Donnerstag, 21. Juni 2018

Bilanzen zeigen nur einen Weg: nach unten

Pfenning geht es schlechter und schlechter

Heddesheim/Rhein-Neckar, 10. Juli 2014. (red/hp) Die KMP Holding GmbH lĂ€sst sich gerne Zeit mit der Veröffentlichung ihrer Bilanzen. Wir haben die Zahlen fĂŒr 2011 deshalb beim Bundesamt fĂŒr Finanzen eingefordert – daraufhin wurde das Unternehmen aufgefordert, seiner gesetzlichen Verpflichtung zur Veröffentlichung nachzukommen. Ende Mai 2014 hat die Muttergesellschaft von „pfenning logistics“ nun die Konzernbilanz fĂŒr das Jahr 2011 veröffentlicht. Und die zeigt den desaströsen Zustand des Unternehmens, das BĂŒrgermeister Michael Kessler und eine Mehrheit aus CDU, SPD und FDP als „Zukunftssicherung“ ins Dorf geholt haben.
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Aufstellungswahl fĂŒr weitere 15 Hektar Logistikhallen

36 Prozent der Wahlberechtigten wÀhlen Pfenning II

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FĂŒr eine 3. Amtsperiode gewĂ€hlt: Michael Kessler (rechts Stellvertreterin Ursula Brechtel).

 

Heddesheim, 17. MĂ€rz 2014. (red) Amtsinhaber Michael Kessler ist von der Mehrheit der WĂ€hler/innen fĂŒr eine dritte Amtsperiode gewĂ€hlt worden. Mit 63,28 Prozent gewinnt er klar die Wahl – allerdings bleibt der „gigantische“ Wahlsieg aus. Herausforderer GĂŒnther Heinisch holt 34,9 Prozent – auch er ist damit ein Gewinner. Wenn auch ohne Preis. [Weiterlesen…]

Logistiker wirft Medien falsche Berichterstattung vor

Alles gut oder alles schlecht in Pfenningheim?

Heddesheim, 13. MĂ€rz 2014. (red) Das  angeschlagene Logistik-Unternehmen „Pfenning“ wehrt sich gegen angeblich falsche Berichte in verschiedenen Medien – das ist ulkig, denn insbesondere das Hausmedium Mannheimer Morgen hat dem Unternehmen breiten Raum gegeben, um die schlechte wirtschaftliche Situation als vollkommen „normal“ darzustellen. [Weiterlesen…]

Die Wirtschaftsberichterstattung des MM stellt keine Fragen, bietet keine Analyse

Drei Tage vor der Wahl werden die Zeitungsleser getÀuscht

Heddesheim/Rhein-Neckar, 13. MĂ€rz 2014. (red) Alles halb so schlimm. Arbeitsplatzabbau? Geplant. Kundenverlust? Nicht schön, aber ohne Bedeutung. Umsatz? Über 25 Prozent verloren, aber das macht nichts. Was der Mannheimer Morgen seinen Leser/innen zumutet, macht fassungslos. Ist es journalistische Inkompetenz oder eine Wahlhilfe fĂŒr den Kandidaten Kessler oder beides? Wir klĂ€ren die Fakten. [Weiterlesen…]

Leitartikel zum BĂŒrgermeisterwahlkampf

Alt gegen Neu

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UnerwĂŒnschte und freiwillige Werbung. Der Lagerkampf in Heddesheim tobt auch am Briefkasten. Foto: privat

 

Heddesheim, 25. Februar 2014. (red/pro) Der amtierende BĂŒrgermeister Michael Kessler hat vor fĂŒnf Tagen eine Interviewanfrage von uns erhalten. Darin erlĂ€utern wir den Grund und den Ablauf des Verfahrens. So wie wir das immer machen. Ob mit dem LandespolizeiprĂ€sidenten, mit Bundestagsabgeordneten, mit Professoren, mit Vereinsmenschen, mit KĂŒnstlern, Menschen aus der Wirtschaft, Promis oder Vertretern der Lokalpolitik. Wir behandeln alle gleich.Herr Kessler zeigt zweideutige Gesten beim Kappenabend, referiert vor AnhĂ€ngern, lĂ€sst bei kritischen Nachfragern Störungen zu und lĂ€sst sich von Haus- und Hofberichterstattern genehme Fragen stellen. Unsere Interviewanfrage hat er auch nach fĂŒnf Tagen nicht beantwortet – wir verzichten deshalb freiwillig. [Weiterlesen…]

Was Sie vom MM, Pfenning und der Verwaltung erwarten können und was nicht

Das (Des-)Informations-Kartell

MM Pfenning

Der Mannheimer Morgen „informiert“ mit einer „zugesendeten“ Mitteilung auf Seite vier im Regionalteil ohne jegliche Eigenrecherche – unabhĂ€ngiger Journalismus geht anders. DrĂ€ngende und wesentliche Fragen werden nicht gestellt und schon gar nicht beantwortet. Quelle: Morgenweb.de

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 04. September 2013. (red) In der heutigen Ausgabe des Mannheimer Morgen können Sie eine kurze Nachricht lesen: „Pfenning verliert einen Großkunden“. Diese Nachricht ist mehr als aufschlussreich – wenn man sie hintergrĂŒndig betrachtet. [Weiterlesen…]

Entscheidung in naher Zukunft

Wird „Pfenning“ an einen Immobilienfonds verkauft?

Ist das "Pfenning"-Projekt bald Teil eines offenen Immobilienfonds?

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 24. Juli 2012. (red/pro) Im Markt gibt es das GerĂŒcht schon – jetzt gibt es die BestĂ€tigung: Die Hamburger Union Investment Real Estate GmbH verhandelt mit dem Bauherrn des „Pfenning“-Logistiklagers „Multicube“ in Heddesheim ĂŒber einen Ankauf des noch in Bau befindlichen Objekts. Der Pressesprecher des Fonds bestĂ€tigte die Verhandlungen auf Anfrage von Heddesheimblog.de.

Von Hardy Prothmann

Der Presseprecher von Union Investment Real Estate Hamburg, Fabian Hellbusch, bestĂ€tigte heute auf Anfrage, dass die Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken mit dem Bauherrn der „Pfenning-Logistik-Immobilie“ in Heddesheim in Verhandlungen steht.

Verkaufsverhandlungen laufen

Ob und wann es zu einer Übernahme komme, hĂ€nge noch von den Verhandlungen ab. Zu Kaufpreis und Datum einer möglichen Übernahme wollte sich der Pressesprecher mit Hinweis auf die laufenden Verhandlungen nicht Ă€ußern.

Die Union Investment Real Estate GmbH ist der zweitgrĂ¶ĂŸte Fondsanbieter in Deutschland mit einem geschĂ€tzten Immobilienvermögen von 20 Milliarden Euro. Das Unternehmen investiert weltweit in Immobilien und hĂ€lt zur Zeit rund 300 Objekte. Typischerweise erwirbt das Unternehmen die Immobilien immer vollstĂ€ndig und mischt diese unterschiedlichen Fonds bei: „Wir sind ein langfristig orientierter Investor“, sagte Sprecher Fabian Hellbusch.

Pro Jahr investiere das 1965 gegrĂŒndete Unternehmen in den vergangenen Jahren rund 1,5-2 Milliarden Euro zusĂ€tzlich. Logisitik ist aus Sicht der Fondgesellschaft eine „Beimischung“ zur Risikostreuung: „Logistik ist fĂŒr uns ein Nischenprodukt mit rund fĂŒnf bis sieben Prozent Anteil am Gesamtvolumen“, sagte Hellbusch.

Gerichtsverhandlung steht aus

Man manage die Immobilien alleine, manchmal auch ĂŒber Dienstleister. Typischerweise sei man an sehr gut bis gut vermieteten Immobilien interessiert und ĂŒbernehmen mit dem Kauf auch die Mieter. In der Region ist die Union Investment beispielsweise Besitzer der Ludwigshafener Rhein-Galerie. Ob das Unternehmen den Ausgang einer Gerichtsverhandung abwarten will, wollte der Sprecher nicht bestĂ€tigen – dies kann man aber mit großer Sicherheit vermuten. Ein Anwohner hat Klage gegen den Bebauungsplan eingereicht. Dies soll im August vor dem Verwaltungsgerichtshof in Mannheim verhandelt werden. Nach unseren Informationen könnte das GeschĂ€ft bei „positivem“ Ausgang aus Sicht des Investors dann zum 01. September 2012 erfolgen.

Das Projekt scheint enorm unter Druck zu sein – klar ist, dass es Interesse seitens Union Investment gibt. Sollte der Bebauungsplan erfolgreich angefochten werden, dĂŒrfte ein Invest unwahrscheinlich werden oder zumindest bis zur KlĂ€rung aller offenen Rechtsfragen offen bleiben. Nach unseren Informationen will aber der Großkunde „Kraft Foods“ bereits ab September 2012 im Logistikzentrum einlagern. Auch hier besteht Druck, da die Baustelle noch lĂ€ngst nicht fertig ist.

Zwischenfinanzierte Spekulationsimmobilie

Die Zwischenfinanzierung soll nach unseren Informationen die DZ Bank erfolgt sein – ebenfalls ein Unternehmen der Volks- und Raiffeisenbanken. „Pfenning“ hat demzufolge das Objekt ĂŒber Schulden finanziert und will es nun verkaufen. Damit bestĂ€tigt sich die Vermutung, dass es sich hier um einen gigantischen Immobiliendeal handelt. Die „Phoenix 2010 GbR“, bestehend aus Karl-Martin Pfenning und dem Immobilienmogul Johann Georg Adler III. (beide Viernheim), hatte das 200.000 Quadratmeter große GelĂ€nde, das zuvor Ackerland war und mit die besten Böden in Heddesheim hatte, fĂŒr 47 Euro den Quadratmeter erworben. Der Verkaufspreis fĂŒr „entwickelte“ Gewerbegebiete liegt zwischen 100 und 140 Euro je Quadratmeter. Bei einem Verkauf fĂŒr 100 Euro den Quadratmeter bliebe also allein ein Gewinn von 10,6 Millionen Euro vor Steuern fĂŒr die GrundstĂŒckserwerber.

Aus Sicht der Union Investment handelt es sich um ein normales AnlagegeschĂ€ft. Politisch sind die Verhandlungen vor Ort eine „Bombe“. Der angebliche Investor und Inhaber von „Pfenning“, Karl-Martin Pfenning, hatte im Zuge der politischen Verhandlungen immer wieder betont, wie „verbunden“ er der Region sei und dass er mit dem Logistikzentrum langfristig in den Standort Heddesheim und in die Region investiere. Dabei stand ein Verkauf an fremde Investoren angeblich nie zur Debatte.

Politische Bombe

Auch BĂŒrgermeister Michael Kessler sowie die knappe Mehrheit der BefĂŒrworter im Gemeinderat, die Fraktionen der CDU, SPD und FDP betonten immer die schon fast „familiĂ€re“ Verbundenheit und stellten die „herausragende“ Investitionsbereitschaft des angeblich 100 Millionen Euro teuren Objekts in den Vordergrund. Nachfragen, ob es sich hier um eine Immobilien-Spekulation handeln könnte, wurde immer wieder empört zurĂŒckgewiesen. Kritiker wurden als „Schlechtmacher“ verunglimpft.

Im Februar 2009 wurde der Aufstellungsbeschluss in öffentlicher Sitzung gefasst – damit blieb keine Chance, ein BĂŒrgerbegehren in Gang zu setzen. Es waren Fakten geschaffen worden. Gegen die Ansiedlung machte die BĂŒrgerinitiative „IG Nein zu Pfenning“ mobil. Im Sommer 2009 wurde ĂŒber das in der Region gut vernetzte Bensheimer Spin-Doctor-Unternehmen „Ifok“ ein „Dialogverfahren“ in Gang gesetzt, dass eindeutig die Stimmung fĂŒr eine Ansiedlung beeinflussen sollte. Kostenpunkt: Mindestens 35.000 Euro. Weiter wurde ein deutschlandweit einmaliger „Verkehrslenkungsvertrag“ erfunden und unterzeichnet – eine Selbstverpflichtung, nach der „Pfenning“ keine Lkw ĂŒber 18 Tonnen durch den Ort fahren lĂ€ĂŸt. Bei einer BĂŒrgerbefragung im Herbst 2009 stimmten 50,35 Prozent der Einwohner, die an der Abstimmung teilgenommen haben, fĂŒr die Ansiedlung, 49,65 Prozent dagegen. Real gab es 40 Stimmen mehr fĂŒr „Pfenning“. Diese minimale „Mehrheit“ wurde im Gemeinderat durch BĂŒrgermeister und BefĂŒrworter als „politischer Willen“ der Bevölkerung gedeutet.

Leere Versprechungen

Nach und nach erweisen sich alle "Versprechungen" als leere WorthĂŒlsen. Karl-Martin Pfenning steht vor dem Abchluss eines satten ImmobiliengeschĂ€fts.

Grundlage dieser Abstimmung war die Aussage, dass die Unternehmensgruppe „Pfenning“ nach Fertigstellung des Logistikzentrums seinen Firmensitz von Viernheim nach Heddesheim verlagert und seine bestehenden Standorte in der Region in Heddesheim konzentriert. Ebenso war eine Schienenanbindung eines der Hauptargumente fĂŒr die Ansiedlung, weshalb auch die Fraktion BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen in nicht-öffentlicher Sitzung zunĂ€chst dem Projekt zustimmten, sich aber spĂ€ter gegen das Projekt wandten. Weiter sollten bis zu 1.000 ArbeitsplĂ€tze geschaffen werden und erhebliche Gewerbesteuerzahlungen fließen.

Nachdem der Bebauungsplan gĂŒltig war, entfielen nach und nach die Versprechungen. „Pfenning“ warb damit, dass der Kunde Henkel ĂŒber die Schiene anliefern wollte. SpĂ€ter wurde bekannt, dass „Pfenning“ Henkel als Kunde verloren hat. Damit entfĂ€llt die Schiene auf unbekannte Zeit. Die angeblich bis zu 1.000 ArbeitsplĂ€tze, die von „Pfenning“ hier geschaffen werden sollten, sind nach aktuellen Angaben auf 200 geschrumpft. Und ob erhebliche Gewerbesteuerzahlungen zu erwarten sind, bleibt zweifelhaft. Nach unseren Informationen hatte „Pfenning“ 2008 vermutlich nur rund 200.000 Euro Gewerbesteuer in Viernheim bezahlt, was angesichts des enormen FlĂ€chenbedarfs fĂŒr zukunftsorientierte Gewerbeansiedlungen nicht akzeptabel ist. Zum Vergleich: Die bisherigen Heddesheimer Gewerbeansiedlungen zahlen im Mittel rund 2,5 Millionen Euro Gewerbesteuer jĂ€hrlich. Das „Pfenning“-Gebiet nimmt ungefĂ€hr ein Drittel der FlĂ€che des jetzt grĂ¶ĂŸeren Gewerbegebiets ein. Damit mĂŒssten rund 800.000 Euro zu erwarten sein.

Enorme Umsatzverluste

Die Viernheimer Unternehmensgruppe KMP Holding GmbH (KMP=Karl-Martin Pfenning) hatte laut eigenen Angaben 2008 insgesamt einen Umsatz von nahezu 210 Millionen Euro. Laut Bilanz waren es 2007 gerundet tatsĂ€chlich nur 176 Millionen Euro, 2008 waren es 170 Millionen Euro, 2009 waren es 157 Millionen Euro, 2010 waren es 155 Millionen Euro. Eine erfreuliche Unternehmensentwicklung sieht anders aus.  In der Branche ist der Ruf von „Pfenning“ als Arbeitgeber zudem nicht besonders gut. Die Gewerkschaft verdi nennt „Pfenning“ einen „TarifflĂŒchtling“. Vor rund zehn Jahren machte „Pfenning“ jede Menge negative Schlagzeilen, unter anderem, weil der Betriebsratschef zusammengeschlagen worden sein soll, wie der Mannheimer Morgen damals berichtete. Auch die KĂŒndigung von rund 150 Mitarbeitern, die dann zu Dumping-Löhnen ĂŒber eine andere Gesellschaft weiter fĂŒr „Pfenning“ arbeiten sollten, musste rĂŒckgĂ€ngig gemacht werden.

Politische Intransparenz

2009 sorgte sich BĂŒrgermeister Kessler, ob "Pfenning" scheitern könnte. Aktuell muss man fragen, ob er gescheitert ist.

FĂŒr das politische Heddesheim ist die Entwicklung des „Pfenning“-Areals bindend. Die UnterstĂŒtzer haben sich sinnbildlich wie die „Drei-Affen“ verhalten: Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Fast willfĂ€hrig wurde alles unternommen, um die Ansiedlung möglich zu machen. Kritische Fragen zum Investor und zur Abwicklung der Ansiedlung blieben aus. Kritische Fragen zur Personalpolitik bei „Pfenning“ – Fehlanzeige. Eine kritische PrĂŒfung, ob die beschauliche Gemeinde mit einem Projekt dieser GrĂ¶ĂŸenordnung umgehen kann, wurde erst gar nicht angedacht.

In naher Zukunft, 2014, stehen BĂŒrgermeister- und Gemeinderatswahlen an. Bis dahin wird der „Pfenning“-Verkehr rollen und es wird sich zeigen, ob der Verkehrslenkungsvertrag sich ebenfalls als leere Versprechung entpuppt. Dann wird es sehr spannend sein, wie sich die BefĂŒrworter des gigantischen Projekts ihrer Verantwortung stellen.

Ein frischer, transparent auftretender Kandidat hĂ€tte auch als „AuswĂ€rtiger“ allerbeste Chancen, BĂŒrgermeister Michael Kessler („Ich bin die Gemeinde“) abzulösen. Sollte sich eine unabhĂ€ngige Liste grĂŒnden, auch mit Mitgliedern der „IG Nein zu Pfenning“, dĂŒrfte diese ebenfalls beste Chance haben, Sitze zu erhalten.

Bei der vergangenen Gemeinderatswahl 2009 verlor die CDU (8) zwei Sitze, die SPD (5) einen Sitz und die FDP (3) zunĂ€chst einen, den sie aber mittlerweile wieder „zurĂŒck“ hat. BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen (6) gewannen drei Sitze und sind vor der SPD zweitstĂ€rkste Fraktion im Heddesheimer Gemeinderat.

Anm. d. Red.: Hardy Prothmann ist verantwortlicher Journalist fĂŒr das Heddesheimblog.de. Er war von 2009 bis Anfang 2012 partei- und fraktionsfreier Gemeinderat ĂŒber die Liste der FDP, die er bei seiner ersten Gemeinderatskandidatur mit 20 Prozent Vorsprung auf den Fraktionsvorsitzenden Frank Hasselbring gewonnen hatte. Durch seinen Umzug nach Mannheim musste er das Ehrenamt aufgeben. Der NachrĂŒcker ist nun wieder Mitglied der FDP-Fraktion.

Schöner Ausblick?

Neues von der Baustelle – Folge 11: Der Klotz wĂ€chst

Die riesigen Dimensionen werden langsam deutlich.

Heddesheim, 20. April 2012. (red) Wer sich bislang die Ausmaße des „Pfenning“-Projekts nicht so richtig vorstellen konnte, kann sich langsam aber sicher einen Eindruck verschaffen. Es wird ein sehr gewaltiger Betonklotz werden. Die nördliche Hallenreihe ist von der LĂ€nge her nun „erfassbar“. Interessant: WĂ€hrend „Pfenning“-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger vor wenigen Monaten noch ankĂŒndigte, man wolle nun doch nicht die alten Standorte in Heddesheim konzentrieren, sagt Firmen-Patriarch Karl-Martin Pfenning genau das Gegenteil.

Weder der neue, „gute“ Nachbar Pfenning, noch die Gemeindeverwaltung Heddesheim legte Wert darauf, uns zur Grundsteinlegung einzuladen. Ist nicht schlimm, solche Termine sind sowieso langweilig und dienen nur der Selbstdarstellung.

Verlautbarungssender wie das Rhein-Neckar-Fernsehen hingegen sind sehr willkommen, die berichten ja auch vollstÀndig unkritisch das, was man ihnen vorsetzt und bei ner Grundsteinlegung gibts auch immer HÀppchen, das lÀsst man sich nicht entgehen.

Firmen-Patriarch Karl-Martin Pfenning darf dann behaupten, dass man hier das GeschĂ€fts konzentriere, wĂ€hrend sein GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger vor ein paar Monaten davon sprach, es werde nun doch NeugeschĂ€ft hier angesiedelt. Aber das kennt man schon von „Pfenning“ – wen interessiert schon das GeschwĂ€tz von gestern? Man hat die Baugenehmigung in der Tasche, die Mehrheit des Gemeinderats und den BĂŒrgermeister Kessler, also macht und sagt man, was man will. Zu Beginn der Planungen wurde mit einer Konzentration der Standorte geworben, dann hieß es, man plane NeugeschĂ€ft und jetzt soll doch wieder konzentriert werden.

Der nördliche Hallentrack ist in Teilen schon im Rohbau, die Bodenplatten sind gelegt. Wer sich den „Spaß“ macht und mal den Brunnenweg entlang spaziert, stellt schon heute fest, dass der Blick auf die Bergstraße definitiv weg ist.

DafĂŒr soll es ab September den ersten Lkw-Verkehr gehen. Angeblich nimmt man dann die erste Halle in Betrieb.

Was man weit und breit nicht erkennen kann, sind irgendwelche Vorbereitungen fĂŒr den Gleisanschluss. Ob der nun kommt oder nicht, ist vermutlich sowohl der Gemeinderatsmehrheit als auch BĂŒrgermeister Kessler egal. Die zeigten bei jedem Schwenk und jeder Änderung in den Planungen bislang immer „VerstĂ€ndnis“.

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MM lobhudelt weiter

Neues von der Baustelle: Folge 9. Pfenning informiert „ausgewĂ€hlt“

"Pfenning"-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger: Sagt immer nur so viel, wie er muss und hĂ€ufig auch nur irgendwas, was spĂ€ter wieder ganz anders ist. Archivbild.

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 09. MĂ€rz 2012. Der Mannheimer Morgen fĂ€hrt mit seiner unkritischen Jubel-Berichterstattung in Sachen „Pfenning“ fort. Das war nicht anders zu erwarten. Und „Pfenning“ bedient die Zeitung exklusiv – unsere Redaktion wird vom „neuen, guten Nachbarn“ ausgegrenzt und nicht informiert. Folglich gilt das auch fĂŒr unsere Leserinnen und Leser. Der Grund ist einfach: Wir berichten zu kritisch und Kritik ist nicht erwĂŒnscht.

Von Hardy Prothmann

Das ist er also, der neue, gute Nachbar „Pfenning“. Ein Unternehmen, das bewusst in Kauf nimmt, große Teile der Heddesheimer Bevölkerung nicht zu erreichen. NĂ€mlich alle die, die den Mannheimer Morgen nicht abonniert haben und das sind sehr viele.

Dabei weiß GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger sehr genau, dass die HĂ€lfte des Ortes gegen die montröse, 650 Meter lange Bebauung auf 20 Hektar bestem AckergelĂ€nde war. Nachdem der Bebauungsplan aber gegen alle klugen und kritischen EinwĂ€ndungen durchgesetzt war, sah und hörte man nichts mehr von Pfenning. Auch der Baustart wurde bis auf eine lĂ€ppische Pressemeldung nicht kommuniziert.

Geschönte Berichte

Ab und an wirft „Pfenning“ mal einen Brocken hin und der MM schnappt ihn dankbar auf – immerhin hat „Pfenning“ ja auch schon einiges an Anzeigen dort geschaltet.

So erfahren die Zeitungsleser also, in welcher Reihenfolge die Hallen gebaut werden. Erst der nördliche Teil, von Ost nach West, dann der sĂŒdliche Teil. DafĂŒr werden Fertigsystemteile des Bayerischen Unternehmens Max Bögl verbaut. Bögl hat sich auf diese Bauweise spezialisiert. Dazu gibt es Informationen, dass ein paar hundert Bauteile, StĂŒtzen und Platten verbaut werden. Und rund 80 Bauarbeiter beschĂ€ftigt sind, bis zu 300 sollen es im Sommer werden.

Wenn man sich Referenzobjekte auf der Bögl-Homepage anschaut, darf man berechtigte Zweifel haben, ob das „Pfenning“-GelĂ€nde tatsĂ€chlich Ende 2013/Anfang 2014 fertig gestellt sein wird, wie Uwe Nitzinger im Mannheimer Morgen behaupten darf.

Im sĂŒdlichen Teil zur Benz-Straße hin wird ein Teil der Hallen 18 Meter hoch – wer hier was einlagern wird? Keine Information. Die Schiene kommt dann, wenn sie jemand braucht – also irgendwann oder nie. Die Schienenandienung war eins der Hauptargumente der CDU fĂŒr die Logistikansiedlung. Jetzt erfĂ€hrt man, dass mindestens „36-Monate“ Vorlauf nötig seien, falls denn mal jemand Interesse haben könnte.

FragwĂŒrdige Äußerungen

Ebenso darf Nitzinger behaupten, niemand hĂ€tte was davon gemerkt, dass „Pfenning schon da ist“ und das mit „Lkw-Verkehr“. Dazu wird unwidersprochen der Bauverkehr mit angeblich bis zu 800 Lkw-Bewegungen in der Spitze verglichen. Das ist hanebĂŒchen.

NatĂŒrlich weiß man schon lange, dass die Bauarbeiten begonnen haben – wir bringen aktuell unsere neunte Folge zur Baustelle. Im Gewerbegebiet werden Laternenmasten umgefahren und die Straßen sind hĂ€ufig verdreckt – wie das halt so ist in der NĂ€he von Baustellen. Wer allerdings fĂŒr die Straßenreinigung aufkommt, ob „Pfenning“ oder der Steuerzahler? Wer weiß, dazu gibt es keine Informationen.

DafĂŒr erhĂ€lt man aber einen Eindruck, wie das sein wird, wenn tĂ€glich hunderte zusĂ€tzliche Lkw hier unterwegs sein werden. Im Hirschberger Kreisel ist der Aspahlt schwer beschĂ€digt und vor der Auf-/Abfahrt auf die A5 auf Hirschberger Seite hat sich eine deutliche Absenkung gebildet, die auf Reparatur wartet. Unsere Recherchen hierzu haben ergeben, dass das RegierungsprĂ€sidium zustĂ€ndig ist, die Sache ans Landratsamt weitergereicht hat, aber keiner weiß oder sagen kann, wann diese SchĂ€den, die auch unfallgefĂ€hrlich sein können, behoben werden.

Offene Fragen

Uwe Nitzinger darf ĂŒber Kekse und Schokolade reden, die der neue Kunde „Kraft Foods“ hier lagern will. Ob der neue Kunde und die damit verbundenen VertrĂ€ge das „Pfenning“-Projekt ĂŒberhaupt erst finanzierbar gemacht haben, wird nicht gefragt.

Es war schon seltsam, wie der strahlende Chef Karl-Martin Pfenning erst eine 100 Millionen-Euro-Investition verkĂŒndete, dann aber trotz Baugenehmigung nichts passierte. Es gab viele GerĂŒchte, ob die Finanzierung geplatzt sei. Harte Fakten gibt es nicht, weil der eigentliche Investor die Phoenix 2010 GbR ist – ein zwei-Mann-„Unternehmen“, das nicht publizitĂ€tspflichtig ist.

Weiter darf Nitzinger behaupten, man halte sich an den Verkehrslenkungsvertrag – dabei werden immer wieder große „Pfenning“-Lkw gesichtet, die durch den Ort fahren. Und die Aussage: „Der Verkehr kommt aus der Ferne und geht in die Ferne“, wird gar nicht erst vom MM aufgegriffen.

Leere Versprechen

Herzig ist die Information, es wĂŒrde keinen regionalen Verkehr geben. Also nicht von Pfenning. Wenn Waren beispielsweise fĂŒr Edeka eingelagert und von Edeka ausgeliefert werden, dann ist das ja kein „Pfenning“-Verkehr. Und wenn die regionalen Versorgungs-Lkw bis zu 12 Tonnen schwer sind, gilt fĂŒr die auch nicht der Verkehrslenkungsvertrag. Wer immer noch an all die „Versprechungen“ glaubt, ist selbst schuld.

Angeblich sollen fĂŒr den Kunden Kraft Foods zweihundert Leute arbeiten – davon aber die HĂ€lfte als LeihkrĂ€fte. Die Zahl „bis zu 1.000 ArbeitsplĂ€tze“, mit der BĂŒrgermeister Kessler, die CDU, SPD und FDP fĂŒr das Projekt geworben haben, fĂ€llt in diesem Zusammenhang nicht mehr. Und – ach ja – vier AusbildungsplĂ€tze halte „Pfenning“ nach wie vor frei fĂŒr Heddesheimer BerufsanfĂ€nger – bislang habe sich aber niemand gefunden, der zu „Pfenning“ passt. Das soll man alles so glauben, denn es steht ja in der Zeitung.

AusgewÀhlte GÀste

Am 23. MĂ€rz gibt es eine „symbolische Grundsteinlegung“ – fĂŒr ausgewĂ€hlte GĂ€ste. Wir sind bislang noch nicht eingeladen worden und vermuten, dass es dabei bleibt. Der Mannheimer Morgen darf sicherlich in der ersten Reihe sitzen, damit man auch jedes Wort exakt so mitschreibt, wie man das von seiten der Verwaltung und Pfenning will.

Das wird so erwartet und auch erfĂŒllt.

Leserbrief: Herr Kessler, verzichten Sie auf den Brunnen und zollen Sie den Menschen Respekt

Guten Tag!

Heddesheim, 15. November 2011. (red/Leserbrief) Der Unfriede im Dorf ist Thema eines Leserbriefes, der sich in einem dringenden Appell an den BĂŒrgermeister Michael Kessler richtet. Der Verfasser fordert Transparenz, Ehrlichkeit und Offenheit – all das vermisst er anscheinend. Ebenso Respekt – vor der Aufgabe, dem Amt und der Verantwortung des BĂŒrgermeisters durch diesen selbst. Der Appell ist eindeutig – Kehrtwende oder Konsequenzen ziehen. [Weiterlesen…]

IFOK-Dialog eine Farce?

Guten Tag!

Heddesheim, 21. Januar 2011. Der teure Einsatz des Beratungsunternehmens war Teil der „BĂŒrgerbeteiligung“ im Ansiedlungsverfahren „Pfenning“ in Heddesheim. Wie sich eineinalb Jahre spĂ€ter herausstellt, definiert die IFOK den „Erfolg“ mit einer „knappen Mehrheit“ fĂŒr das Projekt. Die IFOK pflegt beste Kontakte zu Pfenning, der KLOK, dem LogBW und dem Wirtschaftsministerium. Es stellt sich die Frage, ob es hier um ein System von „Seilschaften“ geht.

Angeblich sollte es einen „ergebnisoffenen“ Dialog geben, als die IFOk im Juli 2009 fĂŒr 35.000 Euro engagiert wurde, um die Lage in Heddesheim zu beruhigen.

TatsĂ€chlich stellte die IFOK selbst am 10. November 2010 beim „3. Logistik-Kongress Baden-WĂŒrttemberg“ eine „knappe Mehrheit“ fĂŒr das Projekt als Erfolg dar. ÃƓber die Variante, was gewesen wĂ€re, wenn die „knappe Mehrheit“ dagegen gewesen wĂ€re, wird kein Wort geĂ€ußert.

Beauftragt wurde die IFOK durch einen Gemeinderatsbeschluss vor der Kommunalwahl 2009, bei der die CDU zwei Ratssitze verloren hat und die SPD und FDP je einen. Die GrĂŒnen konnten drei Sitze hinzugewinnen, zudem gibt es einen freien MandatstrĂ€ger. DarĂŒber hinaus hat vor allem die CDU massive Stimmverluste der einzelnen Kandidaten hinnehmen mĂŒssen.

Lange nach diesem Dialog wird deutlich, wie eng gewisse Interessen miteinander verflochten sind. So ist der IFOK-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Jochen Tscheulin im Kuratorium der Heinrich-Vetter-Stiftung. Pikant: Gegen den Namensgeber gibt es noch nicht bestĂ€tigte VorwĂŒrfe, dass dieser sich wĂ€hrend des Dritten Reichs am Vermögen von Juden bereichert haben soll.

Netzwerk von Logistik-Freunden. SelbstverstÀndlich dabei: die "Pfenning-Mutter" KMP Holding GmbH. Quelle: LogBW

Auch die Duale Hochschule Mannheim ist mit ihm Boot: Die GeschĂ€ftsstelle des Logistiknetzwerks Baden-WĂŒrttemberg ist in Mannheim an der Dualen Hochschule, vertreten durch den Professor Michael Schröder. Der hatte die „Pfenning“-Gegner als „Taliban“ im „Wirtschaftsmagazin econo“ (an dem der Mannheimer Morgen beteiligt ist) verunglimpft und sich bis heute nicht dafĂŒr entschuldigt.

Weiter sind der Regionalverband und die Metropolregion Rhein-Neckar Teil der Logistik-UnterstĂŒtzer. Und das Wirtschaftsministerium Baden-WĂŒrttemberg, vertreten durch den Minister Ernst Pfister. Hier wurde das „Kooperationszentrum Logistik e.V. (KLOK e.V.)“ ins Leben gerufen und mit Mitteln des EuropĂ€ischen Fonds fĂŒr regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von 500.000 Euro bezuschusst. Ziel ist ein „Logistik-Netzwerk“ „LogBW„.

Ein Netzwerk-Partner der KLOK ist die KMP Holding GmbH (Karl-Martin Pfenning), die Muttergesellschaft von „pfenning logistics GmbH“. Karl-Martin Pfenning ist Mitinhaber der „Phoenix 2010 GmbH“, die TrĂ€ger des Bauvorhabens in Heddesheim ist.

Die vielfÀltigen Verbindungen sind sicher nicht zufÀllig, sondern könnten auf ein System von Seilschaften hindeuten.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Offener Brief an Jochen Tscheulin von der IFOK

Guten Tag!

Heddesheim, 21. Januar 2011. Die IFOK feiert den „Dialog“ in Heddesheim als Erfolg. Auf einem Logistik-Kongress. Die angeblich „neutrale“ Firma verdient ihr Geld damit, in scheinbar ergebnisoffenen „Dialogen“ den „Dampf“ aus strittigen Projekte zu bekommen. Hardy Prothmann schreibt in einem offenen Brief an einen der IFOK-GeschĂ€ftsfĂŒhrer, Jochen Tscheulin. Denn die beiden haben mal zusammen studiert und wĂ€ren fast Freunde geworden.

Von Hardy Prothmann

Lieber Jochen,

ich hoffe, es geht Dir gut. Wir haben uns ja schon gut sechszehn Jahre nicht mehr gesehen. Erst 2009 habe ich erfahren, dass Du erfolgreich Karriere gemacht hast und einer der IFOK-GeschĂ€ftsfĂŒhrer bist.

Unsere Freundschaft damals war noch nicht gereift und ich dachte mir, dass es besser ist, im Frieden verschiedene Wege zu gehen, weil wir teils doch sehr unterschiedliche Einstellungen hatten.

Das hat sich viele Jahre spĂ€ter bestĂ€tigt – ich auf der einen Seite mit einem „lokalen Blog, das kritisch berichtet„, wie Ihr das in Eurem Vortrag beim „Logistik Kongress 2010“ in Stuttgart bezeichnet und auf der anderen Seite Du mit Deinem Spin-Doctor-Unternehmen, das angeblich „neutral“ Konflikte löst.

Ich bin nicht enttĂ€uscht – Ă€rgere mich aber ein bisschen.

Ganz ehrlich? Ich bin nicht enttĂ€uscht, sondern sehe mich in meiner Haltung Dir gegenĂŒber bestĂ€tigt. Ein bisschen Ă€rgert mich, dass Deine Firma, die ohne die „kritische Berichterstattung eines lokalen Blogs“ niemals diesen Auftrag in Höhe von 35.000 Euro (oder sogar mehr?) bekommen hĂ€tte, nicht einmal in der Lage ist, das Wort „heddesheimblog“ zu schreiben.

Soviel Anstand hĂ€tte ich schon erwartet. Auf ein Danke-Schön fĂŒr das viele Geld bestehe ich da gar nicht. Aber Roß und Reiter zu nennen sollte doch fĂŒr eine Firma möglich sein, die sich angeblich dem „offenen Dialog“ verschrieben hat. Und auch die ErwĂ€hnung der jĂ€mmerlichen Berichterstattung im Mannheimer Morgen wĂ€re einen Satz wert gewesen, aber wahrscheinlich ist das nicht im Sinne der Auftraggeber und auch nicht in Deinem.

Ihr schreibt das wirklich hĂŒbsch auf und analytisch brillant, wie und warum es zu Konflikten kommt und habt da eine lukrative GeschĂ€ftsidee vermarktet: Die bornierte Sturheit von machtbesessenen BĂŒrgermeistern, Politikern und sonstigen FunktionĂ€ren oder verstĂ€ndnislosen GeschĂ€ftsfĂŒhrern oder „Investoren“ bietet jede Menge „Beratungsbedarf“, der sicherlich sehr, sehr, sehr gut bezahlt wird. Immerhin gehts bei solchen Projekten ja auch um sehr viel Geld.

Aber selbst die besten machen Fehler. So auch Du und Deine Dialog-Truppe.

FĂŒr wen war was eigentlich schon "klar"? Solche SĂ€tze können auch als Hohn aufgefasst werden. Quelle: IFOK

Erst zu behaupten, es gĂ€be keine AbhĂ€ngigkeit vom Auftraggeber (Gemeinde Heddesheim, respektive der BĂŒrgermeister Michael Kessler) ist schon wenig glaubwĂŒrdig gewesen. Dann aber auf einem Logistik-Kongress einen Vortrag ĂŒber den „Erfolg“ in Heddesheim zu halten, das ist ein strategischer Fehler. Denn damit ist allen, selbst den begriffstutzigsten Menschen klar, dass der „Erfolg“ das Erreichen einer „knappen Mehrheit“ von BĂŒrgerstimmen fĂŒr das Projekt war.

Nicht mehr und nicht weniger.

Viel Geld fĂŒr Blabla.

Oder wĂ€ret Ihr auch zu dem Logistik-Kongress eingeladen worden, hĂ€tte eine „knappe Mehrheit“, konkret 40 BĂŒrgerstimmen oder 0,7 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen das Projekt gestimmt? Wohl kaum. Und im ĂŒbrigen haben wir beide dasselbe studiert, deswegen weiß ich, dass Du weißt, dass ein solches Votum als nicht erfolgreich gesehen werden muss und keine demokratische Legitimation haben kann, denn das Projekt wird gegen die HĂ€lfte des Ortes durchgefĂŒhrt.

Da sind weitere Konflikte programmiert und so ist das auch gekommen. Soviel zum Erfolg.

Ihr von der IFOK habt das Geld genommen, ein bisschen Blabla gemacht, Schaubilder gezeichnet und gebetsmĂŒhlenhaft den „offenen Ausgang“ beschworen – wie man sieht, sind der Wirtschaftsminister Pfister, der Logistik-Lobbyist der Dualen Hochschule Mannheim Schröder und nicht zuletzt Karl-Martin Pfenning so sehr zufrieden, dass Ihr (sicher nochmals gegen Geld) einen Vortrag halten durftet.

Und irgendwie stellt sich dann heraus, dass die „Pfenning-Gegner“ ĂŒberhaupt keine Chance hatten, aber ihre Erregung derart bedrohlich war, dass das Netzwerk, in dem Du aktiv bist, alles aufbieten musste. Regionalverband, Metropolregion Rhein-Neckar, Heinrich-Vetter-Stiftung, Duale Hochschule, Wirtschaftsministerium. Schon beeindruckend.

"Erfolg" enttarnt: "Umsetzung sicherstellen" ist das Ziel der IFOK. Nichts anderes. DafĂŒr wird sie bezahlt. Und sie macht ihren Job. Der "Erfolg" fĂŒhrt ĂŒber einen "Dialog" - fĂŒr viel Geld macht die IFOk eine "Einigung" möglich. Quelle: IFOK

Ich lade Dich herzlich dazu ein, hier in Heddesheim (ohne Geld) mal vor den Projektgegnern ĂŒber diesen Erfolg zu referieren. ÃƓber die ArbeitsplĂ€tze, die nicht kommen, die Gewerbesteuer, die ein MĂ€rchen ist, den fehlenden Bahnanschluss und, und, und. Du hĂ€ttest es auch gar nicht mal weit von Bensheim hierher, ich bin mir aber irgendwie sicher, dass Du Dich das nicht traust.

Ist der „Dialog“ auch „erfolgreich“, wenn ein Projekt stirbt?

Und mal ganz ehrlich, Jochen! Was wĂŒrde passieren, wenn die nĂ€chsten drei, vier Dialogverfahren auch „erfolgreich“ sind, aber dazu fĂŒhren, dass die Projekte nicht umgesetzt werden? WĂŒrde Euch dann noch einer engagieren, fĂŒr das viele Geld, das Ihr nur bekommt, weils in der HĂŒtte brennt?

Ich kann mich noch genau an Dich erinnern, wie Du immer fein gelĂ€chelt hast, wenn wir heiße Diskussionen hatten und Dir die Argumente ausgegangen sind. Und ich kann mich gut erinnern, wie wir damals die „Westpoint-Absolventen“ fĂŒr ZUMA (Zentrum fĂŒr Umfragen, Methoden, Analysen) untersucht haben und Du Dich ĂŒber die kaputten Typen totgelacht hast. Und wie Deine Augen gestrahlt haben, als es ums GeschĂ€ftliche ging – die haben echt viel Geld fĂŒr diese Untersuchung bezahlt und die Uminterpretation der Ergebnisse in eine „freundliche Lesart“ war echt harte Arbeit.

FĂŒr mich sind das alte Zeiten – Du bist den Umfragen, Methoden und Analysen treu geblieben. Schließlich kann man damit viel Geld machen und muss keine sĂ€ckeweise gehorteten „Bundeswehr-Verpflegungsmittel“ futtern. Die Kekse waren echt komplett geschmackfrei – aber wie Du sagtest, mit Kaffee konnte man die „essen“, selbst noch Jahre ĂŒber das Verfallsdatum hinaus, wie Du mir erklĂ€rt hast. Und nahrhaft waren sie auch. Du konntest dadurch im Studium viel Geld sparen.

Man sieht sich immer zwei Mal im Leben.

Eins möchte ich Dir noch gerne mitteilen: FĂŒr mich war es das erste „Dialog-Verfahren“ in meinem Leben. Und ich habe dabei viel gelernt. Und nachdem ich ein wenig drĂŒber nachgedacht habe, ist mir die Idee gekommen, dass ich auch ganz gut damit Geld verdienen könnte. Sicher nicht soviel wie Du, denn Du und Deine ĂŒber 100 Berater und den teuren StundensĂ€tzen arbeiten ja schließlich fĂŒr „Investoren“ und jede Menge Geld.

Aber, wie Ihr treffend in Eurer WerbebroschĂŒre schreibt: Der Widerstand ist lĂ€ngst nicht mehr Sache von Chaoten, sondern in der bĂŒrgerlichen Mitte angekommen. Ein einzelner hat viel Geld, aber viele haben auch ne Menge Geld. Crowd-Sourcing nennt man das, glaube ich.

Und warum sollte ich das nicht einsammeln, ein paar clevere Analytiker davon bezahlen und dann bei kĂŒnftigen Dialogen fĂŒr die Projektgegner in den Dialog eintreten? Das wird sicher ein Riesenspaß. Du kennst den Spruch: Man sieht sich immer zwei Mal im Leben.

Vor allem aber könnte es durchaus sein, dass der „Erfolg“ dann ganz anders aussieht. Deswegen hoffe ich fĂŒr Dich, dass Du Dir ein paar Bundeswehrkekse aufbewahrt hast – fĂŒr schlechte Zeiten.

Es grĂŒĂŸt Dein frĂŒherer Kommilitone
Hardy

Anmerkung der Redaktion: Der IFOK-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Jochen Tscheulin und Hardy Prothmann, freier Journalist und verantwortlich fĂŒr das heddesheimblog, haben zusammen in Mannheim Politische Wissenschaften studiert und gemeinsam gut zwei Jahre beim Institut ZUMA als studentische HilfskrĂ€fte gearbeitet.

„Pfenning“: „Wir planen das Gleis weiter.“

Guten Tag!

Heddesheim, 21. Dezember 2010. Die Unternehmensgruppe „Pfenning“ wird ab Januar nicht mehr vom Großkunden Henkel ĂŒber die Schiene beliefert, wie „Pfenning“ auf Nachfrage bestĂ€tigt. Am Heddesheimer-Gleisanschluss halte man aber fest.

Von Hardy Prothmann

Der Mannheimer Morgen berichtet heute ĂŒber die Einstellung des Gleisbetriebs zur Anlieferung von Waren an den Logistikstandort Viernheim der Firma „Pfenning“.

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Was schon lĂ€nger als GerĂŒcht in Umlauf war, bestĂ€tigt auf unsere Nachfrage auch das Unternehmen selbst: „Wir haben ab Januar keine Kundenbeziehung mehr zu Henkel“, sagte Sprecherin PĂ©lagie Mepin. Ob sich dies wieder Ă€ndert? „Dazu kann ich jetzt nichts sagen.“

Die Unternehmensgruppe „Pfenning“ hat damit offensichtlich einen Großkunden verloren, der als Grund fĂŒr den am neuen Heddesheimer Standort geplanten Gleis-Anschluss aufgefĂŒhrt wurde. Die Anlieferung durch bis zu drei ZĂŒge mit 18 Waggons pro Tag, also insgesamt 54 Waggons, die einer Menge von etwa 100 40-Tonnen-Lkw pro Tag entspricht.

Auf Nachfrage, wie sich der Verlust des Kunden Henkel auf die Gleisplanung auswirkt, sagte Frau Mepin: „Es besteht keine Verbindung, da wir die Entscheidung unabhĂ€ngig von Kundenbeziehungen getroffen haben, weil wir einen Gleisanschluss nach wie vor als wichtig erachten.“

Zur Zeit ist das RegierungsprĂ€sidium in Karlsruhe mit dem Antrag befasst: „Wir warten hier auf die Ergebnisse“, sagte Frau Mepin. Wann diese vorliegen, ist dem Unternehmen nicht bekannt.

Pfenning verliert wichtigen Kunden.

Das Unternehmen „Pfenning“ hat immer wieder betont, dass Hendel nur ein Kunde sei. TatsĂ€chlich scheint es aber der einzige bedeutende Schienenkunde zu sein.

Der Betreiber des Gleises „Wincanton GmbH“ in Mannheim hat uns auf Nachfrage bestĂ€tigt, dass ab Januar der Zugverkehr eingestellt ist, „denn das waren die einzigen Mengen, die hier transportiert wurden“, sagte ein Unternehmenssprecher. „Leider werden wir absehbar Pfenning nicht mehr bedienen.“

Von einer zukĂŒnftigen Lösung in Heddesheim ist nichts bekannt: „Hier liegen uns keinerlei Inforamtionen oder Anfragen vor“, heißt es aus der Deutschlandzentrale in Mannheim. Wincanton ist ein europaweites Unternehmen mit Sitz im englischen Chippenham: „NatĂŒrlich bedauern wir den Verlust des Auftrags, weil nach unserer ÃƓberzeugung viel mehr alternative Transportwege zur Straße genutzt werden sollten. Aber der Verlust ist fĂŒr uns wirtschaftlich zu verkraften.“

Nach unseren Informationen wurden im Mittel tĂ€glich rund 20 Waggons in Viernheim abgewickelt. Insofern ist fraglich, wie „Pfenning“ ohne diesen wichtigen Kunden Henkel mehr als eine „Verdopplung“ der Gleisanlieferung in Heddesheim erreichen will.

Unzureichende Informationen?

Am 09. Dezember 2010 gab es eine Anhörung in Heddesheim durch das fĂŒr den Heddesheimer Gleisanschluss zustĂ€ndige RegierungsprĂ€sidium. Hier sind einige Fragen aufgetaucht, beispielsweise zu korrekten Angaben der Firma „Pfenning“. Beispielsweise stĂŒtzt sich das LĂ€rmgutachten auf Angaben „Pfennings“, die aber möglicherweise unzureichend waren.

Auch im Zug der Bebauungsplanung fĂŒr das geplante Logistikzentrum wurde immer wieder deutlich, dass die Angaben der Unternehmensgruppe „Pfenning“ mit Vorsicht zu behandeln sind. Das Verkehrsgutachten musste deshalb beispielsweise nachgearbeitet werden.

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Nach wie vor herrscht Unklarheit ĂŒber mögliche Gewerbesteuerzahlungen von „Pfenning“ an die Gemeinde Heddesheim. Ebenso ist die anfĂ€ngliche Euphorie von „bis zu 1.000“ ArbeitsplĂ€tzen schnell in Richtung 300 ArbeitsplĂ€tze geschrumpft. Darunter sind kaum neue ArbeitsplĂ€tze. Ganz ĂŒberwiegend wird es eine Arbeitsplatzverlagerung aus Viernheim und anderen Standorten nach Heddesheim geben.

Zudem nennt die Gewerkschaft verdi den Arbeitgeber „Pfenning“ einen „TarifflĂŒchtling“. Es werde unter Tarif bezahlt. Mit diesen VorwĂŒrfen wurde „Pfenning“ bereits im Sommer 2009 konfrontiert und wies diese zurĂŒck: „Wir zahlen gut. Das können wir belegen“, sagte Unternehmenschef Karl-Martin Pfenning bei einer Veranstaltung in der Nordbadenhalle. Bis heute ist er den Beleg schuldig geblieben.

Und es drohen weitere Probleme fĂŒr die geplante Unternehmensansiedlung: Am 03. Dezember 2010 wurde beim Verwaltungsgerichtshof Mannheim ein Normenkontrollantrag gegen den Bebauungsplan „Nördlich der Benzstraße“ („Pfenning“) eingereicht.

„Pfenning“-Satzung in Kraft – Baubeginn erst im FrĂŒhjahr?

Guten Tag!

Heddesheim, 23. November 2010. Am Donnerstag, den 18. November 2010, hat die Gemeinde Heddesheim die Veröffentlichung des Bebauungsplans „Nördlich der Benzstraße“ bekannt gegeben. Am Freitag, den 19. November 2010, ist der Beaubaungsplan damit in Kraft getreten.

Der Bebauungsplan „Pfenning“ ist damit offiziell gĂŒltig und kann im Rathaus zu den ĂŒblichen Öffnungszeiten auf dem Bauamt eingesehen werden. Ab Freitag kann gegen den Bebauungsplan innerhalb eines Jahres nach Veröffentlichung auch juristisch vorgegangen werden, was Mitglieder der „IG neinzupfenning“ angekĂŒndigt hatten. Ob bereits eine Klage eingereicht wurde, ist noch nicht bekannt. Auch die Gemeinde Hirschberg prĂŒft eine Normenkontrollklage, da unter anderem der Verkehrslenkungsvertrag zwischen „Pfenning“ und der Gemeinde Heddesheim aus Sicht Hirschbergs zu deren Lasten abgeschlossen wurde.

Nach Informationen der Unternehmensgruppe „Pfenning“ sollen die GrundstĂŒcke noch vor Weihnachten 2010 erworben werden. Bislang gibt es nur einen notariellen Vorvertrag, mit dem sich „Pfenning“ ein Kaufrecht gesichert hatte, das an einen gĂŒltigen Bebauungsplan gekoppelt ist.

Die Gemeinde Heddesheim hat wegen eines verkaufsunwilligen EigentĂŒmers einen „Umlegungsausschuss“ eingerichtet, um an das GrundstĂŒck zu kommen. Ergebnisse aus diesem Ausschuss sind nicht bekannt. GemĂ€ĂŸ des unten stehenden Bildes ist die betreffende FlĂ€che immer noch ausgespart.

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Darstellung des geplanten Logistikzentrums. Bild: "Pfenning"

KĂ€ufer ist allerdings nicht die Unternehmensgruppe, sondern eine GbR (Gesellschafts des BĂŒrgerlichen Rechts) „Phonix 2010“, die aus den Personen Johann Georg Adler und Karl-Martin Pfenning besteht. Diese mĂŒssen fĂŒr den Erwerb des rund 200.000 Quadratmeter großen GrĂŒndstĂŒcks rund zwölf Millionen Euro aufbringen.

Eine GbR ist nicht bilanzierungspflichtig, so dass öffentlich nicht ersichtlich wird, wer tatsĂ€chlich in das GrundstĂŒck investiert, also Unternehmen, Banken oder private Investoren. Die Eigner des kĂŒnftigen Logistikzentrums bleiben somit vorerst unbekannt. „Pfenning“ wird neben anderen nur Mieter werden.

GerĂŒchten zufolge soll eine Klage erst nach dem Erwerb der GrundstĂŒcke erfolgen, was den Druck auf die Investoren durch das Prozessrisiko erheblich steigern wĂŒrde.

Mit einem Baubeginn ist nach Informationen der Redaktion nicht vor Ende des Jahres zu rechnen.

Dokumentation: Pressemitteilung von „Pfenning“

„Viernheim, den 16. November 2010 – Noch vor Weihnachten erfolgt die Einleitung der Kaufvertragsabwicklung fĂŒr die benötigten GrundstĂŒcke; damit steht der Umsetzung des im Gewerbegebiet „Nördlich der Benzstraße“ geplanten Logistikzentrums der Pfenning-Gruppe in Heddesheim nichts mehr im Wege. Mit Veröffentlichung des Satzungsbeschlusses zum Bebauungsplan „Nördlich der Benzstraße“ tritt dieser formell in Kraft. Danach erfolgt zunĂ€chst die Auszahlung der vertraglich vereinbarten Wasser- und AbwasserbeitrĂ€ge an die Gemeinde. Damit findet das im Februar 2009 eingeleitete Planungsverfahren seinen ordnungsgemĂ€ĂŸen Abschluss.

Bis 2013 entstehen in Heddesheim auf einer ca. 200.000 mÂÂČ umfassenden GesamtflĂ€che, die fĂŒr die Logistikabwicklung ĂŒber einen eigenen Gleisanschluss an das Netz der Deutschen Bahn verfĂŒgen soll, hochmoderne Lagerhallen, die unter BerĂŒcksichtigung neuester ökologischer Erkenntnisse konzipiert wurden. Das GelĂ€nde bietet der Pfenning-Gruppe die nötigen KapazitĂ€ten fĂŒr eine ZusammenfĂŒhrung mehrerer Lagerstandorte in der Region und eröffnet außerdem die Möglichkeit zur GeschĂ€ftserweiterung. Damit ist die Grundlage fĂŒr ein langfristig planbares weiteres Wachstum geschaffen.
Heddesheim wird neuer Firmensitz der Unternehmensgruppe.

Aufgrund der zu erwartenden Witterungsbedingungen im Winter und des planerischen Vorlaufs kann frĂŒhestens im FrĂŒhjahr 2011 mit Baumaßnahmen begonnen werden. Bei allen hierzu notwendigen Maßnahmen wird das Unternehmen wie bereits bisher eine enge Abstimmung mit der Gemeindeverwaltung vornehmen und in geeigneter Weise die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger informieren. Einfluss auf konkrete Termine zu Baumaßnahmen haben natĂŒrlich auch die laufenden Kundenverhandlungen sowie die Restlaufzeiten bestehender MietvertrĂ€ge.

Die Pfenning-Gruppe freut sich, dass alle verfahrensmĂ€ĂŸigen Voraussetzungen fĂŒr die Umsetzung des Projektes nun geschaffen sind. Auf diesen Moment hat man lange hingearbeitet. Die gute Vorbereitung, an der viele Menschen mitgewirkt haben, hat sich in vollem Umfang bewĂ€hrt. Auch wĂ€hrend der Bauphase und nach dem Einzug setzt das Unternehmen auf einen offenen und konstruktiven Dialog und auf gute Nachbarschaft.“

„Pfenning“: „Man war zu spĂ€t aufgewacht – alle Entscheidungen waren schon getroffen.“

Guten Tag!

Heddesheim, 04. November 2010. Das heddesheimblog wagt einen Blick in die Zukunft: Wir haben mit jemandem gesprochen, der in der jĂŒngeren Vergangenheit erlebt hat, wie eine Ansiedlungsentscheidung sein Lebensidyll verĂ€ndert.

Dieter Pfenning heißt der Mann und ist weder verwandt noch verschwĂ€gert mit dem „pfenning logistics“-Chef Karl-Martin Pfenning. Die Namensgleichheit ist reiner Zufall.

Dieter Pfenning ist IT-Spezialist und wohnt in Oldendorf, im „SpeckgĂŒrtel“ von Hamburg. Rein zufĂ€llig hat er bereits erlebt, was Heddesheim zum Teil noch vor sich hat. Denn vor seiner HaustĂŒr entsteht ein riesiges Logistik-Zentrum.

Von Dieter Pfenning

Vor gut neun Jahren bin ich mit meiner Frau aus dem belebten Hamburger Stadtteil St. Georg raus aufs Land gezogen, nach Oldendorf. Dort wurde auch unser gemeinsamer Sohn geboren.

Zuvor hatten wir ĂŒber zwei Jahre lang gesucht, bis wir diesen schönen Ort auf dem platten Land gefunden hatten.

„Oldendorf war fĂŒr mich, meine Frau und unseren Sohn ein Idyll.“ Dieter Pfenning

Ein 80-Seelen-Nest. Die Hausnummern der HĂ€user sind in der Reihenfolge, in denen sie gebaut wurden. Hier sagen sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“.

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LĂ€ndliche Idylle – aufgenommen am 11. September 2008. Bild: privat

Oldendorf liegt zwischen zwei Autobahnabfahrten – die wir schnell erreichen können. Ich fahre 40 Kilometer zu meinem Arbeitsplatz nach Hamburg. Eine ideale Kombination: Wohnen auf dem Land und gute Verkehrsanbindung an die Stadt.

Auch andere finden das ideal – das wusste ich damals aber nicht.

Irgendwann wurde ich durch das OrtsblĂ€ttchen auf eine geplante Speditionsansiedlung aufmerksam. Im Nachbarort MienenbĂŒttel sollte das entstehen – wenn alles ausgebaut ist, wird es 80 Hektar groß sein. Auf der anderen Seite der Autobahn, in Wennerstorf sollen nochmals 45 Hektar ausgebaut werden. Lidl hat hier schon das Zentrallager Nord hingestellt. Man sagte mir, dass hier das grĂ¶ĂŸte Logistik-Zentrum Deutschlands entsteht.

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Logistik-Idylle. Aufgenommen am 30. Oktober 2010. Bild: privat

Ich machte mich kundig und fragte Leute in MienenbĂŒttel ĂŒber die Ansiedlung. Und ich erfuhr: Hier gibt es sogar eine BĂŒrgerinitiative MienenbĂŒttel. Wie konnte das sein, dass ich zwei Kilometer weiter nichts davon erfahren hatte?

„Wieso hatte ich nichts erfahren?“

Das Gewerbegebiet wird sich direkt an MienenbĂŒttel anschließen: Wie konnte das sein, dass sich hier so wenig regt?

Die Mitglieder der Initiative waren sehr emotional. Ich habe dann einen Blog aufgesetzt, Informationen gesammelt und diese veröffentlicht.

Denn eins war klar: Alle Entscheidungen waren schon in den Gremien getroffen worden. Man war zu spÀt aufgewacht.

Es gab keine Gutachten, keine ernstzunehmende juristische Beratung. Klar, es wurden Einwendungen gemacht, die aber alle abgeschmettert wurden.

Alles abgeschmettert.

Aktuell ist am 25. Oktober 2010 ein Normenkontrollverfahren beendet worden – ohne Chance auf Revision. Man hatte geklagt, dass die Einwendungen nicht ausreichend berĂŒcksichtigt worden waren. Das mag sein. Da diese aber formal nicht untermauert waren, gab es auch wenig Chancen auf Erfolg mit der Klage.

WĂ€hrend der Planungsphase haben wir hier ordenlich Dampf gemacht. Plakate gemalt, Aufkleber drucken lassen – wir haben sogar eine Demo veranstaltet.

Mir war klar, dass wir wohl nicht mehr viel erreichen konnten. Eins meiner unserer Ziele war, dass wir ein Durchfahrtsverbot fĂŒr Lkw ĂŒber 7,5 Tonnen durch Oldendorf erreichen. Das hat funktioniert. Die Lkw fahren zwar immer noch durch den Ort, wenn die A1 dicht ist. Aber wenigstens etwas.

Ohne RĂŒcksicht auf Verluste.

Es gab viel böses Blut in der Zeit. Das Gewerbegebiet gehört zu Neu-Wulmstorf, wie auch MienenbĂŒttel. Die haben das ohne RĂŒcksicht auf Verluste bei den Nachbarn durchgezogen. Die Stimmung in MienenbĂŒttel ist nicht besonders gut, weil man erst spĂ€t erkannt hat, dass der ganze Ort verĂ€ndert wird.

Die lokale Presse, beispielsweise das Hamburger Abendblatt als große Zeitung, hat das Thema links liegen lassen. Die kleine LokalblĂ€ttchen-Presse hat sich etwas mehr engagiert.

Heute wissen alle: Wir haben geschlafen und sind erst von einem Apparat ĂŒberrollt worden, gegen den man kaum eine Chance hat und bekommen einen Verkehr, der das Leben hier von Grund auf verĂ€ndern wird.

Solange sich die „gewĂ€hlten Vertreter“ in den gesetzlich zulĂ€ssigen Grenzen bewegen, kann man wenig machen. NatĂŒrlich sind die bis an jede dieser Grenzen gegangen. Das einzige, was wir tun können, ist beim nĂ€chsten Mal anders zu wĂ€hlen. So lĂ€uft das „Spiel“.

Kaum den Hauch einer Chance.

Wir haben aber etwas getan – wir haben fĂŒr Aufmerksamkeit gesorgt. Wir hĂ€tten aber viel frĂŒher viel strukturierter gegen das Projekt vorgehen mĂŒssen, um auch nur den Hauch einer Chance zu haben.

BĂŒrgermeister und Verwaltungen beherrschen das GeschĂ€ft. Die machen das jeden Tag, kennen rechtliche Regelungen, VerfahrensablĂ€ufe, Fristen und all das. Auch Investoren kennen das alles. Normale BĂŒrger sind dagegen fast chancenlos.

EmotionalitĂ€t oder gar schlechte Laune bringt ĂŒberhaupt nichts. Hier geht es um Gesetze, Normen, Verfahren. In diesen Sprachen wird verhandelt. Ob einem das gefĂ€llt oder nicht. Wer sich dagegen auflehnt, hat immerhin die Chance ZugestĂ€ndnisse zu erreichen, wie wir in Oldendorf mit dem Durchfahrtsverbot.

Wir sind der kleinste Ort der umliegenden Gemeinden und haben den grĂ¶ĂŸten Krach gemacht. Sogar das ZDF hat ĂŒber uns berichtet.

IG neinzupfenning-Vertreter war zu Besuch.

Irgendwann war auch mal jemand von der IG neinzupfenning hier bei uns mit seinem Wohnmobil und hat sich zum Lauf der Dinge und unseren Aktionen erkundigt. Wir haben informiert und dem Mann und seiner Frau Material mitgegeben. Seitdem haben wir nie mehr von diesen Menschen gehört.

ÃƓbers Internet hat mich Herr Prothmann kontaktiert – wir haben uns ausfĂŒhrlich ĂŒber die jeweiligen „ZustĂ€nde“ unterhalten.

Dabei haben wir durchaus unterschiedliche Sichtweisen – ich bin Betroffener und habe mich zusammen mit anderen gewehrt. Herr Prothmann ist Journalist und berichtet ĂŒber das Verfahren.

Zwar ist er „zufĂ€llig“ auch zum Gemeinderat gewĂ€hlt worden, aber auch hier steht er abseits mit seiner Transparenz und seinem klugen Sachverstand.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Oldendorf und Heddesheim.

Nach dem Kontakt habe ich sehr interessiert das heddesheimblog gelesen und viele Gemeinsamkeiten im Verfahrensgang zu „unserem“ Logistik-Zentrum feststellen können. Die Dokumentation ist beeindruckend.

Auch hier bei uns haben die „Einheimischen“, die auch in ÃƓberzahl in den Gremien vertreten sind, das Sagen und nichts gegen die Ansiedlung einzuwenden gehabt. Andere Einheimische haben sich angeschlossen – man kennt sich, versteht sich und vertraut sich: Wird schon werden…

Heute sind viele dieser Verbindungen teils unrettbar zerbrochen. Ich gebe allen den Rat, die Emotionen draußen zu lassen und sich auf die neue Situation einzustellen, so gut das eben geht. Das ist natĂŒrlich schwer, sind die EnttĂ€uschungen doch groß.

Heddesheim ist in einer anderen Lage – durch die professionelle journalistische Begleitung. Ich hĂ€tte mich gefreut, hĂ€tte ich jemanden wie Herrn Prothmann hier vor Ort gehabt. Der beherrscht sein Handwerk – das kann ich beurteilen, weil ich selbst schon lange im VerlagsgeschĂ€ft fĂŒr große Medien arbeite.

Emotionen mĂŒssen draußen bleiben.

Was mich bis heute Ă€rgert, ist, wie hilflos man gegenĂŒber der BĂŒrokratie und den Strippenziehern als BĂŒrger ist. Aber wie gesagt – die Emotionen mĂŒssen draußen bleiben.

Ich habe meine SchlĂŒsse daraus gezogen und weiß fĂŒr die Zukunft, wie wichtig es ist, gut informiert zu werden und seinen Teil dazu beizutragen. Der Lobby aus Verwaltung, Wirtschaft und Lokalmedien kann man sonst nichts entgegensetzen.

Viele wollen das wahrscheinlich nicht, weil sie sich damit arrangiert haben. Das kann ein Leben lang gutgehen – aber auch an dem Tag zur ErnĂŒchterung fĂŒhren, wenn man selbst dadurch einen Nachteil hat.

BI Oldendorf

Zu spĂ€t, um noch „mitentscheiden“ zu dĂŒrfen: Die homepage der BĂŒrgerinitiative Oldendorf.

Den Heddesheimern wĂŒnsche ich viel Erfolg bei ihrem zivilen Widerstand. Bleibt friedlich, das waren wir hier auch und das war mir und allen, die ich kenne, sehr wichtig.

„Man muss sich engagieren, sonst wird das nichts.“ Dieter Pfenning

Aber tĂ€uscht Euch nicht, was Eure „Mitwirkungsmöglichkeiten“ angeht. Die sind, soweit ich das ĂŒberblicken kann, nur noch juristischer Natur.

Es besteht weiterhin die Chance, fĂŒr Aufmerksamkeit zu sorgen. DafĂŒr muss man sich aber engagieren, sonst wird das nichts.

Das gilt fĂŒr alle Ort in Deutschland. Und ebenso: Seid froh, dass ihr einen unabhĂ€ngigen Journalismus im Ort habt, auch, wenn der manchmal unbequem ist. Denn das gilt nur fĂŒr die wenigsten Orte in Deutschland.

Protokoll: Hardy Prothmann
Anmerkung der Redaktion: Ein Protokoll ist eine besondere journalistische Form. Die Grundlage ist ein GesprĂ€ch, dass Herr Pfenning und Herr Prothmann miteinander gefĂŒhrt haben. Dieses GesprĂ€ch wurde zusammengefasst und als Artikel zur Freigabe vorgelegt. Herr Pfenning hat kleinere Korrekturen vorgenommen und dann dem Text zur Veröffentlichung zugestimmt.

Ende 2011 stehen die Hallen, die „Pfenning“ schon heute vermietet. Ist das so? Eine Zwischenabrechnung.

Guten Tag!

Heddesheim, 21. Juni 2010. Im August 2009 pries das Logistikunternehmen seine neuen Hallen in Heddesheim fĂŒr das Jahr 2010 an. Aktuell werden diese Hallen fĂŒr Ende 2011 angeboten. Der erste Zeitplan hat nicht funktioniert – der zweite soll funktionieren. Vielleicht tut er das, vielleicht auch nicht. Unterm Strich ist das Projekt schon vor dem Start gescheitert, denn alle schönen Argumente sind hinfort – was bleibt, ist die realexistierende ErnĂŒchterung, dass es so etwas wie eine politische oder unternehmerische Kultur in der Sache in Heddesheim nicht gibt. Oder anders. Es gibt beides – als Unkultur.

Von Hardy Prothmann

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Ab August 2011 werden in Heddesheim Logistikhallen vermietet - so verkauft sich "Pfenning", bislang ohne eine gĂŒltige Baugenehmigung. Weiß "Pfenning" mehr als die, die darĂŒber zu entscheiden haben? Quelle: immowelt.de

Wie gerne hĂ€tte ich Herrn Karl-Martin Pfenning geglaubt, dass er ein „Familienunternehmer“ sei und ein „Pfundskerl“ dazu. Einer, der sich sorgt. Einer, der es gut meint. Einer, dem gute Nachbarschaft wichtig ist. Einer, dem man vertrauen kann. Ein Unternehmer, der Verkehr erzeugt, aber fĂŒr seinen „Standort“ diesen vermeidet. (Siehe Video-Dokumentation, wie Herr Pfenning das alles und den Spagat verspricht).

Denn damit ist Herr Pfenning hausieren gegangen. Regional verwurzelt sei er, der Familienunternehmer. 1.000 ArbeitsplÀtze wolle er schaffen. Seinen Beitrag leisten. Viel Gewerbesteuer zahlen. Ein guter Nachbar werden. In Heddesheim.

Leider ist das alles eher nur ein MĂ€rchen. Denn es geht ums GeschĂ€ft. Beim GeschĂ€ft haben MĂ€rchen keinen Platz – außer, um leichtglĂ€ubige Menschen von etwas zu ĂŒberzeugen.

In Heddesheim hat Herr Pfenning besonders leichtglĂ€ubige MĂ€rchenfreunde gefunden. Die glaubten an viele ArbeitsplĂ€tze, hohe Gewerbesteuerzahlungen, einen Gleisanschluss und vor allem daran, dass sie durch den Familienunternehmer eine glor- und glanzreiche (eigene) Zukunft finden wĂŒrden.

Die 1.000 ArbeitsplĂ€tze sind eine MĂ€r, ebenso wie die „hohen Gewerbesteuerzahlungen“ und genauso der Gleisanschluss. Die MĂ€rchenfreunde im Heddesheimer Gemeinderat wollen das alles bis heute nicht wahrhaben – aber darum geht es schon lĂ€ngst nicht mehr.

Es geht schon lĂ€ngst darum, „sein“ Gesicht nicht mehr verlieren zu wollen, was lĂ€ngst verloren ist. Auch das nur ein hohler Wunschtraum, der funktioniert wie die Lindenstraße. Jede Woche gibt es eine neue Folge und immer etwas, was bewegt. Und immer bleibt die Hoffnung, dass es gut wird. Denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

In Heddesheim wird sie sterben, wenn das Bauvorhaben beginnt, die „bis zu“ 1.000 ArbeitsplĂ€tze sich auf wenige „saisonal“ oder „konjunkturell“ begrenzte hundert Niedriglohnverdingungen reduzieren, die erhoffte Gewerbesteuerzahlung aufgrund „außerordentlicher Ereignisse“ doch nicht so hoch ausfĂ€llt und die Verkehrsbelastung leider „deutlich“ ausfĂ€llt.

kmp

Karl-Martin Pfenning: Nachbar, Familie, Region... viele Worte, wenig Zeichen. Bild: heddesheimblog

Angeblich um das Wohl der Gemeinde bemĂŒhte GemeinderĂ€te werden sich in nĂ€her Zukunft keiner noch so hohlen Ausrede zu schade sein, um ihre Fehlentscheidung zu begrĂŒnden. Denn sie haben weder zu Beginn, noch wĂ€hrend dieses „Ansiedlungsprozesses“ Verantwortung ĂŒbernommen. Und sie werden es auch in Zukunft nicht tun. Denn, wer Verantwortung ĂŒbernimmt, stellt zuerst einmal Fragen – das ist großen Teilen des Heddesheimer Gemeinderats unbekannt.

Bereits im vergangenen Jahr hat die Unternehmensgruppe „Pfenning“ im FrĂŒhjahr begonnen, seine weder genehmigten, noch gebauten Hallen zu vermarkten. Ein Skandal, den nur bemerkt, wer sich Fragen stellt.

Sicher ist, es gab eine mehrheitliche Auffassung im Gemeinderat, diese Unternehmensansiedlung fĂŒr Heddesheim zu wollen. MittrĂ€ger dieser Entscheidung waren die „GrĂŒnen“ – damals noch mit drei GemeinderĂ€ten vertreten.

Doch dann tauchten Fragen auf. Kritik. Sorgen.

Die GrĂŒnen haben diese aufgenommen und sind als absoluter Wahlsieger hervorgegangen. Mittlerweile stellen sie sechs GemeinderĂ€te und sind zweitstĂ€rkste Fraktion im Gemeinderat.

Leider nĂŒtzt ihnen das gar nichts, auch nicht die UnterstĂŒtzung einzelner Stimmen der CDU und SPD, denn der „entscheidende“ Rest, also 12 Stimmen klammern sich an etwas, an das sie lĂ€ngst nicht mehr glauben.

Der Skandal ist leicht begrĂŒndet: Jeder aufrechte Demokrat hĂ€tte bemerken mĂŒssen, dass es ĂŒberhaupt nicht angehen kann, dass seine vorweggenommene Entscheidung schon vermarket wird.

Als durch Recherchen des heddesheimblogs die aktive Vermarktung der weder genehmigten, noch gebauten Hallen im Sommer 2009 bekannt wurde, hĂ€tten der BĂŒrgermeister Kessler und der Gemeinderat, besorgt um das Wohl der Gemeinde, sich eine Frage stellen mĂŒssen: „Moment, wir sind in einem Entscheidungsprozess, oder ist der vorweggenommen? Denn bei jedem Entscheidungsprozess kann man sich dafĂŒr oder dagegen entscheiden. Die Option, sich dagegen zu entscheiden, scheint man uns nicht mehr zuzutrauen. Kann das sein?“

Es kann nicht sein.

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Hallen werden vermietet - ganz klar. Quelle: "Pfenning"

Bei allem Wohlwollen gegenĂŒber einer Unternehmensansiedlung kann es einfach nicht sein, dass das Unternehmen, in diesem Fall „Pfenning“, selbstverstĂ€ndlich davon ausgeht, dass alle Entscheidungen in seinem Sinne getroffen werden und man nicht den demokratischen Entscheidungsprozess abwartet, sondern vorwegnimmt. „Pfenning“ vermarktet seine Hallen, weil das Unternehmen davon ausgeht, dass das eintritt, was es will.

Und das ist der Skandal. Diese unternehmerische Unkultur, die sich mit der politischen vereint.

Das kann doch nicht sein?

Das ist so.

Allein diese Haltung ignoriert, verachtet und beschÀdigt den Status eines jeden einzelnen Gemeinderatsmitglieds zum Stimmvieh, dessen freie MandatstrÀgerschaft, dessen freies Gewissen, dessen persönlicher Verantwortung keine freie Entscheidung mehr erwartet.

Seit der „politischen Bewertung“ der „MehrheitsverhĂ€ltnisse“ durch die BĂŒrgerbefragung im September 2009, als 40 Stimmen „mehr“ oder 50,35 Prozent gegen 49,65 Prozent eine „Zustimmung“ signalisieren sollte, ist „Pfenning“ im Ort nicht mehr wirklich gesehen worden.

Schon gar nicht der gute Nachbar und Familienunternehmer und „regional verwurzelte“ Herr Karl-Martin Pfenning.

Das „Ding“ war durch, die „Ja-Sager-ohne-Fragen-Fraktion“ stellte keine Fragen, hob die Hand an der richtigen Stelle und macht bis heute so weiter – aus Sturheit, Trotz, gekrĂ€nkter Ehre oder welchen nicht-bekannten GrĂŒnden auch immer. Ein Grund ist die Demonstration von Macht – koste es was es, wolle. GlaubwĂŒrdigkeit, Ehre, Verantwortung. All das spielt schon lĂ€ngst keine Rolle mehr.

Der BĂŒrgermeister Michael Kessler hĂ€tte schon lĂ€ngst einen Schritt weiter sein können, der „100-Millionen-Euro-Kessler“ zu werden, wĂ€ren ihm und seiner Verwaltung, der er die „Marschrichtung“ vorgibt, nicht Fehler unterlaufen.

Wer angebliche „100-Millionen“ Euro investiert, wird ĂŒber die Kesslerschen Fehler „not amused“ sein. Man darf vermuten, dass ein Investor, der so viele ArbeitsplĂ€tze schaffen will und ganz schnell „betrĂ€chtliche“ Gewerbesteuerzahlungen zahlen möchte und so viel Geld als guter Nachbar, als Familienunternehmer und als „regional-Verwurzelter“ investieren möchte, mindestens „irritiert“ sein wird.

Denn diese „Irritation“ wird erhebliches Geld kosten – erst den Unternehmer und spĂ€ter jemanden anderen, von dem der Unternehmer sich das Geld wiederholen wird. Da wird der „freundliche Herr und Nachbar“ nachverhandeln und Fragen stellen, also das tun, was die „Zwölfer-Fraktion“ eher nicht tut. Am Ende wird er seinen „Schaden“, weil er doch nur „Gutes“ will, bezahlt bekommen haben – um weiter „Gutes“ zu tun. „So lĂ€ufts bizness“.

Dass ein Herr Pfenning mal eben ein paar hunderttausende oder mehr Euros einfach so „schießen“ lĂ€sst, weils in Heddesheim nicht so lĂ€uft, wie er sich das vorstellt, glauben nur die MĂ€rchenfanatiker.

All das wird am kommenden Donnerstag im Gemeinderat kein Thema sein. Schon gar nicht bei den MĂ€rchenfreunden.

Keiner der „Ja-Sager-zu-allem-Fraktion“ wird eine gewichtige Frage stellen, sondern „schmunzelnd“ die gewisse Hand der Macht heben. Ob die linke oder rechte oder die freie spielt keine Rolle. Es wird kribbeln dabei. Es werden GefĂŒhle genossen werden. Der Genugtuung. Der Rache. Der Macht. Mit Sicherheit keins der gewissenhaften Verantwortung.

Leider wird es angesichts der Tatsache, dass das „Handheben“ schon lĂ€ngst anderswo beschlossen wurde, keine Frage an sich selbst geben, was der Unterschied zwischen einem freien, verantwortlichen und unabhĂ€ngigen MandatstrĂ€ger und der eigenen „RealitĂ€t“ ist.

RealitÀten sind nicht mehr gefragt, nur Rollenspiele.

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Auch 1a-Immobilien verkauft schon "Pfenning"-Hallen. Quelle: 1a-Immobilienmarkt.de

Das Schlimme ist: Die Rollenspieler halten das Theater, dem sie sich hingegeben haben, lĂ€ngst fĂŒr eine RealitĂ€t.

Noch schlimmer ist: Das Rollenspiel ist die RealitÀt.

Fragt sich nur, ob das Publikum eine Zugabe möchte.

SpĂ€testens 2014 zur nĂ€chsten BĂŒrgermeister- und Kommunalwahl wird ein neuer Spielplan aufgestellt werden mĂŒssen.

Der gute Nachbar, der Herr Pfenning, wird sich sicherlich auch dann genausowenig blicken lassen, wie jetzt schon. Denn Heddesheim ist ihm egal, mitsamt seiner BĂŒrgerInnen und deren Leben.

Ob Herr BĂŒrgermeister Kessler nochmal zur Wahl antritt? Wer weiß? Vielleicht gibt es fĂŒr ihn andere lukrative Angebote? Die Realisierung seiner beruflichen Chancen ist ihm grundgesetzlich garantiert.

In irgendeiner Kneipe werden sich irgendwelche Ex-GemeinderĂ€te daran erinnern, wie sie es irgendjemandem mal so „ordentlich“ gezeigt haben und noch ein Bier bestellen.

Andere werden „ums Verrecken“ jede noch so unbedeutende Veranstaltung besuchen, um am Mythos ihrer „Bedeutung“ zu arbeiten.

Und Herr Pfenning, der regional-verwurzelte Familienunternehmer? Was macht der? Sich woanders vorstellen, als regional verankert, beispielsweise in RumÀnien, wo er schon zehn, zwanzig Jahre vor Ort investiert ist?

Spannende Fragen – wir werden sie und die „Antworten“ erleben.

Der ursprĂŒngliche „Spielplan“ von „vermieteten Hallen“ im Jahr 2010 kann nicht mehr gehalten werden – die Nachspielzeit wurde auf 2011 ausgeweitet.

Es könnte sein, dass es so kommt – es kann aber auch ganz anders kommen.

Fest steht schon heute – wĂ€re der Ansiedlungswunsch der Unternehmensgruppe „Pfenning“ ehrlicher und transparenter gelaufen, hĂ€tte man sich viel Ärger, Frust, Streit, ZerwĂŒrfnis und Kosten sparen können.

Doch dieser Wunsch hat etwas mit der Frage des „Stils“ zu tun.

Wer „Hauruck“ etwas durchsetzen will, muss eventuell „Ruckzuck“ lernen, dass das so nicht geht.

Der GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger, der sich immer „dialogbereit“ gab, das aber nie war, ist auf GemeinderĂ€te getroffen, die dasselbe vorgaben. Deren Sprachlosigkeit, deren Dialogfeindschaft produziert vor allem eines: enorme wirtschaftliche Kosten und gemeindliche SchĂ€den.

Viel unnötiges Geld wurde aufgrund sturer Management- und politischer Entscheidungen verbrannt. Die politische und wirtschaftliche Kultur ohne Sinn und Verstand beschÀdigt.

All das ist ein Grund, um Pfenning als misswirtschaftliches Prinzip grundsĂ€tzlich abzulehnen – denn angesichts des erneuten Vermarktungsversuchs ist ein Wille auf Einsicht und Besserung auch nicht im Ansatz erkennbar.

Schon gar kein „nachbarschaftliches“, „familiĂ€res“ oder „verantwortliches“ Verhalten.

Es geht ums „GeschĂ€ft“ – vermutlich nur fĂŒr einen Unternehmer. Im Ort gĂ€rt es schon lĂ€ngst, ob es nur fĂŒr einen „lukrativ“ ist.

Bislang sieht das so aus – umso mehr muss man sich die Frage stellen, was das mit dem „Wohl der Gemeinde“ zu tun haben soll.

Mannheimer Morgen erfindet „Pfenning-Investorengesellschaft“

Guten Tag!

Heddesheim, 16. Dezember 2009. Heute ist im Mannheimer Morgen ein Text erschienen, in dem die Tagesordnungspunkte der morgigen Gemeinderatssitzung zu lesen sind. Aber nicht nur das: Die Redakteurin erfindet auch Firmenbezeichnungen, die es gar nicht gibt.

Kommentar: Hardy Prothmann

Zitat aus dem Mannheimer Morgen:
„Auch die geplante Pfenning-Ansiedlung fordert von den RĂ€ten abermals einen Beschluss: den zur Bildung eines Umlegungsausschusses fĂŒr die Neuordnung dreier GrundstĂŒcke am sĂŒdwestlichen Rand des Bebauungsplangebiets „Nördlich der Benzstraße“. Die GrundstĂŒcke sollen derart geordnet werden, „dass nach Lage, Form und GrĂ¶ĂŸe fĂŒr die vorgesehene bauliche Nutzung zweckmĂ€ĂŸig gestaltete Parzellen entstehen“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Hintergrund ist, dass nach wie vor einer der GrundstĂŒckseigentĂŒmer nicht dem Verkauf an die Pfenning-Investorengesellschaft Phoenix 2010 zugestimmt hat.“

Es gibt keine „Pfenning-Investorengesellschaft Phoenix 2010“.

Ist es Absicht? Ist es Schluderei? Ist es Unvermögen? Was auch immer die MM-Redakteurin Anja Görlitz dazu treibt, sie schreibt Unsinn. Es gibt keine „Pfenning-Investorengesellschaft Phoenix 2010“.

Was es gibt, ist eine Phoenix 2010 GbR (Gesellschaft bĂŒrgerlichen Rechts). Das ist eine Personengesellschaft. In diesem Fall Karl-Martin Pfenning und der Immobilienunternehmer Georg Adler. Diese Gesellschaft investiert in den geplanten „Pfenning“-Standort.

„Pfenning logistics“ wird Mieter des GelĂ€ndes werden. Karl-Martin Pfenning wiederum ist Chef der KMP-Holding GmbH, der Muttergesellschaft der „pfenning logistics“.

Die Unternehmensgruppe „Pfenning“ hat dies dem heddesheimblog auf Nachfrage bestĂ€tigt.

Dies bedeutet nicht, dass die Phoenix 2010 GbR damit zur „Pfenning-Investorengesellschaft“ wird. Es bedeutet allerdings, dass die seit Monaten mit dem Thema befasste MM-Redakteurin Anja Görlitz nicht zu erstem Mal beweist, dass sie in vielerlei Hinsicht bis heute anscheinend ahnungslos ist.

Vielleicht ist sie das auch nicht und hat den Auftrag (von sich selbst oder jemandem anderen) die Phoenix 2010 GbR zumindest in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit zu einem Teil der „Pfenning“-Gruppe zu machen, was sie aber nicht ist.

Frau Görlitz sollte den Titel „Ratsschreiberin“ fĂŒhren.

Auch der „Hintergrund“ ist falsch dargestellt. Tatsache ist, dass ein EigentĂŒmer auf dem vorgesehenen GelĂ€nde sein GrundstĂŒck bislang nicht verkauft hat. Das allein rechtfertigt aber nicht die geplante „Umlegung“. Der Investor mĂŒsste um dieses GrundstĂŒck herum bauen, was zunĂ€chst auch so angekĂŒndigt wurde.

Der BĂŒrgermeister Michael Kessler will mit diesem Umlegungsausschuss der Phoenix 2010 GbR einen Gefallen tun – zu Lasten des GrundeigentĂŒmers. Und das wie gewohnt völlig intransparent unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Denn der Umlegungsausschuss tagt, Sie haben es erraten, nicht-öffentlich. Zusammengesetzt wird er mit zwei Vertretern der CDU, zwei von den GrĂŒnen und je einem von SPD und FDP (wobei die FDP nur einen hat, weil die GemeinderĂ€tin Ingrid Kemmet befangen ist). Den Vorsitz fĂŒhrt der BĂŒrgermeister. Somit dĂŒrfte von vorne herein klar sein, wie dieser Umlegungsausschuss entscheiden wird: 5:2 fĂŒr eine Umlegung. Ob sich das der EigentĂŒmer gefallen lassen wird, steht auf einem anderen Blatt.

ÃƓber all diese ZusammenhĂ€nge werden Leser des Mannheimer Morgens garantiert nicht informiert. Seit Februar hat das Blatt nicht einen auf einer eigenen These basierenden Artikel mit entsprechender Recherche zum Thema „Pfenning“ veröffentlicht. Das ist bedauerlich – fĂŒr alle Leser, die glauben, informiert zu werden, dabei aber getĂ€uscht werden.

Fehler machen wir alle – auch Journalisten. Langsam aber sicher muss man den Eindruck haben, dass es sich bei der durchweg mangelhaften Berichterstattung des Mannheimer Morgens zum Thema nicht um Fehler, sondern um Vorsatz handelt.

Frau Görlitz wĂŒrde der Öffentlichkeit einen Gefallen tun, wenn sie sich in Zukunft nicht mehr Redakteurin nennt, sondern Ratsschreiberin.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

„Pfenning“ in „schwieriger Situation“

Guten Tag!

Heddesheim, 14. Dezember 2009. Das Handelsblatt berichtete am vergangenen Donnerstag unter der ÃƓberschrift „Pfenning kritisiert Lkw-Hersteller“ ĂŒber die nach Aussage von Karl-Martin Pfenning „schwierige Lage im Logistikgewerbe“. Danach erwartet „Pfenning“ einen UmsatzrĂŒckgang von 220 auf 200 Millionen Euro im Jahr 2009.

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Karl-Martin Pfenning: "Schwierige Lage." Archivbild: hblog

„Pfenning warnt gleichwohl vor einer lĂ€ngeren Nachfragekrise im Lkw-Markt. „Der Unternehmer braucht erstens die wirtschaftlichen Möglichkeiten, einen neuen LKW ĂŒberhaupt kaufen zu können, zweitens die Chance, den alten gewinnbringend verwerten zu können und drittens die Möglichkeit, sein Anlagevermögen in einer wirtschaftlich vertretbaren Frist abschreiben zu können“, sagt er. Keine der drei Bedingungen sei derzeit gegeben.“ Quelle: Handelsblatt, 10.12.2009

Den vollstĂ€ndigen Text des Berichts im Handelsblatt lesen Sie hier: „Pfenning kritisiert Lkw-Hersteller“

Zum Logistikmarkt: „Spediteure hoffen auf die Wende.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Wehe dem, der seine Meinung Ă€ußert


Guten Tag!

Kommentar: Hardy Prothmann

„Pfenning“ hat die juristische Keule rausgeholt – nicht zum ersten Mal.

Wer wegen einer MeinungsĂ€ußerung eines Kritikers vor Gericht zieht und den Streitwert fĂŒr eine Fotomontage eines Industriebaus auf 50.000 Euro beziffert und ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro, ersatzweise Ordnungshaft, fordert, fĂŒhlt sich nicht ungerecht behandelt, sondern will Angst und Schrecken verbreiten.

Die Botschaft ist eindeutig: Jeder, absolut jeder, der es wagt, Kritik zu Ă€ußern, kann zukĂŒnftig damit rechnen, in entsprechender Höhe (Steigerungen eingeschlossen) von „Pfenning“ verklagt zu werden: der einfache BĂŒrger, der Leserbriefschreiber, der Lokalpolitiker, Gewerbetreibende und Unternehmer, Journalisten und auch die Gemeinde Heddesheim.

Ab jetzt gilt: Wehe dem, der seine Meinung Ă€ußert.

Sollte der Antrag durchkommen, wird der Vorgang die beklagte Person mindestens 7.500 Euro kosten, zuzĂŒglich Mehrwertsteuer.

Sollte der Antrag nicht durchkommen, dĂŒrften die selbst zu tragenden Anwaltskosten zwischen 1.500 bis 3.000 Euro liegen, die der Beklagte tragen muss – auch wenn er nichts Unrechtes getan hat.

Auch dem heddesheimblog wurde von „Pfenning“-Seite schon das Zeichen gegeben, dass die AnwĂ€lte von der Leine gelassen werden könnten.

Auf der BĂŒrgerversammlung vom 18. September 2009 hat der GeschĂ€ftsfĂŒhrer und Projektverantwortliche Uwe Nitzinger öffentlich gegenĂŒber dem Arbeitsrechtler Dr. Dietrich Growe ebenfalls rechtliche Schritte angekĂŒndigt, weil dieser behauptet hatte, die Lagerarbeiter bei Pfenning verdienten nur 8,11 Euro in der Stunde.

Kommt jetzt eine Prozesswelle? Will und wird Pfenning kĂŒnftig jeden verklagen, der dem Unternehmen im Weg steht? Genug Geld hat das Unternehmen vermutlich dafĂŒr.

Das einzige, was sich Pfenning nicht erklagen kann, ist die freie Meinung der BĂŒrger.

Meine Meinung ist: Ich finde dieses Handeln unehrenhaft.

Karl-Martin Pfenning stellt sich gerne selbst als Ehrenmann dar. Als solcher muss er – um diese Sache sofort und eindeutig aus der Welt zu schaffen – umgehend seine AnwĂ€lte zurĂŒckpfeifen und sich fĂŒr den Vorgang entschuldigen.

Sonst schadet er nur seinem eigenen Ansehen.

Hintergrund: Richter weist Eilantrag der „Pfenning“-Gruppe auf eine „Einstweilige VerfĂŒgung“ gegen Hubert Karnasch zurĂŒck

Was vom „Leuchtturmprojekt“ ĂŒbrig bleibt


Guten Tag!

Heddesheim, 24. September 2009. Das heddesheimblog dokumentiert die Aussage von Karl-Martin Pfenning auf der IFOK-BĂŒrgerveranstaltung am Freitag, den 18. September 2009. Nach Darstellung von Herrn Pfenning, bezeichnete der Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die geplante „Pfenning“-Ansiedlung als Leuchtturmprojekt. Diese Aussage ist nicht belegt.

Der Unternehmenschef der KMP-Holding GmbH, Karl-Martin Pfenning sagte im Wortlaut:

„Ende letzten Jahres 2008 war ich bei einem Roundtable-GesprĂ€ch eingeladen von Bundesumweltminister Gabriel. Bei diesem GesprĂ€ch habe ich in groben ZĂŒgen unser Bauvorhaben in Heddesheim vorgestellt. Und ich kann Ihnen nur eins sagen, er (Bundesumweltminister Gabriel, d. Red.) sagte zu mir: „Das ist genau das, was die SPD und die GrĂŒnen eigentlich wollen. Ich wĂ€re froh, alle Logistikzentren in Deutschland hĂ€tten diese BauausfĂŒhrung wie das, was Sie dort in Heddesheim planen. FĂŒr mich ist das ein Leuchtturmprojekt, was Sie dort realisieren wollen und ich wĂŒrde gerne bei der Einweihung zugegen sein.“ Das möchte ich nochmal in aller Deutlichkeit gesagt haben, weil es ja immer heißt, dieses Objekt wĂ€re umweltschĂ€dlich.“

Diese Aussage von Herrn Pfenning können Sie hier gleich am Beginn des Videos im Original sehen.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog