Freitag, 22. September 2017

02. bis 08. Dezember 2013

Diese Woche: Tipps und Termin

Rhein-Neckar, Tipps und Termine fĂŒr den 02. bis 08. Dezember 2013. Montags erscheinen unsere Veranstaltungstipps fĂŒr die laufende Woche. Die Redaktion nimmt gerne weitere Termine und Anregungen auf. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie am Ende der Seite.

Mehr Veranstaltungen vor Ort finden Sie ins unseren Kalendern auf allen Blogseiten im MenĂŒ Nachbarschaft im MenĂŒ “Termine”. [Weiterlesen…]

Ausstellung von Norbert Huwer im Alten Rathaus

Eigentlich sind es nur Streifen. Aber nur eigentlich.

Streifen - eine Frage des Stand- und Blickpunktes. Foto: Heddesheimblog.

Heddesheim, 10. Mai 2012. (red) Unter dem Titel „No stars – but stripes“ eröffnete der Heddesheimer Kunstverein am vergangenen Sonntag eine Ausstellung zu den Stegplattenbildern und Grafiken des KĂŒnstlers Norbert Huwer. Der Kunstverein hatte wieder eine glĂŒckliches HĂ€ndchen bewiesen. Die Ausstellung begeistert.

Von Sabine Prothmann

Eigentlich sind es nur Streifen. Aber nur eigentlich.

Man betritt den Ausstellungsraum im Alten Rathaus und ist ĂŒberrascht und beeindruckt. Die Exponate des KĂŒnstlers Norbert Huwer verlassen die ZweidimensionalitĂ€t. Sie erzeugen Bewegung und Raum.

Die Stegplatten stammen aus der Industrie, mit einer Spritze injeziert Huwer die Farbe in die Kammer und bemalt die RĂŒckseiten. Es enstehen farbige Streifen, die je nach Position des Betrachters ein anderes Muster bilden.

Verschiedene Standpunkte. Foto: Hedesheimblog.

Seine Stegplattenbilder bezeichnet der KĂŒnstler selbst als „hochgerĂŒstete Hinterglasmalerei“.

Es sind Bilder, die nicht als FlĂ€che, sondern als Raum auf den Betrachter wirken. Man nĂ€hert sich, verĂ€ndert die Position und eine ganz neue Betrachtungsweise erschließt sich.

Es ist eine Welt zwischen Malerei und Plastik.

Klare krĂ€ftige Acrylfarben hinter und im Plexiglas „lassen die dritte und manchmal sogar die vierte Dimension real und gleichzeitig irreal werden“.

Per Foto lĂ€sst sich Huwers Kunst kaum abbilden. Seine Kunstwerke mĂŒssen erlebt und „begangen“ werden, denn dann scheinen sie ein Eigenleben zu entwickeln.

WYGIMTYS betitelt der KĂŒnstler seit 2004 diese Arbeiten. Als „Anlehnung und in Variation des in der Computerwelt allseits bekannten WYSIWYG, das besagen will, man bekomme das, was man sehen kann“.

Huwers Bezeichnung What You Get Is More Than You See meint, „wir erhalten mehr als das, was jeweils visuell aufgenommen werden kann“.

Das heißt, was der Betrachter auf den ersten Blick erfasst, verĂ€ndert sich, sobald er sich bewegt. Farbe und Form wandeln sich mit der VerĂ€nderung des Standpunktes.

Elf WYGIMTYS hat Huwer im Alten Rathaus aufgehĂ€ngt. Drei Ink-Jet-Prints und zwei FarbtĂŒrme ergĂ€nzen die Ausstellung.

Norbert Huwer mit Saxophon. Foto: Heddesheimblog.

Zur Eröffnung spielt Norbert Huwer auf seinem Saxophon. Das macht er sehr gut. Er trÀgt ein gestreiftes Jacket, vielleicht eine Hommage an seine Bilder.

Es gibt Menschen mit Mehrfachbegabungen, sagt Veronika Drop, Vorsitzende des Heddesheimer Kunstvereins bei ihrer BegrĂŒĂŸung.

Es ist eine Frage des Standpunkts

„Ich konnte mich beim Aufbau der Ausstellung kaum von den Bildern los reißen, erzĂ€hlt Drop. Hier gehe es um Bildwahrnehmungen und um menschliche Wahrnehmungen und es stelle sich die Frage, „wer verĂ€ndert sich“.

In einem Prospekt könne man Huwers Kunst nur unzulĂ€nglich darstellen, „die Bilder fordern Bewegung“. „Es ist eine Ausstellung der besonderen Art“, sagt Veronika Drop.

Norbert Huwer erzÀhlt. Er wurde beinflusst vom Konstruktivismus, Minimalsimus und Op-Art (optische Kunst).

Doch zunĂ€chst „habe ich als 16-JĂ€hriger surrealistischer gemalt als Dali“, sagt er und lacht.

In Karlsruhe studierte er Malerei und Grafik. Er beschÀftigte sich mit Körper, Fragmenten, Volumen.

Es entstanden HÀngeobjekte. Und schon hier war die VerÀnderung von Form und Farbigkeit bestimmend.

„Arbeit ist fĂŒr mich Meditation, bei der Arbeit versetze ich mich in einen anderen Status.“

Mit medizinischen Spitzen werde zunĂ€chst weiße Farbe in die Kammern der Segplatten injektziert, um die Farben zu isolieren. Dann folgt die Farbe hinter dem „Glas“. Die EntwĂŒrfe entstehen am Computer.

Was passiert, wenn man Standpunkt und Blickpunkt verĂ€ndert, verĂ€ndern diese Konditionen auch die Wahrnehmung und das Urteil fragt der KĂŒnstler.

Die Ausstellung ist noch bis zum 10. Juni, immer sonntags von 14:00 bis 17:00 Uhr, im Alten Rathaus zu bewundern. Man sollte sie sich nicht entgehen lassen.

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30. April bis 6. Mai 2012

Diese Woche: Tipps und Termine

Rhein-Neckar, Tipps und Termine fĂŒr den 30. April bis 06. Mai 2012. Montags erscheinen unsere Veranstaltungstipps fĂŒr die laufende Woche. Die Redaktion nimmt gerne weitere Termine und Anregungen auf. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie am Ende der Seite.

Mehr Veranstaltungen vor Ort finden Sie ins unseren Kalendern auf allen Blogseiten im MenĂŒ Nachbarschaft unter „Termine“.

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Mittwoch, 02. Mai 2012, 20:00 Uhr, Olympia-Kino

Das Duo

Hirschberg. „ViviĂ©ndola“ – das ist eine argentinische Redewendung und heißt „das Leben lebend“. Und genau das tun Inga Bachmann und Lalo MartĂ­nez mit geballter Energie: in ihren Liedern und auf der BĂŒhne.

„ViviĂ©ndola“ ist sĂŒdamerikanisches Temperament und deutscher Chanson: Geschichten, die das Leben schreibt. Sie sind nachdenklich, lustig, traurig, tiefgrĂŒndig, schrĂ€g und liebevoll. Lebendig, eben. Und nie langweilig.

Die SĂ€ngerin und Bassistin Inga Bachmann verfasst seit ihrer Kindheit Lieder, Gedichte und Geschichten, singt und spielt Gitarre und Percussion.

Als Songwriterin und SĂ€ngerin zeichnet sie sich aus durch ihre wortspielerischen, humorvollen und tiefgrĂŒndigen Texte, die – gepaart mit ihrer gefĂŒhlvollen, authentischen Stimme – das Publikum mitreißen und zwischen TrĂ€nen, LachanfĂ€llen und Schadenfreude schwanken lĂ€sst.

Der Musiker und Schauspieler Lalo MartĂ­nez stammt aus Cordoba, Argentinien. Der Multi-Instrumentalist spielte jahrelang in verschiedenen Musikgruppen, bis er mit „ViviĂ©ndola“ Latin Jazz und deutschen Chanson verbinden konnte.
Ort: Hölderlinstr. 2, 69493 Hirschberg-Leutershausen.

Eintritt: 13 Euro / 11 Euro fĂŒr Förderkreis-Mitglieder. Voranmeldung: foerderkreis@olympia-leutershausen.de oder Tel. 06201 – 53600. Vorverkauf: Postagentur (Leutershausen) Tel. 06201 – 4881755, Schreibwaren Schuhmann (Großsachsen) Tel. 06201 – 53012 , Opus (Schriesheim) Tel. 06203 – 937684.

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Mittoch, 02. Mai 2012, 18:00 Uhr, Rathaus

Wanderausstellung im Viernheimer Rathaus.

Viernheim. Die spannende Wanderausstellung „Stadt, Land, Heimat“ beleuchtet mit einigen ausgewĂ€hlten Schlaglichtern die Entwicklung des Raums, den wir heute Metropolregion Rhein-Neckar nennen. Ein Raum, der im besten Sinne Menschen bewegt hat und immer noch bewegt. Im Zeitalter der Industrialisierung beginnen die Menschen dorthin zu gehen, wo Arbeit und die Hoffnung auf Wohlstand ist – Strukturen entwickeln sich.

„Stadt, Land, Heimat“ – so lautet der Titel der auch fĂŒr den Schulunterricht ideal geeigneten Ausstellung, die vom 02. bis 20. Mai 2012 im Viernheimer Rathaus – bzw. Rathausfoyer gezeigt wird. Die offizielle Eröffnung durch BĂŒrgermeister Matthias Baaß findet am Mittwoch, 2. Mai, um 18:00 Uhr statt.

Musikalisch umrahmt wird die Vernissage vom Doppelquartett „Corda vocale“ unter der Leitung von Hermann Wunderle.

Info: Weitere Ausstellungstermine der Wanderausstellung „Stadt, Land, Heimat“ in der Metropolregion finden Sie hier.

Ort: Rathaus, Apostelplatz, Viernheim.
 

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Freitag, 04. Mai 2012, Olympia-Kino

Valentin Thurn im Olympia-Kino.

Hirschberg. Mit dem Film „Taste the Waste“ hat Valentin Thurn fĂŒr Furore gesorgt. Kritisch setzt sich der Film mit der Verschwendung von Lebensmitteln auseinander. Am 4. Mai ist Thurn zu Gast im Olympia-Kino in Hirschberg.

50 Prozent aller Lebensmittel werden weggeworfen: Jeder zweite Kopfsalat, jede zweite Kartoffel und jedes fĂŒnfte Brot. Das meiste davon endet im MĂŒll, bevor es ĂŒberhaupt den Verbraucher erreicht. Und fast niemand kennt das Ausmaß der Verschwendung. – Valentin Thurn fragt: Wer macht aus Essen MĂŒll? Welche Folgen hat dies fĂŒr uns alle? Und er findet weltweit Menschen, die die irrsinnige Verschwendung stoppen wollen.

Der Förderkreis Olympia-Kino hat den Regisseur Valentin Thurn eingeladen, um im Anschluss an den Film den Zuschauern Rede und Antwort zu stehen.

Valentin Thurn ist ein Ă€ußerst engagierter, mit vielen Preisen ausgezeichneter Filmemacher, der vor allem fĂŒrs Fernsehen arbeitet und schon viele heiße Eisen angepackt hat.

Ort: Hölderlinstr. 2 , 69493 Hirschberg-Leutershausen.

Eintritt: 9 Euro. Es empfiehlt sich eine Vorbestellung unter: foerderkreis@olympia-leutershausen.de oder Tel. 06201 – 53600.

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Die ganz besondere Weinprobe in Majer

Freitag, 04. Mai 2012, 19:30 Uhr, Majer’s Weinscheuer
 

Schriesheim. „Tasting in the Dark“ – eine Weinverkostung im Dunkeln am 04. Mai 2012 in Majer’s Weinscheuer.

Sehen, tasten, riechen schmecken, hören – die fĂŒnf Sinne sind fĂŒr uns die wichtigsten InformationsĂŒbertrĂ€ger. Zu einem Großteil verlassen wir uns auf unseren Sehsinn, der uns unsere Umwelt wahrnehmen lĂ€sst und uns verschiedene EindrĂŒcke und Situationen erkennen lĂ€sst. Doch was passiert, wenn wir den Sehsinn vorĂŒbergehend ausschalten?

Sensorik in the dark: schmecken, riechen, tasten und bewegen im Dunkeln. Verkostung von fĂŒnf Weinen, dazu werden kleine Appetizer gereicht: KĂ€se, SchokoladentrĂŒffel und verschiedene Brotsorten.

Im Preis inbegriffen ist die musikalische Untermalung sowie ein Überraschungsgeschenk.

Eintritt: 24,00 Euro pro Person, Telefon 06203-61240.
Ort: Bismarckstrasse 40, 69198 Schriesheim.

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Samstag, 05. Mai 2012, 20:00 Uhr, KulturbĂŒhne Alte Druckerei

Weinheim. „Xangpur“ prĂ€sentiert nach zweijĂ€hriger BĂŒhnenabstinenz sein neues Programm „Waldeslust“ in der Alten Druckerei.

Die bekannte Mischung aus Pop, Schlagerparodien, Balladen und Comedy wird diesmal mit einer krĂ€ftigen Prise Jazz gewĂŒrzt und bekommt mit vielen eigenen Songs und Texten ein unverwechselbares Gesicht.

Quer durch die Epochen und Stilrichtungen wird A-cappella- Musik auf unterhaltsame Art und Weise, mit viel hintergrĂŒndigem Humor dargeboten.

Karten: 15 Euro, Telefon: 06201/81 345.
Ort: Friedrichstr. 24, Weinheim.

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Poetisches mit Stefanie Rieker.

Sonntag, 06. Mai 2012, 19:30 Uhr, KulturbĂŒhne Max

Hemsbach.  Die KulturbĂŒhne Max prĂ€sentiert einen „Liederabend“ mit Stefanie Riecker, Jonathan Böttcher und Jörg Schreiner am Sonntag, 06. Mai 2012.

Drei Songpoeten der Extraklasse entfĂŒhren Sie bei diesem gehaltvollen Konzertereignis in eine Liederwelt mit eigenen, deutschsprachigen Kompositionen, die sie mit viel Humor, Tiefgang und sichtbarer Freude prĂ€sentieren.

Das Publikum kann sich auf einen außergewöhnlichen Abend freuen und entspannende Musik fĂŒr alle Sinne genießen!
 

Ort: Hildastr. 8, 69502 Hemsbach.
Karten: Abendkasse.

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Sonntag, 06. Mai 2012, 11:00 Uhr, Altes Rathaus

Heddesheim. „No Stars – But Stripes“ lautet der Titel der nĂ€chsten Ausstellung des Kunstverein Heddesheim, die am Sonntag, 06. Mai 2012, im Alten Rathaus eröffnet wird.

Der ausstellende KĂŒnstler, Norbert Huwers, studierte an der Karlsruher Akademie der Bildenden KĂŒnste Grafik und Malerei bei Klaus Arnold; in der Bildhauerklasse von Wilhelm Loth erprobte er vornehmlich die Be- und Verarbeitung von Kunststoffen.

Huwers kĂŒnstlerisches Werk prĂ€sentiert sich inzwischen in wichtigen privaten und öffentlichen Sammlungen – darunter auch dem renommierten Museum fĂŒr Neue Kunst/ZKM Karlsruhe, der Sammlung Hoppe-Ritter in Waldenbuch, der Sammlung der Bausparkasse SchwĂ€bisch Hall, der Sammlung der Badischen Stahlwerke, Kehl, der Sammlung der L-Bank, Stuttgart, der Sammlung der SAP-AG sowie der Sammlung Reinhold WĂŒrth, KĂŒnzelsau.

 Info: Die Ausstellung wird am Sonntag, 06. Mai 2012, um 11:00 Uhr mit einer Vernissage im Alten Rathaus eröffnet. Die Ausstellung ist bis zum 10. Juni 2012, immer sonntags zwischen 14:00 und 17:00 Uhr zu sehen.
Ort: Altes Rathaus, Unterdorfstraße,  Heddesheim.

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Bis 06. Mai 2012, Pflanzenschauhaus Luisenpark

Mannheim. Die Ausstellung “Der Garten Gethesemane” im Pflanzenschauhaus des Luisenparks ist noch bis zum 06. Mai 2012 zu sehen.

„Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorĂŒber. Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst“. Das waren laut MatthĂ€us-Evangelium die Worte, die Jesus im Garten Gethesemane in der Nacht vor seiner Kreuzigung betete. Der heilige Ort befindet sich am Fuß des Ölbergs in Jerusalem.

Acht uralte knorrige ÖlbĂ€ume, die hier an diesem historisch wichtigen Ort stehen, gelten als direkte Nachkömmlinge der BĂ€ume, die zu Zeiten von Jesus Christus vor ĂŒber 2000 Jahren schon standen.

Der Olivenbaum ist einer der robustesten BĂ€ume, die die Natur hervorgebracht hat. DarĂŒber hinaus ist der Ölbaum in vielen Kulturen einer der symboltrĂ€chtigsten und wertvollsten Pflanzen ĂŒberhaupt.

Unsere diesjÀhrige Osterausstellung begibt sich auf die Spuren dieses Heiligen Baumes und erleuchtet seine WertschÀtzung in der Menschheitsgeschichte.

Verkostung und Verkauf von Olivenölen an den Sonntagen.

Ort: Pflanzenschauhaus, Luisenpark, Mannheim.
Eintritt: Parkeintritt.

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Montags gibt es Tipps und Termine aus unseren Orten fĂŒr die wir Blogs betreiben und der Region.

Sie möchten mit Ihrer Veranstaltung auch gerne dabei sein? Dann schreiben Sie uns an die jeweilige Redaktion.

Wir ĂŒbernehmen Termine aus unserem Berichtsgebiet in den jeweiligen Terminkalender sowie ausgewĂ€hlte Termine in unsere Übersicht „Tipps und Termine: Diese Woche“:

Beispielsweise an: Termine Rheinneckarblog.de – oder termine@derortsnameblog.de. Oben im MenĂŒ sehen Sie unter Nachbarschaft die elf Kommunen, fĂŒr die wir eigene Blogs anbieten.

Unsere Termine erfreuen sich großer Beliebtheit – Sie können bei uns auch gerne fĂŒr sich oder Ihre Veranstaltungen werben: Kontakt zu unserer Anzeigenabteilung.

Wir bieten ein modernes Medium, eine höchst interessierte Leserschaft eine hohe Reichweite bei fairen Preisen und viel mehr, als Printanzeigen zu leisten in der Lage sind. Wir beraten Sie gerne unverbindlich: 🙂

Ausstellung ab 06. Mai 2012 im Alten Rathaus

„No Stars – But Stripes“

"No Stars - But Stripes" - Ausstellung von Norbert Huwers. Foto: Kunstverein Heddesheim.

 

Heddesheim, 26. April 2012. (red/pm) „No Stars – But Stripes“ lautet der Titel der nĂ€chsten Ausstellung des Kunstverein Heddesheim, die am Sonntag, 06. Mai 2012, im Alten Rathaus eröffnet wird.

Information des Heddesheimer Kunstvereins:

„Der ausstellende KĂŒnstler, Norbert Huwers, studierte an der Karlsruher Akademie der Bildenden KĂŒnste Grafik und Malerei bei Klaus Arnold; in der Bildhauerklasse von Wilhelm Loth erprobte er vornehmlich die Be- und Verarbeitung von Kunststoffen.

Der Kunsthistoriker und Galerist Lukas Baden charakterisiert die aktuellen Werke des KĂŒnstlers wie folgt: „Norbert Huwers farbige Malereien vereinen die Traditionen des Konstruktivismus und der konkreten Kunst, der Minimal- und der Op-Art – also einer ungegenstĂ€ndlichen, an formalen und bildsystemischen Fragestellungen orientierten Kunst.“

Huwers kĂŒnstlerisches Werk prĂ€sentiert sich inzwischen in wichtigen privaten und öffentlichen Sammlungen – darunter auch dem renommierten Museum fĂŒr Neue Kunst/ZKM Karlsruhe, der Sammlung Hoppe-Ritter in Waldenbuch, der Sammlung der Bausparkasse SchwĂ€bisch Hall, der Sammlung der Badischen Stahlwerke, Kehl, der Sammlung der L-Bank, Stuttgart, der Sammlung der SAP-AG sowie der Sammlung Reinhold WĂŒrth, KĂŒnzelsau.

In Bezugnahme auf die streifig gegliederte, vertikale Struktur der Werke trĂ€gt die Ausstellung den Titel: „No Stars – But Stripes“.

Info: Die Ausstellung wird am Sonntag, 06. Mai 2012, um 11:00 Uhr mit einer Vernissage im Alten Rathaus eröffnet. Die Ausstellung ist bis zum 10. Juni 2012, immer sonntags zwischen 14:00 und 17:00 Uhr zu sehen.

26. MĂ€rz bis 01. April 2012

Diese Woche: Tipps und Termine

Rhein-Neckar, Tipps und Termine fĂŒr den 19. bis 25. MĂ€rz 2012. Montags erscheinen unsere Veranstaltungstipps fĂŒr die laufende Woche. Die Redaktion nimmt gerne weitere Termine und Anregungen auf. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie am Ende der Seite.

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„La BohĂšme“ in der Stadthalle. Szenenfoto.

Mittwoch, 28. MĂ€rz 2012, 20:00 Uhr, Stadthalle Weinheim

Weinheim. Die Kulturgemeinde Weinheim zeigt die Oper „La BohĂ©me“ von Giacomo Puccini mit der „Stagione D’Opera Italiana“ (Viserba/Rimini) -in italienischer Originalsprache.

Mit der Stagione d’Opera Italiana – zu deutsch „Festival der Stimmen“ – stellt sich ein italienisches Opernensemble vor, das erstmals bei der Kulturgemeinde gastieren wird. Die 1945 gegrĂŒndete Stagione verfĂŒgt ĂŒber exzellente italienische Solisten, die zu den besten KrĂ€ften Italiens gehören und sowohl in den großen italienischen Theatern als auch in renommierten internationalen HĂ€usern gastieren. Dazu gehört auch ein solider Chor, ein gut disponiertes Orchester und immer wieder eine erstklassige BĂŒhnen- und KostĂŒmausstattung.

Mit Puccinis „La BohĂšme“ prĂ€sentiert die Stagione ein melodisches Meisterwerk, das zu den bedeutendsten Klassikern der italienischen Opernliteratur gehört.

Ort: Birkenauertalstr. 2, Weinheim.
Karten: Karten gibt es bei der Kulturgemeinde unter 06201-12282, Montag bis Freitag 9:00 bis 12:00 und 15:00 bis 18:00 Uhr.

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Bilder-Vortrag von Richard May zu Nepal.

Donnerstag 29. MĂ€rz 2012, 19:30 Uhr, BĂŒrgersaal im Rathaus

Hirschberg. Der Kulturförderverein Hirschberg veranstaltet einen Bilder-Vortrag von Richard May zu Nepal. Nach seinem letzten Vortrag ĂŒber die Trekking-Tour zum Base Camp des Mount Everest berichtet Richard May im zweiten Teil seines Vortrages ĂŒber die zwei sozialen Projekte in Nepal, die er zusammen mit Karl Heinz Treiber aus dem Erlös der Spendengelder ihrer Himalaya- und Tibetreise von 2010 unterstĂŒtzt: Der gemeinsame Freund und Sherpa Kumar Rai möchte in seinem Heimatdorf Bung in der Mount Everest Region eine Schule aufbauen. Die Menschen in dem entlegenen Ort leben ohne medizinische und schulische Grundversorgung. Richard May hat sich mit Kumar Ray in das Dorf begeben und mit finanzieller und logistischer Hilfe an der Grundsteinlegung des Dorfes beteiligt.

In Kathmandu dienen die durch VortrĂ€ge gesammelten Spendengelder schon seit Jahren der Förderung der Kinderarbeit der PA Nepal Foundation unter der Leitung von Indira Rana Magar. Richard May weilte in dem Kinderhaus und der neu hinzugekommenen Schule außerhalb von Kathmandu und wird ĂŒber Indiras engagierte Sozialarbeit mit den Straßenkindern berichten.

Ort: Großsachsener Straße 14, Hirschberg-Leutershausen.
Eintritt: Der freiwillige Spendenbeitrag kommt beiden Projekten unmittelbar zu gute.

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Thomas Nicolai im Schatzkistl.

Freitag, 30. MĂ€rz 2012, 20:00Uhr, Schatzkistl

Mannheim. Der Comedian Thomas Nicolai kommt am Freitag mit seinem Programm „Das erste Mal“ ins Schatzkistl.

Nicolai ist der „Mann der tausend Stimmen“, bekannt aus „TV Total“, „Nightwash“ oder „Neues aus der Anstalt“. In seiner neuen Show geht es ums Thema Nr. 1… UnterstĂŒtzt wird er dabei von Max Raabe, Jan Delay, Unheilig, den Toten Hosen u. v. a.

Eine Show voller Musik und praller Comedy.

Beginn ist um 20:00 Uhr, Einlass um 19:00 Uhr.

Ort: Augustaanlage 4-8, Mannheim.
Eintritt: 19,50 Euro.

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Kabarett im Domhof.

Samstag, 31. MĂ€rz 2012, 19:00 Uhr, Domhof

Ladenburg. Mit dem Kabarettisten Hans Georg SĂŒtsch(Kabarett Dusche) und dem StĂŒck „Wurst oder die Musen des Metzgers“ starten die Freunde Ugandas am 31. MĂ€rz 2012 im Domhof in Ladenburg ihr Jahresprogramm.

Ein sensibler, humanistisch gebildeter Metzger mit kĂŒnstlerischen Ambitionen und einem postmodernen Wurstwarenverkaufskonzept, feiert die Eröffnung seiner Avantgardefleischerei mit einem großstĂ€dtisch angelegten, multimedialen Event. Modernes Tanztheater, launische Ansprachen und klassische Dekonstruktionen am E-Piano stehen auf dem Programm, dazu eine Videoinstallation ĂŒber die Biosau Katharina, welche nun als prĂ€mierte Fleischwurst im Mittelpunkt des Metzgereiangebots ruht. Die Sektpyramide ist bereits eingeschenkt, die GĂ€ste können kommen. Aber niemand erscheint. Weder EhrengĂ€ste, noch Presse, noch die Damen und Herren vom kĂŒnstlerischen Rahmenprogramm! Was ist passiert? Eine Boykottmaßnahme durch die Konkurrenz? Eine Folge ĂŒbler Verleumdungsattacken zweiernachtragender Ex-Gattinnen?

Karten: Der Vorverkauf bei „seitenweise – BĂŒcher am Markt“ .
Ort: Hauptstraße 9, Ladenburg.

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Queen-Show im Capitol.

Samstag, 31. MĂ€rz 2012, 20:00 Uhr, Capitol

Mannheim. Nach der Flower Power Show „Here comes the Sun“ und dem John Lennon Tribute „Fool on the Hill“, nehmen sich die Kreativen des Capitol Teams einer besonderen Herausforderung an: Mit der Show „I want it all „ die Musik von Queen auf die Bretter der Capitol BĂŒhne zu bringen.

Eine Nacht im November. Eine letzte Nacht. Zwei ungebetene Besucher, die keine Namen nennen. Die keine Namen kennen. Ein tödlicher Pakt. Eine Nacht wie ein Rausch, ein Fest. Nur noch eine einzige Gelegenheit, alle Liebe, allen Schmerz, allen Willen zum Leben herauszusingen. Eine letzte Geschichte. Aber eine Geschichte, die erzÀhlt werden muss, damit alles gut werden kann.

Sascha Krebs, Sascha Kleinophorst und Marion La Marché zelebrieren zusammen mit eigenem Chor und einer fantastischen Live-Band diese einzigartige Nacht im Capitol.

Ort: Waldhofstraße 2a, Mannheim.
Tickets: Hotline (0621) 33 67 333, montags bis freitags von 11:00 bis 17:00 Uhr und samstags von 11:00 bis 13:00 Uhr. An den Kassenöffnungstagen ist das Telefon bis 19:00 Uhr besetzt. Vorverkauf im Capitol-Foyer: dienstags, donnerstags und freitags von 14:00 bis 19:00 Uhr und samstags von 11:00 bis 13:00 Uhr.

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Selbstbildnis von Emil Szymannsky.

Sonntag, 01. April 2012, 14:00 bis 17:00 Uhr, Altes Rathaus

Heddesheim. Der Heddesheimer Kunstverein lĂ€dt ein zu der Finissage zu der Ausstellung Frankenthaler Expressionisten Emil Szymannsky (1903 bis 1983). Der Sohn des KĂŒnstlers, Rainer Szymannsky, wird anwesend sein und Fragen beantworten.

Großartig sind die 26 Ölbilder, Pastelle und Handzeichnungen des Frankenthaler KĂŒnstlers Emil Szymannsky, die der Heddesheimer Kunstverein unter dem Titel „Das Bild des Menschen in der Malerei von Emil Szymannsky“ im Alten Rathaus ausstellt.

Ort: Unterdorfstraße, Altes Rathaus, Heddesheim.
Eintritt: Frei.

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Chansonfestival in Heidelberg.

Bis 30. MĂ€rz 2012, Opernzelt Heidelberg

Heidelberg. Unter dem Titel „schöner lĂŒgen“ findet ab dem 04. Februar 2012 das 12. Festival fĂŒr neue deutsche Chansons im Heidelberger Opernzelt statt.

Neue deutsche Chansons und Lieder mit intelligentem Humor prĂ€sentieren die „Macher“ von „schöner lĂŒgen“ im zwölften Jahr. Alle Liebhaber des Chanson dĂŒrfen sich auf poetische, freche, skurrile Abende im Kulturfenster in Heidelberg-Bergheim und im Opernzelt in Heidelberg freuen.

„schöner lĂŒgen“ ist nach Berlin das Ă€lteste und noch vor Berlin sogar das grĂ¶ĂŸte Chansonfestival der Republik.

Infos: www.schoenerluegen.de

Ort: Opernzelt Heidelberg, Emil-Maier-Straße 16, 69115 Heidelberg.

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Erstes KunstfrĂŒhstĂŒck des Heddesheimer Kunstvereins - Dia-Vortrag zu Frida Kahlo

„Das dramatische Leben einer tollen KĂŒnstlerin“

Heddesheim, 22. MĂ€rz 2012. (red/sap) Kunst- und kulinarischer Genuss passen gut zusammen, das konnte man am vergangenen Samstag, 17. MĂ€rz 2012, bei dem ersten KunstfrĂŒhstĂŒck des Heddesheimer Kunstvereins feststellen. Mit der Heidelberger Kunsthistorikerin Yvonne Weber hatte man eine gute Wahl getroffen, sie hielt einen hervorragenden Dia-Vortrag zu dem spannenden Thema „Frida Kahlo“.

Von Sabine Prothmann

Veronika Drop, die Vorsitzende des Heddesheimer Kunstvereins, freut sich, dass das 1. Heddesheimer KunstfrĂŒhstĂŒck so gut angenommen wird:

Wir sind ausverkauft.

Alle 30 PlÀtze in der kleinen Galerie im Alten Rathaus waren besetzt, einige Interessierte konnten keinen Platz mehr ergattern.

Die mexikanische KĂŒnstlerin „Frida Kahlo“ war Gegenstand des Dia-Vortrags von Yvonne Weber. Die Bilder dieser KĂŒnstlerin seien untrennbar mit ihrem Schicksal und ihrer Biografie verbunden, sagte die Kunsthistorikerin. Und erzĂ€hlte anhand der großartigen Bilder und von Fotografien vom Leben dieser AusnahmekĂŒnlerin und -frau.

Frida Kahlo wurde am 06. Juli 1907 in Mexiko geboren, doch die Mexikanerin mit Pforzheimer Wurzeln verlegte ihr Geburtsdatum kurzerhand auf den 07. Juli 1910, nicht aus Eitelkeit, sondern um „neugeboren zu sein mit dem Beginn der mexikanischen Revolution“, erzĂ€hlt Weber.

Frida Kahlo hatte ein kurzes, aber bewegtes Leben:

„Es ist das dramatische Leben einer tollen KĂŒnstlerin.“

Mit sechs Jahren erkrankt sie an der KinderlĂ€hmung, ein Bein bleibt dadurch entstellt und verkĂŒrzt, sie wird deswegen lange Röcke oder Hosen tragen.

Die Kunsthistorikerin Yvonne Weber bei dem Dia-Vortrag zu Frida Kahlo.

Mit 18 Jahren verunglĂŒckt sie schwer bei einem Busunfall, eine Metallstange bohrt sich durch ihren Unterleib. Monatelang liegt sie nahezu bewegungsunfĂ€hig in einem Ganzkörpergips im Bett. Niemand rechnet damit, dass sie wieder laufen können wird. In dieser Zeit verliert sie ihren Verlobten und somit ihre erste Liebe. Der Unfall, obwohl es ihr durch ihren eisernen Willen gelingt, wieder laufen zu lernen, wird ihr Leben prĂ€gen. Mehr als 25 Operationen muss sie sich unterziehen, es wir ihr verwehrt bleiben, ein Kind auszutragen. Schmerzen werden zum stĂ€ndigen Wegbegleiter und am Ende ihres Lebens, mit 47 Jahren, wird sie sich kaum noch aus dem Bett bewegen können.

Aber der Unfall ist auch der Beginn ihres kĂŒnstlerischen Wirkens. Ans Bett gefesselt, auf dem RĂŒcken liegend, beginnt sie zu malen. Das erste Bild, ein Selbstportrait, malt sie, um ihren Verlobten Alejandro zurĂŒck zu gewinnen.

„Surreal sind meine Bilder nicht“

Selbstportraits werden auch ein Drittel ihrer Bilder ausmachen. Ihre Malerei ist der Volkskunst zugewandt, der Votivmalerei. Es finden sich immer wieder surreale Elemente, doch „surreal sind meine Bilder nicht“, soll Frida Kahlo gesagt haben, erzĂ€hlt Yvonne Weber. Die kunsthistorische Einordnung ist nicht ganz einfach.

Frida ist eine von vier Schwestern, sie ist die dritte Tochter, und der engste Kontakt besteht zu Cristina, der jĂŒngsten Schwester. Das VerhĂ€ltnis zur Mutter ist nicht herzlich, gestillt wurde sie von einer indianischen Amme, was sie auch in einem Bild festhĂ€lt. Den unbĂ€ndigen Lebenswillen hat sie von ihrem Vater, der als Fotograf arbeitet und Epileptiker ist.

Noch vor ihrem Unfall, mit 15 Jahren, besucht sie eine Schulvorbereitung fĂŒr die UniversitĂ€t. Hier lernt sie den berĂŒhmten Maler Diego Rivera kennen, der in ihrer Schule ein Fresko malt. Er ist hĂ€sslich und 20 Jahre Ă€lter, die Leute werden spĂ€ter ĂŒber das Paar sagen, „die Taube und die Kröte“, aber die 17-JĂ€hrige Frida beschließt:

Ich werde ein Kind mit Diego haben.

Diego Rivera fĂŒhrt die junge Frida in KĂŒnstlerkreise ein. Sie heiraten, als sie 22 Jahre ist. Er ist 43 Jahre alt, das ist 1926. Sie versprechen sich keine Treue, aber LoyalitĂ€t. Und Frida profitiert, zumindest kĂŒnstlerisch, von dieser Ehe.

1930 ist sie schwanger. Als Folge des Unfalls verliert sie dieses Kind. Weitere Fehlgeburten werden folgen. Diego Rivera und Frida verlassen die Kommunistische Partei, im selben Jahr gehen sie nach Amerika, wo Diego eine Auftragsarbeit fĂŒr die Ford-Werke in Detroit verwirklichen soll.

Die Bilder zeugen von der Lebensgeschichte

Frida Kahlo wird sich nie in Amerika wohlfĂŒhlen. Sie ist wieder schwanger und wieder verliert sie das Kind. Ein eindrucksvolles GemĂ€lde zeugt von diesem traumatischen Erlebnis. Yvonne Weber sagt:

Man kann ihre Bilder nicht ohne die Lebensgeschichte betrachten.

Die beiden Welten, SĂŒd- und Nordamerika, verarbeitet sie in Bildern. Es ist augenfĂ€llig, welcher Welt sie den Vorzug gibt.

Frida und Diego kehren nach Mexiko zurĂŒck. Sie sind sich gegenseitig untreu. Doch dann erwischt Frida ihn mit ihrer Schwester Cristina und damit wird die LoyalitĂ€t zerstört und sie verlĂ€sst ihn.

In Folge hat sie AffÀren mit einem Bildhauer, mit einem Fotografen, mit Trotzkin, mit Frauen. 1939 holt André Breton Frida Kahlo zu einer surrealistischen Ausstellung nach Paris.

Im selben Jahr will sich Diego die Scheidung. Frida schneidet sich die Haare ab, das, was er immer an ihr geliebt hat – auch das verewigt sie in einem Bild. Es geht ihr sehr schlecht.

Doch kein Jahr spĂ€ter heiratet sie Diego erneut. Sie schließen einen Vertrag, es gibt keinen Sex mehr unter den Eheleuten.

1943 bekommt Frida Kahlo einen Lehrstuhl an der Kunsthochschule. Es geht ihr körperlich immer miserabler, sie liegt immer wieder im Gipskorsett, sie ist inzwischen wieder in ihr Geburtshaus, ins „Blaue Haus“, gezogen. Diego folgt. Ihre Schmerzen werden immer bohrender und sie kann kaum noch das Bett verlassen. Ihre Vorlesungen hĂ€lt sie zuhause. Sie muss immer wieder operiert werden. In ihrer Malerei taucht ein neues Genre auf: Stillleben.

1946 erhĂ€lt sie den Nationalpreis fĂŒr das Bild „Moses“ und 1953 hat sie ihre erste Einzelausstellung in Mexiko. Sie wird in ihrem Bett zur Ausstellung gebracht. Im selben Jahr wird ihr rechter Fuß amputiert.

1954 stirbt sie in Folge einer LungenentzĂŒndung.

Gelungener Auftakt – Appetit auf mehr

Es ist keine leichte Kost, was Yvonne Weber, beim 1. Heddesheimer KunstfrĂŒhstĂŒck prĂ€sentiert. Aber sie macht es locker und dabei eindringlich und versöhnlich. In ihrem Dia-Vortrag zeigt sie anschaulich das Werk und das Leben dieser außergewöhnlichen KĂŒnstlerin und Frau.

Die 30 Besucher sind begeistert. Die Veranstaltung hat Appetit auf mehr gemacht, auf mehr FrĂŒhstĂŒck und auf mehr Kunst. Gerne beim nĂ€chsten Mal auch mit einer gemeinsamen GesprĂ€chsrunde.

Ausstellung zur PortrÀtmalerei von Emil Szymannsky

„Der Malakt als solcher soll sichtbar werden“

Selbstbildnis von Emil Szymannsky.

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 28. Februar 2012. (red/sap) Der Heddesheimer Kunstverein zeigt noch bis zum 01. April 2012 Bilder des Frankenthaler Expressionisten Emil Szymannsky (1903 bis 1983). Der Viernheimer Kunsthistoriker Stefan Ackermann hielt die Laudatio. Der Sohn des KĂŒnstlers, Rainer Szymannsky, war anwesend.

Von Sabine Prothmann

Großartig sind die 26 Ölbilder, Pastelle und Handzeichnungen des Frankenthaler KĂŒnstlers Emil Szymannsky, die der Heddesheimer Kunstverein seit Sonntag unter dem Titel „Das Bild des Menschen in der Malerei von Emil Szymannsky“ im Alten Rathaus ausstellt.

Gut vierzig GĂ€ste waren zu der Vernissage ins Alte Rathaus gekommen und waren sichtlich begeistert von den ausgestellten Kunstwerken.

Der 1903 geborene und 1983 in Frankenthal verstorbene KĂŒnstler gehörte zu den Wegbegleitern des deutschen Expressionismus. Das Konzept fĂŒr diese Ausstellung wurde von dem Viernheimer KĂŒnstler Stefan Birker und dem Sohn des KĂŒnstlers, Rainer Szymannsky, aus dem Arbeitszyklus der PortrĂ€tmalerei zusammengestellt.

Emil Szymannsky (1903-1983), gehört zu der zweiten Generation der PfĂ€lzer KĂŒnstler die in der expressiven Malweise arbeiteten. Maler sein“ bedeutet glĂŒcklich sein im wahrsten Sinne, denn jede geliebte TĂ€tigkeit bedeutet GlĂŒck“. Mit dieser Lebensphilosophie besuchte er die Kunstgewerbeschule in Mannheim, studierte in Karlsruhe und MĂŒnchen und wurde zweimal mit dem Akademie der bayerischen Hauptstadt ausgezeichnet, heißt es in dem Pressetext seines Sohnes zu der Ausstellung.

Studienreisen fĂŒhrten ihn nach Frankreich, Holland, Italien und Österreich, weiteten seinen Blick, ließen ihn zu einer eigenstĂ€ndigen „KĂŒnstlerpersönlichkeit“ heranwachsen. Seine Werke befinden sich heute in stĂ€dtischen, staatlichen und privaten Sammlungen.

Akademiepreis der Stadt MĂŒnchen

Bereits 1928 erhielt fĂŒr seine PortrĂ€tmalerei mit dem Ölbild „Sitzender Mann“ den Akademiepreis der Stadt MĂŒnchen.

Szymannsky muss den Vergleich mit den ganz großen Expressionisten wie Emil Nolde oder Paul CĂšzanne nicht scheuen, wie der Viernheimer Kunsthistoriker Stefan Ackermann in seiner Laudatio eindrĂŒcklich demonstrierte.

Schon in der Volksschule wurde man auf das kĂŒnstlerische Talent aufmerksam und empfahl ihm, die Kunstgewerbeschule in Mannheim zu besuchen, von dort ging es an die Karlsruher Kunstakademie, erzĂ€hlt Stefan Ackermann.

Ein zweijĂ€hriges Stipendium der Stadt Frankenthal fĂŒhrte Szymannsky an die MĂŒnchner Kunstakademie und seine Kunst zur Avantgarde.

Er löst sich immer mehr vom GegenstĂ€ndlichen und wird frei fĂŒr die Moderne. In dieser Phase erhĂ€lt er auch den Akademiepreis, so Ackermann.

Doch die Bindung an die Heimat ist groß und so geht Szymannsky 1931 zurĂŒck nach Frankenthal und arbeitet als freischaffender KĂŒnstler.

WĂ€re er damals nach Berlin gegangen, mutmaßt Ackermann, wĂ€re er mit dieser „malerischen Potenz“ sicher einer von den großen Expressionisten geworden.

Nach dem Krieg arbeitete er als Industriegrafiker und Restaurator.

Mit seinen Bildern decke Szymannski die komplette Malerei ab, von Aquarell ĂŒber Pastell bis hin zu Öl auf Leinwand. Vor allem die Handzeichnungen zeigten „er ist hochbegabt, denn die Striche mĂŒssen sitzen“.

Landschaft, Stillleben, Portrait, Akt, Tiere – er widmet sich allen Sujets.

Drei grundlegende Elemente in Szymannskys Malerei

Ackermann hebt drei grundlegende Elemente in Szymannskys Malerei hervor: Zum einen betÀtigte er sich als malerischer Baumeister, das Bild wird wie durch Bausteine aufgebaut, dies geschÀhe durch die sichtbaren, teilweise breiten Pinselstriche.

„Den Malakt als solchen sichtbar werden zu lassen“ – dies, so Ackermann, gab es erst ab dem Impressionismus.

Das zweite sei die figurale VerrĂ€umlichung: Das VerhĂ€ltnis von Figur und Umraum sei hierbei mitbestimmend fĂŒr die Gesamtwirkung.

Und als drittes die Farbe: Eine erlesene Farbwahl und ein delikates Farbspiel verbunden mit einer aparten Farbenkombination. Die Farbstriche, -bahnen und –tupfer setzten dabei Akzente und das Gemalte ins rechte Licht.

Anhand von drei Bildern demonstriert dies der Viernheimer Kunsthistoriker.

Vor allem bemerkenswert ist die Betrachtung eines Selbstbildnisses. Was, wie Ackermann betont, fĂŒr den KĂŒnstler immer eine Selbstvergewisserung darstellt.

Es ist ein dreiviertel Akt in einer Durchgangssituation. Emil Szymannsky stellt sich mit einer großen Farbpalette in der einen und einem Pinsel in der anderen Hand dar.

Das Bild besticht durch glĂŒhende Farben und großflĂ€chigen Farbauftrag. Bemerkenswert ist vor allem die Gesichtslosigkeit der Figur. Kaum angedeutet kann man vielleicht noch eine Nase erkennen.

„Warum verzichtet er auf die Binnendifferenzierung im Selbstbildnis?“,

fragt der Kunsthistoriker. Denn an der FĂ€higkeit mangele es nicht, was Szymannsky in anderen Portraits eindrucksvoll unter Beweis stelle.

„Er verzichtet darauf, um die FlĂ€che zu haben. FarbflĂ€che kommt zu FarbflĂ€che“,

interpretiert Ackermann.

Zahlreiche Ausstellungen im In– und Ausland haben ihm hohe WertschĂ€tzungen und Beachtungen eingebracht, die ihm bis heute erhalten geblieben sind.

Szymannskys Sohn Rainer kĂŒmmert sich seit dessen Tod 1983 um den Nachlass. Eine Totalretrospektive des Werks von Emil Szymannsky wird ab dem 03. Juni 2012 im Neckarhausener Schloss zu sehen sein.

Die Ausstellung im Heddesheimer Rathaus ist noch bis zum 01. April 2012, immer sonntags von 14:00 bis 17:00 Uhr, im Alten Rathaus zu sehen.

Viel Freude mit den Bildern:

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„Ort der Kunst“ – „Kunst kommt von Leben“


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Ort der Kunst - Kunst des Ortes.

Guten Tag!

Heddesheim, 27. Oktober 2011. Die zehn ausstellenden KĂŒnstler des Heddesheimer Kunstvereins prĂ€sentierten am vergangenen Sonntag auch im zweiten Teil der Ausstellung „Ort der Kunst“ Heddesheim als Kunstort. Waren im ersten Teil noch die KĂŒnstler selbst in den Fotografien des Heddesheimer Fotografen Martin Kemmet Objekt der Kunst – abgelichtet in ihrer Schaffensphase – stellten sie jetzt ihre KreativitĂ€t in ihren Bildern, Skulpturen und Worten unter Beweis.

Von Sabine Prothmann

Die KĂŒnstler hatten den Auftrag, sich mit Heddesheim als Ort der Kunst auseinanderzusetzen. Das Experiment ist gelungen, die zehn KĂŒnstler und die Literaturgruppe ĂŒberzeugten die gut 50 Besucher mit einer beeindruckenden Vielfalt.

Veronika Drop, Vorsitzende des Kunstvereins, begrĂŒĂŸte und zitierte den chinesischen KonzeptkĂŒnstler Ai Wei Wei mit den Worten „Ein Kunstwerk zu schaffen, das kein gewisses Unbehagen bei den Menschen erregt, oder schlicht ihre GefĂŒhle verĂ€ndert, ist der MĂŒhe nicht wert. Das ist der Unterschied zwischen einem KĂŒnstler und einem Narren, …“.

Der KĂŒnstler Bernd Gerstner nahm die Besucher mit auf einen Rundgang durch den „Ort der Kunst“. Habe man bei dem ersten Teil der Ausstellung auf den Fotografien den Entstehungsprozess betrachten können, so stehe man heute den fertigen Arbeiten gegenĂŒber.

„Kunst kommt von Leben“

„Kunst kommt von Leben. Wo man lebt, wie man lebt, mit wem man lebt. Das prĂ€gt unser Dasein und damit auch die Kunst, die aus uns entsteht“, sagte Gerstner.

Es sei nicht verwunderlich, dass sich ein großer Teil der Kunstwerke in Heddesheim den Scheunen und dem Tabak widme. Als ehemalige Tabakgemeinde hat dies Spuren hinterlassen.

Martine Herm – die ihre Bilder mit ihrem MĂ€dchennamen Maiffret signiert – zeigt so auch in ihren Bildern Scheunen und Tabakpflanzen. Die Pflanzen scheinen nach unten zu verlaufen, sich aufzulösen, wie der Tabakanbau in Heddesheim verschwunden ist. Sie malt mit Acryl und Pastell auf ungrundierter Leinwand.

In ihrem Bild „Das Nichts ĂŒber den Köpfen“ setzt sich die junge KĂŒnstlerin Caroline Przybyla mit Kirche und Religion auseinander. Ein Kreuz aus unzĂ€hligen Köpfen entstanden. Es ist in Acryl und aus Modellierpaste gearbeitet. Der Entstehungsort ist die katholische Kirche in Heddesheim, wie man auf der Fotografie von Martin Kemmet erkennen kann.

Albert Lurwig bezeichnet Gerstner als den experimentierfreudigsten KĂŒnstler der Gruppe. ÃƓber sein Bild „Lady abgefahren“ ist er mehrfach mit den Auto gefahren. Das war am Heddesheimer Vogelpark, damit ist der Bezug zu Heddesheim hergestellt, erzĂ€hlt Gerstner und lacht.

Eine Ortschaft im Wandel

Auf dem Bild „Arbeit“ von Veronika Drop sieht man Bauarbeiter, die auf einer Baustelle im Neubaugebiet arbeiten. Ein weiteren Bild ist mit „Bevor die Bagger kommen“ betitelt. Die Landwirtschaft verschwindet. Veronika Drop fĂ€ngt damit den Wandel der Ortschaft ein. Sie arbeitet mit Acryl und Eitempera.

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Die Skulpturen von Roland Geiger entstehen aus Altem, das er zu Neuem verarbeitet. FundstĂŒcke werden in einen neuen Zusammenhang gestellt. So entsteht aus einem alten Amboss seine Skulptur „Stier“.

Roland Schmitt ist Schreiner und arbeitet auch als KĂŒnstler vor allem mit Holz. Seine Kunstwerke, die er ausstellt, sind Teile aus einer alten Scheune. Hier verarbeitet er seine Erinnerung an den Geruch und die Arbeit seiner Jugend. Da, wo er das Material aus der Scheune holt, fehlt es am Ursprungsort, ein Sinnbild fĂŒr die Auflösung der Scheune.

Bernd Gerstner verarbeitet fĂŒr seine Bilder viele verschiedene Erdsorten, Russ und Asche. Sein eines Bild zeigt die Dorfansicht von Heddesheim, in den Ecken hat er die LĂ€ngen- und Breitengrade notiert. Im zweiten Bild erkennt man das Alte Rathaus – den „Ort der Kunst“ -, die notierten Zahlen sind die Einwohnerzahl und das Entstehungsjahr.

Scheunen und Tabak stehen auch im Mittelpunkt der Bilder des KĂŒnstlers Stefan Birker. Der Tabakbrunnen ist erst auf den zweiten Blick zu erkennen.

Ort der Kunst – einzigartig und unverwechselbar

Das Bild von Irene Kunze zeigt den Torbogen auf dem Kreisel beim Gewerbegebiet. Sie arbeitet mit Acryl auf Leinwand und kombiniert dazu andere Materialien wie Granulat und Aluminiumplatten.

Indem sie die Kunst im Ort, die schon besteht, in ihr Bild aufgenommen hat, hat sie den Ort einzigartig und unverwechselbar gemacht.

Die Literaturgruppe mit Heidi Rei, Lioba Geier, Dörthe Klumb und Heide Raiser lasen aus ihrem Projekt „BĂŒcherwelten“, das sie im Oktober 2010 in der GemeindebĂŒcherei aufgefĂŒhrt hatten. Und schlossen mit dem Satz „Ein Buch muss die Axt sein fĂŒr das gefrorene Wort in uns“.
Die Ausstellung ist noch bis zum 27. November 2011 zu sehen. Öffnungszeiten: Sonntags von 14 bis 17 Uhr. Der Kalender zur Ausstellung kann im Fotoatelier bei Martin Kemmet erworben werden.

Viel Freude mit den Fotos:

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Heddesheim als „Ort der Kunst“: Beeindruckende Fotografien von Martin Kemmet


Martin Kemmet stellt seine Kunst-Fotografie ĂŒber Heddesheimer KĂŒnstler zur Zeit im Alten Rathaus aus. Der Schreiner und KĂŒnstler Roland Schmitt "posiert" in einer Tabakscheune mitten im Ortskern. Kunst ist immer schon auch Politik - auf der Scheune liegt neben Licht und Schatten auch eine "VerĂ€nderungssperre". FrĂŒher einmal war Heddesheim die grĂ¶ĂŸte Tabakanbaugemeinde Deutschlands. Der Anbau ist eingestellt. Einige Scheunen sind noch da. Diese ist besonders beeindruckend. Bild: Martin Kemmet

Guten Tag!

Heddesheim, 19. September 2011. Unter dem Titel „Ort der Kunst“ eröffnete am gestrigen Sonntag der Heddesheimer Kunstverein die Ausstellung mit Fotografien von Martin Kemmet. Es ist der erste Teil eines Projekts, das Heddesheimer KĂŒnstler in Fotografien an ihren persönlichen Kunstorten zeigt. Im Oktober folgt die Ausstellung mit den Werken eben dieser KĂŒnstler.

Von Sabine Prothmann

Wer in Heddesheim ein Passbild braucht geht zu Martin Kemmet. Er ist der Fotograf am Ort – fĂŒr Hochzeitsbilder, Bilder mit Kindern, Familienportraits, Einschulungen. Wegen dieser Arbeit kennen ihn viele im Ort.

Aber im zweiten Leben ist Martin Kemmet ein KĂŒnstler mit der Kamera. Er versteht sein Handwerk und er spielt mit dem Licht, dem Moment, dem Detail.

Die Ausstellung „Ort der Kunst“ mit Fotografien von Martin Kemmet wurde am gestrigen Sonntag mit einer Vernissage im Alten Rathaus eröffnet. Und der „Ort der Kunst“ ist Heddesheim.

Die gut vierzig Ausstellungsbesucher waren begeistert.

Heddesheim als Kunstort

Rund zwanzig Fotografien im Alten Rathaus zeigen nicht nur Heddesheimer KĂŒnstler, sondern die KĂŒnstler auch an ihrem Heddesheimer Kunstort.

Da sieht man zum Beispiel den KĂŒnstler und Schreiner Roland Schmitt in dem Dachstuhl einer alten Scheune. Es ist ein Schwarz-Weiß-Bild und das Licht bricht sich einen Weg durch die Holzbalken. Das ist ganz großartig. Hier und aus diesem Holz ist Kunst entstanden, in doppelter Hinsicht.

Die Malerin Veronika Drop prĂ€sentiert auf einer Baustelle ihr Bild einer Baustelle. „Das war nicht einfach zu fotografieren“, sagt Kemmet.

Einfach war auch nicht die Fotografie von dem Eingangstor (eine Installation des Heddesheimer KĂŒnstlers Kurt Fleckenstein) am Edekakreisel, davor die KĂŒnstlerin mit ihrem GemĂ€lde vom selbigen Eingangstor. Hier wurde mit Weitwinkel gearbeitet und ein faszinierender und fremder Blick auf das Vertraute ist entstanden. „Ich bin da schon tausende Male dran vorbeigefahren, jetzt hĂ€tte ich es fast nicht erkannt“, sagt einer Besucherin der Ausstellung.

Vertrautes wirkt fremd

Fast fremd wirkt auch die Kreuzung am Alten Rathaus, davor der KĂŒnstler Bernd Gerstner mit seinem Bild vom Rathaus. Idyllisch zeigt sich das Dorf vom Feld her betrachtet, Gerstner sitzt hier mit seiner Staffelei.

Besonders ausdrucksstark sind auch die beiden Schwarz-Weiß Fotografien, die im Alten Rathaus selbst entstanden sind. Frauen laufen mit BĂŒchern in der Hand durch den Raum. Zu den Seiten werden die Bilder unscharf, was Dynamik vermittelt. Es sind die Frauen des Literaturkreises um Eva Martin-Schneider.

Licht und Schatten - Bewegung und Moment. Bild: Martin Kemmet

Ganz anders dagegen die vier aneinandergefĂŒgten Fotografien von einem Literatur- und Theaterabend dieser Gruppe – hier liegt der Ausdruck in der Farbe und im Portrait.

Auf einer anderen Fotografie in Schwarz-Weiß steht fast unwirklich die Scheune im Feld an der Straße nach Ladenburg, davor die KĂŒnstlerin, sie scheint mit dem Bild zu verschmelzen.

In der katholischen Kirche hat Martin Kemmet die junge Heddesheimer KĂŒnstlerin Carolin Przybyla mit ihrem Bild, das abstrakt ein Kreuz symbolisiert, fotografiert.

Eine weitere Schwarz-weiß Fotografie zeigt den Fotograf selbst auf den Steinkreisen am Badesee, das hat er mit dem Selbstauslöser gemacht.

Zehn KĂŒnstler beziehungsweise eine Gruppe, Maler, Bildhauer, zehn Orte der Kunst – zehn Motive, die der KĂŒnstler Martin Kemmet mit seiner Kamera eingefangen hat.

Die Fotografien sind in drei Wochen entstanden

Der Heddesheimer Kunstverein war auf ihn zugekommen und hatte ihn gefragt, ob er darauf Lust habe. Und die hatte er. Durch einen Krankenhausaufenthalt wurde die Zeit ziemlich knapp, letztlich blieben nur noch drei Wochen Zeit.

Von frĂŒh um sechs bis zum Sonnenuntergang habe er KĂŒnstler und Orte, Lichter und Details eingefangen, erzĂ€hlt die Vorsitzende des Heddesheimer Kunstvereins Veronika Drop in ihrer EinfĂŒhrung.

Die Fotografien zeigen Heddesheim als Ort der Kunst, ein normaler Ort, in dem aus einem Traum Wirklichkeit wird. Kemmet wurde zu den persönlichen Kunstorten der KĂŒnstler gefĂŒhrt. „Martin Kemmet kann sein Handwerk“, so Drop. Vor allem lobte sie sein Instinkt fĂŒr Licht und seinen KĂŒnstlerblick fĂŒrs Detail.

Die Ausstellung habe einen neuen Blick auf Heddesheim geworfen und „wir sind stolz hier so begabte KĂŒnstler und KĂŒnstlerinnen zu haben“, sagte Veronika Drop und verwies auf die Ausstellung im Oktober, die eben diese Werke dieser KĂŒnstler zeigen wird.

Die Ausstellung ist noch bis zum 09. Oktober 2011 im Alten Rathaus zu sehen, geöffnet ist sie immer sonntags von 14 bis 17 Uhr.

Anmerkung der Redaktion:
Aus TransparenzgrĂŒnden informieren wir Leserinnen und Leser, dass Martin Kemmet CDU-Gemeinderat in Heddesheim ist.

Workshop im Alten Rathaus: Der Stein gestaltet mit


Guten Tag!

Heddesheim, 25. Juli 2011. Der Heddesheimer Kunstverein lud am 17. Juli 2011 zu einem Workshop mit dem Maler und Bildhauer George Mirenes in die AusstellungsrĂ€ume im Alten Rathaus ein. FĂŒnfzehn Besucher waren gekommen, um zu sehen wie aus einem Rohling eine Skulptur entsteht. Oder legten selbst Hand an.

Von Sabine Prothmann

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George Mirenes bei der Ausstellungseröffnung. Archivbild heddesheimblog.de

„Ich lass’ mich vom Stein inspirieren“, erklĂ€rt der Maler und Bildhauer George Mirenes bei einem Workshop am vergangenen Sonntag in den AusstellungsrĂ€umen des Alten Rathauses.

Nach und nach kommen gut 15 Besucher, Zuschauer und letztlich auch Mitgestalter, um zu sehen, wie der KĂŒnstler Leben und Form in den harten Stein bringt.

StĂŒhle sind im Halbkreis um den Arbeitstisch des Bildhauers aufgestellt. Mirenes erzĂ€hlt, beantwortet Fragen und erklĂ€rt: „Man muss sich in den Stein hineinversetzen“.

Meist arbeitet der KĂŒnstler mit Serpentin, ein Stein der nur in Afrika vorkommt, den er sich von dort aus Zimbabwe oder Sambia als Rohling schicken lĂ€sst. Der Stein ist, seine Formen oft bizarr.

FĂŒr den AnfĂ€nger ist der weiche Speckstein eher geeignet, sagt Mirenes.

George Mirenes hat in Zimbabwe gelebt und mit afrikanischen KĂŒnstlern gearbeitet. Das hat sein Bildhauerhandwerk maßgeblich beeinflusst. Das war eine einschneidende Erfahrung.

Kunst und hartes Handwerk

Und neben der Kunst ist es hartes Handwerk, was Mirenes den Besuchern in der Galerie zeigt. Mit Hammer und Meißel, mit Feile und Sandpapier lĂ€sst er den Stein Gestalt annehmen.

„Wer möchte?“, fragt er immer wieder und meist schon nach Kurzem zeigen die „Mitgestalter“ ErmĂŒdungserscheinungen, es ist anstrengend und mĂŒhsam den harten Stein zu bearbeiten.

Mit einem Stift hat er zunÀchst skizziert, wie die Skulptur entstehen soll. Ein Gesicht.

Doch der Stein gestaltet mit, wĂ€hrend der Bildhauer ihn bearbeitet. Plötzlich entstehen weitere Skulpturen in einem Stein. „Das ist eine schöne ÃƓberraschung“, freut sich Mirenes. Er entdeckt auf der anderen Seite ein zweites Gesicht.

Manchmal hole er keine komplette Figur heraus, sondern nur Einzelteile, „der Rest bleibt Natur“.

Mirenes: „Das ist ein Geduldsspiel.“

„Ich arbeite alles mit der Hand und nicht mit der Maschine“, erzĂ€hlt der KĂŒnstler. Nach der Gestaltung wird der Stein mit immer feinerem Schmirgelpapier bearbeitet. Mit einem Industriefön wird der Stein nach Bearbeitung sehr heiß gemacht, das kann gut drei Stunden dauern – „das ist ein Geduldsspiel“, denn er muss langsam warm werden. Die WĂ€rme hĂ€lt der Stein dann 24 Stunden.

Zur Anschauung hat er einen Fön mitgebracht, doch schon nach kurzer Zeit versagt er seinen Dienst. Er ist zu heiß geworden, erklĂ€rt Mirenes.

Dann wird er mit Wachs ĂŒberzogen, anschließend poliert. Erst dann sieht man die wunderbare Maserung und die leuchtenden Farben.

Nach gut eineinhalb Stunden nimmt der Stein immer mehr Form an, aber es ist ein weiter Weg vom Rohling zum fertigen Kunstwerk. Die Gesichter sind zu erahnen.

Die Besucher sind interessiert und begeistert, hier konnten sie hautnah erleben, wie Kunst entsteht.

„Dass ich sein kann wie ich bin“ – Lesung zu Hilde Domin

Guten Tag!

Heddesheim, 28. November 2010. Die Lesung der Heidelberger Germanistin und Anglistin Marion Tauschwitz aus ihrer Biographie zu Hilde Domin war ein ganz besonderes Erlebnis fĂŒr die knapp 40 Zuhörer in den AusstellungsrĂ€umen der Heddesheimer Rathausgalerie (21. November 2010). Der Raum ist voll besetzt, StĂŒhle mĂŒssen dazu gestellt werden.

Von Sabine Prothmann

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Marion Tauschwitz - Freundin, Vertraute, Nachlassverwalterin und "kleine Schwester".

Marion Tauschwitz erzĂ€hlt ĂŒber Hilde Domin. Die Autorin Marion Tauschwitz liest aus: „Dass ich sein kann wie ich bin – Hilde Domin. Die Biographie“.
Und das macht sie so wunderbar, so persönlich, dass die Zuhörer ihr ĂŒber 90 Minuten gebannt lauschen. Als sie endet, will der Applaus nicht aufhören.

Eine Woche zuvor war die kleine Veranstaltungsreihe des Heddesheimer Kunstvereins zu Hilde Domin mit der Ausstellungseröffnung der Bilder von Veronika Drop zu Hilde Domin eröffnet worden.

„Es war eine intensive Zeit.“

Und auch am vergangenen Sonntag war die KĂŒnstlerin Drop wieder anwesend und begrĂŒĂŸte die Autorin Marion Tauschwitz, die als Vertraute, Nachlassverwalterin und „Schwester“, wie Domin sie immer nannte, die Lyrikerin in den letzten Jahren von 2001 bis zu ihrem Tod 2006 begleitet hatte.

„Es war eine intensive Zeit“, sagt Tauschwitz ĂŒber diese Jahre. Kennengelernt hat sie Hilde Domin nach einer Lesung. „Sie hat mich zum Essen eingeladen und daraus ist diese Freundschaft entstanden.“

Das Besondere an Domins Gedichten sei die Einheit von Leben und Poesie gewesen, so Tauschwitz. Entstanden aus persönlicher grĂ¶ĂŸter Not, auf die man laut Hilde Domin nur auf drei Arten reagieren konnte: Entweder man begebe sich auf die Couch des Psychiaters, man vertraue sich Gott an oder aber man verarbeite sie in der KreativitĂ€t.

Hocherotische Liebesgedichte.

Man habe lange den Tod der Mutter als den Schock gedeutet, der zu dem Beginn ihres schriftstellerischen Wirkens gefĂŒhrt habe. Doch, so Tauschwitz, die hocherotischen ersten Liebesgedichte, die entstanden sind, mĂŒssten in einen anderen Zusammenhang gestellt werden.

Tauschwitz hat nach dem Tod der Lyrikerin ihre Briefe entdeckt, darunter mehr als 2000 „Ehebriefe“, die Hilde Domin an ihren Mann Erwin Walter Palm geschrieben habe. „Sie hat ihrem Mann bis zu sieben Briefe am Tag geschrieben, die bis zu 17 Seiten hatten und in winziger Schrift geschrieben waren.“ Anders als bislang angenommen, habe das Ehepaar ĂŒber große Strecken getrennt gelebt.

„Mein Leben wird mal ein spannender Gegenstand fĂŒr die Literaturwissenschaft“

Vieles blieb zu Lebzeiten von der Dichterin verborgen, die eine KĂŒnstlerin in der „Selbstharmonisierung“ gewesen sei. „Mein Leben wird mal ein spannender Gegenstand fĂŒr die Literaturwissenschaft“, zitiert Tauschwitz Hilde Domin.

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Die Autorin Marion Tauschwitz liest aus der Biographie zu Hilde Domin.

Mit ihrer klaren, warmen Stimme beginnt Tauschwitz von Hilde Domins Leben zu erzĂ€hlen, von den frĂŒhen Jahren in Köln, von dem jĂŒdischen Elternhaus und der intensiven Beziehung zur Mutter. Im Elternhaus bekam sie das Urvertrauen vermittelt, das sie durch ihr schweres Leben getragen habe, so Tauschwitz.

Es folgt das Studium an Uni Heidelberg, wo Anfang der 30-er Jahre, die meisten jĂŒdischen Studentinnen eingeschrieben waren.

„Den Juden wird es schlimm ergehen.“

Ein Unfall, eine Brandwunde am Kopf, zwingt Hilde, damals noch Löwenstein, zur Genesung zurĂŒck ins Elternhaus. Ihre Studien fĂŒhrten sie zunĂ€chst an den UniversitĂ€ten in Köln und Bonn fort. Zum Wintersemester 1930 zieht es sie nach Berlin, wo auch ihre Politisierung stattfindet. Sie tritt in die SPD ein.

Der jungen Hilde wird schnell klar, nachdem sie „Mein Kampf“ gelesen und Hitler gehört hatte, „den Juden wird es schlimm ergehen“.

In Berlin lernt sie auch den jĂŒdischen Althistoriker Hans Georg Pflaum kennen, mit dem sie eine lebenslange Freundschaft verbindet. Aber er bleibt der „KĂŒmmerer“.

Hilde Löwenstein kehrt nach Heidelberg zurĂŒck. Dort begegnet sie dem charismatischen, extravaganten Erwin Walter Palm, einem jĂŒdischen Philologie- und ArchĂ€ologie-Studenten aus Frankfurt. Palm ist nur 1,62 Meter groß, er ist ein Paradiesvogel und im Alltag hilflos. „Da kam die Liebe.“

Italien wird zum ersten Exilland.

Seine Italiensehnsucht fĂŒhrt die beiden 1932 nach Italien – gegen den Widerstand ihrer Eltern -, zunĂ€chst nach Florenz, spĂ€ter nach Rom, wo sich beide an der Uni einschreiben.

Mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler wird Italien zum ihrem ersten Exilland.

Palm war glĂŒcklich, Hilde hielt ihm den RĂŒcken fĂŒr seine Studien frei und erteilte Deutschunterricht. „Objektiv und von außen betrachtet war dies eine Hundezeit“, so Tauschwitz.

1934 werden die ersten Rassengesetze in Italien erlassen, damit war Palms Lebenstraum passé. 1936 heiraten Hilde Löwenstein und Erwin Walter Palm. Doch schon da ist die Beziehung sehr problematisch, wie Marion Tauschwitz durch die Briefe belegen kann.

Flucht nach London.

Die Situation in Italien wird immer untragbarer, doch obwohl Hildes Familie schon lĂ€ngst im Exil in London lebt, verzögert sich die Ausreise der Palms immer wieder, da Erwin Walter Palm noch auf Hildes ÃƓbersetzung seiner Schriften wartet.

Im September 1938 gelingt ihnen doch noch die Flucht ĂŒber Paris nach London.

Zu dieser Zeit sind die meisten Fluchtwege schon verbaut und auch in London wird nach der Kapitulation Englands die Situation fĂŒr Juden sehr ungewiss.

Als der Diktator der Insel Hispaniola erklĂ€rt, dass er 100.000 FlĂŒchtlinge aufnehmen könne, machen sich Hilde Palm und ihr Mann auf den Weg in die Dominikanische Republik.

In diese Zeit fÀllt auch eine ungewollte Schwangerschaft. Palm wollte das Kind nicht, wie Marion Tauschwitz aus einem Brief an Hildes Bruder erfahren hat. Domin beugt sich dem Wunsch ihres Mannes.

Die Exiljahre in der Dominikanischen Republik sind gekennzeichnet von permanenter Geldnot und dem schwierigen VerhĂ€ltnis des Ehepaares. Erwin Walter Palm wird zum Experten der iberoamerikanischen Kunst und bleibt in der Hauptsstadt Santo Domingo wĂ€hrend Domin in die Berge flĂŒchtet.

Die Dominikanische Republik wird zum „InselkĂ€fig“

1947 hat Hilde Domin die Papiere fĂŒr die USA zusammen, doch Palm wollte nicht mit und Domin saß in den Bergen und tippte seine Aufzeichnungen. Hier in dieser Einsamkeit entstehen 1946 ihre ersten Gedichte. Es sind Liebesgedichte, „zerfressen von Sehnsucht“.

1951 stirbt die Mutter, diesmal hĂ€tte Hilde Domin eine StĂŒtze gebraucht, doch Palm will sie verlassen. Die Beziehung des Paares schien 1951 am Ende zu sein, Palm hat eine andere Frau kennenglernt. Hilde flieht nach Haiti.

1953 ermöglicht ein Guggenheim-Stipendium einen einjĂ€hrigen Aufenthalt des Ehepaars in New York. Anschließend gehen sie noch mal kurz in die Dominikanische Republik, aber ein DAAD-Stipendium ermöglicht 1954 die RĂŒckkehr nach Deutschland.

In Deutschland erwartet sie ein schwieriges politisches Klima und das Paar pendelt noch einige Jahre zwischen Deutschland und Spanien.

1955 erscheint ein kleines BĂŒchlein mit Gedichte von Erwin Walter Palm – endlich ein „spĂ€ter Dichterruhm“. Dem Verleger legt Hilde ein paar ihrer Gedichte bei und schon 1954 wird ihre Lyrik in Zeitschriften veröffentlicht. Hilde Palms Gedichte erscheinen unter dem Pseudonym Domin, damit möchte sie auch verhindern, dass der Erfolg ihres Mannes geschmĂ€lert wird: „Ich selbst rief mit dem Namen einer Insel.“

1960 erhÀlt Palm eine KW-Professur an der UniversitÀt Heidelberg.

In Deutschland tobt ein Kampf in der Literaturszene und Hilde Domin verliebt sich in einen Verleger, davon zeugen ihre Liebesgedichte. Aus Angst entdeckt zu werden, scheut sich der Verleger vor der Veröffentlichung ihrer Liebeslyrik.

„Einmal ein Preis, immer ein Preis.“

1968 erhĂ€lt Hilde Domin den Ida-Demel-Preis, ihren ersten Preis, viele folgen nach dem Motto: „einmal ein Preis, immer ein Preis“.

„1969 reicht ihr Palm die Hand zu Versöhnung“, erzĂ€hlt Tauschwitz, erst jetzt erkennt er ihre Leistung an und versteht sie nicht mehr als Konkurrenz.

Als am 7. Juli 1988 Erwin Walter Palm stirbt, ist das ein großes Drama fĂŒr Hilde Domin, so die Autorin. Wieder einmal flĂŒchtet sie sich in Arbeit. Sie ist inzwischen berĂŒhmt und eine begehrte Rednerin. Domin hat danach noch 18 Jahre gelebt und „sie hat sie genossen“.

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Die KĂŒnstlerin Veronika Drop begrĂŒĂŸt die Autorin Marion Tauschwitz.

Dann erzÀhlt Tauschwitz von dem 22. Februar 2006: Hilde Domin ging alleine in die Stadt, sie wollte Handschuhe kaufen. Sie nahm keinen Stock, auf den Gehsteigen waren Eisplatten.

„Ich bekam einen Anruf“, erinnert sich Marion Tauschwitz, „Liebes, ich habe meinen Fuß verstaucht“, sagte Hilde Domin, „kannst du ins Krankenhaus kommen“.

Hilde Domin hatte sich nicht den Fuß verstaucht, sie hatte sich einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen und musste operiert werden. Sie ĂŒberlebt die Operation, aber am nĂ€chsten Tag erreicht Marion Tauschwitz der Anruf der Klinik, der Zustand Hilde Domins sei kritisch und sie solle kommen. Die Dichterin stirbt bevor ihre „jĂŒngere Schwester“ an ihrem Krankenbett ist.

Mit dem Tod von Hilde Domin endet die Lesung und der Vortrag. Der Applaus will gar nicht aufhören. Das Publikum ist tief bewegt, „meine Freundin hat weinend die Vorstellung verlassen“, erzĂ€hlt eine Zuhörerin.

Die Menschen in der Rathausgalerie haben fĂŒr einen kleinen Augenblick, fĂŒr 90 Minuten, an dem bewegten Leben einer faszinierenden Frau und Lyrikerin teilgehabt und die Nachlassverwalterin und Vertraute der Dichterin, die Autorin Marion Tauschwitz, hat diesen Einblick mit ihren Worten und Zitaten so ganz besonders gemacht.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
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