Sonntag, 20. Oktober 2019

Wahlkampf: MinisterprÀsident Winfried Kretschmann "hemdsÀrmelt" in Schriesheim

„Die Haushaltssanierung wird Sie alle schmerzen“

Winfried Kretschmann in der Mehrzweckhalle Schriesheim.

Landesvater Winfried Kretschmann als Wahlkampf-UnterstĂŒtzer in der Mehrzweckhalle Schriesheim.

 

Schriesheim/Rhein-Neckar, 06. September 2013. (red) Bei seinen öffentlichen Auftritten als baden-wĂŒrttembergischer MinisterprĂ€sident schlĂŒpft Wilfried Kretschmann allzu gerne in die Rolle des prĂ€sidialen Landesvaters und vertritt dabei hĂ€ufig ĂŒberparteiliche Positionen. Der 65-jĂ€hrige GrĂŒnen-Politiker kann auch anders – das stellt er bei seinem Auftritt in Schriesheim unter Beweis. Es ist Wahlkampf und insbesondere der Wahlkreis Heidelberg/Weinheim eine besondere Herausforderung. Wird Dr. Franziska Brantner ihrem Konkurrenten Dr. Karl A. Lamers (CDU) Prozente wegnehmen können? [Weiterlesen…]

2013 werden die Steueranlage, die LĂŒftungsanlage und die Feuerlöschleitung erneuert

BĂŒrgerhaus wird saniert

Heddesheim, 01. Dezember 2012. (red/ms) Die technische AusrĂŒstung im BĂŒrgerhaus wird im kommenden Jahr generalĂŒberholt. Am 12. November hat der Gemeinderat dem Antrag auf Sanierung einstimmig zugestimmt, fĂŒr die Erneuerung wird sich das BĂŒro Lummer + Biebl verantwortlich zeigen.

Im Haushaltsplan fĂŒr 2013 sind 250.000 Euro vorgesehen, um die Steueranlage, die LĂŒftungsanlage und die Feuerlöschleitung des Heddesheimer BĂŒrgerhauses zu erneuern. Allesamt wiesen sie MĂ€ngel auf, die eine Erneuerung notwendig erscheinen lassen:

Die Steueranlage fĂŒr Heizung und LĂŒftung lĂ€sst sich mittlerweile nur noch per Hand bedienen, eine zentrale Steuerung ist nicht mehr möglich. Da die Anlage inzwischen 25 Jahre alt ist, lohne sich laut Verwaltung eine Reparatur nicht, zumal die nötigen Ersatzteile nur noch zum Teil vorhanden sind. Ziel der Erneuerung soll es sein, Heizung und LĂŒftung auch von außerhalb der Anlage steuern und sich dem Luft- und WĂ€rmebedarf immer genau anpassen zu können.

Um Energie einzusparen, soll die WĂ€rmerĂŒckgewinnung der LĂŒftungsanlage verbessert werden. Die bis jetzt vorhandene erscheint dem Gemeinderat nicht ausreichend effektiv. Außerdem plant man, den Stromverbrauch durch neue, effizientere Ventilatoren zu reduzieren.

Bislang ist die Feuerlöschleitung an das Trinkwassernetz angeschlossen, was nach dem neuen Trinkwasserverordung nicht mehr zulĂ€ssig ist, daher soll diese nun trockengelegt werden. Im Brandfall könnte die Feuerwehr dann einen Hydranten an die Löschleitung anschließen und mithilfe der Wandhydranten im GebĂ€ude löschen.

Auch die Heizungsanlage wirkt erneuerungsbedĂŒrftig und ist am Ende der prognostizierten Lebensspanne angelangt. Sie wird jedoch nicht 2013 mitsaniert, denn momentan lĂ€uft sie noch normal und da sich in naher Zukunft neue Möglichkeiten in Bezug auf erneuerbare Energien ergeben könnten, beschloss man, in dieser Hinsicht noch abzuwarten.

Zur DurchfĂŒhrung dieser Sanierungsmaßnahmen wird das BĂŒro Lummer + Biebl beauftragt.

Gabis Kolumne

Tupperparty – werden hier KĂŒchentrĂ€ume wahr?

Rhein-Neckar, 27. Februar 2012. Seit ihrer Kindheit kennt Gabi Tupperware. Dieser Tage war sie zu einer Tupperparty eingeladen.

Tupperware - hier werden KĂŒchentrĂ€ume wahr?

Schon meine Großmutter schwörte drauf und wehe ein Teil ging verloren, wurde sie sehr ungemĂŒtlich. Die Rede ist von Tupperware.

Als Kind war ich sehr fasziniert von der Deckelhalterung im KĂŒchenschrank meiner Großeltern: Der GrĂ¶ĂŸe nach geordnet hingen hier die Deckel mit dem Blubb-Effekt – von meiner Großmutter mehr gehĂŒtet als die WeihnachtsplĂ€tzchen in der Adventszeit.

Die passenden Dosen in verschiedenen GrĂ¶ĂŸen und pastellfarben, wie in den 60er Jahren ĂŒblich, fand man im KĂŒchenschrank ordentlich sortiert.

„Tupper ist QualitĂ€t und das ist teuer“, pflegte meine Großmutter zu sagen.

Die eine oder andere Tupperdose, von meiner Mutter abgestaubt, zog spÀter auch in meinen Studentenhaushalt ein.

Und vor gut 15 Jahren, selbst inzwischen Mutter, wurde ich zu meiner ersten Tupperparty eingeladen.

Ich kann mich nur noch an eine geschmacklose SchĂ€lchenkombination fĂŒr NĂŒsse, Salzbrezel und Co. und endlos Haushaltstipps erinnern. Mitgenommen habe ich damals zwei tĂŒrkis-grĂŒnfarbige verschließbare Becher, ein ebenso farbiges KĂ€nnchen – das war glaub ich das Gastgeschenk – und eine mittelgroße SalatschĂŒssel, im ebenfalls in grĂŒnen Styling der 90er Jahre.

Ein lustiger Abend unter Frauen

Dieser Tage wurde ich jetzt wieder zu einer Tupperparty eingeladen. Gut, dachte ich nach Schmuck- und Kerzenabenden darf es jetzt auch mal wieder Tupper sein. Und ich freute mich auf einen lustigen Abend unter Frauen.

Sieben Frauen, ein Tisch voller HÀppchen und eine engagierte Tupper-Beraterin der beinah ersten Generation. Seit gut 30 Jahren ist sie dabei, und Tupper in Deutschland ist gerade mal 20 Jahre Àlter, erfahren wir.

Die Beraterin nimmt es ernst, kurz will sie wissen, ob wir Tupper kennen und gibt dann eine kleine EinfĂŒhrung. Wir schwatzen und lachen, das findet sie weniger gut, schließlich geht es hier um ein ernstes Thema, denn, wer mit Tupper unzufrieden ist, hat bei der Beratung nicht aufgepasst, ist die Botschaft. Deswegen Aufmerksamkeit, meine Damen, scheint sie zu mahnen.

Und erzĂ€hlt tragische Geschichten von unsachgemĂ€ĂŸer oder falscher Behandlung. Wer mit Tupper nicht zu recht kommt, hat nicht aufgepasst, erklĂ€rt sie streng.

Viel hat sich getan seit meine Großmutter die ersten Dosen in ihrem Schrank bewachte. Die Farben sind frischer, die Funktionen raffinierter. Und immer klangvollere Namen lassen schon im Vorfeld erahnen, welchem Haushaltswunder man begegnen wird.

Die wahren Dinge des Lebens?

Wir begreifen schnell, hier geht es um die wahren Dinge des Lebens, wie kann ich in der Mikrowelle in kĂŒrzester Zeit Spaghetti und Kartoffeln kochen, wie kann ich aus Resten kleine Köstlichkeiten zaubern und wie bewahre ich zweckmĂ€ĂŸig und platzsparend und geruchsfrei alles auf.

Die Gastgeberin bringt Zutaten herbei und in Sekundenschnelle bereitet die Tupper-Beraterin mit dem „Quick Chef 3“ einen köstlichen Dip zu.

Das klingt alles einleuchtend und praktisch, aber wo bleibt hier das sinnliche KĂŒchenerlebnis, das GerĂ€usch, wenn Spaghettiwasser köchelt, der Geruch von KĂ€se und Zwiebeln, der die KĂŒche durchzieht. Tupper, das wird mir klar, hat mit Lust wenig zu tun.

Zu jedem Töpfchen gehört ein Deckelchen

Wie heißt es so schön, zu jedem Töpfchen gehört ein Deckelchen und demnach zu jedem KĂŒchenbedĂŒrfnis ein TuppergefĂ€ĂŸ. Selbst wenn ich noch gar nicht ahnte, dieses BedĂŒrfnis verspĂŒrt zu haben.

Und das hat alles seinen Preis. Aber, so erklĂ€rt uns die Tupper-Dame, schließlich auch seine QualitĂ€t. Gut, denke ich, das hat schließlich auch schon meine Großmutter gesagt.

Dementsprechend folgsam schreiben wir unsere WĂŒnsche auf den Bestellzettel und nur eine der Anwesenden entzieht sich dem Druck.

Als Gastgeschenk bekommen wir „Super-Teig-Fallen“ ĂŒberreicht, damit lassen sich tolle Teigtaschen zubereiten, werden wir belehrt.

„Mir wĂ€re das Überraschungsgeschenk lieber“

Ich bin ehrlich, in meinem KĂŒchenalltag habe ich dafĂŒr keinen Bedarf und in meinem Schrank keinen Platz, „mir wĂ€re das Überraschungsgeschenk lieber“, erdreiste ich mich deswegen in die Runde zu werfen. Weitere Frauen schließen sich an. Das sei ihr noch nicht passiert, beschwert sich die Tupper-Beraterin und versucht erst gar nicht ihr Missfallen zu verbergen.

Zudem sei sie hier gar nicht mit ihrem Programm durchgekommen, vieles konnte sie nicht vorstellen und ĂŒberhaupt merkt man ihr an, alles in allem waren wir zu undiszipliniert und mit leicht gekrĂ€nkter Miene packt sie ihre guten SchĂ€tze wieder ein.

Das ist schade, denn was hilft neues Design und gute QualitĂ€t, wenn der Spaß an so einem Abend zu kurz kommt.

gabi

Gabis Kolumne

„Irgendwann klemmt die Schublade.“

Rhein-Neckar, 23. Januar 2012. Manche Dinge sollten erledigt werden, und zwar möglichst schnell. Andere möchte man gerne bald wiederholen, aber man bekommt sie im Alltag kaum unter. Das mit der RegelmĂ€ĂŸigkeit ist so eine Sache, denkt Gabi.

Wegen ÜberfĂŒllung geschlossen.

Ich habe ihm Flur eine Schublade, da fliegt alles rein, was noch sortiert und abgeheftet werden muss: KontoauszĂŒge, ĂŒberwiesene Rechnungen, Garantien und Zettel jeglicher Art. Und alle paar Monate geht wegen ÜberfĂŒllung gar nichts mehr, sprich die Schublade geht nicht mehr zu.

Das ist dann der Zeitpunkt, an dem ich meine Ablage machen muss. Habe ich es hinter mich gebracht, denke ich meist, das war doch gar nicht so schlimm, das sollte ich viel regelmĂ€ĂŸiger machen.

Unter diese Rubrik fÀllt auch Keller aufrÀumen, Kleiderschrank aussortieren, Auto und Fenster putzen 


Sind die Dinge erledigt, fĂŒhlt man sich richtig gut, freut sich ob der getanen Arbeit und nimmt sich vor, so lange wird man es nie wieder liegen lassen.

Irgendwann klemmt die Schublade

Doch irgendwann klemmt die Schublade wieder und aus den Fenstern kann man kaum noch rausschauen.

RĂ€um’ doch Deine Klamotten abends gleich weg, wenn du sie ausziehst, ermahne ich deswegen auch meine Tochter regelmĂ€ĂŸig, denn schließlich soll sie es ja lernen.

Meine Großmutter hatte ihren Haushalt noch gut organisiert, montags wurde gewaschen, dienstags demnach gebĂŒgelt, mittwochs Staub gewischt und gesaugt, donnerstags das Bad geputzt und die Böden gewischt, freitags die Betten bezogen, samstags Kuchen gebacken und sonntags ausgeruht. Bei dieser RegelmĂ€ĂŸigkeit blieb nichts liegen, es stapelte sich nichts, wie zum Beispiel meine BĂŒgelwĂ€sche im Keller.

Ich weiß noch, wenn ich als junge Frau bei meiner Großmutter vorbeischaute und es war beispielsweise Montag, fragte sie: „Und Kind, hast du deine WĂ€sche schon gemacht?“ Es war fĂŒr sie kaum nachvollziehbar, dass man in der „heutigen“ Zeit noch so viel anderes zu tun hatte, erst in jungen Jahren Semesterarbeiten anfertigen, spĂ€ter dann mit Kindern in die Krabbelgruppen zu gehen und schließlich neben dem Haushalt noch zu arbeiten. Und dazu die ganzen FreizeitvergnĂŒgen – diesen Stress hatte meine Großmutter nicht, aber einen gut aufgerĂ€umten und ordentlichen Haushalt – mit RegelmĂ€ĂŸigkeit.

Szenenwechsel

KĂŒrzlich war ich mit vier Freundinnen aus. Und wir waren nicht einfach nur im Kino oder was trinken, sondern wir waren auf einem Live-Konzert in einem Heidelberger Club. Es war laut, es war voll und es wurde spĂ€t. Und es machte Spaß. „Das sollten wir bald wieder mal machen“, sagte eine der Freundinnen.

Vergangene Woche waren wir mit Freunden im Theater – es war ein wunderbarer Abend. „Das sollten wir bald wieder mal machen“, dachte ich.

Die Liste der Dinge, die ich gerne „bald wieder mal machen möchte“ ist ebenso endlos wie die der Dinge, die ich bald wieder machen sollte.

Es ist das Treffen mit einer Freundin, die im Elsass wohnt, die Wanderung in der Pfalz, der Tag in einem Wellness-Bad, der Besuch einer Lesung oder Ausstellung – die Reihe ist beliebig erweiterbar.

Und auch hier: Setzt man das Vorhaben in die Tat um, scheint es kaum nachvollziehbar, warum man damit so lange gewartet hat, warum man sich zwischen Job, Kinder, KĂŒche keinen Freiraum schaffen konnte und warum man sich immer so einen Ruck geben muss.

Einfacher ist es mit Dinge, die sich wiederholen, der wöchentliche Sportkurs, das monatliche Treffen mit Freunden. Sobald es in unserem Zeitablauf fest verankert ist, quasi auf regelmĂ€ĂŸiger Wiedervorlage, gelingt es sehr gut es in den Alltag zu integrieren.

So wissen meine Kinder und mein Mann, dass ich montags und freitags abends zum Sport gehe, dass ich mich einmal im Monat mit meinem Literasturkreis treffe und dass sonntagsabend der Tatort fest auf dem Programm steht.

Will ich an anderen Abenden einen Film schauen – wir haben nur einen Fernsehen – tritt das meist große Diskussionen los, aber alle wissen „Mama schaut am Sonntagabend Tatort und da fĂ€hrt kein Zug drĂŒber.“

Das ist planbar.

Ausreißer aus dem Alltag

Aber sind es nicht die kleinen Ausreißer aus dem Alltag, die unser Leben wĂŒrzen.

Und das Salz in der Suppe ist wohl, dass wir es eben nur selten tun und somit die Sehnsucht die Antriebskraft ist.

Bei den lĂ€stigen Dingen ist der Sieg ĂŒber den inneren Schubladen-Schweinehund die wahre Befriedigung.

WĂŒrden wir alles regelmĂ€ĂŸig erledigen, könnten wir dieses GefĂŒhl nicht genießen. Und wĂŒrden die schönen Augenblicke des Lebens zur RegelmĂ€ĂŸigkeit, ginge das Besondere verloren.

So kĂ€mpfe ich mit den Unannehmlichkeiten und sehne mich nach den Auszeiten, denn ich will alles hĂ€ufiger, aber bitte nicht regelmĂ€ĂŸig tun.

gabi

Landrat Dallinger im Interview zur Finanzlage: „Wir stehen vor vielen UnwĂ€gbarkeiten im Sozialetat.“


Kreistagssitzung am 11. Oktober 2011 in Edingen-Neckarhausen: Der Haushaltsentwurf 2012 wurde angenommen.

Guten Tag!

Edingen-Neckarhausen/Rhein-Neckar, 16. Oktober 2011 (red) Am vergangenen Dienstag tagte der Kreisrat in Edingen-Neckarhausen. Hauptthema: Der Haushaltsentwurf 2012. Landrat Stefan Dallinger (CDU) stellte den Haushalt in einer halbstĂŒndigen Rede vor: Oberstes Ziel ist die Reduzierung der Verschuldigung auf 100 Millionen Euro bis Ende 2015.

Von Hardy Prothmann

Insgesamt umfasst der Haushalt ein Volumen von rund 512 Millionen Euro fĂŒr das Jahr 2012 – rund 28 Millionen mehr als fĂŒr das Jahr 2011. Am Jahresende wird der Kreis voraussichtlich 115,5 Millionen Euro Schulden haben. Bis 2015 sollen der Schuldenstand auf 100 Millionen Euro gesenkt werden.

Landrat Stefan Dallinger, seit 2010 im Amt als Nachfolger von JĂŒrgen SchĂŒtz, hat erstmals „LeitsĂ€tze“ definiert. So sollen neben den gesetzlichen Aufgaben die Themenkomplexe Jugend und Soziales, Bildung, nachhaltige Finanzwirtschaft, Klimaschutz und Wirtschaftsförderung eine besondere Beachtung finden.

Der Kreisrat nahm den Entwurf an. Jetzt wird der Entwurf in den FachausschĂŒssen nochmals beraten und soll am 13. Dezember 2011 verabschiedet werden.

Landrat Dallinger betonte, dass ihm an einer finanziellen Entlastung der Kommunen gelegen sei, was in diesem und im kommenden Jahr auch durch höhere Steuereinnahmen und einer kleinen Senkung der Kreisumlage um 0,5 Prozentpunkte auf dann 31 Prozentpunkte auch möglich ist.

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Die SpielrĂ€ume sind nicht groß – vor allem im Sozialbereich gibt es „feste Kosten“ von knapp 162 Millionen Euro netto, ohne Personalkosten. In diesem Jahr wendet der Kreis erstmalig das neue Kommunale Haushalts- und Rechnungswesen an und startete mit einer „Eröffnungsbilanz“. Danach verfĂŒgt der Kreis ĂŒber ein Basiskapitalvermögen von 156,5 Millionen Euro – was wenig ist. Allerdings sind hier Immobilienwerte nicht eingerechnet, da diese an den Eigenbetrieb „Bau und Vermögen“ ausgegliedert sind. Das ist leider wenig transparent.

Im Rhein-Neckar-Kreis (RNK) leben rund 537.000 Menschen in 54 Kommunen – womit der RNK der einwohnerreichste Kreis Baden-WĂŒrttembergs und der fĂŒnftgrĂ¶ĂŸte in Deutschland ist.

Im Interview mit unserer Redaktion stellt Landrat Stefan Dallinger die Lage des Kreises aus seiner Sicht dar (Anm. d. Red.: „Wir bitten die leichte UnschĂ€rfe infolge technischer Probleme zu entschuldigen).

Wir dokumentieren außerdem die Rede des Landrats bei der Kreistagssitzung in Edingen-Neckarhausen:

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das Rheinneckarblog.de

Gabis Kolumne

Der KĂŒchengau und SpĂŒl-Nostalgien

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Guten Tag!

Rhein-Neckar, 10. Oktober 2011. RegelmĂ€ĂŸig gehen Dinge kaputt. Manches kauft man gleich wieder neu, andere Dinge braucht man nicht wirklich. Wenn aber die SpĂŒlmaschine kaputt geht – ist umgehendes Handeln angesagt. Ein Haushalt ohne SpĂŒlmaschine geht gar nicht, meint Gabi.

KĂŒchengau: Die SpĂŒlmaschine ist kaputt.

Letzte Woche gab meine GeschirrspĂŒlmaschine den Geist auf – nach 15 Jahren, ihr sei’s vergönnt -  sie hatte ein langes, bewegtes Leben.

„Oh, nein, du Arme“, hallte mir allerorts entgegen – in erster Linie von Frauen. Denn die SpĂŒlmaschine rangiert bei der Liste der Top Ten unter den HaushaltsgerĂ€ten, die dringend (!) notwendig sind, auf Platz 2, und zwar gleich nach der Waschmaschine. Der Verlust eines der SpitzenreitergerĂ€te ist eine Katastrophe.

Vielleicht ist dieser Verlust deswegen so besonders schmerzhaft, weil er uns zurĂŒck katapultiert in unsere Kindheit und Jugend, wo SpĂŒlmaschinen in Privathaushalte noch Mangelware waren. Kaum jemand unter 35 Jahren weiß noch, wie es ist, mit der Hand WĂ€sche zu waschen, aber im SpĂŒlen und Abtrocknen sind wir erfahren.

„Was haben meine Geschwister und ich uns gestritten, wenn’ s ums Abtrocknen ging“, erzĂ€hlt mir eine Freundin, und man merkt gleich, das sitzt tief in der Schublade der ungeliebten Erinnerungen.

Die guten alten Zeiten – eine SpĂŒl-Nostalgie

Und auch ich weiß von den sonntĂ€glichen Mittagessen bei meiner Großmutter zu berichten – bei uns war das Wunderding schon eingezogen – wenn das Sonntagsessen mit Suppe, Braten und Nachtisch fĂŒr mindestens sechs Personen im gemeinsamen Abwasch in der großelterlichen KĂŒche endete.

Gemeinsam, und das waren meine Großmutter, meine Mutter und ich. Der Großvater und mein Vater hatten sich zum verdienten Mittagsschlaf zurĂŒckgezogen, die alten Tanten saßen auf dem Sofa und blĂ€tterten Zeitschriften und mein kleiner Bruder saß vorm Fernsehen und glotzte Kinderstunde. Von Emanzipation brauchen wir also gr nicht reden.

NatĂŒrlich habe ich es gehasst, aber – und das ist jetzt nicht nur eine verklĂ€rte Erinnerung – wir drei „Frauen“ lachten und schwatzen viel und es entstand ein GemeinschaftsgefĂŒhl.

Deshalb rief ich am ersten Abend des Totalausfalls meine beiden Kinder und meinen Mann in die KĂŒche zum Abtrocknen. Meine Kinder, die Abtrocknen nur aus Urlauben kennen, wenn die Ferienwohnung nicht feudal ausgestattet ist, ergaben sich ihrem Schicksal und die Stimmung bekam sogar eine gewisse Leichtigkeit – wir lachten und schwatzten. Zumindest an diesem Abend.

Reparatur contra Neuanschaffung

In den nĂ€chsten Tagen – wir diskutierten noch ĂŒber Reparatur contra Neuanschaffung – verschlechterte sich die Stimmung rapide. „Ich hab’ doch erst gestern“ und „warum immer ich“ war die prompte Antwort sobald ich meinen Lieben ein Geschirrtuch in die Hand drĂŒcken wollte

Und auch mein Göttergatte, der zunĂ€chst die Haltung vertrat, das ist doch kein Beinbruch, wie viele Menschen haben keine SpĂŒlmaschine und ĂŒberhaupt in Afrika ñ€© und dementsprechend die ersten Tage wie ein Weltmeister abspĂŒlte (aber nicht abtrocknete, so dass sich in der KĂŒche das zwar saubere, aber nicht trockene Geschirr stapelte), schwĂ€chelte spĂ€testens am vierten Tag.

Am fĂŒnften Tag nach dem KĂŒchengau beschloss ich, jetzt reicht’s, ein neuer GeschirrspĂŒler muss her. Frei nach dem Motto „ich bin doch nicht blöd“ suchte ich den naheliegenden Elektrohandel auf und ließ mich beraten. Dort versicherte man mir – wen wundert’s – dass man nach 15 Jahren bestimmt nicht mehr ĂŒber eine Reparatur nachdenken sollte – ich hab’s ja gleich gewusst – und dass durch die Einsparung bei Strom und Wasser die Neuanschaffung quasi nahezu kostenlos sei. Denn immerhin hĂ€tte meine alte SpĂŒlmaschine so rund 30 Liter und die neue wĂŒrde nur noch 7 Liter pro SpĂŒlgang brauchen.

Vollintegriert oder Edelstahl? Newcomer oder bewÀhrte Marke?

Ehrlich, ich hab’s dem Herrn VerkĂ€ufer auch nicht schwer gemacht, mich von einem Neukauf zu ĂŒberzeugen. Mit der Modell- und Designauswahl tat ich mich deutlich schwerer: Vollintegriert oder mit Edelstahlfront. Besonders das Design eines schwedischen Newcomers hatte es mir angetan. Aber auch hier erwies sich der VerkĂ€ufer als sehr kompetent (oder geschĂ€ftstĂŒchtig) und klĂ€rte mich ĂŒber Vor- und vor allem ĂŒber Nachteile auf.

„Hier handelt es sich um ein Einsteigermodell, also nichts fĂŒr eine Familie mit Kindern. Die Maschine ist spĂ€testens nach fĂŒnf bis sieben Jahren fertig. Aber es ist natĂŒrliche ihre Entscheidung.“ Das bewĂ€hrte (und teuerere) Modell eines deutschen Herstellers pries er in höchsten Tönen und ĂŒberzeugte mich. „Da haben sie eine ausgezeichnete Wahl getroffen“, lobte er mich.

Letztlich unterschrieb ich glĂŒcklich meinen Kaufvertrag und als SahnehĂ€ubchen bestellte ich gleich den Montageservice dazu, inklusive Mitnahme des AltgerĂ€ts. Wohl wissend, dass mein Göttergatte wahrscheinlich sagen wĂŒrde, „aber Schatz, das hĂ€tten wir uns doch sparen können, eine SpĂŒlmaschine habe ich schnell eingebaut und das AltgerĂ€t kann zum Elektro-Schrott“.

Aber die harte RealitĂ€t sieht ja bekanntlich anders aus, so kann ein GeschirrspĂŒleinbau auch in einem handfesten Krach enden und die Altmaschine gammelt monatelang im Keller vor sich hin.

In drei Tagen ist es jetzt soweit, und mein schickes Edelstahlschnuckelchen zieht hier – inklusive minimalem Strom- und Wasserverbrauch – ein.

Seit dies meine Lieben wissen, habe ich die komplette SpĂŒlfunktion ĂŒbernommen und denke nostalgisch zurĂŒck an den einen Abend, als wir uns lachend und schwatzend den Abwasch geteilt haben.

gabi

Top-Thema „Missbilligungsantrag“

Guten Tag!

Heddesheim, 23. Dezember 2010. (red) Die Gemeinderatssitzung vom 22. Dezember 2010 stand ganz im Zeichen des „Missbilligungsantrags“ von CDU und FDP. Wie zu erwarten, stimmte auch die SPD dem Antrag zu, dessen Ziel die „soziale Ächtung“ des partei- und fraktionsfreien Gemeinderats Hardy Prothmann war. CDU, SPD, FDP und BĂŒrgermeister Kessler lehnten einen erweiterten Antrag Prothmanns ab, der das gesamte Gremium verpflichten sollte, respektvoller miteinander umzugehen.

In der Gemeinderatssitzung vom 22. Dezember 2010 informierte BĂŒrgermeister Michael Kessler den Gemeinderat ĂŒber den finanzwirtschaftlichen Zwischenbericht.

Die Gesamtverbesserung des Haushalts betrage 1.050.000 Euro, darin enthalten ist ein Plus bei den Gewerbesteuereinnahmen von 950.000 Euro. Die erwartete ZufĂŒhrung betrĂ€gt 2.700.000 Euro. Damit entstehe bei dem Vermögenshaushalt ein ÃƓberschuss von 3.200.000 Euro.

Die RĂŒcklagen in Heddesheim haben sich nun mit 2010 auf insgesamt 5.800.000 Euro summiert. Eine erfreuliche Entwicklung, befand der BĂŒrgermeister.

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung war die Förderung der Tagespflege fĂŒr Kleinkinder durch die Gemeinde Heddesheim.

Durch die Kinderkrippe fĂŒr unter DreijĂ€hrige, die TagesmĂŒtter, eine private Betreuungsgruppe und die PlĂ€tze fĂŒr unter DreijĂ€hrige im katholischen Kindergarten wird in Heddesheim fĂŒr ungefĂ€hr 30 Prozent der Kinder unter drei Jahren ein Tagesbetreuungsplatz angeboten.

2013 – Rechtsanspruch auf Betreuung.

Bis 2013 wurde vom Gesetzgeber vorgesehen, dass ein Rechtsanspruch auf Zuteilung eines Tagebetreuungsplatzes fĂŒr Kinder zwischen dem vollendeten ersten und dem dritten Lebensjahr besteht.

Einen großen Beitrag in dieser Entwicklung leisten laut Kessler die TagesmĂŒtter.

Durch die Bezuschussung der Kinderkrippen wurden die ElternbeitrĂ€ge geringer und die Krippen deutlich attraktiver. Damit entstehe aber ein großer Unterschied zu den ElternbeitrĂ€gen bei einer Betreuung durch Tagespflegepersonen.

Zudem sei die Förderung von TagesmĂŒttern fĂŒr die Gemeinde deutlich gĂŒnstiger als KrippenplĂ€tze, unterstrich der BĂŒrgermeister.

Als Pluspunkt bei der Betreuung durch TagesmĂŒtter bezeichnete der BĂŒrgermeister die grĂ¶ĂŸere FlexibilitĂ€t bei den Betreuungszeiten.

Mit einem Rechenbeispiel zeigte der BĂŒrgermeister, dass bei gleichem zeitlichen Betreuungsumfang von 10 Stunden eine Differenz der ElternbeitrĂ€ge von 1,12 ñ‚¬, die bei höherem Haushaltseinkommen auf bis zu 2,36 Euro steigen kann, zwischen der Kinderkrippe und der Tagespflege entstehe.

Deshalb stellte die Verwaltung der Gemeinde den Antrag, ab 1. MĂ€rz 2011 die örtliche Tagespflege fĂŒr Kleinkinder mit 1,50 Euro pro Betreuungsstunde zu fördern.

Eine Voraussetzung fĂŒr die Förderung durch die Gemeinde ist die regelmĂ€ĂŸige Betreuung des Kindes ĂŒber mehr als drei Monate und mehr als 15 Stunden wöchentlich.

Walter Gerwien (CDU) gab zu Bedenken, dass damit MĂŒtter, die im Niedriglohnbereich arbeiten und auf den Zuschuss angewiesen wĂ€ren, von der Förderung ausgeschlossen seien.

Kessler versprach, im Bedarfsfall darĂŒber nochmals zu beraten.

Merx (SPD) bezeichnete die Tagespflege als wichtigen Baustein im Mix der Kleinkindbetreuung.

Auch Ulrich Kettner (GrĂŒne) begrĂŒĂŸte den Antrag, verwies aber darauf, dass im Jahre 2013 ein erneuter Handlungsbedarf entstehen könne.

Der Antrag wurde bei einer Enthaltung angenommen, der Informationen zu den Betreuungsbedingungen bei TagesmĂŒttern vermisste. Zu den Bedenken Prothmanns zur VerlĂ€sslichkeit einer Betreuung durch TagesmĂŒtter, antwortete der BĂŒrgermeister, man könne dies nicht mit der VerlĂ€sslichkeit eines Krippenplatzes vergleichen, dafĂŒr wĂ€re aber die zeitliche FlexibilitĂ€t ein Plus.

Der Missbilligungsantrag.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war der Antrag der Gemeinderatsfraktionen der CDU und FDP zum Umgang im Gemeinderat. Weiter hieß es in dem Antrag, der Gemeinderat missbillige das Verhalten von Gemeinderat Hardy Prothmann in der Sitzung vom 18. November 2010.

Josef Doll fĂŒhrte in seiner ErklĂ€rung zum Antrag aus, dass Gemeinderat Prothmann mit zwei Äußerungen auf eine Anfrage von Frank Hasselbring (FDP), eine Grenze des persönlichen Umgangs miteinander ĂŒberschritten habe.

„Wir halten diese verbalen Entgleisungen und Äußerungen fĂŒr untragbar und sehen diese als bisherigen negativen Höhepunkt des Verhaltens von Herrn Prothmann in der Zeit seiner GemeinderatstĂ€tigkeit“, erklĂ€rte Doll.

In seinen weiteren AusfĂŒhrungen kritisierte Doll das demonstrative „Twittern“ wĂ€hrend der Sitzungen und warf damit dem Gemeinderat Prothmann ein Desinteresse an den Diskussionen vor.

Weiter wurden seine journalistische TĂ€tigkeit und die damit verbundenen Texte, die unter der Rubrik „GlĂ€serner Gemeinderat“ erscheinen, stark kritisiert. Damit befinde sich Prothmann „meistens an der Grenze des Justiziablen gegenĂŒber anderen Personen“, unterstrich Doll.

ÃƓber Jahrzehnte sei der Umgang im Heddesheimer Gemeinderat, zwischen den GemeinderĂ€ten untereinander und mit dem BĂŒrgermeister, von gegenseitigem Respekt geprĂ€gt gewesen.

Ein einzelner Gemeinderat habe diesen „zwischenmenschlichen Umgang“ innerhalb von eineinhalb Jahren durch sein Verhalten und seine Äußerungen stark beschĂ€digt.

„Wir distanzieren uns ausdrĂŒcklich davon, wie Herr Prothmann im Gemeinderat agiert“, heißt es weiter.

Frank Hasselbring bezeichnete in seiner ErklĂ€rung das Verhalten von Gemeinderat Hardy Prothmann als respektlos. Es diene nicht einer vernĂŒnftigen Auseinandersetzung. Der Gemeinderat habe ein klares Signal gegenĂŒber der Öffentlichkeit zu geben, dass er seine Aufgaben „anstĂ€ndig und in einer respektvollen Art“ verrichte.

Gemeinderat Hardy Prothmann unterstĂŒtzte in seiner ErklĂ€rung den Antrag von CDU und FDP zum Umgang im Gemeinderat grundsĂ€tzlich, stellte aber gleichzeitig einen erweiterten Antrag.

Darin forderte er den Gemeinderat auf, zu beschließen, dass der Heddesheimer Gemeinderat ausdrĂŒcklich jedwede Sanktionierung missbillige, die insbesondere Artikel 5 Grundgesetz (Meinungsfreiheit) widerspricht, dass der Gemeinderat anerkennt, dass der Sitzungsleiter BĂŒrgermeister Michael Kessler eine verantwortungsvolle Aufgabe hat und sich dieser bewusst ist, dass der Heddesheimer Gemeinderat auf eine gleichwertige Behandlung durch den Sitzungsleiter achtet und Ungleichbehandlung ausdrĂŒcklich missbillige.

Der ursprĂŒngliche Antrag der CDU und FDP solle demnach in der vorliegenden Form abgelehnt werden.

„In der Novembersitzung habe ich mich durch eine Frage von Herrn Hasselbring provozieren lassen. UnabhĂ€ngig vom Inhalt meiner Aussage stelle ich fest, dass meine Bemerkung nicht in dieses Gremium gehörte“, erklĂ€rte Prothmann vorab.

In seiner AntragsbegrĂŒndung hieß es, „ein vermeintlich souverĂ€ner Gemeinderat aus 23 Personen soll mit dieser Form des Antrags fĂŒr billiges Racheverhalten missbraucht werden“.

Prothmann fragte weiter, ob sich die CDU und FDP-Fraktionen sich moralisch fĂŒr so integer halten, dass sie jegliche Mitverantwortung fĂŒr die VerhĂ€ltnisse im Gemeinderat von sich weisen können und ein einzelnes Ratsmitglied fĂŒr alles verantwortlich machen.

„Oder suchen sie einen SĂŒndenbock?“, so Prothmann.

Hasselbring habe ihn in der vergangenen Sitzung provoziert und Doll habe ihn immer wieder, ohne das Wort zu haben, in seiner Redezeit unterbrochen. BĂŒrgermeister Kessler habe Gemeinderat Doll fĂŒr dieses Verhalten noch nicht mal ermahnt.

Prothmann verwies darauf, dass er von BĂŒrgermeister Kessler in einer nicht öffentlichen Sitzung als „ekelhaft“ bezeichnet wurde. Er fragte den BĂŒrgermeister, ob er dies „ebenfalls fĂŒr eine Beleidigung oder fĂŒr eine ganz normale Aussage“ halte.

BĂŒrgermeister Michael Kessler bestĂ€tigte die Aussage, verwies aber darauf, dass er sich dafĂŒr entschuldigt habe.

Die Frage von Herrn Hasselbring, ob er nun gut höre oder nicht, sei ungehörig, so Prothmann und er frage sich, was diese persönliche Frage in einer Gemeinderatssitzung suche und welchen Erkenntnisgewinn man sich damit erhoffe.

Prothmann erklĂ€rte, dass seine Taubheit auf einen Verkehrsunfall zurĂŒckzufĂŒhren sei.

Er erinnerte daran, dass Frank Hasselbring darĂŒber Kenntnis hatte, da Prothmann den Wunsch geĂ€ußert hatte sich im Gemeinderat „hörtechnisch“ besser zu platzieren.

Dieser Wunsch wurde Herrn Hasselbring, Herrn Doll, Herrn Merx und Herrn Kessler abgelehnt. Nur Herr Schuhmann habe ihn bestÀtigt.

Prothmann verwies darauf, dass er als partei- und fraktionsloses Ratsmitglied gegenĂŒber anderen GemeinderĂ€ten benachteiligt werde und auch keine Möglichkeit im Amtsblatt zu veröffentlichen.
Auf den Vorwurf seine journalistische TĂ€tigkeit als „GlĂ€serner Gemeinderat“ sei ein ungehöriges Verhalten machte Prothmann klar, dass 0,025 Prozent der Texte unter dem „GlĂ€sernen Gemeinderat“ verfasst wurden.

Auch Prothmann befand, „der Umgang im Heddesheimer Gemeinderat alles andere als wĂŒrdig fĂŒr dieses Gremium ist“, aber daran sei ganz sicher mehr als eine Person beteiligt.

Die Bemerkungen von Gemeinderat Hardy Prothmann in der vergangenen Sitzung bezeichnet Kessler „als den Tropfen, der das Fass zum ÃƓberlaufen gebracht habe“.

Gleichzeitig interpretierte der BĂŒrgermeister den Antrag der CDU und FDP auch als „Mahnung fĂŒr uns alle“.

Merx erklĂ€rte, auch die SPD-Fraktion missbillige das Verhalten von Gemeinderat Hardy Prothmann, aus FormgrĂŒnde, die er aber nicht erlĂ€uterte, habe sich seine Fraktion dem Antrag nicht angeschlossen. Man werde aber dafĂŒr stimmen.

„Die Provokationen kommen nicht nur von Hardy Prothmann“, unterstrich Martin Kemmet (CDU). „Ich spreche uns alle an, wir mĂŒssen aufeinander zu gehen“, so Kemmet weiter. Man dĂŒrfe jetzt nicht nur auf einen Menschen zeigen.

„Ein einzelner Gemeinderat soll gerĂŒgt werden“, damit sei der Antrag der CDU und FDP ĂŒber das Ziel hinausgeschossen, sagte Klaus Schuhmann (GrĂŒne). Er erinnerte auch daran, dass es sich bei Hardy Prothmann um ein demokratisch gewĂ€hltes Mitglied des Gemeinderats handle, der bei der vergangenen Wahl die meisten Stimmen auf der FDP-Liste bekommen habe.

Auch Andreas Schuster ermahnte, „das Kind nicht mit dem Bade auszuschĂŒtten“ und Hardy Prothmann kein „Outlaw-Etikett“ zu verpassen und ihn nicht zur „persona non grata“ zu erklĂ€ren.

„Ich halte das Hinterfragen von Sachen fĂŒr wichtig“, erklĂ€rte Schuster, deshalb habe sich auch mit dem „Twittern“ beschĂ€ftigt und dabei festgestellt, dass der Trend in die Richtung gehe, aus laufenden Sitzungen per „Twitter“ und weitere elektronische Möglichkeiten zeitgleich zu berichten. Das sei im Bundestag und anderen Gremien bereits normal.

„Ich möchte so eine Auseinandersetzung nicht“, bei der alle Schuld in eine Ecke gewiesen werde, sagte Ulrich Kettner (GrĂŒne). Auch er missbillige die Bemerkungen in der Novembersitzung von Hardy Prothman, verweise aber auch gleichzeitig auf die Zwischenrufe, die hĂ€mischen Bemerkungen, bewusstes Missachten und weghören, die das Verhalten einiger GemeinderĂ€te beschreiben.

Der SPD-Gemeinderat Lang unterstrich, dass er eindeutig das Verhalten von Hardy Prothmann missbillige. Die Kommentare im heddesheimblog bezeichnete Lang als „anonyme Hetzereien“, das sei eine „Dreckspatzigkeit“.

Er frage sich, ob der Antrag der CDU und FDP ĂŒberhaupt abstimmbar sei, so GĂŒnther Heinisch (GrĂŒne). Die Bemerkungen von Hardy Prothmann in der Novembersitzung seien nicht in Ordnung gewesen. Doch die Behauptungen im Antrag seien zu pauschal und zu wenig differenziert. Prothmann habe in der Vergangenheit wichtige und auch entscheidende Fragen gestellt.

„Wir sollten hier keinen Versailler Vertrag schließen, in dem die Kriegsschuld einem zugewiesen wird“, sagte Heinisch. „Ich bin nicht bereit, die Schuld einem Ratsmitglied zu geben“.

Er halte es fĂŒr kontraproduktiv, wenn Kollegen in dieser Form kritisiert wĂŒrden, so Martin Kemmet.

„Wie sie mit Worten und mit Menschen umgehen“, so etwas tue man nicht, sagte Gemeinderat Rainer Hege (CDU).

Im Anschluss an die kontroverse Diskussion ließ BĂŒrgermeister Michael Kessler die beiden AntrĂ€ge nacheinander abstimmen.

Mit 15 Stimmen und 5 Gegenstimmen der GrĂŒnen wurde der Antrag der CDU und FDP angenommen. Prothmann hatte zuvor die CDU und FDP und sich selbst fĂŒr befangen erklĂ€rt, weil dieser Antrag eindeutig einem poltischen Vorteil fĂŒr die Antragsteller diene und ihm einen Nachteil verschaffen solle. Gemeinderat Prothmann verließ den Tisch und stimmte nicht mit ab.

Der Antrag von Hardy Prothmann wurde mit 14 Gegenstimmen bei 6 Ja-Stimmen und einer Enthaltung abgewiesen.

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist verantwortlich fĂŒr das heddesheimblog sowie partei- und fraktionsfreier Gemeinderat.

Haushaltsplan 2010 beschlossen

Guten Tag!

Heddesheim, 26. Februar 2010. (red/pöl) Der Haushaltsplan fĂŒr das Jahr 2010 wurde durch den Gemeinderat in der Sitzung vom 25. Februar 2010 einstimmig beschlossen.

Die Haushaltssatzung hat ein Volumen von Einnahmen und Ausgaben von je 23.985.000 Euro. Im Verwaltungshaushalt sind es 20.472.000 Euro und im Vermögenshaushalt 3.513.000 Euro.

Der Gemeinderat hat einer Kreditaufnahme von 900.000 Euro zugestimmt, die im Laufe des Jahres abhÀngig von der Zinsentwicklung möglich sein soll.

Die HebesÀtze werden wie folgt festgesetzt: Grundsteuer A auf 300 v.H., Grundsteuer B auf 300 v.H. und die Gewerbesteuer auf 320 v.H.

Ebenfalls beschlossen wurde die AbwassergebĂŒhr, die 2010 stabil bei 1,60 Euro bleibt.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

(Anm. d. Red.: Wir werden morgen ausfĂŒhrlich berichten.)

Abrechnung mit den Stromfressern

Guten Tag!

Heddesheim, 05. Dezember 2009. Die Tester der Stiftung Warentest haben „Verbraucher“ unter die Lupe genommen – Stromverbraucher. Das klare Ergebnis zeigt – wer sich ĂŒber seine Waschmaschine freut, die seit 15 Jahren „ihre Runden“ dreht, akzeptiert einen viel zu hohen Stromverbrauch. Die Rechnung geht nicht auf: Neue Technik spart Strom und damit unterm Strich Geld.

Der grĂ¶ĂŸte „Verbraucher“ ist auf den ersten Blick einer der kleinsten: Die GlĂŒhbirne. Aber die „brennt“ ĂŒberall und in großer Zahl im Haushalt. Nach den Untersuchungen der Warentester sind die GlĂŒhbirnen zusammengerechnet der „Top-Stromfresser“. Die Testergebnisse belegen, dass bis zu 82 Prozent Kosten beim Einsatz von Energiesparlampen (die dazu eine höhere Lebensdauer haben) eingespart werden können.

Auf Platz zwei kommen KĂŒhl- und Gefrierkombinationen – hier gibt es ein Einsparpotenzial um 60 Prozent. Auf Platz drei stehen die WĂ€schetrockner, fast 50 Prozent lĂ€sst sich hier an Energie sparen.

Strommasten

Strommasten in Heddesheim. Bild: jop

Doch auch bei neuen GerĂ€ten sollte der Kunde nicht nur auf den Preis, sondern auch auf den „Verbrauch“ des GerĂ€ts achten.
Beispiel LCD-Fernseher: Hier kann ein GerĂ€t, das in der Bild-QualitĂ€t als „gut“ bewertet wurde, glatt doppelt so viel Strom verbrauchen, wie ein anderes, dass ebenfalls eine „gute“ BildqualitĂ€t hat.
Die Kalkulation: Kostet das stromgierige GerĂ€t 500 Euro und verbraucht 50 Euro im Jahr und das stromsparende 600 Euro, das aber nur 25 Euro Stromkosten verursacht, ist das „gĂŒnstige GerĂ€t“ ab dem 5. Jahr kein „SchnĂ€ppchen“ mehr, sondern lĂ€sst Jahr fĂŒr Jahr 25 Euro aus der Geldbörse einfach so verschwinden. Auf zehn Jahre gerechnet sind das (10×25) 250 Euro ohne das höhere Strompreise eingerechnet worden sind. Unterm Strich war das „SchnĂ€ppchen“ auf den ersten Blick 20 Prozent „gĂŒnstiger“, ĂŒber die Nutzungsdauer gesehen aber knapp 30 Prozent teurer (250 Euro Stromersparnis-100 Euro Kaufpreisersparnis=150 Euro).

Strom ist fĂŒr fast alle Haushalte einerseits ein echter Kostenfaktor. Andererseits bieten sich hier auch hohe Einsparpotenziale. So ist der Stromverbrauch von 1996 bis 2005 um 11,5 Prozent gestiegen, obwohl moderne GerĂ€te weniger Strom verbrauchen. GrĂ¶ĂŸere GerĂ€te oder ZweitgerĂ€te haben den Verbrauch gesteigert.

Deshalb rĂ€t die Stiftung, den eigenen Verbrauch zu analysieren. Jeder „Fall“ ist individuell. Familien (WĂ€schetrockner) haben andere BedĂŒrfnisse als Singles (vielleicht technikverliebt) oder Heimarbeiter (Computer, Telekommunikation). Wer hohe VerbrĂ€uche hat, sollte deshalb die Anschaffung einer Solaranlage ĂŒberlegen.

Alle Ergebnisse lesen Sie im Testbericht der Stiftung Warentest.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

53.500 Euro ĂŒberplanmĂ€ĂŸige Ausgaben

Guten Tag!

Heddesheim, 20. November 2009. Wegen BaumfÀllarbeiten und Kanalreparaturen fielen 53.500 Euro Mehrausgaben. Diese konnten durch Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer gedeckt werden.

Im Haushalt 2009 waren insgesamt 18.500 Euro fĂŒr BaumrĂŒckschnitte eingeplant. Nach einem aktuellen Baumgutachten mĂŒssen 18 von 46 untersuchten BĂ€umen sofort gefĂ€llt werden. Bei weiteren 26 BĂ€umen ist Totholzentfernung und/oder ein KronenrĂŒckschnitt notwendig, da diese BĂ€ume relativ nah an öffentlichen Wegen stehen. Die notwendigen Arbeiten summierten sich auf 56.000 Euro, also rund 37.500 Euro mehr als ursprĂŒnglich geplant.

In der Werderstraße war ein tiefliegender Kanal vor lĂ€ngerer Zeit unbemerkt gerissen. Dadurch kam es zu AusspĂŒlungen unter der Fahrbahn. Der Schaden wurde innerhalb fĂŒnf Tagen, teils durch Nachtarbeit behoben. FĂŒr die Reparatur wurden 16.000 Euro fĂ€llig.

Redaktion heddesheimblog