Mittwoch, 16. Oktober 2019

Ahmad El Manschawi zu Mubaraks RĂŒcktritt: „Ich wĂŒnsche natĂŒrlich das allerbeste, bleibe aber realistisch.“


Guten Tag!

Heddesheim, 11. Februar 2011. Ahmad El Menschawi, Vorstandsmitglied des SPD-Ortsverbands Heddesheim, ist deutsch-Ă€gyptischer Abstammung. Ein Teil seiner Familie lebt in Kairo. SelbstverstĂ€ndlich hat er die zurĂŒckliegenden Wochen die Revolution in Ägypten verfolgt. SelbstverstĂ€ndlich fĂŒhlt er mit den Menschen in seiner „zweiten Heimat“, sieht aber auch die Probleme, die die Revolution mit sich bringen wird.

Interview: Hardy Prothmann

Herr El Menschawi: Mubarak ist zurĂŒckgetreten. Was fĂŒhlen Sie?

Ahmad El Menschawi: „In meiner Brust schlagen zwei Herzen, das deutsche und das Ă€gyptische. Ich freue mich natĂŒrlich sehr, dass Mubarak nun weg ist und die Ägypter hoffentlich die Möglichkeit haben, ĂŒber die Revolution hinaus eine Art Demokratie fĂŒr das Land zu erreichen.

Was meinen Sie mit hoffentlich?

Ahmad El Menschawi ist mit seinem deutsch-Ă€gyptischen Herzen in seiner zweiten Heimat bei seinen Landsleuten: "Die Revolution ist an der Zeit. Aber die Zukunft wird schwer."

El Menschawi: „Ägypten ist ein riesiges Land im Vergleich zu Deutschland. Es gibt keine echte demokratische Tradition – ĂŒber die letzten Jahrzehnte war es eine MilitĂ€rdiktatur. Die Menschen werden Zeit brauchen, um sich zu organisieren, Strukturen aufzubauen und demokratische Prozesse in Gang zu bringen.

Das heißt, Sie stehen der Zukunft skeptisch gegenĂŒber?

El Menschawi: „Ich wĂŒnsche natĂŒrlich das allerbeste, bleibe aber realistisch.“

Was ist die RealitÀt?

El Menschawi: „Die Revolution wird von einer Art „Mittelstand“ getragen. Damit meine ich eher jĂŒngere, gut ausgebildete Ägypter, die sich vernetzt haben und die Revolution nach vorne tragen. Dem haben sich andere, Muslime wie Christen, angeschlossen, was erstmal sehr gut ist. Aber: Diese Oppositionsbewegung hat noch keine echte Struktur.
Sehr gut organisiert ist dagegen beispielsweise die Muslimbruderschaft. Hier könnte die Gefahr einer Fundamentalisierung bestehen, weil hier schon eher Parteistrukturen zu erkennen sind. Man wird abwarten mĂŒssen, wie schnell sich die demokratische Opposition organisieren kann.“

Wovon hÀngt das ab?

El Menschawi: „Ganz praktisch von den LebensumstĂ€nden. Der Lebensstandard ist selbst fĂŒr gut ausgebildete Menschen sehr niedrig. Die guten Jobs haben ĂŒberwiegend politisch konforme Leute. Die anderen mĂŒssen, selbst wenn sie eigentlich gut qualifiziert sind, lange und hart jeden Tag arbeiten, um ĂŒber die Runden zu kommen. Da bleibt wenig Zeit, um eine Partei zu organisieren. Das sind ganz reale GrĂŒnde, warum es schwer werden wird.“

Das MilitĂ€r spielt eine entscheidende Rolle. Glauben Sie, dass es eine Demokratisierung unterstĂŒtzt?

El Menschawi: „Ganz neu ist, dass das MilitĂ€r sich so zurĂŒckgehalten hat. Vor einigen Jahren noch hĂ€tten die geschossen. Das gibt Hoffnung. Ich vermute aber, dass es durchaus noch Pro-Mubarak-System-Strömungen gibt. Auch hier ist offen, wer die Oberhand behĂ€lt.“

Wie beurteilen Sie den Vize-PrÀsidenten Suleiman?

El Menschawi: „Da bin ich sehr skeptisch. Der Mann war lange Geheimdienstchef und somit fĂŒr vieles verantwortlich, was gar nicht in Ordnung war.“

Können Sie sich vorstellen, dass Wael Ghonim ein möglicher AnfĂŒhrer der Opposition sein kann?

El Menschawi: „Er hat sicher eine gute Ausstrahlung und könnte eine Rolle spielen.“

Ein Teil ihrer Familie lebt in Kairo. Wie geht es denen?

El Menschawi: „Kairo ist riesengroß und meine Familie lebt entfernt von den Orten, wo es „zur Sache geht“. Also insoweit ist alles in Ordnung. Sie haben auch genug zu essen, was nicht selbstverstĂ€ndlich ist, weil die Lebensmittel teils knapp werden. Ein Problem ist das Geld – das fehlt im Moment, weil im sowieso chaotischen System gerade gar nichts funktioniert.“

Was ist ihre Prognose, wie es weitergeht?

El Menschawi: „Ich hoffe natĂŒrlich auf eine positive Entwicklung. Aber man darf sich nichts vormachen: Das Land wird in der ÃƓbergangsphase trotz aller demokratischer Ziele eine Art „harter Hand“ brauchen, damit die Lage stabil bleiben kann. Das hört sich komisch an, aber es ist die RealitĂ€t. Wenn man Ägypten einfach sich selbst ĂŒberlĂ€sst, nach dem Motto, die machen jetzt einfach Demokratie, wird das nicht funktionieren. Ich hoffe sehr, dass die internationale Gemeinschaft das Land und die Menschen auf dem Weg in die Demokratie ehrlich unterstĂŒtzt.“

Zur Person:
Ahmad El Menschawi ist in Deutschland als Sohn eines Ägypters und einer Deutschen aufgewachsen. Seit seinem dritten Lebensjahr ist er regelmĂ€ĂŸig in seiner „zweiten Heimat“ Ägypten.
Der Heddesheimer ist im Vorstand des SPD-Ortsverbands politisch aktiv.

Ägypten: „Vermutungen und Klischees sind immer das Gegenteil von Information.“


Guten Tag!

02. Februar 2011. Die Ereignisse in Kairo sind nicht unser „Berichtsgebiet“ – wir schauen aber wie viele Menschen hier vor Ort auf das, was dort vor Ort passiert. Werden wir gut informiert? Daran gibt es erhebliche Zweifel, wie wir im Interview mit Christoph Maria Fröhder erfahren. Und immer, wenn die Ereignisse sich ĂŒberschlagen, gilt die alte „Reporterweisheit“: „Traue keinem.“

Vorbemerkung: Der freie Journalist Christoph Maria Fröhder ist einer der renommiertesten deutschen Krisenreporter und investigen Journalisten. Er berichtet seit fast 40 Jahren von den „Brennpunkten“ der Welt – ob Kambodscha, Vietnam, Afghanistan, Angola, Kosovo oder Irak. Seine exklusiven Berichte haben sich nie am „Mainstream“ orientiert. Als Reporter in Bagdad stieß er 1990/91 zusammen mit dem Tagesthemen-Moderator „Hajo“ Friedrichs die Debatte an, welchen „Bildern“ man trauen kann. Zensur und Manipulation sind allgegenwĂ€rtig, vor allem in Krisengebieten – so die Mahnung. Fröhder ist ein vielfach preisgekrönter Journalist und lebt in Frankfurt/Main.

Interview: Hardy Prothmann

Herr Fröhder, wie beurteilen Sie die aktuelle Berichterstattung in Deutschland ĂŒber die Unruhen in Ägypten?

Christoph Maria Fröhder: „Mich stört vor allem der Mangel an Hintergrundgeschichten und vernĂŒnftigen Einordnungen, was da gerade vor sich geht. Bislang beschrĂ€nken sich die großen Medien auf eine chronologische Berichterstattung. Dann ist das und dann ist das passiert.“

Hier passiert gerade Geschichte.

Warum ist eine intensivere Berichterstattung ihrer Meinung nach nötig?

Mittendrin und nie dabei: Christoph Maria Fröhder im Irak 2003. Bild: privat

Fröhder: „Ägypten ist ein Nachbarland – fĂŒr alle Mittelmeerstaaten. Ägypten ist das wichtigste arabische Land in der Region mit der grĂ¶ĂŸten Armee und ein direkter Nachbar zu Israel. Und Ägypten ist ein Kulturland von herausragender Bedeutung. Und hier passiert gerade Geschichte.“

Was wĂŒrden Sie versuchen, wenn Sie vor Ort wĂ€ren?

Fröhder: „Das liegt doch auf der Hand. Das MilitĂ€r hĂ€lt sich bislang auffallend zurĂŒck und betont, dass MilitĂ€r und Volk eins sind. Wie geht das? Hat Mubarak keinen Zugriff mehr auf das MilitĂ€r? Wer entscheidet dann? Da muss man losziehen, Fragen stellen und sich das vom MilitĂ€r erklĂ€ren lassen.“

Das geht im Ausnahmezustand?

Fröhder: „Die FĂŒhrungspersonen des MilitĂ€rs sind ĂŒberraschend gebildete Leute, die auch ĂŒber ein entsprechendes Selbstbewusstsein verfĂŒgen – zumindest ist das meine Erfahrung. Ich war bei den Kontakten meist angenehm enttĂ€uscht, dass meine Vorurteile widerlegt worden sind. Die sind ĂŒberraschend offen, wenn man weiß, wie man sie zu nehmen hat. Außerdem nimmt man sie in die Pflicht.“

Wie meinen Sie das?

Fröhder: „Die MilitĂ€rs wissen sehr wohl, was Medien bedeuten. Wenn man sie zu Aussagen vor der Kamera bekommt, nimmt man sie in die Pflicht, nĂ€mlich beim Wort. Und wenn es heißt, die Armee und das Volk sind eins, dann will ich das von einem hochrangigen Offizier hören und dokumentieren. Sehr spannend ist, wie das MilitĂ€r sich verhĂ€lt. Die Leute dĂŒrfen auf die Panzer und diese sogar mit Anti-Mubarak-Parolen besprĂŒhen. Man muss doch herausfinden wollen, warum das möglich ist. Oder auch die Gemeinsamkeit von Christen und Moslems. Das ist doch hochspannend und ein wichtiges Signal fĂŒr die Zukunft.“

Recherche statt MĂ€rchen!

Wie sind Sie inhaltlich mit den verbreiteten Informationen zufrieden?

Fröhder: „Ich kann mich nur wundern, was alles geschrieben wird. Beispielsweise ĂŒber Omar Suleiman, den eingesetzten Vize von Mubarak. Die „graue Eminenz“ wird fast schon heroisch verklĂ€rt. Dabei gibt es genug Hinweise, dass Suleiman als Geheimdienstchef in Folterungen und andere Verbrechen direkt verwickelt war. Dem sollte man mal nachgehen, statt MĂ€rchen nachzuerzĂ€hlen.“

Was wĂŒrden Sie noch vor Ort berichten?

Fröhder: „NatĂŒrlich ĂŒber die Opposition, die HoffnungstrĂ€ger. Das schĂŒtzt diese Leute auch vor ÃƓbergriffen. CNN ist es beispielsweise problemlos gelungen, ein 40-minĂŒtiges Interview mit ElBaradei zu bekommen, obwohl der unter Hausarrest stand. Wie das? Die sind hingefahren und habens im Garten hinterm Haus gemacht. Was ich bei ARD und ZDF gesehen habe, waren dagegen Schnittbilder wĂ€hrend einer Demo, mit begrenzter Aussage.“

Was meinen Sie?

Fröhder: „Fast nur so genannte Aufsager und kaum selbstrecherchierte, selbstgedrehte Geschichten. Da hat Antonia Rados bei RTL mit Bildern von improvisierten Lazaretten der Muslimbruderschaft mehr gezeigt. Solche Geschichten wĂ€ren nach meiner EinschĂ€tzung in den vergangenen Tagen immer möglich gewesen.“

„Man muss kritisch einordnen.“ Christoph Maria Fröhder

Waren die RTL-Bilder ĂŒber die Lazarette der MuslimbrĂŒder nicht zu unkritisch?

Spezialgebiet: Kontinuierliche Beobachtung. Christoph Maria Fröhder. Bild: privat

Fröhder: „Doch. NatĂŒrlich versuchen die sich dadurch ans Volk ranzumachen. Das muss man kritisch einordnen. Man muss aber auch herausfinden, ob sie wirklich fĂŒr einen totalitĂ€ren Gottesstaat stehen oder nicht. Die MuslimbrĂŒder waren lange verboten und die Frage ist, ob sie nicht eine gesellschaftliche Gruppe sind, die ihren Platz suchen und haben und darĂŒber muss man zutreffend berichten. Vermutungen und Klischees sind immer das Gegenteil von Information.“

Welche Berichte wĂŒrden Sie sich noch wĂŒnschen?

Fröhder: „Wo sind die Hintergrundstories ĂŒber die jugendliche Elite? Die Studenten, die jungen Vordenker? Oder die vielen gut ausgebildeten Frauen? Auch hier gilt die Frage: Haben die Ideen, was aus Ägypten werden kann und soll? Sind sie organisiert? Stehen sie dem Land zur VerfĂŒgung? Man muss vernĂŒnftigen Leuten eine Stimme geben, die sonst bei den Bildern in der Masse untergehen. Und was passiert eigentlich draußen auf dem Land oder in anderen StĂ€dten? Ich sehe fast nur Bilder vom Tahrir-Platz.“

Folklore vs. Journalismus.

Vielleicht liegt es daran, dass man die nicht kennt?

Fröhder: „Ganz bestimmt sogar. Das ist etwas, was ich schon sehr lange kritisiere. Klar, es wird hier und da aus Nordafrika berichtet. Aber was? Folkloristisches Zeugs. Eine kontinuierliche journalistische Beobachtung ĂŒber die kritische Entwicklung zur Gewaltherrschaft kann ich nicht erkennen. Man muss Kontakte halten und pflegen. Ohne die versteht man nichts und kommt auch nicht zu den interessanten Menschen.“

Wie informieren Sie sich zur Zeit?

Fröhder: „ÃƓber CNN, ABC, Al Jazeera, aber vor allem ĂŒber die New York Times oder auch El Pais und Le Monde. Da gibt es großen journalistischen Ehrgeiz.“

Der Blogger Richard Gutjahr ist kurzentschlossen von Israel nach Kairo geflogen. Halten Sie das fĂŒr journalistischen Ehrgeiz und eine gute Idee?

Fröhder: „Ich kenne Herrn Gutjahr nicht. Es könnte fĂŒr ihn problematisch werden, wenn er niemanden kennt, kein Netzwerk hat. FĂŒr ihn sehe ich auch ein wirtschaftliches Problem. FĂŒr Zimmer, Fahrzeug, Dolmetscher mĂŒssen Sie mindestens 500 Dollar pro Tag rechnen. Dazu kommen ÃƓbertragungskosten. Das kann schnell ein finanzielles Abenteuer werden. Ansonsten ist es natĂŒrlich richtig, vor Ort zu sein, aber nur, wenn man weiß, was man will und wer die Abnehmer sind.“

„Man kann nicht aus dem Stand ĂŒber komplexe Vorkommnisse berichten.“

HĂ€tten Sie das gemacht?

Fröhder: „Ich bin nicht ĂŒber die VerhĂ€ltnisse von Herrn Gutjahr unterrichtet. Ich kann fĂŒr mich nur sagen, dass ich es immer abgelehnt habe, im Schnellschußverfahren aus einem Land zu berichten, in dem ich zuvor nie gewesen bin, zu wenig Wissen habe und keine Kontakte. Ohne diese Voraussetzungen ist eine hintergrĂŒndige und verlĂ€ssliche Berichterstattung nicht möglich. Man kann nicht einfach aus dem Stand ĂŒber sehr komplexe Vorkommnisse berichten.“

Wird man noch ernst genommen, wenn man solche AuftrÀge ablehnt?

Fröhder: „Wer nachdenkt, sollte ernst genommen werden. Der Mut, einen Auftrag abzulehnen, ist leider nicht sehr entwickelt. Viele denken, sie können alles. Das Ergebnis sehen wir gerade.“

Auch die Tageszeitungen haben offensichtlich niemanden vor Ort. Warum?

Fröhder: „Weil die nicht miteinander reden und kooperieren und keinen Sinn fĂŒr spannende Berichterstattung haben. Wer hindert die großen Zeitungen daran, ein Team zu schicken, das Kontakte hat, sich auskennt und fundiert von vor Ort berichten kann? Die Kosten? Das ist lĂ€cherlich. Man begnĂŒgt sich mit Agenturmeldungen.“

Das Internet hat erkennbar an Bedeutung zugenommen.

Wie beurteilen Sie das Internet und seine Rolle fĂŒr die Berichterstattung?

Fröhder: „Es hat erkennbar an Bedeutung zugenommen. Das gilt fĂŒr Informationen von Akteuren vor Ort genauso, wie fĂŒr die Online-Redaktionen und Blogs der großen Redaktionen. Allerdings ist gerade das Niveau sehr schwankend. Wenn ich zum Beispiel lese, dass der Chef eines großen Mediums einen Diktator wie Mubarak kumpelhaft als „der Bursche“ bezeichnet, strĂ€uben sich mir die Haare. Man muss nicht versuchen, sich durch eine solche Sprache jungen Menschen anzudienen. Die fallen auf solche Plumpheiten nicht herein. Sorge habe ich vor den vielen Videoaufnahmen mit Handies. Sie sind – auch wegen ihrer schlechten QualitĂ€t – sehr leicht zu fĂ€lschen. Hier sollten Redaktionen sehr zurĂŒckhaltend sein und solche Bilder nur in AusnahmefĂ€llen ĂŒbernehmen.“

Links:

Christoph Maria Fröhder, wikipedia, tagesschau.de, Spiegel: „Lösegeld und sĂŒĂŸer Tee“

Richard Gutjahr, Gutjahr’s blog

Al JazeeraLive-ÃƓbertragung

New York Times

El Pais

Le Monde

Krieg der Eitelkeiten

Netzwertig.de ĂŒber den freien Korrespondenten Ulrich Tilgner, der das ZDF wegen „BĂŒndnisrĂŒcksichten“ verlassen hat.

Netzwerk Recherche

Anmerkung der Redaktion:
Wir haben verschiedene Links auf wikipedia gesetzt, das wir selbst fĂŒr die Recherche benutzen – aber niemals den dort angegebenen Informationen „trauen“, solange wir keine anderen Belege fĂŒr diese Informationen recherchiert haben.

Die freien Journalisten Christoph Maria Fröhder und Hardy Prothmann sind GrĂŒndungsmitglieder von Netzwerk Recherche. Sie kennen sich seit 1996.

Einmal Kairo und zurĂŒck – verĂ€ndert das die Welt?

Guten Tag!

Heddesheim/Kairo, 12. Oktober 2010. In Kairo haben sich zwölf arabische und sechs deutsche „Blogger“ getroffen, um zum interkulturellen Austausch zwischen der muslimischen und westlichen Welt beizutragen. Zum ersten Young Media Summit 2010. Mit dabei: der fĂŒr das heddesheimblog verantwortliche Journalist Hardy Prothmann. Es war eine aufregende Reise – vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen „Debatte“ ĂŒber „Integration“. Ein Erfahrungsbericht.

Von Hardy Prothmann

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Kairo bei Nacht.

Ich war ein wenig erstaunt, als unser neuer BundesprĂ€sident Christian Wulff (CDU) zum 20. Jahrestag der deutschen Einheit am 03. Oktober postulierte: „Auch der Islam gehört zu Deutschland.“

Ist das so?

Das Staatsoberhaupt wurde sofort von erzkonservativen CDU- und CSU-Politikern dafĂŒr kritisiert und zurecht gewiesen: „Zwar ist der Islam inzwischen Teil der Lebenswirklichkeit in Deutschland, aber zu uns gehört die christlich-jĂŒdische Tradition“, sagte der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU) laut Bild-Zeitung vor wenigen Tagen.

Der Islam gehört zu Deutschland vs. Einwanderungsstopp.

Aktuell fordert der Bayerische MinisterprĂ€sident Horst Seehofer (CSU) den Immigrationsstopp fĂŒr Muslime, insbesondere TĂŒrken und Araber.

Ich habe den 20. Jahrestag der Deutschen Einheit abends in der Deutschen Botschaft in Kairo gefeiert. Als ein Mitglied einer „Delegation“ von 18 deutschen und arabischen „Bloggern“. Rund 1.000 internationale GĂ€ste nahmen an der Feier auf Einladung des deutschen Botschafters Michael Bock teil.

Einigkeit. Recht. Freiheit.

Ein arabischer Junge sang die Ă€gyptische Nationalhymne und dann die deutsche: „Einigkeit und Recht und Freiheit.“

Damit bin ich auch schon beim Thema und dem, was „Blogger“ tun: Sie Ă€ußern ihre Meinung, ihre Gedanken, ihre GefĂŒhle. Sie postulieren fĂŒr sich das Recht und die Freiheit sich Ă€ußern zu können. Mit der „Einigkeit“ ist das im VerhĂ€ltnis zur Freiheit so eine Sache. Das verbindende Element ist das Recht. Und das ist von Land zu Land sehr verschieden und nicht unbedingt gleichzusetzen mit Freiheit oder Einigkeit.

„Bloggen“ ist ein relativ neues PhĂ€nomen. Mitte der 90-er Jahre gab es die ersten „Blogs“ – so genannte „Internet-TagebĂŒcher“ (web-log). Etwa 2004-2005 entwickelte sich das Bloggen rasant. Heute gibt es Millionen „Blogs“, die meisten davon „Personal-Blogs“, also Internetseiten, die persönliche Sichtweisen enthalten, aber auch zunehmend professionelle Blogs.

So etwa das heddesheimblog, dass durchaus die Funktion einer „Zeitung“ hat, das aber nicht ist und sein will. Blogs sind direkter, persönlicher, meinungsfreudiger als „traditionelle Medien“, denn auch der „Journalismus“, der so wenig genau definiert ist wie das „Bloggen“, befindet sich in einem fundamentalen Wandel.

In der arabischen Welt – in der deutschen Welt. Auch in anderen Welten.

Da auch immer mehr Journalisten „bloggen“, habe ich mich bei der GrĂŒndung eines lokaljournalistischen Angebots fĂŒr Heddesheim fĂŒr den Namen heddesheimblog entschieden, weil mir „Die Heddesheim-Zeitung im Internet“ als Begriff nicht gefallen hat. Zudem benutze ich eine „Blog-Software“ – die den neuesten Artikel immer als ersten anzeigt, aber frĂŒhere Artikel ĂŒber viele Archivfunktionen finden lĂ€sst.

Viele Fragen.

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Eman Hashim - AugenÀrztin, Bloggerin, Muslimin.

Das Treffen deutscher und arabischer Blogger hat die Deutsche Welle zusammen mit dem Deutschen Zentrum der Botschaft organisiert, als interkulturellen Austausch.

Warum bloggt wer in welchem Land wie? Welche Themen gibt es? Gibt es Zensur? Tabus? Was heißt es, zu schreiben und zu lesen? Wie geht das im jeweiligen Land? Welche Rolle spielen die Frauen?

Unter den 18 Teilnehmern bin ich der einzige, der seine „Blogs“ als Journalist geschĂ€ftlich betreibt, damit also seinen Lebensunterhalt verdient. Die meisten anderen wollen einfach nur „ihre Gedanken Ă€ußern“, sich der Welt mitteilen.

Und genau das war mehr als interessant und Ziel dieser Veranstaltung – der Austausch von Gedanken. Und damit der Abbau von „Blockaden“, die so ziemlich das Gegenteil von „Bloggen“ sind.

Leider haben fast alle der arabischen Blogger jede Menge Probleme mit Blockaden. Systembedingt. Nicht mit, sondern wegen des Austauschs von Gedanken.

Denn in der arabischen Welt ist der Austausch von Gedanken jenseits des „geltenden Rechts“ oft ein großes Problem fĂŒr die, die fĂŒr sich das Recht der freien MeinungsĂ€ußerung in Anspruch nehmen.

Verantwortlich dafĂŒr sind nicht die Araber an sich, sondern die, die die Macht in den arabischen LĂ€ndern haben. Darin unterscheiden sich arabische LĂ€nder nicht von anderen LĂ€ndern.

„Die Familie ist der erste Zensor.“

Yassin Al-Hussen beschreibt das sehr gut in einem Interview, das ich mit ihm gefĂŒhrt habe. Sein Vater ist Syrer, seine Mutter Spanierin. Er lebt in Spanien. Auf die Frage, warum er keine politischen Texte schreibt, sagt er:

„Ich könnte kritisch schreiben, selbst, wenn ich in Syrien leben wĂŒrde: ÃƓber Religion, ĂŒber SexualitĂ€t, sogar HomosexualitĂ€t oder andere soziale Themen. Die rote Linie ist die Politik. Man kann nicht kritisch ĂŒber Regierungsangelegenheiten bloggen. Das fĂŒhrt sehr sicher zu Konsequenzen. Die erste ist: Sie machen dein Blog zu. So, wie es kein facebook, wikipedia oder youtube in Syrien gibt. Die zweite Konsequenz wĂ€re möglicherweise eine Verhaftung – wenn aus Sicht des Staates kritisch geschrieben wird, braucht es keine Argumente oder eine Anklage.“

Ich frage: Aber in Spanien muss dich das nicht interessieren?
„Wenn ich nicht mehr nach Syrien reisen wollte, stimmt das. Aber: Mein Vater lebt dort und andere Personen meiner Familie. Die wĂŒrden zumindest unter Druck gesetzt werden. Die Familie ist der erste Zensor.“

Die Familie also. Die Abstammung. Die Herkunft. Die kleinste Zelle einer jeden Gesellschaft, in der so viel festgelegt wird, was spÀter entscheidend sein wird. Ob man Araber oder Deutscher ist. Ob man höflich ist oder ablehnend. Oder man zwischen den Welten wandelt.

Yassin (26) ist Moslem und studiert im christlichen Wallfahrtsort Santiago de Compostella Medizin und macht bald seinen Abschluss. Er sagt von sich selbst, dass er „bloggt“, um „das Chaos in meinem Kopf zu strukturieren“.

Chaos ĂŒberall.

Ob das Chaos mit seiner christlich-islamischen Herkunft zu tun hat, habe ich ihn nicht gefragt. DafĂŒr war zu wenig Zeit. Denn die Probleme, die man damit anspricht, sind zu groß, um in wenigen Tagen vertrauensvoll besprochen werden zu können.

Nach diesen fĂŒnf Tagen in Kairo weiß ich das. Es gibt dieses Chaos zwischen der arabischen und der westlichen Welt. Und Yassin, ein ĂŒberaus freundlicher, kluger und interessierter junger Mann ist das beste Beispiel dafĂŒr, weil er in beiden Welten lebt.

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Im Vordergrund Yassin: Spanier und Syrer. Araber und EuropÀer. Medizin-Student und Blogger. BeschÀmt und stolz.

Yassin ist kein bisschen verantwortlich fĂŒr das Chaos – er muss es aber erleben. Er schĂ€mt sich fĂŒr die arabische Welt, wenn er feststellen muss, dass man als AuslĂ€nder in Ägypten ĂŒbers Ohr gehauen wird, sogar er, als arabischer „Bruder“.

Aber er genießt zugleich die außerordentliche Gastfreundlichkeit, die WĂ€rme und die Zuvorkommenheit, die es auch nicht im Ansatz in der westlichen Welt gibt.

Mir geht es genauso, weil auch ich Chaos erleben muss. Eines wider besseren Wissens. Nicht eines, dass sich irgendwie ergeben hĂ€tte, sondern das geschĂŒrt wird, gewollt wird, das inszeniert wird.

Von „sehr anstĂ€ndigen und von der Gesellschaft geachteten“ Menschen im feinsten Zwirn wie Herrn Bosbach oder Herrn Seehofer und nicht von irgendwelchen „Kanaken von Kameltreibern“, die Herr Seehofer und Herr Bosbach verachten.

Scham und Stolz.

Ich schĂ€me mich fĂŒr die VersĂ€umnisse der Vergangenheit, keinen Dialog zu fĂŒhren und keine Integration voranzubringen. Und aktuell dafĂŒr, was Politiker wie Bosbach oder Seehofer sagen (die arabische Welt weiß darĂŒber genau Bescheid) und glaube gleichzeitig fest an unsere Verfassung, die Meinungsfreiheit und dass Deutschland ein Vorbild und Freund fĂŒr andere LĂ€nder ist.

Die Familie und spÀter die UmstÀnde entscheiden oft mehr als der freie Wille.

Yassin und mir geht es gut und wir haben die Möglichkeit und nutzen diese, uns öffentlich zu Ă€ußern, an der Willens- und Meinungsbildung mitzuwirken.

Es gibt aber große Unterschiede zwischen unseren Welten. WĂ€hrend die Meinungsfreiheit in den arabischen LĂ€ndern mĂŒhsam erobert werden muss, wird in der westlichen Welt oft zu wenig davon Gebrauch gemacht.

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Und wenn in beiden Welten das „Volk“ die Meinungsfreiheit einfordert, sind die Reaktionen in der vermeintlich diktatorisch geprĂ€gten arabischen und der vermeintlich freiheitlichen westlichen Welt oft Ă€hnlich, wie das Satiremagazin „Extra 3“ in einem pointierten Beitrag zuspitzt.

Einmal Kairo und zurĂŒck hat meine persönliche Welt sehr verĂ€ndert. Ich habe einzelne Vorurteile bestĂ€tigt bekommen, aber ich habe viel mehr Neues ĂŒber die arabischen Menschen und ihre LĂ€nder erfahren, als ich vorher wusste und in keinem VHS-Vortrag und in keinem noch so intensiven Studium je hĂ€tte erfahren können.

Die Machthaber in den arabischen LĂ€ndern werden das nicht gerne lesen: Es gibt eine große Sehnsucht der Araber nach der westlichen Welt. Einerseits klar nach Konsum, vor allem aber nach der Freiheit. Und ganz sicher nach dem Respekt, als Menschen akzeptiert zu werden.

Bekenntnis zum Glauben.

Gleichzeitig gibt es sehr viel Stolz auf die eigene IdentitĂ€t und die Religion. Deutsche Kirchen wĂŒrden sich solch offenherzig und selbstverstĂ€ndlich bekennende Christen wĂŒnschen, wie die bloggenden Moslems sich prĂ€sentiert haben. Ein paar von ihnen trinken Alkohol in Maßen, nicht alle beten fĂŒnf Mal am Tag, aber fĂŒr fast alle ist Allah wichtig und alle betonen die Liebe, die sie in der Begegnung mit Gott erfahren.

Kurzum: Ich habe in diesen fĂŒnf Tagen hĂ€ufiger und intensiver ĂŒber Gott und Glauben mit anderen Menschen geredet, als in den vergangenen fĂŒnf Jahren in Deutschland. Niemand hat mir diese GesprĂ€che aufgedrĂ€ngt – ich habe danach gefragt. Und der Islam ist mir von sehr vielen Menschen aus ganz unterschiedlichen LĂ€ndern als eine liebenswerte Religion prĂ€sentiert worden – dass die islamische Religion seit Jahren schneller wĂ€chst als jede andere auf dieser Welt hat vielleicht genau damit zu tun.

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Verschleiert und doch im Einsatz fĂŒr die Menschenrechte:Reem A. Alsa'awy

Auch Reem A. Alsa’awy – eine glĂ€ubige Muslimin aus Saudi-Arabien, liebt ihre Religion. Und sie setzt sich fĂŒr Menschenrechte ein. Als Bloggerin. Fast vollstĂ€ndig verschleiert durch ihr KleidungsstĂŒck Niqab– ich gebe zu, dass dieser Kontrast nicht einfach zu verstehen ist. Dazu haben ich einen Text verfasst, den Sie hier lesen können (Die verschleierte Frau und ihre unverschleierte Meinung).

Oder Osama Romoh, ein gesellschaftskritischer Zeitgeist, der in Dubai lebt und der fĂŒr seine herausragende Arbeit bereits zweimal prĂ€miert wurde.

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Asmaa Alghoul: Fotogen, freundlich und verfolgt. Die kritische Journalistin wurde schon mehrfach verhaftet, weil sie sich fĂŒr Menschenrechte einsetzt.

Oder Asmaa Alghoul, PalĂ€stinenserin ohne Heimat, die in Gaza-Citylebt, eine engagierte Journalistin, die fĂŒr ihre meinungsstarke Arbeit bereits mehrfach den Zorn der Hamas spĂŒren musste – sie wurde mehrfach verhaftet und ihre Unterlagen konfisziert.

„Wir wĂŒrden gerne einen Tag der Einheit feiern können.“

Oder Eman Hashim, eine junge Ă€gyptische AugenĂ€rztin, die sich in Kairo fĂŒr Menschenrechte einsetzt, eine bekennende KopftuchtrĂ€gerin und fĂŒr mich die bezauberndste Person der Gruppe, weil ich selten einen so herzlichen Menschen kennengelernt habe, wie diese „strengglĂ€ubige“ Frau.

ÃƓber alle achtzehn arabischen Teilnehmer zu schreiben, wĂ€re zu viel. Soviel aber muss aufgeschrieben werden: Die zuvorkommende Herzlichkeit war beeindruckend. Ebenso die oft scharfsinnigen Kommentare und der Wille, sich und die eigene Meinung auszudrĂŒcken.

Ebenso beeindruckend war die Abschlussveranstaltung, eine Podiumsdiskussion in der UniversitĂ€t Kairo. Rund 120 GĂ€ste waren gekommen – ĂŒberwiegend junge Studentinnen, fast alle mit Kopftuch und sie stellten jede Menge interessierte und kritische Fragen, wie ich das selten an einer deutschen UniversitĂ€t erlebt habe.

BeschĂ€mend fand ich das Verhalten einiger deutscher Mitglieder: Denen war es wichtiger am 20. Jahrestag der Deutschen Einheit abends die Pyramiden zu besuchen, statt pĂŒnktlich zum Empfang des Botschafters zu erscheinen.

Ich bin mit den anderen Deutschen und vor allem mit den anderen arabischen Bloggern als „deutsch-arabische“ Gruppe sehr gerne dieser Einladung gefolgt.

Ganz sicher nicht, weil ich glaube, dass sich dadurch die Welt verÀndert. Und ganz sicher nicht, weil ich mit der Politik in unserem Land fraglos einverstanden bin.

Aber ganz sicher deshalb, weil ich froh um diese deutsche Einheit bin, um das, was mich tief berĂŒhrt hat, so wie Millionen anderer Menschen: Wir sind das Volk.

Ein palĂ€stinensischer Blogger sagt: „Ich bin sehr froh ĂŒber diese Einheit. Und ich wĂŒnschte, dass wir PalĂ€stinenser ebenfalls einen Tag der Einheit feiern könnten.“ Dabei schaut er mich an und ich sehe die Sehnsucht nach Einigkeit und Recht und Freiheit in seinen Augen.

Es gibt ihn, den Willen, sich anzunĂ€hern, sich respektvoll zu begegnen. Deswegen war ich sehr froh, ein Mitglied dieses arabisch-deutschen Dialogs zu sein zu dĂŒrfen und in diesem Sinne den 20. Jahrestag der Deutschen Einheit im Ausland zu feiern.

Kontakt.

Diese Haltung, auch als „Botschafter“ fĂŒr Deutschland vor Ort aufzutreten, hat mich nach meiner RĂŒckkehr viel Zeit gekostet – ausnahmslos alle 18 arabischen Blogger haben via email, Twitter und Facebook den Kontakt gesucht und ihr Interesse bekundet, den gefundenen Kontakt zu halten und zu intensivieren.

Dabei habe ich stundenlang auf englisch gechattet, Kommentare gelesen und verfasst. Und ich wurde gebeten, fĂŒr die Blogs der neuen arabischen Freunde BeitrĂ€ge zu verfassen, damit „man hier versteht, dass nicht alle Deutschen so sind, wie Herr Seehofer und die anderen“.

Denn denen fehlt der Wille, ein Zeichen zu setzen und eine VerÀnderung möglich zu machen.

Ich will das. Ich werde die BeitrĂ€ge schreiben, auf English, was mich eine sehr große Anstrengung kostet, weil die Texte kompliziert sind und mein Englisch nicht so gut ist, wie ich mir das wĂŒnschte.

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In Kairo heißt es "Willkommen zum Oktoberfest" - in Deutschland wettert der Bayerische MinisterprĂ€sident Horst Seehofer gegen die Zuwanderung von Arabern.

Die Anstrengung leiste ich gerne, weil ich mich den Kollegen in der arabischen Welt verbunden fĂŒhle – auch die strengen sich an. Vermutlich oder sogar sicher mehr als ich.

Angestrengt haben sich auch die Journalistenkollegen Matthias Spielkamp und Jens-Uwe Rauhe als Organisatoren fĂŒr die Deutsche Welle Akademie sowie weitere Mitarbeiter, die ich nicht alle nennen kann, weil ich nicht alle Namen weiß – Frau Römer sei hiermit exemplarisch gegrĂŒĂŸt.

Zu danken habe ich auch den Dolmetschern, die hart arbeiten mussten, denn es galt die Regel, dass die Deutschen deutsch sprechen und die Araber arabisch.

Einen herzlichen Dank richte ich auch an den Leiter des Deutschland-Zentrums an der Deutschen Botschaft, Michael Reiffenstuhl, der sich sehr gut um die Veranstaltung gekĂŒmmert und im Kontakt zu Prof. Samy Abdel Aziz, dem Dekan der FakultĂ€t fĂŒr Massenkommunikation, die Abschlussveranstaltung ermöglicht hat. Und natĂŒrlich Herrn Botschafter Michael Bock fĂŒr die freundliche Einladung. Das AuswĂ€rtige Amt hat schließlich die Veranstaltung als Schirmherr möglich gemacht und bezahlt.

Weitere Informationen:
Rund 600 Fotos mit Kommentaren in deutsch, englisch und arabisch finden Sie unter meinem Facebook-Profil: Hardy Prothmann

Twitter: hashtag #yms2010

Video: Auf dem Young Media Summit Blog finden Sie weitere Texte und die Videos zur Abschlussveranstaltung an der UniversitÀt Kairo

Viel Freude mit unserer Fotostrecke:

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In eigener Sache: Bloggerkonferenz in Kairo

Guten Tag

Heddesheim, 30. September 2010. Hardy Prothmann, verantwortlicher Journalist fĂŒr das heddesheimblog, nimmt vom 01.-05. Oktober 2010 an der „Young Media Summit“ teil, einer Konferenz von arabischen und deutschen Journalisten in Kairo. Der Austausch der Teilnehmer soll dem interkulturellen Dialog dienen.

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Kairo. Bild: wikipedia, Raduasandei

Organisiert wird die Konferenz von der Deutschen-Welle-Akademie in Zusammenarbeit mit dem Deutschlandzentrum der Deutschen Botschaft in Kairo. Finanziert wird die Reise vom AuswÀrtigen Amt.

Die Konferenz von so genannten „Bloggern“, also Menschen, die im Internet veröffentlichen, hat zum Ziel, sich vor Ort auszutauschen und ĂŒber das moderne Medium Internet den kulturellen Austausch zu befördern:

„Die Vorstellungen von der arabischen Kultur auf der einen, der europĂ€ischen auf der anderen Seite sind von Neugier, aber auch Vorurteilen geprĂ€gt. Die Frage, wie sehr das Bild eines „Orients“ den Blick auf die arabische Welt, aber auch das Selbstbild dieser LĂ€nder geprĂ€gt hat, wird seit langem kontrovers diskutiert. Und welche Rolle spielt umgekehrt das Bild einer so genannten „westlichen Welt“? Das World Wide Web gibt vor, keine Grenzen zu kennen, doch wie sieht es in der RealitĂ€t aus?“

Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.
Informationen zu den Teilnehmern finden Sie hier.

Zum Abschluss wird es eine öffentliche Diskussion an der University of Cairo geben.

Wir werden ĂŒber die Veranstaltung berichten.

Neben der Konferenz bleibt ein wenig freie Zeit, die wir gerne nutzen wĂŒrden, sofern dies möglich ist. Sie können uns dabei unterstĂŒtzen:

  • Kennen Sie eine Verbindung Heddesheim-Kairo?
  • Lebt dort jemand, den Sie kennen und ĂŒber den wir berichten können?
  • Gibt es geschĂ€ftliche Beziehungen zwischen Kairo und Heddesheim?
  • Gibt es kulturelle Beziehungen „zwischen diesen Welten“?

Wenn Sie einen Tipp haben, versuchen wir vor Ort zu berichten – ob das möglich sein wird, ist noch nicht klar. Aber einen Versuch ist es Wert.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog