Montag, 25. September 2017

Auch zuk√ľnftig kein Alkoholverbot auf √∂ffentlichen Pl√§tzen

Kommunen weiter mit „blauem Problem“

Mannheim, 02. Juli 2014. (red/csk) Erst wird getrunken, dann gel√§rmt oder Unbeteiligte werden angep√∂belt, Gegenst√§nde besch√§digt, M√ľll liegen gelassen. Alkoholkonsum auf √∂ffentlichen Pl√§tzen kann zum Problem werden. Ein Verbot dagegen gibt es in Baden-W√ľrttemberg nicht. Und dabei bleibt es auch. Das ist das Ergebnis des Runden Tisches „Lebenswerter √Ėffentlicher Raum“ der Landesregierung. Wir haben in den Rath√§usern unseres Berichtsgebiets gefragt, wie man dort mit den Problemen durch den Genuss von Alkohol im √∂ffentlichen Raum umgeht. [Weiterlesen…]

Plakatwettbewerb zur Alkoholprävention gestartet - Schulen können sich anmelden

„Bunt statt Blau“: Sch√ľler gegen Komasaufen

Mannheim/Rhein-Neckar, 19. Februar 2014. (red/jsc) Die DAK will mit ihrer Plakataktion „Bunt statt Blau“ ein Zeichen gegen Komasaufen setzen. Die jungen Menschen sind dazu aufgefordert bunte Bilder zu malen, die vor dem Rauschtrinken warnen. Sch√∂ner Nebeneffekt dabei: Die Sch√ľler denken √ľber ihren eigenen Konsum nach. [Weiterlesen…]

Ein B√ľndnis f√ľr Qualit√§t im Praktikum


Weinheim/Bergstra√üe, 24. Mai 2011. (red/pm) Kommune, Wirtschaft und Schulen setzen in der Region Weinheim verbindliche Standards f√ľr Praktika in Kraft. In der Bildungsregion Weinheim gilt jetzt ein von Kommune, Wirtschaft und Schulen gemeinsam getragener „Qualit√§tsrahmen Praktikum“ f√ľr Werkrealschulen. In diesem praxisnahen Leitfaden stimmen sich die ausbildenden Betriebe und die Schulen auf verbindliche Qualit√§tsstandards f√ľr Praktika ab.

Information der Stadt Weinheim:

B√ľndnis f√ľr Qualit√§t im Praktikum.

„Dabei werden Kriterien f√ľr die Vor- und Nachbereitung an den Schulen, sowie f√ľr die konkrete Umsetzung in den Betrieben festgelegt. Ein B√ľndnis, bestehend aus den Bildungsakteuren der Kommune, f√ľnf Werkrealschulen im Bereich der Bildungsregion Weinheim, die IHK Rhein-Neckar, die HWK Rhein-Neckar-Odenwald, der Agentur f√ľr Arbeit Mannheim, des DGB sowie Vertretern des Staatlichen Schulamtes Mannheim, des Regierungspr√§sidiums Karlsruhe und der Stadt Weinheim setzten den „Qualit√§tsrahmen Praktikum“ am Montag (23. Mai) im Rahmen einer Fachtagung offiziell in Kraft.

Gleichzeitig wurde Bildungs- und Ausbildungsfachleuten der Region der „Qualit√§tsrahmen“ als 20-seitige gedruckte Brosch√ľre vorgestellt. Entwickelt wurde das Projekt von der Kommunalen Koordinierungsstelle √ÉŇďbergangsmanagement Schule-Beruf unter der Leitung von Dr. Susanne Felger.

Das gemeinsame Projekt hat das Ziel, durch klare Qualit√§tsleitlinien und Zielvereinbarungen deutlich mehr Sch√ľler fit zu machen f√ľr eine Berufsausbildung. In allen Phasen des Praktikums-Managements sollen Sch√ľler und Eltern miteinbezogen werden. Der „Qualit√§tsrahmen“ gibt konkrete Tipps und Hilfestellungen. Umgesetzt wird er an den Werkrealschulen in Weinheim, Hirschberg/Heddesheim, Schriesheim und Hemsbach.

In der Fachtagung, die den Start des „Qualit√§tsrahmens“ begleitete, wurde die Notwendigkeit f√ľr einen solchen Schritt deutlich: Einerseits wird auch in der Metropolregion Rhein-Neckar bereits ein Fachkr√§ftemangel erkennbar, andererseits gibt es immer noch zu viele Jugendliche, die keinen Ausbildungsplatz finden. „Offenbar gibt es hier ein Passungsproblem“, wie es Weinheims Oberb√ľrgermeister Heiner Bernhard in seiner Begr√ľ√üung zur Fachtagung ausdr√ľckte. Der „Qualit√§tsrahmen“ soll es l√∂sen helfen. Teilnehmer der Tagung im Alten Rathaus am Marktplatz waren auch Vertreter von Weinheimer Firmen.

J√ľrgen Mohrhardt von der IHK Rhein-Neckar berichtete, dass heute schon jedes dritte ausbildende Unternehmen Ausbildungspl√§tze aus Mangel an geeigneten Bewerbern unbesetzt lassen muss. 75 Prozent der Betriebe geben „mangelnde Ausbildungsreife“ als Grund an, 60 Prozent beklagen, dass die Jugendlichen zu unklare Vorstellungen von ihrem beruflichen Weg haben. Schon heute fehlen mehr als 300 000 Fachkr√§fte in Baden-W√ľrttemberg. Andererseits, so Gerhard G√∂lz vom Staatlichen Schulamt Mannheim, finden immer noch fast 40 Prozent der Hauptsch√ľler nach der Schule keinen direkten Anschluss in eine Berufsausbildung.

OB Bernhard fasste zusammen: „Wir brauchen eine bessere Abstimmung zwischen Schulen, Unternehmen und der Schulpolitik der L√§nder dar√ľber, wie Jugendliche auf Ausbildung und Beruf vorbereitet werden m√ľssen, und wer dabei was tut, um alle optimal zu f√∂rdern.“ Der „Qualit√§tsrahmen“ sei auf diesem Weg eine wichtige Hilfestellung f√ľr alle Beteiligten. Er biete die M√∂glichkeit einer „win-win-Situation“ f√ľr Schule und Betriebe herzustellen und somit eine „neue Qualit√§t und Intensit√§t in der Zusammenarbeit“. Auch in Weinheim haben 60 Prozent von 250 befragten Unternehmen Fachkr√§ftebedarf, 37 Prozent wollen diesen Mangel durch Ausbildung im eigenen Betrieb decken. Die Unternehmen, so erg√§nzte OB Bernhard, brauchen Jugendliche, die sich selbst organisieren, die lernen wollen, die sich engagieren und Verantwortung √ľbernehmen.

Gerhard G√∂lz bekr√§ftigte, dass ein gutes Praktikum die Chancen des Jugendlichen auf einen Ausbildungsplatz deutlich verbessere. Der gelernte Lehrer fordert: „Wir sollten mehr auf Kompetenzen achten und nicht nur auf Noten.“

Aus der Praxis heraus berichtete zum Beispiel Thomas Lammer, der Konrektor der Dietrich-Bonhoeffer-Werkrealschule, wie wichtig und zielf√ľhrend gute Praktika sein k√∂nnen. In seiner Schule absolvieren Sch√ľler in der achten Klasse ein ganzj√§hriges Praktikum, indem sie ein ganzes Jahr lang einen Tag im Betrieb sind. Ergebnis: Acht Sch√ľler haben schon jetzt, noch vor der Abschlusspr√ľfung, einen Ausbildungsplatz. Lammer: „Die Noten sind nicht mehr das Wichtigste, wenn der Chef den Jugendlichen √ľber eine lange Zeit kennengelernt hat.“ Die Dietrich-Bonhoeffer-Schule gilt bei ihrer Praktikumsarbeit als vorbildlich. Einige ihrer Ideen standen f√ľr den „Qualit√§tsrahmen“ Pate.

J√ľrgen Mohrhardt als Vertreter der Wirtschaft verwies auf das Thema Bildung als Standortfaktor: „Es ist wichtig, dass Kommunen und Unternehmen hier im Gleichklang arbeiten, denn im Zuge des demografischen Wandels m√ľssen beide gemeinsam um Fachkr√§fte und um Einwohner k√§mpfen.“ Die Inkraftsetzung des Qualit√§tsrahmens, so Schulrat G√∂lz, sei der Anfang eines Prozesses, in dem die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben noch intensiver wird.“

Info: Der „Qualit√§tsrahmen Praktikum an Werkrealschulen“ steht auch auf www.weinheim.de und auf www.uebma-weinheim.de als download zur Verf√ľgung.

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Das weinheimblog

Sarrazin-„Einigung“ oder das Schweigen der L√§mmer an der Basis?


Guten Tag!

Rhein-Neckar, 28. April 2011 (red). Vor einer Woche hat die SPD beschlossen, das umstrittende Mitglied Thilo Sarrazin doch nicht aus der Partei auszuschlie√üen. Viele SPD-Mitglieder emp√∂ren sich dar√ľber, weil die sozialdarwinistischen Thesen Sarrazins eigentlich dem Menschenbild der SPD widersprechen und die Debatte die SPD besch√§digt hat. Doch Thilo Sarrazin darf nun bleiben. Weil man die W√§hler an den rechten Stammtischen nicht verlieren will?

Von Hardy Prothmann

Die SPD hat eine längste demokratische Geschichte der deutschen Parteien. Sie war einst stärkste Partei. Doch das ist lange vorbei.

In Rheinland-Pfalz bleibt sie und Baden-W√ľrttemberg kommt sie an die Regierung – aber mit (deutlichen) Verlusten an W√§hlerstimmen.

Die Kommentare sind vernichtend. „Falscher Friede mit Sarrazin“ titelt zeit.de. Das Politikforum „Carta“ schreibt: „Die SPD schafft sich ab„. „Besch√§mende Feigheit“ schreibt die S√ľddeutsche Zeitung. Ein Sozialdemokrat t√ľrkischer Herkunft schreibt bei zeit.de: „Wie soll ich f√ľr die SPD werben?

Empörung allerorten? Wirklich? Wie sieht es hier vor Ort aus? Wie gehen Orts- und Kreisverband mit dem Thema um? Quelle: zeit.de

Angeblich ist die SPD eine Partei der Basis – doch diese wird selten gefragt. Und die Basis √§u√üert sich auch selten auf Basis-Ebene, sondern meist √ľber die „gro√üe Politik“, wenn √ľberhaupt.

Wie geht die SPD vor Ort mit Sarrazin um? Gar nicht?

Was bedeutet das Debakel f√ľr die SPD? Geht es nur um den rechten St√∂rer Sarrazin oder um die Karriere der SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles?

Geht es nicht um mehr? Um die Glaubw√ľrdigkeit der Partei vor Ort, an der Basis? Und was tut sich da?

Nach unseren Recherchen wenig bis nichts, was die √Ėffentlichkeit erreicht. Auf den Homepages der SPD-Ortsvereine in den von unseren Ortsblogs betreuten Kommunen Heddesheim, Hirschberg, Ladenburg, Viernheim und Weinheim spielen Sarrazin und das Thema Integration keine Rolle.

Keine Treffer bei den Anträgen und sonst auch eher ältere Veröffentlichungen zum Thema Integration.

Die Suche nach Sarrazin hat fast keine Treffer ergeben. Das Stichwort Integration f√ľhrte in Heddesheim zu zwei Treffern aus den Jahren 2005 und 2006, in Hirschberg zu keinem, ebenso in Viernheim, in Ladenburg zu einem, in Weinheim zu zwei Treffern aus den Jahren 2010 und 2011 – allerdings einer auf den Vorstand (2011) und einer auf die Teilnahme von Frau Stella Kirgiane- Efremidis am „AK Migration und Integration des Bundesvorstandes der SPD“ im August 2010 – Weinheim hat eine der gr√∂√üten spanischen Gemeinden in Deutschland.

Auf der Homepage der SPD Rhein-Neckar gibt es drei Treffer zu „Sarrazin“, darunter die Erkl√§rung von Frau Nahles. Zu „Integration“ insgesamt 16 Treffer, die meisten sind aber aus den Jahren 2005-2007.

Was hat das zu bedeuten? Hat man vor Ort keine Meinung? Spielen die Sarrazin-Debatte und das Thema Integration hier keine Rolle? Heißt das Fehlen von öffentlichen Stellungnahmen, dass man Sarrazin und seine These gut heißt? Und ebenso die Entscheidung des Vorstands?

Größter Migrationshintergrund = keine Debatte?

Im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung heißt es:

„Baden-W√ľrttemberg ist das Fl√§chenland mit dem h√∂chsten Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund. Viele leben und arbeiten seit Jahrzehnten und in nunmehr vierter Generation in unserem Land. Ihr wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Beitrag zum Wohlstand verdient unsere Achtung und Anerkennung. Diese Vielfalt ist unsere St√§rke und unser Potenzial f√ľr die Zukunft.“

Doch die Wahrheit ist nach wie vor eine andere – Migrantenkinder sind nachweisbar nach wie vor „Bildungsverlierer“. Nicht deswegen, weil es ihnen an „genetischen“ Voraussetzungen fehlt, wie der rechtslastige Thilo Sarrazin schwadronierte, sondern weil die Chancen fehlen.

Baden-W√ľttemberg und seine Kommunen m√ľssten als Land mit dem „h√∂chsten Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund“ eigentlich Vorbild bei der Integration sein. Oder gibt es das Integrationsthema in BW nicht? Ist lles gut hier? Sind die Sarrazin-Thesen ohne Bedeutung?

Keine wahrnehmbaren Stellungnahmen.

W√§hrend √ľberall in Deutschland Thilo Sarrazin mit seinen kruden Thesen diskutiert wurde und die Menschen Sarrazin durch den unglaublich „erfolgreichen“ Kauf seines dummdreisten Buches zum Million√§r gemacht haben, gibt es also genau keine Stellungnahmen von √∂rtlichen Parteimitgliedern, Funktion√§ren und Amtsinhabern?

Kann das sein? Es ist so. Auch auf der Seite der SPD Rhein-Neckar oder der Seite des Landtagsabgeordneten Gerhard Kleinb√∂ck finden die Themen „Integration“ und „Sarrazin“ im Vergleich zu anderen Themen nicht statt. Stimmt nicht ganz: Bei Herrn Kleinb√∂ck gab „Integration“ einen Treffer, allerdings im Kontext „Sport“.

Wir haben deshalb eine email an die Vorsitzenden der SPD-Ortsvereine in Heddesheim, Hirschberg, Ladenburg, Viernheim und Weinheim geschickt. Auch an den Kreisverband SPD Rhein-Neckar sowie an den Landtagsabgeordneten Gerhard Kleinböck und um die Beantwortung folgender Fragen gebeten.

Offene Fragen.

  • Sind Sie mit der Entscheidung einverstanden, dass Herr Sarrazin nicht aus der SPD ausgeschlossen worden ist? Bitte mit Begr√ľndung
  • Wie geht Ihrer Meinung nach die Basis der Parteimitglieder mit dieser Entscheidung um?
  • Sind Ihnen schon Austritte bekannt?
  • Welches Bedeutung hat das Thema Integration f√ľr Sie pers√∂nlich?
  • Welches Bedeutung hat das Thema Integration f√ľr Ihren Ortsverband?
  • W√ľrden Sie bitte Ihre wichtigsten politischen Aktivit√§ten in Sachen Integration aus den vergangenen zwei Jahren benennen? (M√∂glichst mit Link)

Wir haben um Beantwortung der Fragen bis zum Abend des 02. Mai 2011 gebeten. Am 03. Mai 2011 dokumentieren wir die Antworten dann im Wortlaut.