Samstag, 06. Juni 2020

Gemeinde holzt wie ├╝blich nieder

Biotop-Massaker f├╝r „Blick auf den See“

Kahlbeschlagens Biotop.

 

Heddesheim, 12. Januar 2012. Was der Gemeinderat Kurt Klemm schon seit Jahren anprangert, hat Methode: Der gnadenlose R├╝ckschnitt von Natur. Verantwortlich: B├╝rgermeister Michael Kessler. Ausf├╝hrende: Die Mitarbeiter des Bauhofs. Konsequenz: Entweder passt sich die Natur in die „Vorstellungen“ ein oder sie wird gnadenlos bek├Ąmpft.

F├╝r Nat├╝rsch├╝tzer ist „Gestr├╝pp“ ein Lebens- und R├╝ckzugsraum f├╝r Tiere. F├╝r den B├╝rgermeister Michael Kessler etwas, dass er konsequent bek├Ąmpft. Seine Strategie: R├╝ckschnitt bis auf Kn├Âchelh├Âhe. Vermutlich ist ihm das Gestr├╝pp zu „unordentlich“.

Die ├ästhetik des B├╝rgermeisters orientiert sich an Beton und Stein. Sichtbar am Dorfplatz – der nur Stein lebt und kalt und ungem├╝tlich ist.

Oder an seinem „Jahrhundert-Projekt“ „Pfenning“. Beton, Hallen, Fahrbahnen, Fahrzeuge. Das ist sein Metier.

Um den Badesee gibt es ein neues Teilst├╝ck des Rundwegs. Benutzer sollen nicht auf „Gestr├╝pp“ schauen, sondern auf den See. Dessen glatte Fl├Ąche sieht vermutlich in den Augen des B├╝rgermeisters auch irgendwie wie eine planierte Betonfl├Ąche aus. Obwohl man sehr gut auf den Badesee auf den bisherigen Wegen schauen kann, musste ein langer Streifen gewachsenes Biotop weichen – f├╝r einen Blick auf den Badesee.

Abschneiden, kurz machen, in Form bringen. Manch einer in Heddsheim h├Ąlt das f├╝r ein politische Formel, die vor allem f├╝r gewisse Gemeinder├Ąte gilt, die sich willf├Ąhrig f├╝gen.

Deshalb ist hier auch kein Protest zu erwarten, sondern ganz sicher Zustimmung oder vielleicht sogar die Nachfrage, ob man nicht die Kosten f├╝r radikale R├╝ckschnittsaktionen langfristig besser durch konsequentes Duchbetonieren senken k├Ânnte.

Verbunden mit der Formel:

Genie├čen Sie den neuen Blick auf den Badesee. Alles ist in „Ordnung“.