Samstag, 25. November 2017

Auch Kfz-Zulassungsbehörden keine Sprechzeiten!

Landratsamt am Freitag geschlossen

Wappen Rhein-Neckar-KreisRhein-Neckar, 02. Juli 2014. (red/pm) Wegen eines Betriebsausflugs finden am Freitag, 04. Juli, beim Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis keine Sprechzeiten statt. Nicht nur das Hauptgeb√§ude in der Heidelberger Kurf√ľrsten-Anlage 38-40 mit all seinen √Ąmtern bleibt an diesem Tag geschlossen, sondern auch alle Au√üenstellen des Landratsamtes in Heidelberg, Sinsheim, Weinheim, Wiesloch, Neckargem√ľnd und Ladenburg. Dazu z√§hlen ebenso die Kfz-Zulassungs- und F√ľhrerscheinbeh√∂rden wie beispielsweise das Gesundheitsamt und das Versorgungsamt.

Gemeinderat stimmt Bebauungsplanentwurf "Mitten im Feld" zu

Erschließung noch in diesem Jahr

Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten im Neubaugebiet "Mitten im Feld" beginnen. Foto: Gemeinde Heddesheim

Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten im Neubaugebiet „Mitten im Feld“ beginnen. Foto: Gemeinde Heddesheim

 

Heddesheim, 17. Juli 2013. (red/ld) Mit 14 Stimmen f√ľr und 4 Stimmen gegen den Bebauungsplan f√ľr das Neubaugebiet „Mitten im Feld“ hat der Gemeinderat gestern dem Entwurf zugestimmt. Als n√§chsten Schritt wird er – gemeinsam mit den erg√§nzenden Gutachten – im Rathaus offengelegt. Sollte es keine Einw√§nde geben, die eine √Ąnderung n√∂tig machen, sollen bereits im August die Erschlie√üungsarbeiten ausgeschrieben werden, um in der Sitzung im September vergeben werden zu k√∂nnen. Noch in diesem Jahr will die Verwaltung mit den Arbeiten beginnen.

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Fr√ľhlingszeit ist Zeckenzeit!

Blutsauger haben Hochsaison

Rhein-Neckar, 13. April 2012. (red) Mit den wärmeren Temperaturen kommen auch wieder vermehrt Zecken zum Vorschein. Eine festgesaugte Zecke am Körper ist nicht nur unangenehm, sondern der Stich kann auch schwerwiegende Folgen haben. Das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises ruft auch in diesem Jahr wieder zu Impfungen gegen FSME auf.

Von Jörg Theobald

Sie lauern wieder auf Opfer - Zecken. Bild: Zecken.de

Kaum wird es Fr√ľhling, lauern wieder Zecken im Wald, Geb√ľsch und Gras auf ihre Opfer. Sobald die Aussentemperatur konstant √ľber acht Grad Celsius liegt, werden die Tiere wieder munter. Die winzigen Spinnentiere halten sich dann im Bodenbewuchs bis auf einer H√∂he von etwa anderthalb Meter auf.

Laut Frau Dr. Oswinde Bock-Hensley vom Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises gibt es die Tiere zwar das ganze Jahr √ľber, aktiv sind sie aber vor allem von M√§rz bis Oktober.

Jeder, der sich viel im Freien aufh√§lt, kann zum Opfer der „Blutsauger“ werden. Besonders h√§ufig sind Wanderer, Jogger, Radfahrer und Hundehalter betroffen, ebenso Kinder. Durch ihre K√∂rpergr√∂√üe haben sie die richtige H√∂he, um von den Zecken besonders gut erreicht zu werden.

Warm-feuchtes Wetter macht die Tiere besonders lebendig, dann stechen sie bevorzugt zu. Ihre Opfer suchen sich die Zecken am liebsten vormittags und am fr√ľhen Abend.

Auf die Opfer aufmerksam werden sie durch Ersch√ľtterungen, K√∂rperw√§rme und den K√∂rpergeruch. Haben die Zecken ein potentielles Ziel ausgemacht, lassen sie sich im Vor√ľbergehen von ihrem Platz im Bodenbewuchs abstreifen.

Hohes Infektionsrisiko

Die meisten Zeckenstiche bleiben ohne Folgen, doch die Spinnentiere k√∂nnen auch Krankheitserreger √ľbertragen. Am bekanntesten sind die Erreger von Borreliose und FSME, hinzu kommt aber noch eine Vielzahl weiterer m√∂glicher Infektionen. Zum Beispiel Anaplasmen, Babesien, Rickettsien oder Ehrlichiosen.

Die h√§ufigste Erkrankung, die durch Zeckenstiche √ľbertragen wird, ist die Lyme-Borreliose. Sie wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi ausgel√∂st.

Die Krankheit kann jedes Organ, das Nervensystem und die Gelenke sowie das Gewebe befallen. Dadurch kann eine Borreliose viele Symptome haben, man spricht auch von einer multisystemischen Krankheit. Durch die vielen verschiedenen Symptome ist es schwierig, eine Borreliose zu diagnostizieren.

Lediglich die sogenannte „Wanderr√∂te“, eine ringf√∂rmige Hautr√∂tung um die Einstichstelle gilt als charakteristisches Symptom. Sie kann einige Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich rund um die Einstichstelle auftreten. Allerdings tritt die Wanderr√∂te, auch Erythema migrans genannt, nicht bei allen Borreliose-Patienten auf.

Folgen der Borreliose k√∂nnen Hirnhautentz√ľndung, starke Schmerzen, Gesichtsl√§hmungen und sogar Herzproblemen sein. Im chronischen Verlauf kommt es auch h√§ufig zu Gelenkentz√ľndungen.

Da es sich bei der Borreliose um eine bakterielle Erkrankung handelt, lässt sie sich im Normalfall gut mit Antibiotika behandeln.

Die Tiere stechen bevorzugt an feucht-warmen Stellen mit d√ľnner Haut - z.B. in den Kniekehlen, der Achselh√∂hle oder dem Schambereich. Bild: Zecken.de

Fr√ľhsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Die Fr√ľhsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist eine durch das FSME-Virus ausgel√∂ste Krankheit, die mit grippe√§hnlichen Symptomen, Fieber und bei einem Teil der Patienten mit einer Hirnhautentz√ľndung verl√§uft.

Typisch f√ľr die Krankheit ist der Verlauf in zwei Stadien. Im ersten Stadium leidet der Betroffene an Fieber, Erbrechen, Kopf- und Gliederschmerzen. Die Krankheit √§hnelt in diesem Stadium von den Symptomen her einer Grippe. H√§ufig ist die Erkrankung nach diesem Stadium √ľberstanden.

¬†Bei einigen der Infizierten greift das Virus jedoch auf das zentrale Nervensystem √ľber. Im besten Fall kommt es jetzt zu einer Hirnhautentz√ľndung (Meningitis), schlimmstenfalls greift das Virus auf das ganze Gehirn √ľber. Jetzt leidet der Betroffene an hohem Fieber, starken Kopfschmerzen, bei der Hirnentz√ľndung kommt es mitunter auch zu L√§hmungen sowie Bewusstseins-, Sprach- und Schluckst√∂rungen.

Etwa die H√§lfte der Patienten mit FSME erleiden nach Angaben des Verbands einen schweren Krankheitsverlauf. Eine dauerhafte Erkrankung und eine daraus resultierende Berufsunf√§higkeit k√∂nnen folgen. Die Impfempfehlung gelte vor allem f√ľr √§ltere Menschen, da die Schwere der Erkrankung mit zunehmendem Alter steige.

Seit Mitte der neunziger Jahre verzeichnen die Gesundheits√§mter des Odenwaldes eine stetige Zunahme der von Zecken √ľbertragenen Hirnhautentz√ľndung FSME. Dabei ist nicht nur die Fallzahl insgesamt, sondern gleichzeitig die Zahl der schweren und schwersten Verl√§ufe der FSME gestiegen.

Gesundheitsamt ruft zur Impfung auf

Zu Schutzimpfungen gegen gef√§hrliche Folgen von Zeckenbissen durch FSME haben das Gesundheitsamt im Rhein-Neckar-Kreis, das auch f√ľr die Stadt Heidelberg und somit f√ľr rund 650.000 Einwohnerinnen und Einwohner zust√§ndig ist, und die √Ąrzte in der Region aufgerufen. Der Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Rainer Schwertz, sagt dazu:

Gemeinsam mit Bayern und Th√ľringen f√ľhrt Baden-W√ľrttemberg die Hitliste der Risikogebiete an

Laut Informationen des Robert-Koch-Institut, dem deutschlandweit wichtigsten Institut f√ľr Infektionskrankheiten und nicht √ľbertragbare Krankheiten, erfolgten 47,1% aller im Jahr 2010 festgestellten FSME-Infektionen in Baden-W√ľrttemberg.

Laut Dr. Bock-Hensley ist eine Impfung nach wie vor f√ľr das sicherste Mittel gegen die Krankheit, besonders f√ľr √§ltere Menschen. Die Kosten hierf√ľr tragen die Krankenkassen.

Nach der uns vorliegenden Statistik gab es in Deutschland im Jahr 2010 260 Menschen, die an FSME erkrankt sind, im Rhein-Neckar-Kreis waren es 2011 sieben Erkrankte, davon f√ľnf M√§nner und zwei Frauen mit teilweise schweren Krankheitsverl√§ufen.

‚ÄěBevor Sie uns Ihre Familie die Natur genie√üen, sch√ľtzen Sie sich vor Zeckenstichen‚Äú, raten die beiden √Ąrzte des Gesundheitsamtes.

Das Infektionsrisiko f√ľr alle durch Zecken √ľbertragene Krankheiten kann gemindert werden, indem man sich kurzfristig mit Zecken abwehrenden Sprays oder Lotions sch√ľtzt. Zus√§tzlich kann helle, geschlossene Kleidung und das Vermeiden von unwegsamem Gel√§nde und Unterholz helfen, nicht von einer Zecke gestochen zu werden.

Nach einem Spaziergang in der Natur sollte man sich und vor allem auch Kinder und Haustiere gr√ľndlich nach Zecken absuchen. Festgesaugte Tiere sollten mit einer geeigneten Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange oder Zeckenkarte entfernt werden.

Unter keinen Umst√§nden sollte man die Tiere jedoch mit √Ėl, Klebstoff, Nagellackentfernern oder Alkohol „behandeln“. Im Todeskampf entleert die Zecke ihren Darminhalt in die Wunde: Dadurch steigt das Risiko einer Infektion.

Gabis Kolumne

Der Kampf gegen die Läuse

Guten Tag!

Rhein-Neckar, 21. November 2011. Manches erlebt man als gro√ües Drama und erst in der R√ľckschau erkennt man auch die humoristische Seite. Gabi erinnert sich noch gut, wie gelbe Zettel und Kopfl√§use zu ihrem Alltag geh√∂rten und mit welchen Mitteln sie dagegen k√§mpfte.

Die Kopflaus (lat.: Pediculus humanus capitis). Foto: Wikipedia.

Vor Kurzem war ich mit zwei Freundinnen in einer nicht wirklich erw√§hnenswerten amerikanischen Kom√∂die im Kino. Bei der Heimfahrt im Auto beschlossen wir, den Film h√§tten wir uns sparen k√∂nnen, wenn da nicht die eine Szene gewesen w√§re, in der sich die Hauptdarstellerin – Typ erfolgreiche Gesch√§ftsfrau, Supermutter und Superehefrau – bei einer Besprechung immer wieder verzweifelt am Kopf kratzte. Kurz zuvor hatte sie von der Nanny die SMS erhalten: ‚ÄěDie Kinder haben L√§use!‚Äú

Jetzt, Jahre sp√§ter, konnten wir dar√ľber herzhaft lachen, aber ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als ein winzig kleines Tier ‚Äď nat√ľrlich im un√ľberschaubaren Plural – die Kopflaus (lat.: Pediculus humanus capitis) – uns das Leben zur H√∂lle machte.

Ich vergesse nie, wie meine Tochter mit einem gelben Zettel aus dem Kindergarten kam, der uns Eltern darauf hinwies: ‚ÄěIn der Gruppe gibt es L√§use, bitte untersuchen Sie Ihr Kind.‚Äú

Dieser Zettel wurden w√§hrend der Kindergarten- und Grundschulzeit zu unserem festen Begleiter und verfolgte uns sogar noch in der f√ľnften Klasse am Gymnasium.

Aus meiner Kindheit kannte ich keine Läuse, ich hatte nie welche und es wurde nur ab und an gemunkelt, wenn jemand seinem Kind die Haare streichholzkurz schneiden ließ.

‚ÄěDie kriegt man nur, wenn man dreckig ist‚Äú

‚ÄěDie kriegt man nur, wenn man dreckig ist‚Äú, pflegte meine Gro√ümutter zu sagen. ‚ÄěUnd nat√ľrlich damals im Krieg‚Äú, aber das waren bekanntlich andere Zeiten.

Nun denn, meine Tochter hatte langes, sehr langes, dickes, welliges Haar, dem ich mich nun mit einem kleinen schmal gezinkten Nissenkamm n√§herte. Eben so, wie es auf dem Schreiben des Gesundheitsamtes beschrieben war. Zentimeter um Zentimeter k√§mpfte ich mich, unter dem lauten Gebr√ľll meines Kindes, durch die M√§hne. Und fand ‚Äď nichts. Klar, dachte ich mir, warum sollen wir auch L√§use haben.

Nur zwei Tage sp√§ter beobachtete ich meine Tochter, wie sie sich wieder und wieder kratze und auch mich √ľberfiel ein Juckreiz. ‚ÄěDas ist alles Einbildung‚Äú, sagte eine Freundin und sie sollte nicht Recht behalten.

Eine weitere Kopfkontrolle offenbarte die Katastrophe millimeterkleine, √§u√üerst agile Tierchen huschten √ľber das Haupt. Ich war verzweifelt. Rannte in die Apotheke und fragte leise und versch√§mt nach einem Lausmittel, wirksam sollte es sein. ‚ÄěGoldgeist forte‚Äú wurde mir empfohlen und ich bekam gleichzeitig den Hinweis, es k√∂nnten ja auch noch andere Familienmitglieder befallen sein. Ich nahm gleich die Familienpackung.

Ich nachte den L√§usen eine Kampfansage. Der restliche Nachmittag gestaltete sich zu einem Alptraum: Ich zog alle Betten und Sofakissen ab, Sohn, Mann, Tochter und ich selbst wurden mit dem scharf riechenden, h√∂llisch stinkenden Extrakt behandelt, tausende von Haarstr√§hnen wurden durchk√§mmt, die Kuscheltiere wandert in Plastikt√ľten verpackt in die Gefriertruhe. Am Abend war ich total erledigt, aber gl√ľcklich, diesen kleinen Viechern hatte ich den Garaus bereitet.

F√ľr dieses Mal, denn nur wenige Wochen sp√§ter brachte mein Sohn einen gelben Zettel aus der Grundschule mit und die gleiche Prozedur ging von Vorne los.

Bei der Laus gilt f√ľr mich kein Artenschutz

Ich wei√ü nicht mehr, wie viele Flaschen von ‚ÄěGoldgeist forte‚Äú ich in den folgenden Jahren verbraucht habe, irgendwann wurden diese kleinen Biester auf alle F√§lle resistent und ein neues Mittel wurde unter vorgehaltener Hand gepriesen. Das eine verklebt, das andere erstickt, egal wie, die L√§use mussten get√∂tet werden ‚Äď hier gilt f√ľr mich kein Artenschutz.

In der Anfang-Laus-Phase getraute man sich kaum √∂ffentlich dar√ľber zu reden, doch schon bald gestaltete das Laus-Thema ganze Nachmittagstreffen und gute Tipps wurden ausgetauscht. Und da die kleinen Bestien auch vor Grenzen nicht zur√ľckschrecken bekam ich hilfreiche Ratschl√§ge auch von Freunden aus der Schweiz und aus dem Elsa√ü. Letztlich blieb kaum einer verschont und gemeinsam lie√ü es sich besser ertragen.

‚ÄěSeid ihr lausfrei?‚Äú wurde so zur g√§ngigen Floskel bevor sich Kinder zum √úbernachten verabredeten.

Und dann auf einmal war es vorbei. Es kamen keine Zettel mehr, es gab keine Juckanfälle und vor allem es gab keine kleinen Tiere mehr.

Wie oft wir wirklich L√§use hatten, ich wei√ü es nicht, einmal auf alle F√§lle traf es meinen Sohn, einmal mich und etliche Male meine Tochter. Mein Mann blieb verschont, ‚Äědu riechst wahrscheinlich nicht gut‚Äú, versuchte es ihm meine Tochter zu erkl√§ren.

Und w√§hrend ich das alles schreibe, f√§ngt es an, mich f√ľrchterlich zu jucken ‚Äď aber diesmal ist es ganz bestimmt nur Einbildung.

gabi

Baden im Neckar nicht empfehlenswert

Guten Tag!

Heddesheim/Rhein-Neckar-Kreis, 07. Mai 2010. Das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises weist darauf hin, dass das Baden im Neckar nicht zu empfehlen ist. Proben erf√ľllen nicht die gesetzlichen Vorgaben. Das Wasser ist vor allem mit F√§kal-Bakterien und auch Salmonellen belastet.

Mitteilung des Rhein-Neckar-Kreises:

„Das Gesundheitsamt informiert:
Baden im Neckar nicht empfehlenswert
Viel bessere Bademöglichkeiten in Freibädern und Badeseen

Wenn die Temperaturen steigen, freuen sich viele Menschen auf das k√ľhle Nass und das Schwimmen im Freien. Allerdings kamen in den letzten Jahren auch einige Menschen auf den Gedanken, den Neckar als Badegew√§sser zu nutzen. Doch aus Gr√ľnden des vorbeugenden Gesundheitsschutzes sollte im Neckar nicht geschwommen werden.

Darauf hat jetzt das Gesundheitsamt, das f√ľr die √ÉŇďberwachung der B√§deranlagen des Rhein- Neckar-Kreises und der Stadt Heidelberg zust√§ndig ist, hingewiesen. Da man im Sommer immer wieder Menschen im Neckar schwimmen sah, war es w√§hrend der Badesaison 2009 zahlreich zu diesem Thema angefragt worden, und es steht dem Baden im Neckar sehr kritisch gegen√ľber.

Neben den zahlreichen Hallenbädern, die zum Teil auch im Sommer geöffnet haben, gibt es im Rhein- Neckar-Kreis 21 öffentliche Freibäder mit 65 Becken und 9 Badeseen, die bessere Bademöglichkeiten bieten.

Die Wasserqualit√§t des Neckars erf√ľllt n√§mlich nicht immer die gesetzlichen Vorgaben der entsprechenden EU-Richtlinie* und der darauf basierenden baden-w√ľrttembergischen Badegew√§sserverordnung.** Schon in der Badesaison 2001 wurden entlang des Neckars an 12 Entnahmestellen von den jeweiligen Gesundheits√§mtern unter der Federf√ľhrung des Landesgesundheitsamtes (LGA) im Abstand von 14 Tagen nach den Vorgaben, die f√ľr Badeseen gelten, Wasserproben entnommen.

Das LGA stellte danach fest, dass bei jeder Entnahmestelle mindestens zweimal Salmonellen nachgewiesen wurden. Bei allen Probeentnahmestellen gab es zudem Grenzwert√ľberschreitungen f√ľr f√§kalcoliforme und f√ľr gesamtcoliforme Bakterien, die Richtwerte f√ľr F√§kalstreptokokken wurden ebenfalls h√§ufig √ľberschritten. Auf Basis der EU-Richtlinie besitzt somit keine der untersuchten Stellen vom Schwarzwald-Baarkreis bis zum Rhein-Neckar-Kreis die geforderte Badewasserqualit√§t.

Da in den letzten Jahren im Bereich Stuttgart f√ľr das Baden im Neckar Werbung gemacht wurde, sah sich das LGA veranlasst, die oben angef√ľhrten Untersuchungen an einigen Stellen im Bereich Stuttgart zu wiederholen. Die Untersuchungen von 2001 haben sich dabei erwartungsgem√§√ü best√§tigt. Zu bedenken ist auch, dass der Neckar ein so genannter „Vorfluter“ ist.

Das bedeutet, dass rund 590 Kläranlagen ihr gereinigtes Abwasser in den Fluss leiten. Zwar werden Keime in den mechanisch-biologischen Reinigungsstufen zum größten Teil abgebaut, nie jedoch vollständig. Dadurch können Krankheitserreger wie Fäkalkeime, Salmonellen, Viren oder Pilze die Wasserqualität gesundheitsschädigend beeinflussen.

Bei starken und lang anhaltenden Regenf√§llen k√∂nnen Abw√§sser auch ungekl√§rt in den Vorfluter gelangen. Durch die Einleitung von Industrieabw√§ssern bestehen bei St√∂rf√§llen ebenfalls gesundheitliche Risiken. Ebenso k√∂nnen Ratten in der Kanalisation und an den Ufern eine Vielzahl von Krankheit erregenden Keimen (z. B. Leptospirose) √ľbertragen.

2006 erkrankte ein Teilnehmer eines Triathlon an einer schweren Leptospirose. Der Verdacht lag nahe, dass sich der Sportler mit Neckarwasser infiziert hatte. Zudem weist der Neckar als Bundeswasserstra√üe Neckar einen lebhaften Berufsschiffverkehr auf. Zusammen mit vielen Wassersportfahrzeugen, Fahrgastschiffen, Seglern, und Ruderern k√∂nnen diese eine weitere Gefahr f√ľr Badende darstellen.

Grunds√§tzlich war die Badewasserqualit√§t in allen √∂ffentlichen B√§deranlagen im Rhein-Neckar-Kreis und der Stadt Heidelberg in den letzen Jahren nicht zu beanstanden. Neben der Eigen√ľberwachung durch die Betreiber und regelm√§√üige Wasseruntersuchungen durch akkreditierte Labore werden vom Gesundheitsamt auch 2010 routinem√§√üig Kontrollen der Badewasserqualit√§t durchgef√ľhrt.

Wer sich in den Freib√§dern nicht wohl f√ľhlt und lieber in Oberfl√§chengew√§ssern baden m√∂chte, hat im Rhein-Neckar-Kreis und der Umgebung die M√∂glichkeit, die umliegenden Badeseen zu nutzen. Aktuelle Badestellen, Wasseruntersuchungsergebnisse und weitere Daten finden sich unter: Badegew√§sserkarte Baden-W√ľrttemberg

Zusatzinfo
Gesetzliche Grundlagen, die f√ľr das Gesundheitsamt ma√ügeblich sind:
* Richtlinie 2006/7/ EG des Europ√§ischen Parlaments und des Rates vom 15. Februar 2006 √ľber die Qualit√§t der Badegew√§sser und deren Bewirtschaftung

** Verordnung des Ministeriums f√ľr Arbeit und Soziales und des Umweltministeriums Baden-W√ľrttemberg √ľber die Qualit√§t und die Bewirtschaftung der Badegew√§sser (Badegew√§sserverordnung – BadegVO vom 16.Januar 2008″

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Das heddesheimblog

Gesundheitsamt warnt: Zeckenbisse k√∂nnen gef√§hrliche Krankheiten √ľbertragen

Guten Tag!

Rhein-Neckar, 08. April 2010. Das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises warnt: „Fr√ľhlingszeit ist Zeckenzeit“. Die Tiere k√∂nnen FSME und Borreliose √ľbertragen – bei beiden Krankheiten werden die Nerven gesch√§digt. Die √É‚Äěrztin Dr. Oswinde Bock-Hensley, Expertin beim Gesundheitsamt, erkl√§rt im Interview, auf was Naturfreunde achten sollten.

Zecke

Krankheits√ľbertr√§ger: 3-4 Millimeter klein ist eine Zecke - bis zu drei Zentimeter kann sie "gro√ü" werden, wenn sie ihre Mahlzeit beendet hat. Bild: Gesundheitsamt

Von Hardy Prothmann

Frau Dr. Bock-Hensley, gibt es zur Zeit schon Zecken?
Dr. Oswinde Bock-Hensley: „Zecken gibt es das ganze Jahr √ľber, aktiv sind sie vor allem von M√§rz bis Oktober. Sobald die Temperatur konstant √ľber acht Grad Celsius liegt. Die Zecken sind deshalb vor allem im Juli und August sehr aktiv. Ab H√∂hen von rund 1.300 Meter gibt es keine Zecken mehr.“

1000 Zecken in vier Stunden.

Gibt es Informationen √ľber die Zahl der Zecken? Sind es dieses Jahr besonders viele oder weniger als sonst?
Bock-Hensley: „Diese Untersuchungen sind sehr teuer und wurden bislang nur vereinzelt gemacht. Um Ihnen eine Vorstellung zu geben: Wir waren im vergangenen Jahr zu f√ľnft im Odenwald und haben vier Stunden lang gezielt nach Zecken gesucht und diese eingesammelt. Das Ergebnis waren rund eintausend Zecken.“

bockhensley

Dr. Oswinde Bock-Hensley, Expertin beim Gesundheitsamt. Bild: privat

Sie haben gezielt gesucht.
Bock-Hensley: „Das haben wir, wobei der Tag eher schlecht war – zu k√ľhl und verregnet. Wenn es aber warm und feucht ist, werden die Zecken erst richtig aktiv.“

Der Rhein-Neckar-Kreis gilt als Risikogebiet, weil Zecken die Erreger f√ľr Borreliose und FSME √ľbertragen k√∂nnen. Erkl√§ren Sie doch bitte mal, was ein Risikogebiet ist.
Bock-Hensely: „Grunds√§tzlich sind das vor allem Baden-W√ľrttemberg und Bayern, aber auch das Ausland, hier vor allem √Ėsterreich oder auch Griechenland. Die statistische Definition f√ľr ein Risikogebiet gilt ab einer durch Zeckenbiss nachgewiesenen Infektion pro 100.000 Menschen. Wir hatten im vergangenen Jahr f√ľnf F√§lle bei rund 540.000 Einwohnern im Kreis. Zwei Erkrankungen verliefen sehr schwer.“

Wir empfehlen eine Impfung gegen FSME.

Gegen FSME (Fr√ľhsommermeningoencephalitis)√ā¬†kann man sich impfen lassen.
Bock-Hensley: „Das empfiehlt das Robert-Koch-Institut. Diese Empfehlung hat das Sozialministerium √ľbernommen und wir geben dementsprechend diese Empfehlung auch weiter.“

Wer sollte sich impfen lassen?
Bock-Hensley: „Alle Berufsgruppen, die betroffen sind, also Waldarbeiter oder F√∂rster sind geimpft – hier liegen seit Jahren keine bekannten Erkrankungen mehr vor. Impfen sollten sich auch alle Naturfreunde, die sich viel im Wald oder auf Wiesen aufhalten, also Wanderer, Jogger, Radfahrer, Hundehalter und nat√ľrlich Kinder – gerade junge Kinder haben eine ideale Gr√∂√üe, um von Zecken erreicht zu werden, die im hohen Gras oder im Dickicht sitzen.“

Es gibt viele Menschen, die Impfungen ablehnen.
Bock-Hensley: „Es gibt keine Impfung ohne m√∂gliche Nebenwirkungen. Die FSME-Impfung wird aber sehr gut vertragen. Jeder muss f√ľr sich Nutzen und Risiko gegeneinander abw√§gen. Die Impfung macht der Hausarzt √ľbrigens kostenlos. Wichtig: Aus bislang unbekannten Gr√ľnden verl√§uft eine FSME-Erkrankung bei √§lteren Menschen schwerer als bei jungen Menschen – Rentner, die sich gerne in der Natur aufhalten, sollten sich unbedingt impfen lassen.“

Was tun bei Borreliose-Verdacht?

Gegen Borreliose gibt es keine Impfung. Wie sind die Behandlungserfolge einzuschätzen?
Bock-Hensely: „Das kommt darauf an. Eine Borreliose-Infektion ist recht leicht durch das „Erythemamigrans“ zu erkennen – also eine oft kreisrunde „Err√∂tung“ der Haut rund um den Stich. Hier kann der Hausarzt sofort mit Antibiotika helfen. Wurde die Infektion aber nicht erkannt, hilft sp√§ter nur eine Diagnostik, weil Symptome wie starke Kopf- und Gliederschmerzen oder Fieber auch viele andere Ursachen haben k√∂nnen. Hier wird es also komplizierter sowohl die Infektion festzustellen, als auch zu behandeln.“

Gibt es eigentlich keine M√∂glichkeit, die Zeckenplage zu bek√§mpfen, so wie bei den Stechm√ľcken?
Bock-Hensley: „Dar√ľber ist uns nichts bekannt.“

Kann man sich durch Pr√§parate gegen Zecken sch√ľtzen?
Bock-Hensley: „Nat√ľrlich helfen so genannte Repellentien, die auch zur Abwehr von M√ľcken verwendet werden. Aber das ist kein echter Schutz.“

Kinder sollten nach jedem „Naturbesuch“ nach Zecken abgesucht werden.

Was kann man sonst machen, um sich gegen Zeckenbisse zu sch√ľtzen?
Bock-Hensley: „Am wichtigsten sind bei Erwachsenen lange Hosen. Bei Kindern ist das schwieriger wegen der K√∂rpergr√∂√üe. Hier gilt: Kinder m√ľssen nach jedem Ausflug ins Gr√ľne sorgf√§ltig nach Zecken abgesucht werden.“

Gibt es Körperstellen, die man besonders genau nach Zecken absuchen sollte?
Bock-Hensley: „Da m√∂chte ich mich nicht festlegen – Zecken suchen sich eine geeignete Stelle, die kann aber fast √ľberall sein.“

Es hei√üt, je fr√ľher eine Zecke entfernt wird, umso geringer sei die Gefahr einer Infektion mit Borreliose und FSME. Trifft das zu?
Bock-Hensley: „Das ist absolut richtig. FSME-Erreger befinden sich in den Speicheldr√ľsen der Zecke, die Borrelien im Darm. Je k√ľrzer die Stichzeit ist, desto weniger Erreger k√∂nnen √ľbertragen werden.“

Muss man bei jedem Zeckenstich mit einer Infektion rechnen?
Bock-Hensley: „Ja und Nein. Eine relativ frische endemische Untersuchung hat ergeben, dass 0,1 bis 5 Prozent der Zecken das FSME-Virus in sich tragen und rund 10 bis 35 Prozent die Borreliose-Bakterien – je nach Gebiet. Jetzt zu sagen, jeder 20te Stich √ľbertr√§gt FSME und jeder zehnte bis dritte Borreliose ist mehr als riskant. Ein einziger Stich kann entscheidend sein – den Zecken sieht man nicht, welche Erreger sie in sich tragen. Ich wiederhole das gerne nochmals: Die Impfung sch√ľtzt zuverl√§ssig vor FSME und nach einen Stich sollte man genau auf eine R√∂tung der Haut wegen Borreliose achten.“

Zecken selbst entfernen?

Kann man Zecken selbst entfernen oder sollte man lieber zu einem Arzt gehen?
Bock-Hensley: „Das macht man selbst, damit muss man keinen Arzt besch√§ftigen.“

Stimmen die Volksweisheiten, dass man Zecken erst mit √Ėl betreufeln und dann „gegen den Uhrzeiger herausdrehen“ sollte?
Bock-Hensley: „Das ist Quatsch. Man nimmt ein Pinzette, packt die Zecke m√∂glichst nah der Haut und zieht sie raus. Alles, was man drauf tr√§ufelt, erstickt das Tier, das wird panisch und „√ľbergibt“ sich in die Wunde – was das Risiko einer Infektion erh√∂ht.“

Sollte man die Zecken untersuchen lassen?
Bock-Hensley: „F√ľnzig Prozent aller Erkrankten k√∂nnen sich nicht an einen Zeckenbiss erinnern. Auch wenn die untersuchte Zecke „sauber“ ist, wissen Sie noch nicht, ob Sie nicht noch von einer anderen gestochen wurden und selbst wenn Erreger nachgewiesen werden, hei√üt das nicht, dass Sie infiziert wurden. Das Geld kann man sich sparen.“

zeckenschule

Die Seite "Zeckenschule" informiert zum Thema. Bild: Zeckenschule.de

Link:
Informationsseiten des Pharma-Herstellers Baxter GmbH
Zeckenschule: Animierte Seite f√ľr Eltern und Kinder zum Thema Zecken
Zeckeninformationsseite

Service:
Das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreise informiert in einer eigenen Ausstellung zum Thema „Zecken“:
„Vom 13. bis 30. April k√∂nnen sich Interessierte im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis/Gesundheitsamt Heidelberg √ľber Gefahren informieren, die von der Zecke als √ÉŇďbertr√§ger von Krankheiten ausgehen. Und nat√ľrlich dar√ľber, wie man sich sch√ľtzt.

Zur Kl√§rung vieler offener Fragen rund um die Zecke er√∂ffnen Dr. Bodo-Falk Hoffmann, stellvertretender Landrat, und Dr. med. Rainer Schwertz, stellv. Amtsleiter des Gesundheitsamtes, am Dienstag, 13. April, um 11.00 Uhr die „Wanderausstellung Zecken“. Zu sehen sind gro√üformatige Infotafeln, Schauk√§sten, Filme und Animationen sowie echte Zecken unter dem Binokular. Alle Besucher sind herzlich eingeladen, sich umfassend informieren, aufkl√§ren und √ľberraschen zu lassen. Die Ausstellung ist Montag – Freitag von 8.00 bis 16.30 ge√∂ffnet.“

Hotline zur Schweinegrippe

Guten Tag!

Heddesheim, 07. November 2009. Die Zahl der Infektionen mit der so genannten Schweinegrippe steigt auch im Rhein-Neckar-Kreis. Das Gesundheitsamt schaltet ab Montag ein Infotelefon frei.

Wegen zahlreicher telefonischer Anfragen besorgter B√ľrger richtet das Gesundheitsamt Rhein-Neckar-Kreis eine Hotline zur „Schweinegrippe“ oder neue Influenza A/H1N1, wie sie wissenschaftlich hei√üt, ein.

B√ľrger k√∂nnen in der Zeit montags bis freitags von 09:00 Uhr bis 15:00 Uhr anrufen:

Infotelefon „Schweinegrippe“: 06221/ 522 – 1891

Das Bundesgesundheitsministerium hat eine kostenlose Hotline unter der Telefonnummer 030 – 346 465 100 eingerichtet, die von Montag bis Freitag zwischen 8 bis 18 Uhr besetzt ist.

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