Dienstag, 15. Oktober 2019

Vier Entscheidungen zum neuen Kindergarten Werderstraße

Bauplanung des Kindergartens geht voran

Heddesheim, 24. September 2012. (red/la) Der Neubau des Evangelischen Kindergartens in der Werderstraße nahm von den größten Teil der Tagesordnung auf der vergangenen Gemeinderatssitzung ein. Vier Entscheidungen hatten die Gemeinderäte im Zusammenhang mit dem geplanten Kindergarten zu fällen.

Von Reinhard Lask

Architektin Jutta Benkesser vom Heidelberger Architektenbüro Reichel und Benkesser stellte dem Gemeinderat auf der vergangenen Gemeinderatssitzung den aktuellen Stand der Planung zum Neubau des Kindergartens in der Werderstraße vor. Wenn die Baugenehmigung in den kommenden Tagen erteilt werde, wolle man Anfang Oktober 2012 mit der Planung loslegen. Die Bauzeit soll dann vom 25. Februar bis zum Dezember 2013 dauern.

Einstimmig und ohne große Diskussion ging die Vergabe Tragwerksplanung an das Mannheimer Büro „Herzog und Partner“ für 37.000 Euro über die Bühne. Den Zuschlag für die technischen Ausrüstung – Kostenpunkt 47.000 Euro – erhielt ebenso einstimmig das Büro Lummer und Biebl aus Mühlhausen (Kraichbau).

Uneins war der Gemeinderat in ästhetischen Dingen. Frank Hasselbring (FDP) kritisierte, dass der vorgestellte Entwurf im großen Ganzen gleich geblieben war.

Wir hatten beschlossen den Entwurf überarbeiten zu wollen.

Nun sei aber kein Fortschritt erkennbar. Es sei die Aufgabe der Öffentlichen Hand sich mit der Entscheidung intensiv auseinanderzusetzen. Damit das Ortsbild schön bleibe, gäbe es bei diesem Gebäude „Bedarf das architektonisch zu überarbeiten“, sagte der FDP-Rat, der betont damit im Namen der Fraktion zu sprechen. Die war zu dem Zeitpunkt jedoch nicht anwesen, worauf Bürgermeister Michael Kessler süffisant hinwies.

Es ist eine architektonische Sprache, die der Architekt vertreten muss.

Der Bürgermeister könne die nachvollziehen. Das gelte auch für die asymmetrische Darstellung. Er habe viele kindergärten gesehen, die einen ähnlich modernen Charakter hätten. Das Gebäude solle an erster Stelle funktional sein.

Kritik gab es auch von den Grünen. Kurt Klemm kritisierte, dass dem Neubau eine Hecke weichen würde, die Feindstaub und Lärm abhalten würden. Benkesser versprach für Ersatz zu sorgen.

Ulrich Kettner störte sich an der Gestaltung der Treppen, die um den Bau herum in den Garten laufen.

Das sieht aus wie der Zugang zu einem Bahnsteig.

Trotz allen ästhetischen Vorbehalten waren aber am Ende auch die Grünen dafür. Josef Doll (CDU) hatte zu dem Zeitpunkt schon längst im Name der Fraktion sein Gefallen am Entwurf geäußert.

Am Ende stimmten 15 Räte für den Entwurf. CDU, Grüne und die Mehrheit der SPD störte sich explizit nicht an dem modern aussehenden Passivhaus. Nur Hasselbring stimmte dagegen, Reiner Land (SPD) enthielt sich der Stimme.

Um weitere gestalterische Fragen in Zukunft schneller diskutieren zu können, regte Bürgermeister Kesser an eine Baugremium zu bilden, dass aus sechs Gemeinderäten (je 2 CDU und Grüne, je einer von SPD und FDP) bestehen soll schnell Entscheidungen treffen kann. Die Fraktionen stimmten zu.

Größeren Diskussionsbedarf hatte der Rat dann beim neuen Vertrag über den Betrieb und die Förderung der kirchlichen Kindergärten. Den Neubau des Kindergarten Werderstraße hatte die Gemeinde zum Anlass genommen einen neuen Vertrag mit allen kirchlichen Kindergärten auszuhandeln, der zum 01. Oktober in Kraft tritt.

Laut Bürgermeister Kessler sei der Vertrag deckungsgleich mit dem des katholischen Kindergartens. Nun wolle die evangelische Kirche auch einen Kindergarten betreiben. Das sei notwenig gewesen, da man mit den bestehenden sieben Gruppen bereits an Grenze der Möglichkeiten gestoßen war.

Zudem sei es laut Kessler schwierig gewesen, die Kirchen an einer weiteren Beteiligung der Kosten zu bringen. Auch hier seien die Kassen leer. Das Ziel für 2015 sei eine Kostenentlastung für Kirchen zu erreichen und ab 2016 neue Gespräche mit den Kirchen zu führen,

SPD-Rat Michael Bowien war irritiert:

Wieso ist der Anteil der Kirchen so gering?

Kessler verteidigte das Angebot der Kirchen.

Die Kirchengemeinden in Heddesheim beteiligen sich im Vergleich zu Nachbargemeinden schon sehr stark an den Kosten.

Allein das die Kirchen sich im Vertrag verpflichten zusätzliche Gruppen einzurichten sei ein Erfolg. Schließlich sei es die Pflicht der Gemeinde bei Bedarf Plätze anzubieten.

Die einzige Alternative wäre gewesen einen privaten Betreiber zu finden.

Nun habe die Kirche auch eine Mitverantwortung. Wenn Kirche draufstehe, müsse auch bei der Finanzierung Kirche drinstehen. Kessler verteidigte den Vertrag:

Damit einher geht auch ein deutlicher Verwaltungskostenaufwand, als wenn die Gemeinde der Träger wäre. Letztendlich stimmte der Rat geschlossen für den TOP.