Dienstag, 15. Oktober 2019

Brand in der Viernheimer Straße

K√ľchenbrand – drei Bewohner, ein Nachbar, drei Feuerwehrleute verletzt

Brand, Heddesheim, Viernheimer Straße

Durch einen K√ľchenbrand wurden ersten Informationen zufolge drei Bewohner, ein Nachbar und drei Feuerwehrleute verletzt.

 

Heddesheim, 12. Mai 2013. (red) Um kurz nach 23 Uhr wurde Samstagnacht die Feuerwehr wegen eines Brandes in der Viernheimer Stra√üe alarmiert. Laut Angaben der Polizei wurden insgesamt drei Hausbewohner, ein Nachbar und drei Mitglieder der Feuerwehr durch Einatmen von Rauchgas verletzt. [Weiterlesen…]

Gro√üeinsatzlage in Dossenheim – Feuerwehren des Unterkreises Ladenburg √ľben gemeinsam


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Ansprache und Zuwendung sind wichtig im Notfall.

Dossenheim/Rhein-Neckar, 27. September 2011. (red) Am vergangenen Samstag heulten Einsatzsirenen in Dossenheim. Feuerwehren aus sechs Orten und zwei Werkfeuerwehren mussten Br√§nde l√∂schen und Personen retten. Ein gro√ües Spektakel f√ľr die Bev√∂lkerung, die die √ÉŇďbungseins√§tze interessiert verfolgte, aber auch eine notwendige √ÉŇďbung, um die Zusammenarbeit der Wehren zu verbessern.

Von Hardy Prothmann

W√§hrend die Feuerwehren Dossenheim und Schriesheim gerade einen Brand im katholischen Kindergarten in der Wilhelmstra√üe bek√§mpfen, kommt die Meldung, dass ein Fahrzeug feststeckt. Geparkte Autos verhindern das Durchkommen. Eine Katastrophe im Ernstfall. Die wichtigsten Ausr√ľstungsgegenst√§nde schleppen die Feuerwehrleute zu Fu√ü zum Einsatzort. Kostbare Rettungszeit vergeht. Leider nehmen viele Autofahrer keine R√ľcksicht auf ein gutes Durchkommen der Rettungskr√§fte.

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Vorbereitung und Team-Work.

Im verrauchten Kindergarten werden zwei vermisste Personen gesucht – ein Erwachsener und ein Kind. √ÉŇďber das Fenster wird ein Kind gerettet, der Erwachsene wird versorgt und aus dem Geb√§ude getragen.

Kurz drauf ruft der n√§chste Einsatz. Ein Blitzschlag ist auch hier der Ausl√∂ser. Brannte im Kindergarten der Stromverteilerkasten, ist es in der Schule ein Kabelbrand. Ein Lehrer steckt mit 25 Kindern im dritten Stock fest, sie fl√ľchten sich auf zwei Dachterrassen der Neuberg-Schule. Das Treppenhaus ist ohne Atemschutz nicht passierbar.

Die Drehleitern aus Schriesheim und Ilvesheim bringen sich in Position und holen die Personen in den K√∂rben vom Dach. Eine Person ist so schwer verletzt, dass sie mit der Trage gerettet werden muss. Au√üerhalb des Gefahrenbereichs √ľbernehmen die Rettungsdienste die Verletzten. L√∂schfahrzeuge aus Altenbach, Ursenbach und Ilvesheim und der Firma Metzeler (Edingen-Neckarhausen) werden in Stellung gebracht und der Brand bek√§mpft, w√§hrend parallel die Rettung l√§uft.

Als wären die Wehren nicht schon genug gefordert, kommt der dritte Notruf. Im Neuberg-Schwimmbad hat es einen Chemikalienunfall gegeben. Es hat sich Chlorgas gebildet, ein Hausmeister muss gerettet werden. Mit einem ABC-Erkundungsfahrzeug wird die Lage gecheckt, aus Edingen, Neckarhausen und von den Chemischen Betrieben Ladenburg kommen Löschfahrzeuge zum Einsatzort. Die Dekontaminierungseinheit aus Neckarhausen ist vor Ort. Die Feuerwehr Ladenburg misst die Schadstoffbelastung. Unter Atemschutz wird der Verletzte gerettet.

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Chemieunfall - die Zeit läuft, jede Sekunde zählt.

Der vierte Einsatz findet in der Schulstra√üe, Ecke Bachstra√üe statt. Ein Pkw ist wegen √ľberh√∂hter Geschwindigkeit in eine Mauer geknallt. Der Fahrer ist verletzt und eingeklemmt. Betriebsstoffe laufen aus. Die Heddesheimer Feuerwehr muss das Fahrzeug aufschneiden, bevor sie die Person retten kann. Mit hydraulischem Werkzeug spreizen und zerschneiden sie die Karosserie (des Schrottautos). Als das Dach weg ist, wird der Verletzte f√ľr den Rettung aus dem Auto vorbereitet. Ein Rettungskorsett wird angelegt.

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Rettung - möglichst schonend.

Weit √ľber 100 Kr√§fte sind im Einsatz – die Szenarien vielf√§ltig, aber „alltagstauglich“ – so k√∂nnte es auch in wirklich sein. Die √ÉŇďbung erm√∂glicht es, Schwachstellen zu finden und zu verbessern.

Eine offensichtliche war, dass bei keinem Einsatz alle oder die meisten Wehren des Unterkreises Ladenburg gleichzeitig beteiligt waren – doch nur dann muss man sich auch koordinieren. Sicherlich sind den Fachleuten von den Feuerwehren alle Dinge aufgefallen, die nur Fachleute erkennen k√∂nnen. Immerhin war der stellvertretende Kreisbrandmeister Axel Schuh vor Ort und beobachtete die Eins√§tze. Was ihm nicht auffallen konnte – die verletzte Person auf dem Dach der Schule blieb √ľber lange Minuten hinweg unversorgt und ohne Ansprache, obwohl bereits Feuerwehrkr√§fte auf dem Dach waren. Auch beim Einsatz am Pkw fiel auf, dass ein Feuerwehrmann minutenlang mit einem Noth√§mmerchen die Frontscheibe bearbeitete, um ein Loch f√ľr die S√§bels√§ge zu schaffen, was aber nicht gelang. Ein Schnitt mit der hydraulischen Schere in die A-S√§ule erzeugte dann ein Loch. Mit der S√§bels√§ge (einer Art Stichs√§ge) wurde die verklebte Scheibe dann herausgetrennt.

 

Das sind Details, doch kommt es oft genau darauf an. Im Gro√üen und Ganzen waren die Zuschauer sicherlich beeindruckt vom Einsatzwillen und wie innerhalb k√ľrzester Zeit eine Rettung geplant, aufgebaut und durchgef√ľhrt wird. Und man musste nicht zwei Mal hinschauen, um zu sehen, wie anstrengend das ist. Die verschwitzen Gesichter der Feuerwehrleute zeigten die Strapazen eindeutig.

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Rettung aus schwindeleregenden Höhen.

Unsere Bildergalerie zur √ÉŇďbung finden Sie auf dem Rheinneckarblog.de

Jahreshaupt√ľbung der Feuerwehr im Zeichen der Zusammenarbeit


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Brandbekämpfung ist Team-Arbeit.

Heddesheim, 16. Mai 2011. Die diesj√§hrige Haupt√ľbung der Feuerwehr war auch eine Demonstration der Zusammenarbeit der Wehren im Kreis. Der simulierte Brand im „Badischer Hof“ machte den Einsatz einer Drehleiter notwendig, die von der Ladenburger Feuerwehr in Stellung gebracht worden ist.

Kommandant Dieter Kielmayer kommentierte den √ÉŇďbungseinsatz √ľber Mikrofon und Lautsprecher f√ľr die rund 50 B√ľrgerinnen und B√ľrger, die sich f√ľr die Jahreshaupt√ľbung interessiert am Abend des 13. Mai 2011 am Fritz-Kessler-Platz eingefunden hatten. Direkt gegen√ľber ist die Einsatzstelle – der Badischer Hof, ein altes, leerstehendes Geb√§ude in der Schaafeckstra√üe.

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Brandbekämpfung von oben: Die Ladenburger Drehleiter.

Die Situation: Ein Passant entdeckt Qualm und alarmiert die Feuerwehr. Die rast „um die Ecke“ heran, die Einsatzleitung verschafft sich einen √ÉŇďberblick und entscheidet sofort, dass wegen der gro√üen Dachfl√§che eine Drehleiter gebraucht wird. Deshalb wird nachalarmiert und die Kollegen in Ladenburg r√ľcken ebenfalls aus, da die Heddesheimer Feuerwehr keine Drehleiter hat.

Vor Ort wird die Ladenburger Drehleiter von den Heddesheimer Feuerwehrleuten eingewiesen und in einem Hof hinter dem Geb√§ude in Stellung gebracht. W√§hrenddessen „greifen die Kollegen an“. Mit Atemschutzger√§ten versehen schaffen sie sich Zugang zum Geb√§ude und rutschen auf Knien durch die R√§umlichkeiten – der Rauch steigt nach oben, deswegen bewegt man sich m√∂glichst tief. Sie suchen mit einer W√§rmebildkamera den Brandherd und eventuelle Glutnester. Sie halten K√∂rperkontakt, kontrollieren sich gegenseitig – Selbstschutz ist √§u√üerst wichtig.

Ein Kamerad muss in Sicherheit gebracht werden РKreislaufkollaps. Kein unwahrscheinliches Szenario. Hitze und körperliche Anstrengung können enorm sein. Die Rettungskräfte des DRK versorgen den Mann. Derweil regelt die Polizei den Verkehr an der Einsatzstelle vorbei.

Die Jahreshaupt√ľbung der Feuerwehr ist eine Demonstration – sie dient aber vor allem dazu, die Leistungsf√§higkeit der Freiwilligen Feuerwehr zu zeigen. Kommandant Kielmayer und der stellvertretende Kreisbrandmeister Axel Schuh zeigten sich zufrieden mit dem Einsatz. Wie immer.

Im Anschluss gab es eine Nachbesprechung der Feuerwehr in der Freizeithalle – ohne √Ėffentlichkeit. Warum eigentlich nicht? Im pers√∂nlichen Gespr√§ch unter dem Eindruck der Demonstration lie√üe sich sicher gut Werbung f√ľr die Feuerwehr machen, die dringend auf die freiwillige Mitarbeit angewiesen ist.

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Scheunenbrand: Vermutlich defekte Schaltanlage – „optimale Einsatzbedingungen“ bei der „Spritzparty“


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Heddesheim, 16. April 2011. (red) Die Brandursache f√ľr den Scheunenbrand war laut Polizeipr√§sidium ein defekter Schaltkasten. Bei den L√∂scharbeiten kamen 149 Feuerwehrkr√§fte zum Einsatz. Der Einsatz war erfolgreich – trotzdem bleiben Fragen.

Von Hardy Prothmann

Die Ermittler der Polizei gehen als Brandursache von einem defekten elektrischen Schaltkasten aus. Die „Luftzufuhr“ und das gut brennbare Material h√§tten dann ihren Teil dazu beigetragen, dass es zu einem Gro√üfeuer und dem Totalverlust der Scheune gekommen sei.

Doch es bleiben Fragen: Immerhin waren in dieser Scheue ausländische Erntehelfer untergebracht. Was, wenn das Feuer einige Wochen später ausgebrochen wäre und vielleicht zunächst unbemerkt mitten in der Nacht? Es hätte zu einer schlimmen Katastrophe kommen können.

Irgendwie ist niemand f√ľr die Frage zust√§ndig, wer denn einen ausreichenden Brandschutz kontrolliert? Weder die Polizei noch die Feuerwehr tun dies. Kontrollen solcher Unterk√ľnfte schauen oft nur nach hygienischen Verh√§ltnissen, nicht aber auf die Sicherheit. Das sind unhaltbare Zust√§nde. √ÉŇďberall wird auf Arbeitssicherheit geachtet – diese Sorgfalt gilt offensichtlich nicht f√ľr Saisonarbeiter.

Immerhin, das Wohnhaus konnte „gehalten“ werden. Aber mit welchem Einsatz? Drei Drehleitern und 149 Feuerwehrleute waren an diesem Sonntag im Einsatz. Muss man da nicht die Frage stellen, wieviele Einsatzkr√§fte und Fahrzeuge man braucht, wenn man was „Gro√ües“ brennt?

F√ľr Axel Schuh, stellvertretender Kreisbrandmeister, ist das keine Frage: „Wir hatten optimale Bedingungen und konnten aus dem vollen sch√∂pfen.“

Aus Feuerwehrkreisen wurden uns andere Aussagen zugetragen: „Die haben ne Spritzparty gefeiert. Schlie√ülich muss man den Leuten ja auch mal was bieten und so konnte jeder mal ran.“ Hei√üt: Ein solcher Brandeinsatz ist selten geworden und zur Motivation der freiwilligen Feuerwehrleute nutzte man die Gelegenheit, um mal richtig „Action“ zu haben. Und die drei Drehleitern h√§tten „Ballett“ getanzt.

Axel Schuh rechnet anders: „Das ist relativ. Klar h√§tte man das auch mit der H√§lfte geschafft – dann h√§tte es halt nicht drei, sondern f√ľnf oder sechs Stunden gedauert. Wir konnten die Kr√§fte schonen. Durch die drei Leitern mussten wir nicht umsetzen.“

Und er rechnet vor, dass ein Atemschutzger√§ttr√§ger nach 20-30 Minuten „fertig“ sei. Trotzdem kommt auch er nur auf 50-60 Mann – erkl√§rt die deutliche √ÉŇďberzahl aber wieder mit der Beschleunigung des Einsatzes.

Und was, wenn es zeitgleich woanders gebrannt h√§tte, w√§ren dann noch genug Kapazit√§ten frei gewesen? Die n√§chsten Drehleitern sind in Ilvesheim (18 Meter), Edingen („schon √∂fter Schwierigkeiten gemacht“) und Weinheim (Freundenberg Werksfeuerwehr): „Es bestand zu keiner Zeit eine Reservel√ľcke“, hei√üt die lapidare Antwort.

Und der Einsatz war billig: Da Sonntag war, m√ľssen keine Arbeitsausf√§lle an Unternehmen gezahlt werden. Und nat√ľrlich hatten viele Feuerwehrleute Zeit.

Ebenfalls hinter vorgehaltener Hand sagen Feuerwehrleute: „Unter der Woche am Vormittag w√§re das mit „Sicherheit“ ganz anders abgelaufen.“

Medien brauchen Informanten – manche aber nur f√ľr die Sensation

Guten Tag!

Heddesheim/Rhein-Neckar, 06. Juli 2010. Kreisbrandmeister Peter Michels ist sauer Рzu Recht. Entweder haben Angehörige der Feuerwehr widerrechtlich Informationen an Medien weitergegeben und/oder die Feuerwehr wurde abgehört Рbeides ist nicht in Ordnung. Die Antwort auf die Frage, warum das passiert, ist einfach: Es geht um die Sensationsgier bei manchen Medien.

Kommentar: Hardy Prothmann

Man darf gespannt sein, ob die Zuschauer des Rhein-Neckar-Fernsehens (RNF) dar√ľber informiert werden, dass der Provinzsender entweder „Informanten“ bei der Feuerwehr hat oder die Feuerwehr selbst abh√∂rt.

Man darf vermuten, dass dies eher nicht passiert, denn entweder hätte der Sender durch das Abhören eine strafbare Handlung begangen oder sich systematisch informieren lassen, was eine Anleitung zu einer Straftat sein könnte.

Die Integrierte Leitstelle der Feuerwehren in Ladenburg jedenfalls hat sich gewundert, wie schnell gewisse Medien, das Rhein-Neckar-Fernsehen und große Tageszeitungen der Region, bei Einsätzen vor Ort waren.

Deshalb setzte die Integrierte Leitstelle in Ladenburg einen fingierten, also falschen Einsatzbefehl, ab und wenige Minuten später meldete sich das RNF telefonisch und wollte weitere Informationen haben, kurz darauf meldete sich eine Zeitung.

Damit war klar: Entweder waren die betreffenden Medien aus den Reihen der Feuerwehr informiert worden oder hören ab.

Medien und Journalisten sind oft auf „Hinweise“ von Informanten angewiesen. Durch das Zeugnisverweigerungsrecht haben sie die M√∂glichkeit, diese „Informationsquellen“ zu sch√ľtzen.

Das macht dann Sinn, wenn solche „Hinweise“ Recherchen ausl√∂sen, durch die Hintergr√ľnde ans Licht der √Ėffentlichkeit kommen, die sonst niemals bekannt geworden w√§ren. Jeder Journalist, der seinen Beruf ernst nimmt, baut sich solche Netzwerke auf, die ihn mit Informationen versorgen.

Auch in unserem Fall sind wir durch einen Informanten auf das Thema aufmerksam geworden. Uns wurde der interne Brief des Kreisbrandmeisters an die Feuerwehren zugespielt.

Die Motivation, Informationen weiterzugeben, kann vielfältig sein. Manchmal sind die Motive Rache, Eifersucht, Missgunst. In den meisten Fällen, in denen mir Informationen zugespielt wurden, ist die Motivation der Informanten aber eine ehrenhafte gewesen: Sie wollten Missstände öffentlich machen Рaus Sorge um die Firma, die Behörde, das Allgemeinwohl.

In der Branche nennt man Informanten „Whistleblower“. Leider werden Informanten immer noch als „Petzen“ oder als „Verr√§ter“ verunglimpft. Je brisanter die Information, je gr√∂√üer die Folgen f√ľr „bestimmte“ Personen, umso gr√∂√üer ist der Hass und die Wut auf die vermeintlichen „Verr√§ter“. Selbst dann, wenn der „Verrat“ dazu dient, Systeme der Korruption, Mobbing, Geldw√§sche oder andere schlimme Sachen aufzudecken, bleibt in den Augen vieler Menschen eine Schuld beim „Verr√§ter“ haften. Deswegen ist es gut und richtig, dass Journalisten ihre Informanten sch√ľtzen k√∂nnen, damit diese keine Nachteile erfahren.

Im vorliegenden Fall geht es aber nicht um Fragen des Allgemeinwohls oder der Integrität einer Firma oder einer Behörde.

Im vorliegenden Fall geht es schlicht und einfach um Sensationsgier.

Es geht darum, die besten Bilder von lodernden Flammen zu machen. Oder Opferbilder, Blut, Chaos, Zerstörung exklusiv zu haben, um damit Auflage zu machen.

Das Kalk√ľl ist einfach: Je sensationeller die Bilder, umso gr√∂√üer wird das Interesse sein.

Wenn Medien sich nur noch um die Sensation bem√ľhen und nicht mehr um die Information, muss sich kein Journalist und keine Redaktion wundern, wenn es viele Menschen gibt, die das anekelt. Die das nicht mehr wollen. Auch wenn es genug Menschen gibt, die gerade diese Sensation interessiert.

Journalisten und Redaktionen entscheiden selbst √ľber ihre Haltung, ihren Umgang mit den Themen. Und √ľber ihre Methoden.

Der Kreisbrandmeister Peter Michels ist an einem offenen Umgang mit den Medien interessiert – auch im vorliegenden Fall war er noch nach Dienstschluss f√ľr uns erreichbar. Aber er ist zu recht sauer.

Weil er sich hintergangen f√ľhlt – vielleicht denkt er gerade dar√ľber nach, was es bedeutet, dass er an einem guten Verh√§ltnis zu den Medien interessiert ist, manche Medien aber das gute Verh√§ltnis zu ihm egal ist.

Es w√§re bedauerlich, wenn sich bei Herrn Michels das Gef√ľhl einschleicht, dass er Medien nicht mehr vertrauen kann. Denn das Ergebnis w√§re eine „verbrannte Erde“, ein gest√∂rtes Verh√§ltnis. Weil einzelne sich schlecht verhalten, m√ľssen oft alle darunter leiden. Den gr√∂√üten Schaden nimmt dabei die √Ėffentlichkeit, die nicht mehr offen informiert w√ľrde. Vor allem Boulevardmedien sind bekannt daf√ľr, „verbrannte Erde“ zu hinterlassen.

Winnenden und Erfurt sind daf√ľr leider „eindr√ľckliche“ Beispiele.

Der Kritik, dass die Feuerwehren Daten unverschl√ľsselt √ľbertr√§gt, wird sich der Kreisbrandmeister stellen. Zur Ehrenrettung der Feuerwehren muss man feststellen, dass der „Datenschutz“ bei der Einf√ľhrung der Systeme noch keine wahrgenommene Bedeutung hatte.

Heute ist das anders. Der Datenschutz ist ein zu recht wichtiges Thema. Von den Feuerwehren kann und muss man erwarten, dass sie das Manko der unverschl√ľsselten √ÉŇďbertragung schnell beheben.

Und von manchen Medien sollte man erwarten k√∂nnen, dass sie innehalten und √ľberlegen, ob das, was sie tun, tats√§chlich „in Ordnung“ ist.

Leider kann man davon ausgehen, dass sich die „√ľblichen Verd√§chtigen“ dar√ľber keine Gedanken machen werden. Ihr Gesch√§ft ist die Sensation. Was anderes kennen sie nicht und wollen es auch nicht kennen.

Das beste Korrektiv daf√ľr sind die Menschen selbst. Sie sind mit daf√ľr verantwortlich, welche Medien sie nutzen. Fehlt die Akzeptanz f√ľr die Sensationsgier, dann werden die Medien sich neu orientieren oder wegen Misserfolgs eingestellt.

Ungesch√ľtzter Datenverkehr: Datenschutzskandal bei Feuerwehr und Rettungsdiensten

Guten Tag!

Heddesheim/Rhein-Neckar, 06. Juli 2010. In einem „Brandbrief“ weist der Kreisbrandmeister Peter Michels die Feuerwehren darauf hin, dass „Informationen zu den Rettungseins√§tzen abgefangen werden und per SMS an Personen au√üerhalb der Feuerwehr“ weitergeben werden. Auf eine fingierte Meldung hin meldete sich als erstes das Rhein-Neckar-Fernsehen.

Von Hardy Prothmann

Der interne Brief hat es in sich: Die Feuerwehr vermutet „Lecks“ in den eigenen Reihen. Sprich: Mitglieder der Feuerwehr informieren „Dritte“, also Medien, aktuell und exklusiv √ľber Eins√§tze. Vielleicht sogar gegen Geld oder andere Gef√§lligkeiten.

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Kreisbrandmeister Michels ist stinksauer. Entweder gibt es Informanten innerhalb der Feuerwehren oder der Datenfunk wird abgehört. Bild: Feuerwehr

Kreisbrandmeister Michels schreibt: „Dieser Tage haben wir die Information erhalten, dass Alarmierungen f√ľr die Kreisf√ľhrung abgefangen werden und per SMS letztlich auch an Personen au√üerhalb der Feuerwehr weitergeben werden. Dies war der Anlass, dass wir √ľber die Leitstelle einen fingierten Alarm haben aussenden lassen. Bereits innerhalb der ersten f√ľnf Minuten, gab es eine erste R√ľckmeldung in der Integrierten Leitstelle. Ca. weitere f√ľnf Minuten sp√§ter meldete sich eine weitere Person aus dem Bereich der Presse.“

Ein Skandal erster G√ľte, denn es wird gleich gegen mehrere Gesetze versto√üen und Schutzpflichten werden verletzt, wie der Kreisbrandmeister auflistet: √ā¬ß 201 StGB (Verletzlichkeit der Vertraulichkeit des Wortes), √ā¬ß 203 StGB (Verletzung von Privatgeheimnissen), √ā¬ß 331 StGB (Vorteilsnahme), √ā¬ß 332 StGB (Bestechlichkeit), √ā¬ß 353 b StGB (Verletzung des Dienstgeheimnisses und einer besonderen Geheimhaltungspflicht), √ā¬ß 358 StGB Nebenfolgen.

Kreisbrandmeister Peter Michels best√§tigt uns das Problem auf Nachfrage und sagt: „Wir haben mit unserem Schreiben die Feuerwehren auf die gesetzlichen Bestimmungen aufmerksam gemacht. Bei weiteren Verst√∂√üen solcher Art m√ľssen die Betroffenen mit einer Strafanzeige rechnen.“

Pikant: Als erstes meldete sich das Rhein-Neckar-Fernsehen bei der Einsatzstelle und wollte weitere Informationen √ľber den Einsatz haben: „Das kann ja wohl gar nicht sein“, emp√∂rt sich Michels: „Ich habe √ľberhaupt nichts gegen die Arbeit der Medien, aber ich habe sehr wohl etwas dagegen, dass Informationen, die an die Feuerwehr gerichtet sind, an Dritte weitergegeben werden.“

Ob das „Leck“ in den eigenen Reihen zu finden ist oder der Funkverkehr durch das Rhein-Neckar-Fernsehen abgeh√∂rt wurde, konnte die Integrierte Leitstelle bislang nicht herausfinden. Nach Informationen der Redaktion hat sich auch eine gro√üe Zeitung aus dem Raum diese Informationen beschafft.

Das Problem: Die sensiblen Daten k√∂nnten verschl√ľsselt √ľbertragen werden, wenn alle Beteiligten √ľber dieselben Ger√§te verf√ľgen w√ľrden. Tun sie aber nicht – damit man sich „versteht“, muss unverschl√ľsselt √ľbertragen werden.

Deswegen ist es auch ein Datenschutzskandal der Rettungsdienste und Feuerwehren. Denn die Funkdaten werden √ľberwiegend unverschl√ľsselt √ľbertragen und k√∂nnen mit geringem Aufwand von jedem „mitgeh√∂rt“ werden – das verst√∂√üt zwar gegen das Gesetz, aber diesen Versto√ü erm√∂glichen die Rettungsdienste selbst durch die ungesch√ľtzte √ÉŇďbertragung der Daten. Eine koordinierte Anschaffung der Ger√§te h√§tte dies verhindert.

Was das in der Konsequenz bedeutet, zeigt ein Beispiel aus √Ėsterreich. Auf der Internetseite heise.de wird die Problematik der ungesch√ľtzten Daten√ľbertragung eindr√ľcklich geschildert:

„Ein √Ėsterreicher hatte in der Gegend von Tirol einen handels√ľblichen Funkscanner mit der Soundkarte seines Rechners gekoppelt und mit frei im Internet erh√§ltlicher Software das v√∂llig unverschl√ľsselte POCSAG-Signal der Pager in einer Datenbank mitprotokolliert. Bei rund 400.000 Eins√§tzen pro Jahr im Bundesland Tirol kamen innerhalb weniger Tage unz√§hlige Datens√§tze mit zum Teil sehr sensiblen Informationen zusammen.

Ein Alarmierungsdatensatz der Tiroler Leitstelle umfasst nicht nur den Namen der jeweiligen Einheit und ein Einsatzstichwort, wie es im analogen BOS-Funknetz √ľblich war, sondern die Leitstelle √ľbertr√§gt bei Rettungseins√§tzen auch den vollst√§ndigen Namen des Patienten, den genauen Einsatzort, das etwaige Transportziel sowie einen Code f√ľr eine detaillierte Erstdiagnose, der sich anhand einer von der Leitstelle ver√∂ffentlichten Liste, problemlos entschl√ľsseln l√§sst. So steht etwa Code 26A22 f√ľr ein Penisproblem, 25A2 f√ľr eine Selbstmordgef√§hrdung, 23C5 f√ľr eine Kokainvergiftung, 4B2S f√ľr eine starke Blutung nach Sexualdelikt, 12C1E f√ľr eine schwangere Epileptikerin mit Krampfanfall und so weiter. Die Feuerwehr verwendet √§hnlich detaillierte Codes.“

Auch im Rhein-Neckar-Kreis werden Adresse, Name sowie Einsatzstichworte √ľbermittelt: Dabei erf√§hrt man, ob es sich beispielsweise um ein internistisches, gyn√§kologisches Problem handelt, erf√§hrt Informationen zur Dringlichkeit. BET hei√üt beispielsweise Behandlung (BE) und „T“ steht f√ľr „terminiert“. Oft werden hier auch weitere Informationen √ľbertragen.

Ob die verungl√ľckte Person damit einverstanden ist, dass medizinische Details und andere Informationen an die √Ėffentlichkeit gelangen, interessiert dabei nicht. Es geht darum, als erster vor Ort zu sein und „exklusive Bilder“ machen zu k√∂nnen, es geht um Sensationsjournalismus.

Auch bei den Feuerwehren werden diese Informationen im Klartext √ľbermittelt. Noch – zur Zeit laufen vorbereitende Arbeiten zur Digitalisierung des Funks, der dann k√ľnftig verschl√ľsselt √ľbertragen werden soll. Auf dem K√∂nigsstuhl wird eine Station auf dem ehemaligen AFN-Mast errichtet, weitere Basisstationen werden im Gebiet Rhein-Neckar-Kreis, Heidelberg und Mannheim im Laufe des n√§chsten Jahres errichtet.

Bis das neue System läuft, ist es offen Рdass heißt, jeder, der technisch ein wenig versiert ist, kann mit einer Investition unter 100 Euro in entsprechende Geräte mithören.

Absurd: Zwar wird k√ľnftig irgendwann, voraussichtlich in eineinhalb bis zwei Jahren, die Kommunikation der BOS, also der Beh√∂rden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, verschl√ľsselt √ľbertragen. Aber im Gegensatz zu Hessen, wo eine Alarmierung √ľbers digitale Funknetz angestrebt wird, bleibt Baden-W√ľrttemberg beim POCSAG – das kann theoretisch auch verschl√ľsselt werden, aber nur, wenn alle Empf√§nger darauf abgestimmt w√§ren. Das ist nur bedingt m√∂glich, deshalb m√ľssten neue Ger√§te angeschafft werden, das kostet Geld – ob es zur Verf√ľgung gestellt wird, bleibt abzuwarten.

Feuerwehr berichtet zeitnah – jedes Foto muss auf den Pr√ľfstand

Guten Tag!

Heddesheim, 07. Mai 2010. Die Feuerwehr Heddesheim berichtet zeitnah im Internet √ľber ihre Eins√§tze. Dabei ver√∂ffentlicht sie Fotos und Texte. Die m√ľssen auf den Pr√ľfstand, damit es keinen √É‚Äěrger gibt.

Von Hardy Prothmann

Vor ein paar Tagen erreichte uns ein Leserhinweis: Darf die Feuerwehr eigentlich Fotos von Einsätzen veröffentlichen?

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Homepage der Freiwilligen Feuerwehr Heddesheim.

Wir haben uns die Veröffentlichungen der Feuerwehr angeschaut Рtatsächlich finden sich darunter Fotos, die das Innere von Gebäuden zeigen. Das ist eigentlich nicht erlaubt Рaußer, es wurde erlaubt.

Beispielsweise beim Einsatz in einer Halle der Edeka, bei der Anfang der Woche ein Ladeger√§t f√ľr Stapler-Batterien durchgeschmort war. Die Feuerwehr war schnell vor Ort und der Schmorbrand schnell gel√∂scht – auf Anfrage teilte die Edeka mit, dass der Schaden sehr gering geblieben war.

Kommandant Dieter Kielmayer sagte uns auf Anfrage: „Wir achten sehr sorgf√§ltig darauf, was wir ver√∂ffentlichen. Ganz klar wird es bei uns keine Fotos von verunfallten Personen zu sehen geben oder andere Bilder, die √ľber die Dokumentation eines Einsatzes hinausgehen. Bei der Edeka haben wir selbstverst√§ndlich das Einverst√§ndnis eingeholt.“

Hintergrund: Im vergangenen Jahr wurden Bilder eines Unfallopfers durch eine Feuerwehr im Kreis ver√∂ffentlicht. Kreisbrandmeister Peter Michels (Ladenburg): „Das hat jede Menge √É‚Äěrger gegeben. Ich habe daraufhin die Feuerwehren dar√ľber informiert, dass diese darauf achten sollten, keine Fotos zu ver√∂ffentlichen, auf denen Opfer zu sehen sind, Nummernschilder zu pixeln und aus Geb√§uden nur Fotos zu zeigen, wenn daf√ľr eine Erlaubnis vorliegt. Berichte und Fotos m√ľssen die Pers√∂nlichkeitsrechte ber√ľcksichtigen. Das gilt besonders f√ľr Personen in Ausnahmezust√§nden.“

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Kommandant Kielmayer. Bild: hblog

Verantwortlich f√ľr die Berichterstattung ist die jeweilige Feuerwehr selbst, der Hinweis des Kreisbrandmeisters ist nur eine „Empfehlung“.

„Bei uns koordiniert Stefan Koschel die Berichte. Mein Sohn Tobias ist f√ľr die Texte zust√§ndig, Robin Birr f√ľr die Fotos“, sagt Kommandant Kielmayer: „Meist haben wir bereits eine Stunde nach dem Einsatz einen Bericht fertig im Internet.“

Das Mehr-Augen-Prinzip soll gew√§hrleisten, dass die Berichte und Fotos „in Ordnung“ sind: „Meine Leute und ich nehmen das sehr ernst und wissen um unsere Verantwortung“, sagt Dieter Kielmayer.

„Unsere Kontrollen sind sinnvoll und wichtig“

Kreisbrandmeister Peter Michels hat die Rechtsaufsicht √ľber alle Feuerwehren im Rhein-Neckar-Kreis. Im Gespr√§ch mit dem heddesheimblog erkl√§rt Peter Michels, wie die Feuerwehren arbeiten, warum sie noch gut ger√ľstet sind und warum die Zahl der Eins√§tze zunimmt.

Interview: Hardy Prothmann

Herr Michels, warum wird man eigentlich Feuerwehrmann?
Peter Michels: „Die meisten haben eine gewisse Neigung, helfen zu wollen. Und es hat mit Tradition zu tun, mein Gro√üvater und Vater waren Feuerwehrmann, ich bin es und mein Sohn auch.“

Peter Michels ist der Kreisbrandmeister im Rhein-Neckar-Kreis. Bild: pro

Peter Michels ist der Kreisbrandmeister im Rhein-Neckar-Kreis. Bild: pro

Als Kreisbrandmeister haben Sie die Rechtsaufsicht √ľber die Feuerwehren im Kreis. Was bedeutet das?
„Nach der Gemeindeordnung ist der Unterhalt einer Feuerwehr eine „weisungsfreie Pflichtaufgabe der Gemeinde“. Das hei√üt, der B√ľrgermeister ist der organisatorische Oberleiter der Feuerwehr, die fachlich von einem Kommandanten gef√ľhrt wird.
Ich √ľberwache, ob die Gemeinden ihrer Verpflichtung nachkommen. Was das im Einzelnen ist, h√§ngt von der Gr√∂√üe der Gemeinde und der √∂rtlichen Gefahrenlage ab. Au√üerdem stehe ich beratend zur Seite und bin sozusagen in Person die Pr√ľfstelle f√ľr Zusch√ľsse aus Landesmitteln.“

Ohne Zusch√ľsse ist eine Beschaffung nicht m√∂glich

Welche Mittel stehen zur Verf√ľgung?
„Das variiert nat√ľrlich. Die Einnahmen werden √ľber die Feuerschutzsteuer bei den Versicherern bundesweit erhoben.
30 Prozent dieser Einnahmen verwendet Baden-W√ľrttemberg beispielsweise, um seiner Aufgabe im Katastrophenschutz nachzukommen. Die feuerwehrtechnischen Beamten der Landkreise werden von diesen bezahlt.
In vielen F√§llen, wie auch im Rhein-Neckar-Kreis, wird diese Aufgabe ehrenamtlich wahrgenommen.“

Trifft die Finanzkrise auch die Feuerwehren?
„Es ist keine Frage, dass Fahrzeuge und Technik nicht so beschafft werden k√∂nnen, wie wir uns das w√ľnschen.
Die Gemeinden sind gehalten, alle M√∂glichkeiten auszunutzen, um entsprechende Zusch√ľsse zu bekommen.
In den meisten F√§llen sind die Beschaffungen ohne die Zusch√ľsse nicht m√∂glich. Manchmal m√ľssen Investitionen warten. Das h√§ngt von den verf√ľgbaren Mitteln und den vorgelegten Antr√§gen ab.“

Mit wem arbeiten Sie noch zusammen?
„Nat√ľrlich mit der Polizei sowie Rettungs- und Sanit√§tsdiensten.“

„Unsere ehrenamtlichen Feuerwehrleute sind unbezahlbar.“

Ein Großteil der Feuerwehrleute ist ehrenamtlich tätig. Wäre eine Berufsfeuerwehr nicht sinnvoller?
„Das k√∂nnte niemand bezahlen. Um eine Funktionsstelle, sprich einen Feuerwehrmann, 24 Stunden √ľber das ganze Jahr zur Verf√ľgung zu haben, brauchen Sie sechs Leute. Sagen wir mal, einer w√ľrde 50.000 Euro verdienen, kommen Sie auf eine Summe von 300.000 Euro.
Die kleinste taktische Einheit bei der Feuerwehr sind 9 Personen und eine Person in der Funkzentrale. Da reden wir dann von Personalkosten in H√∂he von 3 Mio. Euro. Das verdeutlicht das Finanzproblem.“

Bekommen Sie denn genug Freiwillige zusammen?
„Der Arbeitgeber muss die Leute theoretisch frei stellen. Theoretisch ist das, weil nat√ľrlich die Mitarbeiter im Betrieb gebraucht werden. Da muss man Fingerspitzengef√ľhl haben.
Gemessen an den steigenden Einsatzzahlen mache ich mir f√ľr die Zukunft schon ein wenig Sorgen, was den Stamm der Freiwilligen angeht, weil die Belastungen steigen.
Zurzeit sind wir aber personell in der Lage die Einsatzt√§tigkeit gut abzuwickeln.“

„Die Belastung ist enorm.“

Warum steigen die Einsatzzahlen?
„Das hat vielf√§ltige Ursachen. Ganz klar ist eine Ursache die verk√ľmmerte Nachbarschaftshilfe. Wenn ein Baum im Garten oder vor dem Haus umf√§llt, wird nicht der Nachbar zu Hilfe gerufen, wie fr√ľher, sondern die Feuerwehr.
Viele Menschen haben zudem keine geeigneten Hilfsmittel mehr, beispielsweise eine Pumpe, wenn der Keller voll läuft.
Und das eigene Engagement ist in den Hintergrund getreten, weil man sich auf technische Hilfsmittel des Staates verl√§sst.“

Hier läuft alles zusammen, hier wird alles koordiniert: Die integrierte Einsatzzentrale in Ladenburg. Bild:pro

Hier läuft alles zusammen, hier wird alles koordiniert: Die integrierte Einsatzzentrale in Ladenburg. Bild:pro

Wie meinen Sie das?
„Es ist sinnvoll, √ľberall im Haus Rauchmelder zu haben. Die meisten Menschen, die Opfer eines Brandes werden, ersticken n√§mlich, bevor sie verbrennen.
Rauchmelder verringern aber nicht die Gefahr, daf√ľr muss man schon selbst mitdenken und darauf achten, dass elektrische Anlagen und Verbraucher technisch einwandfrei sind, Kerzen nur an geeigneten Stellen aufgestellt werden usw.“

Die Feuerwehren sind manchmal in viele Abteilungen aufgeteilt. Warum?
„Das ist meist historisch so gewachsen, dass Ortsteil f√ľr Ortsteil eine Feuerwehr bekam, gerade, wenn sie entfernt voneinander liegen. Sinsheim hat beispielsweise dreizehn Abteilungen.“

„Wir pr√ľfen alle drei bis j√ľnf Jahre.“

In Heddesheim plant die Pfenning-Gruppe ein riesiges Logistikzentrum. Sind Sie bei den Planungen involviert?
„Kurzfristig war ich das. Das wird dann intensiviert, wenn die konkreten Bauplanungen f√ľr die Objekte vorliegen.
Dann komme ich dazu und stelle meinen Forderungskatalog als Notwendigkeiten f√ľr die betroffenen Feuerwehren auf. Der teilt sich in vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz.“

Erläutern Sie das bitte.
„Alle baulichen Ma√ünahmen sind vorbeugend und die Abwehr erfolgt √ľber die √∂rtliche Feuerwehr und selbstverst√§ndlich die Nachbarfeuerwehren.“

K√∂nnen Sie zum Projekt schon sagen, was vorbeugend getan werden muss und ob die Feuerwehr in Heddesheim gut ger√ľstet ist?
„Pauschal kann ich sagen, dass die Geb√§ude parzelliert werden m√ľssen, was auch so vorgesehen ist.
Dann sind station√§re L√∂schanlagen, also Sprinkler erforderlich, die m√ľssen eine Funktionalit√§t √ľber 90-120 Minuten garantieren.
Au√üerdem m√ľssen vor Ort Sonderl√∂schmittel wie Schaum und andere Dinge, je nach Gef√§hrdung, vorgehalten werden.“

Wie oft pr√ľfen Sie das und werden die Vorschriften immer eingehalten?
„Wir pr√ľfen je nach Objekt alle drei bis f√ľnf Jahre. Ob die Anlagen technisch in Ordnung sind und Brandbek√§mpfungsmittel erneuert wurden zum Beispiel.
Meinen Erfahrungen nach m√ľssen Verbesserungen und Anpassungen gemacht werden, um den ver√§nderten Gegebenheiten und neuen Erkenntnissen gerecht zu werden. Deswegen sind unsere Kontrollen sinnvoll und wichtig.“

Dabei sollten die Unternehmen doch schon aus Gr√ľnden der Haftbarkeit darauf achten?
„Sollten sie, denn wenn etwas passiert, √ľbernimmt die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen mit allen juristischen Konsequenzen und die k√∂nnen enorm sein.“

„Bei einem Brand werde ich keinen da reinschicken.“

Zur√ľck zum Pfenning-Projekt. Die Hallen werden bis 18,5 Meter hoch sein. Kommen Sie da √ľberhaupt hoch?
„Wir kommen mit den Drehleitern da noch gut ran. Ins Geb√§ude kann ich bei solchen H√∂hen niemanden mehr reinschicken, deswegen m√ľssen die baulichen Feuerbek√§mpfungsanlagen entsprechend installiert sein.“

Wie wissen Sie vor Ort, mit welchen Mitteln Sie l√∂schen m√ľssen, also Wasser oder Schaum?
„Wichtig sind Daten der EDV des Betriebs. Die muss uns sagen, was sich in der Halle befindet. Wir d√ľrften aber immer vor gro√üen Aufgaben stehen, weil in solchen Hallen oft unterschiedlichste Stoffe gelagert werden, dass h√§ngt mit der f√ľr den Betrieb durchaus vern√ľnftigen „chaotischen Lagerhaltung“ zusammen. Alles sch√∂n getrennt zu lagern ist nicht so effizient, wie das „Chaos“, das man nat√ľrlich aber kontrollieren muss.“

Muss die Feuerwehr in Heddesheim neue Gerätschaften erwerben?
„Eigentlich nicht. In einem Brandfall wird man auf die M√∂glichkeiten der anderen Feuerwehren in der Nachbarschaft zur√ľckgreifen. Das gilt aber allgemein f√ľr alle.“

Auf welche Szenarien muss sich die Feuerwehr einstellen und wie wird das ge√ľbt?
„Wenn die Geb√§ude errichtet sind, wird man entsprechende Alarmierungspl√§ne zusammenstellen.
Wenn es zu einem Alarm kommt, wird entsprechend der Pl√§ne gehandelt.“

Zur Person:
Peter Michels (57) ist gelernter Starkstromelektriker und staatlich gepr√ľfter Elektrotechniker. Der geb√ľrtige Leimener ist verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter.
Er ist seit 1964 Feuerwehrmann und seit 1992 beim Rhein-Neckar-Kreis als feuerwehrtechnischer Beamter im „Vorbeugenden Brandschutz“ besch√§ftigt.
Seit vier Jahren leitet er das Amt f√ľr Feuerwehr und Katastrophenschutz im Landratsamt. In dieser Funktion war er auch ma√ügeblich am Aufbau der Integrierten Leitstelle in Ladenburg beteiligt.
In dieser Leitstelle arbeiten die Feuerwehren des Rhein-Neckar-Kreises und die Hilfsorganisationen wie DRK, MHD, Johanniter und ASB zusammen. Von hier aus werden auch die Kräfte des Technischen Hilfswerkes alarmiert und in den Einsatz gebracht.

Die integrierte Leitstelle Rhein-Neckar-Kreis
In Ladenburg befindet sich die „integrierte Leitstelle“ der Feuerwehren im Rhein-Neckar-Kreis. Hier gehen die Notrufe ein, von hier aus werden die Eins√§tze koordiniert.
Die Leitstelle ist seit drei Jahren in Betrieb. Dort arbeiten 30 Festangestellte: Disponenten, die f√ľr die Koordination zust√§ndig sind, Systemadministratoren, die f√ľr die komplexen Computer- und Telefonanlagen zust√§ndig sind und Mitarbeiter in der Verwaltung. Peter Michels: „Weil unsere Leitstelle so jung ist, sind wir auf dem neuesten Stand der Technik.“

499.000 Notrufe in 2008

Insgesamt gibt es im Rhein-Neckar-Kreis√ā¬†54 Gemeinden mit 54 Feuerwehren, die in 107 Abteilungen untergliedert sind. Rund 4500 freiwillige Feuerwehrleute sind im Kreis aktiv.
Rund drei Millionen Euro wurden in die moderne Leitstelle investiert. 2008 nahm die Leitstelle insgesamt 499.000 Anrufe entgegen. Innerhalb von 24 Stunden sind das rund 1400 Anrufe. „Darunter sind auch Spa√üanrufe, was sehr √§rgerlich ist und manchmal „einsame Seelen“, um die wir uns k√ľmmern, wie wir das in der Situation k√∂nnen.“