Freitag, 17. November 2017

Grund f├╝r Ausfall war ein Software-Fehler

Anzeigetafeln funktionieren wieder

Gestern abend liefen die DFI-Anzeigetafeln noch im Testbetrieb. Seit heute früh funktionieren sie wieder.

Gestern abend liefen die DFI-Anzeigetafeln noch im Testbetrieb. Seit heute früh funktionieren sie wieder.

Mannheim/Rhein-Neckar, 19. September 2013. (red/ld) Der Fehler in den Anzeigen des Dynamischen Fahrgastinformationssystems (DFI) ist gefunden. Gestern abend liefen einige Anzeigen noch im Testbetrieb. Seit heute früh funktionieren die Tafeln wieder normal und liefern den Fahrgästen der RNV Informationen über die Abfahrtzeiten. Gut eine Woche lang waren die Tafeln ausgeschaltet. Grund: Ein Fehler in der Datenübertragung. [Weiterlesen…]

Echtzeitinformationstafeln im gesamten RNV-Gebiet ausgefallen

Defekte Anzeigentafeln: Ursache unklar

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Mannheim/Rhein-Neckar, 18. September 2013. (red/ld) Die Anzeigetafeln an den Bus- und Bahnhaltestellen der Rhein-Neckar-Verkehrs GmbH (RNV) sind kaputt. Eigentlich sollten sie den wartenden Fahrg├Ąsten anzeigen, wie lange sie noch auf ihre Stra├čenbahn warten m├╝ssen. Seit gut einer Woche steht dort aber nur „Bitte Fahrplan beachten“ – oder sie sind ganz ausgeschaltet. Die RNV sucht gemeinsam mit dem Hersteller des Systems nach dem Fehler. Bisher ohne Ergebnis. [Weiterlesen…]

Informations- und Aufkl├Ąrungskampagne gestartet

Startschuss f├╝r ÔÇ×Baden-W├╝rttemberg gegen den SchlaganfallÔÇť

Stuttgart/Rhein-Neckar, 07. Mai 2013. (red/pm) Die Landesregierung, die Arbeitsgemeinschaft der Schlaganfallstationen Baden-W├╝rttemberg und das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim haben gestern in Stuttgart den Startschuss f├╝r die Initiative ÔÇ×Baden-W├╝rttemberg gegen den SchlaganfallÔÇť gegeben. [Weiterlesen…]

Rhein-Neckar-Kreis

Beh├Ârdenrufnummer „115“ ab 11. Mai in 49 Kommunen aktiv

Riesige 115-Ziffern weisen im Foyer des Heidelberger Landratsamts auf die einheitliche Beh├Ârdenrufnummer hin. Landrat Stefan Dallinger und der Leiter des Organisationsamtes, Gerald Lutz, werben gemeinsam f├╝r den neuen Service, der ab dem 11. Mai 2012 aktiv geschaltet ist. Foto: Silke Hartmann

Riesige 115-Ziffern weisen im Foyer des Heidelberger Landratsamts auf die einheitliche Beh├Ârdenrufnummer hin. Landrat Stefan Dallinger und der Leiter des Organisationsamtes, Gerald Lutz, werben gemeinsam f├╝r den neuen Service, der ab dem 11. Mai 2012 aktiv geschaltet ist. Foto: Silke Hartmann

Rhein-Neckar-Kreis, 06. Mai 2012. (red/pm) Ab dem 11. Mai steht auch im Rhein-Neckar-Kreis die einheitliche Beh├Ârdenrufnummer 115 zur Verf├╝gung.

Information des Landratsamts Rhein-Neckar-Kreis:

„Ab 11. Mai 2012 wird sie auch f├╝r den Rhein-Neckar-Kreis, f├╝r 49 kreisangeh├Ârige St├Ądte und Gemeinden und f├╝r viele weiteren St├Ądte und Kommunen in der Metropolregion verf├╝gbar sein: Die einheitliche Beh├Ârdennummer 115. Mit dieser Telefonnummer k├Ânnen unabh├Ąngig von Zust├Ąndigkeiten Ausk├╝nfte zu Leistungen der ├Âffentlichen Verwaltung gegeben werden. Bereits seit heute, 30. April 2012, weisen im Foyer des Heidelberger Landratsamts riesige Ziffern auf den neuen Service hin.

ÔÇ×Unter der bundeseinheitlichen Telefonnummer 115 erreichen die Einwohnerinnen und Einwohner des Rhein-Neckar-Kreises ohne Vorwahl alle Stellen des Landratsamtes und die Rath├Ąuser von bereits 49 kreisangeh├Ârigen KommunenÔÇť, erkl├Ąrt Landrat Stefan Dallinger den neuen Service. Montags bis Freitags von 8 bis 18 Uhr gibt es hier Ausk├╝nfte zu Beh├Ârdenangelegenheiten und vielen Lebenslagen sowie den richtigen Ansprechpartnern der angeschlossenen Verwaltungen.

Die bundesweit einheitliche Beh├Ârdennummer ist zwischenzeitlich sowohl aus dem Festnetz als auch aus mehreren Mobilfunknetzen zum Ortstarif und damit kostenlos ├╝ber Flatrates erreichbar.

ÔÇ×Die 115 ist der Kundenservice der ├Âffentlichen Verwaltung zu b├╝rgerfreundlichen TarifenÔÇť, so Landrat Stefan Dallinger weiter. Ganz besonders freue er sich, dass sich bereits 49 Kreiskommunen an dem Projekt beteiligen. Es ist bisher noch keinem Landkreis gelungen mit so vielen Gemeinden zu starten. ÔÇ×Gerne h├Ątten wir alle kreisangeh├Ârigen St├Ądte und Gemeinden im Boot gehabtÔÇť, betont der Landrat. ÔÇ×Was nicht ist, kann ja noch werdenÔÇť, zeigt er sich zuversichtlich.

ÔÇ×Welche Frage auch immer Sie an die Verwaltung haben: W├Ąhlen Sie die 115 und nutzen Sie den g├╝nstigen direkten Draht zur Kreisbeh├Ârde und den beteiligten KommunenÔÇť, ermuntert auch Gerald Lutz, Leiter des Organisationsamtes im Rhein-Neckar-Kreis, der auch f├╝r den IT- und EDV-Bereich verantwortlich ist, die Einwohnerinnen und Einwohner des Rhein-Neckar-Kreises. ÔÇ×Probieren Sie es einfach einmal ausÔÇť, so Lutz. Sollten die Anruferinnen oder Anrufer in einer Kommune wohnen, die nicht von Anfang an am Projekt der einheitlichen Beh├Ârdenrufnummer dabei ist, landen diese Telefonate im Service-Center, erhalten aber keine Auskunft.

Bundesweit nehmen bereits 205 Kommunen, elf Landesverwaltungen und die gesamte Bundesverwaltung am Wissensnetzwerk der 115 teil. Derzeit haben rund 20 Millionen B├╝rgerinnen und B├╝rger Anschluss unter der 115.

Infos zur bundeseinheitlichen Beh├Ârdenrufnummer gibt es Thomas Holzer, Projektleiter 115 im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis unter Tel. 06221/522-1343 und auch unter <a title=“www.115.de“ href=“www.115.de“ target=“_blank“>www.115.de</a>.

Transparente Politik: Wie die kleine Gemeinde Seelbach anderen zeigt, was die Zukunft ist

Guten Tag!

Rhein-Neckar/Seelbach, 16. November 2011.┬áW├Ąhrend sich die Bundesregierung seit kurzem scheinbar transparent gibt, gibt es sie bereits seit langem: Die echte Transparenz. Ein kleiner Ort im Schwarzwald macht vor, was andere nur vorgeben zu tun: transparente Politik. Die Gemeinde Seelbach ├╝bertr├Ągt, als w├Ąre das eine Selbstverst├Ąndlichkeit, die Gemeinderatssitzungen ├╝bers Internet. Einfach so. Und alle sind zufrieden.

Kommunalpolitik zuhause ├╝ber den Bildschirm des Computers im Internet verfolgen – was vor zehn Jahren schier undenkbar schien, ist heutzutage kein Problem mehr. Zumindest technisch gesehen – in vielen K├Âpfen hingegen ist das noch eine „unerh├Ârte“ Sache.

Weniger Zuschauer im Saal k├Ânnen es nicht werden.

Dabei ist die Zuschauerresonanz bei den Gemeinderats- und Ausschusssitzungen meist mehr als ├╝berschaubar. H├Ąufig kommen gar keine G├Ąste.

Dabei ist das politische Interesse der Bev├Âlkerung durchaus gegeben – aber zwei, drei Stunden, manchmal noch l├Ąnger zum Schweigen verurteilt im Raum zu sitzen, daf├╝r haben nur wenige Zeit. Dabei interessieren sich die Menschen f├╝r die Ortspolitik. Reden auf der Stra├če, in der Kneipe, im Freundeskreis ├╝ber das, was sie aus zweiter, dritter, vierter Hand haben.

Viele Themen sind nicht wirklich spannend – andere daf├╝r aber von gro├čer Bedeutung.

Wer noch arbeitet, gerade m├╝de nach Hause gekommen ist oder sich um die Kinder k├╝mmern muss, kann eventuell den Sitzungstermin nicht wahrnehmen, w├╝rde sich aber gerne sp├Ąter anschauen, was verhandelt worden ist.

Transparenz gibt Antworten und vermeidet Spekulationen.

Wer will es aber dem eigentlich interessierten B├╝rger ver├╝beln, sich den Weg ins Rathaus zu sparen, wenn Entscheidungen und Beschl├╝sse in den Medien nachzulesen sind? Aber berichten diese Medien wirklich vorbehaltlos? Haben sie wirklich alle wichtigen Informationen richtig ├╝bermittelt? Oder wird gerne was vergessen, was nicht „in den Bericht passt“?

Wer wirklich informiert sein will, kennt das Original und vergleicht das mit der „├ťbermittlung“ durch andere.

Wird jemand falsch oder nicht zutreffend zitiert? Wie soll man das wissen, wenn man nicht dabei war?┬áWas sagen B├╝rgermeister und Gemeinder├Ąte in den ├Âffentlichen Sitzungen tats├Ąchlich? Wer sagt was? Wor├╝ber und wie wird abgestimmt?

Alles live oder im Archiv abrufbar: Die Seelbacher Gemeinderatssitzungen werden bereits seit 2004 im Internet ├╝bertragen.

Eine Live-Berichterstattung kann den B├╝rgern all diese Fragen beantworten, ohne dass diese das Haus verlassen m├╝ssen – beispielsweise auch ├Ąltere Menschen, von denen immer mehr das Internet als Anschluss zur Welt sch├Ątzen lernen.

Widerstand kommt vor allem von den Gemeinder├Ąten.

Die Betreiber lokaler Blogs und Internet-Lokalzeitungen k├Ąmpfen gegen┬áviel Widerstand┬á– gegen verstaubte Hauptsatzungen und viele┬áVorurteile lokaler Politiker. Einen (vorerst) weiteren, bedingt erfolgreichen Versuch, Lokalpolitik live ins Netz zu ├╝bertragen, gab es im September in Passau, wo einiger Wirbel um das Thema entstand.

Vor allem die SPD machte die Modernisierung zur Provinzposse – die SPD-Mitglieder wollten sich auf keinen Fall aufnehmen und zeigen lassen. So h├Ątte die ├ťbertragung mit jeder SPD-Wortmeldung unterbrochen werden m├╝ssen. Nachdem sich die SPD in Passau der L├Ącherlichkeit preisgegeben hat, hat man sich besonnen und ist nun doch „auf Probe“ einverstanden, wie der Bayerische Rundfunk berichtet.

Engagierte Sch├╝ler und 5.000 Euro Budget f├╝rs B├╝rgerfernsehen.

Es geht aber auch anders, wie eine kleine Gemeinde im Schwarzwald┬ázeigt. Unter dem Titel┬áSeelbach-TV┬á├╝bertr├Ągt die Gemeinde Seelbach┬ábereits seit 2004 alle Gemeinderatssitzungen ins Netz und bietet sie anschlie├čend l├╝ckenlos zum Download┬á├╝bers Internet an.

Das Gesamtbudget daf├╝r betr├Ągt vergleichsweise g├╝nstige 5.000 Euro pro Jahr. Acht bis neun Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler der ├Ârtlichen Realschule f├╝hren in wechselnden Teams zwei Kameras und bedienen die sonstige Technik. Die Fachhochschule Kehl betreut das Projekt als Partner.

In den Sitzungen haben wir nie so viele Zuschauer, sagt Pascal Weber.

Hauptamtsleiter Pascal Weber ist begeistert: „Aus unserer Sicht ist das Projekt ein toller Erfolg.“┬áDas zeigen die „Einschaltquoten“ der 5.000-Einwohner Gemeinde: mehrere Dutzend bis weit ├╝ber 100 „Zuschauer“ hat das B├╝rger-TV in Seelbach. Regelm├Ą├čig.

Rechnet man diese Zahlen hoch, w├Ąren das beispielsweise f├╝r Hirschberg an der Bergstra├če 60-180 Besucher pro Sitzung, f├╝r Ladenburg 70-200, f├╝r Weinheim 250-720 Besucher. Tats├Ąchlich nimmt in Hirschberg oft niemand, manchmal wenige und sehr selten vielleicht ein Dutzend Besucher teil. Der aktuelle Besucherrekord in Weinheim war 2011 im Oktober mit rund 130 Zuschauern zum Aufregerthema „Breitwiesen“ – sonst sind ein paar bis h├Âchstens ein Dutzend Zuschauer die „H├Âchstgrenze“ an Interesse.

SeelbachTV.de - Transparenz als Normalzustand.

Die Skepsis war schnell vorbei.

Gab es keine Bedenken? „Doch“, sagt Hauptamtsleiter Weber:

Zu Beginn waren rund ein Drittel unserer 18 Gemeinder├Ąte skeptisch. Was wenn ich stammle oder bl├Âd wirke, so in der Art waren die Bedenken. Aber nach den ersten paar Sitzungen hat sich die Skepsis gelegt und seitdem achtet keiner mehr auf die Kameras. Die geh├Âren dazu.

Wer denkt, Seelbach ist vielleicht ein Ort, den „Aktivisten“ ├╝bernommen haben, irrt. Seelbach ist eine absolut typische Gemeinde. Die CDU stellt sieben, eine Freie W├Ąhlerliste sechs und die SPD f├╝nf Gemeinder├Ąte – die meisten sind zwischen 50 und 60 Jahre alt.

Rechtlich abgesichert.

Rechtlich ist die ├ťbertragung abgesichert: Alle Gemeinder├Ąte und Verwaltungsangestellte haben ihre Zustimmung erkl├Ąrt und B├╝rger werden in der Fragestunde um Erlaubnis gebeten: „Da hat noch nie einer widersprochen“, sagt Pascal Weber. Und laufen die Sitzungen anders als sonst? „├ťberhaupt nicht, die Gemeinder├Ąte sprechen ihr breites Badisch und diskutieren die Themen wie immer.“

Seelbach ist insgesamt ein anschauliches Beispiel, wie transparente Lokalpolitik aussehen kann. Auf der Gemeindeseite werden die Beschlussvorlagen zu den Gemeinderatssitzung schon im Vorfeld ver├Âffentlicht (inkl. aller Zahlen und Fakten) und auch die Sitzungsprotokolle stehen nach den Sitzungen schnell und dauerhaft online zur Verf├╝gung.

Das sind traumhaft transparente Zust├Ąnde – im Vergleich zu dem Gro├čteil der Kommunen im Land ist Seelbach hier Spitzenreiter. Universit├Ątsst├Ądte wie Heidelberg sind dagegen altbacken – hier wurde Ende 2009 eine Live-├ťbertragung aus dem Gemeinderat per Beschluss verhindert.

Teilhabe erfodert auch mehr Transparenz der Entscheidungen.

Und wie traurig sind die Zust├Ąnde in Nordbaden, unserem Berichtsgebiet: Pfenning┬áin Heddesheim, der Sterzwinkel in Hirschberg und aktuell „Breitwiesen“ in Weinheim sind drei absolute Negativbeispiele. Intransparente Entscheidungen am B├╝rger vorbei pr├Ąg(t)en diese „Vorhaben“. Vieles wurde im Hinterzimmer entschieden, nicht-├Âffentlich und es ist kein Wunder, dass die Menschen alle Formen von Kl├╝ngel mutma├čen.

Der Forderung nach Transparenz und B├╝rgerbeteiligung steht die Realit├Ąt gegen├╝ber. Hier vor Ort werden so viele Themen wie m├Âglich sogar bevorzugt „nicht-├Âffentlich“ verhandelt.

Wer das ├Ąndern m├Âchte, kann sich an den Gemeinderat seines Vertrauens wenden und nachfragen, wie lange das noch mit der Geheimniskr├Ąmerei weitergehen soll und ob man nicht endlich bereit ist, im 21. Jahrhundert anzukommen und sich das Interesses und die Kompetenz der B├╝rgerinnen und B├╝rger zunutze zu machen.

Mehr zum Thema gibt es auf dem Politblog┬á[x Politics]. Dort geht es┬áum Trends und Bewegungen, die fernab der parteipolitischen Tagesagenda die gesellschaftliche Zukunft gestalten und ver├Ąndern.

Anmerkung der Redaktion:
Der vorliegende Artikel ist eine ├╝berarbeitete Fassung. Das Original wurde von der Tegernseer Stimme im bayerischen Gmund ver├Âffentlicht, die ein ├Ąhnliches Lokalzeitungsnetzwerk betreibt wie unser Angebot. Der Gesch├Ąftsf├╝hrer der Lokalen Stimme, Peter Posztos und Hardy Prothmann, verantwortlich f├╝r dieses Blog, betreiben zusammen die Firma istlokal Medienservice UG (haftungsbeschr├Ąnkt), deren Gesch├Ąftsziel der Aufbau von unabh├Ąngigen Lokalredaktionen zur F├Ârderung der Meinungsvielfalt und Demokratie ist.

Unter istlokal.de sind bislang rund 50 lokaljournalistische Angebote in einer Arbeitsgemeinschaft organisiert. Die Lokaljournalisten tauschen ├╝ber weite Strecken hinweg Themen und Erfahrungen aus, die woanders vor Ort ebenfalls wichtig sind. Dabei nutzen sie das „weltweite Netz“ hei├čt, um vor Ort kompetent, interessant, aktuell und hintergr├╝ndig zu informieren.

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*Wahlf├Ąlschung in Bruchsal – CDU-Stadtrat zu 63.000 Euro Geldstrafe verurteilt
*Ãœber 2.000 Atom-Gegner demonstrieren in Biblis, Bericht, Fotostrecke, Dokumentation
*Spiegel TV: SPD-Atomlobby – Sozialdemokraten in der Atomschmelze (2008)
*Greenpeace – atomarer Notstand in Japan
*Report Mainz – wie gef├Ąhrlich deutsche Atommeiler wirklich sind
*stern.de ├╝ber das Internet als f├╝nfte Gewalt

*Videos von der Grumbe-Prunksitzung
*Hardy Prothmann bei einer Veranstaltung der Piraten ├╝ber wikileaks
*Report Mainz: Wie die Politik Einfluss auf die Medien nimmt
*Schifferfamilie Mnich: 9 Kinder und ein Schiff
*Im W├╝rgegriff der Exklusivit├Ąt
*Lese-Tipp: Netzwerk Recherche – Online-Journalismus mit einem Beitrag von Hardy Prothmann
*Lese-Tipp: Medienberater Marian Semm ├╝ber Lokaljournalismus im Netz und auf Papier
*DRadio-Audio ├╝ber hyperlokalen Journalismus und Bratw├╝rste
*DRadio-Text ├╝ber hyperlokalen Journalismus und Bratw├╝rste

*evangelisch.de ├╝ber bedrohte Pressefreiheit in Deutschland
SZ zu Wikileaks: Geballte Wut im Netz.
drehschreibe.org ├╝ber Prenzlauer Berg Nachrichten und die Orientierung am heddsheimblog: Lokal ist spannend.
Spiegel Online schreibt ├╝ber unsere Blogs: Meine Stra├če, mein Zuhause, mein Blog
*Spiegel online ├╝ber Stefan Mappus: Ein Deal, zwei Freunde, viele Fragen
*Prothmann: Die Moral, die Apostel und die Wirklichkeit
*Gr├╝ne kriegen „Shitstorm“ ab
*Freitag: Politik, B├╝rger und Internet
*Untersuchungsausschuss zu S21 beginnt
*Zeit: Gutachter bezweifeln S21
*Facebook: Das Aufmerksamkeitsimperium
*Zeit: Der seltsame Sinneswandel des Peter Schaar
*Medienkritik bei Freitag
*Volkstrauertag: Zoff in Heidelberg?
*Video: Ein Leben mit Facebook
*Spiegel online ├╝ber Stefan Mappus: Ein Deal, zwei Freunde, viele Fragen
*KenFM: Alles ├╝ber Wikileaks
*Prothmann: Die Moral, die Apostel und die Wirklichkeit
*Gr├╝ne kriegen „Shitstorm“ ab
*Freitag: Politik, B├╝rger und Internet
*Untersuchungsausschuss zu S21 beginnt
*Zeit: Gutachter bezweifeln S21
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*Medienkritik bei Freitag
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*Sie wollen Journalist werden? Herzlichen Gl├╝ckwunsch.
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*PR-Doktor interviewt Prothmann zu Pressemitteilungen
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*Flashmob in Ladenburg?
*CARTA – Gibt die SPD ihren Geist auf?
*DJV ├╝ber das heddesheimblog
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*Hans Leyendecker (S├╝ddeutsche Zeitung) lobt das heddesheimblog: Aufruhr im Netz

*Die Seuche Internet
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*Wikipedia-Autor ├╝ber Bratwurstjournalismus

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*Augsburger Allgemeine ├╝ber Bratwurstjournalismus

*Wikipedia: Debatte ├╝ber Bratwurstjournalismus

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*CARTA: Halt die Fresse Freifrau
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*Lawblog: Volksverhetzung wird alltagstaublich
*Extra 3: Goldener Polizeikn├╝ppel f├╝r MP Mappus
*In eigener Sache: Bericht ├╝ber DJV-Tagung „Besser online“
*S21: stern ├╝ber den Filz zwischen Politik, Geld und Medien
*Stuttgart 21 – Der Mann mit den blutigen Augen
*Stuttgart 21 eskaliert – Video-Cam-Bilder
*Stuttgart 21 – Twitter-Meldungen
*Stuttgart 21 eskaliert – Video-Cam-Bilder
*Hirschberger Gemeinderat droht mit „Konsequenzen“, weil ihm ein Kommentar nicht gef├Ąllt.
*Der Supi-Staatssekret├Ąr und das Elend im Journalismus

„Noch nicht in trockenen T├╝chern“

SatireKommentar – Satire wurde gestrichen, weil man sich da ja immer rausreden kann, man h├Ątte nicht so gemeint, was man sagt, „k├╝nstlerische Freiheit und so“. Ich, Helle Sema, will mich aber nicht „rausreden“, sondern sage meine Meinung. Die ist eine Anklage: Gegen einen unverantwortlich schlechten Journalismus.

Das Viernheimer Tageblatt gilt nicht unbedingt als ein journalistisch relevantes Medium. Es fristet sein Dasein als Anzeigenpostille. Solange sich das Tageblatt nicht um relevante Themen k├╝mmert, geht das auch in Ordnung.

Jetzt hat das Tageblatt eine Ausnahme gemacht und sich um ein politisches Thema „gek├╝mmert“. Herausgekommen ist ein ganzseitiger Aufmacher. Das „Thema des Tages“: Umzug noch nicht in trockenen T├╝chern. (Quelle: VT), das sich um Journalismus wenig, daf├╝r aber um so mehr um die Sorgen eines B├╝rgermeisters und seinen Kummer k├╝mmert.

K├╝mmertar: Helle Sema

Liebe Frau G├Ârlitz, ich muss Ihnen untreu werden und ich hoffe, Sie haben daf├╝r Verst├Ąndnis.

Sie haben ja in der j├╝ngeren Vergangenheit meine Zuneigung und meine Hoffnungen arg strapaziert, aber mich auch manchmal ├╝berrascht, wenn ich kurz davor war, die Hoffnung auf eine engagierte Berichterstattung zu Heddesheim in der Zeitung Mannheimer Morgen schlicht und einfach aufzugeben.

Aber was das Viernheimer Tageblatt aktuell abliefert, ist so unterirdisch, dass keine Grubenlampe der Welt mehr Licht in dieses journalistische D├╝nkel Dunkel bringt.

Schon allein die Zwischen├╝berschrift l├Ą├čt gruseln: Thema des Tages. Ist das so? Ist am 12. August 2009 die geplante Pfenning-Ansiedlung „Thema des Tages“ in Viernheim?

Umzug noch nicht in trockenen T├╝chern. (Quelle: VT) titelt das Viernheimer Tageblatt seine „Eine-Quelle-Story“. Recherche, Analyse, Einordnung – nichts davon findet statt. Der Text des „Mitarbeiters“ Uwe Borstorff (mit zwei ff) ist an journalistischem Unverm├Âgen kaum zu unterbieten.

Frau G├Ârlitz, Sie glauben mir nicht? Ich kann das belegen: So erh├Ąlt das Dorf Heddesheim, also die Gemeinde, in diesem ganzseitigen Text eine „Innenstadt“. In Heddesheim hei├čt das immer noch „Ortskern“.

Und ganz bitter: „Die Gemeinde Heddesheim ist an Gewerbe arm..“, beginnt Herr Borstorff (ff, ff, ff) seinen Artikel. Sp├Ąter zitiert er den Heddesheimer B├╝rgermeister Michael Kessler: „Von der Putzfrau ├╝ber die Wartung der Anlagen bis hin zu m├Âglichen Bauarbeiten haben wir alles am Ort, was unser Gewerbe erledigen kann.“

Was nun? Ist die Gemeinde Heddesheim „arm an Gewerbe“ oder eine Hochburg von Putzfrauen, Anlagenwartern und Bauarbeitern?

Herr Borstorff (immer an die zwei ff denken), schreibt: „Nachdem Pfenning Logistic in Viernheim kein geeignetes Grundst├╝ck f├╝r ihre Expansionspl├Ątze finden konnte, wurde die Suche in alle Richtungen – auch nach Heddesheim – ausgeweitet und eine erste Anfrage an den B├╝rgermeister und die Gemeinde gestellt.“

Uff. Was f├╝r eine Information. Was hei├čt: alle Richtungen? Himmelsrichtungen? Und was meint „auch nach Heddesheim“? Ist das abwegig, ein ├╝berraschender Gedanke, ein Affront? Oder gar eklig?

Und was geschah nach der „ersten Anfrage“? Eine „zweite“?

Und wer ist mit „an den B├╝rgermeister und die Gemeinde“ gemeint? Ist denn nicht der B├╝rgermeister die Gemeinde? Gibt es da sonst noch was?

Und hei├čt es nicht „pfenning logistics„? Das ist aber – zugegeben – ├é┬ákleinlich, weil nur ein -„s“ fehlt.

Denn zutreffender w├Ąre die Frage, ob „pfenning logistics“, die „Pfenning-Gruppe“, „Herr Karl-Martin Pfenning“, die KMP-Holding GmbH, die Phoenix 2010 GbR oder ein Bantu-Stamm auf die Suche gegangen sind?

„Doch die positive Entwicklung f├╝r die Gemeinde st├Â├čt auf Widerstand einiger B├╝rger, die ebenfalls weitere B├╝rger in ihr Boot ziehen und mittlerweile eine Interessengemeinschaft gebildet haben“, schreibt Herr Borstorff (mit Doppel-ff). Der Autor zitiert bei diesem Satz niemanden, sondern trifft eine Aussage und versucht eine journalistische Analyse.

(Schade nur, das „mittlerweile“ eine gewisse zeitliche „Unsch├Ąrfe“ aufweist. Und ├╝ber „ebenfalls“ mache ich mir schon keine Gedanken mehr – sonst werden ├╝berall nur Leute ins Boot gezogen – jedenfalls, ├Ąh ebenfalls)

Das liest sich, als w├╝rde eine Gruppe von Freisch├Ąrlern den ganzen Ort tyrannisieren – vom Boot aus, so wie vor den K├╝sten Somalias. Und wenn das so ist, ist das doch ein Skandal, aber vielleicht recherchiert Herr Borstorff (an die zwei ff denken) gerade investigativ zur Sache.

Knallhart recherchiert hat Herr Borstorff: „…bleiben f├╝r die Gemeinde eine einmalige Summe von zwei Millionen Euro in der Gemeindekasse“, sagt Kessler und belegt dies anhand detaillierter Berechnungen“.

Der Borstorff mit zwei ff ist ein ganz ausgefuchster. Der l├Ąsst sich nichts vormachen. F├╝r den z├Ąhlen nur Fakten.

Deswegen „analysiert“ der Top-Journalist: „Durch die Ver├Ąnderung bei der Bemessungsgrundlage werden trotz Abschreibungen, Vermietung durch eine GbR (Gesellschaft des b├╝rgerlichen Rechts) an die Holding und weitere steuerrechtliche M├Âglichkeiten immer noch ein f├╝r die Gemeinde Heddesheim interessanter Anteil an der Gewerbesteuer in die Gemeindekassen flie├čen, die sich aber von Jahr zu Jahr aufgrund der schwankenden Ums├Ątze ├Ąndern werden und nicht als fester Betrag bei der Haushaltserstellung bereits verplant werden kann.“

Haben Sie das verstanden? Wir auch nicht. Deswegen noch einmal:

„Durch die Ver├Ąnderung bei der Bemessungsgrundlage werden wird trotz Abschreibungen, Vermietung durch eine GbR (Gesellschaft des b├╝rgerlichen Rechts) an die Holding und weitere steuerrechtliche M├Âglichkeiten immer noch ein f├╝r die Gemeinde Heddesheim interessanter Anteil an der Gewerbesteuer in die Gemeindekassen flie├čen, die der sich aber von Jahr zu Jahr aufgrund der schwankenden Ums├Ątze ├Ąndern werden wird und nicht als fester Betrag bei der Haushaltserstellung bereits verplant werden kann.“

Uff. Grammatikalisch angepasst wird ein Satz draus. Was aber steht drin? „Nichts“ ist eine gute Antwort.

Au├čer „Nichts“-S├Ątzen liefert Herr Borstorff (effeff) ganz einfach Nonsens: „Auch der geplante Ausbau der Ringstra├če um Heddesheim wird eine weitere Entlastung der Innenstadt geben…“, ist an Bl├Âdsinn kaum zu ├╝bertreffen. Oder wie soll man das anders verstehen als das der „geplante Ausbau“ ganz konkret eine „weitere Entlastung“ bringt? Wenn Pl├Ąne die L├Âsung sind, muss die Menschheit nie mehr etwas umsetzen, sondern nur noch Pl├Ąne machen.

Die Zwischen├╝berschrift „B├╝rgerentscheid im September“ sollte allen Lesern reichen, um den ganzen Text gleich in den Schredder zu werfen. Auf der anderen Seite bin ich als Berufspessimist nat├╝rlich daran interessiert, noch viele schlechtere Texte zu lesen, als ich mir ├╝berhaupt vorstellen kann.

Herr Borstor… (Moment!, Richtig! Mit zwei ff) Borstorfff, Sie haben einen unterirdisch miserablen Text verfasst und daf├╝r m├Âchte ich Ihnen danken.

Zumindest, wenn Sie mir gestatten, Ihr St├╝ck in Ausbildungsseminaren als besonders misslungenes Beispiel f├╝r den verheerenden Zustand eines am Boden liegenden Lokaljournalismus zu verwenden.

Sie wollen den ganzen Artikel lesen? Viel Spa├č. Dokumentation: Umzug noch nicht in trockenen T├╝chern
Besten Dank vorab.

Ihr

Helle Sema

Urheberrecht

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