Dienstag, 15. Oktober 2019

Geprothmannt: Mit „klassischen Medien“ werden Sie aus zweiter Hand informiert. PrĂ€dikat: „mangelhaft“.


Guten Tag!

07. Februar 2011. Haben Sie mitbekommen, dass in der arabischen Welt eine Revolution stattfindet? Ja? Wie haben Sie sich darĂŒber informiert? ÃƓber ARD und ZDF? In Ihrer lokalen Tageszeitung? Dann sind Sie leider vermutlich sehr schlecht informiert. Oder haben Sie sich online informiert? Dann könnten Sie besser informiert sein, wenn Sie die richtigen Quellen kennen.

Von Hardy Prothmann

Wer sich in Deutschland ĂŒber die Revolution in den arabischen Staaten informieren möchte, ist denkbar schlecht beraten, wenn er dafĂŒr ARD und ZDF oder „seine Zeitung“ benutzt und darauf vertraut, umfassend, hintergrĂŒndig und aktuell informiert zu werden.

Informationen? Klar – gibts im Ausland.

Tatsache ist: Man ist viel besser informiert, wenn man die Programme von Al Jazeera, CNN oder BBC einschaltet. Oder die Berichterstattung der amerikanischen New York Times, der spanischen El Pais, der französischen Le Monde oder des britischen Guardian verfolgt.

Das Problem dabei ist: Man muss schon einigermaßen gut Englisch können, um die Nachrichten der Sender und Zeitungen zu verfolgen. Oder ausreichend Spanisch oder Französisch. Gute arabische Sprachkenntnisse wĂ€ren noch mehr von Vorteil – denn dann könnte man viele Originalmeldungen verstehen.

Begrenzte Globalisierung.

Das grĂ¶ĂŸte Problem: Wenn man das nicht kann, ist man auf die Angebote von ARD und ZDF oder der Lokalzeitungen im wahrsten Sinne des Wortes „begrenzt“ – und das in Zeiten der Globalisierung.

Sie können sicher davon ausgehen, dass weder der Mannheimer Morgen, noch die Rhein-Neckar-Zeitung und schon gar nicht die Weinheimer Nachrichten irgendeine eigene redaktionelle Leistung zur Lage anbieten wollen oder können. Was Sie auf den Titelseiten lesen, sind ganz ĂŒberwiegend „Agenturmeldungen“.

Die erscheinen auch in Dutzenden anderen Zeitungen. 1:1. Das sind Berichte, die wie industriell gefertigte TielkĂŒhlpizzen vervielfĂ€ltigt werden. Ohne „eigenes Rezpt“, ohne eigene „Experten“, ohne eine eigenstĂ€ndige Leistung der jeweiligen Redaktion.

Vor Ort ist immer lokal.

Unser Anspruch ist die lokale und regionale Berichterstattung – aber immer, wenn die Nachrichtenlage es erfordert, bringen wir auch die „Weltnachrichten“ zu unseren Leserinnen und Lesern. Denn wir alle leben vor Ort, interessieren uns aber auch dafĂŒr, was woanders passiert.

Hardy Prothmann schreibt seine Meinung auf. Die ist "geprothmannt". Bild: sap

Unser Interview mit Christoph Maria Fröhder, einem der erfahrensten und besten deutschen Krisenreporter der vergangenen Jahrzehnte auf dem Rheinneckarblog hat Wellen geschlagen. ARD und ZDF waren „not amused“ ĂŒber die klaren Worte und die eindeutige Kritik. „Intern“ haben wir erfahren, dass das ZDF „stinksauer“ auf uns ist.

„So what“, sagen wir und sind ebenfalls „stinksauer“ – ĂŒber die unzureichende und schlechte Berichterstattung der mit Milliarden an GEZ-GebĂŒhren „gepamperten“ Sender, von denen wir und unsere Leserinnen und Leser zu Recht mehr als diese schwachen Leistungen erwarten.

ÃƓber das Interview mit Herrn Fröhder hinaus haben wir uns um exklusive Nachrichten bemĂŒht und „berichten“ anders, als das öffentlich-rechtliche Sender und Zeitungen tun. Wir verlinken Quellen und kommentieren diese auf Facebook und Twitter. Zwei Internet-Dienste, die mit dafĂŒr verantwortlich gemacht werden, dass die „arabische Revolution“ gegen den Terror und die Diktaturen ĂŒberhaupt möglich geworden ist.

Es gibt durchaus eine Verbindung zwischen den arabischen LĂ€ndern und Deutschland. Wer sich hier wie dort auf die „klassischen Medien“ verlĂ€sst, erhĂ€lt immer nur gefilterte Nachrichten.

Zweifel an der QualitĂ€t mĂŒssen immer möglich sein.

ARD und ZDF sind ebenso wie Lokalzeitungen sicherlich nicht mit der Rolle von staatlich gesteuerten Medien in Diktaturen zu vergleichen – aber man darf durchaus Zweifel an der QualitĂ€t ihrer Produkte haben. Vor allem dann, wenn man vergleicht, was das Produkt, in diesem Fall Journalismus, leistet.

WĂŒrde man den Journalismus vieler deutscher Medien mit der Autoindustrie vergleichen, stĂ€nde unumstĂ¶ĂŸlich fest, dass deutsche Medien deutlich weniger Komfort, Leistung, Innovation bieten als „auslĂ€ndische Anbieter“, dass das Preis-LeistungsverhĂ€ltnis ebenso wie die „Pannenstatistik“ und auch der „Service“ katastrophal sind und unterm Strich einfach nur ein „mangelhaft“ ĂŒbrig bleibt.

Das gilt selbst fĂŒr den „gelben Faktor“, also die so genannte „Yellow-Press“. Alle interessanten „Nachrichten“ und „Infos“, die man hierzu in Deutschland lesen kann, sind nur ein „Ab-„Klatsch internationaler Meldungen und werden in Deutschland „wiederverwertet“. Ausnahmen liefern ab und an Bild und Bunte, die „Promis“ aus der vorletzten Reihe irgendwie „interessant“ machen.

Die UmbrĂŒche in der arabischen Gesellschaft zeigen einen desaströsen Zustand des deutschen Journalismus. Wo lesen, hören, sehen Sie die Berichte von vor Ort ĂŒber das, was Muslime hier erleben, wenn diese die Nachrichten in Tunesien und Ägypten verfolgen? Wo sind die Berichte, wie Deutschland sich mit seiner weltweit einzigartigen „Erfindung“ des Mauerfalls als Partner fĂŒr europĂ€ische NachbarlĂ€nder (und das sind alle Mittelmeer-Anreiner-Staaten) einsetzen könnte?

Geduld? hat die Welt nicht mehr.

Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel diskreditiert sich völlig, wenn sie zur „Geduld“ mit einem Diktator wie Husni Mubarak aufruft. ÃƓbersetzt heißt das: „Habt Geduld mit mir, denn ich habe keine Ahnung, wie ich mit der Situation umgehen soll.“

Was haben Tunesien und Ägypten nun mit unserer lokalen und regionalen Berichterstattung zu tun?

Sehr viel mehr, als heute, hier und jetzt auf den ersten Blick klar sein mag.

ZukĂŒnftig werden Entscheidungen und Entwicklungen, die in Bayern oder Schleswig-Holstein fallen, auch in Nordbaden ein Rolle spielen.

Warum? Weil man hier vor Ort erfahren kann, was dort vor Ort passiert oder passiert ist.

Facebook und Twitter schaffen Demokratie. Absurd? Nein. Real.

Man kann diese Informationen verwenden, um den Schaden, der woanders entstanden ist, abzuwenden. Und noch viel besser: Man kann das, was woanders gut oder sehr gut „gelaufen ist“ einfach ĂŒbernehmen. Gut informiert – mit allen „problematischen“ und allen „positiven“ Erfahrungen.

Das ist ein Erfolg der „Facebook“-Generation, der freien Medien oder auch nur der „Handy-Revolution“, wie Beobachter Ägypten einordnen. Man verbindet sich, man kommuniziert miteinander, man tauscht sich aus, man hat mehr als eine Quelle der Information.

Das ist die Basis fĂŒr friedliche „Revolutionen“ – die Ă€gyptischen Regime-Gegner sind nicht als Brandschatzer und Gewaltverbrecher aufgefallen, sondern durch ihren Willen zur Demokratie – sehr zur Verwirrung „geprĂ€gter“ Meinungen, die sich schwer tun, eine Muslim-Bruderschaft als notwendige Organisation anzuerkennen.

Das ist neu, das ist einzigartig, das gibt Hoffnung.

Von den Medien darf man erwarten, dass sie Mubarak einen alten Mann sein lassen. Der 82-jĂ€hrige Diktator soll sich in Heidelberg behandeln lassen dĂŒrfen. Egal, was das kostet. Gönnen wir ihm den „goldenen Abgang“ – der Mann ist so reich und hat sein Volk so sehr betrogen. Bringt irgendein „Tribunal“ eine Besserung fĂŒr seine „Untaten“?

Eher nicht.

Tunesien und Ägypten sind beliebte ReiselĂ€ner der Deutschen – und mal ganz ehrlich? Lohnt es sich nicht, fĂŒr einen entspannten Urlaub unter afrikanischer Sonne, ein wenig fĂŒr Demokratie, gerechte Löhne und stabile VerhĂ€ltnisse einzutreten?

Der „Service“ wĂŒrde sicher davon profitieren. Oder auch unserer aller Bekenntnis zur Demokratie.

Deswegen: Nutzen Sie die neue Medien. Verfolgen Sie, was passiert.

Schreiben Sie Ihre Meinung auf. Schreiben Sie an die ProgrammbeirÀte von ARD und ZDF. Stellen Sie Forderungen. Schreiben Sie an die Zeitungen und fordern Sie mehr Informationen.

Die Menschen in Ägypten und Tunesien und anderswo tun das auch. Weil sie gerne in einer freiheitlichen Ordnung leben wĂŒrden.

Diese Menschen gehen dabei ein hohes Risiko ein – wir haben die Möglichkeit, ohne Risiko fĂŒr Menschenrechte, Freiheit und Demokratie einzutreten.

Tun wir das nicht, wÀchst das Risiko, dass wir das irgendwann nicht mehr ohne Risiko können.

Anmerkung der Reaktion:
Unsere „allererste“ Aufgabe, die lokale Berichterstattung mag etwas „gelitten“ haben – wir hoffen, Sie sehen uns das nach, angesichts der Belastung. Wir sind nur ein kleines Team. Sie können sicher sein, dass wir an den Themen vor Ort dranbleiben.

„Geprothmannt“ erscheint im Wechsel mit anderen Kolumnen immer montags.

„ÃƓbers Ziel hinaus geschossen“ oder Volltreffer? Warum das heddesheimblog den MM kritisiert

Guten Tag

Heddesheim, 12. Januar 2010. Unser Kommentar „Was Meinungsfreiheit bedeutet oder wie der MM die Meinung manipuliert“ hĂ€lt den absoluten Rekord, was die Zugriffszahlen innerhalb 24 Stunden angeht. Verschiedene Kommentatoren merken an, dass die Kritik zu hart ausgefallen sei und nicht alles an der Person von Frau Görlitz festgemacht werden könne. Zu einigen der Kommentare nimmt die Redaktion Stellung.

manipulation

Oben Ausriss aus dem Orgininalartikel, unten das von uns manipulierte Bild (mit einem Archivbild einer Seniorenfeier). Die Motivwahl ergibt ganz unterschiedliche "Botschaften". Wahl und Perspektive von Bildern sind fĂŒr sich die erste Information, die der Leser erhĂ€lt. Klicken Sie auf das Bild fĂŒr eine grĂ¶ĂŸere Darstellung. Montage: hblog

Das heddesheimblog bekennt sich zu einem kritischen Journalismus. Was heißt das? Wir verstehen Kritik nach ihrer Bedeutungsherkunft: „Kritik“ bedeutet „sich mit einer Sache auseinander setzen“. Das heißt, Kritik ist per se nicht negativ oder positiv – sie setzt sich intensiv sowohl mit positiven als auch negativen Aspekten des Betrachtungsgegenstand auseinander.

Der betreffende Kommentar ĂŒber die journalistische Leistung der Redakteurin Anja Görlitz und der publizistischen Linie ihres Arbeitgebers Mannheimer Morgen ist nicht im luftleeren Raum entstanden, sondern hat eine Vorgeschichte.

In den Jahren 2000-2003 hat der Mannheimer Morgen in einer Vielzahl von Texten, meist im Wirtschaftsteil der Zeitung, sehr kritisch (vulgo „negativ“) ĂŒber die Unternehmensgruppe „Pfenning“ berichtet. Eine Zusammenfassung dieser Berichte haben wir als einen der ersten Texte hier im heddesheimblog veröffentlicht.

Seit Februar 2009 berichtet der Mannheimer Morgen, respektive Frau Görlitz, ĂŒberwiegend unkritisch (vulgo „positiv“) ĂŒber die geplante Ansiedlung von „Pfenning“ im Heddesheimer Gewerbegebiet. Seitdem ist nicht ein Artikel im MM erschienen, der eine eigenstĂ€ndige Themensetzung erkennen lĂ€sst. Ebenso sind eigenstĂ€ndige Recherchen nicht erkennbar. Die Texte sind ĂŒberwiegend Ergebnisse von Terminberichterstattung.

Ein Hinweis auf frĂŒhere Texte ĂŒber „schlimme ZustĂ€nde“ bei „Pfenning“ fehlt in dieser Berichterstattung vollstĂ€ndig. Dabei lernen schon Praktikanten, dass ein Blick ins eigene Archiv am Beginn jeder Recherche und nachfolgender Berichterstattung stehen sollte.

„Der deutsche Journalist braucht nicht bestochen zu werden.
Er ist schon froh, eingeladen zu werden.“
Kurt Tucholsky

Damit meinen wir keineswegs, dass nur „kritisch“ berichtet, wer gegen die Ansiedlung schreibt. Ganz im Gegenteil. Im heddesheimblog ist das bislang umfangreichste Interview mit dem „Pfenning“-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger in der Sache erschienen.

Ein guter Journalismus hat unserer Auffassung nach viele Funktionen. Er dokumentiert das Zeitgeschehen, er informiert nachrichtlich ĂŒber Ereignisse, er unterhĂ€lt mit gut geschriebenen Texten, er bietet Service. Aber guter Journalismus schaut auch den MĂ€chtigen auf die Finger und versucht durch eigenstĂ€ndige Thesen und Recherchen auch „unliebsame“ Informationen zu finden und zu veröffentlichen.

Dazu braucht es eine „kritische“ Haltung. FĂŒr uns bedeutet das: Wir fragen nach dem „sowohl als auch“ (Anm. d. Red.: Hinter dem Link finden Sie den ersten auf dem heddesheimblog veröffentlichten Text). Nach den positiven wie den negativen Aspekten. Dazu recherchieren wir ergebnisoffen. Sofern wir relevante Dinge recherchieren konnten, veröffentlichen wir diese und stehen dafĂŒr gerade.

Auch beim Mannheimer Morgen gibt es kritische Journalisten, die guten Journalismus betreiben. Leider zu wenige. Und leider gibt es zu viel Bratwurstjournalismus.

Die Kritik an diesem und anderen Artikeln von Frau Görlitz ist „nicht persönlich gemeint, sondern rein geschĂ€ftlich“. Als Mensch ist sie nach unserer Erfahrung eine sympathische Frau.

Verantwortliche Journalisten wissen, dass die Medienkompetenz vieler BĂŒrger nicht besonders ausgeprĂ€gt ist. Dies können sie ausnutzen oder sie können versuchen, diese zu befördern.

Das heddesheimblog steht deshalb fĂŒr Transparenz. Wir berichten deshalb auch ĂŒber die Berichterstattung der anderen. Dazu Ă€ußern wir auch Meinungen. Wenn unsere Berichterstattung und die der anderen hilft, eine eigene, fundierte Meinung zu finden, haben wir unser Aufgabe erfĂŒllt.

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jawiejetzt schreibt:
ja, da sind wie wieder ganz im ĂŒbertragenen Sinn. NatĂŒrlich hat auch die Journalistin eine Verantwortung fĂŒr die Inhalte die sie bringt.
Aber worauf das hinaus lĂ€uft ist, daß man jeden Journalisten aufforden muß, so lange den Job zu wechseln, bis er eine Zeitung findet, die ihn oder sie entweder schreiben lĂ€ĂŸt, was er oder sie will oder mit deren Linie sich die eigene Linie völlig deckt.
Sie haben im Grundsatz sicher recht, aber die Frage ist ob subjektiver Journalismus in einem Lokalteil einer öffentlich rechtlichen Zeitung schlimmeren strafrechtlich relevanten Vorkommnissen gleichzusetzen ist.
Auch vor Gericht gilt es eine „Tat“ abzuwĂ€gen und (strafrechtlich) einzuordnen.
Wer von uns kann sagen was Frau Görlitz schreiben wĂŒrde, wenn sie dĂŒrfte wie sie wollte???

Und ob sie dann noch lange beim MM wĂ€reñ€©

Stellungnahme der Redaktion:
Der Mannheimer Morgen ist mitnichten eine „öffentlich-rechtliche“ Zeitung. Es handelt sich um ein privatwirtschaftliches Unternehmen.
Wir können auch nicht erkennen, wo wir in unserem Kommentar die Zeitung mit „strafrechtlich relevanten Vorkommnissen“ gleichsetzen. Manipulation ist nicht strafbar, Volksverhetzung sehr wohl, aber das haben wir definitiv nicht geschrieben und nicht gemeint.
Uns interessiert auch nicht, was Frau Görlitz schreiben wĂŒrde, wenn sie dĂŒrfte, sondern was sie schreibt. Allein dafĂŒr ist sie verantwortlich. Und allein daran messen wir sie und die Redaktionsleitung und die Chefredaktion.

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Raum fĂŒr Notizen schreibt
Hallo Herr Prothmann,
danke fĂŒr Ihre Anregungen. Hier allerdings stimme ich nicht mit Ihren Ansichten ĂŒberein.
Ein offizieller Neujahrsempfang ist nach meinem Empfinden kein Anlass fĂŒr eine umfassende Darstellung einer Problematik, die ja offenbar schon seit Monaten in der lokalen Presse geschildert wird. Man mag ja grundsĂ€tzlich unzufrieden mit der Richtung oder Art der Berichterstattung sein, aber dies nun ausgerechnet an einem Empfang festzumachen, bei dem der BĂŒrgermeister als Gastgeber nun mal das Recht der großen Rede hat, erscheint mir völlig ĂŒberzogen.
Auch die Behauptung der „Propaganda“, die Sie im Artikel ausgemacht zu haben glauben, erschließt sich mir nicht ganz. War die Reaktion des Publikums auf die Aussagen des BĂŒrgermeisters denn völlig anders als dargestellt? Wollte die Zeitung tatsĂ€chlich die Aussage „BĂŒrgermeister und BĂŒrger sind sich einig“ darstellen, hĂ€tte man sicher auch ein Publikumsbild ohne BĂŒrgermeister verwenden können.
Die „Schuld“ liegt meiner Meinung nach nicht beim Mannheimer Morgen (dessen Berichterstattung ich nur aus der Ferne kenne), sondern im Wesen der NeujahrsempfĂ€nge, die landauf, landab zu Schönwetterreden genutzt werden. In den ersten Wochen des Monats werden sie vermutlich in ausnahmslos jeder Lokalzeitung einen Bericht wie den von Frau Görlitz finden. Das mag man ja grundsĂ€tzlich verurteilen – aber den Bericht ĂŒber den Empfang als Meinungsmanipulation zu bezeichnen, schießt doch deutlich ĂŒber das Ziel hinaus.

Stellungnahme der Redaktion
Es ist Ihr gutes Recht, nicht mit unseren Ansichten ĂŒbereinzustimmen.
Wir verurteilen auch niemanden – das machen Richter. Unser Kommentar Ă€ußert eine Meinung. Diese Meinung basiert auf Recherche und Fakten, mit denen wir die MeinungsĂ€ußerungen belegen.
Und dass landauf, landab Lokalzeitungen „Bratwurstjournalismus“ betreiben ist bekannt und bedauerlich.
Wir alle werden grundsÀtzlich durch Informationen beeinflusst. Journalisten haben aber, das entsprechende SelbstverstÀndnis vorausgesetzt, die Aufgabe, eine einseitige Beeinflussung zu vermeiden.
In unserem Kommentar ist auch nicht von „Schuld“ die Rede. Sondern von einer bewussten oder unbedarften Manipulation. Diese erfolgt in Verkennung der UmstĂ€nde durch eine Text- Bildschere (so nennt man das Zusammenspiel von Text und Bild), die dem Zitat eines BĂŒrgermeisters ein kraftvoll wirkendes Bild zur Seite stellt. Alles weitere steht im Kommentar, den wir hier nicht wiederholen wollen.
TatsĂ€chlich haben wir uns redaktionell auch Gedanken darĂŒber gemacht, ob der Artikel vielleicht als „Aufruf“ durch die Autorin zu verstehen sein sollte, wieder aufeinander zuzugehen. Doch das ist Spekulation und selbst wenn dies dies Motivation gewesen sein sollte, ist das Ergebnis grĂŒndlich schief gegangen. DarĂŒber hinaus wĂ€re das auch illusionistisches Wunschdenken, was wir ebenfalls sachlich begrĂŒndet im Kommentar dargestellt haben. Der BĂŒrgermeister hat noch keinen Schritt auf die Gegner des Projekts zugemacht, ganz im Gegenteil.
Und wieso soll man einem „Recht der großen Rede“ (die keine solche war) nachgeben? Zumal, wenn man weiß, dass die Inhalte nicht mit der Wirklichkeit ĂŒbereinstimmen? Der BĂŒrgermeister hat Hausrecht und kann sagen was er will. Ihrem Argument, dass es ĂŒblich sei, diese Schönwetterreden abzudrucken, können wir nicht folgen. Wir erkennen aber Ihre Aussage an, dass dieses ÃƓbel durchaus ĂŒblich ist.
Was das Bild angeht: Wir gehen davon aus, dass hier unbewusst dies Bild gewĂ€hlt wurde, da der BĂŒrgermeister mit gesenktem Kopf perspektivisch kaum zu erkennen ist. Aber das ist nur eine Vermutung. Sie unterschĂ€tzen unserer Meinung nach die Kraft der Bildsprache, die hier mit einem kurzen Zitat verstĂ€rkt wird, dem jeder vernĂŒnftige Mensch zustimmen wird („Appell ans Wir-GefĂŒhl“)

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Jeeves schreibt:
„Da heißt es dann zwangslĂ€ufig „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“, das natĂŒrlich ganz im ĂŒbertragenen Sinne.
Daher in dubio pro reo, sollte man das nicht an der Person Frau Görlitz festmachen.“

Autsch. ÃƓbertragen Sie das mal auf andere (vor allem schlimmere) Vorkommnisse. Der TĂ€ter ist unschuldig? Nur der Auftraggeber und die UmstĂ€nde (also hier sogar nur: der gut bezahlte Job) sind Schuld? Da sind nicht nur unsere Gesetze und Gerichte ganz anderer Auffassung.

Stellungnahme der Redaktion:
Wir halten es fĂŒr eine bedauerliche Tatsache, dass der GefĂ€lligkeitsjournalismus ĂŒberwiegt. Genau deswegen kritisieren wir dies auch und freuen uns, dass, wie im vorliegenden Fall ĂŒber die Verlinkung bei Bildblog, sich eine so große Zahl von Kollegen und anderen interessierten Menschen sich mit dem Thema auseinandersetzt.

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Torsten schreibt:
Konkrete Frage an den praktizierenden Journalisten: Wie sollten die 100 Zeilen fehlende Information in den Artikel zum Neujahrsempfang untergebracht werden? Wie kann das Wort „Finanzkrise“ in dem Artikel stehen ohne dass ein Telefonbuch voll ErlĂ€uterungen dahinter kommt?
Der Mannheimer Morgen mag einseitig und unkritisch sein, aber diese Kritik ist fehlgeleitet.

Stellungnahme der Redaktion:
Das ist einfach zu beantworten. Schauen Sie sich den Artikel an: Ein kleineres Bild oder kein Bild und schon hĂ€tte es jede Menge Platz fĂŒr mehr als 100 Zeilen gegeben. Und das Wort „Finanzkrise“ ist so oft medial berichtet worden, dass man dazu nicht mehr viel erklĂ€ren muss, oder?

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

GlĂ€serner Gemeinderat: Getrieben von Furcht und Sorge – Hau doch ab.

Guten Tag!

Heddesheim, 20. November 2009.

Von Hardy Prothmann

Wer die öffentlichen Gemeinderatssitzungen verfolgt, muss nicht genau hinhören, um das Muster zu erkennen: Immer wieder wird „befĂŒrchtet“, ist man „besorgt“, muss man „warnen“, „droht“ etwas. Man könnte meinen, Heddesheim sei im Krieg und von Gefahren umzingelt.

Doch keine Sorge. Die Spannung wird regelmĂ€ĂŸig aufgelöst, weil etwas „gelungen“ ist, man „erreichen konnte“, der „Einsatz sich gelohnt“ hat. Aber immer war es „nicht einfach“.

Die Methodik der angewandten Rhetorik ist einfach zu durchschauen: Bedrohungen erzeugen Angst. Jetzt ist Mut und Handlungswille gefragt. Am Ende stehen der Sieg und die Helden fest. In der Regel sind das der BĂŒrgermeister, seine Mitarbeiter und alle GemeinderĂ€te, die Ja und Amen sagen.

So wird mit dem Kopf gewackelt (das heißt: Ich wĂ€ge ab) und dann genickt (das heißt: Ich habe mich entschieden).

Was gar nicht gefragt ist, sind kritische Anmerkungen derer, die nicht einfach Ja und Amen sagen. AuffĂ€llig ist, dass der BĂŒrgermeister Michael Kessler jede kritische Nachfrage abbĂŒgelt, meist eingeleitet mit: „Dazu muss ich jetzt auch mal was sagen“ oder wahlweise „so kann ich das nicht stehen lassen“.

Auch die aktuelle Gemeinderatssitzung bot wieder dieses Schauspiel. Kritische Anmerkungen und Fragen kamen von der Fraktion der GrĂŒnen und einzelnen GemeinderĂ€ten. Der ĂŒberwiegende Teil sagt so gut wie nie etwas, sondern ĂŒberlasst den WortfĂŒhrern der Fraktionen meist das Reden. Die anderen wackeln oder nicken dann.

Es gibt noch eine dritte Kopfbewegung: KopfschĂŒtteln. Die heißt dann ganz eindeutig „Nein, so nicht“ und wird immer dann angewandt, wenn die GrĂŒnen oder einer der anderen kritischen GemeinderĂ€te etwas sagen. Was gesagt wird – ist dabei egal, weil keiner zuhört. Fast ist man versucht, mal einen lateinischen Text aufzusagen, nur um zu sehen, welche Kopfbewegung dann stattfindet.

Wenn man Kritik ĂŒbt, wird man bei Gelegenheit gefragt, ob man nicht das Wohl der Gemeinde im Blick habe? Wieso man alles ablehnen wĂŒrde? Und noch besser: Es sei unverschĂ€mt, den AntrĂ€gen der Verwaltung nicht zu folgen.

Erstaunlich ist die undifferenzierte Betrachtung dabei: Nur, weil man nachfragt oder sich kritisch Ă€ußert, lehnt man noch lange nicht alles ab. Jeder vernunftbegabte Mensch weiß, dass kritisches Hinterfragen oft zu besseren Ergebnissen fĂŒhrt, als blinder Gehorsam.

Im Fall der geplanten „Pfenning“-Ansiedlung hat genau diese Kritik positive Erfolge gebracht:

  • So verzichtet Pfenning auf unbekannte, gefĂ€hrliche Chemikalien
  • und hat sich zumindest symbolisch-moralisch bereit gezeigt, den Ort beim Verkehr nicht zusĂ€tzlich zu belasten.
  • Weiter wurden AusbildungsplĂ€tze versprochen,
  • den Vereinen UnterstĂŒtzung signalisiert,
  • umfangreichere als die gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleichsmaßnahmen angekĂŒndigt.

Alles ZugestĂ€ndnisse, die nicht die Nicker erreicht haben, sondern eine kritische Öffentlichkeit.

    Deswegen ist Kritik positiv – auch wenn kritikscheue Zeitgenossen das nicht verstehen wollen. Kritik kommt ĂŒbrigens aus dem Griechischen „criteia“ und heißt dort soviel wie „sich auseinandersetzen“ und galt in der Antike als positiv besetzter Begriff.

    Wer sich wundert, wie die öffentlichen Sitzungen des Gemeinderats ablaufen, wĂŒrde sich noch mehr wundern, wie erst die nicht-öffentlichen ablaufen. DarĂŒber haben GemeinderĂ€te aber zu schweigen.

    Soviel darf man sagen: Es gibt gewichtige GrĂŒnde, warum einzelne Ratsmitglieder den Schutz der Nicht-Öffentlichkeit suchen.

    Vielleicht hatte Frank Hasselbring (FDP) nicht mitbekommen, dass die nicht-öffentliche Sitzung schon geschlossen war, jedenfalls „blieb er im Ton“, als er mir zuraunte: „Hau doch ab.“

    Ihr
    hardyprothmann

    Sendungskritik II – Wie haben sich die RNF-GĂ€ste „geschlagen“?

    Guten Tag!

    Heddesheim, 15. August 2009. Haben die GĂ€ste der RNF-Sendung „Zur Sache“ ĂŒberzeugt? Wer ist gut, wer schlecht rĂŒbergekommen? Hat es sich gelohnt, sich diese eine Stunde fĂŒrs Zuschauen Zeit zu nehmen?

    Kommentar: Hardy Prothmann

    Obwohl der Titel der RNF-Sendung „Zur Sache“ vom Freitag „Streit in Heddesheim“ lautete, hat sich Gott sei Dank niemand „geschlagen“.

    Einen Kampf gab es trotzdem – um die Meinungen.

    Auch, wenn das vielen „Pfenning“-Kritikern nicht gefallen mag: der GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger hat sich und sein Anliegen, die Ansiedlung des Logistikunternehmens „Pfenning“ in Heddesheim, sehr gut verkauft. Er hat prĂ€zise und klar gesprochen. Was er sagte, hatte Hand und Fuß. Dass er sich fĂŒr die Ansiedlung einsetzt, darf ihm niemand ernsthaft vorwerfen und diese Aufgabe hat er sehr professionell gelöst. Was mich nicht verwundert hat – als Interviewpartner habe ich Herrn Nitzinger so kennengelernt.

    Kritisch könnte man anmerken, dass er seinen Bart besser ein wenig gestutzt hĂ€tte – so wirkte er trotz korrektem Äußeren ein wenig „stachelig“. Auch die getönten BrillenglĂ€ser haben den Zuschauer den Blick in die Augen von Herrn Nitzinger verstellt, was sicherlich Sympathiepunkte kostet.

    Und das ist wichtig beim Fernsehen. In eine Fernsehsendung geht man nicht, um sich sachlich auszutauschen, sondern, um sich zu prÀsentieren und Sympathiepunkte zu sammeln. Fernsehen ist von allen Medien das emotionalste.

    Ebenfalls sehr gut hat sich Andreas Schuster „verkauft“. Und zwar als SympathietrĂ€ger. Offener, direkter Blick in die Kamera, gewinnendes LĂ€cheln und engagierte Rede zeichneten seine Vorstellung aus. Auch seine Botschaft er gut zum Ausdruck gebracht: Nicht ohne die BĂŒrger. Äußerlich war alles korrekt. Kritisch muss man anmerken, dass er vielleicht ein wenig zu sympathisch war und etwas kĂ€mpferischer hĂ€tte sein können.

    Der BĂŒrgermeister Michael Kessler hat ebenfalls einen ordentlichen Auftritt hingelegt. Er hat seine UnterstĂŒtzung fĂŒr das „Pfenning-Projekt“ klar gemacht, aber sehr deutlich auch Position fĂŒr die Gemeinde bezogen. Das muss er tun, weil er erkannt hat, dass seine bisherige bĂŒrgerferne Haltung nicht gut in der Gemeinde ankommt. ÃƓberrascht hat mich das wenig telegene Auftreten. Herr Kessler ist es gewohnt, fotografiert zu werden und lĂ€sst sich auch sehr gerne fotografieren. Warum er wĂ€hrend seiner Redezeiten so viel auf den Tisch statt in die Kamera geschaut hat, weiß ich nicht. Dadurch kam er zwar korrekt, aber doch auch unsicher rĂŒber.

    ÃƓber Herrn Gress, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Metropolregion GmbH, braucht es nicht viel Worte. Er hat auch korrekt gesprochen, aber der Zuschauer wunderte sich ĂŒber sein Dauergrinsen. War das Unsicherheit oder SelbstgefĂ€lligkeit? Sympathisch geht anders.

    ÃƓber den Moderator Siegelmann ist hier an anderer Stelle schon genug geschrieben worden. Er hat den Kampf gegen seine Eitelkeit schon lĂ€ngst verloren, ist fast nicht in der Lage einen auch nur halbwegs geraden Satz zu formulieren und irgendjemand sollte ihm mal sagen, dass er den Finger vom Mund wegnehmen soll, damit man vielleicht die Chance hat zu verstehen, was er sich immer wieder in den Bart murmelt.

    Sendungskritik I – Fragen zur RNF-Sendung

    Guten Tag!

    Heddesheim, 15. August 2009. War die Sendung fair oder unfair? Waren die GĂ€ste gut ausgesucht oder nicht? War es eine Pfenning-Werbesendung, ja oder nein? Die Zuschauer der RNF-Sendung „Zur Sache“ haben hier im heddesheimblog schon dazu kommentiert. Wir haben uns die Sendung genau angeschaut und analysiert.

    Von Hardy Prothmann

    Waren die GĂ€ste gut ausgesucht? Und wer hat sie ausgesucht? Gab es Absprachen?

    Die wichtigste Frage in diesem Zusammenhang lautet: War der Moderator gut ausgesucht? Diese Frage ist eindeutig mit Nein zu beantworten, weil dessen unverhohlen positive Einstellung („Top-Unternehmen, Top-Steuerzahler, Traditionsfirma, Investor, Arbeitgeber“) gegenĂŒber der Unternehmensgruppe „Pfenning“ jede kritische Frage an den „Pfenning“-Vertreter von vorne herein ausschloss.

    Wer die GĂ€ste ausgesucht hat, ist nicht bekannt. Vermutlich die Redaktion. Ob es Absprachen gab, ist auch nicht bekannt. Vermutlich ja, weil dies besonders dann auffĂ€llig wurde, wenn der Moderator Bert Siegelmann Fragen an den „Pfenning“-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger stellte, ebenso wie an den GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Metropolregion GmbH, Dr. Felix Gress.

    Waren die GĂ€ste gut ausgesucht? Bei zwei GĂ€sten stellte sich die Frage nicht: BĂŒrgermeister Michael Kessler und „Pfenning“-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger mussten selbstverstĂ€ndlich eingeladen werden.

    Andreas Schuster war eine gute Wahl, er hat das Anliegen der BĂŒrger auf Information verstĂ€ndlich „rĂŒbergebracht“ und immer wieder darauf verwiesen, dass es Sorgen und Ängst gibt und einen Streit im Dorf, fĂŒr den nicht die BĂŒrger, sondern die Gemeinde verantwortlich ist.

    Der Gast Gress fand wenn, dann nur als UnterstĂŒtzter der Siegelmann®schen These statt: „Die Provinzler mĂŒssen verrĂŒckt sein, dass sie Pfenning gegenĂŒber kritisch eingestellt sind.“

    War die Sendung fair oder unfair?

    Fair und unfair sind Kategorien, die auf dem Sportplatz mit Regeln gemessen werden. Die Frage lautet besser: Hat die Sendung die Zuschauer umfassend informiert?

    Das ist eindeutig mit Nein zu beantworten. 40 Prozent der Sendezeit, also die Redezeit des Moderators Siegelmann kann man als Laudatio auf die Firma Pfenning zusammenfassen und als RĂŒge an die „Provinzler“ in Heddesheim, die nicht wissen, wann Ihnen jemand gut will.

    Weitere 30 Prozent pro Pfenning kann man hinzurechnen, wenn man die Aussagen von Nitzinger, Gress und BĂŒrgermeister Kessler „einer“ Seite, also Pfenning, zurechnet.

    Der BĂŒrgermeister hat allerdings einen Teil seiner WortbeitrĂ€ge den BĂŒrgern gewidmet und sich fĂŒr eine BĂŒrgerbefragung positioniert. Musste er auch, denn das haben er und der Gemeinderat vor kurzem beschlossen.

    So ergibt die Verteilung Pro und Kontra der geplanten „Pfenning“-Ansiedlung rund 75 Prozent Pro-Sendezeit und 25 Prozent Kontra-Sendezeit.

    War das eine Pfenning-Werbesendung?

    Vielleicht war das durch den Sender so geplant. Ganz sicher nicht geplant war eine journalistisch einwandfreie Informationssendung, sonst hĂ€tte sich der Moderator besser informiert und mehr zurĂŒckgehalten.

    Dadurch, dass Herr Schuster sind souverĂ€n den ihm zustehenden Teil der Redezeit sicherte und die Position der BĂŒrger vertreten konnte, dĂŒrften seine Aussagen bei den BĂŒrgern gut angekommen sein.

    Die Lobhudelei des Moderators fĂŒr „Pfenning“ war schon fast peinlich, was sicherlich auch viele Zuschauer bemerkt haben dĂŒrften.

    Sollte also eine Werbesendung geplant gewesen sein, dĂŒrfte der Schuss nach hinten losgegangen sein. Auch die arrroganten WortbeitrĂ€ge von Herr Gress haben sicherlich die Zuschauer irritiert.

    Der BĂŒrgermeister hat sich zwar zum Projekt bekannt, aber sich deutlich mit lobenden Worten zurĂŒckgehalten, sondern die Position der Gemeinde eingenommen, zwei Mal sogar Herrn Nitzinger korrigiert und insgesamt klar gemacht, dass „Pfenning“ nur unter Auflagen nach Heddesheim kommen könnte.

    In eigener Sache: Kritik ist positiv

    Guten Tag!

    Heddesheim, 27. Juli 2009. Das heddesheimblog ist dem kritischen Journalismus verpflichtet. Das gefÀllt nicht jedem :-(.
    Aber es gefĂ€llt unseren Lesern, die immer mehr werden und mittlerweile auch außerhalb von Heddesheim Tag fĂŒr Tag „reinschauen“, um zu sehen, was es Neues gibt :-).

    Wir sind in gutem Kontakt mit unseren Lesern (damit sind auch die Leserinnen gemeint).

    Und die sind mindestens genauso kritisch wie wir, was uns wirklich freut. Denn Kritik ist nichts Negatives.

    Kritik ist im Gegenteil nur positiv.

    Kritik heißt, Fragen zu stellen, Antworten zu suchen und Lösungen zu finden. Aber auch, sich nicht gleich zufrieden zu geben, wenn die Antwort „passt“. Viele unserer Texte werden kritisch kommentiert und das ist gut so.


    Die Redaktion des heddesheimblogs musste in der Vergangenheit (also in den drei Monaten seit dem Start) aber auch viel pauschale Kritik „einstecken“: „Schlechte Recherche“ wurde uns vorgeworfen, „Berichterstattung wie man das von der „B***“ gewohnt sei, „unter der GĂŒrtellinie“ seien unsere Berichte. Wir wĂŒrden „anstĂ€ndige“ Personen in den „Dreck“ ziehen.

    Was im heddesheimblog erscheint, wĂ€re „unwĂŒrdig“, „schlecht recherchiert“, „falsch“, „unerhört“, „interessengesteuert“. Das sind massive VorwĂŒrfe. Wir haben uns diesen VorwĂŒrfen Tag fĂŒr Tag durch neue Berichte gestellt und um Gegendarstellung oder Konkretisierung der VorwĂŒrfe gebeten. Das blieb aber aus.

    Das heddesheimblog berichtet – ĂŒber Tatsachen.

    TatsĂ€chlich hat das heddesheimblog wohl ziemlich viele „Nerven“ getroffen und mit seiner Berichterstattung „gewisse Leute“ nervös gemacht.

    Als der neue Gemeinderat bei Pfenning eingeladen war, drohte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger unverhohlen damit, gegen das heddesheimblog juristisch vorzugehen, „weil die Berichterstattung Gesetze verletze“.

    Das heddesheimblog hat Herrn Nitzinger ermuntert, die AnwĂ€lte „von der Leine zu lassen“ und diese Aussage juristisch klĂ€ren zu lassen. Bis heute ist das ausgeblieben.

    Pfenning droht dem heddesheimblog mit dem „Anwalt“ – und weiter?

    Warum? Weil das heddesheimblog sich an die Gesetze hÀlt. Es respektiert das Gesetz, nutzt aber auch dessen Möglichkeiten. Beispielsweise, um MissstÀnde anzuprangern.

    Durch Meldungen, Nachrichten, Berichte, aber auch durch Satiren und Kommentare.

    Unser Kolumnist Helle Sema setzt sich kritisch mit der Berichterstattung des Mannheimer Morgen auseinander.

    Und er findet eigentlich jeden Tag ein neues Thema und darf bis heute „ungestraft“ behaupten, dass die von ihm in der Zeitung „zitierten“ Informationen „schlecht recherchiert“ oder sogar „falsch“ sind.

    Denn er sagt nicht, dass alles falsch oder schlecht recherchiert ist. Er sagt das nur, wenn er das auch „beweisen“ kann. Der Beweis ist meist schwarz-auf-weiß in der Zeitung selbst abgedruckt.

    Unsere Informationen sind belegt – sonst werden sie nicht veröffentlicht.

    Das heddesheimblog achtet darauf, dass Behauptungen in Texten, die hier erscheinen, nicht nur eine Behauptung, sondern belegt sind. WĂ€re das nicht so, können Sie, unsere Leser, mit Sicherheit davon ausgehen, dass der Mannheimer Morgen, Pfenning oder andere sich juristisch gegen diese VorwĂŒrfe wehren wĂŒrden – ganz selbstverstĂ€ndlich und zu Recht – denn gegen falsche VorwĂŒrfe kann und sollte sich jeder wehren.

    Das ist aber bis heute in Bezug auf unsere Berichterstattung nicht der Fall. Denn die Schlagzeile, dass der MM gegen ein Internet-Nachrichtenportal ein gegen ihn gerichtetes, negatives Urteil hinnehmen muss, wĂ€re kontraproduktiv – und vor allem peinlich, vielleicht sogar peinsam. Gleiches gilt fĂŒr Pfenning und Co, einen BĂŒrgermeister oder Mitglieder eines Gemeinderats.

    Frau Görlitz ist nicht „arm dran“, sondern hat eine Aufgabe.

    Unsere Redaktion wurde verschiedentlich darauf hingewiesen, dass man den „MM“ nicht so angehen sollte, die Frau AG habe es ja nicht einfach und sei vielleicht „arm dran“, wegen der „VerhĂ€ltnisse“ und könne vielleicht nicht so, wie sie wolle.

    DarĂŒber haben wir nachgedacht und können diesem Rat leider nicht folgen. Frau AG ist nicht „arm dran“, sondern eine fest angestellte Redakteurin mit einem anstĂ€ndigen Gehalt. Ihre Redaktion hat ein Statut und einen Betriebsrat. Wenn Frau AG eine Vollblut-Journalistin wĂ€re, könnte sie zumindest mehr versuchen. Das tut sie aber nicht und dafĂŒr kritisieren wir sie.

    Der MM ist eine Zeitung, die sich im Wettbewerb behaupten muss und frĂŒher einmal als „gute Adresse“ galt. Ob der MM eine „gute Adresse“ ist, muss er jeden Tag aufs Neue beweisen. Leider sind die Abo- und Verkaufszahlen rĂŒcklĂ€ufig – was nichts mit der „QualitĂ€t“ der Zeitung zu tun haben muss.

    Das heddesheimblog ist interessiert an Berichterstattung fĂŒr die Öffentlichkeit. Sofern die Fakten stimmen und Informationen relevant und objektiv sind, benennen wir diese, wir verlinken sie und wir setzen uns kritisch in Frage und Antwort mit ihnen auseinander.

    Das heddesheimblog ist nicht im Besitz der „Wahrheit“,
    aber bemĂŒht, diese so gut wie möglich zu recherchieren.

    Unsere Leser schreiben Kommentare, die unsere Artikel in Frage stellen. Das ist gut so, weil wir nicht allein im Besitz der „Wahrheit“ sind. Wenn die Kommentare „begrĂŒndet“ sind, veröffentlichen wir diese, nehmen diese ernst und binden diese in unsere Recherchen ein – so gut wie möglich.

    Sofern Informationen tendenziell, irrefĂŒhrend oder falsch sind, informieren wir unsere Leser auch darĂŒber. Auch wenn Frau AG das im „MM“ betrifft. Oder Herrn MK als BĂŒrgermeister.

    Dabei stellen wir uns der Kritik unserer Leser ĂŒber die Möglichkeit, Kommentare zu unseren Texten zu schreiben oder eigene GastbeitrĂ€ge zu veröffentlichen.

    Transparenz ist unser oberstes Gebot. DafĂŒr stehen wir ein.

    Einen schönen Tag wĂŒnscht
    Das heddesheimblog

    P.S. Die Frage, die uns in dieser Woche zum Beispiel beschĂ€ftigen wird, ist, was die politischen KrĂ€fte in Heddesheim eigentlich seit der Wahl „erarbeitet“ haben. Was aus ihren Wahlversprechen geworden ist. Die Antworten oder auch Nicht-Antworten lesen Sie hier, auf dem heddesheimblog.

    IG zeigt sich irritiert

    Guten Tag,

    die IG neinzupfenning reagiert irritiert auf einen Brief und eine Annonce im Mitteilungsblatt von BĂŒrgermeister Michael Kessler.

    Michael Kessler behauptet darin, er sei “ sehr an einem Austausch mit der IG neinzupfenning interessiert“. Weiter erklĂ€rt Herr Kessler, er habe sowohl zum Dialogkreis, als auch zum „persönlichen GesprĂ€ch eingeladen“.

    Dem widerspricht einer der Sprecher der IG, Hans Weber: „Herr Kessler hat uns niemals zu einem persönlichen GesprĂ€ch eingeladen. Das hĂ€tte sonst lĂ€ngst statt gefunden“, sagte Herr Weber gegenĂŒber dem heddesheimblog.

    In seinem Brief und der Amtsmitteilung appelliert der BĂŒrgermeister, „direkt miteinander und anderen Beteiligten zu reden, statt immer lĂ€ngere offene Briefe zur Beschreibung der eigenen Position und zur Kritik an anderen zu schreiben“.

    In seiner offiziellen Ansprache an die IG hat BĂŒrgermeister Michael Kessler allerdings ein bislang verschlossenes Tor aufgemacht:

    „FĂŒr ein GesprĂ€ch zu dieser Vorgehensweise (Dialog, Anm. d. Red.) stehe ich Ihnen unverĂ€ndert gerne – auch kurzfristig – zur VerfĂŒgung.“

    Die IG kann sich also mit dem BĂŒrgermeister zu einem GesprĂ€ch ĂŒber „diese Vorgehensweise“ – auch kurzfristig – verabreden.

    Es bleibt spannend, ob die IG dieses Angebot annimmt und ob der BĂŒrgermeister es einlöst.

    Einen schönen Tag wĂŒnscht
    Das heddesheimblog