Montag, 27. Januar 2020

H21 – Der Bahnhof, den offenbar keiner finden soll


heddesheimhirschberg

Nach "langer" Fahrt gefunden: Der Bahnhof Heddesheim/Hirschberg. Bild: heddesheimblog.de

Guten Tag!

Heddesheim, 09. Dezember 2010. Wie man einen „Ortsfremden“ quĂ€lt? Man schickt ihn an einen vermeintlich einfach zu erreichenden Ort. Findet er diesen nicht, entstehen GesprĂ€che wie dieses: „Suchen Sie was bestimmtes? Sie sind ja offenbar nicht von hier“ – „Ja, ich such den Bahnhof“. Was folgt ist die Untertreibung des Jahrhunderts: „Der ist gleich da vorne, bisschen schlecht beschildert.“ Gar nicht beschildert trifft es wohl besser.

Von Christian MĂŒhlbauer

Ja, Navigationssysteme gehören heute zum Standard in allen Fahrzeugen. Ich hab auch eins. Leider etwas Ă€lter. Aber die großen Straßen kennt das gute StĂŒck.

Die Redaktion beauftragt mich: „Fahr zum Bahnhof Heddesheim und fotografier das neue Bahnhofsschild.“ Wir hatten keine Zeit fĂŒr den Pressetermin vor ein paar Tagen.

Ich fahre los. „Kann ja nicht so schwer werden, den Bahnhof zu finden“, denke ich.

Das Navi packe ich gar nicht erst aus. Die Wegbeschreibung meines Chefs klingt schließlich einfach. Immer der „Hauptstraße“ nach in Richtung Hirschberg. Irgendwann ganz spĂ€t kommt ein Kreisverkehr, da musst du dann raus. Ist sicher beschildert.

Klingt perfekt. Immer geradeaus fahren, rein in den Kreisverkehr, Schilder kucken, Ausfahrt „Bahnhof“ nehmen. Selbst wenn man auf Anhieb nicht alle Schilder lesen kann: Kein Problem, dann fĂ€hrt man einfach nochmal im Kreis herum.

Zonk…

Als der Kreisverkehr naht, wĂ€hne ich mich bereits an meinem Ziel. Abfahrt 1, 2 oder 3. Die Auswahl ist ja wirklich nicht groß. Die Schilder der ersten Ausfahrt bieten schon mal keinen Bahnhof an. Ok. An der zweiten Ausfahrt dasselbe. „Super“ ist mein erster Gedanke, dann kanns ja nur noch die Nummer 3 sein. Ein Blick auf die Schilder zeigt: Keins zum Bahnhof.

Ich entschließe mich trotzdem, die dritte Ausfahrt zu nehmen. Da unten sieht es ruhig aus. Da kann ich auch anhalten und das NavigationsgerĂ€t in Ruhe einschalten. Eine Adresse habe ich natĂŒrlich nicht dabei. Aber es gibt ja internetfĂ€hige Handys. Am Bundesbahnhof 2, so das nĂŒchterne Suchergebnisse fĂŒr „Bahnhof Heddesheim Adresse“.

Ich tippe sie ins Navi ein: „Bitte wenden Sie!“. Aha. Gut, dass ich nicht blind auf die allmĂ€chtige Stimme vertraue. Das Navi zeigt an, dass ich 100 Meter zurĂŒckfahren soll. Laut der Karte ist da auch das Ziel. Ein kurzer Blick durch die Heckscheibe bestĂ€tigt mir: Nein, das kann nicht richtig sein.

Heddesheim 21 – Ist der Bahnhof unterirdisch?

„Ok, denke ich mir. Probierst du es eben mit ner anderen Hausnummer.“ Muss ja wohl direkt daneben liegen. Der Prozessor des Navis werkelt sich erneut halbtot. Die Karte wird angezeigt. Ich traue meinen Augen nicht.

Die Zielmarkierung und „mein Fahrzeug“ liegen ĂŒbereinander. Im selben Augenblick ertönt mein Navi: „Sie haben ihr Ziel erreicht“. Tatsache? Weit und breit kein Bahnhof.

Ob Heddesheim ĂŒber einen unterirdischen Bahnhof verfĂŒgt? Nunja, das Thema dĂŒrfte in Baden-WĂŒrttemberg erstmal durch sein. Mein Blick schweift in die Ferne, als ich plötzlich so ein Ding sehe.

Sie wissen schon. Gleis-Signalanlagen.

Ha! Da vorne muss also irgendwie ein Gleis sein.

Gut versteckt. Aber nicht unterirdisch.

Ein bisschen schlecht beschildert

Ich will gerade wieder den Motor starten, als jemand ans Fenster klopft.

„Ja?“ „Suchen Sie was bestimmtes? Sie sind ja offenbar nicht von hier, wie ich an ihrem Nummernschild sehe“ „Ja, ich such den Bahnhof“„Das ist gleich da vorne, bisschen schlecht beschildert“. Ich bedanke mich und fahre langsam in Richtung „Ziel“. Und um ehrlich zu sein, auch fast wieder dran vorbei. Wieso?

Es fehlt ein Schild vor dem GebĂ€ude, auf dem „Bahnhof“ steht.

Auch von der Hirschberger Seite aus ist der Bahnhof nicht zu finden, wenn man nicht weiß, wo der ist.

Rund 13.000 Euro soll das neue Schild auf dem Bahnsteig: „Heddesheim-Hirschberg“ gekostet haben – also nicht das Schild allein, sondern auch die Änderungen im neuen Fahrplan und die fĂŒr die Stationsanzeigen, der ab 12. Dezember 2010, gilt.

Das ist verdammt viel Geld fĂŒr einen Bahnhof, der zwar einen neuen Namen hat, den man als Ortsfremder aber fast nicht finden kann.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Verschlusssache XI

Satire

BĂŒrgermeister K.
Ratlosplatz/Ecke Zielstraße
Pfenningheim

+++Verschlusssache+++ Nicht fĂŒr die Öffentlichkeit / Status: +++GEHEIM+++ñ€¹Az: 08/15-XI, +++Verschlusssache+++

Betreff: Finale

Liebe Gleichgesinnte,

ich habe die Frage „Sind Sie die Gemeinde“ korrekt mit „Ja“ beantwortet.

Das Zitat „Ich bin die Gemeinde“ ist mir von diesem Schmutzfink, Stinkfink, Frechfink, wie Sie wissen, auf ĂŒbelste Art und Weise in den Mund gelegt worden.

NiedertrĂ€chtig und hinterhĂ€ltig. Ich kann das beurteilen, ich kenne mich schließlich mit Politik aus.

Ich kann Seife fressen, so viel ich will, der ĂŒble Geschmack bleibt bislang. Irgendwie habe ich aber stĂ€ndig Schaum vorm Maul.

Vielleicht liegts ja auch an der Seife und ich sollte mal den Hersteller wechseln. Egal.

Heute werden wir unser großartiges Projekt zum Ende vom Anfang bringen. Wir beschließen die Satzung.

Sie sind natĂŒrlich wie immer von mir auf das Notwendigste informiert worden – ich will Ihnen schließlich keine ĂŒbergebĂŒhrlichen Anstrengungen zumuten.

Wie immer bin ich stolz, dankbar und demĂŒtig, dass ich auf Sie zĂ€hlen kann. Dieses Vertrauen ist viel Wert – in diesem Fall so 100 Millionen und wer weiß, was sonst noch.

Wie Sie wissen, werde ich wird Heddesheim in die Geschichte eingehen. Das ist eine einmalige, unwiderbringliche Chance fĂŒr unsere geliebte Tabakgemeinde.

Heute legen wir im Gemeinderat den Grundstein fĂŒr eine 100-Millionen-Euro-Investition. So lautet schließlich das Versprechen der Phönix 2010 GbR – das heißt, wir werden wie Phönix aus der Asche alles neu schaffen können. Zuvor mussten wir allerdings so viel verbrennen, so viel wurde zerstört. Doch wer etwas will, zahlt auch den Preis dafĂŒr. Verantwortung zu tragen ist schwer – wie uns Herr Dr. D. immer wieder eindrucksvoll beweist, wenn er die „Gemeinde“ hochhĂ€lt.

Wir wissen alle, was das bedeutet: Sie, verehrte, anstĂ€ndige, respektable, verstĂ€ndige, vernĂŒnftige, kluge, weitsichtige und verantwortungsvolle Gemeinderatsmitglieder, ja Sie wissen, wen ich meine. Sie schaffen eine historische Chance ohne Gleichen.

Sie haben es in der Hand, die Sie nur heben mĂŒssen, um Heddesheim mit Ihrer Entscheidung auf dem Weg von der Tabak zur Feinstaubgemeinde diesen entscheidenden Schritt voranzubringen. Der Tabakanbau ist ein schweres GeschĂ€ft, die Feinstaubproduktion ist ungleich fortschrittlicher und wird wie der Tabak einfach eingeatmet. Das ist fĂŒr mich die Verbindung aus Tradition und Fortschritt.

Ich weiß, die Entscheidung ist nicht leicht. Vor allem nicht, weil dieser Schmutzfink, Stinkfink, Frechfink, dem jeder Respekt vor den gewachsenen Strukturen unserer Dorfmafiagemeinschaft abgeht, trotz aller „freundlichen Hinweise“ nicht zur RĂ€song zu kriegen ist.

Seine erneuten Diffamierungen, es gehe nur um mich und nicht um uns alle, wissen Sie verantwortlich einzuschÀtzen. Es geht um uns, also die Ritterrunde der 12 Edlen, um wen denn sonst? Um mich? Das ist doch richtig lÀcherlich. Sie wissen genau wie ich, dass ich nur in Heddesheim sein kann, was ich bin: Das Ja auf die Frage, ob ich die Gemeinde bin.

Hinter jedem von uns 12 steht ein weiterer Kreis, dahinter andere Kreise und alle zusammen schaffen wir es durch jeden Kreisverkehr. Wir kennen uns mit unseren Kreisen schließlich aus.

Und wir haben uns noch nie, ich betone, niemals, in unseren Kreisverkehren stören lassen.

Der Traditionsunternehmer und Sammler Karl-Martin Pfenning ist ein verantwortungsvoller Mann. Wie ich, so sind auch Sie seinem Charisma erlegen. Was fĂŒr ein Kerl, was fĂŒr ein Unternehmer! Der hat so viele Autos. Und so viele Menschen arbeiten fast umsonst fĂŒr ihn – das muss Liebe sein. Das verdient Respekt.

Wie Sie wissen, handle ich aber nicht aus Bewunderung, sondern ausschließlich zum Nutzen. NatĂŒrlich zum Nutzen unserer Gemeinde. Herr Pfenning wird sie wohl zu nutzen wissen. Wie Sie, wie ich. Denn wir tragen schließlich die Verantwortung.

Wir alle können zufrieden auf unsere Arbeit zurĂŒckblicken. Mit unserem Weitblick haben wir niemals, ich betone, niemals, die Arbeiten an diesem großartigen Projekt behindert, sondern immer nur gefördert. Denn wir sind einverstanden mit Entwicklung, wĂ€hrend die Neider uns „Verwicklungen“ unterstellen.

Davon lassen wir uns niemals, ich betone, niemals, beirren.

Ich habe alle FĂ€den gezogen, die zu ziehen waren. Sie haben sehr viel aushalten mĂŒssen. FĂŒr diesen Einsatz danke ich Ihnen. Auch meinen Lakaien in der Verwaltung, die schnell gelernt haben, dass sich folgen lohnt.

Heute ist unser Tag. Genießen Sie ihn.

Ihr BĂŒrgermeister K.

P.S. Denken Sie immer daran, dass Sie Ihren Enkeln erzĂ€hlen können, dass Sie selbst dabei waren, mich zum 100-Millionen-Euro-Kessler zu kĂŒren. Und ich frage Sie, wann hat man nochmal diese Chance? Das ist eine historische Ehre ohne Vorbild. Seien Sie stolz darauf.

+++Verschlusssache X+++

Satire

An die Gemeinde der Aufrechten
Parteizentralplatz
Pfenningheim

Nur fĂŒr den internen Gebrauch
+++Verschlusssache+++ Nicht fĂŒr die Öffentlichkeit / Status: +++GEHEIM+++ñ€¹Az: 08/15-X, +++Verschlusssache+++

Betreff: Propaganda

Parteifreunde,

die Lage ist ernst. Die Gegnerseite zu unterschĂ€tzen, wĂ€re ein Fehler, auch wenn ich Sie sie persönlich fĂŒr absolute Dummköpfe halte. Das muss man verstehen, denn schließlich bin ich der einzige Doktor weit und breit rede fĂŒr alle anderen.

Nachdem das geklĂ€rt wĂ€re, weise ich Sie daraufhin, dass Sie im Anhang meine „letzte“ (siehe Wortverwendung im Anhang) Abhandlung finden. Damit habe ich im Zentralorgan dem Schmierfink mal wieder gezeigt, wo der Hammer hĂ€ngt. Quasi als Leidbild fĂŒr uns und alle, die mit uns sein wollen. Die anderen sind eh verloren.

Zum wissenschaftlichen Standpunkt: „Dennoch ist die gezielt einseitige Darstellung von Informationen eine gĂ€ngige Praxis, auch in Demokratien.“ Diese Information habe ich „aus dem Internet“ (siehe Anhang).

Also bediene ich mich dieser wissenschaftlichen Technik. Sie wissen, ich bin Wissenschaftler vom Scheitel bis zur Schuhsohle (normalerweise heißt das ja Sohle… haben Sie meinen Drang zum Exakten bemerkt?).

Und was befindet sich auf dem langen Weg vom Scheitel unter der Sohle? Genau: Dreck!

NatĂŒrlich sind die Heddesheimer viel zu dumm, um meine wissenschaftlichen Gedankengebilde zu verstehen. Zugegeben: Das fĂ€llt mit zunehmender GenialitĂ€t auch mir selbst immer schwerer.

Darauf kommt es auch nicht an. Sie mĂŒssen nur wissen, wer richtig entscheidet und das bin ich, also wir. Die demokratischen Christen.

Wir wissen, wer Gott wirklich ist. Wir Katholiken. (Naja, R.: Ihr seid halt vom richtigen Weg abgekommen, aber die Richtung stimmt noch.)

Bei dem Kerl, der hier ĂŒber uns KĂŒbel voller Dreck und Unrat ausschĂŒttet, stimmt gar nichts mehr. Dieses dahergelaufene Großmaul mag ein talentierter Wortverdreher und Hetzer sein. Und er mag gewisse Idioten mit seiner Propaganda ĂŒberzeugen können – aber nicht uns. Wir können das besser.

Sein jĂ€mmerlicher Versuch, meine AusfĂŒhrungen anzugreifen, konnte nicht anders als klĂ€glich scheitern beantwortet werden.

Wir stehen fest im Glauben an das Gute, Wahre, Schöne zusammen. Und das ist unser Heddesheim.

Und Ihr wisst schon, wer den Pfenning nicht ehrt, ist nichts mehr wert. Wir werden weiter und weiter dafĂŒr kĂ€mpfen. Bis zum bitteren Ende.

Das hat ĂŒberhaupt nichts damit zu tun, dass zwei aus unseren „erweiterten“ Reihen befangen sind, weils da im Beutel klingelt.

Und es hat ĂŒberhaupt nichts damit zu tun, dass andere aus unseren Reihen auch profitieren könnten. Denn „soviel Kenntnis und auch etwas Logik sollte Allgemeingut sein“ (um mich mal selbst aus meiner angehĂ€ngten Schrift zu zitieren): Es ist ein Geben und Nehmen. Wie bei Gott, der hats auch gegeben und genommen. So geht das auch bei uns. Na? Logik verstanden? Gut.

Wenn wir ĂŒberhaupt ĂŒberleben wollen, mit all unseren schönen, wundervollen, herausragenden, beispielhaften, guten, herrlichen, besonderen, liebevollen, voll umfĂ€nglichen Einrichtungen, mĂŒssen wir etwas tun. Bevor es zu spĂ€t ist.

Die allerbeste unser Einrichtungen ist: Ich fĂŒhre das Wort. Nach mir kommt der BĂŒrgermeister K. Und natĂŒrlich seine Stellvertreterin, die den Pöbel mit dem Kindergartenargument immer wieder in die Schranken weist.

Sie ist ein so aufrĂ€chte Frau. Zugegeben: Nicht besonders geistreich. Aber eine KĂ€mpferin fĂŒr die gute Sache. Also unsere.

Der Rest redet nur, wenn er dazu aufgefordert wird. Der Frischling (auf den ich große Hoffnungen setze, weil er sich fĂŒgt wie ein ordentlicher Messdiener und gleichzeitig ein wenig fĂŒr Revolution steht, ihr wisst schon, nach ’45 und so), hĂ€lt die Klappe. Noch ist alles gut.

Aber wenn das mit dem „Kritischen“ so weitergeht, rutschen wir sonst ins soziale Abseits. Vor allem, wenn es diesen Asozialen gelingt, weiter die Köpfe von Schafen mit ihrem Dreck zu verstopfen.

Ich habe deshalb einen Plan entwickelt, wie wir der Lage wieder Herr werden. Ab sofort wird Woche fĂŒr Woche eines meiner, ich gebe das nur ungern zu, genialen Pamphlete im Mitteilungsblatt zum Flagschiff unserer Schlacht gegen das Verderben in Form von Schreiberlingen abgefeuert.

Diese Thesenpapiere werden das Geschreibsel dieses postkommunistischen subversiven Elements pulverisieren.

Ihr wisst schon: Am Anfang war das Wort. Und das war bei mir. Und Woche fĂŒr Woche wird es die Gemeinde ĂŒber unser Zentralorgan erreichen und den Glauben an uns mich = uns festigen. (Die Formel ist wissenschaftlich belegt!!!)

Weiter rufe ich zur ungehemmten Mund-zu-Mund-Propaganda auf. Keine Geschichte ist zu grauslich, um sie nicht zu erzĂ€hlen. Sodomie, Erpressung, Menschenraub, Drogenhandel, Rotlichtmilieu, ZinsgeschĂ€fte, Gewalt. Redet ĂŒber alles, was Euch einfĂ€llt und nennt vor allem seinen Namen. Ihr wisst schon.

Und wenn Euch dazu nichts einfĂ€llt, dann lest mal wieder in der Bibel. Da steht alles drin, was Ihr wissen mĂŒsst.

Und denkt an das, was uns alle und unseren hochverehrten BĂŒrgermeister K. verbindet: Die Angst, kritisiert zu werden.

SchĂŒrt sie fĂŒr andere. Niemand steht gerne in der Kritik, wir schon gar nicht. Und irgendwann wird auch dieser Schandfleck nur noch ein solcher sein. Ich erinnere an mein Schreiben vom 24. Mai 2009.

2000 Jahre Kirchengeschichte sind Beweis genug, um zu wissen, dass man damit Macht erhÀlt.

Und darum geht es uns ja! Klingt logisch? Das ist logisch. „Andere ErklĂ€rungen sind Phantasie“, um mich nochmals zu zitieren.

Und Nein! Ihr braucht mir nicht dankbar zu sein. Ich weiß, Ihr seid es. Also:

VorwÀrts!

Dr. D.

P. S. Gegen den VerrĂ€ter in unseren Reihen, der gesagt hat, ich sei nicht mehr „bei Sinnen“ ist schon ein Parteiausschlussverfahren gegen Unbekannt angelaufen. Ziehen Sie sich warm an, Kommunist. In diesem unserem schönen Heddesheim kriegen Sie kein Bein mehr auf den Boden. VerrĂ€ter. Dreckspatz. LĂŒmmel. Sie sind fertig!

Verteiler: BĂŒrgermeister K., Vorstand, Parteisoldaten, Bauern, echte Christen, Nobelpreiskomitee

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Dokumentation: Hier steht, was man wissen muss. Quelle: Mitteilungsblatt

Anlage: Meine Dhesen

„Man darf gespannt sein“

Offener Brief an den Mannheimer Morgen

von Helle Sema

Liebe Frau Görlitz,

schön, dass Sie wieder da sind. Waren Sie in Urlaub? Ich denke mal schon und hoffe, Sie haben sich gut erhohlt.

GeÀrgert haben Sie sich sicherlich, dass Sie Urlaub machen mussten, wo doch in unserem Heddesheim so viel los war.

Aber was passiert ist, können Sie ja Gott sei Dank hier auf dem heddesheimblog nachlesen.

Ich habe heute ihren Kommentar gelesen, leider erst jetzt, weil ich vorher keine Zeit hatte. Sie schreiben da: „Die FDP und CDU stehen GrĂŒn und Rot nun in gleicher StĂ€rke gegenĂŒber: eine Elf gegen die andere.“

Das geht so nicht, Frau Görlitz. Also stilistisch schon mal nicht: Entweder stehen Schwarz und Gelb den anderen Farben gegenĂŒber oder die Parteien eben, dann aber korrekt nach der GrĂ¶ĂŸe: CDU und FDP. Ansonsten denkt man noch, die FDP sagt der CDU wo es langgeht. Soweit sind wir in der Heddesheim nicht, noch nicht.

Und inhaltlich, Frau Görlitz, inhaltlich, geht das ja schon mal gar nicht. So wie der Herr Prothmann seit Wochen die CDU berechtigterweise in der Mangel hat, glauben Sie doch nicht im Ernst, dass es da zu einer „Mannschaft“ kommt?

Vielleicht rechnen Sie aber auch damit, dass Herr Prothmann schnell hinschmeißt und dann wieder Frau Pilarczyk kommt? Ich habs eben recherchiert, der Prothmann denkt nicht dran. Und haben Sie auch Frau Kemmet gefragt, ob die mit der CDU kicken will?

Wie also soll da eine „Elf“ zusammenkommen?

Auch das mit der Elf…. ist so ne Sache, Frau Görlitz. Ich verstehs ja, aus 11 macht Elf und schon hat man zwei Mannschaften. Die Idee hat was, passt aber kaum zu einem ĂŒberwiegend doch Ă€lteren Gemeinderat, in dem zudem drei Frauen sitzen (nur drei!).

Oder ist ihre nĂ€chste Idee, dass die nicht mehr abstimmen, sondern alles auf dem Platz unter sich ausmachen? Die HĂ€lfte wĂŒrde keine 90 Minuten ĂŒberleben und die sind doch schließlich fĂŒr fĂŒnf Jahre gewĂ€hlt.

Andererseits, so von Kommentator zu Kommentatorin, also quasi unter KollegInnen: Es fĂ€llt einem halt auch nicht immer was ein. Ist wie beim Fußball, der Basti ist ja auch nicht immer torgefĂ€hrlich. Aber er schießt auch nicht so viele Eigentore wie…

Nein, das schreib ich jetzt nicht, wer mir alles dazu einfÀllt.

Und lesen Sie noch Mal die SchlĂŒsse ihres Kommentars: Da bemĂ€ngeln Sie, dass es den „ĂŒbrigen Parteien“ nicht passt, dass die „Pfenning-Gegner“ gewĂ€hlt wurden. Das ist unscharf. Eigentlich geht es nur um eine Partei, die CDU. Immerhin ist ein profilierter Pfenning-Gegner Herr Bowien, der sitzt bei der SPD, die GrĂŒnen haben sowieso sechs von sechs Gegnern und der Prothmann ist auch kein Freund des Projekts und ist auf der FDP-Liste gewĂ€hlt worden.
„ÃƓbrig“ bleibt also nur die CDU oder die ĂŒbrigen GemeinderĂ€te. Aber ich will ihnen jetzt ihren Text nicht neu schreiben.

Und Sie schreiben, dass „es zweitens (den „ĂŒbrigen“) nicht gelungen sei, sich mit „sonstigen“ Themen zu „profilieren“. Das stimmt, aber dann schreiben Sie: „Das allerdings muss vielen jener neuen GemeinderĂ€te….auch erst einmal gelingen.“ Wieso mĂŒssen die jetzt fĂŒr die „ĂŒbrigen“ den Karren aus dem Dreck ziehen, frage ich mich da.

Eines ĂŒbrigens ist den „Neuen“ schon gelungen: Sie haben ein paar der „Alten“ ersetzt. Und ich bin wirklich gespannt drauf, wie der Rest der „Alten“ damit zu Recht kommt.

Ihr Helle Sema

Wann kommt endlich ein anderes Thema?

Leserbrief: Helle Sema

Lieber Mannheimer Morgen,

am 15. Mai 2009 hat ihre von mir sehr verehrte Redakteurin, Anja Görlitz, einen Kommentar veröffentlicht: „ZurĂŒck zur Sache, bitte!

Darin schreibt sie: „Denn in der Sache lĂ€sst sich durchaus noch diskutieren. In der Sache gibt es noch immer berechtigte Fragen, Sorgen und differenzierte Meinungen. In der Sache gibt es kein schwarz-weiß, kein „alles gut“ oder „alles schlecht“.
Aber es gibt, zum Beispiel, seitens des BĂŒrgermeisters und seitens des Unternehmens die Möglichkeit, mehr Informationen auf den Tisch zu legen und offensiver mit den kritischen Fragen umzugehen. Hier besteht Nachholbedarf. Wen wundert es, wenn die Spekulationen ins Kraut schießen?“

Heute lese ich in der Zeitung, dass „einige Nachteile hinnehmen mĂŒssen“, sagt zumindest Josef Doll von der CDU. FĂŒr den Artikel danke ich Ihnen sehr. Denn damit ist nun Schluss mit den Spekulationen: „Einige mĂŒssen Nachteile hinnehmen“, hat mich beruhigt.
Wenn es nur einige sind, ist das zwar fĂŒr die „Einige“ nicht so schön, aber was will man machen. Und allen „Anderen“ geht es ja weiterhin gut!
Nein, sogar viel besser. Schließlich bekommt Heddesheim jede Menge neue ArbeitsplĂ€tze und die Gemeinde Millionen in die Kasse! Das mit dem Verkehr ist egal, ich vertraue auf die CDU, SPD und FDP, die sind schließlich fĂŒr ein Durchfahrverbot fĂŒr Lkw durch die Ortsmitte.

Worum ich Sie aber dringend bitte: Frau Görlitz hat das ja in ihrem Kommentar gut aufgeschrieben: „Und, ganz nebenbei: Es gibt, tatsĂ€chlich, auch noch andere Themen.“

Das ist jetzt schon fast zwei Wochen her und seitdem habe ich nur einmal etwas ĂŒber die Feuerwehr gelesen. Bringen Sie doch endlich ein anderes Thema. Ich kann das mit Pfenning schon nicht mehr lesen. Vor allem, weil dann immer „eine nicht mehr sachliche Diskussion entbrennt„, wie Sie heute schreiben.
Sogar die Frau LochbĂŒhler hat ja eingesehen, dass sie mit ihrer StĂ€nkerei der Gemeinde nichts Gutes tut und ihre Konsequenzen gezogen.

Bitte, sagen Sie Nein zu Pfenning. Das Thema ist doch durch! Ich erwarte also andere Themen von Ihnen. Irgendetwas mit Kindern. Oder was Spannendes aus den Vereinen. Mich persönlich wĂŒrde interessieren, ob man nicht die Zugezogenen, die nicht ordentlich kehren, irgendwie mit Sozialdienst oder so, dazu bringen kann, endlich ihre BĂŒrgersteige ordentlich zu pflegen.

Ihr

Helle Sema

P.S. Außerdem wĂŒrde ich mich freuen, wenn Sie etwas „zeitnaher“ berichten wĂŒrden. Die Veranstaltung der CDU war vor fĂŒnf Tagen am Freitag, heute ist Mittwoch. So schwer kann das doch nicht sein, einen Artikel zu schreiben.

+++Verschlusssache+++ IV

Satire

An die Vorstandskollegen
Parteizentralplatz
Pfenningheim

Endspurt mit Schwung
nur fĂŒr den internen Gebrauch
+++Verschlusssache+++

Liebe Parteifreunde,

wir waren mal wieder herausragend. So wie all die Jahre zuvor. Was wÀre Pfenningheim ohne unseren beharrlichen Einsatz? Wir können stolz auf unsere Leistung sein.

Deswegen hat die KP es ja auch hierzulande nie zu etwas gebracht. Was die nie kapiert haben, ist, dass Gemeinwohl mehr ist als das Wohl fĂŒr alle. Gemeinwohl ist das Wohl fĂŒr alle, die es gestalten und das sind wir. Aber ich will nicht theoretisch werden.

Ganz praktisch: Den Herrn F. haben wir jetzt öffentlich diskreditert. Wurde auch Zeit, dem TÀuscher das Handwerk zu legen.
Der Herr P. hat sich selbst der LĂ€cherlichkeit ausgesetzt. Der hat sich doch erdreistet, Fragen zu stellen. Das ist seit 1657 nicht mehr vorgekommen. Unsere treuen WĂ€hler haben reagiert, wie sie es gewohnt sind. Wer fĂŒr uns lacht, fĂŒr den wird es gut. DafĂŒr stehen wir.

Aber Achtung: Die sozialen Bindungen sind mittlerweise so desolat, dass wir weiter daran arbeiten mĂŒssen. Draußen ist alles asozial, drinnen, also bei uns, gibt es das GefĂŒhl der lachenden Gemeinschaft. Und mal ehrlich? Wer hat Recht? Der, der lacht oder der der anstrengende Fragen stellt?

Glauben Sie mir, die Menschen wollen einfach keine Fragen stellen und schon gar keine Antworten hören. Sie wollen wissen, wo es langgeht und dafĂŒr sind wir da, dafĂŒr bin ich da.

Was die andern nicht wissen, ist, dass der ĂŒberwiegende Teil unserer Mitglieder nichts zu lachen hat, woran wir auch nichts Ă€ndern werden. Sie lachen deswegen ĂŒber alles, wenn ich es ihnen erlaube und sind dankbar.

Lachen ist Lebensfreude und Lebensfreude, haben die meisten keine mehr, außer mit uns. Bis zum bitteren Ende.

Herr K. hat sich mit dem Abend sehr zufrieden gezeigt und stand noch lange bei uns.

Was die Deppen bei den anderen nicht kapieren: Nicht in der Jugend liegt die Zukunft, sondern bei den Alten. Die werden bald die Mehrheit ausmachen und die mĂŒssen wir erreichen.

Noch nie war die Gelegenheit so gĂŒnstig: Je Ă€lter, desto vertrauensseliger sind unsere AnhĂ€nger.

Das mĂŒssen wir nutzen.

Deshalb: Vergessen Sie nie, die Angst zu schĂŒren.

Die Angst wÀchst mit dem Alter und mit dem Alter die Angst.

Deswegen muss es richtig sein, sie zu schĂŒren.

Mit allen Mitteln.

Das ist unser Kapital.

Und das ist die Wahrheit.

Wer das nicht versteht, hat wie Frau L. keinen Platz mehr unter uns.

Ihr

Dr. D.

stellvertretend fĂŒr den Vorstand, Kopie an die Sozen und die „Freiheitlichen“

Die gute Truppe

Medien informieren – aber sie manipulieren auch. Das MediengeschĂ€ft ist wie jedes andere auch – es ist auf Erfolg aus. Um Erfolg zu haben, muss man seine Kunden pflegen. So geschehen am 20. Mai 2009 im Mannheimer Morgen.

Glosse von Hardy Prothmann

Erinnern Sie sich noch, wie das damals war, als es dem Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) gar nicht gut ging? Da kam das Oder-Hochwassser. Schröder stand fest auf dem Damm und alle liebten ihn, weil er das Problem anpackte.
Hochwasser hat auch den Ruf des Altkanzlers Helmut Schmidt (SPD) als „nervenstarken Krisenmanager“ befestigt, damals, bei der Flut in Hamburg.

Der Unterschied zwischen beiden ist: Schmidt war damals Senator in Hamburg und hatte keine politischen Probleme, sondern ein enormes Hochwasserproblem. Das hat er mit Bravour gelöst. Seitdem war er der „Krisenmanager“.

Schröder hatte ein enormes politisches Problem, erinnerte sich an Schmidt und konnte dieses mit einem enormen Hochwasserproblem, das zufĂ€llig zur rechten Zeit kam, lösen. Er wurde zum „Krisenkanzler“.

Was das mit Heddesheim zu tun hat?

Nun: BĂŒrgermeister Kessler und der Gemeinderat haben ein enormes politisches GlaubwĂŒrdigkeitsproblem. Leider gibt es aber kein Hochwasser im Ort.

Was also tun? Irgendwas mit Wasser halt. Wasser, Wasser, Wasser… Klar doch: Wir machen eine FeuerwehrĂŒbung! Da gibts viel Wasser, hat sich irgendjemand gedacht.

Also werden die Kunden gepflegt: Der BĂŒrgermeister, vor Ort wie Schmidt und Schröder damals, Feuerwehr-GemeinderĂ€te.

Sie sagen jetzt: „Moment, die Leser sind doch die Kunden - die zahlen schließlich 30 Euro ebbes Monat fĂŒr Monat fĂŒr die Zeitung!“
Das ist richtig und addiert sich ĂŒbers Jahr aber nur auf 360 Euro ebbes. Die Leser „brauchen“ ihre Zeitung beispielsweise fĂŒr Termine und um zu schauen, was so los ist, denn es gibt ja nur die eine und bestellen diese eine mangels Alternative nicht ab.
Dass die Leser die Kunden sind, ist aber nur vordergrĂŒndig richtig.

Abo-Einnahmen sind fĂŒr die Zeitungen nur ein Zubrot, nicht das GeschĂ€ft. Das GeschĂ€ft macht man mit echten Kunden. Abonnenten denken nur, dass sie Kunden sind, weil man ihnen das so sagt, gutglĂ€ubige Kunden eben.

Das ist in der Politik Àhnlich: Das Volk hat die Stimme, aber eben nur bei der Wahl, dazwischen ist es egal.

GeschĂ€ftlich richtig ist: Eine einzige mittelgroße Anzeige, wie sie Gemeinden stĂ€ndig bringen (mĂŒssen) kostet locker 300-400 Euro. Nur eine einzige. Davon gibt es (so hofft die Zeitung, d. Red.) viele und hier wird ein GeschĂ€ft draus.

Die Leser geben so etwas nie auf, außer, die Oma stirbt oder der Leser hat Kommunion, heiratet, hat goldene Hochzeit und stirbt dann auch. In der Summe macht das fĂŒnf Anzeigen auf ein Leben verteilt. Nicht gerade viel.

Sie erinnern sich. Die Frage war: „Wer ist der gute Kunde der Zeitung?“

ZurĂŒck zur Kundenpflege.
Die Botschaft steht in großen Buchstaben ĂŒber dem Artikel:

„Das ist wirklich eine gute Truppe“

Die Truppe in der Reihenfolge ihres Erscheinens:
Dieter Kielmeyer, stellvertretend fĂŒr die CDU
JĂŒrgen Merx, stellvertretetend fĂŒr die SPD
Gemeinderatsmitglieder, stellvertretend fĂŒr sich selbst
Michael Kessler, stellvertretend fĂŒr sich selbst

Applaus. Abgang.

Das heddesheimblog

Anmerkung der Redaktion:
Damit keine MissverstĂ€ndnisse aufkommen: Das heddesheimblog kritisiert nicht die Feuerwehr und ihre ÃƓbungen. Freiwillige Feuerwehren und der Einsatz der ehrenamtlichen FeuerwehrmĂ€nner sind ein hohes Gut. Um im Notfall helfen zu mĂŒssen, ist es notwenig, dass die Feuerwehr ĂŒbt.

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Lesen Sie auch:

Dokumentation: Es brennt in Heddesheim
Kommentar: HeldenstĂŒck mit Hintergedanken

In eigener Sache: Glosse, Satire, Kommentar, Artikel…

Guten Tag!

Liebe Leserinnen und Leser,

in den vergangenen Tagen haben wir sehr, sehr viele RĂŒckmeldungen zum heddesheimblog bekommen. Das freut uns und alle, auch Sie, die daran beteiligt sind.

Was uns nicht freut, ist, dass nicht alle verstehen, was hier wie veröffentlicht wird. Das heddesheimblog ist ein journalistisches Angebot. Das heißt, alle Veröffentlichungen unterliegen dem Presserecht und dem Grundgesetz.

Die Veröffentlichungen verwenden unterschiedliche Stilmittel, auch Darstellungsformen genannt. Obwohl wir in einer „Mediengesellschaft“ leben, scheinen viele Menschen diese Feinheiten nicht zu kennen. Deswegen fasse ich die wichtigsten hier zusammen, zum besseren VerstĂ€ndnis und als Argumentationshilfe, wenn Sie mit anderen ĂŒber das heddesheimblog diskutieren.

Journalistische Stilmittel (hier gehts zur ÃƓbersicht auf Wikipedia)

Artikel:
Dieser Begriff trifft auf alle journalistischen Texte zu. Also die Nachricht oder Meldung, den Bericht, die Reportage, das Interview, den Kommentar, die Glosse, die Satire, das Feature, das PortrĂ€t…
Journalisten nennen einen Artikel auch „StĂŒck“ oder „Riemen“ (besonders langer Text)

Meldung, Nachricht, Bericht:
Das sind kurze Formen journalistischer Texte. Sie beantworten die sogenannten W-Fragen (Wer hat wann was warum mit welcher Wirkung usw. getan), die beliebig erweiterbar sind.

Artikel:
Eigentlich der Oberbegriff fĂŒr alle Texte. Wird aber hĂ€ufig fĂŒr einen umfassenden Text verwendet, der deutlich lĂ€nger als ein Bericht ist.

Reportage, Feature:
Das sind sehr bildhafte Darstellungen auch mit persönlichem Blick des Journalisten. Eine Reportage muss vom Journalisten selbst „erlebt“ sein, das heißt, er ist vor Ort gewesen. Die Berichterstattung kann subjektiv sein.
Beispiel: SPD-Kandidatenvorstellung lÀuft aus dem Ruder

PortrÀt:
Bei Personen eine sehr persönliche Darstellung mit Elementen der Reportage, des Interviews, des Features. Bei Unternehmen oder Institutionen etwas sachlicher.
Beispiel: Unser Mann von der Tankstelle

Kommentar:
Subjektiver Artikel, in dem entweder das FĂŒr und Wider von Argumenten abgewogen wird oder eine eigene Meinung pointiert dargestellt wird.
Beispiel: Herr Kessler ist in Not oder Die „sauberste Lösung“

Glosse:
aus Wikipedia: „Ein Sammelbegriff fĂŒr besonders kurze Meinungsartikel mit einer sehr spitzen Argumentation. In einer Glosse können aktuelle Themen jeder Art behandelt werden, sie werden allerdings aus sehr subjektiver Sicht gesehen. Meist ist ihr Unterton heiter und ironisch…“
Beispiel: Das Gesetz der Omerta

Satire:
aus Wikipedia: „…ist eine Spottdichtung, die mangelhafte Tugend oder gesellschaftliche MissstĂ€nde anklagt. Historische Bezeichnungen sind im Deutschen auch Spottschrift, Stachelschrift und Pasquill (gegen Personen gerichtete satirische SchmĂ€hschrift).
Beispiel: +++Verschlusssache+++

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