Samstag, 25. November 2017

14. bis 20. Oktober 2013

Diese Woche: Tipps und Termine

Rhein-Neckar, Tipps und Termine fĂŒr den 14. bis 20. Oktober 2013. Montags erscheinen unsere Veranstaltungstipps fĂŒr die laufende Woche. Die Redaktion nimmt gerne weitere Termine und Anregungen auf. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie am Ende der Seite.

Mehr Veranstaltungen vor Ort finden Sie ins unseren Kalendern auf allen Blogseiten im MenĂŒ Nachbarschaft im MenĂŒ “Termine”. [Weiterlesen…]

Ergebnisse des BĂŒrgerbeteiligungsprozesses veröffentlicht

Das neue Leitbild der Gemeinde Heddesheim

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Rund 80 BĂŒrger/innen haben bei der Entwicklung der LeitsĂ€tze mitgewirkt.

 

Heddesheim, 21. September 2013. (red/aw) Heddesheim hat 45 LeitsĂ€tze fĂŒr die Zukunft der Gemeinde veröffentlicht. Sie sind das Ergebnis des BĂŒrgerbeteiligungsprozesses, der im November 2012 gestartet worden war. Das Leitbild soll vor allem den Gemeinderat in den kommenden Jahren bei verschiedensten AnlĂ€ssen begleiten. Ins BĂŒrgerhaus kamen am Montag rund 160 BĂŒrger/innen zur PrĂ€sentation. [Weiterlesen…]

BUND Heddesheim engagiert sich auch 2013 fĂŒr den Naturschutz

VermĂŒllte Biotope und ein zerstörtes Insektenhotel

Heddesheim, 20. Februar 2013. (red/zef) Auch fĂŒr das Jahr 2013 stehen bei der Ortsgruppe Heddesheim des Bunds fĂŒr Umwelt und Naturschutz in Deutschland große Herausforderungen an: Die Biotope sind teilweise heftig vermĂŒllt, das Insektenhotel wurde erneut zerstört. Auf der Jahreshauptversammlung stellte die Ortsgruppe die Weichen, um dies zu meistern.

Von Ziad-Emanuel Farag

Am Samstag, den 23. Februar, sĂ€ubert die BUND-Gruppe Heddesheim die Biotope. Maria Landenberger, Vorsitzende der Ortsgruppe, Ă€ußert sich hierzu optimistisch:

Gut 20 Personen aus Heddesheim haben letztes Jahr sehr viel MĂŒll aus den Biotopen entfernt. Es haben sehr viele mit angepackt, die zum Teil gar nicht Mitglied der Ortsgruppe sind. Das hat uns sehr gefreut. Auch in diesem Jahr hoffen wir wieder auf viele tatkrĂ€ftige UnterstĂŒtzung. Besonders in den LandgrĂ€ben können wir jede helfende Hand gebrauchen. Es ist erschreckend, dass jedes Jahr ÖlfĂ€sser auftauchen.

Ihre GrundstĂŒcke möchte die Ortsgruppe pflegen und so weitere FlĂ€chen unberĂŒhrter Natur schaffen. Dabei stören momentan wildwuchernde Brombeeren und Kirschen, die der restlichen Vegetation kaum Platz lassen. Hierbei soll auch das Insektenhotel wieder aufgebaut werden. Wie 2009 wurde es auch 2012 zerstört.

Der Vorstand der BUND-Gruppe Heddesheim (von links nach rechts): Dr. Klaus Wagner (stellvertretender Vorsitzender und Kassenwart) Johanna Fath und Richard Landenberger (KassenprĂŒfer) und Maria Landenberger (Vorsitzende)

Insgesamt kann man aber mit der Bilanz fĂŒr 2012 zufrieden sein: Am 26. Juli 2012 konnten am Badesee in Heddesheim ZwergfledermĂ€use in freier Wildbahn beobachtet werden. Es stand außerdem eine KrĂ€uterwanderung in Hemsbach an. Die reiche Flora und Fauna des Odenwaldes erwies sich hierfĂŒr als reichhaltiger Schatz.

Das Ganze stieß auf so eine große Resonanz, dass es in diesem Jahr auch eine fĂŒr Eltern und ihre Kinder stattfinden wird. Ebenfalls wird es eine Aktion geben, bei der Kinder zusammen mit ihren Eltern PfĂ€hle bauen, die die einzelnen GrundstĂŒcke begrenzen sollen.

Die gute Arbeit 2012 schlug sich auch in den Vorstandswahlen nieder: Maria Landenberger als erste Vorsitzende und Dr. Klaus Wagner als Kassenwart und ihr Stellvertreter wurden einstimmig wiedergewÀhlt.

 

Rund 4.700 Euro wurden fĂŒr BedĂŒrftige gesammelt

Sternsinger zogen am Sonntag durch Heddesheim

Sternensinger Heddesheim

Sternensinger Heddesheim

 

Heddesheim, 08. Januar 2013. (red/pm) Am Sonntag zogen 61 Kinder und Jugendliche als Sternsinger durch Heddesheim und sammelten Spenden fĂŒr BedĂŒrftige. Sie sangen und sprachen ihren bekannten Segen aus. Die Organisatorin Ursula Fritz-Klumpp ist sehr zufrieden mit der Aktion. 

Von Ursula Fritz-Klumpp

Fragt man Charlotte Heinz nach ihrer Motivation, bei den Sternsinger mitzumachen, ist ihre Antwort eindeutig:

Weil man dadurch armen Kindern helfen kann.

„Außerdem macht es Spaß und man darf sich verkleiden“, ergĂ€nzt Stella Butkovic. Segen bringen, Segen sein, unter diesem Motto waren am 6. Januar 61 Kinder und Jugendliche in Heddesheims Straßen unterwegs. In 200 angemeldeten Haushalten sangen sie ihre Lieder, sprachen den Segen und schrieben ihr Zeichen mit Kreide an die TĂŒr: 20+C+M+B+13. Dies steht fĂŒr die Anfangsbuchstaben des lateinischen Segensspruches: Christus mansionem benedicat: Christus segne dieses Haus.

Besonders stolz bin ich auf mein Begleiterteam.

schwĂ€rmt die Organisatorin Ursula Fritz-Klumpp, denn die Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich fĂŒr die Aktion engagiert wĂ€chst bestĂ€ndig und ist eine unabdingbare StĂŒtze in der Vorbereitung und DurchfĂŒhrung. Und nicht nur das. Als abzusehen war, dass die große Zahl der angemeldeten Haushalte von den Sternsingerkindern allein nicht zu bewĂ€ltigen gewesen wĂ€re, schlĂŒpften kurzerhand 4 Begleiter selbst noch einmal in die GewĂ€nder und sangen fĂŒr den guten Zweck.

Wir wollen damit ein deutliches Zeichen setzen, dass Sternsingen wichtig ist. Ohne Menschen, die sich einsetzen ist diese Aktion nicht durchfĂŒhrbar

erklĂ€rt Rebecca Pfenning. So kam an diesem Tag die stolze Summe von insgesamt 4.700 Euro zusammen. Bundesweit beteiligten sich die Sternsinger in diesem Jahr an ihrer 55. Aktion Dreikönigssingen. Bereits im Vorfeld hatten sich die MĂ€dchen und Jungen auf das diesjĂ€hrige Aktionsthema „Gesundheit“ vorbereitet. Wie ĂŒberall in Deutschland machten sie deutlich, dass Kinder ĂŒberall auf der Welt das Recht auf medizinische Versorgung haben. Die Finanzierung von Gesundheitsstationen in lĂ€ndlichen Gegenden, die UnterstĂŒtzung von Vorsorgeuntersuchungen und kostenfreier Behandlungen von MĂ€dchen und Jungen in medizinischen Einrichtungen, die Förderung von AufklĂ€rungsprogrammen in den Bereichen Hygiene, ErnĂ€hrung und PrĂ€vention, die Anschaffung von medizinischem GerĂ€t oder die Ausbildung von Ärzten und Krankenpflegern – zahlreiche Projekte werden von den Sternsingern im Themenbereich bereits unterstĂŒtzt.

Spendensammlung fĂŒr Projekte in Tansania und anderen LĂ€ndern

Doch nicht nur die Kinder in den Projekten in Tansania profitieren vom Einsatz der kleinen Könige in Deutschland. Straßenkinder, Aids-Waisen, Kindersoldaten, MĂ€dchen und Jungen, die nicht zur Schule gehen können, denen Wasser und Nahrung fehlen, die in Kriegs- und Krisengebieten, in FlĂŒchtlingslagern oder ohne ein festes Dach ĂŒber dem Kopf aufwachsen – Kinder in mehr als 100 LĂ€ndern der Welt werden jedes Jahr in Projekten betreut, die mit Mitteln der Aktion unterstĂŒtzt werden. Gemeinsam mit ihren jugendlichen und erwachsenen Begleitern haben sich auch die Sternsinger aus Heddesheim auf ihre Aufgabe vorbereitet. Sie kennen die Nöte und Sorgen von Kindern rund um den Globus und sorgen mit ihrem Engagement fĂŒr die Linderung von Not in zahlreichen Projektorten. Sie sind eben ein Segen!

Kindertagespflege soll unterstĂŒtzt und ausgebaut werden

„Kindertagespflege in anderen geeigneten RĂ€umen“

Heddesheim, 01. Dezember 2012. (red/ms) Die Kindertagespflege soll weiter unterstĂŒtzt und ausgebaut werden. Daher entschied der Gemeinderat, eine neu eingerichtete „Kindertagespflege in anderen geeigneten RĂ€umen“ mit einem einmalig ausgezahlten Betrag von 1.500 Euro zu unterstĂŒtzen. 

Ab August 2013 hat jedes Kind in Baden-WĂŒrttemberg den Anspruch auf einen Platz in einer KindertagesstĂ€tte. Es wird kalkuliert, dass etwa ein Drittel der Kinder zwischen eins und drei von diesem Anspruch Gebrauch machen werden und somit fĂŒr 34 Prozent der betroffenen Altersgruppe ein Platz zu VerfĂŒgung stehen sollte.

In Heddesheim konnte man sich fĂŒr die Betreuung der unter dreijĂ€hrigen Kinder bislang an folgende Einrichtungen wenden: die Kinderkrippe Postillion e.V., den Katholischen Kindergarten, die private Betreungsgruppe „Mini Club“ oder an TagesmĂŒtter.

Seit Oktober 2012 gibt es zusĂ€tzlich eine neue Option: Die sogenannte „Kindertagespflege in anderen geeigneten RĂ€umen“, welche derzeit von zwei TagesmĂŒttern betrieben wird.

Hinter dem etwas sperrigen und umstĂ€ndlichen Ausdruck verbirgt sich folgendes Konzept: Außerhalb der Familienwohnung und den elterlichen Wohnungen der zu betreuenden Kinder, können sich mindestens zwei TagesmĂŒtter in einem „anderen geeigneten Raum“ um fĂŒnf bis maximal neun Kinder gleichzeitig kĂŒmmern.

FĂŒr dieses Projekt war beim RegierungsprĂ€sidium Karlsruhe ein Zuschuss von 1.500 Euro beantragt worden. Aufgrund höherer Herstellungskosten schießt die Gemeinde nun ebenfalls nochmals 1.500 Euro zu.

19. bis 25. November 2012

Diese Woche: Tipps und Termine

Rhein-Neckar, Tipps und Termine fĂŒr den 19. bis 25. November 2012. Montags erscheinen unsere Veranstaltungstipps fĂŒr die laufende Woche. Die Redaktion nimmt gerne weitere Termine und Anregungen auf. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie am Ende der Seite.

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Dienstag, 20. November 2012, 20:00 Uhr, TiKK.

Die TĂ€nzerin Alexandra Romanova.

Heidelberg. Frau in Skizzen mit Alexandra Romanova und Shany Mathew. Ein indischer Tanzabend.

Indischer Mythos, europÀische Lyrik und das Leben selbst: Aus diesen Quellen haben Alexandra Romanova und Shany Mathew ein kraftvolles und phantasievolles Tanzprojekt entwickelt.

„Frau in Skizzen“ ist ein Zyklus aus TanzstĂŒcken, mit dem Mittelpunkt Frau und Göttin. Indien und Europa – sind die beiden Kontinente so verschieden? Die beiden TĂ€nzerinnen stellen die Gemeinsamkeiten im Bild der „Göttlichen Mutter“ dar: die indische „Shakti“ („Lalitha Sahasranama“, schöpferische Energie und lebensspendende Urkraft) und Maria, die Mutter Gottes.

Daneben stehen Maria Magdalena und eine indische Rebellin. Die emanzipierte Frau von heute sucht ihre eigene IdentitĂ€t, frei von Urbildern – in beiden Kulturbereichen eine aktuelle Auseinandersetzung. Das Sakrale wird mit dem AlltĂ€glichen verflochten.

Bilder der Göttin-Rituale werden mit indischem Feminismus („Shany ĂŒber Shany“) und Skizzen aus dem Alltag der Frau von Heute (24 Stunden von Rose AuslĂ€nder) konfrontiert. Der innere Weg der Frau manifestiert sich in Schönheit und Kraft der Weichheit. „Frau in Skizzen“ vereinigt östliche Weisheit und Dynamik mit westlicher Philosophie und Lyrik. Stilmittel sind die klassisch indischen TĂ€nze im Bharata Natyam, Mohini Attam und Kuchipudi Stil.

Der Tanzabend wird vom Sprecher Gabriel Shivers begleitet. Musik: Rikhy Ray.

Ort: Kulturhaus Karlstorbahnhof, Am Karlstor 1, 69117 Heidelberg.

Eintritt: 16 Euro, ermĂ€ĂŸigt 12 Euro.

Tickets und Infos: http://www.karlstorbahnhof.de/content/.

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Mittwoch, 21. November 2012, 17:00 Uhr, Marktplatz.

Der Heidelberger Weihnachtsmarkt begeistert Besucher aus der ganzen Welt.

Heidelberg.  Offizielle Eröffnung des Heidelberger Weihnachtsmarktes. Der Heidelberger Weihnachtsmarkt mit seinen 140 individuellen Buden hat seine Freunde – Kaum sind die fĂŒnf PlĂ€tze in der Altstadt und „Deutschlands schönste Eislaufbahn“ vor der Kulisse des beeindruckenden Schlosses eröffnet, strömen auf den Markt Heidelberger sowie regionale und internationale GĂ€ste – vornehmlich aus der Schweiz, den USA, Japan und mittlerweile auch aus Brasilien.

Die AtmosphĂ€re ist einmalig – die HĂŒtten schmiegen sich idyllisch an die historischen PlĂ€tze der Altstadt und bieten stimmungsvollen Lichterglanz auf einer der lĂ€ngsten FußgĂ€ngerzonen Europas.

TĂ€gliche Abwechslung bieten neben kulinarischen GenĂŒssen und schönen Geschenkideen zahlreiche kulturelle Rahmenprogramme wie Kirchenkonzerte oder AktivitĂ€ten fĂŒr Kinder auf der Eisbahn. Der Heidelberger Weihnachtsmarkt ist internationaler Treffpunkt fĂŒr Studenten, Freunde und Familien, bei dem aber auch soziale und karitative Zwecke im Vordergrund stehen, z.B. das „Haus des Weihnachtsmanns“ vom Lions Club oder die UNICEF-HĂŒtte.

Ort: Marktplatz, 69117 Heidelberg.

Weitere Infos zum Programm: http://www.heidelberg-event.com/.

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Donnerstag, 22. November 2012, 20:00 Uhr, BĂŒrgerhaus.

Der Darsteller Volker Lechtenbrink.

Heddesheim. „Heute weder Hamlet“ – Eine Komödie von Rainer Lewandowski mit Volker Lechtenbrink („Die BrĂŒcke“).

Heute weder Hamlet – noch sonst was! Heute keine Vorstellung. FĂ€llt aus. Es ist das Schlimmste, was im Theater passieren kann. BĂŒhnentechniker Sassmann verkĂŒndet die Nachricht und versucht mit höflichem Nachdruck, das Publikum aus dem Saal zu komplimentieren.

Aber das Publikum geht nicht und Sassmann, der frĂŒher selbst einmal Schauspieler war, gerĂ€t bald mehr oder weniger unfreiwillig in ein GesprĂ€ch mit den Zuschauern. Er erzĂ€hlt die komische und tragische Geschichte eines Vorhangziehers, die Biografie eines Menschen, den das Leben im wahrsten Sinne des Wortes auf die Seite gestellt hat.

Dessen Schicksal es geworden ist, den anderen, deren Leben auch einmal seines war, von der Seite beizuwohnen. Er ist zum Zusehen verurteilt. Er ist einer derjenigen, die erst auffallen, wenn sie mal nicht am Platz sind. Und dabei hatte alles ganz anders angefangen: Ein Leben im Scheinwerferlicht.

Das Leben eines KĂŒnstlers, das durch eine banale Geschichte, ein Detail, durch das Gebiss eines Intendanten in eine völlig neue Bahn gelenkt wurde. Heute weder Hamlet ist ein StĂŒck ĂŒber Ruhm und Scheitern eines KĂŒnstlers, ein StĂŒck Theater auf dem Theater. Es handelt von Durchbruch und Einbruch, von Sein und Schein, von Sein und Nichtsein.

Heute also doch Hamlet, nur anders – eben wie das Leben spielt…

Verkauf von Einzelkarten nur im Rathaus Heddesheim.

Ort: BĂŒrgerhaus, Unterdorfstraße 2, großer Saal, 68542 Heddesheim.

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FackelfĂŒhrung durch Weinheims Altstadt.

Freitag, 23. November 2012, 17:00 Uhr, Marktplatzbrunnen.

Weinheim. Die StadtfĂŒhrung fĂŒr Kinder mit dem Titel „Im Feuerschein zu Weinheims Sagen“ mit Franz Piva ist immer wieder schnell ausgebucht. Das war auch beim letzten Mal der Fall. Nicht alle Kinder, die dies gerne getan hĂ€tten, konnten, zum Teil auch durch starken Regen, teilnehmen.

Deshalb hat sich das BĂŒro fĂŒr Stadt- und Tourismusmarketing einen spontanen Ausweichtermin einfallen lassen. Er findet jetzt am Freitag, 23. November, statt. Die FĂŒhrung vermittelt Geschichte und lĂ€sst Sagen aus lĂ€ngst vergangenen Zeiten wieder aufleben, damit sie nicht in Vergessenheit geraten.

Gebannt und mucksmÀuschenstill lauschen die Kinder Franz Piva, wenn er Sagen der Windeck kindgerecht erzÀhlt oder wenn in der Geisterstunde ein kopfloser Pferdedieb auf einem prÀchtigen Schimmel erscheint und verschwindet, sobald die Kirchenuhr die Mitternachtsstunde schlÀgt.

Die fĂŒr Schulkinder bis 12 Jahre geeignete FĂŒhrung dauert ca. 1,5 Stunden. Die Mitnahme von Taschenlampen wird empfohlen. Nur mit Voranmeldung beim Stadt- und Tourismusmarketing Weinheim e. V. unter Tel. 06201 874450 oder info@weinheim-marketing.de.

Ort: Treffpunkt ist am Markplatzbrunnen am Alten Rathaus, 69469 Weinheim.

Eintritt: Tickets kosten 4 Euro.

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Samstag, 24. November 2012, 20:00 Uhr, Halle 02.

Rupa & the april fishes.

Heidelberg. Rupa & the april fishes (USA) & Mumuvitch Disko Orkestar & Villa Zapata. Ein Musik- und Tanzabend mit tollen Weltmusikbands und einer Party danach. Wer will, kann sich Stunden tanzend fortbewegen.

RUPA MARYA und ihre Band öffnen den Vorhang zu einem unvergleichlichen Musiktheater: Gipsy Swing, Texmex, Balkaneskes, Chanson, Latin Moods und American Folk finden sich darin, das Flair des kleinen Zirkus, des Moulin Rouge und der großen weiten Welt. In San Francisco lebt die SĂ€ngerin und Songwriterin, die im SĂŒden Frankreichs aufgewachsen ist.

Diese Herkunft hört man nicht nur ihren französischen Texten an, sondern auch dem begeisternden Mix aus Gypsy-Swing, Musette, Latin Cumbias und Tango. RUPAS Vita liest sich wie ein Abenteuerroman. Geboren in San Franciscos Bay Area, zog sie im Alter von vier Jahren zu ihren Großeltern nach Nordindien, wo sie ihre ersten Schuljahre verbrachte.

Mittlerweile hatten ihre Eltern die Liebe zu Frankreich entdeckt und so traf RUPA mit zehn Jahren in Aix-en-Provence ein. War sie in Nordindien fĂŒr eine Amerikanerin gehalten worden, so stufte man sie in Frankreich als Araberin oder Roma-MĂ€dchen ein. Schon frĂŒh also spielte das Thema IdentitĂ€tsfindung eine große Rolle im Leben dieser Frau, die nicht nur Musikerin sondern auch Ärztin mit einer eigenen Praxis ist.

Mumuvitch Disko Orkestar aus Mannheim – Balkan-Brass und Feinripp-Hiphop. In einen Sturm aus authentischen, balkanischen BlechblĂ€sergrooves mischt sie ohne Grenzen alles, was ihre eigene musikalische Beeinflussung hergibt. Ob Rockstrukturen, Rapeinlagen, Jungle Rhythmen oder treibende Clubbeats – nichts ist den 10 studierten Musikern fremd genug. Live scheint die Band förmlich zu explodieren.

Im Anschluss ab etwa 24 Uhr: Villa Zapata. Die Fiestas der Villa Zapata brechen die angloamerikanischen Dominanz in der Partykultur und zeigen, dass die Welt aus einem bunten Musikteppich besteht. Traditionelle Rhythmen aus Lateinamerika, Afrika oder Europa, wie beispielsweise Rai, Flamenco, Cumbia oder Salsa mit den moderneren EinflĂŒssen des Rock, Ska, Reggae, Elektro und Drum&Bass gekocht ergibt eine neue Variante der „Weltmusik“, ein Schmelztiegel voll tanzbarer Rhythmen und feurigen Grooves.

Ort: Halle 02, GĂŒteramtstr. 2, 69115 Heidelberg.

Eintritt: Tickets kosten 16 Euro im Vorverkauf zzgl. SystemgebĂŒhr und 19 Euro an der Abendkasse.

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Sonntag, 25. November 2012, 20 bis 22 Uhr, Alter Stadtsaal.

Die Autorin Anne Riebel.

Speyer. 10. Spey’rer Kriminacht – Riesling pur. Anne Riebel wird aus ihrem Roman „Riesling Pur: oder ein mörderischer Jahrgang” vorlesen, der von einem abscheulichen Kindermord in einem idyllischen Winzerdorf in der Pfalz handelt.

Unsere Besucher und Krimifans werden mitten im Geschehen sein, wenn Kommissar Hartmann sich auf die Spur des Mörders setzt und auch mehr ĂŒber HintergrĂŒnde der Entstehung des Romans erfahren. Zum einen von der Autorin selbst, den die Dicke Luft zum Interview bittet, zum anderen durch ihre Lesung und die live gespielten Szenen aus dem Buch.

Als akustischer Leckerbissen spielt der Pianist Moritz Erbach und prĂ€sentiert einfĂŒhlsame Kompositionen.

Ort: Alter Stadtsaal Speyer (Kinder- und Jugendtheater), Kleine Pfaffengasse 8, 67346 Speyer.

Eintritt: Tickets kosten 15 Euro, ermĂ€ĂŸigt 13 Euro. Vorverkauf im Spei’rer Buchladen.

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Sonntag, 25. November 2012, 19:30 Uhr, KulturbĂŒhne Max.

Barbara Kuster

Hemsbach. Barbara Kuster prĂ€sentiert  „Ab 20 Uhr wird zurĂŒckgeschossen“. Die Kuster rĂŒckt wieder aus, um mit verbaler Kraft und maßgeschneidertem Liedgut eine Schneise zu schlagen, die bei Ihnen nie wieder zuwachsen wird!

Bei Heidi Klum schon bei der ersten Casting Show energisch ausgemustert, ist sie nach Angela Merkel die einzige Frau in Deutschland, die als personifizierte Antwort aufÂŽden um sich greifenden Designer-Terror gehandelt wird! Vom Kreißsaal bis zur GrabsteinwĂŒste – Kuster durchpflĂŒgt politisch unkorrekt einfach alles, was die deutsche Ackerkrume hergibt!

Eintritt: Tickets kosten im Vorverkauf 16 Euro und 18 Euro an der Abendkasse.

Ort: KulturbĂŒhne Max, Hildastr. 8, 69502 Hemsbach.

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Montags gibt es Tipps und Termine aus unseren Orten fĂŒr die wir Blogs betreiben und der Region.

Sie möchten mit Ihrer Veranstaltung auch gerne dabei sein? Dann schreiben Sie uns an die jeweilige Redaktion.

Wir ĂŒbernehmen Termine aus unserem Berichtsgebiet in den jeweiligen Terminkalender sowie ausgewĂ€hlte Termine in unsere Übersicht “Tipps und Termine: Diese Woche”:

Beispielsweise an: Termine Rheinneckarblog.de – oder termine@derortsnameblog.de. Oben im MenĂŒ sehen Sie unter Nachbarschaft die elf Kommunen, fĂŒr die wir eigene Blogs anbieten.

Unsere Termine erfreuen sich großer Beliebtheit – Sie können bei uns auch gerne fĂŒr sich oder Ihre Veranstaltungen werben: Kontakt zu unserer Anzeigenabteilung.

Wir bieten ein modernes Medium, eine höchst interessierte Leserschaft eine hohe Reichweite bei fairen Preisen und viel mehr, als Printanzeigen zu leisten in der Lage sind. Wir beraten Sie gerne unverbindlich: 😎

Gabis Kolumne

Von Wurzeln und FlĂŒgeln

Es gibt viel Literatur zu diesem Thema. Quelle: Francke-Buchhandlung

Rhein-Neckar, 08. Oktober 2012. Gestern waren die Kinder noch im Kindergarten und heute ziehen sie aus. So kommt es zumindest Gabi und ihren Freundinnen vor. Das macht Kummer und birgt aber auch neue Möglichkeiten.

Okay, okay, wir haben es schon lange gewusst: Irgendwann ziehen sie aus. Und das kommt dann ganz plötzlich. Man hat das GefĂŒhl erst vor Kurzem kamen sie in den Kindergarten, gestern in die Schule und und nur einen Augenblick spĂ€ter, ziehen sie aus.

Es gibt so einen netten, viel zitierten, ich glaube, indischen Spruch:

Solange Kinder klein sind, gib ihnen tiefe Wurzeln, wenn sie Ă€lter geworden sind, gib ihnen FlĂŒgel.

Das mit den Wurzeln, meine ich, haben wir ganz gut hingekriegt, aber das mit den FlĂŒgeln ist ganz schön schwer.

Das vergangene Jahr, raste nur so dahin und auf das Abi zu. Klar, war mir bewusst, danach wird sich mein Sohn um einen Studienplatz bewerben und ziemlich sicher ausziehen. Und das ist auch gut so. FĂŒr ihn und fĂŒr mich. Das ist der Lauf der Dinge. Und dann ist es plötzlich so weit. Und aus der Distanz schien alles einfacher.

Jetzt ist es ja nicht so, dass mich das Schicksal „verwaiste Mutter“ allein betrifft, sondern dass ein Großteil meiner Freundinnen dies mit mir teilen. Ob die Kinder nun eine Ausbildung oder ein Studium machen.

Gemeinsam haben wir unsere Kinder in die KindergĂ€rten geschickt, in die Grundschule, auf die weiterfĂŒhrenden Schulen. Wir hatten durchwachte NĂ€chte als sie klein und krank waren und spĂ€ter, wenn sie zu spĂ€t oder nicht nach Hause kamen. Wir haben die Streitigkeiten mit Freunden mit durchlitten und ihr erster Liebesummer war der unsere. Es gab die Höhen und die Tiefen und jeder, der Kinder hat, weiß wie hoch und wie tief es gehen kann.

„Ich bin froh, wenn du mal ausgezogen bist und deine WĂ€sche selbst wĂ€schst“, diesen Satz hat wohl jeder mal gesagt oder zumindest gedacht. Und dann steht der Umzugswagen vor der TĂŒr, die Koffer sind gepackt – und man fĂŒhlt sich hundeelend.

Die Tochter einer Freundin hat einen Studienplatz in MĂŒnchen bekommen, das ist ganz schön weit weg. Wir haben uns kennen gelernt, als wir die Kinderwagen unserer Erstgeborenen durch die Gegend schoben. Wir kamen ins GesprĂ€ch zwischen den Regalen im Drogeriemarkt, direkt vor den Windeln. Ihre Tochter war dreieinhalb, mein Sohn war zwei Wochen alt. Wir waren jung und leicht ĂŒberfordert mit der neuen Lebensaufgabe. Jetzt 18 Jahre spĂ€ter, sind wir es wieder.

„Du musst den Schmerz zulassen“, hat sie zu mir gesagt, „ich habe tagelang immer wieder geheult, meine Tochter mit den Koffern am Bahnhof, das war ziemlich hart“.

Der Sohn einer anderen Freundin ist vor ĂŒber einem Monat in die NĂ€he von DĂŒsseldorf gezogen. Auch das ist sehr weit. „Er hat im Umzugswagen meine Hand bis Worms gehalten, das hat er schon seit Jahren nicht mehr gemacht“, erzĂ€hlt sie.

Abschied und Neuanfang

„Mein Kind war am Wochenende da“, berichtet eine weitere Freundin und strahlt. „Plötzlich können wir wieder viel besser miteinander reden und meine Tochter ruft oft an und fragt nach meinem Rat, das war schon lange nicht mehr so“, erzĂ€hlt sie glĂŒcklich.

Bei uns war es letzte Woche so weit. Mein Sohn hat einen Studienplatz an einer Uni bekommen, die keine 100 Kilometer entfernt liegt. „Du hast es gut“, sagten meine Freundinnen, „du kannst fĂŒr einen Nachmittag dort vorbei fahren und er kann auch nur mal zum Mittagessen kommen“.

Doch Entfernung ist nicht alles. Denn hart sind die Umzugskartons, die im Zimmer stehen, die Bilder, die von der Wand genommen werden. Es ist ein Abschied nicht von dem Kind, sondern von einer Zeit. Es ist ein Abschnitt und es ist ein Neuanfang, fĂŒr Eltern und Kinder. Es ist das Loslassen, das so schwer fĂ€llt.

Es ist der Alltag, der sich Ă€ndert: Man deckt fĂŒr eine Person weniger den Tisch und im Supermarkt will man noch zu den Lieblingsspeisen greifen. Es ist eine TĂŒr, die nicht mehr geöffnet und geschlossen wird. Es ist laute Musik, die nicht mehr durchs Haus halt. Es ist einfach mein Kind, das fehlt.

„Beim zweiten Kind, das auszieht, ist es schon leichter“, tröstet mich eine Freundin und sich selbst, deren Erstgeborener schon vor Jahren ausgezogen ist. Sie hat noch einen dritten Sohn, der noch zu Hause lebt, wenn er geht, wie ist es dann? DarĂŒber will sie nicht nachdenken.

Die Tochter einer Freundin bleibt noch ein Jahr zu Hause, sie macht ein Freiwilliges Soziales Jahr. „Manchmal wĂ€re ich froh“, sagt sie, „sie wĂŒrde auch ausziehen“. Aber nur manchmal, gibt sie zu und ist froh, dass dies noch ein Jahr warten kann.

„So lange es ihm gut geht, ist es fĂŒr mich auch gut“, sagt eine Freundin. Sie hat ihren Sohn ĂŒber vier Wochen nicht gesehen. Jetzt habe er Heimweh, erzĂ€hlt sie und fĂ€hrt ihn besuchen.

Aktionismus ist gut gegen Kummer

Also letzte Woche war es nun so weit. Die Kartons waren gepackt, der Transporter gemietet. Schon in der FrĂŒh standen die Freunde meines Sohnes auf der Matte und packten Möbel und Umzugskisten ein. Und Aktionismus ist bekanntlich das beste Rezept gegen Kummer.

„Ich weiß im Moment nicht, wo ich hingehöre“, sagte mein Sohn dieser Tage:

Zuhause bin ich eigentlich schon weg und in meiner WG bin ich noch nicht angekommen.

„Du gehörst zu mir“, will ich sagen und weiß, dass es falsch ist. Denn, und hier bemĂŒhe ich den Spruch des libanesisch-amerikanischen Philosophen und Dichters Kahlil Gribran:

Deine Kinder sind nicht deine Kinder,
sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.
(…)

„Das wird schon, das geht schneller als du denkst“, sage ich stattdessen und verspreche, ihn nĂ€chsten Sonntag zu besuchen.

Die FlĂŒgel sind schon da, aber jetzt mĂŒssen sie noch groß und krĂ€ftig werden. FĂŒr ihn und fĂŒr mich.

(Das Buch Gib mir Wurzeln, schenk mir FlĂŒgel gibt es bei Amazon.)

Zahl der Kinder und Jugendlichen im Wahlkreis Weinheim aber rĂŒcklĂ€ufig

Ilvesheim legt bei den Einwohnern am stĂ€rksten zu – auch bei den Kindern

Nicht nur den Kommunen, auch den Vereinen gehen die Kinder aus.

 

Rhein-Neckar/Heidelberg, 23. MĂ€rz 2012. (red/cr) Nach einer Information des Landratsamts leben immer weniger Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren im Rhein-Neckar-Kreis. Am wenigsten Kinder und Jugendliche gibt es im Stadtkreis Heidelberg mit lediglich nur noch 13 Prozent. Wir haben uns die Zahlen fĂŒr die Kommunen im Wahlkreis 39, Weinheim, besorgt. Danach fĂŒhrt Ilvesheim beim Kinderzuwachs sehr deutlich in absoluten Zahlen – Schlusslicht ist Weinheim.

Der Wahlkreis Weinheim umfasst die Gemeinden Dossenheim, Heddesheim, Hemsbach, Ilvesheim, Ladenburg, Laudenbach, Schriesheim, Weinheim, Edingen-Neckarhausen und Hirschberg.

Die Einwohnerzahl des Wahlkreises Weinheim ist, nach Unterlagen des Statistischen Landesamts Baden-WĂŒrttemberg in den Jahren 2007 bis 2010 um 1.737 Einwohner gestiegen. Die Zahl der Kinder unter 18 Jahren hingegen ist um 105 Personen zurĂŒckgegangen.

Von den zehn Gemeinden im Wahlkreis können lediglich vier einen Zuwachs verbuchen – sowohl bei der Gesamteinwohnerzahl, als auch bei Kindern und Jugendlichen. Vier Gemeinden haben eine wachsende Einwohnerzahl, aber immer weniger Kinder. In sechs Gemeinden leben weniger Kinder als noch vor ein paar Jahren. In Laudenbach und Weinheim ist sowohl die Einwohnerzahl, als auch die Zahl der Kinder rĂŒcklĂ€ufig.

Entwicklung der Gemeinden von 2007 bis 2010 im Überblick:

Gemeinde Kinder Gesamt
01. Ilvesheim 236 703
02. Dossenheim 107 499
03. Hirschberg 52 134
04. Edingen-Neckarhausen 19 252
05. Heddesheim -64 65
06. Hemsbach -54 60
07. Schriesheim -34 53
08. Ladenburg -24 40
09. Laudenbach -72 -59
10. Weinheim -271 -10

Alle Gemeinden befinden sich im Wettbewerb um junge Familien – so sind in den vergangenen Jahren einige Neubaugebiete entstanden, die neue Einwohner anlocken sollen. Allerdings sind Kinder fĂŒr die Gemeinden durch ZuschĂŒsse zu Betreuungskosten auch ein Kostenfaktor. Insgesamt geht man aber bei den Gemeinden davon aus, dass man ZuzĂŒge braucht, um durch Steuereinahmen die Gemeindekasse aufzubessern.

Auch die Vereine brauchen Nachwuchs und haben durch die Entwicklung teils große Probleme, ausreichend Nachwuchs zu finden.

Neuauflage: Informationen fĂŒr MĂŒtter und VĂ€ter

Rhein-Neckar/Stuttgart, 24. Februar 2012. (red/pm) Sozialministerin Katrin Altpeter stellte heute die komplett ĂŒberarbeitete Neuauflage der BroschĂŒre „Informationen fĂŒr MĂŒtter und VĂ€ter“ vor. Der praktische Ratgeber kann ĂŒber das Ministerium bestellt werden, wird ĂŒber die RathĂ€user und das Landratsamt angeboten.

Information des Sozialministeriums:

„Altpeter sagte: „Das GlĂŒck, das Kinder geben, kann von nichts und niemandem ersetzt werden. Doch glĂŒckliche Kinder brauchen Eltern, die sie auf ihrem Weg zu eigenverantwortlichen Mitgliedern unserer Gesellschaft begleiten, ermuntern und ihnen Vorbild sind.“ Eltern sollten Kindern Halt geben, ohne sie unnötig einzuengen oder ihnen dabei ihre Freiheit zu nehmen. „Wir möchten Familien auf diesem Weg unterstĂŒtzen und stellen ihnen diese hilfreiche BroschĂŒre als praktischen Wegweiser zur VerfĂŒgung“, so die Ministerin.

Die BroschĂŒre „Informationen fĂŒr MĂŒtter und VĂ€ter“ gibt in ihrer 14. Auflage einen umfassenden Überblick ĂŒber die Leistungen und unterstĂŒtzenden Angebote fĂŒr Familien in Baden-WĂŒrttemberg. So finden sich Informationen beispielsweise zu Mutterschutz, Elternzeit, Kinderbetreuung, steuerlichen Erleichterungen und Bewertung der Erziehungszeiten in der Rentenversicherung. Ebenso sind Informationen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Wohnraumförderung oder Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung enthalten. Neu aufgenommen wurden in die 144 Seiten umfassende BroschĂŒre unter anderem AusfĂŒhrungen zur Hebammenhilfe und zur Vorbeugung von Suchterkrankungen.

Ein umfassender Adressteil der Familienbildungseinrichtungen, der Familien- und FrauenverbĂ€nde, WohlfahrtsverbĂ€nde, Schwangerschaftskonflikt- und Er-ziehungsberatungsstellen, Frauen- und KinderschutzhĂ€user sowie der Kontaktstellen „Frau und Beruf“ erleichtert es den Familien, die nĂ€chstgelegenen Beratungsstellen zu finden. Außerdem sind die FamilienferienstĂ€tten in Baden-WĂŒrttemberg mit Foto enthalten sowie eine „Checkliste Geburt“ und die wichtigsten Notrufnummern.

Die BroschĂŒre wurde unter anderem an die BĂŒrgermeisterĂ€mter und die LandratsĂ€mter in Baden-WĂŒrttemberg verteilt und wird dort kostenfrei an die Familien abgegeben.

Hinweis fĂŒr die Redaktionen:

Die BroschĂŒre kann auch in grĂ¶ĂŸerer StĂŒckzahl – zur weiteren Verbreitung – direkt bestellt werden beim:

Ministerium fĂŒr Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-WĂŒrttemberg, BroschĂŒrenstelle, Schellingstr. 15, 70174 Stuttgart, Fax: 07 11/ 1 23-3 99, E-Mail: poststelle@sm.bwl.de.

Im Internet kann die BroschĂŒre unter www.sozialministerium-bw.de (Rubrik „Publikationen“ > „Familie und Kinder“) als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Gabis Kolumne

„Jein“ ist keine Lösung, aber ein Ansatz

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Guten Tag!

Rhein-Neckar, 07. November 2011. Es gibt „Nein-Sager“ und die ewigen „Ja-Sager“ und zwar nicht nur in Indien. Und vielleicht gibt es auch einen Weg dazwischen, fragt sich Gabi.

Dieser Tage habe ich einen Bericht darĂŒber gehört, dass Inder unglaublich hilfsbereit sind und deshalb auch eine Frage niemals mit „nein“ beantworten, denn das ist unhöflich und gegen die Gastfreundschaft.

Fragt man in Indien also nach dem Weg, ist es gleichgĂŒltig, ob der Gefragten ihn kennt oder nicht, er wird versuchen, eine Wegbeschreibung abzugeben.  Folglich wird dem Fragenden in Indien stets geholfen und selbst, wenn er letztendlich in Katmandu und nicht am Taj Mahal ankommt. „Nein“ sagen ist in Indien demnach absolut verpönt.

Filmplakat zum "Ja-Sager".

Die amerikanische Filmindustrie hat diesem PhĂ€nomen mit dem „Ja-Sager“ sogar eine eigene Komödie gewidmet und schon Bertolt Brecht hat 1930 ein LehrstĂŒck ĂŒber den „Jasager“ geschrieben.

Aber so weit muss man ja gar nicht gehen. Auch hier zu Lande, fĂ€llt vielen das „Nein“ sagen schwerer als das „Ja“ sagen und so kann die Frage, „kannst du mir einen Salat fĂŒr meine Party machen“, in einen absoluten Stress ausarten. Denn selbst, wenn man weiß, dass man ĂŒberhaupt keine Zeit hat, sagt man meistens „Klar, doch, gerne“, mit dem Resultat, man gerĂ€t in absolute Hektik und landet an der KĂŒhltheke des Supermarktes.

KĂŒrzlich fragte mich eine Freundin: „Kannst du mich heute Mittag eventuell vom Bahnhof abholen?“ Sofort antwortete ich: „Ja, gerne doch“, obwohl ich genau wusste, ich komme erst spĂ€t von der Arbeit nach Hause, die Kinder wollen etwas essen und zudem habe ich noch einen Arzttermin. Das Resultat war, ich geriet in Panik, wurde hektisch und ĂŒbellaunig.

„Ich hoffe, du hattest nicht zu viel Stress.“

Als ich am Bahnhof ankomme, sieht meine Freundin  meine Schweißperlen auf der Stirn und sagt: „Ich hoffe, du hattest nicht zu viel Stress.“ Und was antworte ich? Na, richtig, ich sage „Das war ĂŒberhaupt kein Problem, das mache ich doch gerne“.

Das „Ja-Sagen“ wird spĂ€testens dann fatal, wenn man Kinder hat. Das fĂ€ngt im Kindergarten an, betrifft die Teilnahme jeglicher FreizeitaktivitĂ€ten und gipfelt in der Schulzeit.

Ich gehöre demnach prinzipiell immer zu den ersten, die bei Sommerfesten Kuchen backen und die sich in die Helferliste eintragen. Ich war ElternbeirĂ€tin – und das war keine Ehre, sondern eindeutig Pflichtprogramm -, hole meinen HalbwĂŒchsigen nebst weiterer Kids nachts um drei Uhr nach einer Venedig-Exkursion vom Bus ab, bekoche spontan – „Mama, du hast doch nichts dagegen, ich habe noch ein paar Freundinnen zum Essen mitgebracht“ – vier kichernde Teenager und trage mich immer ein, wenn Fahrdienste gesucht werden.

Und natĂŒrlich wissen auch meine Kinder, meine Freunde und mein Mann, dass ich es mit dem „Nein-sagen“ nicht so habe – und nutzen dies – so meine ich – schamlos aus.

Meistens reicht ein „Wenn-es-dir-zuviel-ist“ oder „ich-kann-es-auch-selbst-machen“ oder ein „es-wĂ€re-toll-wenn-du-mir-helfen-könntest“ aus und ich stehe parat.

Wenn ich mich also kritisch betrachte, heißt das eindeutig, ich möchte gebraucht werden, ich möchte die Retterin in der Not sein, ich lechze nach „das-hast-du-toll-gemacht“.

KĂŒrzlich habe ich mit einer Freundin ĂŒber diesen Gen-Defekt gesprochen. Sie selbst bekennt sich freimĂŒtig zu den „Nein-Sagern“.

„Weißt du“, sagte sie, „wenn du „nein“ sagst, kannst du daraus auch noch ein „Ja“ machen, umgekehrt funktioniert das nicht. Also sage ich erst mal „Nein“ und warte dann ab.“

Das Resultat ist eindeutig, wĂ€hrend sie abwartet, haben die „Ja-Sager“ schon lĂ€ngst ihre aktive Rolle ĂŒbernommen und die „Nein-Sager“ können sich zurĂŒcklehnen, aufatmen und sagen: „Im Notfall hĂ€tte ich schon mitgemacht, aber ihr braucht mich ja nicht mehr“.

„Jein“ – ein Kompromiss?

Bingo, so funktioniert das Spiel. Ich habe verstanden.

Das heißt, „Nein“ sagen und abwarten und der Kelch geht vorĂŒber. Und wenn das alle machen, passiert gar nichts mehr. Alle sagen „Nein“, folglich alles stagniert.

Das kann also nicht die Lösung sein.

Der Kompromiss wĂ€re also ein „Jein“. Aber das ist eigentlich nur ein irgendwo „Dazwischen“. Und zwischen zwei StĂŒhlen sitzt es sich bekanntlich am Schlechtesten.

In letzter Zeit habe ich mir deshalb angewöhnt, erst mal tief Luft zu holen und mir eine Atempause zu gönnen, sprich, ich antworte nicht gleich und gestehe mir und meinem GegenĂŒber zu, dass ich mir meine Antwort ĂŒberlegen kann, vor allem bei Spontan-Anfragen.

Das heißt, wenn mich spĂ€tabends mein Sohn anruft und fragt, kann ich bei XY ĂŒbernachten, wenn mein Mann fragt, kannst heute Nachmittag fĂŒr mich XY machen, wenn eine Freundin fragt, treffen wir uns am XY – ich muss es aber gleich wissen -, wenn meine Tochter fragt, können wir gleich ins Einkauszentrum fahren, um XY zu kaufen, wenn mein Chef sagt, ich mĂŒsste bis zum nĂ€chsten Tag XY erledigen, dann sage ich ganz entspannt: „DarĂŒber muss ich noch nachdenken, fragt mich in einer halben Stunde noch mal.“

Oft klappt es, oft auch nicht. Aber ich arbeite daran. Und wenn ich mal nach Indien reise, werde ich mich nicht wundern, wenn ich in Katmandu lande und nicht am Taj Mahal, und vorsorglich werde ich mir eine Straßenkarte mitnehmen.

gabi

Gabis Kolumne

Der KĂŒchengau und SpĂŒl-Nostalgien

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Guten Tag!

Rhein-Neckar, 10. Oktober 2011. RegelmĂ€ĂŸig gehen Dinge kaputt. Manches kauft man gleich wieder neu, andere Dinge braucht man nicht wirklich. Wenn aber die SpĂŒlmaschine kaputt geht – ist umgehendes Handeln angesagt. Ein Haushalt ohne SpĂŒlmaschine geht gar nicht, meint Gabi.

KĂŒchengau: Die SpĂŒlmaschine ist kaputt.

Letzte Woche gab meine GeschirrspĂŒlmaschine den Geist auf – nach 15 Jahren, ihr sei’s vergönnt -  sie hatte ein langes, bewegtes Leben.

„Oh, nein, du Arme“, hallte mir allerorts entgegen – in erster Linie von Frauen. Denn die SpĂŒlmaschine rangiert bei der Liste der Top Ten unter den HaushaltsgerĂ€ten, die dringend (!) notwendig sind, auf Platz 2, und zwar gleich nach der Waschmaschine. Der Verlust eines der SpitzenreitergerĂ€te ist eine Katastrophe.

Vielleicht ist dieser Verlust deswegen so besonders schmerzhaft, weil er uns zurĂŒck katapultiert in unsere Kindheit und Jugend, wo SpĂŒlmaschinen in Privathaushalte noch Mangelware waren. Kaum jemand unter 35 Jahren weiß noch, wie es ist, mit der Hand WĂ€sche zu waschen, aber im SpĂŒlen und Abtrocknen sind wir erfahren.

„Was haben meine Geschwister und ich uns gestritten, wenn’ s ums Abtrocknen ging“, erzĂ€hlt mir eine Freundin, und man merkt gleich, das sitzt tief in der Schublade der ungeliebten Erinnerungen.

Die guten alten Zeiten – eine SpĂŒl-Nostalgie

Und auch ich weiß von den sonntĂ€glichen Mittagessen bei meiner Großmutter zu berichten – bei uns war das Wunderding schon eingezogen – wenn das Sonntagsessen mit Suppe, Braten und Nachtisch fĂŒr mindestens sechs Personen im gemeinsamen Abwasch in der großelterlichen KĂŒche endete.

Gemeinsam, und das waren meine Großmutter, meine Mutter und ich. Der Großvater und mein Vater hatten sich zum verdienten Mittagsschlaf zurĂŒckgezogen, die alten Tanten saßen auf dem Sofa und blĂ€tterten Zeitschriften und mein kleiner Bruder saß vorm Fernsehen und glotzte Kinderstunde. Von Emanzipation brauchen wir also gr nicht reden.

NatĂŒrlich habe ich es gehasst, aber – und das ist jetzt nicht nur eine verklĂ€rte Erinnerung – wir drei „Frauen“ lachten und schwatzen viel und es entstand ein GemeinschaftsgefĂŒhl.

Deshalb rief ich am ersten Abend des Totalausfalls meine beiden Kinder und meinen Mann in die KĂŒche zum Abtrocknen. Meine Kinder, die Abtrocknen nur aus Urlauben kennen, wenn die Ferienwohnung nicht feudal ausgestattet ist, ergaben sich ihrem Schicksal und die Stimmung bekam sogar eine gewisse Leichtigkeit – wir lachten und schwatzten. Zumindest an diesem Abend.

Reparatur contra Neuanschaffung

In den nĂ€chsten Tagen – wir diskutierten noch ĂŒber Reparatur contra Neuanschaffung – verschlechterte sich die Stimmung rapide. „Ich hab’ doch erst gestern“ und „warum immer ich“ war die prompte Antwort sobald ich meinen Lieben ein Geschirrtuch in die Hand drĂŒcken wollte

Und auch mein Göttergatte, der zunĂ€chst die Haltung vertrat, das ist doch kein Beinbruch, wie viele Menschen haben keine SpĂŒlmaschine und ĂŒberhaupt in Afrika ñ€© und dementsprechend die ersten Tage wie ein Weltmeister abspĂŒlte (aber nicht abtrocknete, so dass sich in der KĂŒche das zwar saubere, aber nicht trockene Geschirr stapelte), schwĂ€chelte spĂ€testens am vierten Tag.

Am fĂŒnften Tag nach dem KĂŒchengau beschloss ich, jetzt reicht’s, ein neuer GeschirrspĂŒler muss her. Frei nach dem Motto „ich bin doch nicht blöd“ suchte ich den naheliegenden Elektrohandel auf und ließ mich beraten. Dort versicherte man mir – wen wundert’s – dass man nach 15 Jahren bestimmt nicht mehr ĂŒber eine Reparatur nachdenken sollte – ich hab’s ja gleich gewusst – und dass durch die Einsparung bei Strom und Wasser die Neuanschaffung quasi nahezu kostenlos sei. Denn immerhin hĂ€tte meine alte SpĂŒlmaschine so rund 30 Liter und die neue wĂŒrde nur noch 7 Liter pro SpĂŒlgang brauchen.

Vollintegriert oder Edelstahl? Newcomer oder bewÀhrte Marke?

Ehrlich, ich hab’s dem Herrn VerkĂ€ufer auch nicht schwer gemacht, mich von einem Neukauf zu ĂŒberzeugen. Mit der Modell- und Designauswahl tat ich mich deutlich schwerer: Vollintegriert oder mit Edelstahlfront. Besonders das Design eines schwedischen Newcomers hatte es mir angetan. Aber auch hier erwies sich der VerkĂ€ufer als sehr kompetent (oder geschĂ€ftstĂŒchtig) und klĂ€rte mich ĂŒber Vor- und vor allem ĂŒber Nachteile auf.

„Hier handelt es sich um ein Einsteigermodell, also nichts fĂŒr eine Familie mit Kindern. Die Maschine ist spĂ€testens nach fĂŒnf bis sieben Jahren fertig. Aber es ist natĂŒrliche ihre Entscheidung.“ Das bewĂ€hrte (und teuerere) Modell eines deutschen Herstellers pries er in höchsten Tönen und ĂŒberzeugte mich. „Da haben sie eine ausgezeichnete Wahl getroffen“, lobte er mich.

Letztlich unterschrieb ich glĂŒcklich meinen Kaufvertrag und als SahnehĂ€ubchen bestellte ich gleich den Montageservice dazu, inklusive Mitnahme des AltgerĂ€ts. Wohl wissend, dass mein Göttergatte wahrscheinlich sagen wĂŒrde, „aber Schatz, das hĂ€tten wir uns doch sparen können, eine SpĂŒlmaschine habe ich schnell eingebaut und das AltgerĂ€t kann zum Elektro-Schrott“.

Aber die harte RealitĂ€t sieht ja bekanntlich anders aus, so kann ein GeschirrspĂŒleinbau auch in einem handfesten Krach enden und die Altmaschine gammelt monatelang im Keller vor sich hin.

In drei Tagen ist es jetzt soweit, und mein schickes Edelstahlschnuckelchen zieht hier – inklusive minimalem Strom- und Wasserverbrauch – ein.

Seit dies meine Lieben wissen, habe ich die komplette SpĂŒlfunktion ĂŒbernommen und denke nostalgisch zurĂŒck an den einen Abend, als wir uns lachend und schwatzend den Abwasch geteilt haben.

gabi

Mariettas Kolumne: Der Stolz auf die Schlange ist die Verachtung des Kunden – Urlaub geht anders


Heute keine Schlange und keine 30 Minuten warten.

Von Marietta Herzberger

Wenn der Mensch viel arbeitet, braucht er ab und an ein wenig Urlaub. Die einen zieht es ins KĂŒhle, die anderen an PalmenstrĂ€nde. Meine Freundin Susanne und ich gehören zu den anderen. Spontan entschlossen wir uns zu einem Pauschalurlaub in Zentraltunesien, in der NĂ€he von Monastir.

Von der Sahara…

Faszinierende WĂŒste! RespekteinflĂ¶ĂŸend und fesselnd. Der nötige Ausgleich fĂŒr viele Monate harter Arbeit und Strapazen.
Das Hotel Karawansarei in Douz, am Rande der Sahara, war unser Quartier fĂŒr eine Nacht innerhalb eines Touristen-Pauschal-Ausflugspaketes. Das Etablissement wirkte von Außen eher wie eine Festung und machte seinem Namen alle Ehre. Am nĂ€chsten Morgen wurden wir dann bereits kurz vor 5 Uhr geweckt, um rechtzeitig am Rande der Sahara einzutreffen, wo uns ein Kamelritt ĂŒber SanddĂŒnen in den Sonnenaufgang erwartete. Hierzu wurden wir mit unserem Bus direkt bis an die Beduinenzelte gefahren, um ja nicht zu viel Romantik aufkommen zu lassen.

Nun denn: Rauf auf die Kamele und ab in die WĂŒste. Unbeschreiblich, welche Ruhe dieses weite Land fernab jeglicher Zivilisation ausstrahlt. Die beeindruckende Weite des Landes, der feine Sand, die Beduinen, die sich am Lagerfeuer vor ihren Zelten wĂ€rmten, dies alles ĂŒbte eine unglaubliche Faszination auf uns aus. Daran Ă€nderte auch die Tatsache nicht viel, dass wir diese Idylle mit ca. 80 weiteren Touristen teilen mussten.

Ein kurzweiliger, kaum vierstĂŒndiger Ritt auf den gutmĂŒtigen WĂŒstenschiffen bei mittlerweise gefĂŒhlten 40 Grad im Schatten brachte uns schließlich an einen Kiosk.

Sieht so eine Oase aus?

Ein Kiosk? Mitten in der WĂŒste? Ja, ein Kiosk mitten in der WĂŒste! Egal! Wir alle dĂŒrsteten nach Wasser und einem StĂŒckchen Brot. Der KamelfĂŒhrer hob die Hand und rief etwas unverstĂ€ndliches, woraufhin alle Kamele plötzlich stehenblieben, sich erst nach vorne absenkten, um dann das Hinterteil ebenfalls zu Boden gleiten zu lassen. Susanne kippte fast vornĂŒber, blieb jedoch zum GlĂŒck mit ihrer GĂŒrtelschnalle am Sattelknauf hĂ€ngen.

Kaum waren alle abgestiegen, gab uns der nette Beduine zu verstehen, dass wir uns hintereinander aufstellen sollten, um dem begehrten Nass inmitten der WĂŒste baldig habhaft zu werden. Also standen wir in der Schlange. Wir fĂŒhlten uns wie zu Hause. Es war noch keine halbe Stunde vergangen, da vernahmen wir von weit vorne einen Ruf.

„Seht!“, rief ein verdurstender Mitreisender beglĂŒckt, „Seht nur!“ Mit ausgestrecktem Arm deutete er auf ein aufgestelltes Schild mit der Aufschrift:

…in die DienstleistungswĂŒste

„TRINKEN!“, jubilierten wir und erhoben die HĂ€nde, „ESSEN!“, und etwas unglĂ€ubig, „Badeartikel?“
In diesem Moment brach eine etwas fĂŒlligere Frau vor uns in TrĂ€nen aus. „Ein Pool! Ein POOL!“
TatsĂ€chlich! Kurz nach dem kleinen, weißen, in der Ferne kaum erkennbaren GebĂ€ude, dem „Schwimmbad-Shop“, leuchtete etwas Blaues. Die Verlockung zeriss mich fast. Susanne heulte „Was sollen wir tun?“
„Warten!“, krĂ€chzte ich selbstbeherrscht.

Die gesichtslose Masse am Anfang der Schlange konnte jedoch nicht an sich halten – zu nah war das erfrischende, kĂŒhle Blau des Wassers. Kurzerhand ĂŒberwĂ€ltigten einige von ihnen den KamelfĂŒhrer, der erfolglos versuchte, den Mob in der Schlange zu halten.
„Wollen wir auch in den Pool?“, hauchte Susanne zwischen vertrockneten Lippen hervor.

„Nein“, stöhnte ich, wĂ€hrend ich mir die letzten Schweißtropfen von den Armen leckte. Eines stand fĂŒr mich fest: Egal wie lang diese Schlange sein mochte, ich wĂŒrde aushalten. TRINKEN! ESSEN! Das Kiosk – so weit es auch sein mochte – verkörperte fĂŒr mich die Oase schlechthin. Ich wĂŒrde warten. Warten wĂŒrde ich. Jawoll!

Nach zwei Stunden brach die dicke Frau vor mir zusammen. Ein mitleidiger Mitreisender trat kĂŒhn aus seiner gesicherten Position und zog die GlĂŒckliche bis an den Pool. Dann stĂŒrzte er wieder in die Schlange zurĂŒck. Er musste sich hinten anstellen. Wir hatten eine undurchdringbare Kette gebildet. TRINKEN! ESSEN!

Langsam, sehr langsam ging es vorwĂ€rts. Die gleißende Sonne ließ uns taumeln; an unseren FĂŒĂŸen rasselten die Ketten, die bei jedem Schritt den Sand der WĂŒste aufwirbelten.

Da! Ein Aufschrei! GequĂ€lt blickten wir nach vorne. Von dort kam der Schrei. Vom Ort der Erlösung. Dann noch ein Schrei. Und noch einer. Viele Schreie. Nein, eher GebrĂŒll. WĂŒtendes, verzweifeltes GebrĂŒll einer wĂŒtenden, verzweifelnden Herde. Nervös versuchten wir, einen Blick ins GetĂŒmmel zu erhaschen. Mit einem Male stĂŒrzten alle nach vorne. Aus dem Augenwinkel nahm ich wahr, dass manche versuchten, den KamelfĂŒhrer im Pool zu ersĂ€ufen. Schließlich löste sich die Schlange gĂ€nzlich auf.

Willkommen beim Schwimmbad-Shop in Viernheim.

Eben noch das letzte Glied, standen wir nun direkt vor dem „Schwimmbad-Shop“. Der letzte Schweißtropfen verdampfte zischend in der Luft als wir das lieblos aufgestellte Informationsschild vor den heruntergelassenen Rollladen entzifferten:

„Nur bei schönem Wetter geöffnet. Schönes Wetter ab 60 Grad.“

Entgeistert starrten wir uns an. Dann stĂŒrzten wir in den Pool und halfen, den KamelfĂŒhrer zu ertrĂ€nken!

„MAMAA!“
VerblĂŒfft löste ich meine verkrampften Finger aus dem schwarzen Schopf des Beduinen.
„Maaaamaaa! Aufwachen!“

Etwas KĂŒhles tropfte zwischen meine SchulterblĂ€tter. Langsam öffnete ich die Augen. Es dauerte nur Bruchteile einer Sekunde, bis ich erkannte, wo ich mich befand. Der vertraute Wildwuchs rund um das ehemalige Kinderbecken des Viernheimer Waldschwimmbades ist nicht gerade eine Augenweide, ĂŒberzeugte mich jedoch glaubhaft, nicht in der WĂŒste verdurstet zu sein.

„Ich hab Hunger“, maulte Ella, meine Tochter, „Darf ich mir ein FleischkĂ€sebrötchen holen?“

„TRINKEN! ESSEN!“, flĂŒsterte ich.
„HĂ€?“
„Hat das Kiosk denn auf?“, fragte ich nicht grundlos. Gerade eben entdeckte ich eine Wolke am Himmel.

Shopping-Erlebnis.

Denn man muss wissen:
Der „Schwimmbad-Shop“ im Viernheimer Waldschwimmbad hat nur bei schönem Wetter in Verbindung mit einer gewissen Anzahl an Schwimmbadbesuchern – welche Anzahl das ist, mag nur dem Kiosk-PĂ€chter bekannt sein – geöffnet. Ist es geöffnet, dann ist es in der Regel brĂŒllend heiß und das Schwimmbad brechend voll. Was den PĂ€chter aber noch lange nicht dazu veranlasst, das zweite Fenster des Kiosk® zu öffnen um dort dann evtl. GetrĂ€nke zu verkaufen. Nein, ein Fenster muss reichen fĂŒr Essen und GetrĂ€nke mit einer Ein-Frau-Besetzung und einigen „Zubereitern“ im Hintergrund.

Stolz auf die Schlange?

Trotz allem scheint der PĂ€chter sehr gewissenhaft zu sein. An schlechten Tagen, so erzĂ€hlt man sich – wobei „schlecht“ durchaus individuell und gefĂŒhlt sein kann – sucht er mehrmals die unmittelbare NĂ€he seines Kiosk auf, schaut gen Himmel, entdeckt eine Wolke, zĂ€hlt die BadegĂ€ste ab und geht wieder.

Sollte der Himmel aufreißen und Scharen Einlass begehren, so öffnet er seine kulinarischen Pforten und bietet FleischkĂ€sebrötchen, Pommes und Currywurst gegen wenig Geld. Soweit, so löblich. Die Schlange nimmt er offenbar stolz zur Kenntnis, zeigt sie doch auf, wie begehrt sein Angebot ist.

Hastig wirft er Stuhl und Tisch vor die gitternen Tore des Bades, so dass jeder hungrige Platz nehmen kann. Diese herzlich lieblos gestaltete Umgebung verleitet so manch hungriges Geschöpf, die ergatterte Mahlzeit direkt auf der Liegewiese zu sich zu nehmen. VerstÀndlich.

Wer sitzt schon gerne an heißen Tagen auf heißem Plastik direkt vor GitterstĂ€ben in unmittelbarer NĂ€he zur Straße, zu Toiletten – auch wenn es praktisch erscheinen mag, so harmonieren die gelegentlich herĂŒberwehenden DĂŒfte nicht wirklich mit dem Aroma von Pommes – und mit Blick auf eingezĂ€unten Wildwuchs?

GemĂŒtlich geht anders.

Nun, es ist vielleicht nicht nur mir ein seit Jahren existierendes RÀtsel, welches wohl nie gelöst werden wird, warum die PÀchter des Viernheimer Schwimmbad-Shops offenbar selbst kein Interesse an einem florienden Kiosk aufbringen wollen oder können. Verzeihen Sie mir meine offenen Worte. Niemand kann hinter die Kulissen schauen und ehrlich gesagt, möchte und muss ich das auch nicht.

Dass es auch anders geht, beweisen das Kiosk des Weinheimer Sees oder insbesondere die Gastronomie im Heddesheimer Schwimmbad. Wie sagte ein Freund neulich? „Horche mol. Kummt mol mit ins Heddesheimer Freibad. Do hoggscht wie in die Karibik uff Longschmebel mit de Fieß im Sond.“ Ja, denke ich mir, leider gibt es dort aber kein FĂŒnzig-Meter-Becken wie im Viernheimer Waldschwimmbad.

Potential ist da – auch um die Ecke.

Potential wĂ€re da. Totes Kapital liegt genĂŒgend herum, Ă€hnlich wie die heruntergefallenen Pommes vor dem Ausgabestand, die man sich umstĂ€ndlich aus den Zehen pulen muss, wenn man auch nur am Kiosk vorbeilĂ€uft – bei schönem Wetter wohlgemerkt.

Vor kurzem war schönes Wetter. Es war warm. Nicht heiß, aber warm. Ein paar Wolken zogen ĂŒber den Himmel. Zusammen mit ein paar MĂ€dchen im Alter meiner Tochter schwammen wir ein paar Runden. Dann hatten die MĂ€dchen Hunger. Der Kiosk war geschlossen, wie so oft. Wenn Sie jetzt sagen, dann soll sich die Frau doch etwas mitnehmen, haben Sie recht.

Aber ist das im Sinne des PĂ€chters? Könnte nicht wenigstens die Grundversorgung – eventuell in Form von Brezeln – gesichert sein? Das wĂ€re doch mal ein Anfang. Wir meinen es nicht böse. Wir wollen doch nur ein bisschen VerlĂ€sslichkeit, gesicherte Öffnungszeiten, nett sitzen und die leckeren FleischkĂ€sebrötchen.

Nun, das „Maximum“ direkt neben dem Schwimmbad ist fußlĂ€ufig in 35 Sekunden zu erreichen. Dort warte ich ca. fĂŒnf Minuten in angenehmer AtmosphĂ€re auf eine Pizza- bekomme noch einen Espresso umsonst, weil ich mich jedes Mal ĂŒber die „ServicewĂŒste Viernheimer Waldschwimmbad-Kiosk“ Ă€rgere – und bin nach ungefĂ€hr 8 Minuten – die Zeit der Bestellaufnahme und Bezahlung mit eingerechnet – wieder auf dem Handtuch bei meinen MĂ€dels.

Da habe ich obendrein auch noch ca. 20 Minuten gespart. Warum? So muss niemand von uns 30 Minuten in der Schlange stehen und im gĂŒnstigsten Fall fĂŒr vier MĂ€dchen je ein FleischkĂ€sebrötchen erstehen. FĂŒr Kaffee oder eine „TĂŒte SĂŒĂŸes“ steht man genauso lange. Vorausgesetzt, es ist geöffnet.

Marietta Herzberger.

Anmerkung der Redaktion: Marietta Herzberger lebt in Weinheim und schreibt in ihren Kolumnen ĂŒber den ganz normalen Wahnsinn des Alltags. Erfundene Geschichten, in denen doch das eine oder andere wahr ist. Die Personen gibt es meistens, manchmal nicht. Mal ist es, wie beschrieben, mal gnadenlos ĂŒberzogen. Es sind keine „journalistischen“ Texte mit dem Anspruch auf Faktentreue, sondern Lesetext mit dem Ziel, Lesefreude zu verbreiten. Sie hat jede Menge Weisheiten gerne, zwei sind: „Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernst genommen“ – Konrad Adenauer. Und: „Wer kĂ€mpft, kann verlieren. Wer nicht kĂ€mpft, hat schon verloren“ – Bertolt Brecht. Wir wĂŒnschen unseren Lesern viel Lesespaß mit ihren Texten!

Mariettas Kolumne

Von kleinen Zielen und großer Erschöpfung

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Guten Tag!

Rhein-Neckar, 28. Februar 2011. Marietta hat sich fĂŒr’s Neue Jahr vorgenommen, sich kleinere Zielen zu stecken und vor allem Gelassenheit zu ĂŒben. Das wurde auf eine harte Probe gestellt.

Von Marietta Herzberger

Das Neue Jahr ist ja schon einige Zeit alt und ich habe Gabis Ratschlag, sich kleine Ziele zu setzen, bis jetzt erfolgreich umgesetzt.

Und siehe da: Es funktioniert. Ein kleines Ziel seit diesem Jahr ist fĂŒr mich: Gelassenheit ĂŒben. Nur nicht ĂŒber Nichtigkeiten aufregen. Ein weiteres ist, große Ziele in viele kleine aufzuteilen.

Der Weg ist das Ziel.

FrĂŒher sagte ich mir: „Marietta, wenn du die zehn Kilometer nicht in 6 Minuten 30 pro Kilometer lĂ€ufst, bist du ein Loser. Das muss drin sein.“ Das Resultat war stĂ€ndige Frustration.

Heute laufe ich entspannt zwei bis dreimal fĂŒnf Kilometer die Woche oder auch nur einmal drei Kilometer oder gar nicht – wie gesagt – kleine Ziele. Dabei fĂŒhle ich mich gut. Gerade letzte Woche haben mich zwei ĂŒbergewichtige Walker ĂŒberholt. Egal. Der Weg ist das Ziel und falscher Ehrgeiz die Bremse dahin. Der Berg ist hoch.

UnlĂ€ngst absolvierte ich meine gemĂŒtliche Runde im „Own-Zone-Bereich“, da lachte mich bei Kilometer FĂŒnf eine aparte GrĂŒnflĂ€che mit zwei ParkbĂ€nken an. Ach, dachte ich, da findest du jetzt einen Moment zu dir selbst, und ließ mich auf einer der beiden BĂ€nke nieder.

Die Schaukel, das KlettergerĂŒst und die Wippe störten mich nicht. Auch nicht die beiden kleinen, gar niedlich anzusehenden Kinder, welche friedlich nebeneinander im Sandkasten spielten. Vier Jahre alt mochten sie sein, vielleicht auch fĂŒnf.

Ein MĂ€dchen, blond gelockt wie ein Engel. Ein Junge, frecher Haarschnitt, kecke Nase, blaue Latzhose und rotes Halstuch. Niedlich! Sie hĂ€uften Sand auf, gruben Löcher, hĂ€uften Sand auf und gruben Löcher. Hach, Kinder! Meine Tochter ist schon so groß.

Das Leben ist einfach und schön.

Ihre MĂŒtter saßen auf der anderen Parkbank nebeneinander, still und im Anblick auf ihre Nachkommenschaft vertieft. Die blonde, dauergewellte, etwas fĂŒlligere Dame gehörte dem Äußeren nach wohl zu dem kleinen Engelchen.

Die rothaarige Mittdreißigerin wahrscheinlich zu dem Jungen. Soweit ich erkennen konnte, hatte sie die Augen geschlossen. Wahrscheinlich war sie vor lauter Entspannung eingenickt. Das Leben ist einfach und schön.

Es war ein Idyll der Ruhe und Entspannung. Genau das brauchte ich jetzt. Der Lauf hatte mich doch etwas erschöpft. Die Sonne kam heraus. Ich schloss meine Augen und döste gelöst vor mich hin.

„Meine Schaufel, du Loch!“ Ich öffnete ein Auge.

„Nein, die rote ist doch meine. Dir ist die gelbe“, sagte der kleine Junge kleinlaut und zeigte auf eine gelbe Schaufel, die einsam im Sand lag.

„Piss dich, du Arsch!“

Ich öffnete das andere Auge. Kamen diese unflÀtigen Worte von dem putzigen MÀdchen?

BlauĂ€ugig, blondgelockt und rosige BĂ€ckchen? Mein Blick erhaschte Unfassbares. Die kleine SĂŒĂŸe hatte sich in eine Furie verwandelt.

HasserfĂŒllt schaute sie den Jungen an; die blonde MĂ€hne hing ihr wirr ins vor Wut gerötete Gesicht, wĂ€hrend sie fleißig dabei war, ihrem Gegenspieler etwas Rotes aus den HĂ€nden zu reißen.

Mit Erfolg. Doch damit war dem noch kein Ende gesetzt. Das Herzchen begann, wild mit der Schaufel auf den Jungen einzudreschen. Der wiederum versuchte erfolglos, sich zu wehren.

Ich lass mich nicht aus der Ruhe bringen.

Wie gesagt, ich war sehr erschöpft und ĂŒbte mich in Gelassenheit. Kinder, dachte ich.

Jaja, die Mama wird das schon regeln und helfend einspringen.

Ich beschloss, mich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und senkte meine Lider wieder hinab.

„Naomi“, ertönte es donnerschlaglaut von nebenan, „lass den verdammten Balg in Ruh®.“

Mein Idyll verabschiedete sich und ging schon mal heim.

Die kleine Blonde hatte jedoch nicht die Absicht, aufzuhören. Nun folgte eine etwas massivere, gar dröhnende Aufforderung: „Naomi Schwöbel, hĂ€r soford uff oder isch knall dir Ă€ni!“

Erziehung wird hier ĂŒber Zuruf geregelt.

Offenbar regelt man hier die Erziehung ĂŒber Zuruf. Die Dame dachte nĂ€mlich nicht daran, aufzustehen, lehnte sich zurĂŒck und zĂŒndete sich erst einmal eine Zigarette an.

In diesem Moment wachte wohl ihre Banknachbarin auf, erkannte die prekÀre Situation sofort und eilte zu ihrem Sohn.

Löckchen hieb immer noch auf den Kleinen ein und schrie dabei wiederholt: „Meine Schaufel. Meine Schaufel.“

Die Mutter des Jungen nahm dem kleinen Biest die Schaufel weg und zog ihren Sohn aus der Gefahrenzone. WĂ€hrend sie ihrem Sprössling den Sand aus dem Mund pulte, wandte sie sich halb zu Mutter Schwöbel um und sagte folgende Worte: „Ich glaube nicht, dass es gut ist, wenn mein Lars-Olaf weiterhin mit ihrer Tochter spielt.“

Wie gesagt, ich war sehr erschöpft. Zu erschöpft, um mich zu erheben. Vielleicht aber auch zu neugierig, um zu gehen. Es versprach, interessant zu werden.

Mama Schwöbel wurde verdĂ€chtig rot im Gesicht und stĂŒrzte sich gleich darauf mit Kriegsgeheul auf Lars-Olafs Erziehungsberechtigte. Diese ließ ĂŒberrumpelt die Schaufel fallen und von ihrem Kind ab. Die kleine blonde Bratze saß im Sand und schrie nach ihrer roten Schaufel.

Das war ein Gewusel und Gemenge vor dem Herrn. Irgendwann hatte Engelchen die rote Schaufel wieder und Lars-Olaf saß gefesselt und geknebelt auf der Wippe. Die alte Schwöbel kniete auf der Rothaarigen und war gerade dabei, deren Aufbegehren mit Sand zu ersticken. Sie nahm dazu die gelbe Schaufel. Die rote hatte ja ihre Tochter.

Nun, ich war immer noch sehr erschöpft. Voller Vertrauen auf die Vernunft und Weitsicht erwachsener Menschen, atmete ich tief durch. Der Berg ist hoch. ÃƓbe Gelassenheit.

Jemand musste wohl die Polizei gerufen haben. Ich hörte das typische Sirenengeheul. Aber da war ich schon lÀngst zu Hause.

Marietta Herzberger.

Anmerkung der Redaktion: Marietta Herzberger lebt in Weinheim und schreibt in ihren Kolumnen ĂŒber den ganz normalen Wahnsinn des Alltags. Erfundene Geschichten, in denen doch das eine oder andere wahr ist. Die Personen gibt es meistens, manchmal nicht. Mal ist es, wie beschrieben, mal gnadenlos ĂŒberzogen. Es sind keine „journalistischen“ Texte mit dem Anspruch auf Faktentreue, sondern Lesetext mit dem Ziel, Lesefreude zu verbreiten. Sie hat jede Menge Weisheiten gerne, zwei sind: „Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernst genommen“ – Konrad Adenauer. Und: „Wer kĂ€mpft, kann verlieren. Wer nicht kĂ€mpft, hat schon verloren“ – Bertolt Brecht. Wir begrĂŒĂŸen sie herzlich und freuen uns auf die Zusammenarbeit. Wir wĂŒnschen unseren Lesern viel Lesespaß mit ihren Texten!

Ein Kultbuch gegen den Förderwahn – Wir verlosen drei Exemplare

Guten Tag!

Heddesheim, 23. November 2010 (pm). Das „Kultbuch gegen Förderwahn“ hat die ersten 1000 Leserinnen und Leser gefunden: „Vom kleinen Spatz, der nicht fliegen wollte“, ist seit einem Jahr auf dem Markt. Die Autorin Christina Adler-SchĂ€fer stammt aus Heddesheim. Wir verlosen drei Exemplare des Buchs.

Pressemitteilung Robert SchÀfer Verlag/Viernheim

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Die Autorin stammt aus Heddesheim

„Die in Heddesheim geborene Kindertherapeutin Christina Adler-SchĂ€fer ist unter die Buchautorinnen gegangen und freut sich sehr ĂŒber ihr erstes Werk: „Vom kleinen Spatz, der nicht fliegen wollte“.

Das großformatige Bilderbuch feiert in diesem Monat seinen ersten Geburtstag und es ging schon 1000 Mal ĂŒber die Ladentheke. Seit November 2009 ist das „Kultbuch gegen den Förderwahn“ aus dem Viernheimer Robert SchĂ€fer Verlag auf dem Markt und es findet in ganz Deutschland begeisterte Leser.

„Manche Jungen und MĂ€dchen haben sich regelrecht in den Piepmatz verliebt und wollen die Geschichte immer wieder vorgelesen bekommen“, berichtet Verleger Robert SchĂ€fer. Eltern und Großeltern sind auf der sicheren Seite, wenn sie ihrem Nachwuchs ab drei Jahren bis zum Erstlesealter etwas Besonderes schenken möchten.

Aber auch die Fachwelt ist von dem Buch angetan. „Die BroschĂŒre zum Bilderbuch spricht mir als PĂ€dagogin inhaltlich aus der Seele und nimmt einen Gegenpol zum derzeitigen Förderwahn in KiTas und Familien ein“, meint etwa Margit Franz aus Darmstadt.

Sie ist pĂ€dagogische Fachberaterin und Herausgeberin von „Die Kindergartenzeitschrift“.
Dass zahlreiche Erzieherinnen das Buch fĂŒr ihre Arbeit einsetzen, ĂŒberrascht kaum. Die Autorin des Buches arbeitet schon seit ĂŒber 15 Jahren als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin in eigener Praxis in Viernheim.

Christina Adler-SchĂ€fer hat diese Erfahrung einfließen lassen in ein Buch, das sich gegen zu viel Förderung zum falschen Zeitpunkt wendet. Die Geschichte vom kleinen Spatz zeigt auf, dass das Großwerden nicht schneller geht, nur weil die Erwachsenen ungeduldig sind. Ist jedoch die Vertrauensbasis stark genug, fliegt am Ende der Spatz so hoch, wie man es kaum fĂŒr möglich gehalten hĂ€tte.

Die Bilder kommen von der Weinheimer Malerin Dagmar Kopnarski

Bei der Presse traf das Werk ins Schwarze. „Alle wichtigen Medien der Metropolregion Rhein-Neckar haben positiv und ausfĂŒhrlich ĂŒber uns berichtet und sogar in ThĂŒringen, Brandenburg und dem Kölner Raum waren die Redakteure begeistert“, freut sich Robert SchĂ€fer. „Vor allem die tollen Bilder kommen klasse an und wir sind froh, dass wir Dagmar Kopnarski als KĂŒnstlerin gewinnen konnten.“

Die Weinheimer Malerin hat leuchtend bunte und großformatige Bilder mit Aquarellfarben auf Leinwand gezaubert. „In dieser Technik malt eigentlich kaum ein Mensch, doch das Resultat ĂŒberzeugt“, so Robert SchĂ€fer. Er setzt vor allem auf Pressearbeit, Ausstellungen, VortrĂ€ge und die InternetprĂ€senz unterñ€¹www.vom-kleinen-spatz.de, um den bunten Vogel bekannt zu machen.

Das zweite Buch des Verlages wird im FrĂŒhjahr auf den Markt kommen. Wieder steht ein aktuelles Anliegen im Mittelpunkt. War es beim Spatz der Förderwahn, geht es diesmal um das Thema Jugend und Alkohol.“

Verlosung von drei Exemplaren

Das heddesheimblog verlost drei Exemplare des wunderschönen Bilderbuchs. Einsendeschluss ist Dienstag, 30. November 2010. Bitte senden Sie uns eine email unter Angabe Ihrer Adresse und dem Betreff „Spatz“. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Gabis Kolumne

Die NormalitÀt von sozialen Netzwerken

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Guten Tag!

Heddesheim, 22. November 2010. Soziale Netzwerke sind voll im Trend. So gut wie alle Kinder und Jugendlichen haben damit zu tun. Fragt sich nur, was man selbst damit zu tun hat, ob man alles versteht und wie man den Kindern den Umgang damit beibringt, meint Gabi.

Vor ein paar Wochen habe ich geschrieben, dass ich mich den Sozialen Netzwerken annĂ€here. Vorsichtig habe ich mich herangetastet. Ich muss gestehen, dass ich mich der Fazination kaum erwehren konnte. Ich habe gechattet, sogar mal was gepostet, wie es so schön heißt. Mein Freundeskreis ist stetig gewachsen. Das zu mir.

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Facebook. Aus einem Studentenjahrbuch-Verzeichnis wurde die grĂ¶ĂŸte Online-Community der Welt.

Auch meine Kinder sind in sozialen Netzwerken unterwegs: SchĂŒlerVZ und Facebook und wer-kennt-wen. NatĂŒrlich haben wir es zu Hause thematisiert, auf die Gefahren hingewiesen und davor gewarnt, Bilder zu veröffentlichen.

Die Gefahren im Netz sind subtiler.

Auch weiß ich von Freunden und Bekannten, dass deren Kinder hier „unterwegs“ sind. Letztendlich sehen wir es aber recht locker, was kann hier schon passieren? Ist es nicht rein virtuell und nichts gegen die Gefahren, denen unsere Kinder im tatsĂ€chlichen Leben ausgesetzt sind?

Doch die Gefahren, die hier lauern, sind viel subtiler. Wie erkennt man, was wer ernst meint? Wo hört der Spaß auf? Ist ein Freund wirklich ein Freund?

Jugendliche berichten ĂŒber Saufgelage, stellen davon Bilder ins Netz, nehmen politische Haltungen ein, provozieren. Um cool zu sein, aufzufallen, sich abzugrenzen. Dass sie sich damit auch inszenieren und von außen nicht immer erkennbar ist, wo der Spaß aufhört und der Ernst anfĂ€ngt – ist ihnen das klar? Wirklich bewusst?

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Twitter – ein Kurznachrichtendienst im Internet.

Was man im Internet veröffentlicht, dafĂŒr ist man letztendlich verantwortlich. Und man stellt eine Öffentlichkeit her. Denn, wer teilweise einige hundert Freunde und mehr sein eigen nennt, wird kaum noch ein ÃƓberblick darĂŒber haben und kann nicht davon ausgehen, dass alles nur im „stillen KĂ€mmerlein“ passiert.

„Ich habs nicht so gemeint“, gilt nicht.

Lockere, coole SprĂŒche sind an der Tagesordnung. Was passiert, wenn cool nicht mehr cool ist, sondern rassistisch? „Ich hab’s nicht so gemeint“, ist schnell gesagt. Aber letztendlich kann man ja nur an den eigenen Worten gemessen werden. Vor allem dann, wenn man es öffentlich macht.

Soll ich meinen Kindern die Netzwerke jetzt verbieten? Gilt es nicht eher mit ihnen darĂŒber zu reden und sie aufzuklĂ€ren?

Wir wissen heute alle, dass sich Personalchefs gerne im Facebook oder Studi-VZ tummeln. Welches Bild möchte man dann hier nach Außen abgeben?

Wer rechts- oder auch linksextreme Aussagen tĂ€tig, muss damit rechnen, dass man ihn oder sie fĂŒr Ernst nimmt. Und wollen das Jugendliche nicht eigentlich?

Andererseits gehört zum jung sein, auch ĂŒber das Ziel hinaus zu schießen. Das habe ich getan, das machen immer wieder meine Kinder. Wichtig ist dabei immer wieder Grenzen zu erkennen. Sich betrinken tut sich fast jeder mal in seiner Jugend (oder auch spĂ€ter), lĂ€sst man sich aber volllaufen und beschĂ€digt sich, andere oder Dinge, hat das eine ganz andere Brisanz.

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Die Frage ist meist nicht, ob man oder ob man nicht, sondern wie man mit Facebook umgeht.

Wie können wir unseren Kinder, in einer Welt, die so zwischen VirtualitÀt und RealitÀt hin- und herspringt, begreiflich machen, wo hier die Gefahren liegen, wo wir doch selbst in dieser Welt meist Fremde sind?

Quatsch ist erlaubt – aber auch ein sauberes Image.

Ich kann meinen Kindern nur den Rat geben, dass sie nur das veröffentlichen, zu dem sie wirklich stehen können. Und wenn es Quatsch ist, muss es auch als Quatsch erkennbar bleiben.

Klar ist, dass soziale Netzwerke fĂŒr unsere Kinder normal sind. Klar ist aber auch, dass es darin normal zugehen sollte.

FĂŒr mich sind soziale Netzwerke noch neu und ich nĂ€here mich an. Vorsichtig. Das versuche ich auch meinen Kindern beizubringen.

Und klar – die sozialen Netzwerke bieten auch jede Menge Vorteile. Einer ist gerade der, der auch problematisch sein kann: Der öffentliche Austausch mit anderen.

***

Und eine FĂŒlle von Informationen, die man fĂŒr das echte Leben nutzen kann, warten im Internet neben all dem Schrott, den es dort auch gibt. Damit unterscheidet sich das Internet nicht wirklich vom realen Leben.

Der entscheidende Unterschied ist der der Dokumentation – was im Internet gepostet wird, kann man zwar wieder löschen. Ob es damit aus der Welt ist? HĂ€ufig nicht. Denn Informationen werden kopiert, an anderer Stelle wieder eingefĂŒgt.

Auch ich muss lernen, Herrin ĂŒber die Informationen zu bleiben, die ich pflege und die andere ĂŒber mich haben. Das ist eine ganz schön verantwortliche Aufgabe, die ich wie meine Kinder erst gerade lerne.

gabi

„Pommes satt“ und was der Kinderarzt Dr. Ulrich Schaefer davon hĂ€lt

Guten Tag!

Heddesheim, 22. Juni 2010. „Pommes satt“ entwickelt sich zum Diskussionsstoff im Ort. Beim Public Viewing hatten die Veranstalter mit einer Aktion „Pommes satt“ fĂŒr einen Euro fĂŒr Kinder geworben. Wir hatten das kritisiert und wurden selbst dafĂŒr kritisiert, denn die „Kinder“ trainierten sich die Kalorien beim Fußball ja wieder ab… Jetzt hat der Kinderarzt Dr. Ulrich Schaefer das Thema aufgenommen. Sein Urteil ist eindeutig.

Leserbrief: Dr. Ulrich Schaefer, Kinder- und Jugendarz

„In einer Satire hat der römische Dichter Juvenal kritisiert, dass durch „Brot und Spiele“ das Volk von den politischen Alltagsschwierigkeiten abgelenkt werden sollte – und sich vielleicht auch gerne ablenken ließ.

In Heddesheim bieten die Gemeindeverwaltung und die Sportvereine „Pommes und Public Viewing“ . „Pommes satt“ fĂŒr die Kinder! WĂ€hrend 15 Prozent der Schulkinder in Deutschland ĂŒbergewichtig sind, gibt es in Heddesheim „Pommes satt“. Da versuchen KindergĂ€rten und Schulen den Kindern und Jugendlichen eine gesunde ErnĂ€hrung zu vermitteln. In der Freizeithalle: „Pommes satt“ und die entsprechenden kalorienreichen GetrĂ€nke.

Im alten Rom konnten die Kaiser und Senatoren durch ihre „Politik“ mit „Brot und Spielen“ ihre Machtinteressen leicht durchsetzen und verwirklichen. Man könnte spekulieren, ob die Gemeindeverwaltung in Heddesheim auch von den Schwierigkeiten bei der Ansiedlung einer Großspedition ablenken will oder ob es einfach an Ideen gefehlt hat, um Kindern ein gesundes Essen anzubieten. Beides ist schlecht!“

Anmerkung der Redaktion:

Wir hatten bereits am 16. Juni 2010 die Aktion „Pommes satt“ kritisch hinterfragt: „Die Gemeinde Heddesheim setzt erwartungsgemĂ€ĂŸ auf eine FortfĂŒhrung der sehr gut besuchten Auftaktveranstaltung. Ob „Pommes satt“ im Sinne von Fitness, Sport und Spiel ein geeignetes Lockmittel fĂŒr Kinder sind, darf hinterfragt werden, angesichts zunehmender Fettleibigkeit und Essstörungen bei Kindern. Immerhin zeigt die E-Jugend der Fortuna ein „Show“-Training und damit Spaß an der Bewegung und dem sportlichen Einsatz.“

Der Kinderarzt Dr. Ulrich Schaefer bietet als einer von wenigen Ärzten eine Adipositas-Schulung an. Mehr Informationen auf seiner Website.

Gabis Kolumne

Was an Frauenabenden toll ist!

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Guten Tag!

Heddesheim, 14. Juni 2010.

Mein Mann war vergangene Woche verreist – geschĂ€ftlich. Hat man als Jugendlicher drei Tage sturmfreie Bude, was macht man? Richtig, man feiert Party. Mit Mitte Vierzig sieht das anders aus, man lĂ€dt ein zum MĂ€delsabend.

Bei MĂ€delsabenden fließt bekanntlich viel Prosecco, das Essen fĂ€llt spĂ€rlicher aus – schließlich ist die HĂ€lfte meist auf DiĂ€t – und, und das ist das Wichtigste, es wird gequatscht, was das Zeug hĂ€lt.

Wenn Sie nun zum weiblichen Teil der Bevölkerung gehören, können Sie den nĂ€chsten Teil getrost ĂŒberspringen. Denn Sie wissen schließlich, was hier thematisch auf dem Programm steht.

Der erste Unterschied zu MĂ€nnerabenden: Es geht selten um den Job, beziehungsweise, selten um Verdienst und Inhalte. Wenn wir ĂŒber Jobs sprechen, erzĂ€hlen wir von Ungerechtigkeiten oder erstaunlichen Erlebnissen. ÃƓber Kolleginnen und Chefs und NIE davon, wie toll wir sind.

Dann geht es natĂŒrlich auch um MĂ€nner, aber dem Alter entsprechend, gibt es wenig ĂŒber Dates und tolle Typen zu berichten, sondern eher ĂŒber die UnzulĂ€nglichkeiten im Alltag mit der besseren HĂ€lfte. Aber keine Sorge, meine Herren, diese Themen nehmen nur wenig Raum ein und wird es ernster, sind dazu bilaterale GesprĂ€che, also unter vier Augen, erforderlich.

Ein großem Raum nehmen, erwartungsgemĂ€ĂŸ, die Kinder ein. Bei mir trafen sich vergangene Woche 8 Frauen und zusammen haben wir 13 Kinder zwischen 8 und 17 Jahren. Also kein Wunder, dass hier großer Redebedarf besteht. Und die Inhalte wachsen dabei mit dem Alter der lieben „Kleinen“. Adieu schlaflose NĂ€chte, Kindergartensorgen und Betreuungsprobleme. Willkommen Schulstress und Konflikte mit pubertĂ€ren Teenagern. Aber auch hier gilt, droht der Rauswurf aus der Schule oder befĂŒrchtet die Tochter schwanger zu sein, wird man das nicht in großer Runde besprechen.

Nun, werden Sie sich fragen, war das schon alles, was ist so toll an diesen Frauenabenden? Wir reden ĂŒber die BanalitĂ€ten des Alltags: ÃƓber neue Schuhe, Friseure, Figurprobleme, schöne Liebesfilme, Romane, Urlaube, Falten- und Anti-Cellulitiscremes – ĂŒber all’ die Dinge, ĂŒber die wir mit unseren MĂ€nnern nicht reden können oder wollen.

Letzte Woche war es also so weit, wir trafen uns gegen 20 Uhr auf meiner Terrasse, tranken Sekt mit Aperol, aßen Salat und Rohkost mit verschiedenen Dips und quatschten, was das Zeug hielt. Wir ließen nichts aus, weder das Finale von „Germany’s next Topmodel“, noch den neuen Film von „Sex and the City“. Wir erörterten ernsthaft die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Methoden der Haarentfernung, das FĂŒr und Wider des Tönens und die Frage, ob sich die weibliche Figur ab dem 40. Geburtstag verĂ€ndert.

„Mein Mann steht kurz vor einem Burn-Out“, beschwerte sich eine Freundin. „Sind wir am Wochenende irgendwo eingeladen, fallen ihm ab 22 Uhr die Augen zu, aber montags frĂŒh ist er wieder fit und ab geht’s in die Firma.“ „Ach, das kenne ich nur zu gut“, bestĂ€tigt eine andere Freundin, „Urlaube und Wochenende benutzen die MĂ€nner zur Regeneration. Im Beruf sind sie fit und zuhause schlapp.“ Allseitige BestĂ€tigung.

„Meine Tochter ist total schlampig, dauernd verliert sie etwas und das Zimmer kann man kaum betreten, so viel liegt auf dem Boden rum“, jammerte ich. „Ich weiß, wovon du redest. Letzte Woche habe ich bei meinem Sohn Bananenschalen unterm Bett und fĂŒnf Paar alte Socken in der Schreibtischschublade gefunden“, sagt mitfĂŒhlend eine der Damen. Drei weitere nicken wissend.

Und damit nĂ€hern wir uns dem Geheimnis, warum man diese Abende gut gestimmt und bestens gerĂŒstet fĂŒr die nĂ€chsten kleinen und grĂ¶ĂŸeren Dramen des Alltags verlĂ€sst. Denn auch, wenn man am nĂ€chsten Morgen eine Aspirin gegen das GlĂ€schen zu viel nehmen muss – hier finden wir VerstĂ€ndnis und Anteilnahme. Und zudem können wir ĂŒber uns so richtig lachen.
gabi

Gabis Kolumne

Terminzwang, Freizeitstress oder ganz normales Programm?

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Guten Tag!

Heddesheim, 07. Juni 2010. Gabi ist verzweifelt – war es jetzt in ihrer Jugend in den 60-er Jahren besser als heute oder ist es heute besser als damals? Eins weiß sie sicher: Der Terminstress hat zugenommen und Wunder gibt es immer wieder.

Ich war als Kind im Ballett, im Turnen und habe mit mĂ€ĂŸigem Erfolg Klavier gespielt. Meine Freundin war in Leichtathletik und hatte Blockflötenunterricht. Das war’s.

Mit Boris Becker wurde auch Tennis fĂŒr den „NormalbĂŒrger“ erschwinglich und einige Freunde hatten Tennisstunden, aber das war schon exklusiv. Die meisten spielten einen Ballsport im Verein. Auch Geige spielen war schon eher außergewöhnlich. Gitarre brachte man sich selber bei.

Wir waren noch glĂŒckliche Kinder.

Das Hobby- und Freizeitangebot fĂŒr die lieben Kleinen sieht da heute schon ganz anders aus. Mindestens drei FreizeitaktivitĂ€ten in der Woche kommen da mal ganz schnell zusammen und die Palette ist vielfĂ€ltig und bunt.

Bunte „Programmvielfalt“

Ich möchte meine Kinder dabei gar nicht ausnehmen: Fußball, Tennis, Voltigieren, Ballett, Karate, Turnen, Malschule, Schwimmen, Tauchen, Klavier, Gitarre – meine Kinder haben schon viel ausprobiert. Und der Weg ist oft weit, bis man sein passendes Hobby gefunden hat.

Eine Liste mit weiteren und außergewöhnlichen Hobbies kann schnell ergĂ€nzt werden: Die Tochter einer Freundin ist in einem Capoeira-Kurs, spielt Querflöte und töpfert, der Sohn derselbigen spielt Saxophon, hat einen „Personal Trainer“ fĂŒr sein Fechten und dreht Videoclips.

Die Auswahl an asiatischen Kampfsportarten ist nahezu unbegrenzt: Judo und Karate ist dabei schon langweilig. Im Angebot sind: Kung Fu, Kick- und Thaiboxen, Aikido, Taekwondo, Tae Bo, Sumo Ringen und fĂŒr die ganz harten Krav Maga oder Brasilian Jiu Jitsu

Mit im Angebot haben wir natĂŒrlich noch: Klettern, Angeln, Jazztanz, Reiten, unzĂ€hlige Ballsportarten und die Pfadfinder (aber die waren bei uns schon sehr beliebt).

Je frĂŒher das Training beginnt, desto…

Los geht der Stress schon meistens vor dem Kindergarten mit dem Mutter-Kind-Turnen und der musikalischen FrĂŒherziehung. Kaum ist das Kindergartenalter erreicht bieten nahezu alle Vereine, Musik- und Volkshochschulen Kurse und Stunden fĂŒr Kinder ab 3 Jahren an. Oft sind die PlĂ€tze heiß begehrt und man muss auf die Warteliste.

Unter den Favoriten: Schwimmkurse. Spielerisch und in Gemeinschaft lernen hier unsere lieben Kleinen, betreut von einem/r Schwimmlehrer/in, die ersten SchwimmzĂŒge und erhalten hier ihre erste Urkunde.

Ich lernte schwimmen, indem mich mein Vater ins Schwimmerbecken im Hallenbad warf, pÀdagogisch eindeutig eine Nullnummer, aber dennoch sehr effizent.

Aber natĂŒrlich, darf’s auch an intellektueller Bildung nicht fehlen und so gibt es Englisch-Kurse fĂŒr Kindergartenkinder.

Der Terminkalender eines Grundschulkindes ist oft brechend voll und ich weiß noch, wie verzweifelt meine Tochter versucht hat mit einer Schulfreundin einen Spielnachmittag auszumachen, was aufgrund der verschiedenen FreizeitaktivitĂ€ten nahezu unmöglich war.

Termindruck

In der weiterfĂŒhrenden Schule verschĂ€rft sich der Termindruck noch gravierend, Unterricht bis zum Nachmittag, lernen, Hobbys, da bleibt oft kaum Zeit Freunde zu treffen.

Aber der Stress ist natĂŒrlich nicht nur auf die Kinder begrenzt, auch wir lieben Eltern haben damit so unsere Probleme. Die Auto-Aufkleber „Taxi Mama“ finde ich zwar Ă€ußerst bescheuert, kommen aber der Sache ziemlich nahe. Bei zwei Kindern vergeht kaum ein Nachmittag an dem man seine Kinder nicht durch die Gegend fĂ€hrt – nach dem Motto kein Weg ist zur Förderung der Freizeitinteressen des Nachwuchses zu weit.

Hart fĂŒr Eltern sind auch Hobbys mit Turnieren und WettkĂ€mpfen. Meine Freundin, deren Sohn ein begeisterter Fußballer ist, verbrachte und verbringt viele Wochenenden auf dem Fußballplatz. Und auch ich habe mich schon Sonntage in HallenbĂ€dern oder in Reit- und Turnhallen aufgehalten.

Ein weiterer Stressfaktor ist die Motivation. Die meisten Hobbys werden mit Begeisterung begonnen und nach kurzer Zeit stellt sich eine Lustlosigkeit ein. Da wir nun aber bestrebt sind unseren Kindern beizubringen, dass man nicht beliebig Sachen beginnen und wieder aufhören kann, kommt es zu wiederkehrenden Diskussionen, die fĂŒr beide Seiten sehr ermĂŒdend sind.

SpÀtestens mit der fortschreitenden PubertÀt verliert man immer mehr an Einfluss. Oft werden jetzt langjÀhrige Hobbys schlagartig aufgegeben. Oder aber auch angefangen.

ÃƓberraschung

Jahrelang hatte ich versucht, meinen Sohn zum Klavierspielen zu motivieren – ohne Erfolg. Vor einem Jahr, nach dem seine jĂŒngere Schwester schon recht erfolgreich ihre StĂŒcke klimperte, beschloss er, nun auch Klavierunterricht zu nehmen.

Vor Kurzem sagte er vorwurfsvoll: „Warum habe ich nicht frĂŒher damit angefangen?“ „Du wolltest nie“, antworte ich ihm wahrheitsgemĂ€ĂŸ. Er antwortete: „Und warum hast du mich nicht dazu gezwungen?“
gabi

Herr Biedermann und sein Bericht – trĂŒbe Aussichten ohne „Defizite“

Guten Tag!

Heddesheim, 21. April 2010. Die Jugendarbeit in Heddesheim hat einen Namen: Ulrich Biedermann. Damit ist der Inhalt der Sitzung des Jugendausschuss treffend wiedergegeben. Oder vielleicht nicht ganz: Berichtet wurde ĂŒber die Jahre 2008 bis 2009. Die „Perspektiven“ fĂŒr 2010 sind eher dĂŒster. Ulrich Biedermann erwartet noch mehr Arbeit, als er schon hat.

Kommentar: Hardy Prothmann

Gestern schrieb eine Leserin per email an die Redaktion. Sie bezog sich auf einen Artikel im Mannheimer Morgen und sah wichtige Fragen nicht beantwortet.

Da ging es ihr wie uns. Die Sitzung des Jugendausschusses war nicht einfach nur eine Sitzung – sie wirft Fragen auf. An den Antworten arbeitet die Redaktion. Dazu gehört auch, sich die Fragen von LeserInnen zu eigen zu machen.

Fragen einer Leserin.

Unsere Leserin, Mutter von drei Kindern, schreibt:

„Können Sie mir erklĂ€ren, warum das Jugendhaus genau in der Zeit (Sommerferien), in der es Jungendliche nach meiner Meinung zum Teil dringender benötigen als sonst, immmer 4 Wochen schließt?“

Die ErklĂ€rung ist einfach: „In den Sommerferien hat das Jugendhaus Just vier Wochen zu. Dann ist auch fĂŒr Sozialarbeiter und Just-Leiter Ulrich Biedermann Urlaubszeit“, schreibt der Mannheimer Morgen.

Was der MM nicht schreibt – wenn Herr Biedermann fehlt, ist auch das „Just“ zu.

„Selbst wenn berufstĂ€tige Eltern keinen gemeinsamen Urlaub machen wĂŒrden, könnten Sie immer noch keine 13 Wochen Schulferien ĂŒberbrĂŒcken.
Ich habe das jetzt schon einige Jahre immer wieder im MM gelesen und nie verstanden, warum dies angeblich niemanden stört. Aber vielleicht ist auch das eine Heddesheimer SpezialitĂ€t – so wie das Ferienprogramm der Vereine, das meistens am Wochenende stattfindet.“

Heile Welt.

Die Antwort darauf ist auch einfach. Störend werden wohl eher kritische Fragen empfunden – das bietet der MM nicht, dafĂŒr aber eine heile Welt:

„Erfreulich hingegen: Auch einige zuletzt als problematisch aufgefallene Jugendliche hĂ€tten wieder den Weg ins Just gefunden, wie Walter Gerwien, CDU-Gemeinderat und Jugendsachbearbeiter im Polizeiposten Heddesheim, beobachtet hat.“

Bei dieser Berichterstattung sind leider zwei Dinge problematisch: Es wird etwas als „erfreulich“ eingestuft und unrecherchiert ĂŒbernommen. HĂ€tte eine Recherche stattgefunden, wĂ€re dies mindestens mit einem Satz erwĂ€hnt worden.

Und dann wird halbrichtig etwas berichtet, dass sich zunĂ€chst positiv ließt: „Zugenommen hat laut Biedermann auch die Zahl der Eltern, die im Just Beratung in Erziehungsfragen suchen“, steht es im MM. Die Information, dass viele dieser Eltern „erscheinen mĂŒssen“, hĂ€tte vielleicht die positive Wirkung der „Information“ geschmĂ€lert.

GĂ€nzlich seltsam ist es, wenn der MM berichtet:
„Bis 2006 wurde er, anstelle der „FSJ-lerin“, von Studentinnen im Praktikum unterstĂŒtzt: alle sechs Monate eine „Neue“. Die Umstellung auf die Freiwilligen im Sozialen Jahr brachte mehr KontinuitĂ€t ins Just, wie Biedermann am Dienstagabend dem Jugendausschuss des Gemeinderats berichtete. „Eine Verbesserung“ folglich, denn gerade den MĂ€dchen soll die Zweite im Team Vertrauensperson sein. 2008 schrumpfte das Just dennoch fĂŒr ein paar Monate zur „One-Man-Show“: Der FSJ-Mitarbeiterin hatte sich vorzeitig eine Job-Möglichkeit geboten.“

Auch diese Wiedergabe ist der Ă€ußeren Form nach korrekt. Nachgedacht ist es nicht: „Eine Verbesserung“ folglich…schrumpfte das Just….zur „One-Man-Show.“

Verbesserung?

Was soll das heißen? Das System, das eine Verbesserung darstellen soll, fĂŒhrt dazu, dass Ulrich Biedermann plötzlich alle Aufgaben alleine bewĂ€ltigen muss? Ist das folglich eine „Verbesserung“?

Damit ĂŒberhaupt etwas funktioniert, braucht das „Just“ UnterstĂŒtzung durch Vereine, ehrenamtliche Helfer und auch die Polizei.

Ulrich Biedermann trĂ€gt vor, was im und ums „Just“ geleistet wird. Das ist sehr viel.

Aber es ist auch deutlich zu wenig. Herr Biedermann benennt die GrĂŒnde – allerdings nur, wenn man aufpasst.

Eine „zweite im Team“ sollte also „Vertrauensperson“ fĂŒr die MĂ€dchen da sein – und wars dann nur kurz, weil sie irgendwo kein Praktikum, sondern einen Job gefunden hat. Ihr Egoismus ist nachvollziehbar.

MĂ€dchen und Jungs – zwei Welten.

Nicht verstĂ€ndlich ist, dass keiner in der Sitzung hören wollte, was gesagt wurde: Die MĂ€dchen nutzen das „Just“ sehr intensiv und bringen sich ein.

Viele der Jungs tun das nicht.

Der MM schreibt:
„Denn diese werden im Just eingebunden. Sie können (und sollen) auch Dinge in eigener Regie auf die Beine stellen: Partys, Konzerte, Sonntagsöffnung. Derzeit, rĂ€umt Biedermann ein, sei dies „aufgrund der Besucherstruktur weniger möglich“. Die Jugendlichen seien „nur noch partiell bereit, sich einzubringen.“

„Nur noch partiell bereit, sich einzubringen“ also. Was heißt das?

Das bedeutet Stress, Kampf, Geduld, Mut, Fantasie, Energie, Kraft.

Und Entmutigung, Motivation, Fremde.

Das erlebt ein Sozialarbeiter wie Ulrich Biedermann stĂ€ndig. Als „One-Man-Show“. Als Mann nur bedingt als „Vertrauensperson“ fĂŒr MĂ€dchen (mit Migrationshintergrund) geeignet zu sein. Da kann er sich noch so anstrengen – als Mann bleibt er Fremder.

In der Sitzung fragt sich der GrĂŒnen-Gemeinderat GĂŒnther Heinisch, ob sich vor der Leistung eines Herrn Biedermanns nicht die Frage stellt, ĂŒber eine Personalaufstockung nachzudenken?

BĂŒrgermeister Michael Kessler hatte sichtbar keine Lust nachzudenken und sagte sehr unwirsch und streng, er könne keine Defizite erkennen. Worauf Heinisch zu recht sagte, dass er ĂŒberhaupt nicht von Defiziten, sondern von Chancen fĂŒr noch mehr gute und wichtige Jugendarbeit gesprochen habe.

Grenze der Belastbarkeit.

Kessler ließ das nicht gelten und gab CDU-Gemeinderat Walter Gerwien das Wort. Der ist Jugendsachbearbeiter im Polizeiposten Heddesheim. Gerwien bedankte sich und sagte: „Ich frage mich, wie der Mann das alles bewĂ€ltigt. Und sehe ihn langsam an der Grenze der Belastbarkeit.“

Damit meinte er nicht Herrn Kessler, sondern Herrn Biedermann.

BĂŒrgermeister Michael Kessler ließ diesen Beitrag unkommentiert und ging zum nĂ€chsten Tagesordnungspunkt ĂŒber.

Im Zuschauerraum saß ĂŒbrigens genau ein (Ă€lterer) BĂŒrger, der sich fĂŒr die vergangene und kĂŒnftige Jugendarbeit interessierte.

Die „kĂŒnftige“ Jugendarbeit war fast kein Thema, die vergangene macht acht Seiten aus – voller AktivitĂ€t, aber auch Problemen:

Der Bericht ĂŒber die AktivitĂ€ten des Jugendhauses ist 8,5 Seiten lang. Der interessanteste Teil steht am Ende unter „Perspektiven und Schwerpunkte“.

Darin heißt es:
„Das Förderungs- und UnterstĂŒtzungsangebot der Jugendlichen in den Bereichen Schule, Arbeit, und Familie verbunden mit der Vermittlung lebenspraktischer Kompetenzen wird mittelfristig an Bedeutung gewinnen, da sich die Situation am Arbeitsmarkt eher noch dahingehend verschĂ€rfen wird, dass es immer weniger niederqualifizierte Stellen geben wird, deren Lohnentwicklung dem Mittellohnsektor hinterherhinken wird.“

Die Folge: Die Eltern haben „mehrere ArbeitsverhĂ€ltnisse“, noch weniger Zeit fĂŒr die Kinder, Erziehungsdefizit – Schulen, KindergĂ€rten, noch Biedermann haben eine Chance, das „aufzufangen“.

Die „One-Man-Show“, Herr Biedermann, schreibt:

„In genau dieser Schnittstelle bewegt sich die Offene Jugendarbeit mit der Ausrichtung zukĂŒnftiger Förderangebote.“

Gabis Kolumne

Wie To-Do-Listen den Alltag organisieren oder auch durcheinander bringen

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Guten Tag!

Heddesheim, 06. April 2010. To-Do-Listen helfen, das Leben zu organisieren. Von wegen, meint Gabi – sie sind mindestens genauso hilfreich, alles mĂ€chtig durcheinander zu bringen.

Haben Sie eine To-Do-Liste? Ich habe gleich mehrere und das macht mich manchmal ganz schön fertig.

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To-Do oder auch "Tue es!".

ZunĂ€chst gibt es da meine persönliche „RĂ€um-den-Schreibtisch-auf-Liste“. Da drauf gehört u. a. ÃƓberweisungen tĂ€tigen, das Einreichen von Rezepten bei der Kasse, das Abheften meiner KontoauszĂŒge und Rechnungen, die KĂŒndigung von Abos oder Vereinszugehörigkeiten.

Die Telefonliste ist die schwierigste.

Dann habe ich eine Telefonliste. Wie oft verabschiedet man sich mit den Worten: „Ich ruf’ dich dieser Tage an.“ Nur bitte, wann? Vormittags bin ich bei der Arbeit, nachmittags kĂŒmmere ich mich um Kinder und Haushalt und bis ich mit allem fertig bin, habe ich weiß Gott keine Lust mehr, den Telefonhörer in die Hand zu nehmen.

Zumal schon allein die ganzen Geburtstagsanrufe einige Zeit in Anspruch nehmen. Eine wirklich gute, alte Freundin möchte ich seit drei Monaten anrufen. Und je lĂ€nger ich warte, umso lĂ€nger wird auch das GesprĂ€ch ausfallen, das aber auch schon nach einem Monat Warterei eigentlich zu lang fĂŒr meinen Zeitplan ist. Mit der Liste wĂ€chst also auch gleichsam mein schlechtes Gewissen.

Ich liebe meine WĂ€scheliste.

Dann gibt es eine Liste, die sich den hausfraulichen Pflichten widmet. Dazu gehört zum Beispiel ein Stapel mit KleidungsstĂŒcken, die ausgebessert werden mĂŒssen. An Hemden fehlen Knöpfe, T-Shirts haben kleine Risse, Futtertaschen haben Löcherñ€©

Diese To-Do-Liste ist die unproblematischste: Dieser Stapel liegt ganz hinten in der WaschkĂŒche und ich muss gestehen, zuweilen sind die Kinder aus den Klamotten herausgewachsen, wenn ich mich endlich dazu aufraffen konnte, aktiv zu werden. 🙂

Auf dieser Liste finden sich auch die Punkte, die Schubladen im Regal des Abstellraums zu sortieren und die KĂŒchenschrĂ€nke auszuwischen.

Auf einer weiteren Liste stehen all’ die BĂŒcher, die ich noch dringend lesen und die Filme, die ich auf keinen Fall verpassen möchte. Hier vermerke ich auch TheaterstĂŒcke und Ausstellungen, die ich im vergangenen Jahr allesamt nicht gesehen habe.

Problem-Liste.

Die Liste „Rund-ums-Haus“ hat außer meinem inneren Schweinehund noch ein weiteres Handicap eingebaut: Hierzu benötige ich meist die Hilfe meines Mannes.

Hier findet man so spannende Aufgaben, wie den Wasserhahn im Garten austauschen, die ausgeschlagenen KĂŒhlschrankscharniere erneuern, Regale anbringen oder den Keller aufzurĂ€umen. FĂŒr die Autos habe ich keine Liste: die macht mein Mann.

Denn hat man seine eigenen VerdrĂ€ngungsstrategien mal ĂŒberwunden, möchte man gerne Taten folgen lassen. Sprich, man steht am Samstagmorgen bereit und möchte nun umsetzen, was allzu lang aufgeschoben wurde. Doch siehe da, auch mein Herzallerliebster ist ein wahrer VerdrĂ€ngungskĂŒnstler und schiebt, was meiner Meinung nach nicht mehr zu schieben ist.

Und was ist das Resultat? Richtig, es kracht. Mit „du wolltest doch“ und „wir hatten doch ausgemacht“ kommt man schnell ins Fahrwasser sich gegenseitig VersĂ€umnisse der Verpflichtungen zuzuweisen. „Die Katzen hĂ€tten schon lĂ€ngst zum Impfen gemusst“, ist da ein gleich großes Vergehen wie „du wolltest doch den RasenmĂ€her reparieren“.

Und wie aus der Pistole geschossen, werfen wir uns die Listen um die Ohren, die wir jeweils fĂŒr den anderen erstellt haben. Und die sind ziemlich lange.

Nach einem reinigenden Gewitter und genĂŒgend Schmollzeit beginnen wir beide wieder mit dem „Abarbeiten“. Der RasenmĂ€her wurde repariert und die Katzen geimpft.

Doch kaum ist das eine oder andere von einer Liste gestrichen, wird, wie von Zauberhand, ein neuer Punkt ergÀnzt.

Und so hangeln wir uns von Liste zu Liste, von Punkt zu Punkt und die Zeit ist immer zu knapp.

Die To-Do-Liste ist die Lösung fĂŒr die Probleme, die ich ohne sie nicht hĂ€tte.

Eine richtige Lösung habe ich dafĂŒr noch nicht gefunden.

Als Anregung sagte kĂŒrzlich eine Bekannte beim FrĂŒhstĂŒck, sie habe auf dem „Schwarzen Brett“ im Supermarkt gelesen: „Mann fĂŒr alle möglichen Arbeiten zu vermieten“.

„Das ist doch die Lösung“, sagte und hoffte sie, kĂŒnftig den samstĂ€glichen Streit mit ihrem Mann zu vermeiden.

Na, ob sie sich da nun mal nicht tÀuscht.
gabi