Freitag, 06. Dezember 2019

Lesung mit Marcus Imbsweiler in der Gemeindebücherei

Vom Laufen und vom Morden

Krimiautor Marcus Imbsweiler liest in der Gemeindebücherei. Foto: Heddesheimblog.

Heddesheim.10. November 2012. (red/sap) Der Autor Marcus Imbsweiler las am vergangenen Mittwoch in der Gemeindebücherei aus seinem 6. Heidelberg-Krimi „Glücksspiele“. Spannung, Humor, aber auch kritische Gedanken zu Sport und Politik sowie eine hervorragende Kurzgeschichte prägten diesen Abend.

Von Sabine Prothmann

Der Krimiautor Marcus Imbsweiler ist jung und sympathisch und er sieht aus wie ein Läufer. Er ist ein Läufer. Und vom Laufen handelt auch sein 6. Heidelberg-Krimi „Glücksspiele“. Ein weiterer Fall für den Privatermittler Max Koller.

Die Gemeindebücherei und die Bücherecke am Rathaus hatten am vergangenen Mittwoch zur Lesung eingeladen und kurz entschlossen den Veranstaltungsort vom „Pflug“ in die Gemeindebücherei verlegt, nach dem Motto:  „Lieber ein kleiner Saal voll als ein großer Saal leer“.  Und voll wurde es, es mussten sogar noch Stühle dazu gestellt werden, denn gut 40 Interessierte waren gekommen, um dem gebürtigen Saarländer Marcus Imbsweiler, der seit 1990 in Heidelberg lebt, zuzuhören.

Imbsweiler studierte Germanistik und Musikwissenschaft und arbeitet seit 1987 als freier Musikredakteur und Autor. 2007 startete er mit seinem Erstling „Bergfriedhof“ die Krimiserie um den Heidelberger Privatermittler Max Koller.

„Läufer mit 30, Papa mit 36, erstes Buch mit 40. Aktuell acht Marathons, fünf Töchter und dreizehn Bücher“, zitiert Buchhändler Manfred Zeiß bei der Begrüßung von der Internetseite des Autors. Zeiß erzählt, dass er Marcus Imbsweiler im Frühjahr dieses Jahres auf der Buchmesse in Neckarsteinach kennen gelernt habe und ihn für die Lesung in Heddesheim gewinnen konnte. Imbsweiler sei nun zum zweiten Mal in Heddesheim, beim ersten Mal habe er jedoch am Silvesterlauf teilgenommen.

Ein Läuferkrimi

Er habe schon lang über einen Läuferkrimi nachgedacht, erzählt Imbsweiler, „aber mir fiel nichts ein, außer den übliche Geschichten“.

Auf der Frankfurter Buchmesse im Herbst 2010 habe ihm seine Lektorin einen Weihnachtskrimi mit dem Ermittler Max Koller vorgeschlagen. „Die gehen total gut“, habe sie gesagt.

„Ich saß auf dem Messegelände und mir fiel absolut nichts ein zu einem Weihnachtskrimi, aber ich erinnerte mich an meinen Frankfurtmarathon“ und da habe er gewusst es wird ein Läuferkrimi und er wurde gerade noch rechtzeitig zur Olympiade fertig

„Glücksspiele“ handelt von dem Läufertalent Kalinka Glück, die im Sommer 2012 zu den olympischen Spielen nach London fahren sollte – natürlich rein fiktiv.

Nach London reist sie nicht, dafür schickt Imbsweiler sie mit Privatermittler Max Koller – anders als beiden ersten fünf Krimis, die in Heidelberg und Umgebung spielten – quer durch Deutschland. Hier muss Koller quasi als Bodyguard die Sportlerin begleiten und beschützen und natürlich passiert auch ein Mord.

Die Textpassagen, die der Autor wählt, führen in den Plot und beschreiben den Protagonisten Max Koller. Von dem der Autor sagt:

Ich kenn‘ ihn inzwischen ganz gut, ich weiß wie er spricht und wie er reagiert.

Koller, wenn auch nicht unsportlich, begleitet seinen Schützling Kalinka lieber per Fahrrad beim Lauftraining.  Im norddeutschen Wald kommt es zu einer Begegnung mit einem Wildschwein. Das ist komisch und das Publikum amüsiert sich.

Stilistisch ganz anders sind die Traumsequenzen, hier begibt sich der Autor ins Surreale. In zwei Kapiteln wird Koller mit den Olympiaden 1936 in Berlin und 1972 in München konfrontiert.

„Es war mir wichtig, den Zusammenhang von Sport und Gesellschaft und Politik darzustellen, auch wenn es innerhalb eines Unterhaltungskrimis ist“, sagt Imbsweiler.

Der Autor liest aus dem Kapitel zur Berliner Olympiade 1936. Spiel und Sport als Vorstufe für die folgenden militärischen Auseinandersetzungen.

Nach einer kurzen Pause gibt Marcus Imbsweiler dem Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Gefragt nach seiner Arbeitsweise, erzählt er, dass am Anfang immer ein Auslöser stehe, wie für „Glücksspiele“ Olympia. Dann folge eine zwei- bis vierwöchige Phase des Sammelns und dann die Recherche, beispielsweise hier zu der Olympiade in Berlin 1936. Dann lege er das Handlungsschema fest. Nach einer langen Vorbereitungszeit, fange er an zu schreiben. Die Handlung wird durch Brückenpfeiler gegliedert, einzelne Szenen und das Milieu entstehen, Zwischenstationen bilden ein Gerüst. Nicht immer schreibe er chronologisch.

Ein „beamtenmäßiger Schreiballtag“

Sein „beamtenmäßiger Schreiballtag“ beginne morgens um 8:30 Uhr und ende am Nachmittag, wenn die Kinder wieder zu Hause seien. Die romantische Vorstellung vom nachts bei Kerzenschein schreibenden Schriftsteller passt da nicht hinein, sagt Imbsweiler und lacht.

Nachmittags gehe er oft Laufen, da kommen die Ideen für einen neuen Roman.

Ist schon ein nächstes Buchprojekt in Planung, möchte jemand wissen? Der Musikwissenschaftler Imbsweiler verrät, dass nach seinem Liszt-Roman im vergangenen Jahr, nun wahrscheinlich im Wagner-Jahr 2013 ein kleines Buch zu diesem Komponisten entstehen werde. Wahrscheinlich werde der Roman eher surreal, „ein Buch das keiner kauft und keiner wahrnimmt“.  Denn es werden sicherlich eine ganze Flut von Wagner-Bücher entstehen, „da geht man unter als kleiner Autor aus der Kurpfalz“.

Gefragt nach seiner schriftstellerischen Entwicklung, meint Imbsweiler, „ich schreibe inzwischen schneller und haben viel mehr Routine als bei meinem ersten Roman „Bergfriedhof“.

Zum Schluss liest er noch eine Kurzgeschichte aus „Heidelberg auf die kriminelle Tour“ , eine Anthologie mit 20 Kurzkrimis, die gerade erschienen ist. Die Story ist großartig, pointiert, überraschend und böse. Fast erinnert sie an die makabaren Geschichten von Roald Dahl.

Eine gelungene Lesung mit einem sympathischen Autor und kleinen Überraschungen.

 

Figurentheater am 23. Oktober im "Pflug"

Die Olchis: Wenn der Babysitter kommt

Heddesheim, 22. Oktober 2012. (red) Das Wodo-Puppenspiel zeigt am morgigen Dienstag „Die Olchis: Wenn der Babysitter kommt“ ein Theaterstück für Kinder ab drei Jahren.

Information der Gemeindebücherei Heddesheim:

Das Müllheimer Figurentheater „Wodo Puppenspiel“ zeigt am Dienstag, den 23. Oktober, um 15:00 Uhr, im „Pflug“ das Kinderstück „Die Olchis: Wenn der Babysitter kommt“.

1990 erschien das erste von inzwischen 18 Olchi-Buch-Titeln von Erhard Dietl.Ein echter Dauerbrenner in den Kinderzimmern – und ein Ausleih-Renner in der Bücherei.

Das Theaterstück ist geeignet für Kinder ab drei Jahren. Eintritt 2,50 Euro für Kinder und 3,50 Euro für Erwachsene. Der Vorverkauf findet in der Gemeindebücherei statt.

Ausstellung "Kalligraphie"

Abend des handgeschriebenen Wortes

Heddesheim, 10. Oktober 2012. (red/pm) Am kommenden Freitag, 12. Oktober, wird um 19:30 Uhr in der Gemeindebücherei die Ausstellung „Kalligraphie“ mit Werken von Frank Fath eröffnet.

Information der Gemeindebücherei:

Es wird eine kleine Auswahl aktueller Arbeiten von Frank Fath in der Gemeindebücherei Heddesheim zu sehen sein. Dabei wird Frank Fath eine kleine Demonstration historischer und zeitgenössischer Kalligraphien vorführen. Die Ausstellung ist bis zum 20. Oktober in der Gemeindebücherei zu sehen.

„Wundertüten“ versprechen pures Lesevergnügen


Guten Tag!

Heddesheim, 1. April 2011. (red/sap) Die Gemeindebücherei Heddesheim hat sich für den 01. April 2011 etwas ganz Besonderes einfallen lassen – und das war kein Scherz. Den Büchereibesucher wurde heute die Qual der Wahl abgenommen, denn es gab mediale „Wundertüten“.

Liebevoll gepackte "Wundertüten" warteten auf Leser.

46 „Wundertüten“ hatten die Bibliothekarinnen der Gemeindebücherei liebevoll mit je zwei Büchern und einer süßen Ãœberraschung bestückt. Schon am Nachmittag hatten sich die Ãœberraschungspakete auf über die Hälfte reduziert. Zum ersten Mal hatte man diese Aktion gestartet und die Heddesheimer Leserinnen und Leser haben mit Begeisterung reagiert, bestätigte Eva Maria Wustmann, die Leiterin der Gemeindebücherei.

Was mag drin sein?

Bis zum Abend, sind sich die Bibliothekarinnen sicher, wird auch die letzte „Wundertüte“ einen Abnehmer gefunden haben.

Bei der Auswahl hatte man darauf geachtet, dass für jeden etwas dabei ist.

Auch das heddesheimblog hat sich eine Tüte mitgenommen und neben Kulinarischen Erzählungen einen aktuellen Krimi von Ken Follett ausgepackt – das verspricht Lesevergnügen. 🙂

Zudem wurden die Büchereibesucher mit selbsgebackenen Waffeln und Kaffee bewirtet.

Wie Heddesheim zum Schauplatz eines Verbrechens wurde


Guten Tag!

14. Februar 2011. Der Karlsruher Autor Wolfgang Burger hat schon etliche Krimis um den Heidelberger Ermittler Alexander Gerlach geschrieben – und das mit großem Erfolg. Der Mord in seinem aktuellen Roman „Eiskaltes Schweigen“ geschieht in Heddesheim und spielt in Teilen auch in Ladenburg. Kein Wunder also, dass bei der Lesung am vergangenen Donnerstag der Pflug/Bürgerhaus fast bis auf den letzten Stuhl besetzt war.

Von Sabine Prothmann

„Warum gerade Heddesheim?“, wollte Eva Maria Wustmann, die Leiterin der Gemeindebücherei, gerne wissen. Aber darauf ließ sich Wolfgang Burger nicht ein. Erst die Lesung, dann die Fragen.

Wolfgang Burger signiert sein "Eiskaltes Schweigen". Foto: heddesheimblog.de

Doch vorweg erklärt er, er wisse schon, dass die Heidelberger Polizei nicht für Heddesheim zuständig sei, „aber das wusste sie selbst nicht so genau“, zudem sei das dichterische Freiheit und er habe gedacht, das fällt keinem wirklich auf – „das war aber ein Irrtum“.

Er beginnt auf der ersten Seite, das Szenario ist das höchste Hochhaus – und davon gibt es nicht viele – in Heddesheim. Hier war ein Mord geschehen und der Kriminaloberrat Gerlach betritt in den frühen Morgenstunden nach einer durchzechten Nacht – er war auf einer griechischen Hochzeit – den Tatort.

In der folgenden Stunde wählt Burger die Stellen aus seinem Krimi aus, die den Ermittler und sein Umfeld beschreiben. Die Zuhörer lernen ihn kennen. Sein Leben als alleinerziehender Vater von pubertierenden Zwillingstöchtern, als Liebhaber von Teresa, erleben ihn bei dem Verhör des Verdächtigen, begleiten ihn ins Leichenschauhaus zum zweiten Mordfall und bei der Befragung des Freundes des ersten Opfers.

Burger hat die Stellen geschickt ausgewählt, sie verraten viel von der Hauptfigur und vom Thema, aber sie nehmen rein gar nichts von der Handlung vorweg.

Burger liest leise, vielleicht etwas zu schnell und mit dem leichten Singsang der Karlsruher in den nordbadischen Ohren der Gäste. Doch es gelingt ihm Spannung aufzubauen. Mit trockenem Humor beschreibt Burger seinen Protagonisten und die Situationen, in denen er sich befindet.

Er liest viel. Er erzählt von dem Leben des Ermittlers, er legt Spuren – aber von der Handlung, vom Plot verrät Burger eigentlich gar nichts – das macht er sehr geschickt.

Warum Heddesheim? „Ich war auf der Suche nach einem Hochhaus.“

Nun endlich kann sie gestellt werden – die Frage: „Warum denn Heddesheim?“ Was hat diesen Ort so besonders gemacht, dass ein Autor hier einen Mord geschehen ließ?

Wolfgang Burger hat viel Humor. Foto: heddesheimblog.de

Die Antwort ist ernüchternd: „Ich war auf der Suche nach einem Hochhaus“, erklärt Burger.

In der Recherchephase mache er sich zunächst mit Google Maps auf auf die Suche, dann schnappe er sein Motorrad undfahre die Orte ab, erzählt er. Denn „man merkt, ob der Autor vor Ort war“. So habe er sich zunächst ein Hochhaus in Ladenburg ausgesucht, das sich dann aber als Bürogebäude herausstellte.

So wurde Heddesheim also eher zufällig zum Schauplatz eines Verbrechens und bei Burger-Lesern berühmt. „Sie bekommen jetzt Tourismus“, meint der Schriftsteller lachend.

In Heddesheim war er vor Ort und freundlicherweise habe ihm der Hausmeister erlaubt, das Gebäude zu betreten. Auch in Ladenburg, wo ein Teil der Handlung spielt, war Burger unterwegs, „aber ob der Kartoffelsalat im „Ochsen“ wirklich so gut schmeckt, wie ich es im Roman geschrieben habe, weiß ich nicht.“ Eigentlich schade, dass er das nicht ausprobiert hat.

Vor der Reihe um den sympathischen Kriminaloberrat Alexander Gerlach schrieb Burger fünf Krimis über Karlsruhe, da kommt er schließlich her. Doch für Karlruhe interessiert sich keiner, „vor allem nicht die Karlruher“, musste Burger feststellen. Dagegen seien die Kurpfälzer Lokalpatrioten. Liege der Regionalkrimi neben der Kasse, sei er schon fast gekauft, meint er schmunzelnd.

„Die Gesamtauflage aller „Burgers“ steigt auf über eine Viertelmillion.“

Die Auflagen, die Burger erreicht, zeigen, sein Plan, Heidelberg als Schauplatz zu nehmen, ist aufgegangen. Auf Burgers Facebook-Seite kann man lesen: „Die Gesamtauflage aller „Burgers“ steigt auf über eine Viertelmillion.“  So sieht eine Erfolgsgeschichte aus.

Aber nicht nur der Ort ist ausschlaggebend, sondern auch die Hauptperson. „Ich habe mich gefragt, wie muss der Protagonist sein?“, so Burger.

Ausverkaufte Lesung: Gut 80 Gäste lauschten dem "Eiskalten Schweigen". Foto: heddesheimblog.de

So ist die Figur des sympathischen Ermittlers Gerlach entstanden, mit all seinen menschlichen Sorgen und Nöten. Und der Kriminaloberrat gefällt den Lesern. „Eiskaltes Schweigen“ ist die sechste Geschichte um und mit dem Protagonisten. Im Juni dieses Jahres erscheint der nächste Krimi „Der fünfte Mörder“ und der achte, „Die falsche Frau“, ist schon im Werden.

Im „Fünften Mörder“, „lasse ich es krachen“, da gibt es einige Leichen, verrät Burger, eine wird aus dem Neckar gefischt.

Wie seine Krimis entstehen, möchte jemand wissen, hat er einen bestimmten Plan? „Nein“, antwortet der Autor, „da gibt es keinen Plan, die Geschichte entwickelt sich von Buch zu Buch“. Es dauere rund zwei Jahre von der ersten Idee bis das Buch erscheine. „Die großen Verlage planen langfristig“, erklärt er.

„Und wie kommen sie zu neuen Ideen?“, fragt ein Zuschauer. „Das mit den Ideen ist so eine komische Sache, die kommen ganz plötzlich“, berichtet Burger. Manchmal sind es Zeitungsnotizen von realen Verbrechen, die ihn inspirieren.

„Man kann heutzutage kaum noch morden, ohne dass es aufgeklärt wird“.

Ob bei ihm jeder Mord aufgeklärt wird, möchte ein anderer wissen. „Der wird immer aufgeklärt, aber nicht jeder Täter wird verhaftet“, sagt Burger. Denn so sei es auch in der Realität: „Man kann heutzutage kaum noch morden, ohne dass es aufgeklärt wird“.

Nach der Lesung ist Signierstunde, viele Burger-Fans haben ihre Bücher mitgebracht oder kaufen sich eines vom Büchertisch der Buchhandlung. Jetzt gibt es auch die Möglichkeit, ein paar Worte mit dem Autor zu wechseln.

Wer mehr zu Wolfgang Burger und seinem Krimi „Eiskaltes Schweigen“ lesen möchte, findet hier zwei weitere Artikel auf dem heddesheimblog.

Diese Woche: Tipps und Termine

 

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Guten Tag!

Tipps und Termine für den 29. November – 5. Dezember 2010. Jeden Montag erscheinen unsere Veranstaltungstipps für die laufende Woche. Die Redaktion nimmt gerne weitere Termine und Anregungen auf. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie am Ende der Seite.

Mehr Termine finden Sie ins unseren Kalendern für Heddesheim, Hirschberg, Ladenburg.

Montag, 29. November, 15 Uhr, Stadtbibliothek

Ladenburg. Am Montag, 29. November, 15 Uhr, ist das Theater PassParTu zu Gast in Ladenburg. Das Ensemble spielt „Polleke, der kleine Bär“, ein Weihnachtsstück für Kinder ab vier Jahren. Es ist die liebevolle Geschichte eines kleinen, frechen Bären, der mit Hilfe seiner Freunde, versucht seinen Traum zu verwirklichen und einmal den Weihnachtsmann zu sehen. Dabei werden die Kinder immer wieder in das Geschehen mit einbezogen. Eine moderne Weihnachtsgeschichte, die offen lässt, ob es den Weihnachtsmann gibt. Das Erzähltheater richtet sich an Kinder von 4 bis 12 Jahren und dauert etwa 40 Minuten.

Ort: Hauptstraße 8, Ladenburg
Eintritt: Erhältlich sind Eintrittskarten für Kinder zu 3,50 Euro und für Erwachsene zu fünf Euro im Vorverkauf. Tel. 06203/70211

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Mittwoch, 1. Dezember, 15 Uhr, Stadthalle

Weinheim. „Die Zauberflöte – Bravo, bravo Papageno“ heißt die kindergerechte Bearbeitung der berühmten Oper von W. A. Mozart. In faszinierender Weise wird der Opernstoff für Kinder verkürzt, vereinfacht und zu einem Fantasie-Märchen in einer bunten Zauberwelt umgearbeitet, mit farbenfrohen Kostümen, einer aufwendigen Bühnenausstattung, Lichtdesign und Pyrotechnik.
„Echte“ Opernsänger laden das junge Publikum ein zu einem lustigen Ausflug in die klassische Musk. Ein Konzertpianist begleitet sie dazu am Flügel, selbstverständlich live. Und dazu gibt´s Popmusik und fetzige Tänze.

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Mozarts „Zauberflöte“ für Kinder. Szenenfoto

 

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Der greise König Tyros ordnet sein Reich. Die Herrschaft im Sonnenland und die Erziehung seiner Tochter, der Prinzessin Pamina, übergibt er seinem Bruder Sarastro. Alle Reichtümer und die Zauberflöte vermacht der König seiner Frau, der Königin der Nacht, und seiner Tochter Pamina. Die Zauberflöte ist aus dem Holz einer tausendjährigen Eiche geschnitzt, und sie vermag Böses in Gutes zu verwandeln. Die Königin jedoch ist mit dieser Aufteilung nicht einverstanden und sinnt auf Rache.
Wie dann der edle Prinz Tamino unter Mithilfe des tollpatschigen Vogelfängers Papageno die schöne Pamina zur Frau gewinnt, ist ein spannendes Abenteuermärchen und hält Jung und Alt in Atem.
Nach 70 spannenden Minuten tanzen die Kinder und Eltern vor Begeisterung mit den Sängern auf der Bühne.

Ort: Birkenauertalstraße 1, Weinheim
Karten: Geschäftsstelle der Kulturgemeinde Weinheim, Telefon: 06201/12282, eMail: theater@kulturgemeinde.de

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9-12 und 15-18 Uhr, an Vorstellungstagen 9-12 und 18-19 Uhr. Die Abendkasse ist jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn geöffnet. Dort erfolgt nur der Verkauf zur jeweiligen Vorstellung. Freier Verkauf.

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Mittwoch, 1. Dezember, 16 Uhr, Gemeindebücherei

Heddesheim. Im Literaturkaffee ist am Mittwoch, 1. Dezember, der Heidelberger Schriftsteller Hubert Bär mit „Der Heidelberger Campus-Mord“ zu Gast. Hubert Bär wurde 1942 geboren und lebt seit 1962 in Heidelberg. Er schloss sein Studium der Germanistik, Romanistik, Geschichte und Politologie mit der Promotion ab und arbeitete als Lehrer und Literaturredakteur. Neben literaturwissenschaftlichen und deutschdidaktischen Arbeiten veröffentlichte er Lyrik und Prosa im Hörfunk, in literarischen Zeitschriften, in Zeitungen, Magazinen und Anthologien.
In dem Kriminalroman „Der Heidelberger Campus-Mord“ wirft der Autor mit spitzer Feder und gekonnter Ironie einen schonungslosen Blick hinter die saubere Fassade Heidelberger Eliten. Ein packendes Krimierlebnis der besonderen Art.

Ort: Unterdorfstraße 2, Heddesheim
Eintritt: 5 Euro, Vorverkauf Gemeindebücherei

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Donnerstag, 2. Dezember, 20 Uhr, Stadthalle

Die Buddenbrooks

„Die Buddenbrooks“. Szenenfoto

Weinheim. Thomas Manns „Buddenbrooks“ in der Weinheimer Stadthalle. Bühnenfassung: John von Düffel, mit Klaus Mikoleit, Heidemarie Wenzel u.a. Regie: Frank Matthus. Mit seinen „Buddenbrooks“ schuf Thomas Mann einen Jahrhundertroman, eines der vielschichtigsten Sittengemälde der bürgerlichen Gesellschaft um die Wende zum 20. Jahrhundert.

Mehr als hundert Jahre später hat John von Düffel aus Thomas Manns Roman eine Bühnenfassung geschaffen, welche die Quintessenz der Familienchronik herausdestilliert, hat den Aufstieg und Fall der berühmten Lübecker Kaufmannsfamilie, die mit ihren konservativen Wertvorstellungen in einem immer rauer werdenden Kapitalismus nicht länger bestehen kann, perfekt verdichtet. Um Konsul Johann, seine Frau Elisabeth und die Kinder Thomas, Christian und Tony entwirft die großartige Inszenierung einen beängstigenden Zwiespalt zwischen Beziehungsdünkel und wirtschaftlichem Erfolgsdruck, beschreibt ihren Ãœberlebenskampf bis hin zu Selbstzerstörung. Das glänzend aufgelegte Ensemble liefert eine fabelhafte Demonstration von Sprach- und Sprechkunst, zeigt ein intensives Gesellschaftsgemälde, das sich dem Thomas Mann’schen Sprachstil durchaus als ebenbürtig erweist. Großes Theater, exzellente Darsteller – nicht umsonst wurde diese Inszenierung mit dem INTHEGA-Preis 2009 belohnt.

Ort: Birkenauertalstraße 1, Weinheim
Karten: Geschäftsstelle der Kulturgemeinde Weinheim, Telefon: 06201/12282, eMail: theater@kulturgemeinde.de

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9-12 und 15-18 Uhr, an Vorstellungstagen 9-12 und 18-19 Uhr. Die Abendkasse ist jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn geöffnet. Dort erfolgt nur der Verkauf zur jeweiligen Vorstellung. Abo C und freier Verkauf.

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Freitag, 3. Dezember, 20 Uhr, Alte Turnhalle

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Der Odenwälder Shanty-Chor.

Hirschberg. Der Odenwälder Shanty Chor beschließt auch seine diesjährige Konzertsaison mit einem Weihnachts-Special in der Alten Turnhalle im Hirschberger Ortsteil Großsachsen. Die Crew um Chorleiter Matz Scheid und Texter Manfred Maser hat ein weihnachtliches Programm zusammengestellt. Der Titel „Weihnachten im Weltall“ nimmt Bezug auf das aktuelle Programm des OSC: „Per B.E.M.B.E.L. durch die Galaxis“. Auf dem Raumschiff „BSS Jakob Muschelknautz“ feiert Schann Scheid mit Kapitän Schrödelsecker und seiner Crew das größte Fest des Jahres: die Äbbel-Woinacht.
Erinnerungen aus der Zukunft, garniert mit Shanties, Gospelsongs und Weihnachtsliedern. Die Besucher dürfen sich also auf einige Ãœberraschungen gefasst machen. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt.
Die Aufführungen am Samstag, 4. Dezember, um 20 Uhr und am Sonntag, 5. Dezember, um 19 Uhr, sind schon ausverkauft, deshalb gibt es ein Zusatzkonzert am Freitag, 3. Dezember. Einlass ist jeweils eine Stunde zuvor. Der Vorverkauf läuft.

Ort: Marktplatz, Großsachsen
Eintritt: Karten im Vorverkauf in Großsachsen bei Schreibwaren Schuhmann (Landstr. 12, Tel.: 06201-53012)
und im Weißen Lamm (Breitgasse 7, Tel: 06201-57257), in Weinheim bei Tabakwaren Freund (Hauptstr. 72, Tel.: 06201-61211)

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Freitag, 3. Dezember, 20 Uhr, Zehntkeller

Schriesheim. Mit einem Festabend feiert die Winzergenossenschaft Schriesheim am 3. Dezember im Zehntkeller ihr 80-jähriges Bestehen. Den Gästen geboten werden ein Sechs-Gänge-Menü sowie zahlreiche Kostproben der hauseigenen Weine zum Preis von 98 Euro pro Person. Programm: Wein, Weib und Gesang von den „Intendanten“ Karlsruhe.

Ort: Zehentkeller, Schulgasse
Karten: Bei der Winzergenossenschaft, Heidelbergerstr. 3

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Sonntag, 5. Dezember, 15 Uhr, Rathaus

Heddesheim. Die Gemeindbücherei präsentiert am Sonntag, den 5. Dezember, 15 Uhr, Tanja Szewczenko mit ihrem Kinderbuch „Kiki Kufenflitzer – Der Eiskristall“. Kinder ab dem Grundschulalter werden zu einer ganz besonderen Autorenlesung eingeladen. Die ehemalige Eiskunstläuferin Tanja Szewczenko liest aus ihrem Kinderbuch „Kiki Kufenflitzer – Der Eiskristall“. Mit Buchverkauf und Signierstunde. Der Eintritt ist frei, doch die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Tanja Szewczenko wurde 1977 in Düsseldorf geboren, sie gewann drei deutsche Meistertitel im Eiskunstlauf. Ihr internationaler Durchbruch erfolgte 1992. 2001 beendete sie ihre Eiskunstlaufkarriere. Sie arbeitete als Fotomodell und wirkte in Fernsehshows mit. In einer Show von Holiday on Ice trat sie wieder vor Publikum auf. Dabei zeigte sie sich als Solo- wie auch als Paarläuferin.

„Kiki Kufenflitzer“ erzählt von einem eigentlich normalen Mädchen – aber nur eigentlich. Denn welches normales Mädchen anstatt richtiger Schuhe ständig Kufen an den Füßen? Und welches normale Mädchen hat schon einen tollpatschigen Eisbären und einen neunmalklugen Pinguin, die beide auch noch sprechen können, als beste Freunde? …

Ort: Rathaus, Fritz-Kessler-Platz
Eintritt: Eine kostenlose Eintrittskarte muss man sich deshalb in der Bücherei, Unterdorfstr. 2, abholen.

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Jeden Montag gibt es Tipps und Termine aus unserem Berichtsgebiet und der Region. Sie möchten mit Ihrer Veranstaltung auch gerne dabei sein? Dann schreiben Sie uns an die jeweilige Redaktion. Wir übernehmen Termine aus unserem Berichtsgebiet in den jeweiligen Terminkalender sowie ausgewählte Termine in unsere Ãœbersicht „Diese Woche“:
Termine Heddesheimblog.de
Termine Hirschbergblog.de
Termine Ladenburgblog.de
Termine Weinheimblog.de
Und für Termine aus anderen Gemeinden an:
Termine Rheinneckarblog.de

Unsere Termine erfreuen sich großer Beliebtheit – Sie können hier auch gerne für sich oder Ihre Veranstaltungen werben. Zum Auftakt unseres neuen Services begrüßen wir herzlich unseren neuen Kunden Kaffeehaus Ladenburg und Kaffeehaus Schriesheim und bitten unsere Leserinnen und Leser um freundliche Beachtung.
Kontakt zu unserer Anzeigenabteilung.

Ãœber unsere Blogs erreichen Sie täglich bis zu 5.000 LeserInnen und Leser. Die Preisjury des Fachblatts MediumMagazin wählte uns Ende 2009 auf Platz 3 „Regionales“ unter die „100 Journalisten 2009“.

Eine schöne Woche wünscht Ihnen
Das heddesheimblog

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Drucksachen – eine anschauliche „Veredlung“ von Textilien

Guten Tag!

Heddesheim, 06. November 2010. Bekanntlich gibt es in der Bücherei Drucksachen. Am Mittwoch, den 03. November 2010, waren diese in der Heddesheimer Gemeindebücherei von ganz besonderer Art. Rita Weins präsentierte ihre Drucksachen auf Textilien.

Von Sabine Prothmann

Mit Bügelbrett und Bügeleisen bewaffnet demonstrierte die gelernte Hauswirtschaftsleiterin vor knapp 30 Zuschauern (darunter zwei Männer) die „Veredlung“ von unifarbenen Textilien. Ob Tischläufer, Schal oder T-Shirt, hier bekam alles seinen „Stempel“.

Bedruckt oder entfärbt wird so die Stangenware zum Unikat.

Antike ornamentreiche Stempel aus Indien, Naturstempel wie Blätter oder Kartoffeln, Holzlettern aus einer Druckerei oder selbsthergestellte Stempel aus Moosgummi – der Fanatsie und Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

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Die Leiterin der Heddesheimer Gemeindebücherei Eva Maria Wustmann überreicht Rita Weins einen Blumenstrauß - ein gern gesehener Gast.

An diesem Abend zeigte Rita Weins (siehe unser Porträt von Juni 2009) das Entfärben der Stoffe: Zunächst wird ein Malgel aus dem Fachhandel mit dem Entfärbersalz vermischt. Mit einem Pinsel wird die Masse auf eine glatte Platte aus Glas oder auf eine Kachel gestrichen und mit einer kleinen Kunststoffwalze von dort abgenommen und auf den Stempel übertragen. Dabei müsse darauf geachtet werden, dass das Gel gleichmässig und überall auf dem Stempel verteilt werde, so Weins.

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Stempel in allen Variationen.

Der Stempel wird auf die gewünschte Stelle auf den Stoff, hier konkret auf einen Tischläufer, gedrückt, Butterbrotpapier wird aufgelegt und das Bügeleisen kommt zum Einsatz. „Ich habe in den vergangenen Wochen täglich gebügelt, aber kein Hemd hängt im Schrank. Nur gut, dass mein Mann auch bügeln kann“, sagte Rita Weins lachend.

Die Hobbykünstlerin hebt den Stoff in die Höhe und die Zuschauer sehen das Resultat. Da, wo der Ornamentenstempel aufgesetzt wurde, ist durch Entfärbung ein wunderschönes Muster entstanden. Rita Weins drückt weitere Stempel auf, Rosen, Ranken – ein Unikat entsteht und den Zuschauern gefällt’s.

Die gleiche Vorgehensweise zeigt sie an einem T-Shirt und einem Schal. „Machen Sie immer eine Probe, an einer nicht sichtbaren Stelle“, rät sie, denn man wisse nie, wie der Stoff reagiert. Geeignet seien vor allem Naturfasern wie Baumwolle, Seide und auch Leinen. Bei einem zu großen Anteil von Kunstfaser müsse man vorsichtig sein.

„Veredelte“ Textilien zum anschauen, anfassen und kaufen.

Nach knapp 60 Minuten ist die Vorführung vorbei, jetzt können sich die Besucher die „veredelten“ Stücke, die in der Bücherei ausgestellt sind, anschauen, anfassen und kaufen. Und viele der Veranstaltungsteilnehmer tun das auch. Schals werden umgelegt, T-Shirts übergezogen. Schon nach kurze Zeit sieht man Lücken in Rita Weins Kollektion. Die Besucherinnen sind sichtlich begeistert.

Die Hobbykünstlerin Rita Weins zeigte in der Gemeindebücherei aber auch weitere Kunstwerke: bedruckte Karten und Bilder und abstrakte Arbeiten mit Acryl auf Leinwand. Eine beeindruckende Vielfalt.

Zur Person:
Rita Weins wurde 1965 in Dorweiler im Hunsrück geboren. Nach der Schule machte sie eine Ausbildung zur Hauswirtschaftsleiterin. Seit der Ausbildungszeit autodidaktisches Arbeiten mit Seide und anderen Textilien. Außerdem freies Arbeiten mit Acryl auf Leinwand, vorwiegend im Bereich Drucken, Seit 2000 Mal- und Druckvorführungen. 2004 erste Ausstellung in der Gemeindebücherei Heddesheim. Weitere Ausstellungen in Weinheim bei Art Werk und Waldmichelbach bei Casa Mia. Rita Weins gibt Kurse in Kleingruppen im Hausatelier. Rita Weins lebt seit 17 Jahren in Heddesheim.

Viel Freude mit den Fotos:
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Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog

„Es steht ohne Füße und spricht ohne Mund“

Guten Tag!

Heddesheim, 27. Oktober 2010. Die Literaturgruppe des Heddesheimer Kunstvereins lud am Tag der Bibliotheken (22. Oktober 2010) zu einem kreativen Projekt in die Gemeindebücherei ein: Schwarze Kutten, „scharfe Waffen“, Bücherratten, Kabinett des Schreckens und eine jungfräuliche Bibliothekarin gab es zu erleben.

Von Sabine Prothmann

„Hungriger greif’ nach dem Buch: es ist eine Waffe“.  Das Zitat von Bertold Brecht hängt, in großen Lettern auf ein Plakat geschrieben, im Treppenhaus des Bürgerhauses. Die Veranstaltung am vergangenen Freitag ist ausverkauft. 45 Leute sind am Tag der Bibliotheken in die Heddesheimer Gemeindebücherei gekommen, um sich in die Welt der Bücher, Bibliotheken und Bibliothekarinnen entführen zu lassen. Keiner weiß genau, was ihn erwartet. Die Atmosphäre ist neugierig und spannungsgeladen.

Eine Reise durch die Geschichte des Buches

„Buch, Buche“, schallt es von der Treppe des Bürgerhauses herab. Auf den Stufen zur Gemeindebücherei werden die Zuhörer und Zuschauer von den sieben Mitgliedern der Literaturgruppe des Kunstvereins in schwarzen Kutten empfangen.

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Szenische Lesung in der Gemeindebücherei anlässlich "Bücherwelten". Bild: heddesheimblog.de

„Das Buch: ein geschriebenes und gedrucktes Werk, das aus mehreren zu einer Ganzheit verbundenen Blättern oder Bogen besteht“. Prägnante, kurze Texte nehmen die Besucher mit auf eine Reise durch die Geschichte des Buches; Papyrusrollen bei den Ägyptern, Holzdruck im späten Mittelalter, das Papier kommt im späten 12. Jahrhundert über Arabien nach Spanien. Dann die Revolution 1453 Johannes von Gutenberg erfindet den Buchdruck.

„Es steht ohne Füße und spricht ohne Mund“ und so ist der Abend eine Hommage an das geschriebene Wort, an die Geschichten und Welten, in die der Leser entführt wird:“Je mehr ich las, umso näher brachten die Bücher mir die Welt, umso heller und bedeutsamer wurde das Leben für mich ..“. (Maxim Gorki)

Lore Urban, Lioba Geier, Heide Raiser, Eva Martin-Schneider, Dörthe Klumb, Heidi Rei und Eva Maria Wustmann, die Leiterin der Gemeindebücherei, verführen und führen. Mit Wortfetzen, Textpassagen und Musik locken sie die Zuhörer immer höher immer weiter bis in die durch Kerzenschein anheimelnde Bücherei. Die Illumination eines prasselnden Feuers, die Vorleserin im Sessel, aus den Regalen formen sich Worte – die Vorführung ist Lesung und Theaterstück zugleich.

Eine Axt für das gefrorene Meer in uns, sagt Kafka

Mit „lasst alles stehen und liegen und kommt in das Kabinett des Schreckens“ beendet Eva Martin-Schneider die erste Pause. Das Weinglas und der heiße Kaffe bleiben stehen, die Besucher werden in die Kinderbücherei getrieben. Es ist Schulstunde. Es ist eine Lesestunde aus Ulla Hahns „Das verborgene Wort“. Komisch, eindringlich, bedrohlich. Und: „Ein Buch muss eine Axt sein für das gefrorene Meer in uns“. sagt Franz Kafka.

Und „ab in die Kiste“ schickt Eva Martin-Schneider die toten Bücher der alten Meister.

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Knabbernde, gierige, ungezogene Ratten werden lebendig, steigen aus Sam Savages Buch „Firmin: ein Rattenleben“. Und zumindest für Ratten haben Bücher einen Nährwert. Das eindrucksvolle Spiel der Mitglieder der Literaturgruppe ist schreiend komisch und zugleich atemberaubend intensiv.

Die Bibliothekarin – eine geschlechtslose, alte Jungfer

Auf einem Bücherwagen wird sie hereingerollt, „eine geschlechtslose, alte Jungfer, unansehnlich ohne Saft und Kraft“. Eva Maria Wustmann verkörpert die Bibliothekarin, eine Außenseiterin mit Brille und Mittelscheitel, mausgrau. Leute, „die zu sonst keinem Beruf taugen und keine Familie haben“. Ihr verschmitztes Lächeln straft die Wort Lügen.

Die Literaturgruppe hatte sich mit ihrer vierten Produktion ein ehrgeiziges Ziel gesetzt und erreicht. Sie hat die Besucher des Abends unterhalten, verwirrt und zum Nachdenken gebracht.

Aus vielen Büchern haben die Damen ihre Texte zusammengeschrieben und damit einen ganz besonderen Abend geschaffen und bewiesen, Literatur ist lebendig und bewegt.

Gelesen wurde unter anderem aus den Romanen von Mikkel Birkegaard: Die Bibliothek der Schatten, Carlos Ruis Zafon: Der Schatten des Windes, Walter Moers: Die Stadt der träumenden Bücher, Johann Wolfgang von Goethe: Faust und Ulla Hahn: Das verborgene Wort.

Weiter so, auf die nächste Aufführung kann man nur gespannt sein.

Viel Freude mit den Fotos:
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Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog