mit der Hirschberger Hauptschule zusammengehen, weil der eigene Schulstandort bedroht sei.
Schneider: „Diese Angstszenarien sind typische Ausreden, wenn man sich hinter der Landespolitik verstecken will. Das ist leider in vielen Kommunen so. Ich vermute, dass Heddesheim keinen Schulentwicklungsplan hat.“

Was w├Ąre Sinn und Zweck eines solchen Planes?
Schneider: „Die P├Ądagogen geben ihren Input, die Gemeinder├Ąte und die Gemeinde versuchen ihre Verbindungen spielen zu lassen und holen Betriebe, Handwerkskammer, IHK und andere an einen Tisch, sammeln kritische und positive Erfahrungen und entwickeln auf Grund dieses Wissens ihre Schule so optimal wie m├Âglich.“

„L├Âsungen funktionieren nur von unten nach oben – nicht umgekehrt.“

Klingt utopisch.
Schneider: „Ist es aber nicht. Es gibt im Land immer mehr Bewegung in der Sache und ├╝berall, wo es diesen Einsatz f├╝r die Schulen gibt, entwickeln sich gute L├Âsungsideen. Die aber funktionieren nur von unten nach oben und nicht umgekehrt. Gerade die leistungsschw├Ącheren Kinder und Jugendlichen brauchen eine bessere Lobby vor Ort. Die Kommunen m├╝ssen sich f├╝r deren Interessen stark machen und nicht nur die vermeintlichen Patentrezepte der CDU/FDP-Landesregierung aus der Landeshauptstadt umsetzen.“

Info:
Matthias Schneider ist der Pressesprecher des baden-w├╝rttembergischen Landesverbands der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Diese fordert schon seit 20 Jahren die Aufl├Âsung des dreigliedrigen Schulsystems. Ziel sollte ein l├Ąngeres gemeinsames Lernen der Sch├╝ler sein. Aus p├Ądagogischer und sozialer Sicht.
Vergleiche, beispielsweise mit den skandinavischen L├Ąndern, geben diesem Modell Recht. Dort erreichen im Vergleich mehr Sch├╝ler die Hochschulreife, die Pisa-Ergebnisse zeigen, dass diese L├Ąnder in der Bildungspolitik Deutschland deutlich ├╝berlegen sind.
Gerade Baden-W├╝rttemberg und Bayern halten aber an dem dreigliedrigen Schulsystems fest, w├Ąhrend zehn der sechszehn Bundesl├Ąnder die Hauptschule bereits abgeschafft haben oder dies gerade tun.

Hintergrund:
Spiegel online: Baden-W├╝rttemberg pappt neues Etikett an Hauptschulen
Stuttgarter Zeitung: Ravensburger Gemeinderat – Werkrealschule kommt nicht an.

Kultusministerium BW: Modell der neuen Werkrealschule

Hauptschul-Dilemma in Zeiten von „Pfenning“

Guten Tag!

Heddesheim, 04. November 2009. Gerade hatte Hirschberg den Hauptsitz einer gemeinsamen Werkrealschule von Hirschberg und Heddesheim f├╝r sich beansprucht – und damit Heddesheim kalt erwischt.
Der Vorsto├č war selbstbewusst – aber jetzt kommt der R├╝cksto├č. Das Kultusministerium ist mit der „Hirschberg & Heddesheim“-L├Âsung nicht einverstanden. Damit wird das „Modell“ zweier Hauptschulen und einer gemeinsamen Werkrealschule politisch relevant – und steht auf der Kippe.

Kommentar: Hardy Prothmann

Wenn zwei sich streiten – freut sich der Dritte. Das ist in diesem Fall das Kultusministerium. Das hat eindeutige Pr├Ąferenzen. Durch umfangreiche Reformen sollen hunderte von Lehrerstellen eingespart werden.

Bei den Hauptschulen sowieso.

„Ganz ehrlich – was bringt das, wenn wir noch einen Hauptsch├╝ler ├╝ber eine „Werkrealschule“ weiterbringen“, wird so mancher „Ministeriale“ denken. Ist doch „Hartz IV“ f├╝r viele Hauptsch├╝ler das realistische „Berufsziel“.

Ein Problem mit Zusatzqualifikation.

F├╝r die feinen Damen und Herren in den Ministerien und ├âÔÇ×mtern (├╝ber unsere Steuern krisenresistent finanziert) sind Hauptsch├╝ler sowieso nur, freundlich gesagt, ein „Problem“. Werkrealsch├╝ler sind somit aus deren Sicht ein „Problem mit Zusatzqualifikation“.

Die Hauptschulen haben keine Lobby – denn dort sind selten Kinder von „wichtigen und einflussreichen Pers├Ânlichkeiten“ untergebracht. Eher von anderen.

Und anstatt sich aus einer verantwortlichen und demokratischen Haltung darum zu k├╝mmern, dass den h├Ąufig sozial schlechter gestellten Sch├╝lern Chancen geboten werden – werden Sie Ihnen, wie es scheint, sogar mit Vorsatz genommen. Immer streng nach Gesetz und Ordnung.

Obwohl alle wissen, dass das keine Probleme l├Âst, sondern sie nur versch├Ąrft.

Wissen die, die entscheiden, wie das Leben wirklich ist?

„Ministerielle“ haben das Problem, dass sie au├čerhalb ihrer Kantinen nur selten die Lebenswirklichkeit kennen – oder wurden sie dort schon h├Ąufiger gesehen?

Die Gemeinden haben das Problem, dass sie das Problem mit den Hauptschulen haben und das mit den Ministeriellen. Das ergibt ein Doppelproblem.

Das ergibt ein Dilemma.

Und das l├Âst man nicht im Alleingang.

Hirschberg hat bessere Argumente – reicht das?

Der Vorsto├č Hirschbergs, den Hauptsitz f├╝r eine gemeinsame Hauptschule mit Werkrealschule f├╝r sich zu proklamieren, ist argumentativ nachvollziehbar. Hirschberg hat bessere Argumente daf├╝r als Heddesheim.

Aber Hirschberg hat nicht die allein-selig-machenden Argumente – sondern nur bessere.

Beide Gemeinden wissen, dass sie mit Partnern st├Ąrker sind.

Die Backpfeife, die sich beide Gemeinden nun von den Ministeriellen aus Stuttgart eingefangen haben, zeigt aber, dass beide Gemeinden nicht ├╝ber ihren eigenen Tellerrand hinausgeschaut haben.

Es trifft die, die keine Lobby haben. Die Hauptsch├╝ler.

So, wie die politische Positionierung des Themas l├Ąuft, muss man bef├╝rchten, dass beide Gemeinden verlieren werden.

Das ist vielleicht ├Ąrgerlich f├╝r den einen oder anderen B├╝rgermeister, von denen jeder f├╝r sich andere Ziele hatte. Und vielleicht auch f├╝r die Gemeinder├Ąte, die f├╝r ihre Gemeinde „das Beste wollten“.

Viel schlimmer ist aber, dass es am Ende die trifft, die keine Lobby haben.

Das sind die Hauptsch├╝ler.

Junge Menschen – deren Zukunft ganz von der politischen F├╝rsorge der Verantwortlichen abh├Ąngt. Denn sonst haben sie wenig Unterst├╝tzung.

Diese junge Menschen haben mit Sicherheit nur ganz, ganz schlechte Chancen f├╝r ihre Zukunft.

Und noch schlechtere, wenn es niemanden gibt, der sich erfolgreich f├╝r sie einsetzt.

Das Thema Hauptschule ist seit Juni 2009 in Heddesheim ├Âffentlich nicht behandelt worden.

A propos Einsatz: Im Heddesheimer Gemeinderat ist das Thema Hauptschule im neuen Gemeinderat ├Âffentlich seit der Wahl im Juni 2009 noch nicht behandelt worden.

Damit fehlt auch jede ├Âffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema – wo es doch um Heddesheimer Sch├╝ler und Eltern geht.

Und um neue Ausbildungspl├Ątze, die angeblich durch die geplante „Pfenning“-Ansiedlung nach Heddesheim kommen k├Ânnten.

Bei der Diskussion um die „Pfenning“-Ansiedlung ist oft vergessen worden, dass es auch Arbeitspl├Ątze f├╝r weniger qualifizierte Menschen geben muss. Auch die haben Familien und sind an einem anst├Ąndigen Leben interessiert.

Laxe Handhabe steht gegen einen ernsten politischen Willen.

Die laxe politische Arbeit in Sachen Hauptschule durch den B├╝rgermeister muss Zweifel daran aufkommen lassen, ob es wirklich einen hinreichend ernstzunehmenden politischen Willen auf dessen Seite gibt, eine ordentliche hauptschulische Qualifikation in Heddesheim zu halten.

Und das vor dem Hintergrund, wo doch gerade hier in Heddesheim durch den beherzten Einsatz des B├╝rgermeisters Kessler ein f├╝r die Hauptsch├╝ler, also die Arbeiter, eventuell wichtiges Unternehmen angesiedelt werden soll.

Wieso Herr Kessler „Pfenning“ forciert, gleichzeitig aber die Hauptsch├╝ler h├Ąngen l├Ąsst, verstehe, wer will.

Wo doch Pfenning gerade einfach qualifizierten Menschen Arbeit bieten k├Ânnte.

Die Heddesheimer Lokalpolitik hat dazu bis heute keine ├Âffentliche Meinung.

Was die politischen Parteien dazu denken?

Keine Ahnung. Die zeichnen sich durch eine nicht-vorhandene ├Âffentliche Arbeit in der Sache aus.

Allesamt.

Hauptschulthema wird politisch – Hirschbergerheddesheimer L├Âsung ohne Chance?

Guten Tag!

Heddesheim, 04. November 2009. Wer h├Ątte das gedacht? Es gibt beim „MM“ doch noch den Willen zur journalistischen Recherche. Nein, nein: Das m├╝ssen Sie nicht falsch verstehen, sondern richtig.
W├Ąhrend es beim Thema Pfenning eine „Bei├čhemmung“ beim MM gab, legt die Kollegin Anja G├Ârlitz nun beim Thema Hauptschule vor. Thematisch ist das nicht vergleichbar. Aus journalistischer Sicht – und damit aus Sicht der ├ľffentlichkeit und der B├╝rger macht Frau G├Ârlitz jetzt aber das, was Journalisten immer tun sollten: Recherchieren, die Ergebnisse aufschreiben und ├ľffentlichkeit herstellen. Und das ist gut so.

Kommentar: Helle Sema

Und was Frau G├Ârlitz im MM aufgeschrieben hat, gef├Ąllt weder Hirschberg noch Heddesheim und schon gar nicht der FDP, die sich irgendwie als Vorreiter einer „Entwicklung“ sieht – leider hat sie sich verritten und daf├╝r einen Strafzettel in Form eines Abwurfs kassiert.

Der Bericht von Frau G├Ârlitz f├Ąngt mit einem entscheidenden Satz an: „So, wie Heddesheim und Hirschberg sich ihr gemeinsames Werkrealschul-Konzept vorstellen, sieht es das ge├Ąnderte Schulgesetz nach Auskunft eines Sprechers des Kultusministeriums nicht vor.“

Solche S├Ątze sind geeignet, Stress zu verbreiten – bei denen, die es angeht. In diesem Fall die Gemeinden Hirschberg und Heddesheim.

„Die Gesetzeslage ist eindeutig“, sagte der Sprecher des Kultusministeriums laut des Berichts und widerspricht damit eindeutig „einer Pressemitteilung der FDP/DVP-Landtagsfraktion“.

Im Kern geht es darum, dass durch eine Ver├Ąnderung der Hauptschulsituation eigentlich nichts ver├Ąndert werden soll – doch das wird kaum m├Âglich sein, wie der MM berichtet: „Demnach m├╝ssten sich Heddesheim und Hirschberg sp├Ątestens f├╝r die h├Âheren Klassen auf einen gemeinsamen Unterrichtsstandort einigen. Eine achte Klasse hier, die andere dort – das ginge dann nicht.“

In Hirschberg und Heddesheim wird das Thema sicherlich in n├Ąchster Zeit Konjunktur haben – man darf gespannt sein, welche politischen Vorschl├Ąge folgen.

Die Gemeinde Hirschberg war aktuell vorgeprescht und hatte den Hauptsitz einer gemeinsamen Werkrealschule f├╝r sich beansprucht und hatte Heddesheim damit kalt erwischt.

Jetzt sind beide Gemeinden durch das Kultusministerium kalt erwischt worden – denn so, wie sich das die eine Gemeinde und wie sich das beide vorgestellt haben, wird es nicht laufen.

Am wenigsten l├Ąuft es f├╝r die, die unmittelbar betroffen sind – die Hauptsch├╝ler.

Die alles entscheidende Frage, die Frau G├Ârlitz leider nicht gestellt hat, ist, was der politische Streit f├╝r diese jungen Menschen bedeutet.

Es scheint, dass diese Frage nirgendwo auf irgendeiner „Agenda“ steht.