Sonntag, 17. November 2019

Auch bei uns verschreiben katholische KrankenhÀuser keine Pille danach

Beratung ja – Pille nein

Beratung ja – Pille nein. Frauen, die die Pille danach brauchen – auch welchen GrĂŒnden auch immer – bekommen in katholischen KrankenhĂ€usern wie dem Theresienkrankenhaus in Mannheim kein Rezept.

Rhein-Neckar, 05. Februar 2013. (red/ld) Es muss keine Vergewaltigung sein. Das sind die seltensten FĂ€lle, in denen Frauen sich die „Pille danach“ verschreiben lassen. Eine wilde Nacht, ein gerissenes Kondom oder die Pille vergessen sind die hĂ€ufigsten GrĂŒnde fĂŒr Frauen, die gynĂ€kologische Notfallberatung der KrankenhĂ€user und FrauenĂ€rzte in Anspruch zu nehmen. Eile ist in jedem Fall geboten und auch in der Metropolregion verschreiben katholische KrankenhĂ€user die „Pille danach“ nicht.

Von Lydia Dartsch

Die „Pille danach“ ist keine Abtreibungspille,

sagt Dr. Kay Goerke, Chefarzt der GynĂ€kologie der GRN-Klinik Schwetzingen. Sie verhindere, dass sich eine befruchtete Eizelle in der GebĂ€rmutter einnisten kann. Von einer Abtreibung sprechen Mediziner erst, wenn sich die Eizelle eingenistet hat, wenn bereits Leben entstanden ist. Genau das wird durch die Pille verhindert: Die GebĂ€rmutterschleimhaut wird abgestoßen, wie zur normalen Monatsblutung. Es kommt zu Zwischenblutungen und die befruchtete Eizelle wird mit der Schleimhaut ausgeschwemmt. Aus medizinischer Sicht kommt es zu keiner Schwangerschaft.

Nur 72 Stunden Zeit

Nach dem Sex rennt die Zeit: Ist das Kondom geplatzt und die „Pille davor“ vergessen, hat die Frau knapp 72 Stunden Zeit, die „Pille danach“ einzunehmen, also drei Tage danach. Um die Pille danach verschrieben zu bekommen, braucht es aufklĂ€rendes GesprĂ€ch mit einem Arzt, die sogenannte „Notfallberatung“. Darin wird die Patientin befragt – zu ihrer Vorgeschichte, ihrer Periode und ihrem Sexualverhalten. Anschließend fĂŒhrt der Arzt eine gynĂ€kologische Untersuchung durch und macht einen Ultraschall.

Damit soll ausgeschlossen werden, dass die Patientin bereits schwanger ist.

sagt Dr. Goerke. Denn liegt bereits eine Schwangerschaft vor, darf die Pille danach nicht verschrieben werden. Die Gefahr, das ungeborene Kind zu schĂ€digen, ist sonst zu groß. Außerdem darf die Pille nicht verschrieben werden, wenn die Pille im aktuellen Zyklus bereits einmal verschrieben worden ist. Dann ist die Wahrscheinlichkeit zu gering, dass sie wirkt. Außerdem sind die Risiken fĂŒr den Körper zu hoch.

Die Patientin bezahlt die Pille selbst

Die Pille wird nur an einem speziellen Punkt im Zyklus verschrieben: Etwa drei Tage vor bis fĂŒnf Tage nach dem Eisprung. Dieser findet bei den meisten Frauen zwei Wochen nach ihrer Periode statt.

Wo kein Ei ist, kann keins befruchtet werden.

sagt Dr. Goerke. Nach der Notfallberatung und der AufklĂ€rung ĂŒber die Pille danach sowie zu sexuell ĂŒbertragbaren Krankheiten, erhĂ€lt die Patientin auf ihren Wunsch ein Rezept fĂŒr die Pille danach, das sie bei der Apotheke einlösen kann. Das Medikament kostet zwischen 20 und 35 Euro und wird in der Regel nicht von der Krankenkasse ĂŒbernommen. Ob die Pille gewirkt hat oder nicht, verrĂ€t ein Schwangerschaftstest, den die Frauen zwei Wochen spĂ€ter durchfĂŒhren sollten. MinderjĂ€hrige benötigen fĂŒr die Verschreibung der Pille danach in der Regel die Zustimmung ihrer Eltern.

Nach drei Tagen hilft keine Pille mehr. Das Risiko, dass sich die befruchtete Eizelle eingenistet hat, ist dann zu groß. Es gilt, sich zu entscheiden: Kind ja oder nein? Steht eine Schwangerschaft und der Nachwuchs im Konflikt mit der aktuellen Lebenssituation oder Lebensplanung, helfen Beratungsstellen wie ProFamilia, oder die Caritas und die Diakonie weiter.

Kein Rezept von katholischen Kliniken

Notfallberatungen können alle Ärzte durchfĂŒhren. In der Regel sind es niedergelassene FrauenĂ€rzte sowie Kliniken mit einer gynĂ€kologischen Ambulanz. Rund 100 Patientinnen im Jahr nehmen die Notfallberatung beispielsweise in der GRN-Klinik Schwetzingen in Anspruch. Auch katholische KrankenhĂ€user fĂŒhren sie durch, inklusive dem Hinweis auf die Pille danach. Möchte die Patientin ein Rezept dafĂŒr, wird dies nicht nur in Köln, sondern auch hier von katholischen KrankenhĂ€user abgelehnt. Die Frau werden fortgeschickt:

Das St. Josefskrankenhaus weist keine hilfesuchenden Menschen zurĂŒck, gleich ihrer medizinischen Indikation. Die Ärzte behandeln und beraten jeden Patienten nach bestem Wissen und Gewissen. Falls sich eine Frau dazu entscheidet, sich die Pille danach verschreiben zu lassen, so wird diese an einen niedergelassenen Arzt ĂŒberwiesen.

sagt Christian Klehr, Pressesprecher des katholischen St. Josephkrankenhaus Heidelberg und Theresienkrankenhaus Mannheim. Doch was, wenn Wochenende ist und die Frau schon Zeit hat verstreichen lassen mit der Frage, ob sie oder ob sie nicht diese Pille möchte? Was „nach bestem Wissen und Gewissen“ klingt, kann fĂŒr die Frau fatal sein. Die Zeit lĂ€uft. Und die Frage, ob eine „Beratung“ objektiv lĂ€uft, darf man getrost dahingestellt sein lassen. Die Haltung der katholische Kirche ist unmissverstĂ€ndlich.

Aus katholischer Sicht ist das Abtreibung

Nach der katholischen Auffassung beginnt die Schwangerschaft bereits mit der Befruchtung einer Eizelle. Also noch bevor Ärzte von einer Schwangerschaft sprechen. Wird nach der Befruchtung also eine Notfallkontrazeption, wie die Pille danach auch genannt wird, verabreicht und die Eizelle wird ausgeschwemmt, kommt das nach katholischen Gesichtspunkten einer Abtreibung gleich. Leben wird zerstört.

Diese unterschiedlichen Ansichten fĂŒhren zu Konflikten, vor allem, weil es Aufgabe der Ärzte ist, Leben zu erhalten: In der GynĂ€kologischen Notfallberatung können sich Frauen nach einer Untersuchung durch den Frauenarzt die Pille danach verschreiben lassen.

Wenig Erfahrung mit Vergewaltigungsopfern

Opfer von Vergewaltigungen werden gleichfalls von katholischen KrankenhÀusern behandelt, wie von allen anderen. Bei dieser Behandlung steht vor allem die Anonyme Spurensicherung (ASS) im Mittelpunkt. Allerdings haben nur wenige GynÀkologen Erfahrung mit der Behandlung von Vergewaltigungsopfern. Meist erstatten die Opfer zuerst Anzeige bei der Polizei, die dann mit ihnen einen Spezialisten aufsuchen, der die Untersuchung, die Spurensicherung sowie die Notfallberatung vornimmt.

Die Beamten wissen eigentlich, wohin sie sich mit den Opfern wenden mĂŒssen.

sagt Dr. Goerke von der GRN-Klinik Schwetzingen. Die Polizei in Mannheim wendet sich in solchen FÀllen an die UniversitÀtzsmedizin Mannheim (UMM):

Je nachdem, wie lange die Tat her ist, nimmt die gynÀkologische Ambulanz die Àrztliche Versorgung und gynÀkologische Untersuchung vor. In besonderen FÀllen rufen wir auch die Rechtsmedizin dazu, wenn beispielsweise besondere Verletzungsmuster vorliegen.

sagt Erster Kriminalhauptkommissar Otto Steinbrenner, Leiter Dezernat fĂŒr Sexualdelikte, in Mannheim. In der UMM erhalten die Opfer auf Wunsch auch die Pille danach.

In manchen FĂ€llen kommen die Frauen zuerst ins Krankenhaus. In Schwetzingen kommt das im Schnitt drei Mal im Jahr vor, sagt Dr. Goerke. Dann nimmt der diensthabende GynĂ€kologe die Untersuchung und Spurensicherung vor. Anschließend werden die sichergestellten Spuren und Proben drei Monate lang aufbewahrt fĂŒr den Fall, dass sich das Opfer erst nachtrĂ€glich zu einer Strafanzeige entschließt.

Den Kommentar unserer Autorin Lydia Dartsch (29) zum Verhalten der katholischen Kirche lesen Sie hier.

Martinsumzug 2012

„Ich geh mit meiner Laterne“

Heddesheim, 08. November 2012. (red/pm) Der diesjĂ€hrige Martinsumzug findet am Sonntag, 11. November 2012, statt. Sankt Martin ist einer der beliebtesten Heiligen, er wird auch weit ĂŒber die katholische Kirche hinaus geschĂ€tzt. Die MartinszĂŒge sind dafĂŒr ein schöner Beweis. Sie laden alle Kinder ein, gleich welcher Herkunft oder welchen Glaubens sie sind und alle Kinder freuen sich darauf. [Weiterlesen…]

„Was ist drin, im Rucksack?“

Mannheim/Rhein-Neckar, 21. Mai 2012. (red) Wir dokumentieren die Rede des renommierten Sozialethikers Friedhelm Hengsbach SJ vom 17. Mai 2012 in der Mannheimer Johanniskirche. AnlĂ€sslich des Katholikentages 2012 in Mannheim befasste sich der Jesuit mit dem „Aufbruch“, dem Weg aus der Krise der katholischen Kirche.

Friedhelm Hengsbach fordert eine politische Dimension im Zusammenhang mit Glauben – Politik als Sache der Gemeinschaft, als Hinwendung und Engagement. Die Umsetzung des Glaubens im Handeln. Er sagt:

Glaube ist Praxis und nicht irgendein Kult oder was die Kirche uns zu glauben lehrt.

Der 74 Jahre alte Friedhelm Hengsbach ist ein Ă€lterer Herr, der ĂŒberhaupt nicht wie ein „Revoluzzer“ wirkt. Seine Rede ist wohl formuliert und er trĂ€gt sachte und ĂŒberlegt vor. Die Inhalte seiner Rede aber fordern eine Reformation, die aus Sicht der katholischen Kirche eine Revolution sein wird. Und wenn die Kirchenoberen nicht mitmachen, dann sollen die GlĂ€ubigen den Umbau hin zu einer modernen Kirche selbst in die Hand nehmen.

Die Videos der Rede sowie das Redemanuskript finden Sie hier auf dem Rheinneckarblog.de.

Die neue InformationsbroschĂŒre – kritisch betrachtet

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Download: Klicken Sie, um die BroschĂŒre (A2572.pdf) von der Seite der Gemeinde zu laden (10 MB).

Heddesheim, 29. Mai 2010. Am Mittwoch wurde die neue InformationsbroschĂŒre „Leben in Heddesheim“ vorgestellt. Sie soll vor allem NeubĂŒrgern eine Orientierung bieten. Das tut sie nur, wenn man sich ausgiebig mit ihr beschĂ€ftigt. Dann fallen aber auch viele Ungereimtheiten auf.

Von Hardy Prothmann

Die perfekte InformationsbroschĂŒre ist wahrscheinlich bis heute noch nicht erfunden worden – auch nicht mit dieser neuen BroschĂŒre.

Der Heddesheimer Alexander Lenhart hat das neue Erscheinungsbild der Gemeinde im Rahmen seines Kommunikationsdesign-Studiums an der Hochschule Mannheim als Bachelor-Arbeit erstellt.

Die Farben leiten nicht zufriedenstellend.

Das hat er auf den ersten Blick ganz ordentlich gemacht. Kennzeichnend ist eine stilisierte Tabakscheune, die Hausfarbe Ocker leitet sich ebenfalls vom Tabak ab. Auf den zweiten Blick fehlt es aber an einer Kommunikation der BroschĂŒre mit dem Nutzer. Sie ist unĂŒbersichtlich gestaltet. Die Farben allein geben keine Orientierung.

ibortsplan

Problem Farbgebung: Macht das alles Sinn?

TatsĂ€chlich fangen hier die Fragen an: Der Tabakanbau war ĂŒber viele Jahrhunderte prĂ€gend fĂŒr den Ort, ist das aber schon lange nicht mehr. Wahrscheinlich wird schon bald ĂŒberhaupt kein Tabak mehr in Heddesheim angebaut.

FĂŒr meinen Geschmack wĂ€re eine grĂŒne Farbgebung als Freizeit- und Wohngemeinde sinniger gewesen. Denn das will Heddesheim sein. Von den ĂŒber 11.000 Einwohnern sind nur siebzehn Bauern und nur einige wenige bauen noch Tabak an. Aber das ist nur eine Meinung.

Mit der Farbgebung gibt es weitere Probleme. Unter der Gemeinde Heddesheim im Farbton Ocker gibt es neun Punkte auf Seite 6. Auf Seite 5 werden viel mehr Inhalte unter der Gemeinde angegeben – auf 28 Seiten. Ein gezieltes Aufschlagen, beispielsweise von „Was erledige ich wo?“ ist nicht möglich, das gibt das Inhaltsverzeichnis nicht her. Es gibt auch am Ende kein Schlagwortverzeichnis. Informativ ist das nicht, sondern mĂŒhsam, weil man immer wieder durchblĂ€ttern muss, wenn man etwas sucht.

Anzeige

Auch die Orientierung auf Seite 6 fĂ€llt schwer, ist sie doch nicht alphabetisch. Wieso der Golfclub an erster Stelle unter „Freizeit Heddesheim“ steht und die „Nordbadenhalle 1“ als Punkt 3 aufgefĂŒhrt ist, die „Nordbadenhalle 2“ aber als Punkt 5 und dazwischen das „TennisgelĂ€nde“ ist unklar und folgt einer unbekannten Logik.

Ebenso die Nennung von Punkt 6 auf Seite 6 unter Gemeinde Heddesheim: Autobahnanschluss A5 steht dort. Gehört der der Gemeinde? Wohl eher nicht.

Redaktionelle Fehler.

ibbahnhof

Der Bahnhof heißt kĂŒnftig Heddesheim/Hirschberg - nicht so in der InformationsbroschĂŒre.

Auf Seite 18 und 19 erscheint ÖPNV – öffentlicher Personennahverkehr. Der wird auf Seite 5 genannt, auf Seite 6 steht aber unter Punkt 2 „OEG Bahnhof“ und unter Punkt 3 „DB-Bahnhof Großsachsen/Hedd.“ Der DB-Bahnhof wurde per Gemeinderatsbeschluss in „Heddesheim/Hirschberg“ umbenannt, wird aber die nĂ€chsten Jahre in der InformationsbroschĂŒre den alten Namen tragen. Ein vermeidbarer Fehler, der wiederholt wird, beispielsweise auch unter „Wirtschaft und Wirtschaftsförderung“.

A propos Namen: Auch die Johannes-Kepler-Schule wird als eigenstĂ€ndige Schule genannt. Im Begleittext wird zwar eine VerĂ€nderung beschrieben – aber nicht, dass die neue Leitung bei der Martin-Stöhr-Schule in Hirschberg liegt – denn der gemeinsame Name ist noch nicht gefunden. DafĂŒr wird vom Namen Johannes-Kepler-Schule aber reichlich Gebrauch gemacht.

Auch die Sonderstellung des BĂŒrgerhauses in TĂŒrkis ist nicht klar – gehört das nicht zur Gemeinde Heddesheim wie der „Dorfplatz mit Tiefgarage“?

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Banken-Promotion: Welche Wirtschaft wird hier gefördert?

DafĂŒr erscheinen auf Seite 5 unter „Gemeinde Heddesheim“ die EintrĂ€ge „Wirtschaft, Banken“ und auch „Vereine/VerbĂ€nde/Organisationen“. Die Vereine standen frĂŒher unter Freizeit – sind die eingemeindet worden? Und die Wirtschaft sowie die Banken erscheinen auf Seite 34 und 35 unter „Wirtschaft und Wirtschaftsförderung“. Dort werden hauptsĂ€chlich die Gewerbegebiete angesprochen sowie die Unterdorf- und die Oberdorfstraße. Gehören alle Unternehmen, die sich nicht dort befinden, nicht zur Wirtschaft?

Was die Kirchen unter „Familie und Soziales“ verloren haben, ist auch nicht klar. Sind diese nicht fĂŒr Singles da? Und ist ein Gottesdienst eine soziale Einrichtung? Doch wohl eher ein religiöser Akt. Und die Schulen gehören doch eher unter Bildung? Ebenso die VHS und die BĂŒcherei?

Und wieso die Farbe „Rosa“ „Geborgenheit“ vermitteln soll, ist auch nicht klar, denn das tun eher dunkle, satte Farben. Rose steht heute eher fĂŒr Weiblichkeit, aber auch HomosexualitĂ€t. Eindeutig ist hingegen GrĂŒn – Sport, Freizeit, Natur sind damit eindeutig assoziiert.

Der Freizeitwert wird inhaltlich auf Seite 10 unter „Wir ĂŒber uns“ erst am Ende der zweiten Spalte erlĂ€utert. Zuvor heißt es allerdings: „Durch die verkehrsgĂŒnstige Lage an den Autobahnen… ist Heddesheim ein gefragter Wohnort mit hohem Freizeitwert.“ Wieso Autobahnen einen hohen Freizeitwert begrĂŒnden, wird nicht klar.

Der wichtigste Teil, die Kontaktdaten, sind irgendwo zu finden.

Der vor allem fĂŒr Ă€ltere Menschen wichtigste Teil, Kontaktdaten zu Verwaltung und anderen Einrichtungen erscheint erst ab Seite 20. Wenigstens wird hier eine alphabetische Ordnung unter „Was erledige ich wo?“ angeboten. Das gilt auch fĂŒr „Vereine, VerbĂ€nde und Organisationen“ auf den Seiten 28-33.

Leider sind auch redaktionell einige Fehler zu finden. So leitet immer noch Pfarrer Heiner Gladbach die katholische Kirchengemeinde St. Remigius – das aber hat lĂ€ngst „kommissarisch“ Regionaldekan Klaus Rapp ĂŒbernommen. Und die Leiterin der Hans-Thoma-Grundschule, Frau Gertrud Junghans, heißt in der BroschĂŒre „Getrud“.

Wieso statt „Uhr“ das Zeichen „h“ verwendet wird, ist unklar, ebenso ist es kein einheitliches Auftreten, wenn die Gemeinde im Internet unter heddesheim.de firmiert, die Volkshochschule aber unter vhs.heddesheim.net.

Unter „Freizeit“ steht auf Seite 50 der Punkt 2 „Freibad mit Badesee“, gefolgt von Punkt 14 „Hallenbad“ , gefolgt von Punkt 6 „Kunsteisbahn“ und von Punkt 1 „Golfclub“. Hat das Methode? Und wenn ja, welche?

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Auch der Dialekt hat ein Recht auf richtige Schreibweise.

Unvermittelt taucht auf Seite 64 (die Seitenzahl fehlt, wie sehr oft im Heft) unter Heddesheimer Traditionen nun wieder in Ocker ein „traditionelles Gericht“, die „vaschlubbde Aija“ auf. Schön im Dialekt geschrieben – mal abgesehen davon, ob die „Transkription“ tatsĂ€chlich zutreffend ist, in dem kurzen Text sind gleich zwei Fehler: einmal wird „unn“ mit drei „n“ geschrieben, ein anderes mal steht „und“ im Text, „danach“ heißt einmal „danoch“ und einmal „nodad“… Weiter findet sich „ck“, was vermutlich eher ein „gg“ sein mĂŒsste und auslautendes „t“, was eher ein „d“ sein sollte. Als „Noigeplaggde“ will ich mich hier aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

ibgewerbe

UnterstĂŒtzungsbedĂŒrftiges Gewerbe...

Auf der gefĂŒhlten Seite 66 (keine Seitenzahl) steht dann: „Bitte unterstĂŒtzen Sie unsere Gewerbetreibenden…“ Es gibt in der BroschĂŒre viele Formulierungen, die leider dem gestelzten Beamtendeutsch entspringen, aber muss das sein: „Bitte unterstĂŒtzen Sie…“? Sind die Gewerbetreibenden notleidend? Und was machen Betriebe wie die „Viernheimer Stadtwerke“ darunter, die sicherlich kein Heddesheimer Betrieb sind?

Und hier wundere ich mich als Unternehmer umso mehr, als auch ich gerne die „kostenlose Verteilung“ der BroschĂŒre mit einer Anzeige unterstĂŒtzt hĂ€tte. Immerhin ist das heddesheimblog die einzige eigenstĂ€ndige journalistische Redaktion im Ort, ist eine UnternehmensneugrĂŒndung, deutschlandweit in der Branche bekannt und gilt vielen als Modell fĂŒr die Zukunft des Lokaljournalismus. Es gab keine Information ĂŒber die Werbemöglichkeit, keine Anfrage. Der Grund: unklar.

Optimaler Einblick?

Vielleicht sollte ich mich deswegen an die kommunale „Wirtschaftsförderung“ wenden. Wo war die noch einmal zu finden? Irgendwo zwischen Seite 10 und 37. Das weiß ich aber nur, weil ich die ganze BroschĂŒre durchgeblĂ€ttert habe. Nur blöd, dass ich mir die Seitenzahl nicht gemerkt habe.

Also blĂ€ttere ich noch einmal, angefangen beim „Inhaltsverzeichnis – fĂŒr einen optimalen Einblick in unsere Gemeinde“ auf der gefĂŒhlten Seite 5, denn auch hier fehlt die Seitenzahl, ebenso wie ein Hinweis auf die Inserenten ab Seite 67.

Wer will, kann der Gemeinde eine RĂŒckmeldung (modern „Feedback“) geben:

„Um ein Feedback zu bekommen, sind die Leserinnen und Leser der neuen BroschĂŒre dazu aufgerufen, ihre Meinung an die Gemeinde zu ĂŒbermitteln. Bitte senden Sie uns dazu bitte eine E-Mail an broschuere@heddesheim.de. Wir freuen uns auf Ihre Anregungen.“

WofĂŒr die Anregungen allerdings gut sein sollen, verrĂ€t die Gemeinde nicht. Die BroschĂŒre ist gedruckt.

Link:
Wer möchte, liest beim Mannheimer Morgen nach, wie dort ĂŒber die InformationsbroschĂŒre berichtet wurde. Denn es ist immer besser, sich aus mehr als einer Quelle zu informieren…
Und weils so schön ist, noch ein Text: Informationen satt…

Das heddesheimblog wĂŒnscht einen friedlichen Heiligabend

Guten Tag!

Heddesheim, 24. Dezember 2009. Heute feiern die meisten Menschen in Deutschland Weihnachten. An dieses Fest schließen sich die eigentlichen gesetzlichen Feiertage an. Unsere Kolumnistin Gabi hat schon zu Weihnachten geschrieben. Wir alle haben ĂŒber Weihnachten geredet oder gedacht. Auch das heddesheimblog ist natĂŒrlich voll dabei.

Von Hardy Prothmann

Wir feiern Weihnachten. Was ist das eigentlich? Ein schönes, ein besinnliches, ein friedliches Fest? Eines der Einkehr oder eines im Kreise der Familie? Oder eines, dass auf den Schichtdienst fÀllt oder eines, dass man, warum auch immer, allein verbringt?

Es ist ein Fest der Erinnerung der westlich-christlichen Kultur am Vorabend des angenommenen Geburtstags Jesus Christus. Soviel steht fest.

Weihnachten ist ein Familienfest.

Viele Menschen in Heddesheim werden diese Passage in Wikipedia ablehnen. Sie werden nicht darĂŒber nachdenken, was wir da eigentlich feiern. Das wĂ€ren zu viel Gedanken. Andere werden sehr genau darĂŒber nachdenken und halten es fĂŒr „verunreinigt“. Wieder andere werden genau das als „verunreinigt empfinden“. Andere suchen eine Auswegstrategie, um möglichst gut ĂŒber diese Feiertage zu kommen.

Auch ich bin davon nicht unbeeindruckt. Geschenke oder keine Geschenke? Welche Geschenke? Mit wem feiern? Wie wird das werden? Unsere Kolumnistin Gabi hat sich darĂŒber schon ihre Gedanken gemacht.

Ich finde die Reduzierung auf die Familie schade. Sie schließt so viele andere Menschen aus. Andererseits ist es wichtig, mit den Verwandten, ob Eltern, Kinder, Großeltern oder anderen zusammen zu sitzen und an Jesus Christus zu denken. Denn sein Leben und sein Tod bestimmen den Glauben der KirchgĂ€nger und vieler, die schon lange nicht mehr in die Kirche gehen.

Jesus Christus bestimmt auch das Leben vieler „AuslĂ€nder“ in unserem Land. Ich kenne beispielsweise einige moslemische TĂŒrken, die Weihnachten mitfeiern, weil es aus ihrer Sicht „zur Kultur“ gehört. Sie respektieren den Brauch. Dadurch werden sie Teil unserer Weihnachtsgesellschaft. Oder Italiener, die frĂŒher viel weniger Weihnachen feierten als wir Deutschen, aber mittlerweile aktiver sind. Und das ist gut so. Wenn alle Spaß daran haben und ein „friedliches Fest“ erleben.

Weihnachten ist aber auch ein grandioses Spektakel. In der evangelischen Kirche zu Heddesheim wird gar das Musical „Jakobs Stern“ aufgefĂŒhrt. Die Kirchen machen sich damit zum Teil des Spektakels. Auch das ist gut so.

Was ist Weihnachten?

Solange man weiß, worum es sich handelt.

Es wird an Weihnachten viele Menschen geben, die nicht aus ÃƓberzeugung Weihnachten feiern, sondern notgedrungen. Es wird andere geben, die sich einbringen wollen. Und es wird solche geben, fĂŒr die der „Heilige Abend“ einfach heilig ist.

Die Redaktion wĂŒnscht allen Leserinnen und Lesern eine Zeit der Begegnung und Besinnung. Mit der Familie und mit sich selbst.

Weihnachten ist jedes Jahr ein großes Spektakel, aber auch eine großartige Chance zur inneren Einkehr. Vor allem, wenn die Feiertage so gut fallen.

Damit gibt es angesichts des „Heiligen Abends“ fĂŒr jeden Zeit, ob gemeinsam oder alleine, ob Christ, oder ausgetreten oder einer anderen Religion angehörig, Einkehr zur halten. Zum Glauben. Zum Menschsein.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Teile und herrsche

Leserbrief: Rainer Neutard

Die Vorgehensweise der Gemeinde ist durchsichtig. Sie entbehrt nicht einer taktischen Raffinesse, bei der die BĂŒrgernĂ€he vom Streben nach MachtausĂŒbung und Machterhalt ĂŒberlagert wird.

– AnfĂ€nglich hĂ€lt man sich bedeckt , operiert im Geheimen und nutzt Argumente die sich als wenig stichhaltig erweisen.

– Man weigert sich die Bedenken der BĂŒrgerinitiative zur Kenntnis zu nehmen und verschließt sich einem Dialog.

– Nach den durchschlagenden Erfolgen der BĂŒrgerinitiative schaltet man die IFOK als Beschwichtigungsinstrument ein. Welch‘ ein Armutszeugnis fĂŒr eine bĂŒrgernahe Verwaltung!

– Der direkten Aussprache geht man weiter aus dem Weg.

– Vielmehr wird die BĂŒrgerinitiative aufgefordert in einen (von einem fremden Dritten moderierten) allgemeinen Willensbildungsprozess einzutreten.

– Anschließend wird die BĂŒrgerinitiative gezielt diskreditiert, in dem man ihr vorwirft sich dem Dialog zu verweigern.

Dies alles nach dem Motto: „Teile und herrsche“, gemĂ€ĂŸ den Regieanweisungen frei nach Machiavelli.

Der von den Kirchen angesprochene offene Dialog hĂ€tte vom ersten Tag an praktiziert werden mĂŒssen.

Wie kann sich ein BĂŒrgermeister, der sich fĂŒr kaum ein Vereinsfest nicht zu schade ist, dem GesprĂ€ch mit der erfolgreichen BĂŒrgerinitiative verschließen? Ist sein Motiv Angst oder Unsicherheit?

Wer von seinem Handeln ĂŒberzeugt ist, sollte dies zu jeder Zeit gegenĂŒber Jedermann auch vertreten können.

Die Verhaltensweise der BĂŒrgerinitiative ist sehr gut nachvollziehbar. Es waren nicht die Vereine, nicht die Pfarrer, nicht die Kirchen und schon gar nicht die Gemeinderatsfraktionen, es war alleine die BĂŒrgerinitiative die das Projekt „Sonderwirtschaftszone Pfenning“ thematisiert und in das Problembewusstsein der Menschen gerĂŒckt hat.

Die erdrutschartigen VerĂ€nderungen bei der Gemeinderatswahl resultieren nicht aus den Initiativen irgendwelcher amorpher Kreise, sondern sind allein Ergebnis der BĂŒrgerinitiative.

Die BĂŒrgerinitiative hat daher ein Recht auf einen originĂ€ren Dialog!

Sie tut gut daran, sich nicht in einem allgemeinen Palaver verwĂ€ssern zu lassen. Auch diese Erkenntnis ist „frei nach Machiavelli“.

ÃƓbrigens: Die irrefĂŒhrend suggestive (volksverdummende) Formulierung der BĂŒrgerbefragung macht deutlich, wie gering die Dialogbereitschaft wirklich ist.

Anmerkung der Redaktion:
Leserbriefe sind private MeinungsĂ€ußerungen und geben nicht unbedingt die Ansicht der Redaktion wieder.

Kirchengemeinden appellieren an BefĂŒrworter und Gegner der geplanten Pfenning-Ansiedlung

Guten Tag,
das heddesheimblog dokumentiert hier fĂŒr unsere Leser den Artikel der Kirchengemeinden vom 15. Juli 2009 im Mannheimer Morgen mit Genehmigung der Verfasser.

Appell fĂŒr ein friedliches Miteinander

Inhaltlich wollen sich die Heddesheimer Kirchengemeinden nicht in die Diskussion um die Pfenning-Ansiedlung einmischen. Wie viele BĂŒrger, beobachten aber auch die Kirchen-Vertreter, allen voran die drei Pfarrer Heiner Gladbach, Herbert Anzinger und Dierk Rafflewski, wie die Auseinandersetzung in den vergangenen Wochen an SchĂ€rfe zugenommen hat und tiefe GrĂ€ben in der Bevölkerung zu hinterlassen droht. Gemeinsam haben sich die Kirchen deshalb auf die folgende Stellungnahme verstĂ€ndigt.

„Mit Sorge beobachten die Kirchen den Konflikt um die Ansiedlung der Spedition Pfenning im Industriegebiet Heddesheim. Die SchĂ€rfe, mit der die Auseinandersetzung gefĂŒhrt wird, Unsachlichkeit und der Mangel an gegenseitiger Achtung bedrohen die Einheit unserer Gemeinde und haben schon jetzt zu Spaltungen gefĂŒhrt.

Aufgrund dieser Entwicklung und in Verantwortung fĂŒr ein friedliches Miteinander, wie es dem Geist der Versöhnung und dem Ruf zur NĂ€chstenliebe entspricht, sehen sich der katholische Pfarrgemeinderat und der evangelische Kirchengemeinderat zu einer gemeinsamen Stellungnahme veranlasst.

Bei dieser Stellungnahme geht es ausdrĂŒcklich nicht um eine inhaltliche Festlegung fĂŒr oder gegen die Ansiedlung von „Pfenning“ – in dieser Frage gehen auch die Meinungen innerhalb der kirchlichen Gemeinden auseinander -, sondern um die Art und Weise, in der Gegner und BefĂŒrworter miteinander umgehen.

Damit unsere Ortsgemeinschaft nicht weiteren Schaden leidet, mahnen wir die Konfliktparteien eindringlich, folgende Voraussetzungen fĂŒr den weiteren Meinungsstreit anzuerkennen:

Niemand will Heddesheim schaden. BefĂŒrworter und Gegner des Pfenning-Projektes handeln nach bester ÃƓberzeugung und sagen beide auf ihre Weise „Ja zu Heddesheim“.

Keine Initiative, ob fĂŒr oder gegen die Pfenningansiedlung, kann beanspruchen, die Interessen aller BĂŒrgerinnen und BĂŒrger zu vertreten.

Die Problematik ist komplex. Es gilt, wirtschaftliche, soziale und ökologische Gesichtspunkte in kurz- und langfristiger Perspektive zu bedenken und diese fĂŒr BĂŒrgerinnen und BĂŒrger transparent zu machen. Viele Argumente fĂŒr und wider schließen einander nicht aus, sondern beleuchten unterschiedliche Aspekte.

Die einzelnen Argumente fĂŒr und wider die Pfenningansiedlung sind auch daraufhin zu befragen, in wie weit es Alternativen, Kompromisse oder ĂŒbergeordnete Lösungen gibt. So verlangt die hohe Verkehrsbelastung im Ort auch unabhĂ€ngig von der möglichen Ansiedlung des Unternehmens nach einer Lösung.

Emotionalisierung durch ÃƓbertreibung und vereinnahmende Rede, polemische Äußerungen und Unterstellungen sowie persönliche Angriffe dienen nicht der Lösung, sondern verhĂ€rten die Fronten und treiben Keile in das gesellschaftliche Miteinander. Wer durch seinen Ton oder die Form der Auseinandersetzung die BrĂŒcken zum politischen Gegner abbricht, sagt „Nein zu Heddesheim“.

Der Person mit einer anderen Meinung ist mit Respekt und Achtung zu begegnen.

Am 7. Juni fanden die Kommunalwahlen statt, bei der die neuen GemeinderĂ€te gewĂ€hlt worden sind. BefĂŒrworter und Gegner des Projektes sind jetzt im Gemeinderat vertreten und haben gleiche Einsicht in alle Unterlagen, Gutachten und bisherigen Vereinbarungen. Es ist ihre Aufgabe unter BerĂŒcksichtigung aller Argumente frei von Ă€ußerem Druck zu einer gewissenhaften Entscheidung zu kommen, die als Ergebnis eines demokratischen Prozesses zu akzeptieren ist.

UnabhĂ€ngig davon, wie am Ende die Entscheidung ausfĂ€llt, hat niemand das Recht sich als „Gewinner“ aufzuspielen und die andere Seite als „Verlierer“ abzustempeln. Ent-scheidend fĂŒr das Klima in unserer Gemeinde ist weniger die Frage, ob Pfenning kommt oder nicht, sondern wie schnell AnhĂ€nger und Gegner nach einer endgĂŒltigen Entscheidung bereit sind, diese zu akzeptieren und konstruktiv fĂŒr das Wohl unserer Gemeinde zusammen zu arbeiten.“

Im Ansatz richtig

Die Kirchengemeinden sowie namentlich die Pfarrer Heiner Gladbach, Herbert Anzinger und Dierk Rafflewski haben sich zum Streit ĂŒber die geplante Pfenning-Ansiedlung geĂ€ußert.

Kommentar: Hardy Prothmann

Der Artikel der Kirchenvertreter appelliert an alle, die sich mit der geplanten Pfenning-Ansiedlung befassen, friedlich miteinander umzugehen. Mit Anstand und Respekt. Das ĂŒbergeordnete Ziel solle Akzeptanz sein sowie die konstruktive Zusammenarbeit fĂŒr das Wohl der Gemeinde.

Damit haben die Kirchenvertreter zentrale Punkte angesprochen, die in Heddesheim im Argen liegen.

So selektiert der BĂŒrgermeister Michael Kessler nach wie vor in „gute und schlechte“ Medien. Mit den „guten“, dem Mannheimer Morgen, redet er, weil der nie kritisch nachfragt. Mit den „schlechten“, beispielsweise dem heddesheimblog, redet er nur, wenn er absolut nicht anders kann.

Die stellvertretende BĂŒrgermeisterin verweigert einem Gemeinderat vor Zeugen Gruß und Handschlag und beschĂ€digt damit ihr Amt – nur weil sie den GrĂŒĂŸenden fĂŒr einen politischen Gegner hĂ€lt.

Der Pressesprecher des CDU-Ortsverbands, Josef Doll, redet auch nur mit denen, die ihm passen. Andere nennt er „TĂ€uscher„, Kritiker aus den eigenen Reihen werden rausgeekelt. FĂŒr die FDP gilt dasselbe.

Ein Vereinsvorsitzender beleidigt vor Zeugen einen Pressevertreter und bedroht diesen darĂŒber hinaus körperlich.

Andere wechseln die Straßenseite, wenn ihnen ein vermeintlicher „Gegner“ entgegenlĂ€uft, andere kennen ihre Nachbarn plötzlich nicht mehr und reden schlecht ĂŒber andere.

Dabei fĂŒhlen sich diese Menschen mit absoluter Sicherheit als „anstĂ€ndige“ BĂŒrger, obwohl sie sich nicht so verhalten. Gerade ihnen aber gilt der Appell der Kirchen.

Deswegen ist der Artikel der Kirchengemeinden wichtig und richtig.

Genauso wichtig ist aber auch, dass sich alle, die fĂŒr den „Geist der Versöhnung und dem Ruf zur NĂ€chstenliebe“ empfĂ€nglich sind, auch angesprochen fĂŒhlen.

TatsĂ€chlich steht zu befĂŒrchten, dass der Artikel vor allem auf Seiten der BefĂŒrworter falsch verstanden wird.

Denn vor allem aus diesem Lager sind die persönlichen Angriffe, der Abbruch der BrĂŒcken zum politischen Gegner sowie mangelnder Respekt und Missachtung bislang festzustellen.

Denn die BefĂŒrworter fĂŒhlten sich bislang im Recht und dachten, dass was sie denken, alle denken mĂŒssen. Sie haben nicht verstanden, dass es auch andere Meinungen neben ihrer gibt. Jedes Wort und jede Frage, die ihre Meinung kritisch betrachtet, gilt allein schon als „unanstĂ€ndig“, denn sie empfinden sich als „Standesvertreter„, neben denen es keine anderen geben darf, weil das schon immer so war und so bleiben soll.

So hat der BĂŒrgermeister konsequent jede GesprĂ€chsanfrage der IG neinzupfenning ausgeschlagen. Seine Haltung und PrĂ€sentation bei der BĂŒrgerinformation am 21. April 2009 hat viele der anwesenden BĂŒrger verstört.

Die Lösung soll ein moderierter „Dialog“ bringen, in dem alle Meinungen ausgetauscht werden. Von den bisher zwanzig Teilnehmern, sind aber nur drei den „BĂŒrgern“ zuzurechnen. Dieses MissverhĂ€ltnis lĂ€sst erahnen, welche „Lösung“ gesucht werden soll – wo doch das noch nicht genehmigte Pfenning-GelĂ€nde von der Firma bereits aktiv „vermarktet“ wird.

Recht haben die Kirchenvertreter auch damit, dass keine „Initiative“ die Interessen aller BĂŒrger vertritt. Aber dass diese „Initiative“ sehr viele BĂŒrgermeinungen vertritt, hat die Wahl bewiesen. Da durften alle BĂŒrger ihre Meinung kund tun.

Kirchen Ă€ußern sich zum Konflikt in der Gemeinde

Guten Tag,

die Kirchengemeinden sowie deren Pfarrer haben heute in einem Artikel im Mannheimer Morgen an die Bevölkerung appelliert, sich friedlich miteinander in der Diskussion um die geplante Pfenning-Ansiedlung zu verhalten.

Inhaltlich wollen sich die Kirchenvertreter nicht zur Sache Ă€ußern. Trotzdem stellen sie fest, dass die Gemeinde Schaden genommen hat und warnen vor weiteren SchĂ€den.

anzbmw

Die Kirchenvertreter wĂŒnschen sich die Anerkennung der unterschiedlichen Standpunkte der „Konfliktparteien“. Weiter erinnert die Kirche daran, dass weder BefĂŒrworter noch Gegner „die Interessen aller Heddesheimer“ vertreten.

DarĂŒber hinaus fordern sie mehr Transparenz in Bezug auf wirtschaftliche, soziale und ökologische Gesichtspunkte der geplanten Ansiedlung. Auch solle ĂŒber „Alternativen, Kompromisse und ĂŒbergeordnete Lösungen“ diskutiert werden, vor allem, was die „hohe Verkehrsbelastung“ angeht.

Der Appell richtet sich auch an die Art des Umgangs miteinander: „Wer durch seinen Ton oder die Form der Auseinandersetzung die BrĂŒcken zum politischen Gegner abbricht, sagt „Nein zu Heddesheim“.

Die Kirchen fordern von allen Seiten „Respekt und Achtung“.

Vom Gemeinderat wĂŒnschen sich die Kirchenvertreter eine „gewissenhafte Entscheidung frei von Ă€ußerem Druck“.

FĂŒr die Zukunft wĂŒnschen sich die Kirchenvertreter in ihrem Text, dass AnhĂ€nger und Gegner nach einer „engĂŒltigen Entscheidung bereit sind, diese zu akzeptieren und konstruktiv fĂŒr das Wohl unserer Gemeinde zusammen zu arbeiten.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Mendelssohn-Konzert: Momentaufnahmen

Guten Tag!

Impressionen eines großen Ereignisses in Heddesheim.

Freudige Erwartung: Mendelssohn. Bild: pro

Freudige Erwartung: Mendelssohn. Bild: pro

 

Innig: Die Solistin Martina Trumpp und ihre Geige. Bild: pro

Innig: Die Solistin und ihre Geige. Bild: pro

 

Pause.

Bassist. Pause. Bild: Pro

Geniale Kompositionen. Bild: pro

Geniale Kompositionen. Bild: pro

Dramatisch: Thomas Ströckens.

Dramatisch: Tenor Thomas Ströckens. Bild: pro

 

Glockenklare Stimme: Theresia Aranowski. Bild: pro

Glockenklare Stimme: Sopranistin Theresia Aranowski. Bild: pro

Handschlag. Der erste Geiger und sein Dirigent. Bild: pro

Handschlag. Der erste Geiger und sein Dirigent. Bild: pro

Standing ovations: Heddesheimer Konzertbesucher sind begeistert. Bild: pro

Standing ovations: Heddesheimer Konzertbesucher sind begeistert. Bild: pro

Mendelssohnscher Hochgenuss

„Sensationell“, „ganz großartig“, „spitze“, „ich bin ĂŒberwĂ€ltigt“. Die GĂ€ste des „Konzerts zum Mendelsohn-Jahr“ in der evangelischen Kirche Heddesheim waren begeistert. Erwartungsvolle Mienen betraten das Gotteshaus vor dem Konzert, verzĂŒckte Gesichter verließen die Kirche.

von Hardy Prothmann

Es gibt Ereignisse, die gehören einfach zu den grĂ¶ĂŸten eines Jahres. Was Frank Christian Aranowski mit der Oekumenischen Philharmonie, vier Solisten, dem evangelischen Kirchenchor Heddesheim sowie dem Konzertchor der Liedertafel Ettlingen in Heddesheim zur AuffĂŒhrung brachte, war so ein Großereignis.

In der Musik versunken: Solistin Martina Trumpp.

In der Musik versunken: Solistin Martina Trumpp. Bild: pro

In der vollbesetzten Kirche ging es pĂŒnktlich los. Dirigent Aranowski hatte die Choralkantate „Verleih uns Frieden“ als AuftaktstĂŒck klug gewĂ€hlt. Zur Einstimmung auf das, was danach folgen sollte: Konzert fĂŒr Violine und Orchester, e-moll, Op. 64.

Martina Trumpp ĂŒberzeugt

Erst drei Jahre spielt die Oekumenische Philharmonie unter dem Initiator und Dirigenten Frank Christian Aranowski. Sicher, von Berufsmusikern kann man erwarten, dass sie ihr Handwerk beherrschen, dass sie aber so gut in so kurzer Zeit harmonieren, ist selten. Wie auch die Kunstfertigkeit der erst 23 Jahre alten Solistin Martina Trumpp (Violine), die mit ihrem intensiven, handwerklich herausragendem Spiel das Auditorium vom ersten bis zum letzten Ton mitriss.
Dass die junge Frau darĂŒber hinaus sehr attraktiv ist, verlieh ihrer ganz wunderbaren Vorstellung noch mehr Glanz. Erst nach einer Zugabe, einem Satz einer Bach Solo-Sonate, durfte sie die Kirche frenetisch bejubelt verlassen.

Mitreißende Dynamik

Wer Frank Christian Aranowski kennt, weiß, dass er im Grunde ein zugĂ€nglicher, sehr freundlicher Menschen. Das bleibt er auch als Dirigent. Allerdings entwickelt er eine Dynamik, die mitreißend ist. Und ihm gelingt es, sein Orchester und die Chöre in seinen Bann zu ziehen.

Romantischer Dramatiker: Frank Christian Aranowski

Romantischer Dramatiker: Frank Christian Aranowski. Bild: pro

Seine Frau Theresia Aranowski, erste Sopranistin, begeisterte an diesem Abend ebenso mit einer glockenreinen Stimme, im Duett hervorragend ergÀnzt durch das warme Timbre der zweiten Sopranistin Manami Kusano. Auch Thomas Ströckens lieferte eine solide und dramatische Vorstellung als Tenor. Die Stimme des Abends aber war Theresia Aranowski.

Herausforderung und Freude

FĂŒr Laienchöre wie den evangelischen Kirchenchor Heddesheim und den Konzertchor der Liedertafel Ettlingen ist die Zusammenarbeit mit einem Profi-Orchester natĂŒrlich immer eine Freude, aber auch eine große Herausforderung.
Die haben beide bestanden. Vielleicht auch, weil man sich kennt und Chor und Orchester nicht zum ersten Mal zusammen auftraten.
An Harmonie mangelte es nicht an diesem Abend, es fĂŒgte sich alles ĂŒberdurchschnittlich gut zusammen.

Mendelssohn war ein Star

Im GesprĂ€ch mit heddesheimblog sagt Frank Christian Aranowski ĂŒber Felix Mendelssohn Bartholdy: „Das besondere an ihm war, dass er zu seinen Lebzeiten der absolute „Star“ war, musikalisch und wirtschaftlich erfolgreich. Nach seinem Tod wurde er aufgrund antisemitischer Tendenzen, maßgeblich durch Richard Wagner, diskreditiert.“

Begeisternd: Dirigent, Orchester und Chor.

Begeisternd: Dirigent, Orchester und Chor. Bild: pro

Wer ein Ohr hat, weiß, was man an Mendelssohn hat: Ein Komponist, der seine Kindlichkeit bewahrt hat, ohne naiv zu sein und darĂŒber hinaus viel geben kann, was mit dem Herzen und dem Glauben an das Schöne zu tun hat.

Fotoseite: Momentaufnahmen