Montag, 30. November 2020

Berufskorrespondent Schroeder

Kreisverkehrt: ÔÇťIrrsinnÔÇŁ, ÔÇťKopfsch├╝ttelnÔÇŁ, ÔÇťB├╝rokratentumÔÇŁ

Heddesheim/Ladenburg/Hirschberg/Rhein-Neckar, 01. Oktober 2012. (red/BkS) ÔÇťIrrsinnÔÇŁ, ÔÇťKopfsch├╝ttelnÔÇŁ, ÔÇťB├╝rokratentumÔÇŁ ÔÇô Kurt Fleckenstein lies seiner Emp├Ârung ├╝ber den m├Âglichen Abriss zwei seiner Kunstwerke auf Verkehrskreiseln vor kurzem freien Lauf. Verkehrte Skandale sind f├╝r unseren Berufskorrespondenten ein Leckerbissen. Hier seine Reportage:

(Anm. d. Red. Alle Stories vom Berufskorrespondenten Schroeder und Hintergrund zu unserem Sondernkorrespondent gibt es auf dem Rheinneckarblog.de.)

Kunstobjekte in Heddesheim und Ladenburg sollen abgebaut werden

Kurt Fleckenstein will f├╝r seine Kreiselkunst k├Ąmpfen

Geht es nach dem Amtsschimmel, muss das Tor zur├╝ckgebaut werden.

Heddesheim/Ladenburg/Heidelberg, 18. September 2012. (red/pro) Das Landratsamt wird in den n├Ąchsten Tagen die Gemeinden Ladenburg und Heddesheim auffordern, die Kunstwerke des Heddesheimer K├╝nstlers Kurt Fleckenstein zur├╝ckzubauen. Doch der will sich n├Âtigenfalls gerichtlich wehren.

„Irrsinn“, „Kopfsch├╝tteln“, „B├╝rokratentum“ – Kurt Fleckenstein l├Ąsst seiner Emp├Ârung ├╝ber den m├Âglichen Abriss zwei seiner Kunstwerke auf Verkehrskreiseln freien Lauf. Das Stra├čenverkehrsamt hat das „Eingangstor“ im Heddesheimer Gewerbegebiet und das abstrakte „Carl-Benz-Automobil“ am Ortseingang in Ladenburg als „gef├Ąhrlich“ eingestuft und wird die Gemeinden zu einem freiwilligen R├╝ckbau auffordern. Sollte dies nicht geschehen, will die Beh├Ârde das anordnen.

Kurt Fleckenstein f├╝hrt sein Urheberrecht ins Feld:

Es besteht ein Urheberrecht an diesen Kunstwerken und aufgrund ihrer einmaligen Funktion k├Ânnen diese nicht ohne Zustimmung des Autors entfernt werden. Ich weise schon jetzt darauf hin, dass ich alle juristischen und publizistischen Schritte unternehmen werde um eine Beseitigung oder wesentliche Ver├Ąnderung zu verhindern.

Ob der K├╝nstler eine Chance gegen die b├╝rokratische Ma├čnahme hat, ist offen. Fest steht bis heute: An den Kreiseln ist es nach Auskunft des Polizeipr├Ąsidiums noch nie zu schwerwiegenden Unf├Ąllen gekommen.

Sie auch unseren Bericht vom 10. Juli: „T├Âdliche Kreiselkunst?“

Das abstrakte Carl-Benz-Automobil in Ladenburg soll entfernt werden.

Pfenning. F├╝r Hirschberg geht es um Schadensabwehr – Vorteile gibt es keine

Guten Tag

Hirschberg/Heddesheim, 28. September 2010. Die Gr├╝ne Liste Hirschberg (GLH) hat im Gemeinderat einen Antrag auf eine Normenkontrollklage gegen die Gemeinde Heddesheim in Sachen „Pfenning“ gestellt. Die Folgen dieses Antrags sind noch nicht absehbar – daf├╝r aber viele Szenarien.

Update: Der nachfolgende Kommentar hat zu einer aus unserer Sicht nicht nachvollziehbaren Reaktion des Hirschberger GLH-Sprechers J├╝rgen Steinle gef├╝hrt. Wir haben darauf mit einem offenen Brief geantwortet.

Kommentar: Hardy Prothmann

Die Gr├╝ne Liste Hirschberg (GLH) handelt konsequent und im Auftrag ihres Eids verantwortlich – sich zum Wohl ihrer Gemeinde oder der Abwehr von Nachteilen einzusetzen -, wenn sie einen Antrag stellt, der genau dieses, also „Wohl“ und „Abwehr von Nachteilen“, thematisiert und eine Entscheidung fordert. In diesem Fall zur Klage gegen den Nachbarn Heddesheim.

Antr├Ąge kann jede Fraktion stellen und mancher Antrag steht vielleicht nicht immer im Kontext eines ausschlie├člichen Wohls f├╝r die Gemeinde, sondern auch des Wohls der Partei oder der Gruppierung, die ihn stellt.

Parteitaktik oder Wohl der Gemeinde?

Aus Sicht der anderen Parteien wird dieser Umstand sicherlich immer vern├╝nftig und politisch klug abgewogen: Was ist Parteitaktik, wann geht es tats├Ąchlich „nur“ um das Wohl der Gemeinde?

Im Fall „Pfenning“ geht es ganz sicherlich vor allem nicht um „Parteitaktik“, sondern ganz ├╝berwiegend um das „Wohl der Gemeinde und der Abwehr von Nachteilen“. Denn die Ansiedlung des Logistik-Konzerns „Pfenning“ in Heddesheim hat unter den geschaffenen Bedingungen mit Sicherheit negative Auswirkungen auf die Gemeinde Hirschberg.

Warum sonst hat „Pfenning“ keinen „Verkehrslenkungsvertrag“ mit Hirschberg, wohl aber mit Heddesheim (wo entschieden wurde, was allein entscheidend war) getroffen? Warum sonst gibt es weder Signale noch eine Versicherung auf „einvernehmliche L├Âsungen“ aus Heddesheim? Warum fehlt jedes Signal des Unternehmens in Richtung Hirschberg, „pfleglich“ mit der sensiblen Situation umzugehen?

Massivste Belastungen auf der B3.

Die Hirschberger B├╝rgerInnen entlang der B3 m├╝ssen ├╝ber die schon vorhandenen massivem Belastungen weitere massivere Belastungen f├╝rchten. Und auch dar├╝ber hinaus andere Hirschberger durch „Vermeidungsverkehr“, wenn er sie A5 und dann die B3 „zu“ sind.

Die B3 ist die offizielle Entlastungsstra├če f├╝r eine ├╝berforderte A5. Nach der B3 gibt es keine „Entlastungsstra├če“ mehr, sondern nur noch die belasteten Nerven aller, die im Verkehrschaos stecken.

Die Hirschberger Parteien und Gruppierungen von CDU, SPD, FDP und Freien W├Ąhlern sind gut beraten, wenn sie den Antrag der GLH unterst├╝tzen, weil es nicht um Parteitaktik geht, sondern um das Wohl der Gemeinde – in diesem Fall um die Abwehr von tats├Ąchlichen Nachteilen.

F├╝r Hirschberg gibt es keine „vermuteten“ Vorteile, sondern nur absehbare Nachteile.

Die „vermuteten“ Vorteile in Heddesheim (Arbeitspl├Ątze, Gewerbesteuer) spielen aus Hirschberger Sicht keine Rolle.

F├╝r die B├╝rgerInnen, f├╝r die Gesch├Ąfte in Hirschberg, f├╝r das Gewerbegebiet, die alle einen ordentlichen Beitrag zum Wohlstand der Gemeinde j├Ąhrlich liefern.

Bemerkenswert ist, wie die Gemeinde Heddesheim, vertreten durch ihren B├╝rgermeister Michael Kessler und die Mehrheit des Gemeinderats es bislang vollst├Ąndig vers├Ąumt hat, den „guten“ Nachbarn, die Gemeinde Hirschberg zu bes├Ąnftigen.

Obwohl der Ansiedlungsprozess, der in Heddesheim von der Mehrheit von 12:9 Stimmen im Gemeinderat vertreten wird, vor Ort f├╝r jede Menge Aufregung, ja sogar f├╝r eine „Spaltung“ des Orts gesorgt hat, gibt es aus Heddesheim durch die „Mehrheit“ bis heute keinen dokumentierten Versuch, den guten Nachbarn „Hirschberg“ ernst zu nehmen mit seinen Sorgen.

Abrechnung.

Ganz im Gegenteil wurden „Bedenken“ aus Hirschberg bei der Entwicklung des Heddesheimer Gewerbegebiets ins Feld gef├╝hrt – als w├Ąre das eine Art „Auge um Auge“-Abrechnung.

Daf├╝r wird aber der „gute Nachbar“ „Pfenning“ hoffiert. Der Chef von Pfenning, Karl-Martin Pfenning, das nur nebenbei, wohnt in Hirschberg. Deswegen ging man wohl davon aus, dass „Hirschberg“ wohl keine Probleme machen wird.

Karl-Martin Pfenning ist in Hirschberg ein Privatmann (sicherlich mit allerbesten Verbindungen), in Viernheim Unternehmer und in Heddesheim Investor. Das sind sehr unterschiedliche Rollen, wenn auch alle „machtbesetzt“ sein d├╝rften.

Verh├Ąltnis Hirschberg-Heddesheim.

Die Gemeinden Hirschberg und Heddesheim sind enger verbunden als durch eine blo├če „Nachbarschaft“. Sie betreiben seit kurzem eine gemeinsame Werkrealschule und seit l├Ąngerem einen gemeinsamen Wasserversorgungsverband.

Das hei├čt – sie sind auf den Dialog miteinander angewiesen. Ohne Dialog, ohne Konsens, wird hier fast nichts entschieden werden k├Ânnen. Ganz ohne „Pfenning“ geht es hier um das ├Âffentliche Gemeinwohl aller, um Kinder und ihre Ausbildung. Ein „gespanntes“ Verh├Ąltnis kann hier niemand brauchen.

Auch die B├╝rgermeister m├╝ssen miteinander k├Ânnen. K├Ânnen Sie das? Das ist den Gemeinden zu w├╝nschen. F├╝r ihr Wohl. Und das meint explizit nicht das der B├╝rgermeister, sondern der B├╝rgerInnen.

B├╝rgermeister unter sich.

Der Heddesheimer B├╝rgermeister Michael Kessler hat seinem Hirschberger Kollegen Manuel Just schon mal „geschuldete Unerfahrenheit“ in Sachen Werkrealschule ins Fahrtenbuch geschrieben. Kessler ist gut acht Jahre l├Ąnger im Amt als der sehr viel j├╝ngere Just. Diese Bemerkung hat das Verh├Ąltnis zwischen „souver├Ąnen“ BMs auf „Augenh├Âhe“ sicherlich nicht gut getan.

Beide B├╝rgermeister sind flei├čig und ehrgeizig. Und beide suchen ihren Erfolg. Und egal, was wer baut – letztlich geht es immer um den Ruf, um das Image, um die Ehre: Ob als Kanzler Brandt mit seinem Kniefall als Kanzler der Vers├Âhnung oder Kanzler Kohl als Kanzler der Einheit. Es geht am Ende immer um Geschichte.

Bis die geschrieben ist, gibt es viel zu tun. Als Nachbar-B├╝rgermeister m├╝ssen Kessler und Just miteinander auskommen. Irgendwie. Umso mehr, umso mehr sie miteinander zu tun haben.

Sie sind aber auch jeweils f├╝r ihren Ort und ihre B├╝rgerinnen verantwortlich. Das bedeutet oft, dass sie einen Spagat k├Ânnen m├╝ssen.

Kein Mitleid f├╝r B├╝rgermeister.

Bevor jetzt Mitleid aufkommt: Baden-W├╝rttembergische B├╝rgermeister wollten wie alle anderen in dieses Amt kommen. Sie sind politische Beamte auf Zeit, werden daf├╝r sehr, sehr gut bezahlt, haben eine gro├če Macht und damit eine gro├če Verantwortung.

W├Ąhrend B├╝rgermeister Manuel Just ganz klar seine Sorgen und damit seine Verantwortung hinsichtlich des „Pfenning“-Verkehrs ge├Ąu├čert hat, fehlt bislang jede ├Âffentlich bemerkte ├âÔÇ×u├čerung seines Kollegen Michael Kessler zum Thema.

Denn B├╝rgermeister Kessler arbeitet an seiner Geschichte: Er will der 100-Millionen-Euro-Kessler werden. Kein anderer B├╝rgermeister einer kleinen Gemeinde (und vieler gro├čen) vor ihm und wahrscheinlich lange nach ihm wird auch nur ann├Ąhernd eine solch gigantische Investition sein „Eigen“ nennen k├Ânnen.

Arroganz bleibt nicht ohne Folgen.

Die Arroganz, die Kessler, die CDU, die SPD und die FDP in Heddesheim sich bislang geleistet haben, kann nicht ohne Folgen f├╝r Hirschberg bleiben.

B├╝rgermeister Manuel Just hat sich transparent ge├Ąu├čert. Seine begr├╝ndeten Zweifel sind wohl und verantwortlich im Sinne auch seines Eids formuliert: Er hat sich bereits klar f├╝r das Wohl seiner Gemeinde und zur Abwehr von Nachteilen ge├Ąu├čert.

Der Antrag der Gr├╝nen entspringt derselben Verantwortung. Die Hirschberger CDU, SPD und FDP sowie die starken Freien W├Ąhler – die es in Heddesheim noch nicht gibt – k├Ânnen sich ohne jeglichen parteitaktischen Gesichtsverlust sofort und ohne Probleme den Sorgen des B├╝rgermeisters und dem Antrag der GLH zur Abwehr von Nachteilen f├╝r die Gemeinde anschlie├čen.

Ein B├╝rgermeister gibt immer die Linie vor – im Guten wie im Schlechten. B├╝rgermeister Just hat unzweifelhaft seine Bedenken ge├Ąu├čert. Die banale Behandlung seiner Zweifel in Heddesheim kann ihm nicht gefallen haben.

Eine Frage der „Ehre“.

Daf├╝r ist dieser ehrgeizige, strebsame Mann zu empfindlich. Mit seinen 32 Jahren will man sich „Ehre“ noch erarbeiten und setzt diese nicht selbstgef├Ąllig qua Amt voraus.

Seine Worte, seine Analyse, seine Gedanken sind zu pr├╝fen. Da gibt es keine Zweifel. Er nimmt seinen Job sehr ernst und will ernst genommen werden. Das ist der Anspruch, den B├╝rgermeister Just t├Ąglich an sich stellt und an dem er gemessen werden will – ganz sportlich ├╝brigens.

Mehr als sportlich muss B├╝rgermeister Just nun den Antrag der GLH behandeln und die damit verbundenen Probleme.

Denn es geht um das „Binnenverh├Ąltnis“ zum „Kollegen“ Kessler, um das der Gemeinden und ihrer vielf├Ąltigen Beziehungen. Es geht um die Glaubw├╝rdigkeit Justs, seine Verantwortung f├╝r die Gemeinde, es geht um all die, die in die „Gemeinsamkeiten“ involviert sind. Das sind viele Problem auf einmal.

Taktischer Fehler?

Die sich auch vielleicht ohne Beschluss l├Âsen. Denn in Heddesheim ist die „Pfenning“-Satzung noch nicht in Kraft getreten, weil noch nicht ver├Âffentlicht. Sollte der Antrag der GLH hier „Panik ausl├Âsen“, w├Ąre es sicher m├Âglich, das Verfahren in letzter Sekunde anzuhalten, den Grund f├╝r ein „Normenkontrollverfahren“ auszumerzen und die Satzung neu aufzusetzen.

Dann h├Ątte die GLH, die „Pfenning“ nicht will, oder zumindest nicht ohne Zusagen, verloren, weil sie zu fr├╝h agiert h├Ątte.

Vielleicht zieht die Heddesheimer „Pfenning“-Mehrheit auch den Stiefel durch und verl├Ąsst sich auf ein gutes „B├╝rgermeister-Verh├Ąltnis“ und die „Solidarit├Ąt“ der Parteig├Ąnger.

Bislang ist aber kein Angebot bekannt, wieso sich ein CDU-, SPD-, FDP-Parteifreund auf Nachteile f├╝r sich einlassen sollte. Die Freien W├Ąhler haben keine „Beziehung“ auf dieser politischen Ebene nach Heddesheim, auch wenn man sie tendenziell bei der CDU verorten mag.

Solidarit├Ąt ist gefordert. F├╝r wen? Das eigene oder das Gemeinwohl?

Zum Schluss bleibt die Frage, ob das von der GLH beantragte Verfahren auch Chancen hat. Je weniger durchdacht das ist, umso mehr Angriffsfl├Ąche f├╝r „Solidarit├Ąten“ bieten sich. Man w├╝rde ja gerne zustimmen, wenn nicht die „rechtlichen Bedenken“ im Raum st├Ąnden, wird dann nicht in der Sache, sondern in Sachen Partei taktiert werden. Die anderen w├Ąren damit „fein raus“.

Das sind sie nicht. Wenn der Antrag der GLH rechtliche M├Ąngel in der Formulierung und Begr├╝ndung haben sollte und dies erkannt wird, sind sowohl der verantwortliche B├╝rgermeister Manuel Just und die anderen Fraktionen in der Pflicht, dies zu „heilen“ und/oder selbst einen Antrag zu stellen, der die berechtigten Sorgen der Hirschberger Bev├Âlkerung „vollumf├Ąnglich“ ber├╝cksichtigt.

Denn sonst handeln diese Verantwortlichen weder zum Wohl noch zur Abwehr von Nachteilen f├╝r ihre Gemeinde.

Deswegen darf man gespannt sein, wie B├╝rgermeister Just und die anderen Mitglieder des Gemeinderats mit dem Antrag umgehen.

Es gibt keine Ausreden.

Der Antrag der GLH hat sicherlich juristische Schw├Ąchen.

Wird er in dieser Art unterst├╝tzt, werden sich die „Unterst├╝tzer“ rausreden: „Wir waren dabei. Was k├Ânnen wir daf├╝r, dass ihr Mist gebaut habt.“
Wird er abgelehnt, wird es hei├čen: „Das konnten wir nicht unterst├╝tzen.“

In beiden F├Ąllen wird die Frage nicht gestellt werden: „Was haben wir getan, um unsere Gemeinde zu sch├╝tzen?“

Die Frage, was B├╝rgermeister Just und die anderen Fraktionen tun, um der Intention des „gr├╝nen Antrags“ zu folgen, Schaden von der Gemeinde abzuwehren, darf und muss und wird gestellt werden.

Was bleibt, ist Selbstschutz.

Auch die „gute Nachbarschaft“ steht auf dem Spiel.

Verantwortlich f├╝r alle den Schaden und die Dilemmas ist B├╝rgermeister Michael Kessler aus Heddesheim, der keinen Zweifel daran l├Ąsst, dass er „Pfenning“ durchziehen will – ohne R├╝cksicht auf Verluste. Ihm zur Seite stehen elf Gemeinder├Ąte der CDU, SPD und FDP, die nichts unternommen haben, um die Gr├Ąben im Dorf zu verhindern und sogar gewillt sind, die Gr├Ąben zwischen den Gemeinden auszuheben.

Vollst├Ąndig „verantwortungslos“ im Rausch der kleinen Mehrheit. Im klaren Bewusstsein, das Verh├Ąltnis der Gemeinden auf Jahrzehnte hinaus massiv zu besch├Ądigen.

Denn das Vorhaben „Pfenning“ wirft l├Ąngst seine Schatten ├╝ber Heddesheim hinaus.

Eine ordentliche Behandlung von Seiten der „Pfenning“-Bef├╝rworter kann Hirschberg nicht mehr erwarten. Das einzige, was bleibt, ist der Selbstschutz.

Denn: F├╝r Hirschberg geht es um Schadensabwehr – Vorteile gibt es keine.

Einwender warten auf Post

Guten Tag!

Heddesheim, 02. Juli 2010. In der Gemeinderatssitzung vom 24. Juni 2010 wurde angek├╝ndigt, dass die Verfasser von Einwendungen schriftlich informiert w├╝rden. Nach Informationen des heddesheimblogs hat bislang niemand Post erhalten.

Der Planer Sartorius lobte in der Gemeinderatssitzung die „Transparenz“ des Umgangs mit den Einwendungen – alle Verfasser von Einwendungen w├╝rden ├╝ber die Behandlung durch die Gemeinde informiert werden.

Nach unseren Informationen ist dies bis heute nicht geschehen – auch die Gemeinde Hirschberg wartet noch auf Antwort, wie der B├╝rgermeister Manuel Just auf Anfrage mitteilte.

Die Gemeinde Hirschberg bef├╝rchtet einen Verkehrskollaps am Hirschberger Kreisel und fordert dessen Erweiterung. Au├čerdem fordert die Gemeinde ebenfalls seinen Verkehrslenkungsvertrag, was „Pfenning“ aber abgelehnt hat. Die B3, die durch beide Ortsteile Leutershausen und Gro├čsachsen f├╝hrt, ist die offizielle Ausweichstrecke zur A5.

Hirschberg bef├╝rchtet bei St├Ârungen auf der Autobahn eine entsprechende Verkehrsbelastung durch das in Heddesheim geplante Logistikzentrum. Der Verkehr ist in Hirschberg ein mindestens ebenso brisantes Thema wie in Heddesheim.

Pikant: Das B├╝ro Koehler, Leutwein und Partner hatte im Jahr 2000 f├╝r den Hirschberger Kreisel durch das Hirschberger Gewerbegebiet eine Auslastung des Kreisels prognostiziert. Im Jahr 2009 hat dasselbe Planungsb├╝ro trotz der zus├Ątzlichen Belastung durch „Pfenning“ eine ausreichende Leistungsf├Ąhigkeit attestiert. In ihrem Einwand hat die Gemeinde Hirschberg dies problematisiert.

Am 09. Juli 2010 wird der Bebauungsplanentwurf erneut f├╝r die Dauer eines Monats ausgelegt, weil die Verwaltung einen Formfehler bei der ersten Offenlage vermutet und dieser damit „geheilt“ werden soll.

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Der kreiselnde Gutachter

Guten Tag!

Hirschberg/Heddesheim, 25. Februar 2010. Heute wird in der ├Âffentlichen Gemeinderatssitzung ├╝ber den „Bebauungsplan N├Ârdlich der Benzstra├če“ (Pfenning) entschieden. Dem Entwurf ist ein weiteres Verkehrsgutachten beigelegt, dass die Leistungsf├Ąhigkeit des Hirschberger Kreisels als „noch ausreichend“ bezeichnet.

Von Hardy Prothmann

„Noch ausreichend“ w├Ąre als Schulnote eine 4-. Damit ist ein Sch├╝ler versetzungsgef├Ąhrdet, kommt aber noch durch.

Die Leistungsf├Ąhigkeit des Hirschberger Kreisels (Knoten L 541/A5/Gewerbepark), die Verkehrsgutachter Burkhard Leutwein als „noch ausreichend“ bezeichnet, erreicht in den morgendlichen Spitzenstunden die „Verkehrsqualit├Ątsstufe D“ – ├╝ber die Herr Leutwein in der IFOK-Gespr├Ąchsrunde zur geplanten „Pfenning„-Ansiedlung sagte, dass diese eine wirklich schlechte sei. Herr Leutwein sagte dies, um die aus seiner Sicht durchaus gute „Stufe B“ des Heddesheimer Kreisels an der Edeka hervorzuheben.

Im Gutachten steht weiter: „Dabei ist festzustellen, dass die Qualit├Ątsstufe D als die Qualit├Ątsstufe, die w├Ąhrend der ma├čgeblichen Spitzenstunde des Tages erreicht wird, als noch durchaus hinreichend angesehen werden muss und eine Verkehrssituation beschreibt, die zwar eine gegenseitige Beeinflussung von Fahrzeugen mit merkbaren Wartezeiten beinhaltet, jedoch ohne Gefahr eines Zusammenbruchs der Verkehrsabwicklung generell bef├╝rchten zu m├╝ssen.“

Die Definition der Stufe D lautet:
„Stufe D: Im Kraftfahrzeugverkehr ist st├Ąndiger R├╝ckstau vorhanden. Die Wartezeiten f├╝r alle Verkehrsteilnehmer sind betr├Ąchtlich. Der Verkehrszustand ist noch stabil.“

Das Gutachten musste angefertigt werden, weil die Gemeinde Hirschberg als „Tr├Ąger ├Âffentlicher Belange“ ihre Bedenken angemeldet hat. Die Hirschberger Verwaltung bezweifelt, dass der Kreisel auf ihrer Gemarkung den „Pfenning“-Verkehr verkraften kann. Das neue Gutachten ist in Hirschberg noch nicht vorgelegt worden.

„Generell“ bef├╝rchtet Leutwein keinen „Zusammenbruch der Verkehrsabwicklung“ – best├Ątigt aber mit seiner Einsch├Ątzung „betr├Ąchtliche Wartezeiten“. „Generell“ also und partiell? Gerade zu den Spitzenzeiten?

Die „mittleren Wartezeiten“ liegen am Abend nach dem Gutachten bei 12 Sekunden, am Morgen aber bei 20 Sekunden – also fast doppelt so lange. Dabei handelt es sich um einen „Mittelwert“. Die tats├Ąchlichen Werte d├╝rften, wenn es „eng“ wird, betr├Ąchtlich dar├╝ber liegen.

Das kritisiert auch G├╝nther Heinisch, Gemeinderat B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen: „Das Gutachten versucht den Eindruck zu erwecken, dass alles noch in Ordnung ist – das ist es aber nicht. Der Gutachter selbst empfiehlt den Bau eines Bypasses, was zeigt, dass er von seiner eigenen Aussage, der Verkehr w├╝rde nicht zusammenbrechen.“

Heinisch hat sich intensiv mit den Kreisverkehren befasst und kommt zum Ergebnis: „Was das erste, h├Ąufig nachgebesserte und nun dieses neue Verkehrsgutachten ├╝berhaupt nicht untersucht haben, ist das Zusammenspiel der beiden Kreisverkehre. Die liegen so eng beieinander, dass die schlechte Qualit├Ątsstufe beim Hirschberger Kreisel automatisch auch den Heddesheimer Kreisel abwerten wird und der Verkehrskollaps programmiert ist.“

Heinisch erkennt im Gutachten „eine Tendenz zur wohlwollenden Begutachtung von Koehler, Leutwein und Partner“. Tats├Ąchlich werden die Aussagen des Gutachtens mit vielen Konjunktiven versehen und erscheinen sehr „schwammig“.

W├Ąhrend der IFOK-Veranstaltung in der Nordbadenhalle kam auch Gutachter Leutwein zu Wort. Wie „kreiselnd“ seine Darstellung war, sehen Sie in unserem Video. Leutwein redet ├╝ber den Heddesheimer Kreisel:

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„Pfenning“ kommt in Hirschberg an

Guten Tag!

Heddesheim, 27. Januar 2010. Die Hirschberger Gr├╝nen (GLH) fordern ein Verkehrsgutachten f├╝r den Hirschberger Kreisel im Zusammenhang mit der geplanten „Pfenning“-Ansiedlung. Au├čerdem soll es f├╝r Hirschberg ebenfalls einen Verkehrslenkungsvertrag mit „Pfenning“ geben.

Die Hirschberger Gr├╝nen (GLH) haben in einer Pressemitteilung ein Gutachten gefordert, das feststellen soll, ob der Kreisel im Hirschberger Gewerbegebiet den „Pfenning“-Verkehr verkraften kann. Au├čerdem fordert die GLH ebenfalls einen Verkehrslenkungsvertrag f├╝r Hirschberg, damit die „Pfenning“-Lkw bei Stau auf der A5 nicht ├╝ber die B3 rollen.

Der Heddesheimer Gemeinderat G├╝nther Heinisch (B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen) hat sich intensiv mit der Situation der Kreisel in den Gewerbegebieten Heddesheim und Hirschberg auseinandergesetzt: „Bislang haben wir eine isolierte Betrachtung nur eines Kreisverkehrs, den in Heddesheim“, sagt Heinisch, der einen „Kollaps“ der Kreisel prognostiziert.

Die GLH teilt diese Auffassung. Die beiden gr├╝nen Fraktionen wollen k├╝nftig eng zusammenarbeiten, da die geplante „Pfenning“-Ansiedlung Hirschberg und Heddesheim gleicherma├čen betreffe.

Hirschbergs B├╝rgermeister Manuel Just will f├╝r die Gemeinde als Tr├Ąger ├Âffentlicher Belange zum Planungsvorentwurf „N├Ârdlich der Benzstra├če“ („Pfenning“) eine positive Stellungnahme abgeben, „sofern der Kreisverkehr den zus├Ątzlichen Verkehr aufnehmen kann.“ Wenn nicht, m├╝sse der Verursacher, also die Gemeinde Heddesheim „Abhilfe schaffen“.

Au├čerdem besteht Just auf einem Verkehrslenkungsvertrag f├╝r Hirschberg wie er zwischen „Pfenning“ und der Gemeinde Heddesheim geschlossen wurde. Danach verpflichtet sich „Pfenning“ keine Lkw ab 18 Tonnen durch den Ort fahren zu lassen.

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