Montag, 26. August 2019

Zukunft es Schulstandorts Heddesheim/Hirschberg

Trend zur Gemeinschaftsschule?

Heddesheim/Hirschberg/Rhein-Neckar, 31.10.2012 (red/ld) Individualisiertes Lernen könnte die Zukunft fĂŒr den Schulstandort Heddesheim-Hirschberg sein. Die Gemeinden und die Eltern möchten die Schule vor Ort behalten. Angesichts der sinkenden SchĂŒlerzahlen in den Werkrealschulen ist aber fraglich, ob sie in dieser Schulform lange ĂŒberleben wird. Individuelles Lernen und die Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule könnte eine Chance sein. Eltern und BĂŒrger sind skeptisch.

Von Lydia Dartsch

Der Trend der geschlossenen Werkrealschulen lĂ€sst sich nicht stoppen. Endrick Ebel vom Staatlichen Schulamt in Mannheim erklĂ€rt den etwa 40 Anwesenden am 24. Oktober in Heddesheim die Situation, wie sie ĂŒberall im Land anzutreffen ist:

Unsere Versuche, die Entwicklungen aufzuhalten oder umzukehren, sind gescheitert

Von ursprĂŒnglich 120 Werkrealschulen in der Rhein-Neckar-Region gibt es aktuell nur noch 80. Ebel spricht von einem Schulsterben (siehe Bericht vom 23.10.2012). Grund dafĂŒr ist zum Einen der demografische Wandel, durch den die SchĂŒlerzahlen seit 30 Jahren zurĂŒckgehen.

Zum anderen verstÀrkt die fehlende Grundschulempfehlung diesen Trend vor allem bei den Hauptschulen. Das Schulsystem entwickle sich von einem dreigliedrigen in ein zweigliedriges Schulsystem, hat Ebel beobachtet:

Es wird versucht, möglichst viele Abiturienten hervorzubringen.

So kĂ€men 35 Prozent der Abiturienten mittlerweile aus beruflichen Gymnasien, nachdem sie zuerst eine Realschule abgeschlossen hatten. Denn immer mehr Eltern meiden die Werkrealschulen: Der Ruf der Hauptschule und Zweifel an der GĂŒte der Mittleren Reife an einer Werkrealschule sind schuld daran. Zwar sollte es keinen Unterschied zwischen den Schultypen geben. Die Eltern erleben das aber anders und entscheiden sich deshalb lieber gleich fĂŒr die Realschule – oder das Gymnasium. In Heddesheim-Hirschberg gilt der Trend noch nicht. Herr Ebel befĂŒrchtet aber, dass es frĂŒher oder spĂ€ter auch die Karl-Drais-Schule treffen wird und sie geschlossen werden muss.

Lieber lÀnger gemeinsam lernen

Auch in Hirschberg gab es einen Informationsabend fĂŒr Eltern. BĂŒrgermeister Manuel Just sagte auf Anfrage, dass es ihm zuerst um die Einbindung der Eltern, SchĂŒler und Lehrer gehe. Er sei fĂŒr alle Möglichkeiten offen, also einerseits eine Gemeinschaftsschule mit Heddesheim, aber auch ohne die Nachbargemeinde. Und es könne sich auch herausstellen, dass nur noch die Grundschule in Hirschberg verbleibt: „Wir mĂŒssen alle Optionen vernĂŒnftig prĂŒfen.“ Aus seiner Sicht sei eine Gemeinschaftsschule sinnvoll, aber nicht um jeden Preis und nicht ohne solide Zukunftsaussichten. FĂŒr eine Gemeinschaftsschule mĂŒsse ein zuverlĂ€ssiges pĂ€dagogisches Konzept erarbeitet werden, eine MindestschĂŒlerzahl sei Voraussetzung. Der Vorteil seien das lĂ€ngere gemeinsame Lernen und ein Schulstandort vor Ort. An einer Gemeinschaftsschule könnten auch FĂ€cher wie Latein unterrichtet werden.
Durch den Wegfall der Grundschulempfehlung habe sich die Situation grundlegend verĂ€ndert, zur Zeit gebe es gerade noch genug SchĂŒler – aber die Tendenz sei klar, die SchĂŒlerzahlen werden schon in den kommenden Schuljahren nicht mehr fĂŒr eine Werkrealschule reichen. In Hirschberg nahmen rund 50 Personen an der Informationsveranstaltung teil.

Eine Gemeinschaftsschule könnte den Schulstandort Hirschberg-Heddesheim sichern, schlĂ€gt Ebel vor und berichtet aus seiner Erfahrung, dass die 42 Gemeinschaftsschulen in Baden-WĂŒrttemberg gerade einen SchĂŒlerzulauf erleben. Eine Karl-Drais-Gemeinschaftsschule wĂŒrde bedeuten, dass die Kinder entweder ab der ersten oder der fĂŒnften Klasse bis zur zehnten Klasse zusammen auf die Schule gehen, ohne Unterschied ihres Lernniveaus. FĂŒr die SchĂŒler in Heddesheim-Hirschberg hieße das, sie könnten dann weiter in den Gemeinden auf die weiterfĂŒhrenden Schulen gehen, ungeachtet ob sie Abitur, Mittlere Reife oder den Hauptschulabschluss machen.

Jedes Kind soll den bestmöglichen Abschluss erreichen, findet Ebel. Zwar gibt es weder Noten, noch bleiben Kinder sitzen. Es finden aber Leistungskontrollen statt, um festzustellen, wie schnell die SchĂŒler in dem jeweiligen Fach vorankommen. Entsprechend ihrer Leistungen wĂŒrden sie dann gefördert und sich in den letzten Schuljahren gezielt auf einen Abschluss vorbereiten. Nach der zehnten Klasse wechseln die AbiturschĂŒler in die zehnte Klasse des Gymnasiums und machen dort ihr (neunjĂ€hriges) Abitur.

Lieber lernen durch Erfolgserlebnisse

Alle SchĂŒler werden individuell gefördert. Sie gehen gemeinsam in eine Klasse ungeachtet ihres Lernniveaus. Rektor Jens Drescher hat auch schon eine Idee, wie das aussehen könnte. So hat er sich Anregung von der Schule BĂŒrglen, in der Schweiz, geholt, die ihre SchĂŒler seit einiger Zeit in LernbĂŒros unterrichtet. Der Film „Individualisierung – das Geheimnis erfolgreicher Schulen“ von Reinhard Karl zeigt wie es dort zugeht: Dort werden die SchĂŒler angeleitet, selbstĂ€ndig zu lernen, ohne den traditionellen Frontalunterricht.

Wer Fragen hat, kann Lehrer ansprechen oder MitschĂŒler und sich den Stoff erklĂ€ren lassen. In dieser „Lernlandschaft“, wie es die Schule nennt, arbeiten 64 SchĂŒler und 4 Lehrer gemeinsam an dem Stoff. Die Lehrer im Film zeigen sich begeistert, die Kinder lernten SelbstĂ€ndigkeit und kĂ€men mit der ArbeitsatmosphĂ€re gut klar. Es gebe weniger Störer und auch außerhalb der Schule weniger Randalierer.

Ein LernbĂŒro gibt es auch schon an der Karl-Drais-Schule. Er habe damit bisher gute Erfahrungen gemacht, erklĂ€rt Rektor Drescher und erklĂ€rt die Idee dahinter. Das bestehende System frustriere die SchĂŒler. Jeder SchĂŒler habe in der gleichen Zeit den gleichen Stoff zu lernen, sonst bleibt er sitzen und muss schließlich ein Schulniveau nach unten wechseln. Das GefĂŒhl, an dem Lernstoff und der Schule zu versagen, frustriere und macht ihnen keine Lust, zu lernen. Außerdem vernachlĂ€ssige das bestehende System, dass SchĂŒler unterschiedliche FĂ€cher unterschiedlich schnell lernen:

Das Kind kommt beispielsweise in Englisch gut mit, hat aber Schwierigkeiten in Mathe.

Die Kinder haben Erfolgserlebnisse in der Gemeinschaftsschule und sieht Rektor Drescher eine bessere Chance – fĂŒr alle SchĂŒler:

Lernen funktioniert nur durch Erfolg.

Das stĂ€rke das SelbstwertgefĂŒhl der SchĂŒler und ihre Motivation in die Schule zu gehen. Erste Schritte habe er bereits gemacht sagt er und zeigt sich begeistert von seinen Erfahrungen mit dem LernbĂŒro. Darin plane jeder SchĂŒler seine Lernziele individuell mit den Lehrern. Gleichzeitig finde eine kontinuierliche Elternberatung statt, in der die Lehrer RĂŒckmeldung ĂŒber die individuelle Lern- und Leistungsentwicklung ihrer SchĂŒler geben.

Versuchslabor Kind?

Gemurmel ist aus den Reihen der Eltern zu hören, als Drescher und Ebel vorschlagen, die Karl-Drais-Schule zur Gemeinschaftsschule umzuwandeln, mit Grundschule oder ohne. „Versuchslabor Kind“, ist als Kommentar zu hören. Die Anwesenden fragen nach:

  • Wie ist es mit der Lehrerausbildung?
  • Welche Lehrer unterrichten?
  • Richtet sich die Lehrerabdeckung nach den Grundschulepfehlungen?
  • Gibt es dann eine Bestandsgarantie fĂŒr die Gemeindeschule?
  • Was sind die Alternativen?

„Alles andere ist besser als so, wie es jetzt ist. Ich weiß nicht, wie sie es umsetzen wollen“, sagt Andrea Robers, ElternbeirĂ€tin. Eine andere Mutter ist begeistert:

Ich sehe das als Chance. Ich bin ein großer Freund von gemeinsamen Lernen.

Aber auch skeptische Stimmen sind zu hören: „Wir brauchen noch mehr Informationen. Wir können uns das kaum vorstellen, wie das funktioniert“, findet eine Besucherin und eine andere berichtet:

Mein Enkel macht gar nichts selbstÀndig. Den muss man immer erst anschubsen, damit er was macht.

Die Werkrealschule ist „angezĂ€hlt“

Es mĂŒssen Lehrer aller Schulen an einer solchen Gemeinschaftsschule unterrichten, antwortet Ebel. Um den Bedarf an Lehrern zu decken, wĂŒrden Stellen ausgeschrieben und die bestehenden Lehrer könnten in Fortbildungen an der neuen Lehrmethode ausgebildet werden. Bisher seien die Reaktionen von Lehrern und Eltern auf den Vorschlag gemischt, berichtet Drescher. FĂŒr die Option, an dem bestehenden festzuhalten, sieht Ebel aber keine Zukunft:

Wenn genĂŒgend SchĂŒler angemeldet werden, geht das. Noch ist das zwar der Fall. Aber meine Erfahrung zeigt, das hat keinen Sinn.

Eine Entscheidung ob die Gemeinschaftsschule kommt, soll es erst im Herbst 2013 geben. „Um die weiterfĂŒhrenden Schulen am Ort zu behalten, muss man sich frĂŒh auf den Weg machen, um ein Alleinstellungsmerkmal zu haben“, erklĂ€rt Ebel. Dazu mĂŒssen sich Eltern, Lehrer und die Stadt zuerst einigen und einen Antrag fĂŒr die Gemeinschaftsschule stellen. Dann brauche es etwa zwei Jahre Entwicklungszeit.

Im November soll daher zunĂ€chst eine Besichtigungsfahrt an eine bestehende Gemeinschaftsschule stattfinden. Im FrĂŒhjahr 2013 soll die Diskussion dann in die heiße Phase ĂŒbergehen und im Herbst zu einer Entscheidung aller Beteiligten fĂŒhren. Rektor Drescher hofft auf die Gemeinschaftsschule und auf Leben in den SchulgĂ€ngen:

Es tat mir als Schulleiter weh, als ich vor den Sommerferien durch die GÀnge gelaufen bin, und diese gÀhnende Leere gesehen habe.

Problemfall Hauptschule

Immer mehr Haupt- und Werkrealschulen schließen sich mit anderen Schulen zusammen

Überall im Kreis stehen Hauptschulen vor dem Aus oder eine Fusion oder…. Die frĂŒhere Johannes-Kepler-Schule wurde unter der CDU-Regierung zu einer gemeinsamen Werkrealschule Karl-Drais mit Heddesheim und Hirschberg. Was aktuell unter GrĂŒn-Rot aus der Schule wird, ist unklar. Vielleicht einfach nur Geschichte.

 

 

Rhein-Neckar, 23. Oktober 2012. (red/ld) Abstellgleis Hauptschule – Aufstiegsgarant Gymnasium? Mit der Abschaffung der verpflichtenden Grundschulempfehlung bleiben den Haupt- und Werkrealschulen in der Region die SchĂŒler weg. Wenn auch im jahrgangsĂŒbergreifenden Unterricht keine Klasse mehr zusammen kommt, bleibt nur noch, sich mit einer Nachbargemeinde zusammen zu schließen: Heddesheim und Hirschberg haben es schon getan, Edingen-Neckarhausen und Ilvesheim haben sich mit Ladenburg zusammengeschlossen. Am Ende des laufenden Schuljahres wird sich die Weinheimer Karrillonschule mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Schulzentrum zusammen schließen.

Von Lydia Dartsch

Je höher der Schulabschluss, desto besser die Job- und Ausbildungschancen. Diese Rechnung geht fĂŒr viele Eltern und ihre Kinder auf. Entsprechend bange warteten sie bisher auf die Zeugnisse der vierten Klasse:

Bloß nicht auf die Hauptschule!,

war fĂŒr viele die Hoffnung. Seit diesem Schuljahr können Eltern und SchĂŒler frei wĂ€hlen und sie wĂ€hlen vermehrt die höheren AbschlĂŒsse, wie die Mittlere Reife oder das Abitur. FĂŒr die Haupt- und Werkrealschulen ist das ein großes Problem: Ihnen fehlen die SchĂŒler, um noch Klassen bilden zu können. 28 SchĂŒler sind die Mindestvoraussetzungen fĂŒr eine Klasse. Reichen die SchĂŒler eines Jahrgangs dafĂŒr nicht aus, können die Schulen noch zwei JahrgĂ€nge zusammen legen, die dann gemeinsam unterrichtet werden. Doch in vielen Gemeinden in der Region gibt es auch fĂŒr diese Lösung nicht genĂŒgend SchĂŒler.

„Es ist ein Schulsterben. Das will niemand wahrhaben.“

Schulen zusammenschließen bleibt die letzte Lösung fĂŒr das Problem. In den Gemeinden werden Schulen ganz geschlossen:

Das ist eindeutig ein Schulsterben,

schildert Endrik Ebel vom Staatlichen Schulamt in Mannheim, das wolle nur niemand wahrhaben. Allein in Heidelberg ist die Zahl der Haupt- und Werkrealschulen in den letzten zehn Jahren von vier auf zwei gesunken. In den letzten Jahren haben sich Edingen-Neckarhausen und Ilvesheim mit der Werkrealschule Unterer Neckar in Ladenburg zusammengeschlossen. Die SchĂŒler aus Heddesheim mĂŒssen seit einiger Zeit nach Hirschberg (und umgekehrt) zum Unterricht fahren und ab nĂ€chstem Herbst gehts fĂŒr die SchĂŒler der Karillon-Schule zum Unterricht ins Dietrich-Bonhoeffer-Schulzentrum. Das hatte die Stadtverwaltung im Juli bekannt gegeben.

RĂŒcklĂ€ufig sind die SchĂŒlerzahlen zwar schon seit 30 Jahren. An den Hauptschulen wird der RĂŒckgang nun auch durch die Abschaffung der Grundschulempfehlung verstĂ€rkt. Die Entscheidung zur Zusammenschließung von Schulen treffe der SchultrĂ€ger, erklĂ€rt David Hager-Mann, Leiter des Staatlichen Schulamtes: „Das ist ein organischer Vorgang. Wenn einer den Eindruck hat, dass es so nicht mehr weiter geht, spricht man miteinander.“ Meistens suche die Schule das GesprĂ€ch mit der Gemeinde.

Höherer Abschluss = bessere Jobchancen?

Der Grund fĂŒr die Wahl der Eltern ist die Angst der Eltern, ihre Kinder mit einer Anmeldung an der Hauptschule auf das soziale Abstellgleis zu rangieren. Ebel sieht darin eine Begleiterscheinung einer sich entwickelnden Wissensgesellschaft:

In den LĂ€ndern der Wissensgesellschaft streben die Eltern fĂŒr ihre Kinder möglichst hohe BildungsabschlĂŒsse an. Die meisten schaffen das auch.

Zumindest in den NachbarlĂ€ndern sei das der Fall. Das gegliederte Schulsystem in Deutschland aber verschĂ€rft die Bedingungen fĂŒr den sozialen Aufstieg: „Da werden die Qualifikationen schon sehr frĂŒh sichtbar. Die Kinder werden schon von vorneherein abgestempelt. Das fĂŒhrt zu gesellschaftlicher Ungleichheit.“

Doch nicht jeder, der in der fĂŒnften Klasse aufs Gymnasium geht, bekommt auch das Abitur: „Wenn das Kind nicht mit dem Stoff mitkommt, geht es runter von der Schule“. erklĂ€rt Ebel: Vom Gymnasium auf die Realschule, von der Realsschule auf die Hauptschule. Die ĂŒbrigen Haupt- und Werkrealschulen könnten spĂ€testens dann an ihre Grenzen stoßen: „Wenn es keine Hauptschulen mehr gibt, wird es lustig“, meint Ebel.

Bessere Möglichkeiten an Gemeinschaftsschulen

An Gemeinschaftsschulen könnten Kinder individuell gefördert werden, ist sich Ebel sicher. Das ist im bestehenden Schulsystem nicht möglich: „Die Kinder lernen in unterschiedlichen FĂ€chern auf unterschiedlichen Niveaus“, erklĂ€rt Ebel. Gemeinschaftsschulen können diese Niveauunterschiede auffangen und „aus möglichst vielen SchĂŒlern möglichst viel herausholen“, wie es Ebel sieht. Das wollen auch die Eltern. So verzeichnet die bisher einzige Gemeinschaftsschule der Region in Bammental seit fĂŒnf Jahren einen bemerkenswerten SchĂŒlerzuwachs: „Dort haben sich die SchĂŒlerzahlen verdreifacht“, zeigt sich Ebel begeistert. Dort hĂ€tten die Eltern gemerkt, dass individualisiertes Lernen möglich sei, „und das, obwohl sie nur eine Werkrealschule sind“, so Ebel.

Wie geht es weiter mit den Werkrealschulen? Über die Zukunft des Standorts Heddesheim informiert die Gemeinde heute Abend in der Aula der Karl-Drais-Schule. In Weinheim wird der Zusammenschluss der Schule voran gehen. Die Schulleitung hat bisher nicht auf unsere Anfrage reagiert.

Starke Belastung fĂŒr SchĂŒler und Eltern

Guten Tag!

Heddesheim, 12. Februar 2010. Die Grundschulempfehlung: FĂŒr die, bei denen es „passt“, ist alles in Ordnung. FĂŒr die anderen kann sie ein Drama werden. Bis zum 4. MĂ€rz 2010 werden in Baden-WĂŒrttemberg wieder die Briefe versandt, die ĂŒber die schulische und damit vielleicht auch berufliche Zukunft der Kinder entscheiden.

Kommentar: Sabine Prothmann

Im föderalen System der Bundesrepublik Deutschland können ein paar Kilometer entscheidend sein, ob die Eltern oder die Lehrer die Entscheidung treffen, auf welche Schule ihr Kind geht: Hier in Baden-WĂŒrttemberg bestimmt die Schule auf Basis des Halbjahreszeugnisses, im benachbarten Hessen ist die verbindliche Empfehlung abgeschafft.

Absurd: Verbessert sich das Kind in der zweiten HĂ€lfte des vierten Schuljahres, spielt das keine Rolle mehr.

Ist das Kreuz aus der Sicht der Eltern nicht an der richtigen Stelle, geht ein Kampf David gegen Goliath, sprich Eltern gegen die Entscheidung der Schule los.

Wenn Eltern mit der Grundschulempfehlung nicht einverstanden sind, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sie nehmen das Beratungsverfahren in Anspruch oder sie melden ihr Kind gleich zur AufnahmeprĂŒfung an, was sie auch noch nach dem Beratungsverfahren machen können.

In diesem Verfahren werden mehrere Kinder von einer Beratungslehrerin getestet, die zwei verschiedene allgemeine Begabungstests durchfĂŒhrt. Diese sind landesweit einheitlich festgelegt und nach den vorgegebenen Normen ausgewertet werden.

Nach einem BeratungsgesprĂ€ch mit den Eltern tagt die Klassenkonferenz gemeinsam mit dem Beratungslehrer, der stimmberechtigt ist, und beschließt die „Gemeinsame Bildungsempfehlung“. Entspricht die Empfehlung den Vorstellungen der Eltern, so können sie ihr Kind an der gewĂŒnschten Schule anmelden. Ist dies nicht der Fall, können sie sich entscheiden, ob sie ihr Kind zur AufnahmeprĂŒfung anmelden wollen.

Die Aufgaben fĂŒr die AufnahmeprĂŒfung werden zentral vom Kultusministerium – auf der Grundlage des Bildungsplanes der Grundschule und unter Einbeziehung von Lehrerinnen und Lehrern aller betroffenen Schularten – gestellt. Damit werden sowohl die Voraussetzungen der abgebenden Schulart als auch die Erwartungen der aufnehmenden Schularten berĂŒcksichtigt.

Die PrĂŒfung besteht aus einem schriftlichen und einem mĂŒndlichen Teil.

Sollte das Kind den Durchschnitt fĂŒr die gewĂŒnschte Schulart nach der schriftlichen PrĂŒfung (3,0 fĂŒr die Realschule, 2,5 fĂŒr das Gymnasium) nicht erreicht haben, so wird eine mĂŒndliche PrĂŒfung durchgefĂŒhrt. Die Leistungen fĂŒr die schriftliche und mĂŒndliche PrĂŒfung zĂ€hlen je zur HĂ€lfte.

ÃƓber Sinn oder Unsinn des Systems sowie ĂŒber das dreigliedrige Schulsystem kann man unterschiedlicher Meinung sein.

Man sollte sich aber auf alle FĂ€lle bei einem Widerspruch gegen die Schulempfehlung darĂŒber im Klaren sein, dass eine AufnahmeprĂŒfung fĂŒr das Kind und auch die Familie durch das bĂŒrokratische Verfahren eine starke Belastung darstellt.

Welche Schule ist die richtige fĂŒr mein Kind?

Guten Tag!

Heddesheim, 12. Februar 2010. Diese Frage stellen sich dieser Tage wieder viele Eltern in Baden-WĂŒrttemberg. Bis zum 26. Februar 2010 finden die InformationsgesprĂ€che mit den Klassenlehrern statt und bis zum 4. MĂ€rz werden die Grundschulempfehlungen versandt. Die RĂŒckmeldung der Eltern zur Grundschulempfehlung muss bis zum 11. MĂ€rz 2010 erfolgen.

Der Trend zum Gymnasium ist nach wie vor hoch. Fast die HĂ€lfte der SchĂŒler erhalten eine entsprechende Empfehlung. Haupt- und Realschule liegen fast gleichauf. Aber: WĂ€hrend nur jedes fĂŒnfte deutsche Kinder von der Grund- auf die Hauptschule wechselt, ist es jedes zweite Kind aus Familien mit Migrationshintergrund.

Auf der Seite des statistischen Landesamts können Sie dazu einen ausfĂŒhrlichen und interessanten Text lesen: Grundschulempfehlung und Elternwunsch – nicht immer stimmen sie ĂŒberein.

Nachfolgend finden Sie eine Auflistung der Informationsabende (sind auch im Terminkalender eingetragen) von Gymnasien und Realschulen, die gut von Heddesheim aus zu erreichen sind:

Carl-Benz-Gymnasium, Ladenburg
24. Februar, 17.30 Uhr
Realschulstr. 4
Ladenburg

Geschwister-Scholl-Gymnasium, Vogelstang
16. MĂ€rz, 19:00 Uhr
Mecklenburger Str. 62
Mannheim, Vogelstang

Lessing-Gymnasium, Mannheim
12. MĂ€rz, 19:00 Uhr
Josef-Braun-Ufer 15-16
Mannheim

Karl-Friedrich-Gymnasium, Mannheim
18 MĂ€rz, 19:00 Uhr
Roonstr. 4-6
Mannheim

Integrierte Gesamtschule Herzogenried Mannheim
10. MĂ€rz, 18.30 Uhr
Herzogenriedstraße 50
Mannheim

Ludwig-Frank-Gymnasium, Mannheim
9. MĂ€rz, 19:00 Uhr
KĂ€fertaler Str. 117 – 127
Mannheim

Merian Realschule, Ladenburg
10. MĂ€rz, 17:00 Uhr
Heidelberger Str. 20
Ladenburg

Tulla-Realschule, Mannheim
17. MĂ€rz, 18.30 Uhr
Tullastr. 25
Mannheim

Geschwister-Scholl-Realschule, Vogelstang
13. MĂ€rz, 11:00 Uhr
Mecklenburgerstr. 62
Mannheim

Einen schönen Tag wĂŒnscht
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