Freitag, 10. April 2020

Fensterscheiben an Schule eingeschlagen

Heddesheim, 21. November 2013. (red/pm) In den N├Ąchten vom 10. auf den 11. November sowie vom 17. auf den 18. und vom 19. auf den 20. November schlugen bisher Unbekannte mehrere Fensterscheiben an der Johannes-Kepler-Schule ein. Es entstand ein Schaden von rund 1.500 Euro. [Weiterlesen…]

Werkrealschule Hirschberg/Heddesheim hei├čt nun Karl-Drais-Schule


Guten Tag!

Hirschberg/Heddesheim, 18. Februar 2011. Die Martin-St├Âhr-Grund- und Hauptschule und die Johannes-Kepler-Schule werden nach der Zusammenlegung zur Grund- und Werkrealschule Hirschberg/Heddesheim k├╝nftig „Karl-Drais-Schule“ hei├čen. Der Beschluss fiel nicht einstimmig.

Die beiden B├╝rgermeister Manuel Just (Hirschberg) und Michael Kessler (Heddesheim) stellten in der gestrigen Sitzung des Schulzweckverbands die Beratungen in den Gemeinder├Ąten dar.

Aus Sicht der Drais-Bef├╝rworter wurde argumentiert: Ein Erfinder passe besser zu einer Werkrealschule, Drais sei auch bei Sch├╝lerinnen und Sch├╝lern bekannt, es gebe einen Bezug zur Region und zum Aspekt Technik. Peter Johe (Freie W├Ąhler Hirschberg) fand den Namen Domin eher passend f├╝r ein Gymnasium.

Die Heddesheimer Gr├╝nen Kurt Klemm, Andreas Schuster, sowie die GLH-Gemeinder├Ątin Birgit Knoblauch und die Heddesheimer SPD-Gemeinder├Ątin Karin Hoffmeister-Bugla argumentierten und stimmten hingegen f├╝r Hilde Domin: Eine Frau w├Ąre gut um, die Rolle der Frauen zu st├Ąrken. Au├čerdem w├Ąre ein Bezug zur Zeit des Nationalsozialismus und der Verfolgung von Menschen gegeben, ein Thema, dass derzeit in der Region eher stiefm├╝tterlich behandelt werde. Drais hingegen sei h├Ąufig vertreten und deshalb etwas abgegriffe und zu naheliegend.

Der Hirschberger Gemeinderat hatte sich vor dem Heddesheimer Gemeinderat auf den Namen Drais in nicht-├Âffentlicher Sitzung festgelegt, w├Ąhrend der Heddesheimer Gemeinderat mehrheitlich den Namen Domin pr├Ąferiert hat, aber auch Drais aufgeschlossen gegen├╝ber stand.

Acht Gemeinder├Ąte stimmten dann f├╝r Drais, vier f├╝r Domin. Die B├╝rgermeister, die nur „einig“ Entscheidungen f├╝r den Verband treffen k├Ânnen, stimmten dann f├╝r die Benennung in Karl-Drais-Schule.

Insgesamt gab es 85 Namensvorschl├Ąge aus der Bev├Âlkerung. Die „Namensgeber“ f├╝r Drais d├╝rfen sich ├╝ber einen 100-Euro-Einkaufsgutschein freuen, f├╝r Hilde Domin gibt es einen Gutschein im Wert von 75 Euro und f├╝r den drittplatzierten Namen „Loki-Schmidt-Schule“ einen im Wert von 50 Euro.

Auch eingesandt Logo-Vorschl├Ąge werden pr├Ąmiert – auch wenn sie nicht zum Einsatz kommen.

Karl Drais. Quelle: wikipedia

Zur Person:
Wikipedia: Karl Drais wurde am 29. April 1785 in Karlsruhe geboren und ist dort auch am 10. Dezember 1851 gestorben.

Neben seiner T├Ątigkeit als „Erfinder“ gibt es auch „politische Verwicklungen“, wie man im Online-Lexikon nachlesen kann:
„Zu DraisÔÇÖ Erfindungen geh├Âren ein Klavierrekorder, der Tastendr├╝cke auf Papierband aufzeichnet; 1821 die erste Tastenschreibmaschine f├╝r 25 Buchstaben (1829 weiterentwickelt zur Schnellschreibmaschine mit 16 Tasten sowie erstmals mit Lochstreifen); ein Holzsparherd mit fr├╝hester Kochkiste.

DraisÔÇÖ bedeutendste Erfindung ist der Vorl├Ąufer des Fahrrads die Laufmaschine oder Draisine. Mit ihr wurde zum ersten Mal das Zweiradprinzip, die Bewegung eines Fahrzeugs mit zwei R├Ądern auf einer Spur, verwirklicht.“

„Nachdem das Oberhofgericht Mannheim unter Vorsitz von DraisÔÇÖ Vater den Burschenschafter und Kotzebue-M├Ârder Karl Ludwig Sand zum Tode verurteilt hatte, begannen die Anh├Ąnger des kurz darauf Hingerichteten, Drais wegen des Urteils des Vaters zu verfolgen. Deshalb wanderte er f├╝r ein paar Jahre als Geometer nach Brasilien aus.

Nach seiner R├╝ckkehr und dem Tod des Vaters wollte man ihm seine Erfinderpension k├╝rzen, wogegen er erfolgreich prozessierte. Darauf wurde er das Opfer von Privatrache des unterlegenen gegnerischen Anwalts. Man inszenierte eine Kneipenschl├Ągerei mit Konsequenzen.

Daraufhin verlor er seinen Kammerherrenstatus, das hei├čt, er wurde bei Hofe nicht mehr vorgelassen. Nachdem er sich ├Âffentlich als Demokrat ge├Ąu├čert hatte, entging er 1838 nur knapp einem Mordanschlag und zog nach Waldkatzenbach im Odenwald.“

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Die Redaktion

Hinweis der Redaktion:
Wir verlinken auf andere Quellen, darunter auf Wikipedia, weisen aber ausdr├╝cklich darauf hin, dass von uns nicht gepr├╝fte Informationen fehlerhaft sein k├Ânnen.

Werkrealschule ohne Namen startet unter „kommissarischer“ Leitung

Guten Tag!

Heddesheim/Hirschberg, 10. September 2010. Heute ist der letzte Ferientag – nach dem Wochenende beginnt in Baden-W├╝rttemberg wieder die Schulzeit. In Heddesheim und Hirschberg gibt es seit dem 01. August 2010 eine gemeinsame Werkrealschule – doch der fehlt auf absehbare Zeit eine „offizielle“ Leitung – Jens Drescher bleibt vorerst der kommissarische Leiter, obwohl schon feststeht, dass er der offizielle Leiter werden wird.

Von Hardy Prothmann
Wenn am Montag die neue gemeinsame Werkrealschule Hirschberg-Heddesheim ihren Schulbetrieb aufnimmt, steht sie nur unter kommissarischer Leitung durch Jens Drescher.

Statt eines Aufbruchssignals, dass hier tats├Ąchlich eine hoffnungs- und wirkungsvolle Schulreform greift, beginnen die vormals selbstst├Ąndigen Schulen (Martin-St├Âhr und Johannes-Kepler) mit einem Provisorium.

Das ist entw├╝rdigend f├╝r den engagierten jungen Rektor Drescher, f├╝r die Eltern und f├╝r die Sch├╝lerInnen, denen bessere Ausbildungschancen versprochen werden, f├╝r die die Verwaltungsapparate aber auch nicht den Hauch eines emotionalen Verantwortungsgef├╝hls entwickeln, von dem doch so oft betont wird, dass es gerade f├╝r diese Sch├╝lerInnen von so gro├čer Bedeutung w├Ąre.

Jens Drescher, der „alte“ Rektor der Hirschberger Martin-St├Âhr-Schule, ist seit Wochen schon kommissarischer Leiter der Schule ohne Namen, die aber die gemeinsame Hauptschule mit Werkrealschule der Gemeinden Hirschberg und Heddesheim ist.

Was die B├╝rgermeister Michael Kessler (Heddesheim) und Manuel Just (Hirschberg) und der Staatssekret├Ąr Georg Wacker (CDU) gerne als „Erfolg“ feiern, ist eine improvisierte Geschichte.

Die Schule hat keinen Namen und keinen festen Leiter. Es geht ja auch nur um Hauptsch├╝lerInnen.

Das ist entw├╝rdigend. Noch mehr, dass ein „Schulrat“ Daniel Hager-Mann, zust├Ąndig beim Mannheimer Schulamt, ganz selbstverst├Ąndlich erkl├Ąrt, dass der Prozess im Gang sei, es viele Verwaltungsinstanzen g├Ąbe und voraussichtlich in diesem Jahr noch, aber nicht sicher, das Verfahren abgeschlossen werde.

Noch entw├╝rdigender ist, dass Ger├╝chte kolportieren, dass erst mit der offiziellen Ernennung des neuen Schulleiters entsprechende Geh├Ąlter bezahlt w├╝rden. Ob das stimmt, ob hier „gespart“ wird, konnten wir nicht ausrecherchieren. Wenn es kein Demmenti gibt, wird das Ger├╝cht wohl zutreffen.

Unabh├Ąngig davon startet die neue Werkrealschule als Provisorium. Schulleitung, Lehrer, Sch├╝ler, Eltern – alle leiden darunter. Es gibt kein hoffnungsvolles Zeichen eines Neustarts, keine Aufbruchstimmung, noch nicht mal den Versuch eines guten Willens. Sondern nur „juristische Fragen“, Verfahren und bl├Âde Nachfragen, was denn eigentlich das Problem sei, denn es gehe doch alles seinen Gang.

„Unser Interesse ist der geordnete Betrieb des Schulbeginns“, h├Ârt man aus dem Schulamt. „Das war zu keinem Zeitpunkt unklar.“

Wann erfahren die Sch├╝lerInnen und deren Eltern, wer sie leitet? „Wenn die Verfahren abgeschlossen sind“, sagt Herr Hager-Mann.

Ist das die Botschaft an die Sch├╝lerInnen? „Abgeschlossene oder nicht abgeschlossene Verfahren zu sein?“

Das ist unw├╝rdig. Aber es passt zur Schulpolitik des Landes Baden-W├╝rttemberg, die gerne die vergisst, die am meisten F├Ârderung brauchen.

Auch die Belastung der LehrerInnen ist enorm – dabei m├╝ssen gerade diese mehr leisten und aushalten als ihre Kollegen an anderen Schulen.

Am Montag startet die neue, gemeinsame Hauptschule mit Werkrealschule. Auch, wenn es noch nicht offiziell ist: Der Schulleiter hei├čt Jens Drescher. Man darf ihm und seinem Kollegium in Hirschberg und Heddesheim nur alles Gute w├╝nschen, denn alles Gute bekommen sie nicht von der Politik. Weder aus Hirschberg noch aus Heddesheim, noch aus Mannheim, noch aus Karlsruhe, noch aus Stuttgart.

Die Schulleiterin der Johannes-Kepler-Grundschule hei├čt Hiltrud Rudolf.

Allen gemeinsam ist, dass alles Gute von ihrem Engagement abh├Ąngt.

Viel Kraft daf├╝r.

Denn wie soll man am Montag die Sch├╝lerInnen begr├╝├čen?

„Herzlich willkommen in der Schule ohne Namen unter kommissarischer Leitung bis die Verfahren abgeschlossen sind?“

Dar├╝ber machen sich weder das Schulamt in Mannheim, noch die hohe Politik in Stuttgart, noch die B├╝rgermeister├Ąmter in Heddesheim und Hirschberg Gedanken.

Hauptsache, die Schule startet geregelt.

JKS-Rektorin Rudolf entl├Ąsst 9. und 10. Klasse: „Habt Mut zur Freiheit“

Guten Tag!

Heddesheim, 21. Juli 2010. 41 Jungen und M├Ądchen feierten am Freitagabend, den 23. Juli 2010, ihre Entlassfeier. Die meisten machen mit der schulischen Ausbildung weiter, ein Hauptsch├╝ler und acht Werkrealsch├╝ler beginnen eine Lehre. F├╝rs erste feierten die Sch├╝lerInnen ihren Erfolg: Alle haben bestanden.

Von Sabine Prothmann

41 Jungs und M├Ądchen feierten gestern ihren Abschluss ihrer Schulzeit in der Johannes-Kepler-Schule. 25 haben ihren Hauptschulabschluss und 16 ihre Werkrealschulreife bestanden.

Die beiden Abschlussklassen hatten ein buntes und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, das den Familien, Lehrern und Freunden einen Einblick in ihre Schulzeit gew├Ąhrte.

Kevin Einsmann-Pons, Absolvent der 10. Klasse, und Julia Hartmann, Absolventin der 9. Klasse, begr├╝├čten die G├Ąste und f├╝hrten charmant durchs Programm.

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Entlassfeier an der Johannes-Kepler-Schule. Bild: hedesheimblog.de

„Bleibt dran, wenn ein Weg nicht weiterf├╝hrt, dann versucht einen anderen“, sagte B├╝rgermeister Michael Kessler. „Lernen gegen den Strom, ist wie rudern gegen den Strom.“ Beides sei sehr beschwerlich.

Kessler erinnerte in seiner Rede an die „schwierige Zeit“ im vergangenen Jahr, als die Zukunft der Johannes-Kepler-Schule neu entschieden und der Sitz f├╝r die gemeinsame Werkrealschule Hirschberg-Heddesheim zugunsten Hirschbergs beschlossen wurde. „Wir sind entschlossen weiterhin f├╝r eine bestm├Âgliche Bildungschance zu sorgen“, sagte Kessler.

„Alle haben bestanden, macht jetzt das beste draus.“ Manfred Scholl

„Alle haben bestanden, macht jetzt das beste draus“, betonte der Elternbeiratsvorsitzende Manfred Scholl in seiner Ansprache. Beharrlichkeit und der Glauben an sich selbst, sei wesentlich f├╝r die Zukunft. „Und bleibt in Kontakt“, appellierte Scholl an die Absolventen.

Kevin Einsmann-Pons erinnerte sich in seiner Sch├╝lerrede an das ereignisreiche 10. Schuljahr. Kaum habe das Jahr begonnen standen schon die Projektpr├╝fungen an und schon bald darauf h├Ątte man f├╝r die Abschlusspr├╝fung lernen m├╝ssen.

Erinnerung an Elena Gr├Ąf.

Julia Hartmann erw├Ąhnte den tragischen Tod ihrer Mitsch├╝lerin Elena Gr├Ąf im vergangenen Sommer und k├Ąmpfte sichtbar mit ihren Tr├Ąnen. „Du bist unglaublich mutig“, sagte Rektorin Rudolf, die selbst mit der R├╝hrung k├Ąmpfen musste und unterst├╝tzend zu Julia Hartmann auf die B├╝hne kam.

In ihrer Ansprache als Rektorin machte Rudolf der 9. und der 10. Klasse ein gro├čes Kompliment f├╝r die Feier, die sie in Eigenregie geplant hatten.

„Ich w├╝nsche euch den Mut zur Freiheit.“ Hiltrud Rudolf.

„Ich w├╝nsche euch den Mut zur Freiheit“, sagte Hiltrud Rudolf. Seid unabh├Ąngig, von dem , was andere von euch erwarten, seid mutig, seid frei, in dem was ihr denkt und w├╝nscht, damit ihr erkennt, dass euer Leben ein Ziel und ein Sinn hat, ermahnte die Rektorin mit bewegenden Worten ihre Absolventen.

Als Klassenlehrerin der 9. Klasse erinnerte sich Rudolf an ein Jahr mit Respekt und Ehrlichkeit und einer geh├Ârigen Portion Humor, denn „trotz massivem Widerstand, habt ihr es nicht geschafft durchzufallen“.

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Die 12 M├Ądchen und 13 Jungen haben ihren Hauptschulabschluss im Durchschnitt mit 2,8 bestanden. Als Klassenbeste wurden Linda Lange und Dominik Schul (beide 2,0) ausgezeichnet. Einen Buchpreis f├╝r Pr├╝fungsleistungen mit der Endnote 1 erhielt in Englisch Daniel Albert, in Mathematik Patrick H├Ąrtel und in der Projektpr├╝fung Lukas Kielmayer, Sven Kessler, Linda Lange, Maike Kling und Romina Press. Den Sozialpreis f├╝r Klassen- und Sch├╝lersprechert├Ątigkeit bekamen Linda Lange und Maike Kling.

Wie gehts weiter?

Nach dem Hauptschulabschluss gehen 16 Sch├╝ler und Sch├╝lerinnen auf weiterf├╝hrende Schulen, einer hat eine feste Lehrstelle, vier weitere warten noch auf die Zusage, zwei machen ein Berufskolleg und zwei Sch├╝ler ein Berufseinstiegsjahr.

Martin Stieber, Klassenlehrer der 10. Klasse, ist sehr stolz auf seine 16 Absolventen des Werkrealschulabschlusses. „Auch, wenn ich von dem einen oder anderen mehr erwartet h├Ątte“, wie er bei der Zeugnis├╝bergabe betonte.

Mit pers├Ânlichen Worten ├╝berreichte er allen Sch├╝lerInnen pers├Ânlich ihr Abschlusszeugnis.

Acht Sch├╝ler haben einen Ausbildungsplatz gefunden, das sind 50 Prozent, „das ist super“, sagte Stieber. Ein Sch├╝ler werde zur Bundeswehr gehen, vier sind noch auf der Suche bzw. warten noch auf die Zusage eines Ausbildungsplatzes und drei gehen weiter zu Schule, um ihre Fachhochschulreife zu machen.

Einer davon ist Kevin Einsmann-Pons, der mit 1,8 den besten Durchschnitt erreicht hat. F├╝r gute Leistungen in der Projektpr├╝fung wurden Rick Schwarzenberger, Johann Besherz und Kevin Einsmann-Pons ausgezeichnet. Den Sozialpreis erhielten Sabrina Mayer und Laura Schmitt.

Das vertrauensvolle Verh├Ąltnis der Sch├╝ler und Lehrer zeigten die Spiele und der Sketch ├╝ber eine ganz „normale“ Schulstunde der 9. Klasse, die beiden Diavortr├Ąge und die Geschenke, die die Abschlussklassen ihren Lehrern ├╝berreichten.

Viel Freude mit den Fotos:

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Video: Sommertagszug 2010

Guten Tag!

Heddesheim, 29. M├Ąrz 2010. Fast einen Kilometer war der diesj├Ąhrige Sommertagszug lang. Rund 1.000 Menschen beteiligten sich daran. Weit ├╝ber viertausend Menschen nahmen teil.

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Der Winter ist verbrannt. Bild: hblog/Robin Birr

Organisiert wurde der Zug von einem Team um den Bauhofleiter Wolfgang Unverricht. Gut 40 Gruppen (Wagen, Fu├čgruppen, Oldtimer, Pferde) zogen durch Heddesheim. B├╝rgermeister Kessler bot Obstler an, Mitglieder des Gemeinderats verschenkten Sommertagsbrezeln und ├âÔÇ×pfel. Mehrere Kapellen spielten zum „Winter ade“ auf.

Viel Freude mit dem Video!

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Fotostrecke: Sommertagszug 2010

Guten Tag!

Heddesheim, 28. M├Ąrz 2010. Mit ├╝ber 40 Gruppen zog heute der Sommertagszug 2010 durch Heddesheim zum Festplatz, wo der Winter traditionell verbrannt wurde. 4.596 Menschen nahmen an der Prozession teil.

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Ãœber 4.000 Menschen nahmen am Sommertagszug 2010 teil. Bild: hblog/Robin Birr

Der Zug der 14 Wagen und 14 Fu├čgruppen sowie Oldtimer und Reiter f├╝hrte durch folgende Stra├čen: Schulstra├če – Beindstra├če – Rathaus – Oberdorfstra├če – Vorstadtstra├če – Bismarckstra├če -Ahornstra├če.

B├╝rgermeister Michael Kessler begr├╝├čte auf dem Platz die Bev├Âlkerung und sagte, dass rund 1.000 Menschen am Sommertagszug mitgewirkt h├Ątten. Auf dem Festplatz wurde danach der „Winter“ verbrannt.

Die Mitwirkenden finden Sie am Ende des Artikels in den Schlagworten.

Die Fotos hat unser Praktikant Robin Birr (16) gemacht. Der Heddesheimer ist Sch├╝ler und absolviert, so die Schule es zul├Ąsst, f├╝r einige Stunden im Monat ein redaktionelles Praktikum bei uns.

Alle Fotos: heddesheimblog/Robin Birr

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Was vom Antrag ├╝brig bleibt – die Werkrealschule der Politik

Guten Tag!

Heddesheim/Hirschberg, 18. Februar 2010. Der urspr├╝ngliche Antrag auf eine gemeinsame Werkrealschule ist gescheitert. Das „macht nichts“, denn ein „Alternativantrag“ soll die „L├Âsung“ sein.

Kommentar: Hardy Prothmann

Es geht um das „Wohl unserer Sch├╝ler“. An dieser Aussage lie├čen die B├╝rgermeister Manuel Just (Hirschberg) und Michael Kessler (Heddesheim) keinen Zweifel.

Kein Zweifel? Von wegen.

Das Konzept der Werkrealschule an sich ist verzweifelt.

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Michael Kessler, Georg Wacker, Manuel Just finden "Alternativl├Âsung". Bild: hblog

Nur Baden-W├╝rttemberg und Bayern leisten sich dieses Konzept, w├Ąhrend schon zehn andere der sechzehn Bundesl├Ąnder die Hauptschule abgeschafft haben oder dabei sind, diese abzuschaffen.

In Stuttgart wird eine Kirchturmpolitik gemacht, die mit den „Zust├Ąnden“ vor Ort, mit dem Zustand der Hauptschule an sich nichts zu tun hat. Die Werkrealschule ist eine „Zwischenl├Âsung“ auf dem Weg zur Abschaffung der Hauptschule und von Motiven getrieben, denen ganz sicher das „Wohl der Sch├╝ler“ egal ist. Es geht darum, was diese „kosten“.

Das Konzept ist, dass alles noch nicht geregelt ist.

Wenn Staatssekret├Ąr Georg Wacker (CDU) etwas von „p├Ądagogischen Konzepten“ in diesem Zusammenhang erl├Ąutert, darf man mit Fug und Recht behaupten, dass er „schw├Ątzt“.

Denn mit den Konzepten ist es nicht weit her.

Das Gesetz zu dieser „Schulreform“ wurde im Hauruck-Verfahren von der Landesregierung gegen die Empfehlungen der Lehrer und Eltern durchgedr├╝ckt. Die Vorsitzende des Landeselternbeirats Christiane Staab (CDU) ist zusammen mit ihrer Stellvertreterin Sylvia Wiegert aus „Entsetzen“ ├╝ber die Schulpolitik am 20. Januar 2010 von ihrem Amt zur├╝ckgetreten.

Konzepte? Bis heute liegen keine Lehrpl├Ąne f├╝r diese ach-so-tolle Werkrealschule „neuen Typs“ vor. Erst in einigen Wochen wird das der Fall sein: „Die Schulen und Lehrer haben dann ausreichend Zeit, sich darauf einzustellen“, sagt Staatssekret├Ąr Wacker und tut so, als liefe alles wie am Schn├╝rchen.

Hautpsache „gesetzeskonform“.

Das tut es aber nicht. Die AlternativNotl├Âsung Hirschberg-Heddesheim ist ein erstklassiges Beispiel.

Auf der Pressekonferenz wird eine „gesetzeskonforme“ L├Âsung pr├Ąsentiert. B├╝rgermeister Manuel Just machte keinen Hehl daraus, dass man aus der misslichen Lage das Beste machen wollte (erster Antrag) und das Bestm├Âgliche nun beantragen wolle (Alternativantrag).

Kommende Woche wird die zweitbeste aller schlechten L├Âsungen nun durchgeboxt. Am Montag wird der Hirschberger Elternbeirat in Kenntnis gesetzt, am Dienstag soll der Gemeinderat den neuen Antrag abnicken, am Mittwoch wird der Heddesheimer Elternbeirat in Kenntnis gesetzt, am Donnerstag soll der dortige Gemeinderat nicken.

F├╝r die beiden Schulen, die dann k├╝nftig eine sein werden, wird die Schulleitung neu ausgeschrieben. Voraussichtlich wird Jens Drescher, der Leiter der Martin-St├Âhr-Schule der neue Leiter der gemeinsamen Werkrealschule – es k├Ânnte aber auch jemand anderes werden. Die Heddesheimer Rektorin Hiltrud Rudolf wird sich voraussichtlich der Lage beugen und Leiterin einer Johannes-Kepler-Grundschule werden.

Doch auch das ist noch nicht geregelt – voraussichtlich wird die gemeinsame Werkrealschule zum kommenden Schuljahr 2010/11 starten und noch beide Schulleitungen im Amt haben.

Dringende Probleme

Ein neuer Name wird bis dahin auch noch nicht gefunden haben, denn „es gibt dringendere Probleme“ zu l├Âsen, wie B├╝rgermeister Manuel Just sagt.

Beispielsweise die Organisation der verteilten Schule: Wer, wann, wo und wie sind die bislang ungel├Âsten Fragen zum Einsatz der Lehrer.

Auch der Transport der Sch├╝ler ist noch nicht geregelt. Wie sch├Ân, dass das „die Zehntkl├Ąssler nicht betrifft“, wie B├╝rgermeister Michael Kessler sagt, „die k├Ânnen wie bisher auch mit dem normalen ├ľPNV fahren“.

Vier Klassenzimmer stehen k├╝nftig in Hirschberg oder in Heddesheim leer. Was macht man damit? B├╝rgermeister Kessler sagt allen Ernstes: „Die k├Ânnte man dann beispielsweise renovieren. Oder so.“

„Oder so“ also.

Die „Werkrealschule der Politik“ f├╝hrt dazu, dass „zwei starke Hauptschulen“ in ein zweifelhaftes Abenteuer mit unbekanntem Ausgang gest├╝rzt werden.

Der vom Staatssekret├Ąr hoch gelobte „mittlere Bildungsabschluss“ der Werkrealschule, der angeblich dem Realschulabschluss „gleichwertig“ sein soll, ist in den Nachbarl├Ąndern Rheinland-Pfalz und Hessen unbekannt und dementsprechend nichts wert.

Ein guter Abschluss?

Darauf angesprochen sagt Herr Wacker: „Die Kultusministerkonferenz hat diesen Abschluss quasi „zertifiziert“. Hier in Baden-W├╝rttemberg wurde uns versichert, dass dies ein guter Abschluss ist.“

Ein guter Abschluss also? Das wird sich in der Praxis zeigen m├╝ssen. Aus Sicht der Lehrer handelt es sich um einen Etikettenschwindel.

Die Schulnote f├╝r die „Schulreform“ und die Hirschberger-Heddesheimer-L├Âsung hingegen steht fest: Sie ist mangelbehaftet. Ebenso wie die „Einbeziehung“ der Sch├╝ler, Eltern und des Elternbeirats – was kommende Woche passieren wird, hat nichts mit „Einbeziehung“ zu tun, sondern nur mit „Durchboxen“.

Die Alternativl├Âsung ist eine L├Âsung ohne Alternative.

Gemeinsame Werkrealschule: Der „Alternativantrag“

Guten Tag!

Heddesheim/Hirschberg, 18. Februar 2010. Der urspr├╝ngliche Antrag auf eine gemeinsame Werkrealschule der Gemeinden Heddesheim und Hirschberg hatte politisch keine Chance. Ein Alternativantrag soll genehmigungsf├Ąhig sein.

Der Alternativantrag f├╝r eine gemeinsame Werkrealschule sieht vor, dass bereits zum kommenden Schuljahr die Klassen 5-7 der Hauptschulen Heddesheim-Hirschberg einz├╝gig (also nur mit einer Klasse in der Stufe) vor Ort unterrichtet werden (siehe unseren Bericht „Letzte Verhandlungen zur Werkrealschule„).

Die Klassen 8-9 werden zweiz├╝gig an wechselnden Standorten unterrichtet. Die Klasse 10 wird dort absolviert, so zuletzt die Klasse 9 stattgefunden hat.

Auf einer Pressekonferenz in Hirschberg erl├Ąuterten die B├╝rgermeister Michael Kessler (Heddesheim) und Manuel Just (Hirschberg) sowie Staatsminister Georg Wacker (CDU), dass der gemeinsame Schulstandort Hirschberg sein soll. Heddesheim soll als „Ausgleich“ Standort eines noch einzurichtenden „Schulzweckverbandes“ werden.

Am Montag, den 22. Februar 2010, soll der Hirschberger Elternbeirat der Martin-St├Âhr-Schule ├╝ber den „Alternativantrag“ unterrichtet werden. Am 23. Februar 2010 soll der Hirschberger Gemeinderat dem Antrag zustimmen. Am 24. Februar soll der Heddesheimer Elternbeirat der Johannes-Kepler-Schule ├╝ber den „Alternativantrag“ unterrichtet werden. Am 25. Februar 2010 soll der Heddesheimer Gemeinderat dem „Alternativantrag“ zustimmen.

Die Zustimmung der beiden Gemeinder├Ąte ist die Vorraussetzung, dass beide Gemeinden bis zum 15. M├Ąrz 2010 einen neuen „Alternativantrag“ stellen k├Ânnen.

Dokumentation der Pressemitteilung:

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Das heddesheimblog

Gemeinsame Werkrealschule: Alternativantrag genehmigungsf├Ąhig

Guten Tag!

Heddesheim/Hirschberg, 17. Februar 2010. Der Antrag auf eine gemeinsame Werkrealschule Hirschberg-Heddesheim ist nicht genehmigungsf├Ąhig. Ein Alternativantrag soll akzeptiert werden.

Die B├╝rgermeister Manuel Just (Hirschberg) und Michael Kessler (Heddesheim) sowie der Staatssekret├Ąr Georg Wacker (CDU) haben heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt gegeben, dass der urspr├╝ngliche Antrag der beiden Gemeinden f├╝r eine gemeinsame Werkrealschule nicht genehmigungsf├Ąhig ist.

Stattdessen solle ein Alternativantrag gestellt werden, „f├╝r den ich ganz klar die Genehmigung signalisieren kann“, sagte Staatssekret├Ąr Wacker.

Danach verbleiben die Klassen 5-7 an den Standorten Heddesheim und Hirschberg. Jahrgangsstufe 8 wird an einem Standort unterrichtet, Jahrgangsstufe 9 wechselt dann an den anderen Standort, wo auch die zehnte Klasse abgeschlossen wird.

Diesem Modell m├╝ssen aber noch die beiden Gemeinder├Ąte zustimmen.

Der Artikel wird aktualisiert.
Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht

Letzte Verhandlungen zur Werkrealschule

Guten Tag!

Heddesheim/Hirschberg, 12. Februar 2010. In der Hirschberger Martin-St├Âhr-Schule gab es heute ein Gespr├Ąch zwischen B├╝rgermeistern, Schulamt und Schulleitungen sowie dem Staatssekret├Ąr Georg Wacker zur Werkrealschule. Der Vorgang steht unter Druck – eine Entscheidung muss getroffen werden.

Von Hardy Prothmann

Was die B├╝rgermeister Just und Kessler, die Schulleitungen, das Schulamt und der Staatssekret├Ąr Wacker heute besprochen haben, bleibt noch unter Verschluss. F├╝r den kommenden Mittwoch, den 17. Februar 2010, ist f├╝r 17:00 Uhr eine Pressekonferenz angek├╝ndigt.

Soviel ist aus dem Umfeld zu h├Âren: Der Antrag f├╝r eine gemeinsame Werkrealschule klemmt und angeblich soll es noch keine Entscheidung geben – also weder eine Ablehnung, noch eine Zustimmung.

Das k├Ânnte darauf hindeuten, dass „nachgebessert“ werden muss. Wie aus Kreisen der Beteiligten zu erfahren war, k├Ânnte eine L├Âsung so aussehen: Die 5. bis 7. Klassen werden weiterhin vor Ort unterrichtet, im j├Ąhrlichen oder zweij├Ąhrigen Wechsel werden die 8. und 9. Klasse entweder in Hirschberg oder in Heddesheim unterrichtet. Gleichzeitig wird die 10. Klasse Werkrealschule am jeweils anderen Ort unterrichtet.

Welche L├Âsung auch immer kommt: Es wird eine chaotische sein. Bis heute fehlen die Lehrpl├Ąne f├╝r die neue Werkrealschule, die Lehrer wissen nicht, wann sie wo und wie eingesetzt werden. F├╝r die neue Werkrealschule Hirschberg-Heddesheim muss h├Âchstwahrscheinlich die Schulleitung neu ausgeschrieben werden. Es k├Ânnte also sein, dass keine der beiden jetzigen Leitungen die neue gemeinsame Werkrealschule leiten wird.

Auch der Transport der Sch├╝ler ist unklar. Ebenso der Umgang mit den frei werdenden R├Ąumlichkeiten vor Ort.

Eines aber ist klar: An dem, was hinter den Kulissen nun verhandelt wird, sind weder die Eltern, noch die Sch├╝ler, noch die Lehrkr├Ąfte beteiligt.

„Eines Morgens musste er ein Ventil ├Âffnen, weil es ihn sonst verrissen h├Ątte.“

Guten Tag!

Heddesheim/Stuttgart, 30. Januar 2010. Das heddesheimblog ist ein lokales Medium. Was in Stuttgart oder in Berlin oder in Washington passiert, interessiert uns erstmal nicht. Weil wir ├╝ber das Hier und Jetzt berichten. Wir interessieren uns aber f├╝r Washington, Berlin oder aktuell Stuttgart, wenn „das da drau├čen“ uns genau hier einholt. Das ist am 25. Januar 2010 eingetreten. Mit einem Portr├Ąt in der Stuttgarter Zeitung: „Rudi macht nicht mehr mit.“

Kommentar: Hardy Prothmann

Bis gestern wusste ich nicht, wer Michael Ohnewald ist.

Das wei├č ich bis heute auch nicht so genau, weil ich Herrn Ohnewald nicht pers├Ânlich kenne.

Was ich wei├č: Er wurde in der Kategorie „Regionales, Autoren“ von einer Journalisten-Jury zum Top-Regionaljournalisten 2009 gek├╝rt. Warum ich das wei├č? Weil mich diese Jury auf Platz 3 w├Ąhlte. (Hier finden Sie alle Platzierungen.)

Diese Auszeichnung hatte ich zun├Ąchst ├╝berhaupt nicht mitbekommen: ├â┼ôber zwei Wochen lang lag diese Zeitschrift schon auf einem Stapel anderer Zeitschriften. Zuf├Ąllig entdeckte ich meinen Namen bei Google und las etwas von einer „Platzierung“.

Google brachte die „Erkenntnis“.

In Deutschland gibt es je nach Verbandssch├Ątzung 30-50.000 Journalisten, die mit Journalismus ihr Geld verdienen. Es gibt viele Preise, W├╝rdigungen, Stipendien. Wenn man sich nicht darum k├╝mmert, ist es schwer, einen ├â┼ôberblick zu behalten.

Ein Klick brachte die Erkenntnis: Wochen zuvor wurde ich in der Kategorie „Regionales, Autoren“ als einer von „100 Journalisten des Jahres 2009“ bestimmt, als „Gr├╝nder heddesheimblog.de“.

Dazu haben mir viele Leserinnen und Leser nach einer Nachricht hier ihre Gl├╝ckw├╝nsche ├╝bermittelt, wof├╝r ich mich gerne herzlich bedanke.

Doch, was hei├čt das?

Weder die Redaktion noch die Jury des Mediummagazins haben mich dar├╝ber informiert, dass ich zur erlauchten Runde geh├Âre. Sondern Google.

Das hei├čt viel.

Dort habe ich zuf├Ąllig einen Link angeklickt, der mir zeigte, dass ich unter die Top 10 Journalisten 2009 in der Kategorie „Regionales“ gew├Ąhlt wurde.

Ich war erstaunt, weil ich mit allem, nur nicht damit gerechnet habe. Deshalb habe ich mich erstmal gefreut.

Es ist meine erste „Jury“-Auszeichnung.

Ich habe mich noch nie um Preise bem├╝ht, sondern irgendjemand anderes hat mich vorgeschlagen und dieser Vorschlag hat es tats├Ąchlich aufs „Treppchen“ geschafft.

Als ehrgeiziger Mensch wollte ich nat├╝rlich sofort wissen, warum ich nur auf Platz 3 gelandet bin. Das ist vermessen, man m├Âge es mir verzeihen.

Jede Menge ├âÔÇ×rger.

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Michael Ohnewald hat ein brilliantes Portr├Ąt ├╝ber den "Schulrebell" Rudolf Bosch geschrieben. Bild: Stuttgarter Zeitung

Ich wollte trotzdem gerne wissen, wer da zwei Pl├Ątze vor mir auf dem Siegertreppchen steht.

Michael Ohnewald?

Nie geh├Ârt.

Stuttgarter Zeitung. Aha. Was f├Ąllt mir dazu ein? Wichtig, alteingesessen, Medien-Union, ├â┼ôbernahme S├╝ddeutsche Zeitung. Meine Gedanken fetzten. Wie ordne ich den ein, den ich nicht kenne?

Ich suche bei Google, was oft mit Recherche verwechselt wird.

Da finde ich wenig. Ich gehe auf die Seite der Stuttgarter Zeitung. Und dort finde ich Texte.

Ich klicke einen an: „Der Rudi macht nicht mehr mit“.

Dar├╝ber steht: „Ein passionierter P├Ądagoge.“

Darunter ein gut fotografiertes Bild. Viel Schatten. Aber klare Sch├Ąrfen. Vor allem auf die Augen.

Unter dem Bild steht: „Rudolf Bosch mischt sich in die Bildungspolitik ein. Das gef├Ąllt nicht jedem.“

Diese Text-Bild-Kombination manipuliert sofort mein Interesse.

Das ist interessant.

Dieser Typ.

Rudi.

Der macht nicht mehr mit.

Dabei sieht er gar nicht so aus, wie jemand, „der nicht mehr mit macht“.

Sein Blick ist klar und doch schaut er in die Ferne.

Die Konturen sind scharf, doch gibt es Schatten.

Schatten der Vergangenheit?

Rudi hat Falten. Rudi hat viel gesehen.

Rudi braucht eine Brille – anscheinend sieht er gut mit der.

Seine Augen sind klar.

Ein wenig wirkt er gar wie Paul Newman auf mich.

Ich will wissen, wer Rudi ist. Rudi, „der nicht mehr mit macht“.

Dabei wei├č ich schon viel ├╝ber den „Rebell aus Schwaben“. ├â┼ôber einen, der es gewagt hatte, seine eigene Meinung zu sagen.

Warum ich ├╝ber ihn wusste? Ganz einfach: Auch in Heddesheim soll die Johannes-Kepler-Hauptschule in eine Werkrealschule umgewandelt werden.

Ich habe zur Frage Hauptschule-Werkrealschule recherchiert. Wer das tut, st├Â├čt unweigerlich auf „Rudi“ – den Rebell.

Am Anfang vieler Recherchen steht google, dann habe ich telefoniert. Dann habe ich mich mit Menschen getroffen. Niemand von diesen kannte Rudi pers├Ânlich, aber alle, die mit Hauptschule zu tun haben, wussten von Rudi.

Oder dem, was Rudi sagt.

Das heddesheimblog hat viel ├╝ber die Problematik Hauptschule-Werkrealschule berichtet.

Michael Ohnewald erz├Ąhlt mir in seinem Portr├Ąt davon, wer Rudi ist. Und erkl├Ąrt, warum der Experte Rudi die Werkrealschule ablehnt. Und f├╝r was Rudi sich einsetzt.

Und warum Rudi „nicht mehr mitmacht“.

„Man kann sich das vorstellen, als w├╝rde jemand mit einer stumpfen Nadel gegen einen Luftballon dr├╝cken, der bis zum ├âÔÇ×u├čersten gespannt ist. Das geht eine Weile gut. Irgendwann droht das Ding zu platzen.“

Das „Ding“, also alles, was es zu erz├Ąhlen gibt, ist Rudi.

Der mit dem klaren Blick. Rudi „Newman“.

Und dann folgen S├Ątze, die ein grandioses Portr├Ąt einleiten:

„Es hat sich ganz langsam angestaut bei Rudolf Bosch, der bis vor kurzem ein braver Beamter war, den nur wenige kannten, ein Hauptschullehrer mit Leib und Seele, der seinem Tagwerk leise murrend nachging. Eines Morgens musste er ein Ventil ├Âffnen, weil es ihn sonst verrissen h├Ątte. Seitdem hat der Rektor der Ravensburger Kuppelnauschule eine Menge ├âÔÇ×rger und landesweit einen Ruf wie Donnerhall.“

Michael Ohnewald portr├Ątiert einen Mann, der das Schulsystem kennt.

Jahrelang war Rudi das Schulsystem.

Jetzt ist Rudi ein Mann, der sich dagegen auflehnt. Daf├╝r hat dieser Mann „m├Ąchtig viel ├âÔÇ×rger“ bekommen.

In Heddesheim gibt es keinen Schul-Rudi wie diesen.

Aber auch in Heddesheim gibt es Auflehnung.

Gegen eine desolate Schulpolitik.

Viele Lehrer sind gegen die Reform – sie d├╝rfen als Beamte aber nichts sagen. Sonst droht ├âÔÇ×rger.

In Heddesheim gibt es aber den kesslerischen Wunsch, eine „gemeinsame Werkrealschule“ als L├Âsung aller Probleme zu verkaufen.

Intransparent. Sch├Ân geredet. Unehrlich.

In Heddesheim gibt es auf offizieller Seite keinen Rudi, der sagt: „Sie (Anm. d. Red.: Werkrealschule) ist ein Etikettenschwindel und ein fl├Ąchendeckendes Schulschlie├čungsprogramm, bei dem Kommunen, Schulen und Lehrer gegeneinander ausgespielt werden.“

Denn ein Rudi zu sein bedeutet „m├Ąchtig viele Probleme zu bekommen“.

In Heddesheim gibt es keinen Rudi. Daf├╝r aber einen Michael Kessler.

Der ist B├╝rgermeister, Beamter auf Zeit und weit davon entfernt, ein Rudi zu sein.

Wie Rudi das Schulsystem sieht, beschreibt Michael Ohnewald in einem grandios-n├╝chternem Portr├Ąt, das einem die Tr├Ąnen in die Augen treibt.

Ich kenne den Journalisten-Kollegen Michael Ohnewald nicht.

Sein Text „Rudi macht nicht mehr mit“ aber ist ein herausragendes St├╝ck.

Ein Beispiel f├╝r Qualit├Ątsjournalismus.

Eines, das ber├╝hrt und nachdenklich macht und sicher ├╝ber die Region hinausreichen wird.

Sofern eine Jury darauf st├Â├čt, wird er damit mit Sicherheit wieder einen Preis oder eine Platzierung gewinnen.

Sicherlich keinen Preis bekommt die Schulpolitik im Lande. Da gilt es „Mauern einzurei├čen“.

Und alle, die es „besser“ wissen wollen, also die Vertreter von SPD, CDU und FDP in Heddesheim, sollten erst diesen Text lesen, bevor sie weiter irgendetwas zu einem Thema sagen, von dem sie keine Ahnung haben.

Stuttgarter Zeitung, Michael Ohnewald: Der Rudi macht nicht mehr mit.

Werkrealschule: Gemeinderat beschlie├čt Hauptsitz f├╝r Hirschberg und Zweckverband f├╝r Heddesheim

Guten Tag!

Heddesheim, 17. Dezember 2009. Hirschberg soll Sitz einer gemeinsamen Werkrealschule werden. Das hat der Heddesheimer Gemeinderat heute mit 14:7 Stimmen bei einer Enthaltung beschlossen. Im Gegenzug soll in Heddesheim der Sitz eines Schulzweckverbands sein. Trotz eigener Zustimmung kritisierte der SPD-Fraktionsvorsitzende J├╝rgen Merx die „schlechte Kooperation“.

Von Horst P├Âlitz

„Unvoreingenommen hat Hirschberg den entscheidenderen Vorteil bei sich wegen der zentraleren Lage“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende J├╝rgen Merx w├Ârtlich: „So wie der Hirschberger Gemeinderat und der B├╝rgermeister Just aber vorgeprescht sind, k├Ânnen wir der Lage nach keinen anderen Beschluss fassen. F├╝r mich ist dieses Vorgehen die schlechteste aller Kooperationen.“

information

Sch├╝ler informieren sich w├Ąhrend der Berufsinformationsb├Ârse 09 an der Johannes-Kepler-Schule in Heddesheim. Archiv: hblog

Die FDP-Fraktion begr├╝├čte den Antrag. Gemeinder├Ątin Ingrid Kemmet sagte, dass man sich bei dem Antrag von der Landtagsabgeordneten Dr. Birgit Arnold unterst├╝tzt wisse. Der CDU-Fraktionschef Dr. Joseph Doll sagte, er f├╝rchte ohne diese Kooperation eine Schw├Ąchung der Hauptschule.

Gr├╝nen-Gemeinderat Ulrich Kettner, selbst Lehrer an der Johannes-Kepler-Schule, begr├╝ndete nochmals den aus Sicht seiner Fraktion „falschen Weg“ und „die Einsparpolitik“: „Ob die Errichtung eines Schulzweckverbands wirklich die Aufgabe einer eigenen Schulleitung kompensiert, ist noch v├Âllig offen. Tatsache ist, dass die Schule ohne Leitung geschw├Ącht wird. Wir Gr├╝nen halten die Werkrealschule f├╝r den falschen Weg. Wir sollten lieber als Gemeinden Druck in Stuttgart erzeugen und den Kindern erm├Âglichen, l├Ąnger zusammen zu lernen.“ Das sei aus Sicht der Gr├╝nen der bessere Weg.

Der partei- und fraktionslose Gemeinderat Hardy Prothmann (verantwortlich f├╝r das heddesheimblog, Anm. d. Red.) fragte, ob durch den Verzicht auf die Schulleitung nicht auch ├╝ber die Stelle der von allen Seiten gelobten derzeitigen Rektorin Hiltrud Rudolf entschieden werde. B├╝rgermeister Kessler sagte daraufhin: „Sie haben sich doch eingehend mit dem Thema befasst. Das ist eine Frage der Schulverwaltung, die eine Entscheidung trifft, die sich uns nicht erschlie├čt. Und das wissen Sie.“

Zuvor musste der B├╝rgermeister den zweiten Teil des Antrags zum Schulzweckverband noch m├╝ndlich erweitern, weil die Verwaltung vers├Ąumt hatte, in die Beschlussvorlage hineinzuschreiben, dass der Schulzweckverband in Heddesheim angesiedelt sein soll. Im ersten Teil des Antrags steht: „Die bisherige Martin-St├Âhr-Schule in Hirschberg wird bei Einrichtung einer gemeinsamen Werkrealschule der Gemeinden Heddesheim und Hirschberg und damit Zusammenlegung mit der Johannes-Kepler-Schule Hauptstelle mit Sitz der Schulleitung.“

Der Antrag wurde mit den 14 Stimmen des B├╝rgermeisters, CDU, FDP und SPD bei einer Enthaltung von Gemeinderat Michael Bowien (SPD) gegen 7 Stimmen der Gr├╝nen und Gemeinderat Hardy Prothmann angenommen.

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Firma Cobinet spendet 1.500 Euro an F├Ârderverein der JKS

Guten Tag!

Heddesheim, 16. Dezember 2009. Die Firma Cobinet GmbH hat heute einen Spendenscheck in H├Âhe von 1.500 Euro an den F├Ârderverein der Johannes-Kepler-Schule ├╝berreicht. Das Geld soll dem Praxiszug Hauptschule zukommen, um die Berufsfindungsma├čnahme zu unterst├╝tzen.

Bereits im vierten Jahr unterst├╝tzt die Firma Cobinet GmbH den F├Ârderverein der Johannes-Kepler-Schule. Der durchaus stolze Betrag soll zum einen die hohen Bef├Ârderungskosten f├╝r 60 Hauptsch├╝ler begleichen, die innerhalb des Praxiszuges Hauptschule Unternehmen besuchen und daf├╝r eigens angemietete Busse ben├Âtigen.

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Gro├čz├╝gige Spende: Firma Cobinet unterst├╝tzt F├Ârderverein der JKS mit 1.500 Euro. (von links) Gr├╝nen-Gemeinderat Klaus Schuhmann, Cobinet Gesch├Ąftsf├╝hrer Raif Mucic, F├Ârderverein-Vorsitzender Manfred Scholl, Schulrektorin Hiltrud Rudolf. Bild: hblog

Ein anderer Teil wird in ein „Zirkusprojekt“ gesteckt, das der Gewaltpr├Ąvention dient. Die Sch├╝ler werden am Ende des Projekts ein „Event“ veranstalten.

Die Schulrektorin Hiltrud Rudolf dankte dem Cobinet-Gesch├Ąftsf├╝hrer Raif Mucic f├╝r die erneute „gro├čz├╝gige Spende“. „Im vergangenen Jahr haben wir mit dem Spendengeld der Cobinet Digitalkameras angeschafft, die die Sch├╝ler f├╝r das Bewerbungstraining hervorragend einsetzen konnten“, sagte Schulleiterin Rudolf.

Raif Mucic betont den zweckgebundenen Einsatz der Mittel: „Wir wissen, dass der F├Ârderverein und die Schule aus diesem Geld etwas machen – sprich, die Sch├╝ler damit nach vorne bringen. Das ist auch Sinn und Zweck unserer Spende.“ Cobinet hat regelm├Ą├čig drei bis f├╝nf Auszubildende im Haus, zur Zeit auch zwei ehemalige Sch├╝ler der JKS, einen mit Hauptschul- und einen mit Werkrealschulabschluss: „Die machen sich sehr gut“, sagte Mucic: „Wir sch├Ątzen die Arbeit der JKS und wollen diese mit der Spende unterst├╝tzen.“ Im Anschluss ├╝berreichte er den Scheck an den Vorsitzenden des JKS-F├Ârdervereins, Manfred Scholl.

Eher spontan, aber doch ernst gemeint, kam das Angebot beim Pressetermin zustande, dass Cobinet ebenfalls einen Kooperationsvertrag mit der JKS schlie├čen will und Sch├╝ler zu sich ins Haus einl├Ądt sowie in der Schule ├╝ber m├Âgliche Berufe im Hause Cobinet informiert.

Die Cobinet GmbH ist nach eigener Auskunft einer der f├╝hrenden Markenhersteller und Komplettanbieter von Fernmelde-, Datennetz- und Lichtwellenleiterkomponenten. 1995 gegr├╝ndet und seit 1996 in Heddesheim hat sich die Firma zu einem international t├Ątigen Unternehmen entwickelt. Cobinet besch├Ąftigt 47 Mitarbeiter, davon 40 am Standort Heddesheim.

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Haupt- Zweig- Werkrealschule – Von Profis und Dilletanten

Guten Tag!

Heddesheim, 11. Dezember 2009. Was der Heddesheimer Gemeinderat am kommenden Donnerstag beschlie├čen wird, steht heute schon fest. Eine gemeinsame Werkrealschule unter der Leitung von Hirschberg. Soweit das Protokoll.
Die Frage ist, warum sich der Heddesheimer Gemeinderat ├╝berhaupt noch die M├╝he macht, dar├╝ber eine Sitzung abzuhalten. Die Entscheidung ist l├Ąngst durch den B├╝rgermeister Michael Kessler getroffen – der wei├č eine Mehrheit f├╝r all seine Entscheidungen hinter sich. Ohne Wenn und Aber.

Kommentar: Hardy Prothmann

Der Heddesheimer Gemeinderat wird am kommenden Donnerstag, den 17. Dezember 2009, zusammen kommen und ├╝ber dies und jenes „beraten“, zumindest so tun als ob und der Stimmung wegen sich wahlweise gegenseitig beschimpfen. Was tats├Ąchlich passiert, h├Ąngt von den Tagesordnungspunkten und den jeweiligen Launen ab.

Ganz sicher aber wird es einen Tagesordnungspunkt geben, der da hei├čt: „Gemeinsame Werkrealschule„. Zu diesem Tagesordnungspunkt wird die Mehrheit des Heddesheimer Gemeinderats ganz sicher im Sinne der Verwaltung abstimmen.

In Heddesheim regiert der Gehorsam.

Der „Sinn“ ist keine Frage nach Sinn oder Unsinn, sondern nach dem Willen des B├╝rgermeisters Michael Kessler. Der hat im Schulterschluss mit seinem Kollegen Manuel Just, B├╝rgermeister in Hirschberg, beschlossen, dass der Hauptsitz der beantragten „gemeinsamen Werkrealschule“ in Hirschberg sein soll.

Und nat├╝rlich erwartet der B├╝rgermeister wie auch sonst strengsten Gehorsam im Rat – also von dem Gremium, dass die Verwaltung und damit auch den B├╝rgermeister kontrolliert.

In Heddesheim ist das nicht der Fall. Das mit der „Kontrolle“.

Das mit dem „Gehorsam“ schon eher.

Im dortigen Gemeinderat wird nicht nach dem Gewissen freier Gemeinder├Ąte entschieden, sondern im Bewusstsein, ob man „dazu geh├Ârt“ oder nicht.

„Dazu geh├Ârt“, wer mit dem B├╝rgermeister stimmt, also „gehorcht“. Alle anderen sind „ekelhaft„.

Als der Hirschberger Gemeinderat vor ein paar Wochen per Beschluss den Hauptsitz der „gemeinsamen Werkrealschule“ f├╝r sich beschloss – gab es keinerlei Aufregung in Heddesheim. Weder haben sich die politischen Parteien noch der B├╝rgermeister Kessler ├╝ber diesen „Beschluss“ ge├Ąu├čert.

Zumindest „offiziell“. Ein paar Tage sp├Ąter gab es eine gemeinsame Pressemitteilung, die den „Skandal“ (ein „unbemerkter“) weich sp├╝len sollte und betonte, dass man „partnerschaftlich“ an einer gemeinsamen L├Âsung arbeite.

Aber es gab „inoffiziell“ eine kurzzeitige Verwirrung unter den Heddesheimer Gemeinder├Ąten, die bislang davon ausgingen, dass doch die Hauptstelle sicher nach Heddesheim kommt.

Kessler wird der Leiter der Leitung.

Nachdem der B├╝rgermeister Kessler den verwirrten Gemeinder├Ąten erkl├Ąrte, dass alles seine Ordnung habe und er als k├╝nftiger Chef des „gemeinsamen Schulverbands“ Herr ├╝ber „Finanzen und Ausstattung der Schule“ sei, waren die „Verwirrten“ beruhigt.

Das klingt gut: „Herr ├╝ber…“ Das klingt wie: „Herr Kessler ist Herr ├╝ber Herrn Just.“ Damit ist aus Sicht einfach gem├╝teter Gemeinder├Ąte die Ordnung wieder hergestellt.

Ihr Kessler, das hatten sie verstanden, wird somit der Leiter der „Leitung“ einer „gemeinsamen Werkrealschule“ sein.

Die Frage, was es langfristig bedeutet, die eigenen Schulleitung zu opfern, hat keiner gestellt.

Hinter den Kulissen wetterte der Heddesheimer B├╝rgermeister Michael Kessler ├╝ber den Hirschberger Kollegen Just: „Der hat halt noch nicht viel Erfahrung. Ich schreibe diese Entscheidung (die des Hirschberger Gemeinderats) der Unerfahrenheit des Kollegen zu. Das war wenig professionell, sogar dilletantisch“, ├Ąu├čerte sich der „erfahrene“ Kessler ├╝ber den „unerfahrenen“ Dilletanten und Amtskollegen Just gegen├╝ber den Heddesheimer Gemeinder├Ąten: „Sie k├Ânnen mir glauben, da hat es heftig gerumst.“ (In Klammern): „Dem habe ich den Marsch geblasen.“

Wer auch immer wer wem was geblasen hat und wo es auch immer „gerumst“ haben sollte – die politischen Seismographen haben kein bisschen ausgeschlagen.

Abnicker werden gelobt ├é┬á– Kritiker niedergemacht.

Der Hirschberger Gemeinderat hat beschlossen und der Heddesheimer wird sich per Abnick-Entscheidung am 17. Dezember 2009 diesem Beschluss beugen. Ohne jegliche f├╝r die ├ľffentlichkeit wahrnehmbare Beratung und Diskussion im Vorfeld.

Denn egal ob „erfahren“ oder „dilletantisch“, beide B├╝rgermeister haben ihre „Stimmmehrheiten“ hinter sich. Koste es, was es wolle.

Die „Abnicker“ werden schon lange nicht mehr kritisiert, sondern nur gelobt. Teils ├╝berschwenglich. Meistens durch die B├╝rgermeister. Best├Ątigt durch die Rhein-Neckar-Zeitung, die Weinheimer Nachrichten, den Mannheimer Morgen. Und immer durch die Mitteilungsbl├Ątter der Nussbaum-Medien.

Abweichler werden zunehmend gerne kritisiert. Allen voran derzeit der Gr├╝ne Ulrich Kettner. Von ihm „sei man entt├Ąuscht“, habe sich doch gerade er urspr├╝nglich f├╝r den Antrag eingesetzt, wird dem Lehrer an der Johannes-Kepler-Schule vorgeworfen.

„Urspr├╝nglich“ war Kettner tats├Ąchlich f├╝r den Antrag. Doch gab es damals, also „urspr├╝nglich“ noch kein Gesetz. Das gibt es erst seit Sommer 2009. Und vorher war nicht von einer „Haupt- und Zweigstelle“ die Rede. Vorher fehlten die vielen Einschr├Ąnkungen. „Vorher“ hatte der Lehrer Kettner noch an echte Reformen geglaubt.

Heute wei├č er, dass es nicht um Reformen geht, sondern um ein Einsparmodell zu Lasten der Sch├╝ler.

Vorher war von vielen anderen Dingen die Rede, zur├╝ck blieb wenig. Das hat der Gemeinderat Kettner kritisiert.

Weil er Kritik ├╝bt, steht er selbst in der Kritik. So banal das klingt: Weil er Kritik ├╝bt.

Denn „Kritik“ ist nicht erw├╝nscht. Zumindest nicht von einem B├╝rgermeister Michael Kessler.

Dieser Mann hat scheinbar „panische Angst“ vor Kritik – anders sind seine Ausf├Ąlle und seine „ordnungspolitischen Anordnungen“ beispielsweise gegen├╝ber Gemeindebediensteten nicht zu erkl├Ąren.

Denn der Mann macht sich Sorgen um seine eigenen Ordnungen.

Ab sofort sind alle „Presseanfragen“ (also die des heddesheimblogs, denn sonst fragt niemand) ├╝ber ihn selbst zu beantworten.

Konkret: Presseanfragen m├╝ssen an die „Gemeinde“ gerichtet werden – denn sonst k├Ânne eine ordnungsgem├Ą├če Beantwortung nicht gew├Ąhrleistet werden. Schreibt eine Sekret├Ąrin im Auftrag des Chefs.

Und die „Antworten“ k├Ânnen lange dauern. „Presseanfragen“ (also Anfragen durch das heddesheimblog) sind ab sofort keine Chefsache mehr, sondern ein Verwaltungsakt.

Das trifft schon lange f├╝r die Heddesheimer Verh├Ąltnisse zu. „Chefsache“ hei├čt: Vermeidung von transparenter ├ľffentlichkeit.

Fast alle Diskussionen zum Thema „Werkrealschule“ sind in Heddesheim im Hinterzimmer getroffen worden. Mindestens sieben Mal wurde das Thema behandelt – allerdings nur einmal „├Âffentlich“.

Wie auch immer ├╝ber den Antrag ├╝ber eine „gemeinsame Werkrealschule“ entschieden wird. Dieser Antrag ist ein Verwaltungsantrag und hat mit der Lebens- und Schulwirklichkeit der Gesellschaft nichts zu tun.

Er ist ein Verwaltungsakt.

„Er“ steht dabei synonym f├╝r den B├╝rgermeister Michael Kessler.

JKS soll „Zweigstelle“ der Werkrealschule Hirschberg werden

Guten Tag!

Heddesheim, 11. Dezember 2009. In einer gemeinsamen Pressemitteilung begr├╝nden die B├╝rgermeister der Gemeinden Heddesheim und Hirschberg einen Antrag auf eine gemeinsame Werkrealschule. B├╝rgermeister Kessler favorisiert Hirschberg als Hauptstelle.

Die Gemeinden beantragen, dass in der neuen gemeinsamen Werkrealschule die Klassen 5 bis 9 je einz├╝gig und die Klasse 10 j├Ąhrlich alternierend unterrichtet werden. Dies sei nach Meinung der B├╝rgermeister Manuel Just (Hirschberg) und Michael Kessler (Heddesheim) das „beste, ortsnahe Konzept f├╝r die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler“. Die B├╝rgermeister begr├╝nden den Antrag durch „die schon vorhandene intensive Kooperation und die r├Ąumliche N├Ąhe der Schulen“.

Der „Grundgedanke“ der Kooperation zwischen Heddesheim und Hirschberg sei „eine Partnerschaft auf Augenh├Âhe“.

Tats├Ąchlich wird eine der Schulen Hauptstelle und die andere Zweigstelle werden. Dazu informieren die B├╝rgermeister:

„F├╝r Hirschberg als Hauptstelle spricht die zentrale Lage an der Bergstra├če mit mehreren Nachbargemeinden. Dadurch besteht die M├Âglichkeit, dass die neue Schule f├╝r weitere Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler von der Bergstra├če und dem vorderen Odenwald attraktiv wird und ein h├Âheres Einzugsgebiet haben kann. Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler aus Bergstra├čengemeinden haben nach Hirschberg durch die OEG-Anbindung sehr gute ├ľPNV-Verbindungen. Im Sinne einer langfristigen Sicherung der notwendigen Sch├╝lerzahlen sind dies wichtige Argumente, die f├╝r Hirschberg sprechen.“

Weiter hei├čt es in der Pressemitteilung:
„Heddesheim hat ebenfalls gute Argumente, den Sitz der Schulleitung f├╝r sich zu reklamieren. So hat Heddesheim h├Âhere Einwohner- und Hauptsch├╝lerzahlen und eine gleichwertige r├Ąumliche Ausstattung der Schule. Das Schulgeb├Ąude wurde zudem umfassend saniert – zuletzt mit der Sanierung des Schulhausdaches.“

Die B├╝rgermeister betonen einen „Geist der partnerschaftlichen Zusammenarbeit“. Unter „Ber├╝cksichtigung einer langfristigen Strategie zur St├Ąrkung der notwendigen Sch├╝lerzahlen“. Ihr Vorschlag: Der Sitz der Schulleitung wird in Hirschberg angesiedelt. Ein „zu bildender Schulverband“ solle den Sitz und Vorsitz in Heddesheim haben.

Dieser Schulverband verwalte „unter anderem die Finanzen und Sachmittel der Schule“. Au├čerdem solle geregelt werden, dass „das Heddesheimer Schulgeb├Ąude gezielt auch f├╝r schulorganisatorische Veranstaltungen, beispielsweise Lehrerkonferenzen, Elternabende und so weiter genutzt“ werde.

Der Gemeinderat in Heddesheim werde dieses Thema in seiner Sitzung am 17. Dezember behandeln.

Buntes Programm f├╝r alle Sinne

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Buntes Programm beim Adventsbasar an der JKS. Bild: hblog

Guten Tag!

Heddesheim, 24. November 2009. Das diesj├Ąhrige Schulfest der Johannes-Kepler-Schule wurde mit einem Adventsbasar gefeiert. Die Klassen zwei bis sieben stellten ein strammes Programm auf die Beine, das um 11:00 Uhr mit einer bunten B├╝hnenshow begann.

Linda Eberle aus der Klasse 7 er├Âffnete das Schulfest mit dem Fl├Âtenst├╝ck „Mitternacht in Moskau“ von James Last.├é┬áUnter der Leitung von Herrn Laubscher von der Musikschule sang der Schulchor (2.-4. Klasse) mit viel Freude die Lieder:“In der Weihnachtsb├Ąckerei“ und „Sambalele“.

Danach pr├Ąsentierte die 7. Klasse ├╝berzeugend ihren Tanz zu „Sister Act“. Darauf folgte das Theaterst├╝ck „Im Tannenwald“ der Klasse 3.├é┬áModernes zeigte die Tanz AG der Klasse 6 mit ihrer Darbietung „Das zweite Gesicht“.

In dem Theaterspiel „Der Weihnachtsgast“ erinnerte die 7. Klasse an die Bedeutung von Weihnachten.├é┬áMit „One, two stepp“ beendete die Tanz AG der Klasse 7 das tats├Ąchlich abwechslungsreiche und gelungene B├╝hnenprogramm. Applaudiert wurde reichlich – vollkommen zu Recht, weil die Vorf├╝hrungen es verdient hatten.

Die Rektorin der Johannes-Kepler-Schule, Hiltrud Rudolf, bedankte sich bei der SMV (Sch├╝ler-Mitverantwortung), die f├╝r den Kuchenverkauf verantwortlich zeichnete, und dem Elternbeirat, der f├╝r die Bewirtung sorgte. Vor allem auch der Einsatz der Kolleginnen Brigitte Hartmann und Isabel Geest, h├Ątten zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen.

Die Rektorin bedankte sich f├╝r die Einstudierung der T├Ąnze durch die Kollegin Frau Schwellinger-Reinhard. Ohne ehrenamtliches Engagement ├é┬áw├╝rde nur „wenig gehen“. Unterst├╝tzt wurde sie von Patricia Ternes, einer ehemaligen Sch├╝lerin. Ternes ist in Ausbildung zur Sportlehrerin und arbeitet als Praktikantin an der Johannes-Kepler-Schule.

Der Vorsitzende des Elternbeirats Manfred Scholl begr├╝├čte zum Adventsbasar und verwies auf eine Unterschriftsliste, die zum Erhalt der Werkrealschule auslag. Politisch ├Ąu├čerte er sich nicht.

Kreativ ging es in den Klassenzimmern zu, hier wurden u.a. nach „alter Art“ Kerzen gezogen, S├Ąckchen gen├Ąht, Windlichter beklebt und Tangrams selbstgemacht.

H├Âren, F├╝hlen, schmecken, riechen, sehen – in einem Raum wurden alle Sinne angesprochen. Mit spannenden Zauberkunstst├╝cken verbl├╝ffte ein „Magier“ die Besucher. Das diesj├Ąhrige Schulfest mit Adventsbasar war f├╝r die Kleinen und Gro├čen der Johannes-Kepler-Schule ein voller Erfolg.

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Das heddesheimblog

Antrag auf gemeinsame Werkrealschule umstritten

Guten Tag!

Heddesheim, 20. November 2009. Zun├Ąchst herrschte Einigkeit, was den Antrag auf eine gemeinsame Werkrealschule der Gemeinden Heddesheim und Hirschberg angeht. Immerhin kooperieren die beiden Schulen schon seit langem und diese Kooperation ist fruchtbar. Am 31. Juli 2009 trat das neue Landesschulgesetz in Kraft – seitdem herrscht in vielen Orten der schulische Ausnahmezustand.

Das Kultusministerium informiert: „Zweiz├╝gige Hauptschulen und zweiz├╝gige Hauptschulen mit Werkrealschulzug werden zu Werkrealschulen weiterentwickelt. F├╝r die Frage der Zweiz├╝gigkeit sind die Regelungen des Organisationserlasses ausschlaggebend. Von einer anzustrebenden stabilen Zweiz├╝gigkeit ist jedoch erst bei einer Mindestsch├╝lerzahl von 36 auszugehen.“

Die S├Ątze haben es in sich. Werkrealschule soll nur sein, wer „Zweiz├╝gigkeit“ anbieten kann, also zwei Klassen pro Jahrgangsstufe – f├╝r viele Hauptschulen mit sinkenden Sch├╝lerzahlen ein K.O.-Kriterium. Aus diesem Grund wollen Heddesheim und Hirschberg mit je einem Zug zu einer „Zweiz├╝gigkeit“ fusionieren. Das n├Ąchste Problem: Das Ministerium will, dass die Klassen 5-7 an einer Schule und die Klassen 8-10 an der andere Schule unterrichtet werden.

Die Heddesheim-Hirschberg-L├Âsung war gut – bis das Gesetz kam.

Heddesheim und Hirschberg glauben, dass sie weitermachen k├Ânnen wie bisher, n├Ąmlich „vertikal“, also an beiden Standorten von der f├╝nften bis zur neunten Klasse unterrichten und die „Werkrealschuleklasse“ 10 dann im Wechsel. Daf├╝r braucht es aber eine Ausnahmegenehmigung.

Beide Standorte k├Ânnen aber auch Hauptschule bleiben – dort wird so unterrichtet, dass Sch├╝ler nach der 9. Klasse auf eine Werkrealschule gehen k├Ânnen. Aber „Hauptschule“ klingt nicht so gut wie „Werkrealschule“ – auch wenn weniger als ein Drittel der Sch├╝ler ├╝berhaupt die zehnte Klasse absolviert.

Der Spiegel schrieb deswegen schon im Herbst des vergangenen Jahres von einem Etikettenschwindel. Gewerkschaften und Elternbeir├Ąte protestieren ebenso wie Handwerkskammern gegen das neue Gesetz – das ficht das Kultusministerium nicht an und auch nicht die Heddesheimer Politik: „Wir k├Ânnen hier an der Landespolitik nichts ├Ąndern“, sagt B├╝rgermeister Michael Kessler und bekommt Unterst├╝tzung von der CDU, der SPD und der FDP.

Ignoranz auf fast allen Ebenen.

CDU und FDP ignorieren dabei vollst├Ąndig das Chaos, dass ihre Landesparteien angerichtet haben. Und die Heddesheimer SPD, allen voran deren Vorsitzender J├╝rgen Merx, ignoriert die Haltung der Genossen auf Landesebene. Die Stuttgarter Zeitung schreibt bereits am 31.07.2009:

„In der Sache sind die Positionen unver├Ąndert. Norbert Zeller, der Bildungsexperte der SPD, warnte, „die Werkrealschule bringt keinerlei Verbesserungen“. Stattdessen seien knapp 800 einz├╝gige Hauptschulen von der Schlie├čung bedroht. Er kritisierte das Konzept als Einsparprogramm der Landesregierung.“

Auch das Problem der Schulleitung ist in Heddesheim pl├Âtzlich ein neues Thema. Erst hie├č es, beide Standorte behielten ihre Rektoren – das aber geht nicht nach dem neuen Gesetz. Deswegen schreibt B├╝rgermeister Kessler folgerichtig, aber im Widerspruch zu fr├╝heren Aussagen in seinem Antrag: „Eine der Gemeinden wird jedoch am Ende in dieser Frage zur├╝ckstecken m├╝ssen.“

F├╝r den Gr├╝nen-Gemeinderat Ulrich Kettner und seine Fraktionskollegen passt hier nichts mehr zu dem, wie es mal gedacht war: eigenst├Ąndige Standorte kooperieren partnerschaftlich und bilden gemeinsam aus: „In der jetzigen Form geht es nicht um das Wohl der Sch├╝ler, sondern um ein Sparprogramm. Deswegen werden wir dem Antrag nicht zustimmen.“

Der Lehrer ist kritisch, der B├╝rgermeister wundert sich, die CDU warnt, die SPD bleibt vor Ort.

Der B├╝rgermeister hingegen will nicht „in die Details gehen“, der CDU-Fraktionschef Dr. Josef Doll sagt „vor dem Verlust der Hauptschule ist zu warnen“, FDP-Mann Frank Hasselbring lobt „die notwendige Flexibilit├Ąt“ und SPD-Fraktionschef Merx meint: „Wir m├╝ssen vor Ort Politik machen.“

Das Argument, vorgebracht von Kettner, dass in anderen Orten intensiv ├╝ber andere M├Âglichkeiten beraten wird und es keinen Drang zur Eile gibt, wird beiseite geschoben: „Ich muss mich schon sehr wundern, Herr Kettner, dass gerade Sie jetzt dagegen sind“, sagt der B├╝rgermeister – der einfach nicht verstehen will, dass sich die fr├╝heren Annahmen ge├Ąndert haben k├Ânnten oder sogar haben.

Im Gegenteil meint B├╝rgermeister Kessler, dass „wir das im vergangenen Herbst schon diskutiert haben, wo es das Problem noch nicht gab“. Das Problem gab es damals zwar schon, aber bis zur Sitzung am 19. November 2009 nur ein einziges Mal in einer ├Âffentlichen Gemeinderatssitzung. Dar├╝ber hinaus hat sich der Gemeinderat f├╝nf Mal mit dem Thema befasst – immer nicht-├Âffentlich.

Hintergrund:
Stellungnahme Fraktion B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen zur Werkrealschule
Stuttgarter Zeitung: Neue Werkrealschule ist Gesetz
Gewerkschaft GEW: Meldungen und Berichte zur Werkrealschule
Stellungnahme Handwerk
Pressemeldung Kultusministerium
Spiegel: Baden-W├╝rttemberg pappt neues Etikett an Hauptschulen
Stuttgarter Zeitung: Werkrealschule kommt nicht an

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

„Die Werkrealschule ist ein Etikettenschwindel.“

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Sch├╝ler informieren sich w├Ąhrend der Berufsinformationsb├Ârse an der Johannes-Kepler-Schule in Heddesheim. Foto: hblog

Guten Tag!

Heddesheim, 17. November 2009. Am kommenden Donnerstag soll der Heddesheimer Gemeinderat einem Antrag der Verwaltung zustimmen: Zusammen mit Hirschberg soll eine gemeinsame Werkrealschule eingerichtet werden. Damit diese im kommenden Schuljahr schon m├Âglich ist, muss der Antrag bis zum 15. Dezember 2009 gestellt sein. Die Zeit scheint also knapp – eine ├Âffentliche Debatte zu diesem Thema hat es in Heddesheim noch nicht gegeben. Und das ist aus Sicht der Gewerkschaft GEW ein gro├čer Fehler – der eine optimale L├Âsung f├╝r die Hauptsch├╝ler verhindert.

Interview: Hardy Prothmann

Herr Schneider, wie beurteilt die GEW die neuen Werkrealschulen?
Matthias Schneider: „Eindeutig negativ. Das Kultusministerium hat unter dem Druck der sinkenden Sch├╝lerzahlen ein neues Konzept „erfunden“, das weder etwas mit Verbesserungen f├╝r die Sch├╝ler zu tun hat noch mit den Erfahrungen der p├Ądagogischen Praxis.“

Moment, die Neue Werkrealschule ist doch nach Worten von Kultusminister Rau eine Aufwertung der Hauptschule?
Schneider: „Das ist ein Etikettenschwindel. Es handelt sich nach wie vor um eine ├╝berholte Schulstruktur, an der herumgedoktort wird. Viele Hauptschulen werden die Bedingungen nicht erf├╝llen k├Ânnen und ├╝ber kurz oder lang geschlossen werden. Es geht nicht um bessere Schulkonzepte, es geht ausschlie├člich um Einsparungen.“

„Die Gemeinden sind gut beraten, nicht vorschnell zu entscheiden.“

So gesehen muss sich also jede Hauptschule beeilen, schnell Werkrealschule zu werden, um ├╝berleben zu k├Ânnen?
Schneider: „Dieser Eindruck wird vermittelt und ├╝brig bleibt der Druck. Keine Hauptschule verliert etwas, wenn Sie im kommenden Jahr immer noch Hauptschule ist. Die Schulen k├Ânnen die Antr├Ąge auch noch im n├Ąchsten Jahr stellen. Die Gemeinden sind gut beraten, wenn sie nicht vorschnell entscheiden, sondern diskutieren, welche Art von Schule f├╝r ihre Kinder und Jugendliche die beste ist.“

Was ist Ihre Forderung?
Schneider: „Die ist eine ganz alte, die immer wieder best├Ątigt wird: Wir wollen Sch├╝lern ein besseres Lernen erm├Âglichen. Daf├╝r m├╝ssen die Sch├╝ler l├Ąnger zusammen lernen. Es gibt keinen vern├╝nftigen Grund, an dem dreigliedrigen Schulsystem festzuhalten. Die skandinavischen L├Ąnder machen uns vor, was gute Schulpolitik hei├čt. Es gibt die ├╝berzeugenden Zahlen aus dem Ausland, aber hier will das keiner wahrnehmen. Das ist nicht nachvollziehbar.“

Was kritisieren Sie besonders?
Schneider: „Gerade Hauptsch├╝ler sind mehr als andere auf stabile Beziehungen angewiesen. Diese „Hopping“-Modelle, bei denen die Sch├╝ler stundenweise an der Werkrealschule und dann wieder an der Beruflichen Schule unterrichtet werden, wirkt sich nicht wie angepriesen qualifizierend auf die Sch├╝ler aus – ganz im Gegenteil senkt das die Leistungsf├Ąhigkeit. Hauptsch├╝ler brauchen nicht in erster Linie mehr berufliche Orientierung, sondern eine intensivere F├Ârderung bei den Grundkompetenzen, das hei├čt Lesen, Schreiben und Rechnen zu k├Ânnen sowie ├╝ber soziale Kompetenzen zu verf├╝gen.“

„Optimale L├Âsungen erfordern Mut und den Willen zur Ver├Ąnderung.“

In Ravensburg sollten drei Hauptschulen zu zwei Werkrealschulen umgewandelt werden. Das hat der Gemeinderat in geheimer Abstimmung mit Stimmen der CDU abgelehnt. Wissen Sie etwas ├╝ber die Hintergr├╝nde?
Schneider: „Die Situation in Ravensburg kann als Vorbild f├╝r andere St├Ądte und Kommunen dienen. Dort sitzen mehrere Bildungsexperten im Gemeinderat, der Informationsstand ist hoch. Ebenso der Wille, selbst das Beste aus der Situation zu machen und nicht nur den Vorgaben des Landes zu folgen.“

K├Ânnen Sie das erl├Ąutern?
Schneider: „In den meisten Kommunen wird nur umgesetzt, was die Landespolitik vorgibt. Motto: „Da k├Ânnen wir nichts machen.“

„Man“ kann aber was machen?
Schneider: „Selbstverst├Ąndlich. Als erstes sollte sich der Gemeinderat das Wissen der Experten, also der P├Ądagogen, verschaffen. Und Gemeinder├Ąte verschiedener Kommunen sollten sich austauschen, immer mit dem Willen, nicht eine Landespolitik auszuf├╝hren, sondern optimale L├Âsungen f├╝r die Sch├╝ler herauszuholen. Daf├╝r braucht es aber Mut und den Willen zu Ver├Ąnderung.“

„Angstszenarien ├╝ber Schulschlie├čungen sind typische Ausreden.“

In Heddesheim hei├čt es, man m├╝sse mit der Hirschberger Hauptschule zusammengehen, weil der eigene Schulstandort bedroht sei.
Schneider: „Diese Angstszenarien sind typische Ausreden, wenn man sich hinter der Landespolitik verstecken will. Das ist leider in vielen Kommunen so. Ich vermute, dass Heddesheim keinen Schulentwicklungsplan hat.“

Was w├Ąre Sinn und Zweck eines solchen Planes?
Schneider: „Die P├Ądagogen geben ihren Input, die Gemeinder├Ąte und die Gemeinde versuchen ihre Verbindungen spielen zu lassen und holen Betriebe, Handwerkskammer, IHK und andere an einen Tisch, sammeln kritische und positive Erfahrungen und entwickeln auf Grund dieses Wissens ihre Schule so optimal wie m├Âglich.“

„L├Âsungen funktionieren nur von unten nach oben – nicht umgekehrt.“

Klingt utopisch.
Schneider: „Ist es aber nicht. Es gibt im Land immer mehr Bewegung in der Sache und ├╝berall, wo es diesen Einsatz f├╝r die Schulen gibt, entwickeln sich gute L├Âsungsideen. Die aber funktionieren nur von unten nach oben und nicht umgekehrt. Gerade die leistungsschw├Ącheren Kinder und Jugendlichen brauchen eine bessere Lobby vor Ort. Die Kommunen m├╝ssen sich f├╝r deren Interessen stark machen und nicht nur die vermeintlichen Patentrezepte der CDU/FDP-Landesregierung aus der Landeshauptstadt umsetzen.“

Info:
Matthias Schneider ist der Pressesprecher des baden-w├╝rttembergischen Landesverbands der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Diese fordert schon seit 20 Jahren die Aufl├Âsung des dreigliedrigen Schulsystems. Ziel sollte ein l├Ąngeres gemeinsames Lernen der Sch├╝ler sein. Aus p├Ądagogischer und sozialer Sicht.
Vergleiche, beispielsweise mit den skandinavischen L├Ąndern, geben diesem Modell Recht. Dort erreichen im Vergleich mehr Sch├╝ler die Hochschulreife, die Pisa-Ergebnisse zeigen, dass diese L├Ąnder in der Bildungspolitik Deutschland deutlich ├╝berlegen sind.
Gerade Baden-W├╝rttemberg und Bayern halten aber an dem dreigliedrigen Schulsystems fest, w├Ąhrend zehn der sechszehn Bundesl├Ąnder die Hauptschule bereits abgeschafft haben oder dies gerade tun.

Hintergrund:
Spiegel online: Baden-W├╝rttemberg pappt neues Etikett an Hauptschulen
Stuttgarter Zeitung: Ravensburger Gemeinderat – Werkrealschule kommt nicht an.

Kultusministerium BW: Modell der neuen Werkrealschule

Hirschberg beansprucht Leitung der Hauptschulen f├╝r sich

Guten Tag!

Heddesheim, 02. November 2009. Vergangene Woche hat der Hirschberger Gemeinderat ein klares Votum abgegeben: Zwar w├╝nscht sich die Gemeinde eine Kooperation in Sachen gemeinsamer Werkrealschule mit Heddesheim – die Leitung soll allerdings in Hirschberg beheimatet sein. In Heddesheim hat der neu gew├Ąhlte Gemeinderat dieses Thema noch nicht beraten.

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Die Hirschberger wissen, was sie wollen: K├╝nftig soll es in Hirschberg und Heddesheim an den Hauptschulen wie gehabt das einz├╝gige Angebot f├╝nfte bis neunte Klasse geben – und die zehnte Klasse als gemeinsame Werkrealschule.

Allerdings kann es nach Vorgaben des Kultusministeriums nur noch eine Haupt- und eine Zweigstelle geben. Das hei├čt, eine der beiden Gemeinde muss auf die Schulleitung verzichten.

Was nach au├čen hin banal aussieht, hat weitreichende politische Folgen. Nat├╝rlich ist bei weiteren K├╝rzungen damit zu rechnen, dass beispielsweise eine Hauptstelle in der Zukunft besser wegkommt als eine Zweigstelle.

Hirschberg hat aus Sicht der Statistik bessere Argumente: Es kommen mehr Sch├╝ler nach Hirschberg aus dem Umland, als dies in Heddesheim f├╝r die Johannes-Kepler-Schule der Fall ist. Somit ist das Einzugsgebiet gr├Â├čer und damit auch das „Gewicht“ dieses wesentlichen Arguments.

Da auch die Schulbezirksgrenzen fallen werden, gewinnt dieses Argument noch mehr an Bedeutung.

Andererseits gibt es auch in der Gemeinde Heddesheim denselben Anspruch – allerdings noch nicht offiziell, denn der im Juni neu gew├Ąhlte Gemeinderat hat sich zu diesem Thema noch nicht beraten.

Fakt ist: Die Gemeinden m├╝ssen sich einigen, um gegen├╝ber dem Ministerium gemeinsam stark auftreten zu k├Ânnen. Beanspruchen beide die Hauptstelle f├╝r sich – w├╝rden sich die Gemeinden gegenseitig in ihrer Verhandlungsposition gegen├╝ber dem Ministerium schw├Ąchen.

Fakt ist: Bei einer Kooperation einer gemeinsam betriebenen Werkrealschule ist zwingend vorgeschrieben, dass eine Gemeinde in Sachen Schulleitung „verzichten“ muss.

Der Mannheimer Morgen zitierte den Heddesheimer B├╝rgermeister Michael Kessler, dass dieser mit dem Hirschberger B├╝rgermeister Manuel Just „bilateral“ verhandle.

Der allerdings handelt politisch im Auftrag des Hirschberger Gemeinderats – der sich klar f├╝r die Hauptstelle an der Martin-St├Âhr-Schule ausgesprochen hat.

Mit welchem Auftrag Herr Kessler verhandelt, ist hingegen unklar.

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