Freitag, 24. November 2017

Ifok-Moderator spricht ├╝berraschend offen ├╝ber seinen klaren Auftrag

Herr Ingerfeld und die Hanseln

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 11. September 2012. (red) Der Ifok-Moderator Andreas Ingerfeld hat auf einer Veranstaltung der Deutschen Logistik-Zeitung einen Vortrag gehalten. Darin erkl├Ąrt er, wie man als Unternehmer seine Investition sch├╝tzt und „die Hanseln“ dazu bekommt, zu erkennen, dass der Investor ein Wohlt├Ąter ist. Unterm Strich geht es um ein Ziel, wenn die Ifok antritt – die Durchsetzung der Investitionspl├Ąne gegen einen m├Âglichen b├╝rgerlichen Widerstand. Als Paradebeispiel bezieht sich der Spin-Doctor auf den Planungsprozess zu „Pfenning“.

Von Hardy Prothmann

Wer tats├Ąchlich jemals geglaubt hat, die Ifok moderiere neutral, ist nach dem Vortrag von Andreas Ingerfeld schlauer. Vor Logistik-Fachleuten erl├Ąutert der „Kommunikationsspezialist“ umfassend, worum es geht.

Ein Unternehmer, ein Wohlt├Ąter der Menschheit, m├Âchte etwas bauen und wird zu unrecht angefeindet und es werden „unwahre Behauptungen“ aufgestellt. Von Wutb├╝rgern, die allerdings keinen roten Bart mehr haben und auch nicht einer marxistisch-leninistischen Gruppe angeh├Âren, sondern Porsche Cayenne fahren, Gesch├Ąftsf├╝hrer sind und ein freistehendes Einfamilienhaus auf 1.000 Quadratmeter Grundst├╝ck haben. Und die sind zudem noch sehr gut vernetzt.

W├Ąhrend fr├╝her eine Vereinsgr├╝ndung f├╝r eine B├╝rgerinitiative sehr lange dauerte und teuer war, funktioniert das heute Ruck-zuck. Und gerade Branchen mit einem „nicht so guten Leumund“, wie die Logistikbranche, h├Ątte damit ein gro├čes Problem. Selbstverst├Ąndlich vergisst Herr Ingerfeld nicht darauf hinzuweisen, wer bei solchen Problemen helfen kann: professionelle „Dialog“-Moderatoren wie er von der Ifok oder vergleichbare Unternehmen. Aber niemals der eigene Pressesprecher, dem glauben die Hanseln n├Ąmlich nicht, ist er doch Angestellter des Wohlt├Ąters, der zum Schlechtt├Ąter diffamiert wird. Die entscheidende Frage lautet:

Trauen Sie Ihrem Kommunikator zu, dass am Ende das Logistikzentrum auch gebaut werden kann?

Kaum jemand in der Zuh├Ârerrunde glaubt das. So war auch die Situation in Heddesheim. Alles passte. Der B├╝rgermeister Michael Kessler strahlte, der Wohlt├Ąter Karl-Martin Pfenning strahlte, der Mannheimer Morgen jubelte, die „Zukunft Heddesheims ist gesichert“. Zwar war bis dato nicht bekannt, dass diese Zukunft gef├Ąhrdet war. Aber es h├Ârte sich alles so gut an. Doch dann kamen die Hanseln ins Spiel, die sogar den Namen des Wohlt├Ąters missbrauchen: Die „IG Nein zu Pfenning“.

Und jetzt hat der Wohlt├Ąter ein Problem. Erstens versteht er nicht, warum er angefeindet wird und zweitens versteht er nicht, wie er mit diesen St├Ârenfrieden umgehen soll. Dabei hat der Unternehmer doch das beste vor, „belastet seine GmbH bis an die Schmerzgrenze“ und „dann kommt mit einem Mal eine Verz├Âgerung und die kostet Sie jeden Tag Geld“:

Und dann kommt auf einmal so eine B├╝rgerinitiative und handelt nicht rechtens, sondern gibt sehr subjektive Meinungen wieder.

Subjektive Meinungen sind also aus Sicht des Spin-Doctors „nicht rechtens“. Aber „brandgef├Ąhrlich“. Wer sich dagegen rechtfertige, hat verloren:

Die B├╝rger sind der David und Sie sind der Goliath. Sie werden nicht recht bekommen. Das ist ein Ph├Ąnomen, mit dem Sie pragmatisch umgehen m├╝ssen. Es geht nicht um die Frage, ist das rechtens. Es ist so.

Andreas Ingerfeld wei├č die L├Âsung:

Sie m├╝ssen den B├╝rgern das Gef├╝hl geben, dass Sie sie ernst nehmen. Ich w├╝rde einen Schritt weitergehen: Sie m├╝ssen sie ernst nehmen.

Andreas Ingerfeld lacht wie sein Publikum ├╝ber diesen k├Âstlichen Witz und wird dann wieder ernst:

Wer betroffen ist, hat recht.

Das Problem, alle wollen alles, aber nicht da, „wo es mir den Blick verbaut“. Und dann gibt es die neuen Medien – die sind schnell und haben einen „Mobilisierungsgrad, von dem Sie nur tr├Ąumen“:

Und bis Sie reagieren k├Ânnen, ist der gr├Â├čte Bullshit ├╝ber Facebook schon verbreitet worden.

Immerhin stellt er das Baurechtsverfahren in Zweifel, das stamme noch aus Preu├čens Zeiten und funktioniere heute nicht mehr so.

Die n├Ąchste entscheidende Frage ist:

Was k├Ânnen Sie tun? Einen vern├╝nftigen Dialog f├╝hren.

Ingerfeld erkl├Ąrt weiter, dass man klar machen muss, ├╝ber was man redet. Nicht ├╝ber alles, sondern ├╝ber „Ihr Thema“. Die Aspekte werden sortiert. Die Konsensfl├Ąche ausgearbeitet und dann St├╝ck f├╝r St├╝ck von der Agenda runtergenommen. Und dann schafft man „Einigkeit“. ├ťbrig bleiben „Grundsatzfragen“.

Wieder lobt Ingerfeld „Pfenning“:

Die haben was gemacht, was sensationell war. Die haben eine Zusage gegeben, dass die Lkw nicht durch den Ort fahren. Die Bauarbeiten haben mittlerweile begonnen.

Und wenn dann der Vorwurf kommt, der Mediator sei vom Unternehmen oder der Gemeinde bezahlt, ist es gut gelaufen:

Das ist das beste was Ihnen passieren kann. Jetzt wird der Mediator beschimpft und nicht mehr Sie. Sie k├Ânnen sich zur├╝cklehnen, der ist daf├╝r da beschimpft zu werden. Der ist daf├╝r da, sich da rauszuk├Ąmpfen.

Der Mediator m├╝sse sich auch mal gegen den Auftraggeber stellen, sonst glaubt ihm niemand. Wie das geht, sagt Herr Ingerfeld nicht. Eine denkbare L├Âsung ist ein verabredeter Konflikt. Der Unternehmer knickt nach au├čen hin bei einem Punkt ein, macht Zugest├Ąndnisse, die der Mediator nutzt, um seine Glaubw├╝rdigkeit zu untermauern. Das kann ein Verkehrslenkungsvertrag sein oder ein anderer „Nebenkriegsschauplatz“. Motto: Verliere einen Kampf und gewinne die Schlacht.

Das Ziel eines Dialogverfahrens der Ifok ist nicht, wie behauptet, eine moderierte, neutrale Hilfe zur Entscheidungsfindung, die v├Âllig offen ist. Die Gemeinde Heddesheim hat 35.000 Euro Steuergelder an Ifok bezahlt, um die Stimmungslage so zu ver├Ąndern, dass das Ziel, der Bau von „Pfenning“ erreicht wird. „Pfenning“ hat ordentlich Anzeigen im Medienverbund des Mannheimer Morgen gebucht. Die Berichterstattung war unkritisch und „Pfenning“-freundlich.

Die Ifok hat ihren Zweck nur bedingt erf├╝llt. Bei einer B├╝rgerbefragung stimmten 50,35 Prozent f├╝r das Projekt, 49,65 Prozent dagegen. Diese „Mehrheit“ von 0,7 Prozentpunkten waren real 40 Stimmen. Setzt man das Honorar an, also knapp 1.000 Euro f├╝r jede Stimme.

Den Rest hat die Mehrheit aus B├╝rgermeister, CDU, SPD und FDP erledigt: Das gr├Â├čte Bauvorhaben in der Geschichte der Gemeinde und ein sehr gro├čes in der Region wurde entgegen der „guten Sitte, bedeutende Projekt mit gro├čer Mehrheit zu beschlie├čen“ mit der ├Ąu├čerst knappen Mehrheit von 12:9 Stimmen beschlossen.

Das Bensheimer Spin-Doctor-Unternehmen Ifok ist in der Region gut vernetzt und war in Mannheim beispielsweise in Sachen Stadtbahn Nord aktiv.

IFOK-Dialog eine Farce?

Guten Tag!

Heddesheim, 21. Januar 2011. Der teure Einsatz des Beratungsunternehmens war Teil der „B├╝rgerbeteiligung“ im Ansiedlungsverfahren „Pfenning“ in Heddesheim. Wie sich eineinalb Jahre sp├Ąter herausstellt, definiert die IFOK den „Erfolg“ mit einer „knappen Mehrheit“ f├╝r das Projekt. Die IFOK pflegt beste Kontakte zu Pfenning, der KLOK, dem LogBW und dem Wirtschaftsministerium. Es stellt sich die Frage, ob es hier um ein System von „Seilschaften“ geht.

Angeblich sollte es einen „ergebnisoffenen“ Dialog geben, als die IFOk im Juli 2009 f├╝r 35.000 Euro engagiert wurde, um die Lage in Heddesheim zu beruhigen.

Tats├Ąchlich stellte die IFOK selbst am 10. November 2010 beim „3. Logistik-Kongress Baden-W├╝rttemberg“ eine „knappe Mehrheit“ f├╝r das Projekt als Erfolg dar. ├â┼ôber die Variante, was gewesen w├Ąre, wenn die „knappe Mehrheit“ dagegen gewesen w├Ąre, wird kein Wort ge├Ąu├čert.

Beauftragt wurde die IFOK durch einen Gemeinderatsbeschluss vor der Kommunalwahl 2009, bei der die CDU zwei Ratssitze verloren hat und die SPD und FDP je einen. Die Gr├╝nen konnten drei Sitze hinzugewinnen, zudem gibt es einen freien Mandatstr├Ąger. Dar├╝ber hinaus hat vor allem die CDU massive Stimmverluste der einzelnen Kandidaten hinnehmen m├╝ssen.

Lange nach diesem Dialog wird deutlich, wie eng gewisse Interessen miteinander verflochten sind. So ist der IFOK-Gesch├Ąftsf├╝hrer Jochen Tscheulin im Kuratorium der Heinrich-Vetter-Stiftung. Pikant: Gegen den Namensgeber gibt es noch nicht best├Ątigte Vorw├╝rfe, dass dieser sich w├Ąhrend des Dritten Reichs am Verm├Âgen von Juden bereichert haben soll.

Netzwerk von Logistik-Freunden. Selbstverst├Ąndlich dabei: die "Pfenning-Mutter" KMP Holding GmbH. Quelle: LogBW

Auch die Duale Hochschule Mannheim ist mit ihm Boot: Die Gesch├Ąftsstelle des Logistiknetzwerks Baden-W├╝rttemberg ist in Mannheim an der Dualen Hochschule, vertreten durch den Professor Michael Schr├Âder. Der hatte die „Pfenning“-Gegner als „Taliban“ im „Wirtschaftsmagazin econo“ (an dem der Mannheimer Morgen beteiligt ist) verunglimpft und sich bis heute nicht daf├╝r entschuldigt.

Weiter sind der Regionalverband und die Metropolregion Rhein-Neckar Teil der Logistik-Unterst├╝tzer. Und das Wirtschaftsministerium Baden-W├╝rttemberg, vertreten durch den Minister Ernst Pfister. Hier wurde das „Kooperationszentrum Logistik e.V. (KLOK e.V.)“ ins Leben gerufen und mit Mitteln des Europ├Ąischen Fonds f├╝r regionale Entwicklung (EFRE) in H├Âhe von 500.000 Euro bezuschusst. Ziel ist ein „Logistik-Netzwerk“ „LogBW„.

Ein Netzwerk-Partner der KLOK ist die KMP Holding GmbH (Karl-Martin Pfenning), die Muttergesellschaft von „pfenning logistics GmbH“. Karl-Martin Pfenning ist Mitinhaber der „Phoenix 2010 GmbH“, die Tr├Ąger des Bauvorhabens in Heddesheim ist.

Die vielf├Ąltigen Verbindungen sind sicher nicht zuf├Ąllig, sondern k├Ânnten auf ein System von Seilschaften hindeuten.

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Offener Brief an Jochen Tscheulin von der IFOK

Guten Tag!

Heddesheim, 21. Januar 2011. Die IFOK feiert den „Dialog“ in Heddesheim als Erfolg. Auf einem Logistik-Kongress. Die angeblich „neutrale“ Firma verdient ihr Geld damit, in scheinbar ergebnisoffenen „Dialogen“ den „Dampf“ aus strittigen Projekte zu bekommen. Hardy Prothmann schreibt in einem offenen Brief an einen der IFOK-Gesch├Ąftsf├╝hrer, Jochen Tscheulin. Denn die beiden haben mal zusammen studiert und w├Ąren fast Freunde geworden.

Von Hardy Prothmann

Lieber Jochen,

ich hoffe, es geht Dir gut. Wir haben uns ja schon gut sechszehn Jahre nicht mehr gesehen. Erst 2009 habe ich erfahren, dass Du erfolgreich Karriere gemacht hast und einer der IFOK-Gesch├Ąftsf├╝hrer bist.

Unsere Freundschaft damals war noch nicht gereift und ich dachte mir, dass es besser ist, im Frieden verschiedene Wege zu gehen, weil wir teils doch sehr unterschiedliche Einstellungen hatten.

Das hat sich viele Jahre sp├Ąter best├Ątigt – ich auf der einen Seite mit einem „lokalen Blog, das kritisch berichtet„, wie Ihr das in Eurem Vortrag beim „Logistik Kongress 2010“ in Stuttgart bezeichnet und auf der anderen Seite Du mit Deinem Spin-Doctor-Unternehmen, das angeblich „neutral“ Konflikte l├Âst.

Ich bin nicht entt├Ąuscht – ├Ąrgere mich aber ein bisschen.

Ganz ehrlich? Ich bin nicht entt├Ąuscht, sondern sehe mich in meiner Haltung Dir gegen├╝ber best├Ątigt. Ein bisschen ├Ąrgert mich, dass Deine Firma, die ohne die „kritische Berichterstattung eines lokalen Blogs“ niemals diesen Auftrag in H├Âhe von 35.000 Euro (oder sogar mehr?) bekommen h├Ątte, nicht einmal in der Lage ist, das Wort „heddesheimblog“ zu schreiben.

Soviel Anstand h├Ątte ich schon erwartet. Auf ein Danke-Sch├Ân f├╝r das viele Geld bestehe ich da gar nicht. Aber Ro├č und Reiter zu nennen sollte doch f├╝r eine Firma m├Âglich sein, die sich angeblich dem „offenen Dialog“ verschrieben hat. Und auch die Erw├Ąhnung der j├Ąmmerlichen Berichterstattung im Mannheimer Morgen w├Ąre einen Satz wert gewesen, aber wahrscheinlich ist das nicht im Sinne der Auftraggeber und auch nicht in Deinem.

Ihr schreibt das wirklich h├╝bsch auf und analytisch brillant, wie und warum es zu Konflikten kommt und habt da eine lukrative Gesch├Ąftsidee vermarktet: Die bornierte Sturheit von machtbesessenen B├╝rgermeistern, Politikern und sonstigen Funktion├Ąren oder verst├Ąndnislosen Gesch├Ąftsf├╝hrern oder „Investoren“ bietet jede Menge „Beratungsbedarf“, der sicherlich sehr, sehr, sehr gut bezahlt wird. Immerhin gehts bei solchen Projekten ja auch um sehr viel Geld.

Aber selbst die besten machen Fehler. So auch Du und Deine Dialog-Truppe.

F├╝r wen war was eigentlich schon "klar"? Solche S├Ątze k├Ânnen auch als Hohn aufgefasst werden. Quelle: IFOK

Erst zu behaupten, es g├Ąbe keine Abh├Ąngigkeit vom Auftraggeber (Gemeinde Heddesheim, respektive der B├╝rgermeister Michael Kessler) ist schon wenig glaubw├╝rdig gewesen. Dann aber auf einem Logistik-Kongress einen Vortrag ├╝ber den „Erfolg“ in Heddesheim zu halten, das ist ein strategischer Fehler. Denn damit ist allen, selbst den begriffstutzigsten Menschen klar, dass der „Erfolg“ das Erreichen einer „knappen Mehrheit“ von B├╝rgerstimmen f├╝r das Projekt war.

Nicht mehr und nicht weniger.

Viel Geld f├╝r Blabla.

Oder w├Ąret Ihr auch zu dem Logistik-Kongress eingeladen worden, h├Ątte eine „knappe Mehrheit“, konkret 40 B├╝rgerstimmen oder 0,7 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen das Projekt gestimmt? Wohl kaum. Und im ├╝brigen haben wir beide dasselbe studiert, deswegen wei├č ich, dass Du wei├čt, dass ein solches Votum als nicht erfolgreich gesehen werden muss und keine demokratische Legitimation haben kann, denn das Projekt wird gegen die H├Ąlfte des Ortes durchgef├╝hrt.

Da sind weitere Konflikte programmiert und so ist das auch gekommen. Soviel zum Erfolg.

Ihr von der IFOK habt das Geld genommen, ein bisschen Blabla gemacht, Schaubilder gezeichnet und gebetsm├╝hlenhaft den „offenen Ausgang“ beschworen – wie man sieht, sind der Wirtschaftsminister Pfister, der Logistik-Lobbyist der Dualen Hochschule Mannheim Schr├Âder und nicht zuletzt Karl-Martin Pfenning so sehr zufrieden, dass Ihr (sicher nochmals gegen Geld) einen Vortrag halten durftet.

Und irgendwie stellt sich dann heraus, dass die „Pfenning-Gegner“ ├╝berhaupt keine Chance hatten, aber ihre Erregung derart bedrohlich war, dass das Netzwerk, in dem Du aktiv bist, alles aufbieten musste. Regionalverband, Metropolregion Rhein-Neckar, Heinrich-Vetter-Stiftung, Duale Hochschule, Wirtschaftsministerium. Schon beeindruckend.

"Erfolg" enttarnt: "Umsetzung sicherstellen" ist das Ziel der IFOK. Nichts anderes. Daf├╝r wird sie bezahlt. Und sie macht ihren Job. Der "Erfolg" f├╝hrt ├╝ber einen "Dialog" - f├╝r viel Geld macht die IFOk eine "Einigung" m├Âglich. Quelle: IFOK

Ich lade Dich herzlich dazu ein, hier in Heddesheim (ohne Geld) mal vor den Projektgegnern ├╝ber diesen Erfolg zu referieren. ├â┼ôber die Arbeitspl├Ątze, die nicht kommen, die Gewerbesteuer, die ein M├Ąrchen ist, den fehlenden Bahnanschluss und, und, und. Du h├Ąttest es auch gar nicht mal weit von Bensheim hierher, ich bin mir aber irgendwie sicher, dass Du Dich das nicht traust.

Ist der „Dialog“ auch „erfolgreich“, wenn ein Projekt stirbt?

Und mal ganz ehrlich, Jochen! Was w├╝rde passieren, wenn die n├Ąchsten drei, vier Dialogverfahren auch „erfolgreich“ sind, aber dazu f├╝hren, dass die Projekte nicht umgesetzt werden? W├╝rde Euch dann noch einer engagieren, f├╝r das viele Geld, das Ihr nur bekommt, weils in der H├╝tte brennt?

Ich kann mich noch genau an Dich erinnern, wie Du immer fein gel├Ąchelt hast, wenn wir hei├če Diskussionen hatten und Dir die Argumente ausgegangen sind. Und ich kann mich gut erinnern, wie wir damals die „Westpoint-Absolventen“ f├╝r ZUMA (Zentrum f├╝r Umfragen, Methoden, Analysen) untersucht haben und Du Dich ├╝ber die kaputten Typen totgelacht hast. Und wie Deine Augen gestrahlt haben, als es ums Gesch├Ąftliche ging – die haben echt viel Geld f├╝r diese Untersuchung bezahlt und die Uminterpretation der Ergebnisse in eine „freundliche Lesart“ war echt harte Arbeit.

F├╝r mich sind das alte Zeiten – Du bist den Umfragen, Methoden und Analysen treu geblieben. Schlie├člich kann man damit viel Geld machen und muss keine s├Ąckeweise gehorteten „Bundeswehr-Verpflegungsmittel“ futtern. Die Kekse waren echt komplett geschmackfrei – aber wie Du sagtest, mit Kaffee konnte man die „essen“, selbst noch Jahre ├╝ber das Verfallsdatum hinaus, wie Du mir erkl├Ąrt hast. Und nahrhaft waren sie auch. Du konntest dadurch im Studium viel Geld sparen.

Man sieht sich immer zwei Mal im Leben.

Eins m├Âchte ich Dir noch gerne mitteilen: F├╝r mich war es das erste „Dialog-Verfahren“ in meinem Leben. Und ich habe dabei viel gelernt. Und nachdem ich ein wenig dr├╝ber nachgedacht habe, ist mir die Idee gekommen, dass ich auch ganz gut damit Geld verdienen k├Ânnte. Sicher nicht soviel wie Du, denn Du und Deine ├╝ber 100 Berater und den teuren Stundens├Ątzen arbeiten ja schlie├člich f├╝r „Investoren“ und jede Menge Geld.

Aber, wie Ihr treffend in Eurer Werbebrosch├╝re schreibt: Der Widerstand ist l├Ąngst nicht mehr Sache von Chaoten, sondern in der b├╝rgerlichen Mitte angekommen. Ein einzelner hat viel Geld, aber viele haben auch ne Menge Geld. Crowd-Sourcing nennt man das, glaube ich.

Und warum sollte ich das nicht einsammeln, ein paar clevere Analytiker davon bezahlen und dann bei k├╝nftigen Dialogen f├╝r die Projektgegner in den Dialog eintreten? Das wird sicher ein Riesenspa├č. Du kennst den Spruch: Man sieht sich immer zwei Mal im Leben.

Vor allem aber k├Ânnte es durchaus sein, dass der „Erfolg“ dann ganz anders aussieht. Deswegen hoffe ich f├╝r Dich, dass Du Dir ein paar Bundeswehrkekse aufbewahrt hast – f├╝r schlechte Zeiten.

Es gr├╝├čt Dein fr├╝herer Kommilitone
Hardy

Anmerkung der Redaktion: Der IFOK-Gesch├Ąftsf├╝hrer Jochen Tscheulin und Hardy Prothmann, freier Journalist und verantwortlich f├╝r das heddesheimblog, haben zusammen in Mannheim Politische Wissenschaften studiert und gemeinsam gut zwei Jahre beim Institut ZUMA als studentische Hilfskr├Ąfte gearbeitet.

Ab heute wird „Pfenning“ erneut offengelegt

Guten Tag!

Heddesheim, 09. Juli 2010. Von heute an l├Ąuft die zweite Offenlage des Bebauungsplanentwurfs „N├Ârdlich der Benzstra├če“ („Pfenning“). Die erneute Offenlage dauert bis einschlie├člich 09. August 2010. In dieser Zeit k├Ânnen wieder Einwendungen bei der Verwaltung abgegeben werden.

Die zweite Runde im Offenlegungsverfahren „Pfenning“ l├Ąuft ab heute. Zu den ├╝blichen Gesch├Ąftszeiten des Rathauses k├Ânnen die Dokumente des Bebauungsplanentwurfs im Rathaus durch B├╝rger und Betroffene eingesehen werden.

Wie gewohnt wird eine transparente Ver├Âffentlichung im Internet wieder nicht angeboten.

In der Sitzung vom 24. Juni 2010 hatte B├╝rgermeister Michael Kessler die ├ľffentlichkeit informiert, dass die „Pfenning“-Gruppe einen „umfangreichen Bauantrag“ eingereicht habe.

Bislang unbekannt sind die Kosten f├╝r die zahlreichen Gutachten, die teils neu gefertigt, erg├Ąnzt oder zus├Ątzlich eingeholt wurden. Hinzu kommen Kosten f├╝r eine Rechtsberatung und die Firma IFOK, die im vergangenen Jahr einen „Dialog moderiert“ hatte. In der Gemeinderatssitzung vom 24. Juni 2010 best├Ątigte der B├╝rgermeister Michael Kessler auf Nachfrage, dass der urspr├╝nglich geplante finanzielle Rahmen bereits deutlich ├╝berschritten sei.

Soweit der Redaktion bekannt, ist der Gemeinderat nicht ├╝ber den Umfang der bisherigen Kosten durch den B├╝rgermeister informiert worden.

Zum ersten Bebauungsplanentwurf wurden 910 Einwendungen von ├╝ber 240 B├╝rgerInnen gemacht, die ganz ├╝berwiegend durch die Verwaltung zur├╝ckgewiesen wurden. Dadurch entstand ein enormer Verwaltungsaufwand.

Viele B├╝rgerInnen hatten sich ├╝ber die Internetseite von B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen online ├╝ber den Bebauungsplanentwurf informiert, weil der Ortsverband dort die Gutachten und Pl├Ąne als PDF-Dokumente ver├Âffentlicht hatte. Ob der Ortsverband diesen Service wiederum anbietet, ist nicht bekannt.

B├╝rgerInnen hatten sich auch vorgefertigter Einwendungen bedient, die einzeln von der Verwaltung gepr├╝ft werden m├╝ssen. Dies ist gesetzlich so vorgeschrieben.

B├╝rgermeister Michael Kessler beklagte den enormen Aufwand. Die Fraktionsvorsitzenden Dr. Joseph Doll (CDU), J├╝rgen Merx (SPD) und Frank Hasselbring (FDP) qualifizierten solche Einwendungen der B├╝rgerInnen als „Kopien“ der Gr├╝nen-Vorlagen ab. Im Mitteilungsblatt der Gemeinde vom 08. Juli 2010 schreiben die CDU und die SPD ├╝ber die Sorgfalt, mit der man die Einwendungen gepr├╝ft habe. In der Gemeinderatssitzung hingegen hatten die drei Parteivertreter eingestanden, sich auf die Zusammenfassung der Verwaltung verlassen zu haben.

Verwaltungsintern wird mit Sicherheit bef├╝rchtet, dass wiederum mit vielen Einwendungen zu rechnen ist, was den Verwaltungsbetrieb wohl enorm beeintr├Ąchtigen w├╝rde.

Da die Offenlage ├╝ber die kommende Gemeinderatssitzung am 29. Juli 2010 hinausreicht, wird die n├Ąchste Verhandlung durch die Sommerpause bedingt, in der Septembersitzung stattfinden k├Ânnen – au├čer, der B├╝rgermeister beraumt eine Sondersitzung ein.

Sollte der Bebauungsplan im September als Satzung beschlossen werden, erh├Ąlt er Rechtskraft. Danach bleibt den Gegnern des Projekts eine Klage im Rahmen eines Normenkontrollverfahrens.

Ebenfalls unbekannt ist bislang, ob die Besitzer von Grundst├╝cken, die nicht an die Investorengesellschaft „Phoenix 2010 GbR“ verkaufen wollten und deren Grundst├╝cke im Rahmen eines Umlegungsverfahrens „umgelegt“ wurden, gegen diesen Beschluss juristisch vorgehen.

Die Gemeinde teilt mit, dass folgende Dokumente zum Bebauungsplanentwurf geh├Âren:
Zeichnerischer Teil, mit schriftlichen Festsetzungen, Begr├╝ndung, Umweltbericht mit Ausgleichskonzept, sowie folgenden weiteren, nach Einsch├Ątzung der Gemeinde wesentlichen bereits vorliegenden umweltbezogenen Stellungnahmen:

  • Gr├╝nordnungsplan des B├╝ros Garten- & Landschaftsplanung I. Warnecke, vom 17.06.2010,
  • Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag des Diplombiologen Ralf Hemberger vom 24.05.2009
  • Erg├Ąnzung zum artenschutzrechtlichen Fachbeitrag zum Rebhuhn des Diplombiologen Ralf Hemberger vom Februar 2010,
  • Artenschutzrechtliche Pr├╝fung des B├╝ros f├╝r Naturschutz, Landschaftspflege und Faunistik Dirk Bernd vom 09.06.2010
  • Verkehrsgutachten des Ingenieurb├╝ros f├╝r Verkehrswesen Koehler, Leutwein und Partner vom August 2008,
  • erg├Ąnzende Stellungnahme zum Knotenpunkt L 541/Im Rott/BAB 5/Rampe West des Ingenieurb├╝ros f├╝r Verkehrswesen Koehler, Leutwein und Partner vom Februar 2010,
  • Schallimmissionsprognose der Ingenieurgesellschaft Dr. Gruschka vom 20.04.2009 mit erg├Ąnzender Stellungnahme vom Juni 2010,
  • fachlicher Stellungnahme zu lufthygienischen Belangen des Ingenieurb├╝ros Lohmeyer GmbH & Co.KG vom 12.05.2010
  • gutachtliche Stellungnahme zum Gef├Ąhrdungspotenzial von Stoffen nach Nr. 9a und Nr. 9b im Anhang der St├Ârfall-Verordnung des T├â┼ôV Rheinland (T├â┼ôV Pfalz Anlagen- und Betriebstechnik GmbH) vom 10.02 2010,
  • Baugrunduntersuchung des Ingenieurb├╝ros Geonorm GmbH vom 16.03.2009,
  • ├ľffentlich-rechtlicher Vereinbarung zur Verkehrslenkung vom 12.03./25.03.2010
  • St├Ądtebauliche Vertr├Ąge vom 04.02.2009 bzw. 12.03./25.03.2010,
  • Beschlussvorlage der Gemeinde Heddesheim vom Juni 2010 zu den im Rahmen der Beteiligung der ├ľffentlichkeit gem├Ą├č ├é┬ž 3 Abs. 2 BauGB eingegangenen Einwendungen, Teil I Pr├╝fung der fristgem├Ą├č eingegangenen Stellungnahmen, insbesondere zu den Themen Verkehr/Verkehrsgutachten/Erschlie├čung, Umwelt (L├Ąrmbelastung, Lichtbelastung, Lagerung von chemischen Stoffen/Gefahrguttransporte, Feinstaubbelastung und andere Luftschadstoffe, Luft/Klima, Landschaftsbild, Artenschutz, Kosten f├╝r Ausgleichsma├čnahmen, Freizeitwert und Erholung, Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Fl├Ąchen, Solaranlagen),
  • Beschlussvorlage der Gemeinde Heddesheim vom Juni 2010 zu den im Rahmen der Beteiligung der ├ľffentlichkeit gem├Ą├č ├é┬ž 3 Abs. 2 BauGB eingegangenen Einwendungen, Teil II Eingegangene Einzeleinwendungen der ├ľffentlichkeit und Tr├Ąger ├Âffentliche Belange

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Was ein „Wir-Gef├╝hl“ bedeutet und wie die B├╝rger ├╝ber das Mitteilungsblatt manipuliert werden

Guten Tag!

Heddesheim, 14. Januar 2010. Das Mitteilungsblatt war viele Jahre die wichtigste Informationsquelle ├╝ber das Ortsgeschehen f├╝r die Heddesheimer B├╝rgerinnen und B├╝rger. Daneben gab es noch den Mannheimer Morgen – ein Mitteilungsblatt im Zeitungsformat. Seit Mai 2009 gibt es das heddesheimblog. Das steht f├╝r Unabh├Ąngigkeit, Transparenz und ungefilterte Information.

Kommentar: Hardy Prothmann

Vorab ein Hinweis, warum dieser Text wieder als Kommentar geschrieben wird.

Der Kommentar als Stilform eines journalistischen Textes ist nicht einfach nur ein „Meinungstext“.

Ein guter Kommentar formuliert eine Meinung oder eine These und spitzt diese mitunter auch zu.

Ein guter Kommentar liefert f├╝r seine Argumente auch harte Fakten. Die m├╝ssen recherchiert werden. Das hat nur manchmal mit „investigativer“, also „verdeckter“ Recherche zu tun.

Meist handelt es sich einfach um viel Arbeit mit der Sammlung von Informationen.

ehre

Eine Frage der Ehre oder Ehre, wem Ehre geb├╝hrt. Die ehrenwerte Gesellschaft bestimmt das selbst und hat gut Lachen dabei. Mal ehrlich? Sind das nicht ein echt netter B├╝rgermeister und eine echt nette 1. Stellvertreterin? Das sind "Wir". Quelle: Mitteilungsblatt

Das Mitteilungsblatt (aktueller Text hier als pdf), das der B├╝rgermeister aktuell am Sonntag, den 10. Januar 2010 den Neub├╝rgern „sehr empfohlen“ hat („steht alles drin, was Sie wissen m├╝ssen“), ist ein publizistisches Machtorgan (jede Woche 90.000 Exemplare verschiedener „Mitteilungsbl├Ątter“ des Nussbaum-Anzeigenverlags).

Die Macht hat der B├╝rgermeister, der dem anderen „Hauptorgan“, dem Gemeinderat, vorsitzt.

Er ist zwar kein richtiger „Chefredakteur“ im journalistischen Sinne. Aber er ist verantwortlich f├╝r den Inhalt des amtlichen Teils.

Und er bestimmt, welche Information wie dort drin steht und vor allem welche Informationen dort nicht stehen.

Woche f├╝r Woche kann der B├╝rgermeister also ohne Redaktionskonferenz entscheiden, wie er die B├╝rger ├╝ber was informiert. Gastbeitr├Ąge von anderen oder Leserbriefe oder Anzeigen von anderen sind nicht vorgesehen oder werden auch ohne Begr├╝ndung abgelehnt, wie das vergangene Jahr gezeigt hat.

Vor allem obrigkeitsh├Ârige Menschen folgen der hier gedruckten Information, denn es ist ja „amtlich“.

Wer sich den aktuellen Text ├╝ber den R├╝ck- und Ausblick der Jahre 2009-2010 im Mitteilungsblatt vornimmt, der hat ganz sicher Arbeit vor sich. 21 Seiten Bleiw├╝ste sind alles andere als eine leichte Kost. Ein paar schlechte Schwarzwei├č-Bilder erleichtern nicht wirklich die Lekt├╝re.

Das w├Ąre zu verschmerzen, wenn es sich denn unterhaltsam oder zumindest fl├╝ssig lesen w├╝rde. Tut es aber nicht. Gestelzte S├Ątze, „Verwaltungsdeutsch“, machen die Lekt├╝re unvergn├╝glich. Was solls? Es geht ja auch nicht um die Belustigung der B├╝rger, sondern um Information. Also um Arbeit.

Im ganzen Text geht es um Arbeit: 28 Mal taucht der Begriff im Text auf. Es ist ein „Arbeitsbericht“.

„in Formation“ – mir nach.

Wer informiert, bringt eine Sachlage „in Formation“. Eine Information gestaltet also einzelne Fakten zu einem Gesamtbild. Ein Beispiel: Die planerische Leistung, Busse und Bahnen auf zig Bahnh├Âfen und Haltestellen zu koordinieren, den Fahrkartenverkauf zu regeln und vieles mehr ist ein komplexes Gesch├Ąft und ergibt zum Schluss einen Fahrplan. Ist der gut gelungen, also „informativ“, wei├č jemand, der mit einer solchen Information umgehen kann, recht schnell, wie er von A nach B kommt.

Genau dies scheint der Text im aktuellen Mitteilungsblatt auch zu tun. Er sagt, wo wir herkommen und welchen Anschluss es gibt.

Das allerdings „alternativlos“. Fahrpl├Ąne sind meist „g├╝ltig“. So wie Wahlen. Ist die Richtung festgelegt, gibt es keinen „Zweifel“ mehr.

Dass viele Busse ausgefallen sind, wir auf zugigen Bahnsteigen gefroren haben, uns ge├Ąrgert haben ├╝ber Versp├Ątungen und schlechten Service und unhaltbare Zust├Ąnde und einen zu teuren Preis – das alles steht nicht in einem Fahrplan. Der gilt einfach. So auch der Fahrplan des B├╝rgermeisters Michael Kessler.

Ein Beispiel gef├Ąllig?
„Zur Verantwortung von B├╝rgermeister und Gemeinderat geh├Ârt es, bei Standortanfragen von Unternehmen die Vor- und Nachteile eines Vorhabens zu bewerten und sachgerecht abzuw├Ągen. Wir haben intensiv ├╝ber das Vorhaben und seine Auswirkungen informiert und versucht, auf kritische Stimmen einzugehen und die Diskussion wieder auf eine Sachebene zu bringen. Die Firma Pfenning wird beispielsweise auf die Lagerung von f├╝r den Menschen kritischen Stoffen verzichten. Au├čerdem wird sie eine Vereinbarung zur Verkehrslenkung unterzeichnen.“

Ich hoffe, ich werde jetzt nicht zu „wissenschaftlich“, aber hinter jedem Text gibt es einen „Subtext“, also eine Information hinter der Information.

Die hei├čt: „Zur Verantwortung“.

Wer Verantwortung hat, ist wichtig und wer wichtig ist, muss respektiert werden.
„Vor- und Nachteile abw├Ągen“ – das klingt nach Weisheit.
„Sachgerecht abw├Ągen“ – es geht um die Sache, sonst nichts.
„Intensiv“ – das klingt nach Schwei├č.
„Information“ – das klingt (scheinbar) nach „offener Unterrichtung“.
„Versucht, auf kritische Stimmen einzugehen“ – das klingt nach Diplomatie.
„Wieder auf eine Sachebene zu bringen“ – klingt, als ob jemand anderes diese verlassen h├Ątte.

„Beispielsweise auf die Lagerung von f├╝r den Menschen kritischen Stoffen verzichten“ – Diese Information hat es in sich: Verantwortliche w├Ągen sachgerecht und schwitzend und offen f├╝r Kritik ab, erreichen eine Sachebene und bringen „diplomatisch sachgerecht schwitzend verantwortlich“ den Investor „zum Verzicht“.

Bei diesem Beispiel handelt es sich um eine eindeutige Manipulation. Der „Kunstgriff“ besteht in der Umdeutung der tats├Ąchlichen Abl├Ąufe.

Das heddesheimblog hat ├╝ber das geplante „Chemielager“ der Firmengruppe „Pfenning“ berichtet. Zuvor haben schon viele B├╝rger sich selbst dar├╝ber informiert und kritische Leserbriefe geschrieben, die hier und im Mannheimer Morgen ver├Âffentlicht wurden.

gemeinsam

Mittendrin und ├╝berall dabei: Wenn alle mitmachen, muss es doch gut sein. Oder? Quelle: Mitteilungsblatt

Herr Kessler und andere Bef├╝rworter und auch „Pfenning“ stellten „sachgerecht“ fest, dass dies der Bev├Âlkerung nicht zuzumuten und zu vermitteln war. Es wurden also „Vor- und Nachteile abgewogen“ und danach etwas als „Erfolg“ verkauft, was einer war – wenn auch nicht „auf dem eigenen Mist gewachsen“.

Bei Wikipedia ist nachzulesen: „Von Manipulation eines Menschen spricht man dann, wenn die Annahme eines Identifikationsangebots oder einer Ware und Dienstleistung nicht zu seinem Vorteil, sondern zu seinem Nachteil f├╝hrt. (…) Wer Unterlegenheitsgef├╝hle, mangelndes Selbstvertrauen oder Angst hat, l├Ąsst sich leichter t├Ąuschen, ist leicht manipulierbar.“

„Angst und Sorge“ als manipulatives Mittel der „in Formation-Fraktion“

Angst und Sorge waren das bestimmende Thema des Wahlkampfes zur Kommunal- und auch zur Bundestagswahl. Angst und Sorge treiben auch B├╝rgermeister Michael Kessler, nicht etwa Mut, Vision oder gar Zuversicht.

Deswegen gab es auch drei Fragen f├╝r die B├╝rger. Im Kern ├╝bersetzt: K├Ânnen wir ohne „Pfenning“ unsere kommunalen Einrichtungen halten? Drohen uns Schlie├čungen? M├╝ssen wir bef├╝rchten…?

Nein. M├╝ssen wir nicht. Denn „Pfenning“ ist ├é┬á„Tradition“ und „Familienunternehmen“, das fr├╝her mal „Milch“ transportierte und heute „Lebensmittel“ und „Mehrwertdienste anbietet“. Vertrauen und regionale Verwurzelung also. Das klingt gut. Damit mag man sich „identifizieren“. Da macht man doch mit. Oder?

Die manipulative Kampagne hat bei vielen B├╝rgerinnen und B├╝rgern gewirkt.

„Das Ergebnis der B├╝rgerbefragung wurde in der Gemeinderatsitzung am 08.10.2009 kommunalpolitisch bewertet und ergab eine Mehrheit f├╝r das Weiterbetreiben des Bebauungsplanverfahrens zur Ansiedlung von Pfenning Logistics im Gewerbegebiet“, hei├čt es im Kessler-Text.

Bei der „in-Formation“ fehlt der Zusatz, dass es ├Ąu├čert geringe Mehrheiten waren. 0,7 Prozentpunkte Unterschied bei der B├╝rgerbefragung und 11:9 Stimmen im Gemeinderat. „Sachgerecht“ betrachtet ist eine Mehrheit eine Mehrheit. Reichen 0,7 Prozentpunkte f├╝r das „Wir-Gef├╝hl“ einer Mehrheit?

+0,7 Prozentpunkte als „wir“ gef├╝hlt – der Rest sind die „Anderen“

H├Ątten umgekehrt 0,7 Prozentpunkte „gegen Pfenning“ den B├╝rgermeister und seine Unterst├╝tzer zu einer „kommunalpolitisch“ anderen Bewertung veranlasst? Wohl kaum.

Entscheidend ist die Perspektive und der Wille zu Manipulation. Manipulation ist ein „Kunstgriff„.

Der „Kunstgriff“ dieses Textes besteht darin, alles auszulassen, was auch passiert ist, aber nicht zum eigenen Bild passt. Und niemand hat die Chance durch einen Leserbrief oder eine Gegendarstellung den Leserinnen und Lesern eine „andere Meinung“ anzubieten.

Das ist eine Machtdemonstration – und Beweis daf├╝r, dass es dem B├╝rgermeister Kessler nicht um „Information“ oder gar ein „Wir-Gef├╝hl“ geht, sondern ausschlie├člich um seine Sicht der Dinge. So wird „Pfenning“ zum „Potemkinschen Dorf„.

  • Kein Wort dar├╝ber, dass nicht „pfenning logistics“, sondern die „Phoenix 2010 GbR“ Investor ist
  • Kein Wort ├╝ber den „st├Ądtebaulichen Vertrag“
  • Kein Wort dar├╝ber, dass B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen bei der Kommunalwahl ihre Sitze von 3 auf 6 und damit um 100 Prozent verbesserten, w├Ąhrend CDU, SPD und FDP verloren haben.
  • Kein Wort ├╝ber die acht neuen Gemeinder├Ąte (bis auf eine Gemeinder├Ątin alle Kritiker des geplanten Projekts)
  • Kein Wort dar├╝ber, dass B├╝rgerversammlung, IFOK, B├╝rgerbefragung nur auf Druck aus der Bev├Âlkerung stattfanden.
  • Kein Wort dar├╝ber, dass nicht der B├╝rgermeister von sich aus „informiert“ oder aktiv gestaltet hat, sondern nur reagiert hat.
  • Kein Wort dar├╝ber, dass „jahrzehntelange“ Nachbarn sich nicht mehr gr├╝├čen.
  • Kein Wort ├╝ber teilweise „tumulthafte“ Zust├Ąnde in den ├Âffentlichen Gemeinderatssitzungen.
  • Kein Wort ├╝ber „vielf├Ąltige“ Behinderungen von Recherchen von Journalisten.
  • Kein Wort ├╝ber die Informationsveranstaltungen der IG neinzupfenning, des BUND, der Gr├╝nen, die viele Menschen besucht und verfolgt haben.
  • Kein Wort ├╝ber viele kritische Leserbriefe im Mannheimer Morgen oder das „b├╝rgerschaftliche Engagement“ von vielen im Ort gegen die Ansiedlung.
  • Kein Wort ├╝ber eine andere Sicht.
  • Kein Wort ├╝ber konkrete Kritik.
  • Kein Wort des Zweifels.
  • Kein Wort dar├╝ber, wie man wieder aufeinander zukommen k├Ânnte.

Daf├╝r aber die Botschaft:
„Au├čerdem hat sich die Pfenning-Gruppe nach Verhandlungen mit der Gemeinde vertraglich verpflichtet, dass keinerlei LKW-Schwerlastverkehr ab 18 t zul├Ąssigem Gesamtgewicht ├╝ber die Ringstra├če oder durch die Ortsmitte geleitet wird.“ Die Pressemitteilung zu diesem Vertrag wurde exakt sieben Monate nach der Pressemitteilung, dass „Pfenning“ sich in Heddesheim ansiedeln will, ver├Âffentlicht.

Dieser „R├╝ck- und Ausblick“ stellt „sachgerecht“ aus Sicht des B├╝rgermeisters dar, was er sehen will. Nicht mehr und nicht weniger. Es ist ein Text ohne Vision, ohne Gestaltungsphantasie. Und vor allem eine Bankrott-Erkl├Ąrung als „politischer Beamter“.

Herr Kessler verwaltet, h├Ąlt sich an die Vorschriften, an Gesetze, an Verfahren.

Das macht er sicher den Vorschriften entsprechend gut.

Die Herzen der B├╝rgerinnen und B├╝rger erreicht er damit nicht.

Hoffnung oder gar einen Ausblick kann er seit langem nicht mehr geben.

Des B├╝rgermeisters Politik verkommt „zur Sache“. Die behandelt Herr Kessler „gerecht“.

Der Mensch, die Menschen, spielen f├╝r den Verwalter Kessler schon lange keine Rolle mehr.

Denn als Zentrum der Macht ist er nur noch „selbstgerecht“.

„Wir“ wurde nicht nur einmal in der Vergangenheit in „Ich“ ├╝bersetzt: „Der Ausblick, das bin ich – „Ich danke allen f├╝r eine sehr gute Arbeit“.

Dokumentation: Was heute im Mitteilungsblatt ├╝ber „Pfenning“ steht

Guten Tag!

Heddesheim, 14. Januar 2010. Im ersten Mitteilungsblatt f├╝r das Jahr 2010 gibt es einen „Jahresr├╝ckblick 2009 und Ausblick 2010“ auf 21 Seiten. Das heddesheimblog dokumentiert alle Textpassagen, die sich mit der geplanten „Pfenning“-Ansiedlung befassen im Wortlaut und in der Folge des Abdrucks.

Dokumentation

Vorwort
„Die viel diskutierte Ansiedlung der Pfenning-Gruppe

(…) Doch gerade die geplante Ansiedlung der Pfenning-Gruppe im Gewerbegebiet ergab viele Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten im Gemeinderat und bei den B├╝rgerinnen und B├╝rgern.
Es haben sich viele Bef├╝rworter und auch viele Gegner des Vorhabens gefunden. Die Bef├╝rworter sehen Arbeits- und Ausbildungspl├Ątze oder Steuereinnahmen als Vorteile. Aber auch Belastungen wie zus├Ątzlicher Verkehr und Eingriffe in das Landschaftsbild wurden bef├╝rchtet. Zur Verantwortung von B├╝rgermeister und Gemeinderat geh├Ârt es, bei Standortanfragen von Unternehmen die Vor- und Nachteile eines Vorhabens zu bewerten und sachgerecht abzuw├Ągen. Wir haben intensiv ├╝ber das Vorhaben und seine Auswirkungen informiert und versucht, auf kritische Stimmen einzugehen und die Diskussion wieder auf eine Sachebene zu bringen. Die Firma Pfenning wird beispielsweise auf die Lagerung von f├╝r den Menschen kritischen Stoffen verzichten. Au├čerdem wird sie eine Vereinbarung zur Verkehrslenkung unterzeichnen.
Nun befinden wir uns mittendrin im Bebauungsplanverfahren, die Tr├Ąger ├Âffentlicher Belange wie z.B. ├╝bergeordnete Beh├Ârden oder Verb├Ąnde nehmen nun Stellung zum Vorhaben. Auch von dort k├Ânnen noch ├âÔÇ×nderungen am Bebauungsplanentwurf eingebracht werden.
Liebe Leserinnen und Leser, die „Pfenning-Diskussion“ ist nicht alles, was 2009 in Heddesheim
ablief, denn es gab auch viele andere Themen.

Wahljahr 2009
Das „Superwahljahr“ 2009 hielt auch f├╝r die Verwaltung einige zus├Ątzliche Aufgaben bereit. Bei den Kommunal- und Europawahlen am 7. Juni 2009 und der Bundestagswahl sowie einer B├╝rgerbefragung zur weiteren Entwicklung im Gewerbegebiet und der geplanten Ansiedlung der Firma Pfenning am 27.09.2009 waren zahlreiche ehrenamtliche Wahl- und Befragungshelfer im Einsatz.

Ma├čnahmen 2009
B) Planungsma├čnahmen/Bauleitplanung
Geplante Ansiedlung von Pfenning Logistics im Gewerbegebiet
Planungen von Pfenning Logistics im Gewerbegebiet „N├Ârdlich der Benzstra├če“
Die Firma Pfenning Logistics aus Viernheim hat am 04.02.2009 ├Âffentlich bekannt gegeben, dass sie Heddesheim im Zuge ihrer langfristigen Planung als k├╝nftigen Unternehmensstandort ausgew├Ąhlt hat. „N├Ârdlich der Benzstra├če“ sollen bis zum Jahr 2013 ein modernes Logistikzentrum mit Bahnanschluss und die k├╝nftige Unternehmenszentrale der Firma entstehen.
Am 18.02.2009 hat der Gemeinderat in ├Âffentlicher Sitzung mit dem Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan „N├Ârdlich der Benzstra├če“ das Bauleitplanverfahren begonnen. Die verschiedenen Verfahrensschritte eines Bauleitplanverfahrens sind im Baugesetzbuch (BauGB) vorgegeben. Der Aufstellungsbeschluss steht am Beginn jedes Bebauungsplanverfahrens und definiert die Grenzen, die Gr├Â├če und die betroffenen Grundst├╝cke des Bebauungsplangebietes.

Der zweite Schritt eines Bebauungsplanverfahrens ist die Beteiligung der ├ľffentlichkeit. Die Gemeinde hat dazu am 21.04.2009 im Gro├čen Saal des B├╝rgerhauses eine ├Âffentliche Informationsveranstaltung durchgef├╝hrt.

Auf Grund des gro├čen Interesses an dem geplanten Vorhaben wurden in den vergangenen Monaten sowohl der Gemeinderat wie auch die ├ľffentlichkeit umfassend ├╝ber die jeweils aktuellen Planungsst├Ąnde informiert.
Es wurde ein Dialogkreis unter Beteiligung von Entscheidungstr├Ągern, der Firma Pfenning, Vertretern von Organisationen und B├╝rgern unter Moderation der Firma IFOK aus Bensheim ins Leben gerufen, der das Vorhaben diskutierte.
Am 18.09.2009 fand in der Nordbadenhalle eine ├Âffentliche Sitzung des IFOK-Dialogkreises zur Ansiedlung der Fa. Pfenning statt. Im Vorfeld dieser Veranstaltung waren vom 07.09.2009 bis 26.09.2009 im B├╝rgerservice des Rathauses alle Sachinformation zum geplanten Projekt einschlie├člich der Fachgutachten f├╝r die ├ľffentlichkeit einsehbar.
Der Gemeinderat hat am 03.08.2009 eine B├╝rgerbefragung beschlossen, um die Meinung der B├╝rgerinnen und B├╝rger zu den gewerblichen Entwicklungszielen der Gemeinde, zum Arbeitsplatzangebot und zur geplanten Ansiedlung und Verlegung des Stammsitzes der Pfenning-Gruppe ins Heddesheimer Gewerbegebiet zu h├Âren. Die B├╝rgerbefragung fand am 27.09.2009 statt. Das Ergebnis der B├╝rgerbefragung wurde in der Gemeinderatsitzung am 08.10.2009 kommunalpolitisch bewertet und ergab eine Mehrheit f├╝r das Weiterbetreiben des Bebauungsplanverfahrens zur Ansiedlung von Pfenning Logistics im Gewerbegebiet. In der November-Sitzung wurden als weiterer Verfahrensschritt der Bebauungsplanvorentwurf und die Beteiligung der Tr├Ąger ├Âffentlicher Belange vom Gemeinderat beschlossen. Au├čerdem hat sich die Pfenning-Gruppe nach Verhandlungen mit der Gemeinde vertraglich verpflichtet, dass keinerlei LKW-Schwerlastverkehr ab 18 t zul├Ąssigem Gesamtgewicht ├╝ber die Ringstra├če oder durch die Ortsmitte geleitet wird. Bei Verst├Â├čen werden Zahlungen f├Ąllig, die zweckgebunden f├╝r gemeinn├╝tzige Zwecke eingesetzt werden. Weitere Informationen zum Vorhaben sind unter www.heddesheim.de zu finden.

Ausblick 2010
A) Ma├čnahmen

3. Auch in diesem Jahr werden sich Gemeinderat und Verwaltung intensiv mit der geplanten Ansiedlung von Pfenning Logistics befassen. Die n├Ąchsten Schritte des Bebauungsplanverfahrens mit der Offenlage des Bebauungsplanentwurfes bis hin zum Satzungsbeschluss und damit zur Rechtskraft des Bebauungsplanes Gewerbegebiet „N├Ârdlich der Benzstra├če“ sind in den kommenden Monaten vorgesehen.
Nach Rechtskraft des Bebauungsplanes und Erteilung der notwendigen Baugenehmigung kann m├Âglicherweise noch in diesem Jahr mit einem ersten Bauabschnitt begonnen werden.“

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Acht Monate heddesheimblog. Das war 2009: Teil I – „Pfenning“

Guten Tag!

Heddesheim, 28. Dezember 2009. Am 28. April 2009 ging der erste Beitrag f├╝r das heddesheimblog online: „Alles gut oder alles schlecht mit Pfenning in Heddesheim“, lautete die ├â┼ôberschrift. Mittlerweile sind fast 1000 Artikel mit Heddesheimer Themen erschienen.
Das
heddesheimblog bietet damit das journalistisch breiteste und interessanteste Angebot vor Ort. Mit Hintergrundberichten, Portr├Ąts, Meinungsartikeln oder Texten zum Alltagsleben in der Gemeinde.

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Unser Dank gilt unseren Leserinnen und Lesern. Ohne deren Interesse w├Ąre das heddesheimblog nicht enstanden. Zur Vorgeschichte: Der freie Journalist Hardy Prothmann ver├Âffentlicht Recherchen zur geplanten „Pfenning“-Ansiedlung in Heddesheim im Internet, zun├Ąchst bei blogger.de.

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"Pfenning"-Gesch├Ąftsf├╝hrer Uwe Nitzinger hatte nicht immer gut lachen. Bild: KMP-Holding

Nach kurzer Zeit bricht die Seite immer wieder zusammen, weil zu viele Menschen auf die Artikel zugreifen. Das Angebot wird zum Provider 1&1 umgezogen, hier kommt als Redaktionssoftware WordPress zum Einsatz.

Es erscheinen auch erste nicht-„Pfenning“-Themen. Auch daf├╝r interessieren sich die Leserinnen und Leser.

Das Angebot w├Ąchst und die Idee, eine lokal-journalistische Plattform im Internet zu gr├╝nden, entsteht.

Seit Herbst wird das heddesheimblog auch vermarktet. Es finanziert sich ├╝ber Werbung, ganz klassisch, so wie andere Medien auch.

Es erscheinen investigative Berichte, beispielsweise, dass „Pfenning“ seine weder genehmigten noch gebauten Hallen bereits seit Fr├╝hjahr 2009 vermarktet.

Weil der B├╝rgermeister Michael Kessler und Teile des Gemeinderats um die Gunst der ├Âffentlichen Meinung f├╝rchten, engagieren sie ein „Strippenzieher“-Unternehmen, das ihnen den R├╝cken frei halten soll: IFOK. Rund 35.000 Euro kostet das die Gemeinde, sprich den Steuerzahler. Auch diese Nachricht steht exklusiv im heddesheimblog.

Ebenso, dass das geplante Chemielager von „Pfenning“ unter die Seveso II-St├Ârfallverordnung f├Ąllt.

Die Ergebnisse unserer Recherchen bestimmen immer wieder die ├Âffentliche Diskussion. Wir fassen zum Beispiel immer wieder bei den Arbeitspl├Ątzen nach. Das Ergebnis: Statt von 1000 spricht selbst die „Pfenning“-Gruppe nur noch von anf├Ąnglich 300. Wie viele tats├Ąchlich? Das h├Ąngt von der Konjunktur ab.

Eine transparente Informationspolitik von Seiten des B├╝rgermeisters Kessler? Von CDU, SPD und FDP in der Sache? Fehlanzeige. Die Redaktion des heddesheimblogs recherchiert gegen eine Mauer des Schweigens. Der einzige Ortsverband, der vorbehaltlos mit der Redaktion spricht, sind B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen.

Der Hintergrund: Bis heute sitzt der Schock des Wahlverlustes bei CDU, SPD und auch FDP tief. Einzig die Gr├╝nen haben gewonnen: 100 Prozent und sitzen nun als zweitst├Ąrkste Fraktion mit sechs Sitzen im Heddesheimer Gemeinderat. Die Gr├╝nen fordern eine B├╝rgerbefragung.

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B├╝rger bei einer Veranstaltung der IG neinzupfenning. Bild: hblog

Die B├╝rgerbefragung, nach der die H├Ąlfte der Befragten die Ansiedlung ablehnen, best├Ąrkt die Gegner. Die Bef├╝rworter sehen einen Vorteil von 0,7 Prozentpunkten (50,35 Prozent Ja-Stimmen : 49,65 Prozent Nein-Stimmen) als Legitimation, die Ansiedlung weiter voranzutreiben.

Lange Zeit weigern sich viele, die im Ort „was gelten“, mit dem heddesheimblog ├╝berhaupt nur zu reden. Zu kritisch, zu „frech“, geht die Redaktion mit den Themen und Informationen um. Das ist man in Heddesheim nicht gewohnt und manche, allen voran der B├╝rgermeister, wollen sich nicht daran gew├Âhnen.

Der Begr├╝nder Hardy Prothmann wird mehrfach k├Ârperlich angegangen, ein bislang unbekannter T├Ąter platzierte ein Nagelbrett vor einem Reifen – Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln.

Wir berichten weiter und die Zahlen der Seitenabrufe und Besucher wachsen. „Wenn der Pfenning nicht mehr zieht, gibt es auch kein heddesheimblog mehr, weil sich keiner mehr daf├╝r interessiert“, ist die Hoffnung vieler.

Tats├Ąchlich steigen die Zahlen stetig und liegen seit vier Monaten bei monatlich ├╝ber 500.000 Seitenzugriffen und rund 60.000 Besuchern. Pfenning ist schon lange nicht mehr das „Tagesthema“, aber immer noch ein Top-Thema unter vielen anderen.

Auch scheinbar harmlose Beitr├Ąge wie der Meinungsartikel „Braucht Heddesheim ein Oktoberfest“ bestimmen immer wieder die Debatte im Ort.

Die heddesheimblog-Methode ist dabei einfach: Wir stellen Fragen und erarbeiten Thesen. Wir recherchieren und das Ergebnis schreiben wir auf. F├╝r die, die gestern schon alles so gemacht haben, wie sie es heute machen und morgen machen wollen, ist das nat├╝rlich etwas ganz und gar Ungewohntes.

Vor allem vom Mannheimer Morgen kennt man das nicht: kritische Berichterstattung, Recherche, fundierter Journalismus. Bis heute ist im MM auch nicht ein Artikel zu Pfenning erschienen, der auf eigener Recherche und einer eigenen These basiert.

Der MM bem├╝ht sich nur, jede Veranstaltung im „strahlendsten Lichte“ erscheinen zu lassen. Fakten spielen selten eine Rolle. Hauptaussage: „Voller Erfolg, alle waren gl├╝cklich und zufrieden, f├╝rs leibliche Wohl war gesorgt, alle Namen sind genannt.“ (Siehe dazu MM von heute.)

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B├╝rgermeister Kessler stellt sich gegen die H├Ąlfte der B├╝rger. Bild: hblog

Von Beginn an haben sich die Leserinnen und Leser mit Kommentaren am heddesheimblog beteiligt. Daf├╝r m├Âchte sich die Redaktion ganz herzlich bedanken: Denn dadurch wird klar, was und wie die Leserinnen und Leser denken. Teils haben wir dadurch auch Hinweise f├╝r neue Themen gefunden. Auch die kritischen Leserkommentare zum heddesheimblog helfen, unsere journalistische Leistung stetig zu verbessern.

Auch 2010 wird das Thema „Pfenning“ ein Top-Thema bleiben. Das heddesheimblog wird alle relevanten Informationen dazu ver├Âffentlichen und Hintergr├╝nde recherchieren.

Die geplante Ansiedlung ist noch l├Ąngst nicht sicher, sondern immer noch eine Planung. Das n├Ąchste spannende Thema dazu ist die Arbeit des „Umlegungsausschusses“ sowie die Ver├Âffentlichung der Pl├Ąne und Gutachten, gegen die B├╝rger ihre Einwendungen geltend machen k├Ânnen.

Wir bleiben dran!

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Eine Frage der Kohle – in Sachen Pfenning ist noch alles offen

Guten Tag!

Heddesheim, 10. Dezember 2009. In Mainz sollten ├╝ber eine Milliarde Euro in ein neues Kohlekraftwerk investiert werden. Der Stadtrat hat den Bau jetzt endg├╝ltig gestoppt.
Die Parallelen zu Heddesheim sind frappierend. Erst waren sich alle Parteien einig, dann stiegen die Gr├╝nen nach und nach aus. Die IFOK moderierte einen „Dialog“. Arbeitspl├Ątze, Steuereinnahmen, „Zukunftssicherheit“ lauteten auch hier die Argumente der Bef├╝rworter – gegen den begr├╝ndeten Willen der Gegner kamen sie nicht an.

Kommentar: Hardy Prothmann

In Mainz und Wiesbaden d├╝rfte die Meldung vom Stopp des umstrittenen „Kohleheizkraftwerk Ingelheimer Aue“ heute die Nachricht des Jahres gewesen sein. Fast f├╝nf Jahre k├Ąmpften verschiedene Interessenverb├Ąnde und Organisation gegen die Investitionsentscheidung in markanter H├Âhe: 1,2 Milliarden Euro wollte der Betreiber KWM AG in den Bau investieren.

Die Gemeinsamkeiten zu Heddesheim und Pfenning sind frappierend. Auch in Mainz wurde das Projekt ohne ausreichende B├╝rgerbeteiligung aufgesetzt. Auch hier sind die Argumente: Investition in die Zukunft, Arbeitspl├Ątze, Steuereinnahmen, „Umweltfreundlichkeit“, usw.

Als der Widerstand gr├Â├čer wurde – gab es einen „Gespr├Ąchskreis“. Moderator, die IFOK.

Auf der unternehmenseigenen Informationsseite der KMW AG zum Projekt: Die gleichen konzentrierten, adretten, nett l├Ąchelnden Mitarbeiter wie bei „Pfenning“. Es scheint, dass die IFOK-Beratung wie eine fertige Schablone f├╝r solcherart Websites dient, wo nur noch die Bilderchen und die immer gleich lobhudelnden Texte ausgetauscht werden.

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Sch├Âne Seiten f├╝r gute Stimmung - in Mainz ist das Geschichte. Quelle: KMW AG

Am 2. September 2008 „informiert“ die KMW AG per Pressemitteilung:

„Falsche Vermutungen werden nicht dadurch richtig, dass man sie einfach alle paar Monate wiederholt. Mit dieser Feststellung reagiert die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG auf den neuerlichen untauglichen Versuch von externen Betriebswirten das geplante Kohleheizkraftwerk auf der Ingelheimer Aue k├╝nstlich schlecht zu rechnen. Bereits im M├Ąrz 2008 hatten gut zwei Dutzend Unterzeichner anhand von l├Ąngst ├╝berholten und zwei bis drei Jahre alten Berechnungen versucht, die Wirtschaftlichkeit des Projektes in Frage zu stellen. (…)“

Ein Jahr sp├Ąter ist klar, dass die KMW AG das Projekt finanziell nicht stellen kann.

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Sch├Âne Seiten f├╝r gute Stimmung - in Heddesheim noch offen. Quelle: "Pfenning"

Bei „Propfenning“ liest sich das im September 2009 so:

„Von den Projekt-Gegnern wurden immer wieder Unwahrheiten und falsche Ger├╝chte gestreut, um unser Unternehmen in Misskredit zu bringen. (…) Die oben zitierte unwahre Behauptung ist nur eines von vielen Beispielen, das die systematische Vorgehensweise der Projekt-Kritiker verdeutlicht.“

Die Verbindung der Zitate liegt im „angeblichen Schlechtreden“ durch die „Gegner“. Gar „systematisch“ sei das – das liest sich wie eine „Verschw├Ârung“. Das Opfer: Die armen Investoren.

In Mainz ist das Projekt tats├Ąchlich der politischen Klugheit geopfert worden. Dort hatten sich gem├Ą├č einer Forsa-Umfrage nur ein Drittel der Menschen definitiv gegen das Projekt ausgesprochen – Unsicherheit genug f├╝r die neue „Ampelkoalition“ aus SPD, FDP und Gr├╝nen, um in ihrem Koalitionsvertrag definitiv das Projekt zu beerdigen.

In Heddesheim hat sich die H├Ąlfte der befragten B├╝rger gegen die „Pfenning“-Ansiedlung ausgesprochen. Im Gemeinderat fand sich eine d├╝nne Mehrheit inklusive der Stimme des B├╝rgermeisters Michael Kesslers f├╝r den Bauvorentwurf. Eine abweichende Stimme im Lager der bisherigen Unterst├╝tzer h├Ątte das Projekt zu Fall gebracht.

Ohne eine kritische ├ľffentlichkeit w├╝rde „Pfenning“ l├Ąngst bauen.

Dabei haben die Bef├╝rworter so gut wie keine Fragen – sie winken jedes Gutachten einfach so durch, als k├Ânne man allem blind vertrauen. Sicherlich ist bis heute ein gro├čer Teil gekr├Ąnkte Eitelkeit daran Schuld – die CDU und die SPD haben bei den Wahlen enorm Federn lassen m├╝ssen, am Ende auch die FDP. Man ist halt einfach daf├╝r. Und erst recht, weil die anderen dagegen sind. Basta.

Gewonnen haben bislang die Gr├╝nen – an Sitzen und an Vertrauen. Dieses muss sich die ├ľko-Partei aber nun durch Arbeit sichern – wollen sie Willen ihrer W├Ąhler transparent machen.

Zur Zeit sind die Pl├Ąne und Gutachten auf dem Weg zu den zust├Ąndigen Beh├Ârden, die zur Stellungnahme aufgefordert werden. Ende Januar sollen nach Informationen des heddesheimblogs die Ergebnisse vorliegen.

Danach wird es noch einige Gemeinderatssitzungen geben und Zeit, die B├╝rger umfassend ├╝ber die Risiken und Nachteile der Ansiedlung zu informieren. Bis hin zur Ver├Âffentlichung der Unterlagen. Dann k├Ânnen die B├╝rger ihre Bedenken vorbringen. Die B├╝rger hierbei zu unterst├╝tzen, ist Aufgabe der Gr├╝nen.

Aber auch die anderen Parteien w├Ąren gut beraten, wenn Sie zeigten, dass sie nicht nur zum Abnicken da sind, sondern sich ebenfalls kritisch zum Wohl der Gemeinde mit dem Thema befassen.

Denn bislang sind alle Einschr├Ąnkungen einzig ein Erfolg des ├Âffentlichen Drucks: so das Versprechen, keinen Verkehr durch oder um den Ort zu lenken und keine hochgef├Ąhrlichen G├╝ter zu lagern (wie zuvor geplant) oder umfangreichere ├ľko-Massnahmen vornehmen zu wollen, als das Gesetz vorschreibt, .

Der wurde durch die IG neinzupfenning erreicht, die die B├╝rger mobilisieren konnte. Und durch die Gr├╝nen sowie einzelne Gemeinder├Ąte, die den Druck aufgenommen und in den Gemeinderat getragen haben haben. Und durch die kritische Berichterstattung und Dokumentation hier auf dem heddesheimblog.

Ohne diese Kritik zum Wohl der B├╝rger und der Gemeinde Heddesheim w├╝rde „Pfenning“ ohne jede Auflage bereits heute schon bauen.

Wenn „Pfenning“ kommen sollte, was noch lange nicht sicher ist, dann zu Bedingungen, die das Beste f├╝r den Ort und seine B├╝rger herausholen. Wenn das nicht m├Âglich ist, kann auch ein Projekt „Pfenning“ sicher gestoppt werden.

Dem geplanten Kraftwerk in Mainz ist buchst├Ąblich erst die „Kohle“ und dann die Unterst├╝tzung ausgegangen. Vielleicht auch, weil eine Aktiengesellschaft transparenter informierten muss als eine GbR Phoenix 2010.

Mal sehen, ob man „Pfenning“ in ein paar Monaten noch zutraut, das Projekt finanziell krisensicher zu stemmen und einfach dem Versprechen glaubt, das dem so sei ohne eine einzige Information zu haben au├čer der, das Karl-Martin Pfenning ein „Familienunternehmer“ ist.

Das ein Richtungswechsel m├Âglich ist, haben die Mainzer und hier vor allem die SPD mit ihrer Entscheidung deutlich gemacht.

Was vom „Leuchtturmprojekt“ ├╝brig bleibt


Guten Tag!

Heddesheim, 24. September 2009. Das heddesheimblog dokumentiert die Aussage von Karl-Martin Pfenning auf der IFOK-B├╝rgerveranstaltung am Freitag, den 18. September 2009. Nach Darstellung von Herrn Pfenning, bezeichnete der Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die geplante „Pfenning“-Ansiedlung als Leuchtturmprojekt. Diese Aussage ist nicht belegt.

Der Unternehmenschef der KMP-Holding GmbH, Karl-Martin Pfenning sagte im Wortlaut:

„Ende letzten Jahres 2008 war ich bei einem Roundtable-Gespr├Ąch eingeladen von Bundesumweltminister Gabriel. Bei diesem Gespr├Ąch habe ich in groben Z├╝gen unser Bauvorhaben in Heddesheim vorgestellt. Und ich kann Ihnen nur eins sagen, er (Bundesumweltminister Gabriel, d. Red.) sagte zu mir: „Das ist genau das, was die SPD und die Gr├╝nen eigentlich wollen. Ich w├Ąre froh, alle Logistikzentren in Deutschland h├Ątten diese Bauausf├╝hrung wie das, was Sie dort in Heddesheim planen. F├╝r mich ist das ein Leuchtturmprojekt, was Sie dort realisieren wollen und ich w├╝rde gerne bei der Einweihung zugegen sein.“ Das m├Âchte ich nochmal in aller Deutlichkeit gesagt haben, weil es ja immer hei├čt, dieses Objekt w├Ąre umweltsch├Ądlich.“

Diese Aussage von Herrn Pfenning k├Ânnen Sie hier gleich am Beginn des Videos im Original sehen.

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

„Ich wei├č nicht, was daran attraktiv sein soll.“ Teil 1


Guten Tag!

Heddesheim, 23. September 2009. Das heddesheimblog pr├Ąsentiert Ihnen die Fragen und Standpunkte der B├╝rger sowie die Antworten der Podiumteilnehmer.

Die redaktionellen Text sind Hinweise auf den Inhalt der Videos. Schauen Sie sich die Original-Aussagen selbst an, um sich ein unabh├Ąngiges Bild zu machen.

Der erste B├╝rger beginnt mit Polemiken: „Schuhmacher aus Heddesheim“. Er sagte Worte wie „irref├╝hrend“ und „falsch“ unter lautem Applaus aus dem Bef├╝rworterlager.

  • Dr. Kurt Fleckenstein verteidigt sich gegen den Angriff und nennt ein m├Âgliches Biotop: „Feigenblatt“.
  • Kurt Klemm sagt, die „Biotopvernetzung ist eine Utopie.“
  • Ilsmarie Warnecke: „Ich halte die Biotopvernetzung f├╝r sinnvoll.“
  • B├╝rgermeister Kessler: „Der Gemeinde macht seit mehr als 20 Jahren intensive Biotopvernetzungsma├čnahmen. (…) Wir entnehmen landwirtschaftliche Fl├Ąchen und f├╝hren sie Biotopen zu. Damit Sie eine Vorstellung haben von der Gr├Â├čenordnung der Gr├╝nfl├Ąche, die da entstehen soll. Das ist genau die Tiefe wie die Tiefe der Hallen. Das ist dieser breite Streifen, der auf 700 Meter L├Ąnge entstehen soll. Und das ist der Streifen, den wir in der Breite, in der N├Ąhe des Badesees,├é┬álieber Herr Fleckenstein, verwenden k├Ânnen, um diese ausger├Ąumte Landschaft doch deutlich ├Âkologisch zu verbessern, als sie bisher ist. So breit wie die Halle, 700 Meter lang.(…)
  • Eine Erweiterung des Gewerbegebietes ist immer ein Eingriff in die Landschaft und wir haben hier durch diese Ma├čnahme die Chance, kompakt ein Biotop, angeschlossen an die Autobahnbegr├╝nungen, von daher also wirklich eine Verbindung, m├Âglicherweise fortf├╝hrbar bis ins Sport-Zentrum und dadurch diesen Bereich, vielleicht auch noch mit einem Radweg zu verbessern.“
  • Dr. Kurt Fleckenstein: „Wir m├╝ssen nur genug Hallen bauen, um uns zu verbessern.“
  • Buh-Rufe von Bef├╝rwortern.
  • Dr. Kurt Fleckenstein: „Das Gebiet, das in Heddesheim als einziges Naherholungsgebiet ├╝berhaupt vorhanden ist, ist aus ihrer Sicht wenig geeignet.“
  • Ilsmarie Warneke: „Entlang der Benzstra├če zu fahren, da wei├č ich nicht, was daran attraktiv sein soll.“

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„Das war viel Unsinn auf einem Haufen.“ Teil 2


Guten Tag!

Heddesheim, 23. September 2009. Das heddesheimblog pr├Ąsentiert Ihnen die Fragen und Standpunkte der B├╝rger sowie die Antworten der Podiumteilnehmer.

Die redaktionellen Text sind Hinweise auf den Inhalt der Videos. Schauen Sie sich die Original-Aussagen selbst an, um sich ein unabh├Ąngiges Bild zu machen.

  • Der Gemeinderat Rainer Edinger kritisiert den „Dialog“-kreis und stellt das Verkehrsgutachten in Frage. Au├čerdem fragt er nach der Gewerbesteuer und was „Pfenning“ mit der Pr├Ąsentation bei den Vereinen wollte.

Es antworten „Pfenning“-Gesch├Ąftsf├╝hrer Uwe Nitzinger und Verkehrsgutachter Burkhard Leutwein.

  • Herr Nitzinger beginnt: „Das war viel Unsinn auf einem Haufen, ich will mal versuchen, den zu sortieren.“
  • Bef├╝rworter klatschen und pfeifen.
  • Uwe Nitzinger sagt: „Gewerbesteuer ist eine Ergebnisabh├Ąngige Steuer. Es gibt eine Zurechnung in der Gewerbesteuer, die unabh├Ąngig vom Ergebnis ist. Das sind 1,8 Millionen bei unserem Unternehmen, die dem Hebesatz der Gewerbesteuer unterliegen. Ich wei├č jetzt den Hebesatz nicht in Heddesheim, aber das kann sich dann jeder ausrechnen, wenn er sich kundig macht. (…) Es darf sich niemand wundern, wenn wir hier einen deutlich sechsstelligen Betrag an Gewerbesteuer hier abliefern.“
  • (…)
  • „Wir haben mit den Heddesheimer Vereinen gesprochen, weil wir der Meinung sind, dass hier eine Gruppierung entsteht oder besteht, die sicher auch unsere Argumente in die Gemeinde tr├Ągt, das sag ich ganz offen. Nat├╝rlich setzen wir hier auch auf positive Verst├Ąrker. Die Tatsache, dass uns jetzt auf Grund dieser Veranstaltung unterstellt wird, wir h├Ątten sie gekauft, zeigt, von welcher Qualit├Ąt und von welcher Intension die Argumente der Gegner getragen werden. Wir haben niemandem versprochen, dass wir sein n├Ąchstes Weihnachtsfest bezahlen. (…) Es hat auch niemand danach gefragt.“
  • Moderationsfrage: Was ist mit den kleineren Lkw im Ort?
  • Verkehrsgutachter Leutwein: „Nat├╝rlich haben Sie Lkw-Verkehr im Ort. Den k├Ânnte ich Ihnen sagen, aber ich bin jetzt nicht vorbereitet. Entschuldigung, das m├╝ssen Sie schon akzeptieren. (…) Dazu war ganz klar gesagt: Vorgabe von Pfenning (…) Ich habe keinen vern├╝nftigen Zweifel an den Angaben. (…) Da wir kein Verkehr durch Heddesheim fahren.“

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„Ich bitte darum, die Ehre dieser Gutachter nicht zu…“ Teil 5


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  • Gemeinderat Kurt Klemm fragt B├╝rgermeister Michael Kessler: „Soweit ich informiert bin, ist der Verkehrslenkungsvertrag nur ein Entwurf und der Gemeinderat muss dar├╝ber entscheiden: „Ist das richtig, Herr B├╝rgermeister?“

  • B├╝rgermeister Kessler: „Ich bitte darum, die Ehre dieser Gutachter nicht zu…“
  • Applaus
  • B├╝rgermeister Kessler: „Herr Growe hat aus dem Zusammenhang einen Satz zitiert. (…) Zum Beispiel steht darin, dass so ein Vertrag gar nicht mehr anwendbar w├Ąre, wenn die Gemeinde in die Lage versetzt wird, das Verkehrsaufkommen durch allgemeing├╝ltige ├Âffentlich-rechtliche Regelungen zu regulieren so dass eine individuelle Vereinbarung nicht mehr erforderlich ist…“

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„Es ist klar, dass das unabh├Ąngige Gutachter sind.“ Teil 6


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Ein B├╝rger stellt die Frage, ob die Zukunft das Verkehrsgutachten nicht repr├Ąsentativ ist, weil andere Verkehr nicht mit eingerechnet wurden: „Warum wurde der Hirschberger Verkehr nicht ber├╝cksichtigt? (…) Weil es nicht die Aufgabe war?“

  • Verkehrsgutacher Leutwein: „Also ich muss schon sagen, ich verwehr mich gegen diese Unterstellungen. Das ist ziemlich unfair.“
  • Applaus
  • Leutwein: „(…) Kann das noch funktionieren? Ist das noch tragbar? (…) K├Ânnen wir dem zustimmen? (…) Auch im Jahre 2020 w├Ąre dieser Knoten leistungsf├Ąhig.“
  • Dr. Kurt Fleckenstein: „Ich habe mit keinem Wort gesagt, dass hier jemand gekauft wurde. Ich habe nur gesagt, dass hier drei Gutachter sind, die vom Vorhabenstr├Ąger beauftragt sind. Es w├Ąre fair, wenn die Gegner auch hier ihre Gutachter pr├Ąsentieren k├Ânnte.“
  • B├╝rgermeister Kessler: „Es ist klar, dass das unabh├Ąngige Gutachter sind.“

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B├╝rgerstimmen und Lobbyisten am Mikrophon – Teil 9


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Heddesheim, 23. September 2009. Das heddesheimblog pr├Ąsentiert Ihnen die Fragen und Standpunkte der B├╝rger sowie die Antworten der Podiumteilnehmer.

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Ein B├╝rger sagt: „Alle Auszubildenden sind gl├╝cklich und zufrieden.(…) Flora und Fauna ist mir in dem Gebiet noch nicht entgegengelaufen. (…) Vielleicht gibt es hier auch Leute, die den Wert von Heddesheim mit Arbeitspl├Ątzen bewerten.“

  • Der Lobbyist Josef Stumpf kommt als Gesch├Ąftsf├╝hrer des Bundesverbands mittelst├Ąndische Wirtschaft: „Ich finde das Engagement der B├╝rger toll. Die Kommunikationsst├Ârungen sind teilweise behoben, teilweise sind sie geblieben. Sehen Sie sich als Gemeinde in der Metropolregion. (…) Berechtigte ├âÔÇ×ngste muss man annehmen. (…) Das kann einem Angst machen – Sie erschlie├čen ein Gewerbegebiet mit einem Schlag. Aber eigentlich wollen sie erschlie├čen und das ist sinnvoll. (…) Sie sind hier auch ein Spiegel f├╝r Investoren in die Region. (…) Sichere Arbeitspl├Ątze…(…) Pfenning, Familienunternehmer, seri├Âs, ehrlich, gut… (…)“
  • Der IFOK-Moderatorin wird das zuviel: „Ok, ok.“

  • Ein B├╝rger sagt: „Wie viele Lkws durch Pfenning kommen, wei├č ich nicht, aber jeder mehr ist einer zuviel. (…) Ich nutze die ausger├Ąumte Fl├Ąche als Naherholungsgebiet.“

  • Herr Klemm fordert einen B├╝rger (siehe erstes Video in diesem Artikel) auf, mit ihm Flora und Fauna in Heddesheim zu entdecken.
  • Dr. Kurt Fleckenstein: „Ich habe alle Hochachtung vor mittelst├Ąndischen Betrieben. (…) Herr Schneider (UPS) hat mich ├╝ber die Zust├Ąnde bei Pfenning informiert. (…) Wenn die nicht so w├Ąren, w├Ąre sofort eine Klage eingereicht worden – aber das ist nicht gekommen. Deswegen gehe ich davon aus, dass die Zust├Ąnde bei Pfenning zutreffen. (…) Ich habe meine Leute immer so gut bezahlt, dass sie davon leben k├Ânnen.“
  • Fleckenstein: „Kreuzen Sie alle drei Fragen mit Nein an. Auf dumme Fragen kann man auch dumm antworten kann. (…)“

  • Karl-Martin Pfenning: „Ich werde den Teufel tun, L├Âhne zu bezahlen, die nicht ausk├Âmmlich sind f├╝r unsere Mitarbeiter.“

  • B├╝rgermeister Kessler: „Der Herr Fleckenstein hat von dummen Fragen gesprochen. Der Gemeinderat hat diese Frage beschlossen. (…). Es ging darum, dass es in den Diskussionen im Dialogkreis eben auch viele Meinungen vertreten waren, die davon sprachen, dass es ├╝berhaupt gar keine gewerbliche Entwicklung mehr in Heddesheim geben sollte (…), deswegen war es auch dem Gemeinderat wichtig zu h├Âren, ob es eine Vielzahl von Menschen gibt in Heddesheim, die ├╝berhaupt gar keine gewerbliche Entwicklung mehr wollen und deswegen ist die erste Frage richtig und wichtig f├╝r die politische Bewertung, die der Gemeinderat sp├Ąter vornimmt.“
  • Im Hintergrund ist eine Stimme zu h├Âren. Hardy Prothmann: „Das ist glatt gelogen.“
  • Herr Schuhmann spricht ├╝ber die vorhandene Fauna und Flora: „Das mag dem ein oder anderen l├Ącherlich vorkommen.“

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B├╝rgerstimmen – Teil 10


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Heddesheim, 23. September 2009. Das heddesheimblog pr├Ąsentiert Ihnen die Fragen und Standpunkte der B├╝rger sowie die Antworten der Podiumteilnehmer.

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Eine B├╝rgerin fragt: „Sollte bei der B├╝rgerbefragung die Frage eins und die Frage zwei zu 100 Prozent mit Ja beantwortet werden und die Frage 2 zu 100 Prozent mit nein. Was passiert dann?“

Eine B├╝rgerin bedankt sich bei allen Beteiligten, die „etwas Licht in dieses Wirrwarr zu bringen“, besonders Frau G├Ârlitz.“

  • Und weiter: „Was h├Ąlt Pfenning davon ab, sich in Hirschberg zu bewerben? (…) Wir h├Ątten alle Nachteile, aber nicht die Vorteile – die Entwicklung der Einkommensteuer und der Arbeitspl├Ątze. (…)“
  • Die Moderatorin sagt nett: „Danke sch├Ân.“

  • Der „B├╝rger Schuhmacher aus Heddesheim“ macht Firmenwerbung.

  • Ein B├╝rger sagt: „Es ist mir nicht gelungen, belastbare Aussagen und Vertrauen zu finden. (…) Nehmen Sie das einfach mal zur Kenntnis. (…) Im Prospekt sagt ein Fahrer, es w├Ąre Bl├Âdsinn, durch Heddesheim zu fahren. Warum machen dann das so viele? (…) Was sollen solche Aussagen?“

  • Eine B├╝rgerin: „Wie sieht die Zukunft aus (…) wenn die Firma Pfenning Pleite geht?“

  • Arbeitsrechtler Dr. Dietrich Growe ├╝berzieht die Redezeit der IFOK und bekommt das Mikrofon abgestellt. In seiner Rede moniert er untertarifliche Bezahlung: „Wir k├Ânnen doch erwarten, was wir wir an Gewerbesteuer zu erwarten haben.“
  • Tumultartige Publikums├Ąu├čerungen
  • Herr Growe geht in den direkten Konflikt mit den Bef├╝rwortern – trotz roter Fahne.
  • Die Moderatorin gew├Ąhrt Redezeit und will zum Ende kommen, unterbricht aber st├Ąndig und bedankt sich.
  • Pfeifkonzert der Bef├╝rworter

  • Ein B├╝rger fragt: „Wie sieht das mit dem Chemielager aus? (…) Behalten Sie sich das vor, dass in ein paar Jahren nachzuschieben?“

  • SPD-Gemeinderat J├╝rgen Harbarth bekennt sich zu „Pfenning“ und fordert einen der Mitarbeiter ans Mikrofon: „Es ist einfach eine Unversch├Ąmtheit, Pfenning als schlechten Arbeitgeber zu bezeichnen. (…) Ich gebe gerne Redezeit f├╝r Pfenning-Mitarbeiter ab.“

  • Ein Pfenning-Mitarbeiter sagt: „Ich garantiere (…)“
  • Der ├é┬ájunge Mann wird von SPD-Gemeinderat J├╝rgen Harbarth unterbrochen, der unverst├Ąndlich redet.
  • Tumult im Publikum.
  • Der Pfenning-Mitarbeiter sagt weiter: „Herr Fleckenstein, sie sind ein gutaussehender Mann, Sie wollen sich nur in den Mittelpunkt stellen (…) ich verwette alles, was ich hab, dass bei der n├Ąchsten B├╝rgermeisterwahl Sie hier auf der Liste stehen und B├╝rgermeister werden wollen.“
  • Die Moderatorin: „Arbeiten Sie gerne bei Pfenning?“
  • Der Mann: „Ich arbeite gerne bei Pfenning.“

  • UPS-Betriebsratsvorsitzender Gerhard Schneider: „Grunds├Ątzlich ist es so, dass bei UPS 12,99 Euro bezahlt werden. (…)
  • T├╝rkischst├Ąmmige Pfenning-Mitarbeiter stehen auf.
  • Moderatorin: „Wollen Sie eine Zahl nennen – sie m├╝ssen das nicht.“
  • Die Mitarbeiter setzen sich.

  • Richard Landenberger (BUND): „Herr B├╝rgermeister, Sie haben behauptet, der BUND w├╝rde sich gegen eine Entwicklung des Gewerbegebiets ausprechen. Das ist definitiv falsch, Herr Kessler (…)“

  • Ein B├╝rger, der mehrfach im Bild war, wird nicht mehr drangenommen, obwohl er es an mehreren Mikrofonen versuchte hatte.

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„Es werden Dinge genannt, die nicht nachweisbar sind.“ Teil 11


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Heddesheim, 23. September 2009. Das heddesheimblog pr├Ąsentiert Ihnen die Fragen und Standpunkte der B├╝rger sowie die Antworten der Podiumteilnehmer.

Die redaktionellen Text sind Hinweise auf den Inhalt der Videos. Schauen Sie sich die Original-Aussagen selbst an, um sich ein unabh├Ąngiges Bild zu machen.

  • Dr. Kurt Fleckenstein: „Ich finde das Verhalten der Bef├╝rworter gegen├╝ber den Ausf├╝hrungen von Dr. Growe besch├Ąmend.“
  • Und weiter: „Geht Pfenning nach Hirschberg? Die klare Aufstellung war, wir wollen ein qualifiziertes Gebiet (…) das sich gegenseitig erg├Ąnzt.“
  • Moderatorin: Ich bin bereit, dass jede Person vier Minuten bekommt.
  • Fleckenstein: „Dieser Bebauungsplan zementiert die Zukunft.“
  • Fleckenstein: „Wenn die Firma Konkurs geht, (…) k├Ânnen sich 20 andere Spediteure dort niederlassen. Der Bebauungsplan l├Ąsst das zu. (…) Das kann auch Schrotthandel sein.“
  • Fleckenstein: „Heddesheim liegt mir am Herzen.“

  • Gemeinderat Kurt Klemm: „Eines der dringlichsten Problem in unserem Land ist der galoppierende Fl├Ąchenverbrauch.“
  • „Von der Seite der Gemeinden ist ein Umdenken in Sachen Fl├Ąchenverbrauch nicht zu erwarten.“

  • Gemeinderat Klaus Schuhmann: „Es hei├čt ganz klar von unserer Seite ganz klar Nein zu dieser Entscheidung. Es ist schwer, eine getroffene Entscheidung zu revidieren. (…) Ich war gel├Ąutert, ich nehme eure Bedenken wahr.“

  • Moderatorin fragt Herrn Pfenning, der gibt an Herr Nitzinger ab.
  • Uwe Nitzinger: „Das Thema Chemie l├Âst immer ├âÔÇ×ngste aus. Wir unterliegen strengen Ma├čst├Ąben. (…) Wir arbeiten f├╝r unsere Chemiekunden seit ├╝ber zehn Jahren. (…) Wir werden Dinge, die wir urspr├╝nglich geplant haben, hier nicht realisieren. (…)“
  • Moderatorin: Sie k├Ânnen weiterreden, dass ist ihr Statement.
  • Uwe Nitzinger: „(…) Fakt ist, was von Herrn Schneider und Herrn Growe gesagt wurde, ist falsch.“
  • Uwe Nitzinger: „Ich darf Ihnen aber auch sagen, dass wir die Erwartung von Herrn Fleckenstein erf├╝llen werden, hinsichtlich dieser unwahren Behauptung in der ├ľffentlichkeit.“

  • Karl-Martin Pfenning: „Ende letzten Jahres, 2008, war ich bei einem Round-table-Gespr├Ąch eingeladen, von Bundesumweltminister Gabriel. Bei diesem Gespr├Ąch habe ich in groben Z├╝gen unser Bauvorhaben in Heddesheim vorgestellt und ich kann ihnen nur sagen, er sagte: Das ist genau das, was die SPD und die Gr├╝nen eigentlich wollen. Ich w├Ąre froh, alle Logistikzentren in Deutschland h├Ątten diese Bauausf├╝hrung wie das, was Sie dort in Heddesheim planen. F├╝r mich ist das ein Leuchtturmprojekt, was Sie dort realisieren wollen und ich w├╝rde gerne bei der Einweihung zugegen sein. Das m├Âchte ich nochmal in aller Deutlichkeit gesagt haben.“
  • Pfenning: „Ich habe mich mit Mehrwegdiensten im Handel verdient gemacht.“
  • Pfenning: „Ich bin also kein Unternehmer, der Dreck macht, sein Unternehmen schlie├čt und ├╝bermorgen in Konkurs geht.“
  • Pfenning: „Und ich werde den Teufel tun, dass diese Lebensqualit├Ąt hier in Heddesheim verloren geht. Daf├╝r stehe ich auch mit meinem Wort.“
  • Pfenning: „Wenn uns jemand nicht glaubt, kann er uns haftbar machen, so wie ich auch andere Herren auf Grund ihrer Aussagen haftbar machen werde, weil wirklich das Ma├č der Dinge wirklich ├╝berschritten ist. (…) Das bitte ich zu Bedenken, wenn jeder B├╝rger am 27. sein Kreuz macht.“

  • Moderatorin: Hier ist ein Frage zu den regenerativen Energien gekommen. K├Ânnen Sie dazu etwas sagen? Nur eine Absichtserkl├Ąrung.
  • Uwe Nitzinger: „Wir planen eine Photovoltaik-Anlage. (…) Ich habe geh├Ârt, dass wir eines der gr├Â├čten Chemielager planen. (…) Die Firma mit den vier Buchstaben wird Ihnen bekannt sein.“

  • Moderation: Was ist mit der taktischen Frage – ich beantworte eins und zwei mit Ja und Frage drei mit Nein?
  • B├╝rgermeister Kessler: „Nun, es ist egal, in welcher Kombination die Fragen beantwortet werden. Es wird danach eine politische Bewertung des Gemeinderats ├╝ber das Ergebnis dieser B├╝rgerbefragung geben. (…) Nat├╝rlich denke ich auch, dass die politischen Partein sich auch bei der wichtigsten Frage genau ├╝berlegen, wie sie das Ergebnis bewerten.“
  • B├╝rgermeister Kessler: „Ein Thema noch Hirschberg. Ist nat├╝rlich diffizil ├╝ber die Nachbargemeinde zu reden, schwierig. Der Herr Fleckenstein hat ├╝ber die Struktur des Gewerbegebiets gesprochen. Hat nat├╝rlich ne 1a-Lage an der Autobahn. Aber wenn man genau hinschaut, der sieht, auch wenn es kleinteiliger ist, doch sehr viel mit logistischer Nutzung zu tun hat. Die Tankstelle, MAN, Evobus, also Sie haben es vorhin ganz am Anfang gesehen, die Lkw und die Schwerlastbenutzung und – frequenz ist in Hirschberg fast wie ein (As? – unverst├Ąndlich) in Heddesheim. Ja, das war das eigentlich.“

B├╝rger Kristian Mansfeld: „Es ist genau das eingetreten, was ich bef├╝rchtet habe. (…) Es wurden Dinge genannt, die nicht nachweisbar sind.“

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„Wir zahlen einen deutlich sechsstelligen Betrag Gewerbesteuer“


Guten Tag!

Heddesheim, 21. September 2009. „8,11 Euro“ ├é┬ásollen angeblich Pfenning-Mitarbeiter verdienen. Zwei Euro weniger als nach dem Tarif in Hessen und f├╝nf Euro weniger als nach dem Tarif in Baden-W├╝rttemberg. Keine genauen Zahlen gibt es nicht. Stimmt nicht. Zur Gewerbesteuer sagte der „Pfenning“-Gesch├Ąftsf├╝hrer: „Wir zahlen einen deutlich sechsstelligen Betrag.“

Kommentar: Hardy Prothmann

Ein „deutlich sechsstelliger Betrag“ ist geblieben – vom „gr├Â├čten Gewerbesteuerzahler“, wie der B├╝rgermeister Pfenning Kessler nun laut Aussage von „Pfenning“ wei├č.

Was hei├čt „deutlich sechsstellig“? 140, 150 oder 160 tausend Euro? Ab wo rundet man auf oder ab? Oder meint Herr Nitzinger gar 200, 300 oder gar 400 oder vielleicht 600 tausend Euro?

Egal was er mit „deutlich sechsstellig“ meint. Damit macht er einer kleinteiligen Ansiedlung keine Konkurrenz: Die vorhandene kleinteilige Ansiedlung zahlt zwischen zwei und zweieinhalb Millionen Euro Gewerbesteuer.

Die Polemik des Hans Weber


Guten Tag!

Heddesheim, 21. September 2009. Auf der B├╝rgerveranstaltung des „Dialogkreises“ Heddesheim am 18. September 2009 konnten die G├Ąste Fragen stellen.

Das heddesheimblog dokumentiert diese Fragen. Kritisiert wurde, wie Herr Hans Weber die Gutachterin des „Gr├╝nordungsplans“ angegriffen habe.

Hans Weber, Sprecher der IG neinzupfenning

Lesen Sie dazu auch: „H├Âren Sie auf mit der Polemik.“

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H├Âren Sie endlich mit der Polemik auf!


Guten Tag!

Heddesheim, 21. September 2009. Auf der B├╝rgerveranstaltung des „Dialogkreises“ Heddesheim am 18. September 2009 stellten drei Bef├╝rworter und drei Gegner der geplanten „Pfenning“-Ansiedlung ihre Argumente vor. Als „neutrales“ Mitglied sa├č der Jung-Unternehmer Kristian Mansfeld auf dem Podium und der forderte: „H├Âren Sie endlich mit der Polemik auf!“

Von Hardy Prothmann

Kristian Mansfeld ist ein netter Kerl und kann 1 und 1 auseinanderhalten. Schlie├člich ist der Mann Mathematiker und Unternehmer.

Und er stellte in seiner Rede das Dilemma seiner Situation glaubw├╝rdig dar: Einerseits k├Ânnte er sich Auftr├Ąge durch die geplante „Pfenning“-Ansiedlung erhoffen, andererseits liegt sein Firmengeb├Ąude, in dem sich auch seine Wohnung befindet, direkt am Rand der geplanten „Pfenning“-Ansiedlung.

Vor- und Nachteil betrifft ihn also gleicherma├čen. Er beschreibt in seiner Rede diese Situation und fordert das Publikum auf, „genau zuzuh├Âren“ und an die Akteure: „H├Âren Sie endlich mit der Polemik auf.“

Beide Lager, die Bef├╝rworter und die Gegner klatschen einig.

Die seltsame Einigkeit ist einfach erkl├Ąrt: Jeder denkt dabei an den anderen, dem er zugleich diese Polemik innerlich vorwirft – und keine Sekunde nachdenkt, ob man nicht genau damit eben selbst polemisch ist.

Polemik geh├Ârt dazu – alles andere ist scheinheilig

Dabei ist an Polemik nichts Schlimmes. Zumindest haben es einige Leute mit Polemik schon recht weit gebracht, wie man bei Wikipedia nachlesen kann:

„F├╝r ihre Polemik bekannt waren im deutschen Sprachraum unter anderem Heinrich Heine, Karl Marx und Karl Kraus. Unter den zeitgen├Âssischen deutschen Autoren traten u. a. Eckhard Henscheid und Henryk M. Broder mit Polemiken hervor. Als bekannteste Polemiker der deutschen Nachkriegspolitik sind vor allem Herbert Wehner und Franz Josef Strau├č zu nennen.“

Herbert Wehner und Franz Josef Strau├č also. Zwei Polemiker vor dem Herrn.

Diese M├Ąnner haben ihre jeweilige Politik nicht am Kaffeetisch durchgesetzt – sondern im politischen Ring. Dort haben Sie verloren oder gewonnen. In beiden F├Ąllen haben Sie immer alles gegeben: auch polemische ├âÔÇ×u├čerungen.

Polemik kann direkt und breit sein, wie bei Strau├č oder elegant-zielstrebig wie bei Wehner. Beides ist Polemik. In einem kleinen Dorf ohne die gro├če politische B├╝hne finden sich nur wenig ge├╝bte Polemiker.

Geschmack = Stil

Und wenn diese polemisieren, dann geht es schon mal gegen den „guten Geschmack“, der leider bei wikipedia nicht definiert ist, dort gibt es aber einen Eintrag ├╝ber „Geschmack„:

„Die lange Vorgeschichte, die dieser Begriff hat, bis er von Kant zum Fundament seiner Kritik der Urteilskraft gemacht wird, l├Ąsst erkennen, dass der Begriff des Geschmacks urspr├╝nglich eher ein moralischer als ein ├Ąsthetischer Begriff ist.“

Sagt jedenfalls Hans Georg Gadamer, einer der bedeutendsten deutschen Philosophen des vergangenen Jahrhunderts (1900-2002).

Heddesheim= moralisch vs. ├Ąsthetisch

Diese Definition passt gut zu Heddesheim. Der Geschmack ist „urspr├╝nglich eher ein moralischer Begriff“. Sicherlich trifft das bis heute auf die konservativen Geister zu.

Zumindest f├╝r B├╝rgermeister Michael Kessler, der eine Wortmeldung von mir mal mit der Frage begleitet hat: „Des is doch kein Stil! Was isn des f├╝r ein Stil?“ Meine Antwort: „Herr Kessler, das ist mein Stil.“

Anders gesagt, war das ein verbaler Schlagabtausch – also Polemik.

Genauso polemisch ist es, wenn B├╝rgermeister Kessler eine Frage des neu gew├Ąhlten Gemeinderats Michael Bowien zur├╝ckweist: „Herr Bowien, ich erkenne an, dass Sie neu im Gemeinderat sind und das nicht wissen k├Ânnen.“

Ebenfalls polemisch ist es, einen anderen der Polemik zu bezichtigen. Denn tut man es, ist man es selbst, das man dem anderen vorwirft…

Das k├Ânnte bedeuten, dass Herr Mansfeld also selbst polemisch geworden ist. Ist er auch. Ich vermute unabsichtlich. Herr Mansfeld hat sich in meinen Augen als Mathematiker mehr Informationen gew├╝nscht. Deswegen will er auch genau zuh├Âren und daraus seine Schl├╝sse ziehen.

War das jetzt schon wieder polemisch?

Stellungnahme Dr. Kurt Fleckenstein


Guten Tag!

Heddesheim, 20. September 2009. Auf der B├╝rgerveranstaltung des „Dialogkreises“ Heddesheim am 18. September 2009 stellten drei Bef├╝rworter und drei Gegner der geplanten „Pfenning“-Ansiedlung ihre Argumente vor. Au├čerdem ein „unentschiedener“ Teilnehmer.

Das heddesheimblog dokumentiert die f├╝nfmin├╝tigen Stellungnahmen als Video.

Dr. Kurt Fleckenstein, Volkswirt und Landschaftsplaner

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