Samstag, 24. Februar 2018

Viel Lob fĂŒr alle am Bau Beteiligten

Eröffnung der neuen Evangelischen Kinderkrippe

Heddesheim, 04. Februar 2014. (red/sw) Zur großen Zufriedenheit aller am Bau Beteiligten konnte nach nur gut zehnmonatiger Bauzeit die neue evangelische Kinderkrippe in der Werderstrasse eingeweiht werden. Am Nachmittag hatten die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger beim „Tag der offenen TĂŒr“ Gelegenheit, sich die neuen RĂ€ume anzuschauen und die selbstgebackenen Kuchen mit einem TĂ€sschen Kaffee zu genießen. [Weiterlesen…]

GerĂŒchte um die GrĂŒnde fĂŒr eine „außerordentliche Pfarrversammlung“

Guten Tag!

Heddesheim, 09. April 2010. Unter Heddesheimer Katholiken wird darĂŒber spekuliert, weshalb es heute um 20:00 Uhr eine „außerordentliche Pfarrversammlung“ geben wird. Es geht bei den GerĂŒchten um den Verbleib von Pfarrer Heiner Gladbach in Heddesheim. Kann er nicht bleiben wegen einer Erkrankung? Oder wegen einer mutigen und kritischen Predigt des Pfarrers, die er am 14. MĂ€rz 2010 gehalten hat? Oder gibt es ganz andere GrĂŒnde? Die Missbrauchsdebatte ist in Heddesheim angekommen – doch nichts Genaues weiß man nicht, wie ĂŒberall in Deutschland.

Von Hardy Prothmann

Im Info-Kasten am katholischen Pfarrhaus informiert ein Zettel ĂŒber eine „außerordentliche Pfarrversammlung“ am Freitag, den 09. April 2010 im St. Remigius-Haus, 20:00 Uhr: „Pfarrer H. Gladbach wird uns ĂŒber seine derzeitige gesundheitliche und persönliche Situation informieren“, steht dort geschrieben.

Am spĂ€ten Donnerstagnachmittag bekommt die Redaktion einen Hinweis auf die Veranstaltung. Diese scheint kurzfristig anberaumt zu sein, die Kommunikation dazu soll „Mund-zu-Mund laufen“.

gladbach

Pfarrer Gladbach bei der Firmung 2009. Bild: heddesheimblog

Ein Anruf im Pfarramt bringt die Information: „Herr Gladbach ist im Urlaub. Darum hat er gebeten. Er wird morgen sprechen.“

Unser Informant hatte auf eine Erkrankung hingewiesen. Das macht uns stutzig: Wer krank ist, macht normalerweise keinen Urlaub.

Krank? Urlaub? Termin?

Nach diversen Recherchen wird klar: In Heddesheim wird darĂŒber spekuliert, was das bedeuten kann. Vor allem in der katholischen Bevölkerung, aber auch darĂŒber hinaus.

Die GerĂŒchtekĂŒche sagt: Herr Gladbach ist in Freiburg in einer Herz-Klinik. Oder: Herr Gladbach will nach GerĂŒchten ĂŒber Zusammenlegungen von Kirchengemeinden in Heddesheim nicht mehr weitermachen.

Dann sagt uns jemand, Herr Gladbach habe einen „Termin“ im Freiburger Ordinariat gehabt. Also keine „Herz-Klinik“?

Das alles sind Spekulationen, die „etwas wissen“, „nicht genau wissen“, „gehört haben“, „nicht bestĂ€tigt“ sind, „nicht zitiert werden wollen“.

Es gibt Spekulationen – aber keine Informationen.

Tatsache ist: Es gibt diese Spekulationen. Tatsache ist auch: Je weniger informiert wird, desto mehr Spekulationen gibt es – weil es keine tatsĂ€chlichen Informationen gibt.

Tatsache ist auch: Eine Erkrankung ist eine sehr persönliche Situation, die Medien zu respektieren haben und die niemanden etwas angeht, außer der erkrankten Person und allen, die ins Vertrauen gezogen werden.

SpĂ€testens hier wĂŒrde das heddesheimblog den UmstĂ€nden entsprechend eventuell weiter recherchieren, aber nicht mehr berichten – aus Respekt vor dem Privatleben.

Tatsache ist aber auch, dass die katholische Kirche in Heddesheim zu einer „außerordentlichen Pfarrversammlung“ einlĂ€dt, in der Pfarrer Gladbach ĂŒber „seine persönliche und gesundheitliche Situation“ informieren will.

Respekt. Privat. Öffentlich.

Damit wird eine zu respektierende private Angelegenheit per AnkĂŒndigung öffentlich.

Wir recherchieren also weiter, behutsam, aber beharrlich.

Ein Katholik erzĂ€hlt uns, wie er die Predigt von Pfarrer Heiner Gladbach am 14. MĂ€rz 2010 erlebt hat: „Er stand mit dem RĂŒcken zur Gemeinde und zitterte. Mein Sohn sagte mehrmals: „Du Papa, ich glaube, der Pfarrer weint jetzt gleich“. Mein Sohn war sehr aufgeregt und auch ich war sehr ergriffen. Das habe ich noch nie vorher erlebt.“

Heiner Gladbach stellt unangenehme Fragen.

Am 14. MĂ€rz 2010 sagt Pfarrer Heiner Gladbach: „Ich bitte dich fĂŒr die Opfer, die durch Missbrauch und Misshandlung lebenslange seelische SchĂ€den davongetragen haben und tragen. (…) Sieh auf die Fehler der Verantwortlichen in deiner Kirche: Jahre und Jahrzehnte haben sie geschwiegen und diese Vergehen zugedeckt. Dadurch haben sie ebenfalls schwere Schuld auf sich geladen.“

Diese Worte sind offen, kritisch und ergreifend, weil ein Pfarrer den Mut hat, im gemeinsamen Gebet darĂŒber zu sprechen, was die Menschen seit Wochen nicht nur in Deutschland bewegt und verzweifelt macht.

Pfarrer Gladbach wird aber noch mutiger und deutlicher: „Es ist unverstĂ€ndlich, warum dies geschehen musste. Im Moment kann man – Jesus – an deiner Kirche verzweifeln. Als Priester fĂŒhle ich mich im Moment hilflos.“

„Ich schĂ€me mich manchmal Priester dieser Kirche zu sein.“ Heiner Gladbach

Was der Pfarrer in seinem Gebet sagt, ist eine Zumutung fĂŒr jeden, der an die Unfehlbarkeit der Kirche glaubt.

Und dann betet Pfarrer Gladbach etwas, dass unbedingt politisch zu verstehen ist: „Ich schĂ€me mich manchmal Priester dieser Kirche zu sein.“

Pfarrer Gladbach wird in seinem Gebet nicht nur politisch – er wird deutlich: „Und es nĂŒtzen mir nicht all die Versprechungen der lĂŒckenlosen AufklĂ€rung, und es nĂŒtzt mir erst recht nicht die Aussage: Das kommt auch in nichtkirchlichen Institutionen vor.“

Eine Woche nach diesem Satz Ă€ußert sich der „Chef“ von Pfarrer Gladbach, Erzbischof Robert Zollitsch, der auch Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz in Deutschland ist, im Focus: „Auch wenn immer deutlicher werde, dass „die meisten FĂ€lle außerhalb des kirchlichen Raumes“ geschĂ€hen, seien sie in der Kirche besonders schlimm.“

Und kurz darauf gibt es die Meldung: „In der Diskussion um sexuellen Missbrauch im Erzbistum Freiburg hatte Zollitsch am Samstag VorwĂŒrfe gegen seine Person zurĂŒckgewiesen. Bei einem Fall, mit dem der heutige Erzbischof 1991 als Personalreferent befasst war, sei es nie darum gegangen, etwas zu vertuschen, sagte Zollitsch am Samstag vor Journalisten in Freiburg. Die Bistumsleitung habe nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt.“

Was haben die Krankheit, der Urlaub mit Erzbischof Zollitsch zu tun?

Gladbachs „Chef“, Herr Zollitsch, steht schwer unter Beschuss. Der SĂŒdwestrundfunk (SWR) stellt in Report Mainz die Frage: „Wie glaubwĂŒrdig ist Erzbischof Zollitsch als AufklĂ€rer?“

Heute wird Pfarrer Gladbach ĂŒber seine „gesundheitliche und persönliche Situation“ informieren.

Und das ist gut so. Je umfassender Herr Gladbach informiert, umso mehr wird GerĂŒchten jeglicher Boden entzogen.

„Dann hat das Konsequenzen…“

Guten Tag!

Heddesheim, 23. September 2009. Auf der BĂŒrgerveranstaltung am 18. September 2009 wurden dem Journalisten Hardy Prothmann „Konsequenzen“ angedroht.

heddesheimblog

Die Redaktion veröffentlicht zu dokumentarischen Zwecken eine Begegnung auf der BĂŒrgerveranstaltung vom 18. September 2009.

Nicht zum ersten Mal wurde der Journalist Hardy Prothmann im Zusammenhang mit der Berichterstattung um die geplante „Pfenning“-Ansiedlung „bedroht“ (siehe auch: Bericht). Diesmal mit „Konsequenzen“. Mit welchen auch immer.

Ein Mann nÀhert sich von hinten und legt sofort los:

Der Mann: „Ich gebe Ihnen etwas zur Kenntnis.“
Hardy Prothmann: „Erst einmal mĂŒssen Sie sich vorstellen.“
Der Mann: „Nein, das muss ich gar nicht.“
Hardy Prothmann: „Dann brauchen Sie mir auch nichts zur Kenntnis zu geben.“
Der Mann: „Sollte ein Bild von mir ĂŒber Sie veröffentlich werden, dann hat das Konsequenzen.“
Hardy Prothmann: „Das habe ich mir gedacht.“
Der Mann: „Jo.“

Der Mann ist nach Recherchen des heddesheimblogs der Redaktion namentlich bekannt und Mitglied der CDU Heddesheim.

Die Redaktion begreift solche VorstĂ¶ĂŸe als EinschĂŒchterungsversuche, die eine freie Berichterstattung behindern sollen.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog