Sonntag, 19. November 2017

Eine Studie der Universit├Ąt Stuttgart misst erstmals Schadstoffverbreitung von Kohlekraftwerken

Gro├čkraftwerk verursacht j├Ąhrlich 71 vorzeitige Todesf├Ąlle

Der Block 9 des Gro├čkraftwerk Mannheim soll 2015 in Betrieb gehen. Wissenschaftler der Universit├Ąt Stuttgart haben im Auftrag von Greenpeace errechnet, dass rund 48 vorzeitige Todesf├Ąlle im Jahr auf sein Konto gehen werden. Foto: GKM AG

 

Mannheim/Rhein-Neckar, 04. April 2013. (red/pm) Laut einer Studie der Universit├Ąt Stuttgart setzen Kohlekraftwerke neben Treibhausgasen wie Kohlendioxid und Kohlenmonoxid auch Feinstaub, giftige Metalle und Schwefeldioxid frei. Diese Stoffe seien verantwortlich f├╝r Atemwegserkrankungen, Asthma und verk├╝rzen die Lebenszeit deutlich, und zwar deutschlandweit um 33.000 Lebensjahre pro Jahr. Bezogen auf die Bev├Âlkerung entspricht das 3.100 fr├╝hzeitiger Todesf├Ąlle im weiten Umkreis von Kohlekraftwerken. 71 davon gehen laut der Studie auf das Konto des kohlebetriebenen Gro├čkraftwerk Mannheim. Wenn der Block 9 in zwei Jahren in Betrieb geht, rechnen die Forscher mit etwa 48 vorzeitigen Todesf├Ąllen, allein f├╝r diese Anlage. Die Bl├Âcke 3 und 4 werden dann abgeschaltet. Die Bl├Âcke 6, 7 und 8 bleiben am Netz.

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Erste-Hilfe-Apps im Test - auch lokal

Helfen – ja, aber mit dem Smartphone?

Unser Testsieger: Die Erste-Hilfe-App des Samariterbund ├ľsterreich

 

Rhein-Neckar, 01. M├Ąrz 2013. (red/jkr) Ob Verkehrsunfall, verschluckte Erdnuss oder Herzinfarkt – urpl├Âtzlich muss man Ersthelfer sein. Und dann? 73 Prozent der Menschen haben Angst, etwas falsch zu machen. Nicht unberechtigt, denn nur 3,5 Prozent der Befragten konnten die richtige Reihenfolge der zu treffenden Ma├čnahmen an einem Unfallort nennen. K├Ânnen Erste-Hilfe-Apps im Notfall helfen? Wir haben einige unter die Lupe genommen.

Von Johanna Katharina Reichel

Wer hat nicht schon einmal auf der Autobahn im Stau gestanden, weil ein Unfall passiert ist? Wer hat nicht schon einmal im Freundes- oder Bekanntenkreis von einem Herzinfarkt geh├Ârt? Wer hat nicht als Kind irgendetwas angestellt, was ihn oder sie in Gefahr brachte?

Jedem von uns kann fr├╝her oder sp├Ąter in eine Situation kommen, in der wir als Ersthelfer gefragt sind. Doch liegt bei rund 40 Prozent der Erste-Hilfe-Kurs schon ├╝ber zehn Jahre zur├╝ck. Das ergab eine Studie des Samariterbunds ├ľsterreich. Viele Rettungsorganisationen haben daher so genannte ÔÇťErste-Hilfe-AppsÔÇŁ rausgebracht, die den Laien zur Ersthilfe ermutigen sollen. [Weiterlesen…]

Petry bewegt Dich: Keine Angst vor Mucki-Buden!

Guten Tag!

Heddesheim, 21. Februar 2011. Schwei├č, Stahl und St├Âhnerei – stimmt dieses Image von „Mucki-Buden“ noch? Unser Kolumnist Matthias Petry meint: Nein. Das Fitnessstudio ist l├Ąngst offen f├╝r Leute wie Dich und mich.

Von Matthias Petry

Fitnessstudios? Das sind doch diese Folterkeller, in denen irgendwelche Muskelprotze Eisenhanteln stemmen und dabei f├╝rchterlich schwitzen und st├Âhnen. Was hat das denn mit Gesundheit zu tun? Das ist wohl eher nichts f├╝r mich!

Stimmt! Bodybuilding von fr├╝her hatte nichts mit Gesundheit zu tun. Und Arnold Schwarzenegger hat auch als Sch├Ânheitsideal l├Ąngst ausgedient. Das ist alles schon eine Weile her – und trotzdem assoziieren viele Menschen, wenn sie Fitnessstudio h├Âren, diesen Begriff sofort mit Schwei├č, Stahl und St├Âhnerei. – und sind negativ eingestellt.

Dabei haben sich Fitnessstudios schon lange gewandelt – und mit ihnen ihre Klientel. Die meisten Anlagen bieten heute ein komplettes gesundheitssportliches Angebot. Von Kinderturnen bis R├╝ckentraining f├╝r Senioren. Von Zirkeltraining an Ger├Ąten bis Speck-weg-Wochen. Entspannung und Wellness sowieso. Und nat├╝rlich Geselligkeit – Leute kennenlernen, quatschen, gemeinsam Spa├č haben.

Um sich zu erzeugen, sollten Sie einfach in einem Fitnessstudio Ihrer Wahl einen Besichtigungstermin vereinbaren. Sie werden m├Âglicherweise ├╝berrascht sein. Keine dunklen, schlecht gel├╝fteten Kellerr├Ąume warten da auf Sie, sondern ein helles, lichtdurchflutetes und freundliches Ambiente. Kunden sollen sich wohl f├╝hlen und gerne kommen.

Was sofort auff├Ąllt: Hier trainieren „Leute wie Du und Ich“. Der nette Nachbar von gegen├╝ber st├Ąrkt seinen R├╝cken – die Friseurin radelt ihre Pfunde weg. Kontakte sind schnell gekn├╝pft, wenn das gew├╝nscht ist. Wer lieber seine Ruhe haben will, bleibt f├╝r sich – Kommunikation kann, muss aber nicht sein.

Vorbei an Bistro und Getr├Ąnkebar stehen auf der Trainingsfl├Ąche vorne meist die Ausdauerger├Ąte, mit denen Herz-Kreislaufsystem gest├Ąrkt und Kalorien verbrannt werden: Fahrradergometer, Laufb├Ąnder, Ruderergometer, Stepper und sogenannte Crosswalker oder Elypsentrainer, die besonders viele Muskelgruppen ansprechen.

Vielseitigkeit erh├Âht die Motivation

Die Parole hei├čt Abwechslung. Das Ausdauertraining l├Ąsst sich vielseitig gestalten – das erh├Âht die Motivation. Damit das Treten nicht allzu z├Ąh und langweilig wird, kann der Blick auf TV-Monitore oder durch ein Panoramafenster nach drau├čen gehen.

Nach den Ausdauerger├Ąten kommt das Herzst├╝ck der Anlage: der Ger├Ątepark: Krafttrainingsger├Ąte f├╝r jeden Muskel, meist thematisch geordnet und nummeriert. Moderne Ger├Ąte f├╝hren die Bewegung kontrolliert – Fehler fast ausgeschlossen. Gewichte lassen sich ganz leicht einstellen und ver├Ąndern.

Zum Ger├Ątepark geh├Ârt auch ein Kurzhantelkomplex mit Spiegelfront, der nat├╝rlich etwas an die alten Zeiten erinnert. Doch ├â┼ôbungen mit Kurzhanteln geh├Âren einfach f├╝r den fortgeschrittenen Fitnesssportler dazu. Eine Ecke mit Gymnastikmatten f├╝r Bauch- und Dehn├╝bungen ist ebenfalls obligatorisch. Damit schlie├čt man meist den Trainingsdurchgang ab.

Gute Studios haben gute Trainer

Und wie funktioniert das alles jetzt? Daf├╝r gibt├é┬┤s die Trainer. Sie f├╝hren ein erstes Gespr├Ąch mit Ihnen, bevor Sie das Training aufnehmen. Das ist wichtig, denn hier informieren Sie Ihren Trainer ├╝ber etwaige gesundheitliche Beschwerden und Einschr├Ąnkungen.

Diese Informationen flie├čen dann zusammen mit Ihren Fitnesszielen – mehr Kraft, mehr Ausdauer, mehr Beweglichkeit, weniger Gewicht – und einem kleinen sportmotorischen Test in den Trainingsplan ein, den Ihnen die Trainer an die Hand geben.

Die ersten Monate sollten Sie nur nach Ihrem Trainingsplan trainieren, dann kommen auch schnell die ersten Erfolge. Die Trainer erkl├Ąren Ihnen, wie Sie die Ger├Ąte bedienen, kontrollieren Ihre Bewegungsabl├Ąufe und stehen f├╝r Fragen zur Verf├╝gung.

Training ist besser als Medikamente

Ein individuell abgestimmtes Krafttraining wirkt besser als jedes Medikament. Sie k├Ânnen sich dadurch fit f├╝r die Belastungen von Job und Alltag machen und bestimmte gesundheitliche Beschwerden dauerhaft ausschalten.

Ohne ihn geht es auch nicht mehr: den Gymnastikraum f├╝r das w├Âchentliche Kursangebot. Wem das Ger├Ątetraining an Ergometern und Kraftmaschinen zu einsam oder zu langweilig ist, der kann unter vielen Sportkursen ausw├Ąhlen:

Aerobic und Stepp zu flotter Musik, Wirbels├Ąulengymnastik, Pilates und Bauch-Beine-Po f├╝r Schwachstellen und Problemzonen, Indoor-Cycling auf speziellen Standfahrr├Ądern f├╝r die Ausdauer – oft zielgruppenspezifisch, aber immer in der Gruppe mit anderen.

Unschlagbar sind die Wassergymnastik- und Aquajogging-Kurse in gro├čen Anlagen, wenn diese ├╝ber entsprechende infrastrukturelle Bedingungen – sprich ein Hallenbad – verf├╝gen.

Die Sportm├Âglichkeiten sind vielseitig und wetterunabh├Ąngig. Outdoorsportangebote bilden das T├╝pfelchen auf dem „i“: Walking, Lauftraining, Mountainbiking, Tai Chi im Garten. Raus ins Freie und in die Natur.

Zum Training geh├Ârt heute oft Wellness

Was noch fehlt: Entspannung und Wellness. Kaum ein Studio mehr ohne Sauna und Ruheraum. Viele haben eine eigene Wellnessanlage in Betrieb, die keine W├╝nsche offen l├Ąsst. Perfekt f├╝r die Belohnung nach dem anstrengenden Sport.

Fitnessstudios sind meist in privater Hand. Allerdings gibt es auch immer mehr gr├Â├čere Vereine, die eigene Studios erfolgreich betreiben. Wie auch immer: Ein monatlicher Beitrag f├Ąllt nat├╝rlich an, doch der ist meist gut investiert.

Alles unter einem Dach. F├╝r jeden Geschmack. F├╝r jedes Alter. F├╝r Einsteiger und f├╝r Fortgeschrittene. F├╝r D├╝nne und f├╝r ├â┼ôbergewichtige. W├Ąre das vielleicht doch was f├╝r Sie?

Sind Sie neugierig geworden? Dann machen Sie doch gleich in einem nahegelegenen Studio einen Termin aus – und dann woanders noch einen. Und vergleichen Sie. Nutzen Sie ein Probetraining. Und dann ran an├é┬┤s Eisen, ├Ąh ├óÔéČ┬Ž nat├╝rlich an die Ger├Ąte.

Mit sportlichen Gr├╝├čen
Matthias Petry

Zur Person:
Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und als Dozent im Gesundheitsbereich t├Ątig. Matthias Petry gibt Antworten auf Fragen rund um Sport, Fitness und Gesundheit und m├Âchte dazu motivieren, dass Menschen wieder mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen und dadurch schrittweise ges├╝nder werden.

Petry bewegt Dich: In diesem Jahr wird alles besser


Guten Tag!

Heddesheim, 17. Januar 2011. 2011 – neue Vors├Ątze, Neubeginn, Neuanfang. Der Jahreswechsel muss oft als „Tag X“ herhalten. Zum Start des neuen Jahres h├Ârt man auf zu rauchen, man beginnt eine Di├Ąt oder man treibt regelm├Ą├čig Sport. So weit die Theorie.

Von Matthias Petry

Die Pl├Ąne daf├╝r sind schnell gemacht – meist nach dem Sommer. Da geht das leicht von der Hand. Weihnachten und Neujahr sind noch weit entfernt – man hat noch so viel Zeit. Die Absicht ist bekundet, das Gewissen ist beruhigt.

Erstmal gilt aber: so weitermachen. Wenn dann doch Silvester irgendwann kommt, l├Ąsst man es nochmal so richtig krachen. Die letzten Kippen, Sekt und mampfen bis zum Abwinken, ausschlafen, der erste Morgen im neuen Jahr, und nun ├óÔéČ┬Ž?

Das neue Leben soll losgehen.

Jetzt soll es also losgehen, das neue Leben. Das passt aber gerade ganz schlecht – da sind noch ein Paar Zigaretten in der Schachtel, die Reste vom B├╝ffet m├╝ssen auch noch gegessen werden und an Bewegung ist nicht zu denken – man hat Kopfweh.

Einen Tag kann das neue Leben ja schlie├člich noch warten. Obwohl, morgen muss man ja wieder zur Arbeit – Stress, Hektik, Alltag sind ganz schlecht f├╝r einen Start. Dann halt kommendes Wochenende, n├Ąchsten Monat oder am besten erst zum n├Ąchsten Jahreswechsel 2012!

Sie finden dieses Szenario ├╝bertrieben? Ist es nicht. Es ist leider eine Tatsache, dass Menschen die guten Vors├Ątze und Pl├Ąne, die sie sich f├╝r den Jahreswechsel vornehmen, selten in die Tat umsetzen. Die Projekte scheitern reihenweise.

Und scheitert reihenweise.

Warum? Weil die Strategie des Verdr├Ąngens und Rausschiebens verhindert, dass man richtig aktiv wird. Es ist eine Art Selbstbetrug, eine Einschl├Ąferungstaktik. Man gaukelt sich vor, den ersten Schritt – mit der Planung – schon gemacht zu haben.

Dabei ist es ein R├╝ckschritt. Man entfernt sich damit weiter vom Ziel. Denn der Druck wird gr├Â├čer, je n├Ąher der „Tag X“ kommt. Das Scheitern ist dann vorprogrammiert. Man schafft es nicht, hat aber gleich eine L├Âsung parat: Erneut verschieben.

Daf├╝r gibt es dann sofort zehn gute Gr├╝nde: Stress, Kopfschmerzen, Wetter und so weiter, und so weiter. Das Unterbewusstsein zerpfl├╝ckt jeden noch so guten Plan. Es hat ja auch alle Zeit der Welt daf├╝r.

Wie der Schweinhund zum H├╝ndchen wird.

Was tun? Es gibt nur eine L├Âsung: Sofort loslegen. Keine langfristigen Pl├Ąne schmieden, keinen „Tag X“ festlegen, kein „morgen“ oder „n├Ąchste Woche“. Hier und jetzt. Egal, um was es letztendlich geht: Um mit dem Rauchen aufzuh├Âren, um abzunehmen, um mehr Sport zu treiben …

Nur durch den ├â┼ôberraschungseffekt l├Ąsst sich das Unterbewusstsein ├╝berlisten. Gelingt diese List ├Âfter – sagen wir mal regelm├Ą├čig sechs Wochen lang – dann wird der innere Schweinehund schw├Ącher. Er wird dann zum H├╝ndchen – zahm, folgsam.

Er l├Ąuft dann mit, l├Ąuft nebenher. Pl├Âtzlich l├Ąuft auch er gern und meldet sich sogar, wenn wir mal auf dem Sofa liegen bleiben. Dann tauscht er die Rolle: Der Bremser wird zum Antreiber. Er macht uns ein schlechtes Gewissen, wenn wir mal faul sind.

Dann hat man es geschafft. Wenn der innere Schweinehund mit im Boot ist, kann nichts mehr schief gehen. Er ist ein starker Partner. Mit ihm lassen sich die pers├Ânlichen Ziele erreichen. Er braucht nur etwas Pflege und F├╝rsorge – sozusagen eine spezielle Behandlung.

Bewegen Sie sich. Realistisch. Nicht zu hart. Aber tun Sies.

Wenn es um Sport und Bewegung geht, dann sieht die weitere Behandlung des inneren Schweinehunds folgenderma├čen aus:

Treiben Sie regelm├Ą├čig Sport, probieren Sie vieles aus, setzen Sie sich realistische Ziele, trainieren Sie nicht zu hart, h├Âren Sie immer mit einem guten Gef├╝hl auf, belohnen Sie sich hin und wieder, erz├Ąhlen Sie anderen von Ihren Erfolgen.

In diesem Sinne w├╝nsche ich Ihnen einen guten Start ins neue Jahr!

Mit sportlichen Gr├╝├čen
Matthias Petry

Zur Person:
Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und als Dozent im Gesundheitsbereich t├Ątig. Matthias Petry gibt Antworten auf Fragen rund um Sport, Fitness und Gesundheit und m├Âchte dazu motivieren, dass Menschen wieder mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen und dadurch schrittweise ges├╝nder werden.

Petry bewegt Dich: Fit auf die Piste

Guten Tag

Heddesheim, 2. Dezember 2010. Die Wintersportler jauchzen angesichts der Wetterlage: Endlich Schnee – ab auf die Piste hei├čt es in den kommenden Monaten. Ski fahren macht aber nur dann wirklich Spa├č, wenn man sich drauf vorbereitet. Dann sinkt auch die Gefahr von Verletzungen.

Von Matthias Petry

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Matthias Petry: Gesundheit ist alles. Foto: local4u

Haben Sie auch schon den Winterurlaub gebucht? Geht├é┬┤s wieder f├╝r eine Woche zum Skifahren in die Berge? Haben Sie damit dann Ihr j├Ąhrliches Sportprogramm erf├╝llt? Dann geh├Âren Sie zu einer (recht gro├čen) Risikogruppe.

Der Spa├č kann gef├Ąhrlich werden.

Wer das ganze Jahr ├╝ber keinen Sport treibt und dann eine Woche lang Skipisten runterbrettert, lebt gef├Ąhrlich. Das gilt besonders f├╝r Anf├Ąnger – aber auch f├╝r gute Techniker und „alte Hasen“.

Sie kennen das: Anfangs l├Ąuft es auf der Piste noch wie geschmiert – die ersten H├Ąnge nehmen Sie mit links. Doch bald werden die Beine schwer, der R├╝cken zwickt, die Lunge brennt. Dann liegen Sie zum ersten Mal auf der Nase. Gerade nochmal gut gegangen …

Skifahren ist ├Ąu├čerst komplex. Es setzt koordinative und konditionelle F├Ąhigkeiten voraus – Kraft und Ausdauer sind gefragt. Hinzu kommt eine hohe Sturzgefahr und damit verbunden: eine hohe Verletzungsgefahr. Das wird meist untersch├Ątzt – Skifahren ist wie Autofahren ohne Knautschzone und Airbag.

Die Chirurgen sind besser im Training als ihre Patienten.

Ein Skiunfall kann das Urlaubsvergn├╝gen schnell zum Horrortrip werden lassen. Knochenbr├╝che, B├Ąnderrisse, Sch├Ądeltraumata – die Krankenh├Ąuser in den Alpenregionen sind gut ausgelastet und machen gute Gesch├Ąfte. Die dortigen Chirurgen geh├Âren zu den besten ihrer Zunft – kein Wunder, denn sie sind st├Ąndig im Training!

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Doch das Unfallrisiko auf der wei├čen Piste k├Ânnen Sie reduzieren. Daf├╝r bem├╝hen wir nochmal das Beispiel Autofahren: Wie pr├Ąparieren Sie Ihr Auto f├╝r den Winter? Inspektion, Winterreifen, Frostschutzmittel? Dann machen Sie ja alles richtig. Und wie pr├Ąparieren Sie Ihren K├Ârper f├╝r Wintersport? Gar nicht? Dann m├╝ssen Sie was tun.

Um Ihren K├Ârper zu st├Ąrken und f├╝r den Wintersport zu pr├Ąparieren, m├╝ssen Sie ein Grundlagentraining absolvieren, das bereits im Herbst beginnen sollte: Die Muskeln kr├Ąftigen – vor allem die Beinmuskulatur – aber auch R├╝cken, Bauch, Schultern und Arme. Am besten in einer w├Âchentlichen Skigymnastik.

Ãœben, üben, üben.

Auch eine Wirbels├Ąulengymnastik (siehe Oktoberausgabe) passt da bestens – allerdings erg├Ąnzt durch ├â┼ôbungen f├╝r die Beinmuskulatur (z. B. Kniebeugen) und f├╝r die Arme. Kaufen Sie sich f├╝r zu Hause ein Theraband inklusive ├â┼ôbungsanleitung.

Und trainieren Sie Ihre Ausdauer, Ihr Herz-Kreislaufsystem. Gehen Sie regelm├Ą├čig walken, laufen, radfahren oder schwimmen. Mindestens zweimal pro Woche f├╝r mindestens eine halbe Stunde.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Ist Ihr K├Ârper f├╝r den Wintersport vorbereitet, erm├╝det er weniger schnell. Und die meisten St├╝rze passieren dann, wenn Kraft und – damit unweigerlich verbunden – auch Konzentration und Reaktion nachlassen.

Ein trainierter K├Ârper beugt Verletzungen vor.

St├╝rze kommen dann weniger oft vor – aber nat├╝rlich sind sie auch nicht unvermeidbar. Eine trainierte Muskulatur, die Knochen, Sehnen und Gelenke sch├╝tzt, kann dann St├╝rze abfedern und das Verletzungsrisiko dadurch erheblich verringern.

Und man sch├╝tzt damit nat├╝rlich auch die anderen Wintersportler, wenn man Kollisionen auch noch am Nachmittag ausweichen kann. Wenn die Muskeln den Befehlen des Gehirns zuverl├Ąssig Folge leisten.

Au├čerdem ist man mit einer guten Fitness selbstsicherer und lockerer, man hat mehr Zutrauen in die eigenen F├Ąhigkeiten und damit mehr Spa├č auf der Piste.

Ein Skiunfall kann schlimme Folgen haben. K├Ârperliche Fitness ist die beste Pr├Ąvention, damit einem selbst und anderen nichts passiert.

In diesem Sinne w├╝nsche ich Ihnen Ski heil!

Mit sportlichen Gr├╝├čen
Matthias Petry

In eigener Sache:
Nach einem halben Jahr und sechs fachlichen Beitr├Ągen zum Thema „Sport und Gesundheit“ m├Âchte ich mich bei allen Lesern bedanken.

Die sehr guten Zugriffszahlen zeigen, dass meine Artikel in der Reihe „Petry bewegt Dich“ auf ein breites Interesse sto├čen, was mich sehr freut. ­čÖé

Es geht mir aber nicht nur um Unterhaltung, sondern vor allem darum, Menschen zu mehr Bewegung und Sport zu animieren.

Deshalb w├╝rde ich gern von Ihnen wissen, ob meine Ratschl├Ąge bislang auch irgendetwas praktisch bewirkt haben.

Wenn Sie also den einen oder anderen Tipp umgesetzt haben oder sich gar mehr bewegen wie fr├╝her, dann schreiben Sie doch ein kurzes Feedback als Kommentar.

Das w├╝rde wiederum mich noch mehr motivieren, Ihnen auch im kommenden Jahr als „gutes Gewissen“ zur Seite zu stehen. Themen gibtÔÇÖs genug, denn ohne Gesundheit ist alles nichts!

Zur Person:
Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und als Dozent im Gesundheitsbereich t├Ątig. Matthias Petry gibt Antworten auf Fragen rund um Sport, Fitness und Gesundheit und m├Âchte dazu motivieren, dass Menschen wieder mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen und dadurch schrittweise ges├╝nder werden.

Petry bewegt Dich: Lieber leichter leben

Guten Tag!

Heddesheim, 11. November 2010. Haben Sie auch schon mal probiert abzunehmen? Hat das vielleicht anfangs auch geklappt – nur sp├Ąter waren Sie dann ein paar Kilos schwerer als vorher? Sind Sie vielleicht deshalb ratlos, verzweifelt und haben innerlich aufgegeben?

Dann lesen Sie bitte weiter. Es k├Ânnte n├Ąmlich sein, dass Sie ein einfaches Rezept ├╝bersehen haben. Ein einfaches, effektives Mittel, dass in der Masse der Di├Ątangebote, Ern├Ąhrungsvorschriften und Abnehmtabletten leicht ├╝bersehen wird.

Von Matthias Petry

Der Grund: Mit ihm l├Ąsst sich nicht viel Geld machen – es ist nahezu kostenlos und wird deshalb nur schwach beworben. Aber jeder tr├Ągt es in sich, jeder kann es nutzen und sich selbst helfen. Es liegt so nah, dass man nur zugreifen muss: Die Rede ist von Bewegung.

Nur durch Bewegung werden wir wieder leichter – und halten uns dauerhaft schlank. Warum? Weil wir nur durch Bewegung zus├Ątzliche Kalorien verbrennen – sonst durch nichts. Nicht durch Pillen, Di├Ąten, vibrierende G├╝rtel oder leere Versprechungen.

Bewegung bedeutet Energie zu verbrauchen.

Die Formel, die ├╝ber unser K├Ârpergewicht entscheidet, ist einfach: Nimmt man mehr Energie (Nahrung) zu sich als man verbraucht, nimmt man zu. Nimmt man weniger Energie zu sich als man verbraucht, nimmt man ab. Mehr ist es nicht. Und es ist auch nicht so kompliziert, wie viele tun.

Bewegen Sie sich mehr im Alltag (siehe Juliausgabe), treiben Sie mehr Sport, dann werden Sie mehr Energie verbrennen und dadurch langfristig Gewicht verlieren. So einfach ist das. Oder scheint das. Denn das Konzept hat auch seine T├╝cken.

Ein paar Grunds├Ątze m├╝ssen Sie beachten – ein paar Regeln einhalten. Geschenkt wird Ihnen wie immer nichts – Sie m├╝ssen es sich erarbeiten. Daf├╝r k├Ânnen Sie aber mit Recht Stolz sein auf sich selbst, weil Sie es aus eigener Kraft angehen.

Geduld und Regelm├Ą├čigkeit

Der Gewichtsverlust verl├Ąuft sehr langsam. Seien Sie also bitte geduldig, wenn nach zwei Wochen die Kleidergr├Â├če noch unver├Ąndert ist. Sie nehmen daf├╝r aber kontinuierlich und gesund ab – aber auch nur dann, wenn Sie immer am Ball bleiben. Versuchen Sie nicht, ein schnelles Abnehmen mit Gewalt zu erzwingen, indem Sie von Null auf Hundert durchstarten. Denn dann blockiert Ihr K├Ârper und reagiert mit Schmerzen in Muskeln und Gelenken. Also, langsam starten und langsam aufbauen.

Disziplin

Schlagen Sie beim Essen nicht mehr ├╝ber die Str├Ąnge. Und wenn doch, m├╝ssen Sie das durch ein Plus an Bewegung ausgleichen. Bleiben Sie konsequent. Bewegung geh├Ârt jetzt fest zu Ihnen. Werden Sie wieder inaktiv, nehmen Sie auch wieder zu.

Steigerung der Bewegung

Nach einiger Zeit tut sich immer weniger. Ihr K├Ârper hat sich an das Aktivprogramm angepasst und pegelt sich gewichtsm├Ą├čig ein. Sie m├╝ssen jetzt die Bewegung steigern: Sport in Ihren Alltag einbauen, l├Ąngere Wege spazieren, ├Âfter mit dem Rad fahren und Muskeln kr├Ąftigen.

Qualit├Ąt der Bewegung

Um abzunehmen gibt es gute und sehr gute Bewegungsformen. Generell sollte m├Âglichst Ihr ganzer K├Ârper in Bewegung sein, wie das beim spazieren, laufen, schwimmen, radfahren der Fall ist – und weniger beim Minigolf und Bizepstraining. Setzen Sie also m├Âglichst viel Muskelmasse ein. Und kr├Ąftigen Sie zus├Ątzlich gro├če Muskelgruppen (siehe Oktoberausgabe). In der Muskulatur wird die Energie verbrannt – die Muskeln sind der Motor. Leistungsstarke Motoren verbrennen mehr Energie.

Viel hilft viel

Das trifft hier ausnahmsweise mal zu. Lange Bewegungseinheiten verbrennen nat├╝rlich mehr Kalorien als kurze. Wenn Sie sich eine halbe Stunde durchgehend bewegen, machen Sie nichts falsch – f├╝nf Minuten sind besser als nichts, aber f├╝rs abnehmen nicht sehr effektiv.

Bewusst essen und trinken

Hilft nat├╝rlich dabei. Sie wissen das l├Ąngst schon: mehr Obst und Gem├╝se, weniger Fastfood, weniger Wei├čmehl- und daf├╝r mehr Vollkornprodukte. Viel Wasser trinken, Alkohol in Ma├čen. Das ist nat├╝rlich gesund – und schl├Ągt nicht so auf Ihre Kalorienbilanz. Gegen regelm├Ą├čige V├Âllerei und fettreiche Ern├Ąhrung sind aber auch die effektivsten Bewegungseinheiten machtlos.

Zielsetzung und Belohnung

Sind auch wichtig – vor allem f├╝r die Motivation. Setzen Sie sich schrittweise kleine Ziele – z. B. einen Gewichtsverlust von mindestens einem Kilo pro Monat – und belohnen Sie sich, wenn Sie das erreicht haben. Bewegen Sie sich weiter, auch wenn Sie irgendwann mit Ihrem Gewicht und Ihrer Figur zufrieden sein sollten.

Leichter leben – das ist zu schaffen. Unspektakul├Ąr, ohne gro├čen Aufwand, billig. Wenn Sie die genannten Grunds├Ątze beherzigen – Disziplin, Willenskraft, Durchhalteverm├Âgen aufbringen, dann winkt ein neues – leichteres, zufriedeneres und ges├╝nderes – Leben.

Ich w├╝nsche Ihnen viel Erfolg dabei!

Mit sportlichen Gr├╝├čen
Matthias Petry

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Petry bewegt Dich.

Zur Person:
Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und als Dozent im Gesundheitsbereich t├Ątig. Matthias Petry gibt Antworten auf Fragen rund um Sport, Fitness und Gesundheit und m├Âchte dazu motivieren, dass Menschen wieder mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen und dadurch schrittweise ges├╝nder werden.

Archiv: Alle Artikel aus unserer Gesundheitsreihe mit Matthias Petry.
Foto: local4u

Petry bewegt Dich: R├╝ckentraining f├╝r zu Hause

Guten Tag!

Heddesheim, 07. Oktober 2010. (red) Der Sportp├Ądagoge Matthias Petry zeigt Ihnen in diesem Artikel sieben ├â┼ôbungen, die Sie zu Hause oder im B├╝ro jederzeit trainieren k├Ânnen, um sich und ihrem K├Ârper etwas Gutes zu tun. Michael Schmidt, Inhaber der Praxis f├╝r Physiotherapie in Ladenburg, stand als Experte Modell, um die ├â┼ôbungen vorzuf├╝hren.

Von Matthias Petry

In dieser Ausgabe stelle ich Ihnen ein ausgewogenes R├╝ckentraining f├╝r zu Hause vor – mit einfachen, effektiven ├â┼ôbungen, die auch was bringen. Und mit Tipps und Hinweisen, wie man richtig und effektiv ├╝bt.

├ťben Sie langsam.

├â┼ôben Sie langsam. Atmen Sie ruhig und gleichm├Ą├čig – mit der Belastung ausatmen, mit der Entlastung einatmen. Halten Sie niemals die Luft an. ├â┼ôben Sie regelm├Ą├čig: Nicht jeden Tag, aber zwei- bis dreimal pro Woche. Der Zeitaufwand betr├Ągt 15 bis 30 Minuten.

Steigern Sie nach ca. vier Wochen die Anzahl der ├â┼ôbungswiederholungen. Bauen Sie nach ca. drei Monaten neue ├â┼ôbungen in das Programm ein und wechseln Sie die ├â┼ôbungen durch. Das fordert Ihre Muskeln und hilft gegen Eint├Ânigkeit. Wir werden Ihnen nat├╝rlich neue ├â┼ôbungen vorstellen.

Ablenkung beim ├â┼ôben ist erlaubt – am besten legen Sie Musik auf. Ob entspannende Klaviermusik oder aufpushenden Hardrock – alles ist erlaubt. Probieren Sie aus, was Sie am besten motiviert. Sie m├╝ssen auch nicht immer alle ├â┼ôbungen in einer Trainingszeit absolvieren und k├Ânnen die Abfolge ver├Ąndern.

Gemeinsam machts mehr Spa├č.

Gut ist auch, wenn Sie mit anderen zusammen ├╝ben – mit der Nachbarin, dem Ehemann, mit Ihren Kindern. Geteiltes Leid ist halbes Leid! Gemeinsam ├╝ben macht einfach mehr Spa├č. Kontrollieren Sie sich gegenseitig, dass Sie die Bewegungen richtig ausf├╝hren.

Muskelkater? Der kommt mit Sicherheit – stellen Sie sich darauf ein. Ihre Muskeln brauchen Zeit zur Eingew├Âhnung. Sie sind erstmal leicht ├╝berfordert und reagieren mit Schmerzen. Das geht aber weg – relativ schnell sogar.

Sie ben├Âtigen f├╝r die ├â┼ôbungen keine Sportkleidung – sie sollte aber so sein, dass „nichts klemmt“. Eine ├â┼ôbungsmatte macht die ├â┼ôbungen angenehmer.

Also: Los gehts!

├â┼ôbung 1: Diagonalstrecker f├╝r R├╝cken, Ges├Ą├č, Schultern
Vierf├╝├člerstand. Linkes Bein nach hinten und rechten Arm nach vorn strecken. Bein, R├╝cken und Arm bilden eine Linie parallel zum Boden. Jetzt linkes Knie und rechten Ellbogen zusammenf├╝hren, dabei einen runden R├╝cken machen. Anschlie├čend wieder strecken. Jede Seite zehnmal wiederholen, am Ende 20 Sekunden in der Streckung halten.

Diagonalstrecker f├╝r R├╝cken, Ges├Ą├č, Schultern

├â┼ôbung 2: Beckenheber f├╝r unteren R├╝cken, Beine, Ges├Ą├č
Auf den R├╝cken legen, F├╝├če dicht am Ges├Ą├č aufstellen. Nun das Ges├Ą├č heben, bis von Schulter bis Knie eine gerade Linie entsteht. Kurz halten, dann langsam absenken. Bevor das Becken den Boden erreicht, das Ges├Ą├č wieder heben. Zehnmal wiederholen, dann in der Streckung 15 Sekunden halten.

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Ãœbung 3: Rückenspanner für unteren Rücken und Bauch
Auf den R├╝cken legen, F├╝├če dicht am Ges├Ą├č aufstellen, Arme am K├Ârper. Nun Bauch einziehen, Po anspannen und Lendenwirbels├Ąule auf den Boden pressen, so dass der ganze R├╝cken auf dem Boden aufliegt. Zehnmal wiederholen, dann in der Anspannung 15 Sekunden halten.

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Ãœbung 4: Bauchspanner für Bauch
Auf den R├╝cken legen, F├╝├če dicht am Ges├Ą├č aufstellen, Arme am K├Ârper. Kopf und Schultern langsam anheben, bis Sie eine Spannung in den Bauchmuskeln sp├╝ren. H├Ąnde dabei Richtung F├╝├če f├╝hren, die Arme etwas anheben. Zehnmal wiederholen, dann in der Anspannung halten.

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├â┼ôbung 5: Kniebeuge f├╝r Beine, Ges├Ą├č, unteren R├╝cken
Aufrecht stehen, Arme nach vorn strecken. In die Knie gehen, am besten so weit, bis Oberschenkel parallel zum Boden stehen. Zehnmal wiederholen, dann in der Anspannung halten.

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Ãœbung 6: Schulterheber für Schultern und oberen Rücken
Auf den Bauch legen, F├╝├če sind langgestreckt, Arme liegen gestreckt nach vorn am Boden, Stirn ruht auf einem Handtuch. Nun beide Arme aus den Schultern leicht anheben, dabei den Kopf auf der Unterlage liegen lassen. Zehnmal wiederholen, dann in der Anspannung halten.

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Ãœbung 7: Schulterdehner für Schultern und Rücken
Vierf├╝├člerstand, Arme weit nach vorn strecken, H├Ąnde auf den Boden. Von den Handfl├Ąchen bis zum Ges├Ą├č eine gerade Linie bilden. Dehnung 30 Sekunden halten und dann das Ges├Ą├č zur├╝ckf├╝hren und auf den Unterschenkeln ablegen, Stirn auf den Boden, Arme seitlich an den K├Ârper. Dehnung 30 Sekunden halten. Dreimal wechseln.

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Mit sportlichen Gr├╝├čen
Matthias Petry

Zur Person:
Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und als Dozent im Gesundheitsbereich t├Ątig. Matthias Petry gibt Antworten auf Fragen rund um Sport, Fitness und Gesundheit und m├Âchte dazu motivieren, dass Menschen wieder mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen und dadurch schrittweise ges├╝nder werden.

Archiv: Alle Artikel aus unserer Gesundheitsreihe mit Matthias Petry.

Die Fotos wurden mit freundlicher Unterst├╝tztung gesponsort von: Michael Schmidt, Inhaber der Praxis f├╝r Physiotherapie in Ladenburg

Gabis Kolumne

Wie Wohlf├╝hlen und Lust zusammenpassen

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Guten Tag

Heddesheim, 20. September 2010. Unsere Kolumnistin Gabi ist aus dem Urlaub zur├╝ck und schreibt ├╝ber die zweitsch├Ânste Sache der Welt: Essen. Und dar├╝ber, wie Lust und Wohlf├╝hlen zusammen.

Wo haben Sie Ihren Urlaub verbracht? In Italien, Spanien oder in der T├╝rkei? Haben Sie Ihre Pasta und Pizza, ihre Tapas und Mezze genossen? Oder haben Sie dabei Kalorien gez├Ąhlt und sich ├╝ber die mehrfach unges├Ąttigten Fetts├Ąuren des Oliven├Âls den Kopf zerbrochen?

Ich kann nur sagen, ich habe jede Nudel geliebt, die Pizza mit Leidenschaft verspeist und die in ├ľl gebratenen Zucchinis und Auberginen haben mich zutiefst begl├╝ckt.

Was angeblich alles ungesund ist.

Wer kennt sie nicht die Schlagzeilen, die uns immer wieder erschrecken und uns das Vergn├╝gen am Essen so richtig verderben: Essen nach 18 Uhr ist ungesund und macht dick, Eier sind eine Cholesterinfalle, H├╝hnerbr├╝ste sind mit Hormonen angereichert, Schweinefleisch ist sowieso ungesund, im Rindfleisch lauert BSE, in Fisch Schwermetalle und in Nudeln die dick machenden Kohlenhydrate..

Was bleibt ist Rohkost, die wiederum ihre Vitamine nur mit Fett entfaltet. Dann w├Ąren wir wieder bei dem leidigen Thema Fette. Die gute Butter ist schon lange auf der Abschussliste, also nahmen wir Oliven├Âl, aber auch das ist in Verruf gekommen und jetzt hei├čt es. Raps├Âl sei das ges├╝ndeste.

Vor nicht allzu langer Zeit waren f├╝nf kleinere Mahlzeiten am Tag angesagt, doch die neueste Erkenntnis lautet, h├Âchstens alle vier Stunden soll man eine Mahlzeit zu sich nehmen, damit sich der Blutzuckerspiegel wieder abbauen kann.

Eigentlich esse ich richtig gerne, ich liebe Pasta, Fleisch und Saucen – alles ein No-Go, wenn man gesund und kalorienbewusst leben m├Âchte.

Was f├╝rÔÇÖs Essen gilt, gilt nat├╝rlich auch f├╝r alles Fl├╝ssige. Nicht mehr als zwei bis drei Tassen Kaffee t├Ąglich, am besten nicht nach 15 Uhr und dazu reichlich viel Mineralwasser, denn der deutschen liebster Muntermacher entziehe dem K├Ârper Fl├╝ssigkeit.

Studien ├╝ber Studien.

„Gott sei dank gibt es neue Erkenntnisse“, erz├Ąhlte mir eine Freundin ganz erleichtert. Denn Kaffee ist viel besser als sein Ruf, auch 5 bis 7 Tassen t├Ąglich seien nicht sch├Ądlich, ganz im Gegenteil, so meine Freundin, habe man festgestellt, dass Kaffeetrinker seltener an Krebs erkranken. Ob das wirklich so ist, kann ich Ihnen nicht sagen, aber so schmeckt auch die 8. Tasse gleich noch mal besser.

Ein weiteres Streitthema ist seit Jahren der t├Ągliche Genuss von Alkohol. So las ich k├╝rzlich: „Im Rotwein enthaltene Polyphenole wirken entz├╝ndungshemmend und beugen Krebs und Herzerkrankungen vor.“ Na, prima, dann kann das t├Ągliche Viertele ja kaum schaden. Suchtexperten dagegen warnen davor, denn das regelm├Ą├čiges Trinken und seiÔÇÖs auch nur ein Glas, f├╝hre zur Abh├Ąngigkeit.

Aber auch unter den Teetrinkern gibt es die unterschiedlichsten Erkenntnisse, denn schlie├člich ist Tee nicht gleich Tee. So hat vor allem der Gr├╝ne Tee in den letzten Jahren einen Siegeszug angetreten und alle, die ihrem K├Ârper etwas Gutes tun wollten, haben ihn konsumiert und den Schwarzen Tee verp├Ânt.

Schokolade macht dick und verursacht Pickel, aber sie ist nun mal auch verdammt lecker, beruhigt die Nerven und von der gl├╝cklich machenden Wirkung der Kakao-Bohnen haben schon die Azteken gewusst.

Von Negativ-Schlagzeilen lange unbehelligt waren die Gummib├Ąrchen. Ganz im Gegenteil, die Gelatine sch├╝tzt sogar vor Gelenkrheuma und Osteoporose und das alles fettfrei. In Verruf kamen die bunten Fruchtgummis in Zeiten des Rinderwahns, denn pl├Âtzlich war man sich nicht sicher, ob in der Gelatine auch tierische Abfallprodukte und damit BSE lauert.

Essen, worauf man Lust hat.

Und dann endlich: Vor Kurzem habe ich einen Artikel in einer Frauenzeitschrift gelesen, der das thematisiert hat, was ich so lange schon gehofft habe zu h├Âren: Man soll das essen, worauf man Lust hat, so oft und so viel. Wichtig sei es dabei nur auf den K├Ârper zu h├Âren und nicht auf die neuesten Ern├Ąhrungsratgeber. Alles sei erlaubt, so lange sich unser K├Ârper dabei wohl f├╝hle.

Ich war am vergangenen Wochenende auf zwei Geburtstagen eingeladen und habe mit Genuss und Freude meinen Nachtisch und Kuchen verspeist – und vor allem ohne schlechtes Gewissen und das kann nur gut tun.

gabi

Petry bewegt Dich: Das Kreuz mit dem Kreuz

Guten Tag!

Heddesheim, 16. September 2010. Sie habens im R├╝cken? Aha. Sie denken, der ist ├╝berlastet? Meistens stimmt das nicht, sagt unser Kolumnist Matthias Petry. Der Sportp├Ądagoge wei├č, dass unsere R├╝cken oft zu wenig belastet sind und dann dieser Schmerz kommt, wenn man ihn mal doch anstrengt – denn Unterforderung ist Gift f├╝r unseren K├Ârper.

Von Matthias Petry

Unser R├╝cken muss t├Ąglich einiges aushalten – harte St├╝hle, weiche Matratzen, schwere Lasten. Schwere Lasten? Wohl eher selten. Die Zahl der Menschen, die k├Ârperlich schwer arbeitet, nimmt stetig ab und im Haushalt l├Ąuft alles maschinell.

Nein, was unser R├╝cken tats├Ąchlich t├Ąglich aushalten muss, sind nicht Anstrengung und Belastung, sondern genau das Gegenteil: Unterforderung und Entlastung. Unser Kreuz ist sozusagen von allen Pflichten befreit – es hat das ganze Jahr Urlaub.

Das klingt erstmal nicht schlecht. Entlastung ist immer gut. Gestresst und angespannt sind wir doch schon genug. Da ist es doch sch├Ân, wenn wenigstens ein Teil von uns – unser R├╝cken – entspannt bleiben kann. Ist es nicht!

Unterforderung ist Gift

Unterforderung ist Gift f├╝r unseren K├Ârper – Gift f├╝r unseren R├╝cken. Seine Strukturen – Muskeln, Knochen, Sehnen – leben davon, dass sie bewegt und gefordert werden. Haben sie nichts zu tun, verk├╝mmern sie. Sie werden ja sowieso nicht gebraucht.

Irgendwann kommt er: der Schmerz. Anfangs noch weggel├Ąchelt, wird er zunehmend penetranter. Zun├Ąchst noch weggelockert, sitzt er sp├Ąter immer fester. Zu Beginn als kleine Einschr├Ąnkung wahrgenommen, macht er manchem das Leben zur H├Âlle.

Dann wehren wir uns: Schmerzmittel, Spritzen, Krankengymnastik, Massagen. Hilft alles – aber nicht f├╝r lange. Beseitigt kurzzeitig das Symptom – nicht aber die Ursache. Ist bequem und einfach – nicht aber effektiv.

Was tun, wenn der R├╝cken schmerzt?

R├╝ckenschmerzen entstehen also meist durch Bewegungsmangel und einseitige K├Ârperhaltungen, wie Sitzen mit rundem R├╝cken am Arbeitsplatz, Stehen mit durchgedr├╝ckten Knien und vorgeschobenen Schultern.

Muskeln verk├╝mmern, verspannen, verh├Ąrten. Knochen werden weicher, d├╝nner, instabiler. Bandscheiben trocknen aus, verschlei├čen, verschieben sich. Schmerzen kommen, gehen, nehmen zu – und bleiben dann st├Ąndiger Begleiter.

Was also tun? Als regelm├Ą├čiger Leser wissen Sie es wahrscheinlich bereits schon: Bewegen! Bewegen, bewegen, bewegen. Der R├╝cken ern├Ąhrt sich von der Bewegung. Er lebt dann auf, wenn er was zu tun hat. Geben Sie ihm Nahrung, dann bleibt er gesund.

Bewegung hilft.

Das Programm f├╝r einen bewegten Alltag ist ein guter Einstieg. Aber f├╝r den „Patient R├╝cken“ braucht es mehr Einsatz. Und zwar Wirbels├Ąulengymnastik, Krafttraining, Stretching- und Mobilisations├╝bungen.

Radfahren und spazieren gehen sind f├╝r unser Kreuz zu wenig. Kraft muss her: Muskeln m├╝ssen aufgebaut werden, Knochen gest├Ąrkt und Bandscheiben ern├Ąhrt. Der R├╝cken muss belastet und gefordert werden – dann macht er auch keine Zicken.

Das Gute daran: R├╝ckentraining hilft immer, egal, wann man einsteigt. Pr├Ąventiv w├Ąre nat├╝rlich am besten – aber wer ├╝bt schon bevor der Schmerz eingesetzt hat. Meistens muss erst ein Warnsignal kommen, bevor man was tut.

Dann aber loslegen: Mit Fitnesstraining an Ger├Ąten, Yoga, Wirbels├Ąulengymnastik, Qi Gong oder Tai Chi und vielem anderen mehr. Es ist f├╝r jeden Geschmack was dabei. Ob in der Gruppe im vhs-Kurs oder allein beim Ger├Ątetraining im Fitness-Studio.

Regelm├Ą├čiges Training.

Angeleitet durch einen guten Kursleiter oder Trainer ist nat├╝rlich empfehlenswert – vor allem zu Beginn. Dann muss es regelm├Ą├čig stattfinden. Nicht jeden Tag, aber zwei- bis dreimal pro Woche. Es sollte abwechslungsreich sein und auf Steigerung abzielend.

R├╝ckentraining hat nat├╝rlich keinen hohen Fun-Faktor, d. h. der Spa├č ist begrenzt. Die Fortschritte sieht und sp├╝rt man aber schnell – wenn die Muskelspannung steigt und die Schmerzen weniger werden. Das gibt Schwung und Motivation.

Aber: Angeleitetes R├╝ckentraining kostet auch was – eine Kursgeb├╝hr oder einen Mitgliedsbeitrag. Doch das Geld ist gut angelegt – die Rendite hoch: n├Ąmlich Aussicht auf ein gesundes und belastbares Kreuz.

In der n├Ąchsten Ausgabe im Oktober stellt Ihnen Matthias Petry ein ausgewogenes R├╝ckentraining f├╝r zu Hause vor – mit einfachen, effektiven ├â┼ôbungen, die auch was bringen. Und mit vielen Tipps und Hinweisen f├╝r ein gesundes Kreuz.

Mit sportlichen Gr├╝├čen
Matthias Petry

Zur Person:
Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und als Dozent im Gesundheitsbereich t├Ątig. Matthias Petry gibt Antworten auf Fragen rund um Sport, Fitness und Gesundheit und m├Âchte dazu motivieren, dass Menschen wieder mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen und dadurch schrittweise ges├╝nder werden.

Petry bewegt Dich: Und der Tag geh├Ârt Dir…

Guten Tag!

Heddesheim, 05. August 2010. F├╝r viele Menschen, f├╝r viele Familien ist der August der Ferienmonat – endlich ausspannen. Vom Job, von der Schule. „Ist das gut so, ist das gesund?“ fragt unser Kolumnist Matthias Petry. Entspannung ist sicher gut, aber ohne Spannung nichts. Deswegen pl├Ądiert Matthias Petry f├╝r Bewegung. Denn die h├Ąlt uns und unsere Welt eben in… Bewegung.

Von Matthias Petry

Aktiv in den Ferien

August, Sommerferien, Urlaub – die sch├Ânste Zeit des Jahres. Jetzt mal richtig lang ausschlafen und tags├╝ber faulenzen. Das haben wir uns redlich verdient, nachdem wir doch das ganze Jahr schuften. Endlich ich – Zeit f├╝r mich!

Die F├╝├če hochlegen und nichts tun – ob zu Hause oder am Urlaubsort – das ist echte Erholung. Am Baggersee, Strand oder Hotelpool liegen, ab und zu die Zehen ins Wasser, dann kurz mal zum Kiosk laufen, dann wieder aufs Handtuch. Super!

Abends auf die eigene Terrasse, dann Fernseher und ab ins Bett. Oder Abendessen im Hotel, dann Animationsprogramm anschauen, dann Fernseher im Hotelzimmer und ab ins Bett. Und das jeden Tag – wie sch├Ân!

Urlaub steht f├╝r abschalten – vom Alltag, unser K├Ârper aber will und braucht Bewegung.

An dieser Stelle muss die Frage erlaubt sein: Ist das gesund? Was hat unser K├Ârper von der freien Zeit? Ignorieren wir seine Bed├╝rfnisse damit im Urlaub nicht genauso, wie wir das im Alltag tun? Wo bleibt da die Bewegung, die wir doch so dringend brauchen?

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"Beweg Dich, so wie es Dir gef├Ąllt", sagt Matthias Petry. Auch im Urlaub, denn unser K├Ârper will bewegt werden. Bild: local4u

Jetzt steht uns endlich freie Zeit zur Verf├╝gung. Einen Teil davon k├Ânnten wir gut f├╝r Bewegung nutzen. Doch das bleibt meist aus. Wir sind zwar im Urlaub, unseren K├Ârper haben wir aber leider im Alltag zur├╝ckgelassen. Das ist traurig.

F├╝r unseren K├Ârper macht es keinen Unterschied, ob wir auf dem Balkon im Liegestuhl sitzen oder am Schreibtisch vor unserem B├╝ro-PC, ob wir im Mietauto ├╝ber eine Insel kurven oder im eigenen Auto zur Arbeit. Er wird in allen F├Ąllen zu wenig bewegt.

Machen Sie aktiv Urlaub.

Unser K├Ârper leidet, wenn er nicht gefordert wird. Die R├╝ckenschmerzen sind auch auf Mallorca dieselben, das ├â┼ôbergewicht macht auch auf den Malediven zu schaffen und die Laune ist auch nicht die beste, wenn die Liege am Pool auf Kreta belegt ist.

Da muss ein neues Konzept her – eine neue Strategie, die den K├Ârper im Urlaub mehr einbezieht: Bewegung! Den Urlaub aktiv verbringen – die Zeit hat man daf├╝r. Und erst die M├Âglichkeiten – unz├Ąhlige. Man muss sie nur nutzen.

Pool, Meer und Baggersee sind zum Schwimmen da – tun Sie├é┬┤s! Leihen Sie sich ein Fahrrad und kein Auto! Machen Sie ausgiebige Spazierg├Ąnge vor allen Mahlzeiten – am besten barfu├č am Strand oder in Wanderschuhen den Berg hinauf.

Was bietet das Animationsprogramm im Hotel? Gut, es muss nicht Wasserball um 13 Uhr in der Mittagshitze sein – auch Minigolf k├Ânnen Sie gegebenenfalls auslassen. Aber vielleicht gibt├é┬┤s ja eine gute Morgengymnastik oder Beachvolleyball in den Abendstunden?

Yoga, Minigolf, Tanzen, Aerobic – ganz egal, nutzen Sie Bewegungsangebote!

Ausprobieren ist angesagt – wenn nicht jetzt, wann dann? Nordic Walking, Aerobic, Yoga – meistens gibt├é┬┤s doch f├╝r jeden etwas passendes. Und wenn doch nicht, dann wenigstens abends tanzen gehen, wenn die Musik in der Lobby aufspielt.

Sie werden sehen: Bewegung macht Spa├č – Sport wertet den Urlaub auf. Es ist ein gutes Gef├╝hl, wenn man vor dem Fr├╝hst├╝ck eine halbe Stunde schwimmen war. Oder beim Abendessen richtig reinhauen kann, weil man am Nachmittag mit dem Rad unterwegs war.

Schwerer heimkommen als ankommen ist in jedem Fall schlecht – dagegen sind Bewegung und Sport ein gutes Mittel. Im Urlaub schmeckt das Essen meist noch besser als zu Hause – genie├čen l├Ąsst sich das trotzdem: Wenn man aktiv bleibt.

Mit Sport schmecken die K├Âstlichkeiten noch besser.

Nat├╝rlich ist das leichter gesagt als getan. Mit der Motivation ist das so eine Sache. Wenn das Unterbewusstsein st├Ąndig Signale sendet wie: „Bleib├é┬┤ sitzen“, „schlaf dich aus“, „kannst auch morgen noch anfangen“, „heute ist doch so sch├Ânes Wetter“.

H├Âren Sie da nicht hin. Fangen Sie sofort an. Absolvieren Sie jeden Tag ein Programm – probieren Sie unterschiedliche Aktivit├Ąten aus. ├â┼ôbertreiben Sie nicht. Powern Sie sich nicht aus – beenden Sie jede Aktivit├Ąt mit einem guten Gef├╝hl. Bleiben Sie konsequent.

Belohnen Sie sich – aber erst nach Ihrer Leistung. Setzen Sie sich kleine, realistische Ziele: jeden Tag 50 Meter mehr schwimmen, f├╝nf Minuten l├Ąnger spazieren oder eine Bauch├╝bung dazu. Dann wird das auch was.

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub – soweit klar. Trotzdem verpuffen die gesundheitlichen Verbesserungen wieder schnell, wenn man nach vierzehn Tagen Aktivurlaub wieder in den bewegungsarmen Alltagstrott verf├Ąllt.

Sport hilft beim Abschalten.

Zu Hause gilt es, an den Urlaubsleistungen anzukn├╝pfen. Die Motivation hochzuhalten. Bewegung in den Alltag einzubauen. Wie das gelingen kann, l├Ąsst sich in der Juliausgabe (siehe Link) nachlesen. Bleiben Sie am Ball – jetzt nicht abrei├čen lassen.

Vielleicht haben Sie auch an einer Sportart, die Sie im Urlaub ausprobiert haben, Gefallen gefunden. Dann sollten Sie schauen, wo Sie diese zu Hause weiterbetreiben k├Ânnen: im Sportverein, im Tennisclub, bei der Volkshochschule oder im Fitness-Studio oder auch gerne, wenn sie die Treppe statt dem Aufzug benutzen, ein wenig mehr laufen.

Bewegen Sie sich. Es lohnt sich ganz sicher ­čÖé

Ich w├╝nsche Ihnen einen aktiven Urlaub, wo auch immer Sie diesen verbringen!

Zu Hause gilt es, an den Urlaubsleistungen anzukn├╝pfen. Die Motivation hochzuhalten. Bewegung in den Alltag einzubauen. Wie das gelingen kann, l├Ąsst sich in der Juliausgabe nachlesen. Bleiben Sie am Ball – jetzt nicht abrei├čen lassen.

Mit sportlichen Gr├╝├čen
Matthias Petry

Zur Person:
Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und als Dozent im Gesundheitsbereich t├Ątig. Matthias Petry gibt Antworten auf Fragen rund um Sport, Fitness und Gesundheit und m├Âchte dazu motivieren, dass Menschen wieder mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen und dadurch schrittweise ges├╝nder werden.

Petry bewegt Dich: Und der Tag geh├Ârt Dir…

Guten Tag!

Heddesheim, 01. Juli 2010. Der innere Schweinehund ist verdammt stark – Du auch, sagt Matthias Petry. Deshalb sollte man sofort loslegen – jeder Anfang ist schwer, aber schon nach kurzer Zeit wird die t├Ągliche Dosis Bewegung immer leichter, immer wichtiger.

Von Matthias Petry

Sie haben Schmerzen im R├╝cken und im Nacken vom stundenlangen Sitzen? Ein paar Kilo zu viel auf den Rippen? Aber weder Zeit f├╝r Sport noch Lust darauf?

Eines ist klar: Ohne mehr Bewegung wird sich am Status quo nichts ├Ąndern. Was kann man also tun?

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Liegest├╝tzen kann man ├╝berall machen - erst ein paar, dann mehr, dann viele. Bild: local4u

Es muss nicht in erster Linie Sport sein. Ob wir das als Sport bezeichnen, wenn wir uns bewegen, ist unserem K├Ârper herzlich egal – Hauptsache er wird bewegt. Daf├╝r ist er n├Ąmlich da – und nur dann bleibt er gesund: Wenn man ihn fordert.

Hauptsache: Bewegung.

Wer keine Lust hat auf Fitnessstudio, Badminton oder Waldlauf, kann trotzdem sich und seinem K├Ârper Gutes tun. Wie? Indem man die Bewegungsm├Âglichkeiten des Alltags nutzt: Fahrrad statt Auto, Treppe statt Fahrstuhl, Spaziergang statt Kantine.

Das Beste daran: Diese Aktivit├Ąten kosten keine oder nur sehr wenig Zeit – Zeit haben wir ja alle nicht. Und sie helfen, den beruflichen und privaten Alltag ges├╝nder zu gestalten. Besser als jede Tablette und jede Massage und jede Di├Ąt.

Man muss nur wollen, anpacken, anfangen – und dann konsequent sein und dabei bleiben. Ausreden und Ausnahmen gelten nicht. Klar, ist Disziplin gefragt – und man muss anfangs ├╝ber seinen Schatten springen. Aber sp├Ąter dann, geht vieles leichter.

Der innere Schweinehund.

Nat├╝rlich ist der innere Schweinehund verdammt stark. Eigentlich wissen wir ja schon l├Ąngst, dass wir uns mehr bewegen m├╝ssen, aber wir haben daf├╝r jetzt wirklich keine Zeit, au├čerdem Kopfschmerzen und das Wetter ist gerade total mies – und ├╝berhaupt ├óÔéČ┬Ž

Da hilft nur eins: Sofort loslegen. Nicht morgen – heute. Feste Termine machen – keine Ausnahmen zulassen. Realistische Ziele setzen. F├╝r Abwechslung sorgen – verschiedene Bewegungsformen ausprobieren. Und nat├╝rlich sich selbst hin und wieder belohnen.

Sp├Ąter dann, nach ein paar Wochen konsequentem Bewegungshandeln, will man nichts anderes mehr. Man braucht es, man kann nicht mehr ohne, man ist abh├Ąngig im positiven Sinn. Die t├Ągliche Dosis Bewegung ist auf einmal so wichtig, wie essen und trinken.

Dann hat man es geschafft. Dann sollte man mal in seiner Freizeit die eine oder andere sportliche Aktivit├Ąt zus├Ątzlich einplanen. Daf├╝r ist man jetzt bereit – man will mehr leisten, man kann mehr leisten.

Am besten f├Ąngt man einfach an.

Wie k├Ânnte jetzt so ein bewegter Alltag aussehen? Das folgende Beispiel zeigt es. Vieles wird man schon kennen oder f├╝r profan halten – manches ist vielleicht neu. Ganz egal, es geht nur darum, dass man handelt und die Dinge umsetzt. Viel Spa├č dabei!

Morgens

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Zehn Minuten Zeit am Morgen sind gut investiert. Bild: local4u

  • Den Wecker zehn Minuten fr├╝her stellen – sich ausgiebig recken, strecken und lockern, direkt nach dem Aufstehen.
  • Br├Âtchen holen zu Fu├č oder mit dem Rad, dabei einen kleinen Umweg einbauen.
  • Das Auto stehen lassen und mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren oder auf der Bus- bzw. Bahnfahrt eine Haltestelle fr├╝her aussteigen und den Rest zur Arbeit laufen.
  • Wenn man nicht aufs Auto verzichten kann: Nicht direkt vor der Firma parken, sondern 500m weiter weg und den Rest zu Fu├č gehen.
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Treppen fordern den ganzen K├Ârper - Fahrst├╝hle nur einen Finger, der den Knopf dr├╝ckt. Bild: local4u

Im B├╝ro

  • Treppen nutzen, Fahrst├╝hle strikt meiden.
  • B├╝roarbeitsplatz ergonomisch einrichten lassen.
  • Jede halbe Stunde aufstehen, ein paar Schritte machen, den Nacken lockern, Arme anheben und Schultern kreisen.
  • Jede M├Âglichkeit zum aufstehen und gehen nutzen, nicht mit dem B├╝rostuhl zum Aktenregal rollen.
  • Einen Teil der Mittagspause f├╝r einen ausgiebigen Spaziergang verwenden.

Zu Hause

  • Vor dem Abendessen noch eine Runde um den Block, ├╝bers Feld, egal wo. Das ist gut und macht den Kopf frei.
  • Mit den Kids Fu├čball spielen im Garten, statt gleich den Fernseher anzuschalten.
  • Auf die Fernbedienung verzichten, Programme direkt am Fernseher umschalten.
  • Werbepausen nutzen f├╝r ein paar Schritte zwischendurch.
  • Vor dem Zubettgehen noch ein paar Lockerungs├╝bungen.

Ja, und ab hier sind dann eigene Ideen gefragt – wie gesagt, jede Bewegung z├Ąhlt ├óÔéČ┬Ž

Wo l├Ąsst sich noch Bewegung in den Alltag integrieren? Haben Sie weitere Beispiele? K├Ânnen Sie die Liste erweitern? Dann mailen Sie Ihren Kommentar. Wir sind gespannt!

Ich w├╝nsche Ihnen einen sportlichen Tag!

Zur Person:
Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und als Dozent im Gesundheitsbereich t├Ątig. Matthias Petry gibt Antworten auf Fragen rund um Sport, Fitness und Gesundheit und m├Âchte dazu motivieren, dass Menschen wieder mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen und dadurch schrittweise ges├╝nder werden.

Petry bewegt Dich: Jeden ersten Donnerstag im Monat

Guten Tag!

Heddesheim, 30. Juni 2010. Das heddesheimblog begr├╝├čt einen neuen Kolumnisten: Der Heddesheimer Matthias Petry schreibt an jedem ersten Donnerstag im Monat seine Sportkolumne „Petry bewegt Dich“ mit alltagstauglichen Tipps zu Sport, Fitness und Gesundheit.

Von Matthias Petry

Erachtet man die Gesundheit als das h├Âchste Gut des Menschen, so ist ihre Erhaltung, F├Ârderung und Verbesserung ohne sportliche Bet├Ątigung nahezu undenkbar. Leben braucht Bewegung!

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Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und schreibt monatlich ├╝ber Tipps zu Sport, Fitness und Gesundheit. Foto: local4u

Der Mensch ist durch seine anatomischen und genetischen Grundlagen auf Bewegung ausgerichtet – er tickt, was seinen K├Ârper angeht, noch auf Steinzeitniveau.

Die Gesamtheit unserer 25 000 Gene (unser Genom) hat sich seit 40 000 Jahren nicht mehr gro├č ver├Ąndert. Alle Funktionsabl├Ąufe unseres hochkomplexen Organismus sind nach wie vor ausgerichtet auf die Bedingungen der Fr├╝h-Steinzeit.

Aus 20 Kilometern pro Tag sind 800 Meter geworden.

Die damaligen extremen Witterungsbedingungen und Gefahren waren nur zu bew├Ąltigen durch jagen, weglaufen, weiterziehen – gut 20 Kilometer legten die Menschen damals t├Ąglich zur├╝ck – heute kommen wir gerade noch auf 800 m.

Auch bei uns Menschen der Moderne sind die lebens- und gesundheitserhaltenden Funktionsabl├Ąufe auf das ├â┼ôberlebensgesetz ausgerichtet: „Ern├Ąhrung durch Bewegung“. Das Sammeln und Jagen beschr├Ąnken wir aber auf den Griff ins Supermarktregal.

Beanspruchen wir unsere Organe, Muskeln oder Knochen regelm├Ą├čig, dann werden diese leistungsf├Ąhig und robust – bleiben wir unt├Ątig, verk├╝mmern sie. Vor allem unser Gehirn lebt von der Bewegung.

Die Bewegungsqualit├Ąt und -quantit├Ąt, die wir zur Gesunderhaltung n├Âtig h├Ątten, l├Âsen wir in der Regel nicht mehr ein. Auch deshalb, weil Bewegungsm├Âglichkeiten in der neuzeitlichen technisierten Welt immer mehr zur├╝ckgedr├Ąngt werden.

Raus aus dem Sitz, rein in die Bewegung.

Computer und Maschinen nehmen uns die k├Ârperliche Arbeit ab, Fahrst├╝hle ersetzen Treppen, motorisierte Fahrzeuge ersetzen die eigene Bewegung. Ein Gro├čteil der Bundesb├╝rger verbringt viele Stunden des Tags im Sitzen.

„Vom Bett ins Auto, vor den Computer, dann wieder ins Auto, auf das heimische Sofa vor den Fernseher und dann wieder ab ins Bett“ – ein typischer Tagesablauf bei dem die Gesundheit auf der Strecke bleibt.

Wir beuten unseren K├Ârper ganz selbstverst├Ąndlich aus und belasten ihn durch eine unnat├╝rliche Lebensweise. Erst, wenn etwas nicht funktioniert oder etwas schmerzt, erinnern wir uns wieder an ihn.

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Technik, Komfort und Bequemlichkeit l├Âsen einen allgemeinen Bewegungsmangel aus, der wiederum Sch├Ąden am Bewegungsapparat zur Folge hat, der Zivilisationskrankheit Nr. 1.

Hilfe zur Selbsthilfe.

Auch im Zuge leerer Gesundheitskassen muss der Einzelne mehr Eigenverantwortung gegen├╝ber seinem K├Ârper und seiner Gesundheit aufbringen – „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist angesagt.

Sport und Bewegung in den Alltag einzubauen ist gar nicht so schwer, wie man vielleicht denkt. Die Sportkolumne gibt Antworten auf Fragen:

  • Was kann man f├╝r seinen R├╝cken tun?
  • Wie kann man Bewegung am B├╝roarbeitsplatz integrieren?
  • Wie bringt man das Herz-Kreislaufsystem gezielt in Schwung?
  • Was kann die Ern├Ąhrung leisten?
  • Wie kann ich mich entspannen?

Die LeserInnen sind gerne aufgerufen, sich mit Fragen oder Hinweisen an Matthias Petry zu wenden – machen Sie mit. Bringen Sie sich ein!

Zur Person:
Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und als Dozent im Gesundheitsbereich t├Ątig. Matthias Petry gibt Antworten auf Fragen rund um Sport, Fitness und Gesundheit und m├Âchte dazu motivieren, dass Menschen wieder mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen und dadurch schrittweise ges├╝nder werden.

„Pommes satt“ und was der Kinderarzt Dr. Ulrich Schaefer davon h├Ąlt

Guten Tag!

Heddesheim, 22. Juni 2010. „Pommes satt“ entwickelt sich zum Diskussionsstoff im Ort. Beim Public Viewing hatten die Veranstalter mit einer Aktion „Pommes satt“ f├╝r einen Euro f├╝r Kinder geworben. Wir hatten das kritisiert und wurden selbst daf├╝r kritisiert, denn die „Kinder“ trainierten sich die Kalorien beim Fu├čball ja wieder ab… Jetzt hat der Kinderarzt Dr. Ulrich Schaefer das Thema aufgenommen. Sein Urteil ist eindeutig.

Leserbrief: Dr. Ulrich Schaefer, Kinder- und Jugendarz

„In einer Satire hat der r├Âmische Dichter Juvenal kritisiert, dass durch „Brot und Spiele“ das Volk von den politischen Alltagsschwierigkeiten abgelenkt werden sollte – und sich vielleicht auch gerne ablenken lie├č.

In Heddesheim bieten die Gemeindeverwaltung und die Sportvereine „Pommes und Public Viewing“ . „Pommes satt“ f├╝r die Kinder! W├Ąhrend 15 Prozent der Schulkinder in Deutschland ├╝bergewichtig sind, gibt es in Heddesheim „Pommes satt“. Da versuchen Kinderg├Ąrten und Schulen den Kindern und Jugendlichen eine gesunde Ern├Ąhrung zu vermitteln. In der Freizeithalle: „Pommes satt“ und die entsprechenden kalorienreichen Getr├Ąnke.

Im alten Rom konnten die Kaiser und Senatoren durch ihre „Politik“ mit „Brot und Spielen“ ihre Machtinteressen leicht durchsetzen und verwirklichen. Man k├Ânnte spekulieren, ob die Gemeindeverwaltung in Heddesheim auch von den Schwierigkeiten bei der Ansiedlung einer Gro├čspedition ablenken will oder ob es einfach an Ideen gefehlt hat, um Kindern ein gesundes Essen anzubieten. Beides ist schlecht!“

Anmerkung der Redaktion:

Wir hatten bereits am 16. Juni 2010 die Aktion „Pommes satt“ kritisch hinterfragt: „Die Gemeinde Heddesheim setzt erwartungsgem├Ą├č auf eine Fortf├╝hrung der sehr gut besuchten Auftaktveranstaltung. Ob „Pommes satt“ im Sinne von Fitness, Sport und Spiel ein geeignetes Lockmittel f├╝r Kinder sind, darf hinterfragt werden, angesichts zunehmender Fettleibigkeit und Essst├Ârungen bei Kindern. Immerhin zeigt die E-Jugend der Fortuna ein „Show“-Training und damit Spa├č an der Bewegung und dem sportlichen Einsatz.“

Der Kinderarzt Dr. Ulrich Schaefer bietet als einer von wenigen ├âÔÇ×rzten eine Adipositas-Schulung an. Mehr Informationen auf seiner Website.

Gabis Kolumne

Das Kreuz mit der (gesunden) Ern├Ąhrung

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Guten Tag!

Heddesheim, 29. M├Ąrz 2010. Mit dem Essen ist das so eine Sache – was schmeckt, ist meistens nicht gesund. Und obwohl es Di├Ąten an jeder Ecke gibt, gab es noch nie so viele Essgest├Ârte, ├â┼ôbergewichtige und Falschern├Ąhrte, meint Gabi.

Dieser Tage hat im Radio ein Komedian ├╝ber die guten alten Zeiten berichtet, als es bei der Oma noch den fetten Schweinebraten gab, die Torte mit guter Butter gebacken wurde und die Sahne im Kaffee alles andere als „light“ war.

K├Ânnen Sie sich auch noch dran erinnern?

Gesundes Essen vs. leckeres Essen.

Heute haben wir die Ern├Ąhrungsberatung. Die f├Ąngt im Kindergarten, nein, eigentlich schon fr├╝her, in der Schwangerschaft an. Unsere Kinder und nat├╝rlich auch wir Eltern lernen von Ern├Ąhrungswissenschaftlern, wie ein gesundes Fr├╝hst├╝ck auszusehen hat: K├Ârnerbrot, Salatblatt, eventuell Gurke und dann gesunde Wurst oder K├Ąse.

Ein No-Go, und da werden Sie mir sicher Recht geben, ist ein Toastbrot mit Nutella oder eine Dampfnudel.

Dummerweise, essen das die meisten Kinder aber richtig gerne. Zus├Ątzlich wurde uns im Fernsehen von Boris Becker erkl├Ąrt, und der war immerhin jahrelang die Nummer Eins auf der Tennisweltrangliste, dass der Schoko-Nuss-Brotaufstrich gesund ist und man bei regelm├Ą├čigem Verzehr damit ganz nach oben kommt.

Nat├╝rlich wissen wir alle, dass man nicht alles glauben darf, was im Fernsehen kommt. Denn es steckt weder in der Milchschnitte die Extraportion Milch, noch in den Fruchtgummis die wichtigen Vitamine – bl├Âd nur, dass diese Dinge unseren Kindern schmecken.

Freude am Essen ist toll – viele haben keine.

Kommen wir jetzt noch mal zur├╝ck zur Ern├Ąhrungsberatung. Nach dieser jahrelangen Beschulung m├╝sste sich doch der Erfolg zeigen. Doch das Gegenteil ist der Fall, noch nie gab es so viele ├╝bergewichtige Kinder, noch nie gab es so viele junge Menschen mit Essst├Ârungen.

Meine Kinder bringen regelm├Ą├čig Freunde mit zum Essen. Und das finde ich auch ganz toll.

Dummerweise haben die meisten so ihre Essmacken. Der eine Freund meines Sohnes ist nichts aus Hackfleisch. Der andere ist spezieller, vom H├╝hnchen ist er nur die Br├╝ste, im Salat mag er keine Zwiebeln, er ist Hackfleisch, aber nicht in der So├če, er ist keinen Fisch, kein Lamm und nur bestimmtes Gem├╝se.

Eine Freundin meines Sohnes ist Vegetarierin. Eine Freundin meiner Tochter isst nur getrennt Gerichte. Also niemals einen Auflauf, kein Fleisch mit So├če, kein gemischtes Gem├╝se. Eine andere isst nichts ├â┼ôberbackenes.

Diese Liste ist noch beliebig erweiterbar.

F├╝r viele Kinder zu Kochen ist fast nicht mehr m├Âglich.

Kommen gleichzeitig mehrere Freunde, ist das Unternehmen „Kochen“ fast ein Ding des Unm├Âglichen. Und in solchen Momenten bedauere ich aufrichtig, dass der Spruch „gegessen wird, was auf den Tisch kommt“, in heutiger Zeit keine Bedeutung mehr hat.

M├Âchte ich es mir einfach machen, gibt es Pizza – die isst komischerweise auch das M├Ądchen, das Lebensmittel ansonsten nur getrennt zu sich nimmt, ebenso wie die, die nichts ├â┼ôberbackenes mag – oder Fischst├Ąbchen – die von dem nicht Fisch essenden Freund meines Sohnes immer begeistert begr├╝├čt werden – oder Chicken Nuggets.

Als aufgekl├Ąrte Mutter wei├č ich, dass die Gemeinsamkeit dieser Gerichte ist: Sie sind NICHT gesund!

In der Schule meiner Kinder sorgt ein Caterer f├╝r ausgewogene Ern├Ąhrung. Doch kaum d├╝rfen die Kinder das Schulgel├Ąnde verlassen, rennen sie zu McDonald, zur D├Ânerbude oder zu Subway.

Ist das nun der Erfolg der Ern├Ąhrungsberatung?

Jetzt mal einen Blick weg von unseren Kindern, betrachten wir uns.

S├╝ndige Gedanken vs. Vernunft.

Ich esse gerne ein gesundes K├Ârnerbr├Âtchen zum Fr├╝hst├╝ck, aber ich liebe es, ein duftendes, warmes Croissant mit „guter“ Butter und Marmelade zu bestreichen.

Obstsalat zum Nachtisch ist echt lecker, aber f├╝r Pannacotta oder Cr├â┬Ęme Brul├ęe k├Ânnte ich sterben.

Kartoffelkn├Âdel mit geschmolzener Butter zu einem Sauerbraten mit cremiger So├če, Spaghetti mit K├Ąse-Sahne-So├če, Sp├Ątzle mit Apfelmus, panierte Wiener Schnitzel mit Pommes, Bratkartoffeln mit gebackenem Fisch, Spargel mit Sauce Bernaise, W├╝rstchen mit Kartoffelsalat – vielleicht ist ja auch ein Gericht dabei, wo Ihnen das Wasser im Munde zusammenl├Ąuft.

Und das passiert sicher nicht bei dem Gedanken an Gr├╝nkernbratling, ged├╝nstetem Fisch oder Gem├╝se.

Ich wei├č, was gesund ist und ich wei├č, was mir schmeckt und viele gesunde Gerichte esse ich richtig gerne. Aber bei den ungesunden, habe ich s├╝ndige Gedanken. Wie das ja so immer ist, mit dem Unvern├╝nftigen und Verbotenen. Es tut meistens nicht gut, aber man kann nicht widerstehen.

Probieren statt diskutieren.

Und damit sind wir beim Ma├č angelangt. Ich versuche mich und meine Lieben gesund und vern├╝nftig zu ern├Ąhren. Aber so, wie ich mir ab und an ein zweites Glas Wein erlaube und zeitweise auch beim Essen ├╝ber die Str├Ąnge schlage, gestehe ich das auch meinen Kindern zu.

Ich gebe schon mal das Nutellatoast oder den Schokoriegel mit in die Schule oder gehe mit ihnen Junk Food essen, daf├╝r m├╝ssen sie aber im Gegenzug auch Gem├╝se, K├Ârnerbrot und Co. akzeptieren.

Nach dem Motto: „PROBIERT wird alles, was auf den Tisch kommt“.

gabi

Kein „Kinderlachen“ f├╝r das heddesheimblog

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Guten Tag!

Heddesheim, 09. Februar 2010. Die Redaktion des heddesheimblogs wollte gerne ├╝ber eine erfreuliche Nachricht berichten: 1.750 Euro hatten Kunden der „Alten Apotheke“ f├╝r die Aktion „Schenken Sie Kinderlachen“ gespendet. Das war der h├Âchste Spendenbetrag aller rund 1.100 teilnehmenden Apotheken in Deutschland. Der Apotheker Joachim Gaber will aber nicht, dass dar├╝ber im heddesheimblog berichtet wird: „Aus Gr├╝nden, die ich jetzt nicht nennen will.“

Kommentar: Hardy Prothmann

Albert Camus hat mal gesagt: „Diese Welt ist absurd.“ Zumindest in Bezug auf das Verhalten des Heddesheimer Apothekers Joachim Gaber hat er damit recht.

humorhilftheilen

Dr. Eckhart von Hirschausen und Nicole M├╝ller-Alof, Marketingleiterin der vivesco. Eigentlich ist Herr Gaber rechts auf dem Bild zu sehen. Wir haben ihn "abgeschnitten", denn er w├╝nscht ja keine Ver├Âffentlichung. Bild: vivesco

Ich kenne Herrn Gaber nicht und habe ihn heute angerufen, weil ich gerne ein Foto des Apothekenteams machen und zwei, drei pers├Ânliche S├Ątze von ihm zur Aktion „Schenken Sie Kinderlachen“ notieren wollte. Herausgekommen w├Ąre ein Bericht ganz im Sinne des Apothekers und der Firma vivesco Apotheken-Partner GmbH, die die Aktion koordiniert hat.

Die 56.000 Euro, die die rund 1.100 „vivesco Apotheken“ gesammelt haben, kommen einem guten Zweck zu: Die Stiftung „Humor hilft heilen“ des Mediziners und Kabarettisten Dr. Eckart von Hirschhausen versucht durch Krankenhausclowns Leichtigkeit ins Leben schwer kranker Kinder zu bringen. Eine ganz hervorragende Idee ist das, weil Humor und Lachen Lebenslust schenken und diese den Heilungsprozess ganz sicher unterst├╝tzt.

Auch die Apotheken profitieren davon – solche Aktionen sollen f├╝r ein gutes Image sorgen. Deswegen macht vivesco auch solche Aktionen, die Firma ├╝bernimmt das bundesweite Markekting f├╝r die in der viveso-Kooperation zusammengeschlossenen, aber sonst rechtlich selbstst├Ąndigen Apotheken. Ein anderer Verband hei├čt Linda. Solche Verb├Ąnde machen gute Stimmung f├╝r ihre Mitglieder. Motto: Tue Gutes und rede dar├╝ber.

Herr Gaber hat sich heute sein Image gr├╝ndlich versaut

Herr Gaber hat das irgendwie nicht verstanden und sich heute sein Image gr├╝ndlich versaut: „Aus Gr├╝nden, die ich jetzt nicht nennen will, bin ich nicht bereit mit Ihnen zu reden und habe an einer Berichterstattung in ihrem blog kein Interesse“, sagte Herr Gaber am Telefon.

Herr Gaber hat kein Interesse? Das ist sein gutes Recht. Jeder kann selbst entscheiden, ob er mit einem Journalisten reden will oder nicht.

Dient die vom heddesheimblog geplante Berichterstattung aber nicht den kranken Kindern, f├╝r die Heddesheimer Geld gespendet haben?

„Ungenannte Gr├╝nde“ sind also daf├╝r verantwortlich, dass Herr Gaber auf eine ├ľffentlichkeit verzichtet – zumindest die, die das heddesheimblog erreicht?

Ungenannte Gr├╝nde sollen Bericht verhindern

„Ungenannte Gr├╝nde“ sind daf├╝r verantwortlich, dass ein Bericht ├╝ber die h├Âchste Spendensumme dieser helfenden Aktion verhindert werden soll? Geld, das nicht der Apotheker Gaber, sondern seine Kundinnen und Kunden gespendet haben?

„Veruntreut“ Herr Gaber durch seine Weigerung damit nicht die Spendenbereitschaft seiner Kundinnen und Kunden? Werden seine Kundinnen und Kunden daf├╝r Verst├Ąndnis haben, dass Herr Gaber kein Interesse an einer Berichterstattung ├╝ber deren Spendenbereitschaft hat? Besch├Ądigt sein Verhalten nicht auch die Aktion der vivesco? Oder geht es Herrn Gaber am Ende gar nicht um die Aktion, sondern nur um einen Bericht in der Zeitung mit einer Werbewirkung f├╝r sein Gesch├Ąft?

Der Pressesprecher der vivesco Apotheken-Partner GmbH Thomas Graf wollte sich auf Anfrage zu diesem „speziellen“ Verhalten einer Partner-Apotheke nicht ├Âffentlich ├Ąu├čern. Was auch eine ├âÔÇ×u├čerung ist. Nur soviel: „Wir ├╝bernehmen die ├╝berregionale Pressearbeit f├╝r die Apotheken, die aber rechtlich selbstst├Ąndige Unternehmen sind. F├╝r die Pressearbeit vor Ort sind diese selbst verantwortlich.“

Herr Gaber ist also f├╝r seine „spezielle Pressearbeit“ selbst verantwortlich. Daf├╝r hat er „ungenannte Gr├╝nde“.

Herr Joachim Gaber hat mich heute wegen seines absurden Verhaltens als Kunden verloren. Die Gr├╝nde habe ich genannt.

Link: Bericht im MM

Kunden der „Alten Apotheke“ spenden bundesweit am meisten f├╝r Aktion „Schenken Sie Kinderlachen“

Guten Tag!

Heddesheim, 09. Februar 2010. Bei der vivesco-Aktion „Schenken Sie Kinderlachen“ haben bundesweit 1.100 Apotheken rund 56.000 Euro gesammelt. Die gr├Â├čte Summe durch Kundenspenden kam bei der „Alten Apotheke“ in Heddesheim zusammen: 1.750 Euro.

„Lachen ist die beste Medizin und garantiert frei von Nebenwirkungen“, sagt der Arzt und Kabarettist Dr. Eckart von Hirschhausen, der die Schirmherrschaft der vivesco Weihnachtsaktion 2009 „Schenken Sie Kinderlachen!“ ├╝bernommen hatte. Insgesamt kamen 56.095,32 Euro zugunsten der Hirschhausen-Stiftung „Humor hilft heilen“ zusammen. Zwei Euro finanzieren dabei eine Minute einer Clowns-Visite f├╝r Kinder im Krankenhaus.

Im Aktionszeitraum (02.-28 November 2009) luden gro├če Clown-Aufsteller zum Spenden ein und eine Z├Ąhltafel zeigte an, wie viele Lachminuten schon zusammengekommen waren. Von den Spendengeldern werden professionelle Klinikclowns finanziert, die mit ihren Sp├Ą├čen und Zaubertricks kranke Kinder schnell alles um sich herum vergessen lassen.

Wie bei Arzneimitteln sei auch in Sachen Lachmedizin die Qualit├Ąt entscheidend f├╝r den Behandlungserfolg. Ziel von „Humor hilft heilen“ sei es daher, Spender und Akteure zu vernetzen, ├âÔÇ×rzte, Pflegekr├Ąfte und Clowns weiterzubilden und therapeutisches Lachen zu f├Ârdern.

„Dieses Ziel haben wir nur zu gerne unterst├╝tzt“, sagt der vivesco Apotheker Joachim Gaber, Inhaber der Alten Apotheke in Heddesheim laut Pressemitteilung. 1.750 Euro kam hier zusammen. Auf Platz 2 kam die Rabenfels-Apotheke in Rheinfelden, Platz 3 belegte die Mommsen-Apotheke in Essen.

Die vivesco Apotheken-Partner GmbH in Frankfurt ist eine 100-prozentige Tochter der Andreae-Noris Zahn AG . vivesco ├╝bernimmt f├╝r die rechtlich eigenst├Ąndigen Apotheken Marketing-Aufgaben (wie beispielsweise die „Kinderlachen“-Aktion) und die ├╝berregionale Pressearbeit.

„Die Stiftung „Humor hilft heilen“ (oder kurz HHH, sprechen Sie das mal laut aus!) hat sich zum Ziel gesetzt, das therapeutische Lachen zu f├Ârdern, wo immer es gebraucht wird, und das ist ├╝berall: in der Medizin, der Arbeitswelt und der ├ľffentlichkeit.“

Siehe unseren Kommentar: Kein Kinderlachen f├╝r das heddesheimblog

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Feuerwerk: Feinstaub, L├Ąrm und Treibhausgas

Guten Tag!

Heddesheim, 31. Dezember 2009. Bleigie├čen, ein Gl├Ąschen Sekt und das Feuerwerk um Mitternacht geh├Âren f├╝r die meisten B├╝rgerinnen und B├╝rger in Deutschland traditionell zum letzten Abend des Jahres. Jeder kennt aber auch die Situation, wenn um Mitternacht die Luft „zum Schneiden“ ist, die Augen brennen und es im Hals kratzt. Wenn wir Feuerwerksk├Ârper abbrennen, steigt die Belastung der Luft mit Schadstoffen explosionsartig an.

Zu gro├čen Teilen besteht der Feuerwerksqualm aus Feinstaub (PM – Particulate Matter, PM10 – Staubteilchen mit einem Durchmesser <10├é┬Ám).├é┬áEs ist erwiesen, dass Feinstaub negativ auf den Gesundheitszustand wirkt.

Bis zu 100 Mal h├Âhere Belastung mit Feinstaub

feuerwerk

Sch├Ânes Spektakel bringt Feinstaub, L├Ąrm und M├╝ll. Bild: Umweltbundesamt

Beispielhafte Auswertungen des Umweltbundesamtes f├╝r den Jahreswechsel 2005/2006 zeigen, dass am ersten Tag des neuen Jahres die Luftbelastung mit gesundheitsgef├Ąhrdendem Feinstaub vielerorts so hoch ist wie sonst im ganzen Jahr nicht. PM10-Stundenwerte von bis zu 4000 ├é┬Ág/m├é┬│ (4000 ├é┬Ág/m├é┬│ = 4000 Mikrogramm PM10 pro Kubikmeter Luft) sind in der ersten Stunde des neuen Jahres in Gro├čst├Ądten keine Ausnahme. Im stadtnahen, l├Ąndlichen Bereich erreichen die PM10-Stundenwerte zwar nicht derartige Spitzen, doch ein drastischer Anstieg ist auch hier festzustellen.

In Deutschland werden zu Silvester rund 10.000 Tonnen Feuerwerk abgebrannt. Dabei werden gro├če Mengen Feinstaub freigesetzt.

Pikant: Keine der 39 St├Ądte, die 2009 eine Umweltzone haben, verbietet die Knallerei. Dabei sind├é┬áUmweltzonen eingerichtet worden, um die Feinstaub-Belastung in der Luft zu senken.├é┬áDabei ist die Luft an keinem Tag im Jahr so hoch mit Feinstaub belastet wie am 1. Januar. Das Umweltbundesamt berichtet, dass zwischen Mitternacht und ein Uhr fr├╝h die Belastung bis zu hundert mal h├Âher ist als normal.

Die rund 10.000 Tonnen Feuerwerk der Deutschen belasten zudem die Atmosph├Ąre mit verschiedenen Treibhausgasen, deren Klimawirkung rund 2.300 Tonnen Kohlendioxid entspricht. Diese Zahl hat die Landwirtschaftliche Versicherungsanstalt M├╝nster nach Angaben des Versicherungskonzerns Allianz ermittelt.

10.000 Tonnen Knaller = 550 Fl├╝ge M├╝nchen/New York und zur├╝ck

Dies entspreche 25 Gramm CO2 pro Kopf der Bev├Âlkerung oder 550 ├â┼ôberseefl├╝gen von M├╝nchen nach New York und wieder zur├╝ck. Da jeder Einwohner in Deutschland pro Jahr rechnerisch rund zw├Âlf Tonnen CO2 freisetze, falle der Beitrag durch das Silvester-Feuerwerk allerdings vergleichsweise gering aus.

Bei einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Allianz erkl├Ąrten 77 Prozent der Befragten, ihnen falle zum Thema Silvester-Feuerwerk vor allem Geldverschwendung ein. Rund 71 Prozent f├╝rchten sich vor Verletzungen, 63 Prozent halten die M├╝llberge f├╝r problematisch und etwas mehr als die H├Ąlfte denken an Sachbesch├Ądigungen. Die deutschen Versicherungen zahlen laut Allianz j├Ąhrlich rund 40 Millionen Euro f├╝r mehr als 22.000 Sachsch├Ąden, die in der Weihnachtszeit und der Silvesternacht entstehen.

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

„Ich empfehle chronisch Kranken dringend eine Impfung.“

Guten Tag!

Heddesheim, 10. November 2009. Der Heddesheimer Arzt Wolfram Str├Âck empfiehlt chronisch kranken Personen dringend eine Impfung gegen die „Schweinegrippe“. Er selbst hat zumindest f├╝r diese Woche noch genug Impfstoff vorr├Ątig – anders als Kollegen und Apotheken, die auf die Lieferung ihrer Bestellungen noch warten. Im Interview mit dem heddesheimblog erkl├Ąrt der Allgemeinmediziner Wolfram Str├Âck, warum er eine Impfung empfiehlt und wie man sich beim Verdacht auf eine Ansteckung verhalten sollte.

Interview: Hardy Prothmann

Herr Str├Âck, es hei├čt in verschiedenen Meldungen, die Infektionen n├Ąhmen dramatisch zu. Wie beurteilen Sie die Lage?
Wolfram Str├Âck: „Die Anzahl der Erkrankungen mit Schweinegrippe hat in den vergangenen zwei bis drei Wochen stark zugenommen , aber auch die Schwere der Erkrankung hat sich bis dato ver├Ąndert. Erkrankungen verlaufen deutlich schwerer als bisher , betroffen sind derzeit vor allem j├╝ngere Patienten.
Bis vor etwa drei Wochen waren die Verl├Ąufe ausgesprochen harmlos, dies ist jetzt nicht mehr unbedingt der Fall. Ansteckungen finden derzeit nach meinen Erfahrungen immer weniger im Ausland statt, sondern vermehrt vor allem bei gr├Â├čeren Menschenansammlungen im Inland.“

Viele Kollegen warten noch auf die Impfstofflieferung.

Es hei├čt, es g├Ąbe zu wenig Impfstoff. K├Ânnen Sie das best├Ątigen?
Str├Âck: „Es gibt eindeutig derzeit zu wenig Impfstoff, sowohl die chronisch Kranken als auch die anderen Impfwilligen. Ich bin erfreulicherweise in der Lage, derzeit noch ausreichend Impfstoff f├╝r diese Woche zu Verf├╝gung zu haben, aber es gab schon im Vorfeld bei meinem Apotheker vor Auslieferung eines bestellten Impfstoffes zahlreiche Nachfragen von umliegenden Apotheken , die Teile oder alles abnehmen wollten , da diese nicht beliefert worden sind. Auch von zahlreichen Kollegen ist mir mitgeteilt worden, dass diese zu wenig oder keinen Impfstoff bekommen haben.“

stroeck

Der Heddesheimer Arzt Wolfram Str├Âck empfiehlt chronisch kranken und anderen Risikopatienten dringend eine Impfung. Bild: hblog

Wie wird eine Erkrankung mit dem H1N1-Virus behandelt?
Str├Âck: „Eine Behandlung der Schweinegrippeerkrankung muss sofort , das hei├čt innerhalb des 1.-2. Tages mit Tamiflu oder Relenza erfolgen. Diese sollte allerdings erst nach Feststellung der Erkrankung ├╝ber eine Blutentnahme durchgef├╝hrt werden. Die Crux ist , dass alleine diese Bestimmung 1-2 Tage dauert , sodass ich oft auf das Ergebnis nicht warten kann, sondern sofort behandeln muss.“

Kann man eine Erkrankung nicht einfach zu Hause auskurieren?
Str├Âck: „Eine Erkrankung sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen – im Zweifel kann das lebensgef├Ąhrlich werden.“

Haben Sie bei ihren Patienten schon Schweinegrippe diagnostiziert?
Str├Âck: „Ja, ich habe in meiner Praxis auch schon bei einigen Patienten die Schweinegrippe diagnosiziert und behandelt.“

Es nicht gef├Ąhrlicher in eine Arztpraxis zu gehen, als in einen Supermarkt.
Beim Arzt bekommen Sie aber geholfen.

Ist es gef├Ąhrlich in eine Arztpraxis zu gehen?
Str├Âck: „Es ist nicht gef├Ąhrlicher als im n├Ąchsten Supermarkt oder bei einer Familienfeier angesteckt zu werden. Im Gegensatz zu diesen Orten wird Ihnen beim Arzt aber geholfen.“

Patienten mit Verdacht auf Schweinegrippe sollten zuhause bleiben
und telefonisch Kontakt mit einer Arztpraxis aufnehmen.

Was passiert wenn ein Patient mit Verdacht auf eine H1N1-Infektion in Ihre Praxis kommt?
Str├Âck: „Ein Patient, der glaubt eine Schweinegrippeinfektion zu haben, sollte sich korrekt verhalten und am besten zuhause bleiben. Er sollte aber bei seinem Arzt anrufen und einen Termin oder Hausbesuch vereinbaren. Sollte ein Patient ohne Anmeldung in unsere Praxis kommen, wird er sofort isoliert. Das dient dem Schutz der anderen Patienten und des Personals. Gegebenenfalls erfolgt eine Klinikeinweisung, je nach Erkrankungszustand.“

Wer ist besonders gef├Ąhrdet und sollte sich dringend mit seinem Hausarzt wegen einer Impfung beraten?
Str├Âck: „Impfen sollte sich nach meiner Auffassung prinzipiell jeder, aber Hochrisiko- und Risiko-Patienten mit chronischen Erkrankungen auf jeden Fall. Fast alle Todesf├Ąlle in dieser Sache waren chronisch kranke Personen.
Es gibt keine Impfpflicht, jeder darf, keiner muss sich impfen lassen!“

Patienten mit einer H├╝hnereiwei├č-Allergie m├╝ssen mit allergischen Reaktionen rechnen.

Es mehren sich die Meldungen schwerer Unvertr├Ąglichkeit des Impfstoffs bis hin zu anaphalytischen Schocks (allergische Reaktion mit schwerer St├Ârung des Herz-Kreislaufsystems)? Impfen ist also auch risikobehaftet?
Str├Âck: „Es gab ganz vereinzelt tats├Ąchlich starke Nebenwirkungen nach einer Impfung. Wenn bespielsweise eine Allergie gegen H├╝hnereiwei├č bekannt ist, muss man mit Komplikationen rechnen. Dieser Impfstoff basiert n├Ąmlich auf einer H├╝hnereiwei├čbasis, sodass starke allergische Reaktionen bis zum Schock prinzipiell auftreten k├Ânnen . Diese Allergie sollte deswegen vor jeder geplanten Impfung abgefragt werden.“

Muss man den Impfstoff selbst bezahlen?
Str├Âck: „Die Impfleistung wird generell von den Krankenkassen ├╝bernommen. Den Patienten entstehen keine Kosten au├čer der Praxisgeb├╝hr, wenn sie diese f├╝r das betreffende Quartal noch nicht entrichtet haben.“

Wie informieren Sie sich als Arzt ├╝ber den Stand der Dinge?
Str├Âck: „Ich selbst versuche, so gut als irgendwie m├Âglich, auf dem aktuellen Stand der Dinge zu bleiben ├╝ber meine Standesorganisationen, das Robert-Koch-Institut, das Gesundheitsamt Heidelberg, das Landesgesundheitsamt Karlsruhe und anderen Quellen.
Die Informationspolitik war in den letzten Monaten sehr d├╝rftig , wir niedergelassenen ├âÔÇ×rzte waren ziemlich auf uns alleine gestellt. Seit zwei bis drei Wochen hat sich die Qualit├Ąt der Informationen erfreulicherweise verbessert.“

Es mehren sich Panikanzeichen. Dagegen hilft nur eine gute Informationspolitik.

Wie beurteilen Sie die Meldungen in den Medien und die Stimmung der Menschen?
Str├Âck: „Derzeit ist die Lage bez├╝glich der Schweinegrippe noch halbwegs ├╝berschaubar, jedoch gibt es unterschiedliche Tendenzen zu beobachten.
In der Presse wird viel Negatives bez├╝glich der Impfung ver├Âffentlicht und damit der Impfwille der Bev├Âlkerung nicht unbedingt unterst├╝tzt.
Durch die H├Ąufung von Schweinegrippef├Ąllen auch bei uns in der Region m├Âchten sich vermehrt Patienten mit einer Impfung davor sch├╝tzen.
In der ├âÔÇ×rzteschaft gibt es unterschiedliche Auffassungen, deswegen impfen einige Kollegen gar nicht und stellen ihren Patienten diesen Impfstoff auch nicht zur Verf├╝gung. Andere w├╝rden gerne impfen, bekommen aber den├é┬áImpfstoff wegen der Kapazit├Ątsengp├Ąsse nicht geliefert. Es gibt vermehrte Panikanzeichen durch Erkrankungen von Sch├╝lern und die Schlie├čungen von Schulen.“