Montag, 25. September 2017

Amtsinhaber startet Blog-Seite - mit Gemeindeeigentum?

Kessler ist nun auch ein Blogger

Heddesheim, 20. Februar 2014. (red) Wer h├Ątte das gedacht? B├╝rgermeister Michael Kessler ist nun auch ein Blogger. Er steigt heute mit einer Website kesslerheddesheim.de in Wahlkampf ein. Und was gibt es dort zu finden? „Erfolge“ aus der Vergangenheit und was ihm f├╝r die Zukunft wichtig ist. Leitfarbe ist ausgerechnet „Gr├╝n“. Und merkw├╝rdigerweise verwendet er mindestens ein Foto, dass auch auf der Gemeindeseite auftaucht. ┬áWer hat das bezahlt? [Weiterlesen…]

Viel Lob f├╝r alle am Bau Beteiligten

Er├Âffnung der neuen Evangelischen Kinderkrippe

Heddesheim, 04. Februar 2014. (red/sw) Zur gro├čen Zufriedenheit aller am Bau Beteiligten konnte nach nur gut zehnmonatiger Bauzeit die neue evangelische Kinderkrippe in der Werderstrasse eingeweiht werden. Am Nachmittag hatten die B├╝rgerinnen und B├╝rger beim „Tag der offenen T├╝r“ Gelegenheit, sich die neuen R├Ąume anzuschauen und die selbstgebackenen Kuchen mit einem T├Ąsschen Kaffee zu genie├čen. [Weiterlesen…]

Gemeinde legt "Ausruhbereich" an Badesee-"Insel" neu an

„Pflege vernachl├Ąssigt“

Heddesheim, 15. Januar 2014. (red) Ein Leser informierte uns, B├╝rgermeister Michael Kessler habe wieder mal ein „├╝bliches R├╝ckschneidemassaker“ angerichtet. Tats├Ąchlich handelt es sich um eine Pflegema├čnahme am Badesee, die auch Gemeinderat Kurt Klemm auf Nachfrage unproblematisch findet. [Weiterlesen…]

Bebauungsplan "Verbrauchermarkt Ortsmitte" aufgestellt

Ende der Debatte um Edeka-Markt?

Der Bebauungsplan umfasst das Gebiet innerhalb der dick gestrichelten Linien. Es ist 7.300 Quadratmeter gro├č. Foto: Gemeinde Heddesheim

Der Aufstellungsbeschluss „Verbrauchermarkt Ortsmitte“ umfasst das Gebiet innerhalb der dick gestrichelten Linien. Es ist 7.300 Quadratmeter gro├č. Quelle: Gemeinde Heddesheim

 

 

Heddesheim, 20. Dezember 2013. (red/ld) Seit zehn Jahren soll der Edeka im Ortskern vergr├Â├čert werden, um die Wohnortnahe Versorgung mit Lebensmitteln aufrecht zu erhalten. 7.300 Quadratmeter gro├č ist das betreffende Grundst├╝ck ist 7.300 Quadratmeter gro├č – ein massiver Eingriff in das Ortsbild, fanden gestern die Gemeinder├Ąte von Gr├╝nen und FDP. Wie sehen die Pl├Ąne aus? Sind die B├╝rger immer noch daf├╝r? Sie forderten eine erneute B├╝rgerbeteiligung. [Weiterlesen…]

Polizei sucht Zeugen

Warteh├Ąusschen demoliert

Foto: Privat

Foto: Privat

Heddesheim, 13. November 2013. (red/ld) Vermutlich in der Nacht von Montag auf Dienstag – 11. auf 12. November, wurde eine Scheibe des Warteh├Ąuschens an der Bushaltestelle Ringstra├če/Badesee zerst├Ârt. Ob es sich dabei um einen Unfall oder unsinnigen Vandalismus handelt, ist bislang unklar. Auf Anfrage teilte die Gemeinde mit, dass Anzeige gegen Unbekannt erstattet worden sei. Die Polizei nimmt sachdienliche Hinweise unter der Telefonnummer 06203-41443 entgegen. [Weiterlesen…]

Eltern w├╝nschen sich inklusiven Unterricht, der bisher als Schulversuch l├Ąuft

Nele ist ein Kind wie alle anderen – nur geh├Ârlos

Nele und Linn Sch├╝├čler besuchen die selbe Grundschule in Heddesheim. Ohne ihre Implantate w├Ąre Nele taub.

Nele und Linn Sch├╝├čler besuchen dieselbe Grundschule in Heddesheim. Ohne ihre Implantate w├Ąre Nele (links) aber taub.

Heddesheim/Weinheim/Rhein-Neckar, 16. Oktober 2013. (red/ld) Ihre Taubheit sieht man Ihr nicht an: Sie mag Musik, egal ob laut oder leise. Sie liebt Hip-Hop und Tanzen, Voltigieren und Karate. Nele ist von Geburt an geh├Ârlos. Trotzdem geht die Siebenj├Ąhrige auf dieselbe Schule wie ihre Schwester. Seit drei Jahren haben Eltern beeintr├Ąchtigter Kinder das Recht, ihre Kinder auf eine Regel- und nicht auf die Sonderschule zu schicken. Und das wird sehr gut angenommen – trotz vieler H├╝rden. [Weiterlesen…]

"Unsere" Kommunen im Vergleich

Hirschberg am „schw├Ąrzesten“ und andere Details der BTW13

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Rhein-Neckar, 23. September 2013. (red/aw/ld) Die FDP ist abgew├Ąhlt worden. Nicht jedoch in unserem Berichtsgebiet – in allen zehn Gemeinden f├╝r die wir Ortszeitungen machen, kamen die Liberalten ├╝ber die F├╝nfprozenth├╝rde. Wir haben uns die Wahlergebnisse genau angeschaut und es gibt viele interessante Details zu entdecken. [Weiterlesen…]

Nur wenigen Kommunen bleiben Erh├Âhungen erspart

Rundfunkgeb├╝hren-Wucher f├╝r St├Ądte und Gemeinden in der Metropolregion

 

Rhein-Neckar, 25. Januar 2013. (red/aw) Auch Kommunen fordern jetzt Nachbesserungen beim neuen Rundfunkbeitrag. Seit dem 1. Januar 2013 werden die Geb├╝hren einer Gemeinde oder Stadt nicht l├Ąnger anhand der Ger├Ąteanzahl berechnet, sondern nach der Anzahl ihrer Dienststellen und Betriebsst├Ątten, unter Ber├╝cksichtigung der dort Besch├Ąftigten und nach der Anzahl ihrer Kraftfahrzeuge. Eine Berechnungsgrundlage die f├╝r viele Kommunen zu Kostensteigerungen f├╝hrt. Die Stadt Mannheim rechnet mit einem zus├Ątzlichen Mehraufwand von 3.000 Euro pro Monat. St├Ądte- und Gemeinde-Verb├Ąnde haben sich eingeschaltet.

Von Alexandra Weichbrodt

Aufreger Rundfunkbeitrag: Neben der ÔÇťnormalenÔÇŁ Bev├Âlkerung, kritisieren jetzt auch die Gemeinden und St├Ądte des Landes die neue Rundfunkgeb├╝hr der ├Âffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Seit der Reform muss jeder zahlen, ob er die Sender nutzt oder nicht. W├Ąhrend aber in Privathaushalten pro Wohnung ein Beitrag anf├Ąllt, m├╝ssen die Kommunen ihre Beitr├Ąge jetzt nach Anzahl ihrer Dienststellen und Betriebsst├Ątten unter Ber├╝cksichtigung der dort Besch├Ąftigten und nach der Anzahl ihrer Kraftfahrzeuge berechnen und bezahlen.

Eine Gemeinde oder Stadt, die viele Betriebst├Ątten wie B├╝rgerb├╝ros und Standes├Ąmter oder einen gro├čen Fuhrpark unterh├Ąlt, muss also ab diesem Jahr mit Mehrausgaben rechnen. Das bef├╝rchten auch der Deutschen St├Ądte- und Gemeindebund (DSTGB) sowie der Deutsche St├Ądtetag: Die Reform der bisherigen Rundfunkgeb├╝hr f├╝hre zu einer ÔÇ×deutlichen MehrbelastungÔÇť, hei├čt es in einer gemeinsamen Mitteilung. F├╝r die Mehrausgaben muss der B├╝rger als Steuerzahler erneut herhalten.

Gegenwehr garantiert

Da bleibt es nicht aus, dass die Kommunen sich wehren. Daf├╝r einsetzen werden sich auch der DSTGB und der Deutsche St├Ądtetag. Angesichts eines m├Âglichen Kostenanstiegs von bis zu 400 Prozent, fordern die Verb├Ąnde, das Thema erneut in der Rundfunkkommission und der Ministerpr├Ąsidentenkonferenz zu behandeln, um eine gerechtere L├Âsung zu finden.

Ihrer Ansicht nach benachteiligen die Neuregelungen besonders die b├╝rgernahen Kommunen: Je dezentraler eine Stadt- oder Gemeindeverwaltung organisiert ist, desto mehr Betriebsst├Ątten und Dienststellen habe sie. Und daran bemesse sich ja nun die neue Geb├╝hr. Die Folgen: Drastische Kostensteigerungen.

Eine Bewertungsgrundlage, die auch viele Gemeinde- und Stadtkassen in der Metropolregion zuk├╝nftig mehr belasten wird. So best├Ątigt uns der Ladenburger B├╝rgermeister Rainer Ziegler, dass die Rundfunkgeb├╝hr f├╝r die Gemeinde Ladenburg bisher bei etwa 2.000 Euro im Monat lag, in Zukunft aber deutlich teurer erwartet wird.

Man habe derzeit hinsichtlich der H├Âhe jedoch noch Kl├Ąrungsbedarf mit der Geb├╝hreneinzugsbeh├Ârde und warte auf Antwort auf die gestellten Anfragen. Die Gemeinde stehe au├čerdem mit den kommunalen Landesverb├Ąnden DSTGB und dem Deutschen St├Ądtetag in Verbindung.

├ťber Ma├čnahmen werden wir gegebenenfalls nach Beendigung der noch laufenden Verhandlungen und nach Abstimmung mit den Verb├Ąnden nachdenken,

so B├╝rgermeister Ziegler.

├ähnlich die Erwartungen in der Gemeinde Hirschberg. Hier erwartet die Gemeindeverwaltung eine Erh├Âhung von 1.655 Euro auf 1.940 Euro monatlich. Eine Steigerung von 17 Prozent mehr f├╝r den Rundfunkbeitrag.

Beitrag der Stadt Mannheim verdoppelt sich

Hart trifft es auch die Stadt Mannheim. Der bisherige Betrag von 2.700 Euro monatlicher Geb├╝hr, wird nach Sch├Ątzungen der Stadtverwaltung um 3.000 Euro zus├Ątzlich ansteigen, also 5.700 Euro im Monat, was einer Steigerung von rund 210 Prozent entspricht. Sicher sei man noch nicht, der erste Geb├╝hrenbescheid noch auf sich warten lasse. Einsparungsm├Âglichkeiten sieht die Stadt allerdings keine:

Organisationseinheiten, welche dem gleichen Zweck dienen, k├Ânnen sofern diese sich in einen Geb├Ąude befinden, zu einer Betriebsst├Ątte zusammengefasst werden. So k├Ânnten z.B. Geb├╝hren gespart werden. Diese und viele andere Einsparm├Âglichkeiten hat die Stadt Mannheim ausgesch├Âpft.

Auch die Stadt Mannheim steht in engem Kontakt mit dem St├Ądtetag Baden-W├╝rttemberg, der in der Angelegenheit bereits aktiv geworden ist.

Besser weg kommt da die Stadtkasse im hessischen Viernheim. Mit einer bisherigen viertelj├Ąhrlichen Rundfunkgeb├╝hr von 315,24 Euro ist die Stadt relativ g├╝nstig dabei. In Zukunft werden es aber wohl trotzdem ├╝ber 400 Euro Mehrkosten im Jahr, dank einer neu berechneten Rundfunkgeb├╝hr von gesch├Ątzten 419,45 Euro pro Quartal.

Weniger Geb├╝hren bleiben die Ausnahme

In Heddesheim hat man schon Gewissheit. Die Gemeinde hat bereits die erste Rundfunkbeitragsrechnung erhalten und kommt g├╝nstiger weg als vor der Reform:

In der Abrechnung wurde deutlich, dass der monatliche Beitrag f├╝r die Gemeinde im Vergleich zum alten Modell leicht gesunken ist.

Da wird Heddesheim aber wohl eine Ausnahme sein. Obwohl die Gemeinde mit rund 11.5000 Einwohner so gro├č ist wie die benachbarte Stadt Ladenburg, unterscheiden sich die Rundfunkgeb├╝hren erheblich. Grund daf├╝r ist die Anzahl der Betriebsst├Ątten. Dazu geh├Âren auch Bildungseinrichtungen, wie Schulen oder Kinderg├Ąrten.

So muss Heddesheim mit insgesamt nur drei Schulen einen deutlich kleineren Beitrag leisten, als Ladenburg mit neun Schulen. Antr├Ąge auf einer Befreiung solcher Bildungs- und Jugendeinrichtungen werden derzeit vielerorts noch gepr├╝ft und lassen ein endg├╝ltiges Ergebniss offen.

Definition „Betriebsst├Ątte“ gibt Anlass zur Diskussion

In Sachen Betriebsst├Ątten-Definition gibt es ohnhin noch erheblichen Kl├Ąrungsbedarf. Viele der Gemeinden, befinden sich auch deshalb noch in Verhandlungen mit der Geb├╝hreneinzugszentrale. Nach Auffassung dieser ist beispielsweise die Volkshochschule (VHS) eine eigene Betriebsst├Ątte, viele Kommunen sehen das allerdings anders, insbesondere wenn diese im Rathaus untergebracht ist.

Der Vater des neuen Modells, Ex-Verfassungsrichter Paul Kirchhof, lobt seine Idee im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung trotzdem:

Ich habe gemeinsam mit den Rundfunkanstalten ein verfassungsrechtlich zul├Ąssiges und praktisch gebotenes Finanzierungssystem entwickelt. Wir haben das Ziel erreicht, einen einfachen, plausiblen Beitrag f├╝r alle B├╝rger zu schaffen.

Wie sich dieses Finanzierungssystem aber f├╝r Kommunen oder auch Unternehmen auswirkt, wurde wohl nicht ausreichend ausgewertet. Denn neben den St├Ądten und Gemeinden nutzen auch die Unternehmer in Deutschland den Stimmungsschwung.

Grund daf├╝r sind ebenfalls horrende Neuberechnungen des Rundfunkbeitrags. So soll die Drogeriekette dm etwa 270 Prozent mehr Geb├╝hren zahlen als noch 2012. Der Einzehlh├Ąndler Rewe f├╝rchtet gar eine Steigerung um 500 Prozent. Die Drogeriekette Rossmann droht aufgrund der Kostenexplosion sogar mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht.

Schwetzingen und Heidelberg haben noch keinen ├ťberblick

Es wird sich zeigen, ob die Rundfunkkommission gemeinsam mit der Ministerpr├Ąsidentenkonferenz noch einmal eine Nachjustierung der Geb├╝hrenberechnung f├╝r St├Ądte und Gemeinden vornehmen. Fest steht, es wird einige Kommunen geben, die mit einem deutlichen Loch in ihrer Haushaltskasse aus der Geb├╝hrenreform herausgehen.

Einige St├Ądte in der Metropolregion lassen die wom├Âglich „teure ├ťberraschung“ der Rundfunkgeb├╝hrenreform aber auch einfach auf sich zu kommen. Manche haben sich noch nicht ausreichend mit dem Thema auseinandergesetzt, so auch die Stadt Schwetzingen. Hier warte man mit Prognosen bis der erste Geb├╝hrenbescheid eintrifft. Die Berechnungsgrundlage sei derzeit einfach noch zu unklar, um Zahlen zu nennen. In Ludwigshafen wei├č man nichts genaues, weil die fr├╝here GEZ-Geb├╝hr dezentral aus den Budgets der Verwaltungsbereiche gezahlt worden ist.

├ähnlich ist es in Heidelberg. Das Problem hier: Es fehlt der ├ťberblick. Die Betriebsst├Ąttten hatten bisher eigenst├Ąndig mit der Geb├╝hrenzentrale abgerechnet.

Derzeit hat aber noch niemand bei der Stadtverwaltung alle Einzelposten zusammengestellt, um zu errechnen wie hoch der neue Gesamtbetrag ausfallen k├Ânnte,

erkl├Ąrte Dr. Bert-Olaf Rieck vom Amt f├╝r ├ľffentlichkeitsarbeit der Stadt Heidelberg.

 

Wie aus dem Heddesheimblog ein Netzwerk geworden ist

Mit einer Recherche hat alles angefangen…

Das war das "erste" Heddesheimblog - als Unterseite von blogger.de

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 07. Mai 2012. (red) Vor drei Jahren ist das Heddesheimblog.de gestartet. Zun├Ąchst als privates Blog, auf dem der Journalist Hardy Prothmann als B├╝rger seine Gedanken und Recherchen wegen einer umstrittenen Logistik-Ansiedlung ver├Âffentlicht hat. Das Heddesheimblog hat sich in der Branche schnell einen Namen gemacht – als Zukunftsmodell f├╝r einen modernen Lokaljournalismus. Mittlerweile ist daraus ein Blog-Netzwerk geworden – nicht nur in Nordbaden.

Von Hardy Prothmann

Im Fr├╝hjahr 2009 war aus Sicht des Mannheimer Morgens die Welt mehr als in Ordnung. Das Viernheimer Logistik-Unternehmen „Pfenning“ plante eine angebliche 100-Millionen-Euro-Investition in dem beschaulichen Dorf. Bis zu 1.000 Arbeitspl├Ątze, Gewerbesteuer in H├╝lle und F├╝lle, ein gl├╝cklicher B├╝rgermeister – die (bis dato nicht gef├Ąhrdete) Zukunft des Dorfes ist gerettet. So die Botschaft der Zeitung.

Schlechter Zeitungsjournalismus als Anlass

Mir ist selten eine so unkritische Hofberichterstattung untergekommen. Kritische Fragen? Recherchen? Nichts davon war bei dieser Jubelberichterstattung zu erkennen, geschweige denn zu erahnen.

Auch die ARD ist bereits auf das Heddesheimblog aufmerksam geworden. (Klick auf das Bild f├╝hrt zum Artikel)

Weil ich als B├╝rger in Heddesheim selbst vom starken Verkehrsaufkommen betroffen war, fing ich an, ein wenig zu recherchieren. Als erstes im Archiv des Mannheimer Morgens – so wie eigentlich ein Redakteur der Zeitung eine Recherche beginnen sollte. Und ich wurde f├╝ndig: Rund drei Dutzend Artikel gab das Online-Archiv her. Alle negativ ├╝ber dieses „Familienunternehmen Pfenning“, das ohne jeden Bezug zu den kritischen Berichten als „Heilsbringer“ f├╝r Heddesheim gefeiert wurde.

Wohin mit meinen Recherchen? Dem Mannheimer Morgen als „Thema“ anbieten? Sicher nicht. Ich habe meine Texte zun├Ąchst bei blogger.de (siehe Foto oben) eingestellt. Der erste Text erschien am 28. Aprl 2009: „Alles gut oder alles schlecht mit Pfenning in Heddesheim?“ Und ist nach wie vor sehr lesenswert.

Gro├čes Interesse – wachsende Zugriffszahlen

Die Zugriffszahlen gingen binnen weniger Tagen so schnell nach oben, dass die Seite oft nicht erreichbar war. Ich mietete deswegen eigenen Speicherplatz und ver├Âffentlichte auch andere lokale Nachrichten.

Auch das fand Interesse und Anklag und nach wenigen Wochen reifte die Idee, ob es nicht m├Âglich w├Ąre, eine eigene Lokalzeitung im Internet zu gr├╝nden. Ich hatte schon von ├Ąhnlichen Projekten geh├Ârt, aber das waren oft nur „Versuche“.

Ich versuchte mit. Die erste Erfahrung war: „Mein“ Journalismus war in der nordbadischen Provinz eine Zumutung. Es enstanden schnell zwei Lager: Die einen jubelten, die anderen kotzten. Auch, weil ich kurz nach dem Start vom Heddesheimblog in den Heddesheimer Gemeinderat gew├Ąhlt worden war – diese Funktion habe ich nach einem Umzug nach Mannheim aufgeben m├╝ssen.

Auch wir sind Gegenstand von Berichterstattung - gut 300 Berichte wurden ├╝ber das Konzept und die Macher vom Heddesheimblog bereits verfasst.

Kritische Nachfragen? Meinungsstarke Kommentare? Investigative Recherchen? Das war man im Verbreitungsgebiet der Monopolzeitung Mannheimer Morgen nicht gewohnt. Die Zugriffszahlen stiegen rasant und auch bundesweit wurde das Heddesheimblog in der Journalistenbranche ein Begriff. „Was macht der Prothmann da?“, wurde gefragt. Ist das ein Ego-Projekt eines bei├čw├╝tigen Journalisten oder vielleicht ein Zukunftsprojekt f├╝r einen neuen Lokaljournalismus?

Zahlreiche Branchenberichte

Ende 2009 w├Ąhlte mich eine Jury in der Kategorie „Regionales“ auf Platz 3 unter die 100 Journalisten des Jahres 2009. Seit dem Start des Heddesheimblogs wurde ich als Redner, Seminarleiter oder Podiumsteilnehmer engagiert. Bei der Initiative Tageszeitung, dem Deutschen Journalistenverband, dem Bayerichen Journalistenverband, auf Kongresse, an Hochschulen, zu Unternehmer-Workshops.

Mittlerweile gibt es Dutzende von journalisten Studien- und Masterarbeiten, die das Heddesheimblog und andere lokale Internetmedien zum Thema gemacht haben und rund 300 Presse-Ver├Âffentlichungen mit Bezug auf diese Form von Lokaljournalismus. Spiegel Online, FAZ, S├╝ddeutsche, taz, Welt, ARD, NDR, Tagesspiegel, Berliner Zeitung – die Liste der „bekannten“ Medien, die ├╝ber den Journalismus in der Provinz geschrieben haben, ist lang. Auch bei den Nachdenkseiten oder fefes Blog ist das Heddesheimblog Thema.

Oder das Prinzip. Das Heddesheimblog ist l├Ąngst ├╝ber den Ort hinausgegangen. Ende 2009 kam das Hirschbergblog.de dazu, Anfang 2010 das Ladenburgblog.de, Ende 2010 das Weinheimblog.de, Anfang 2011 das Rheinneckarblog.de, das Viernheimblog.de und seit Anfang 2012 sechs weitere Gemeinden des Wahlkreises Weinheim.

Netzwerk weitet sich aus: istlokal

Mit dem Unternehmer Peter Posztos habe ich im Herbst 2011 die Firma Istlokal Medienservie UG gegr├╝ndet, weil wir unsere Erfahrungen auch anderne zur Verf├╝gung stellen wollen. Peter Posztos macht die Tegernseer Stimme, ebenfalls eine lokale Zeitung im Internet. Seit Anfang 2012 vermarkten wir unser Produkt Istlokal OS und haben schnell neue Partner gefunden – beispielsweise in Bretten, Schweinfurt oder Weiterstadt.

Dar├╝ber hinaus gibt es ein Netzwerk von weiteren lokal arbeitenden Journalisten, wie Stefan Aigner in Regensburg oder Hubert Denk in Passau. Auch Philipp Schw├Ârbel in Berlin hat mit seinen Prenzlauer Berg Nachrichten schon viel Aufmerksamkeit erlangt.

Immer mehr Lokaljournalisten gr├╝nden Blogs und nutzen beispielsweise wie wir die Istlokal OS-Software.

 

Uns alle vereint, dass wir guten, seri├Âsen und vor allem kritischen Journalismus anbieten wollen. Einen Journalismus, der sich traut, Fragen zu stellen und nicht nur vorgefertigte Informationen zu erhalten. Keine Wohlf├╝hl-Schwurbelei, sondern eine f├╝r die Demokratie herausragende Aufgabe zu erf├╝llen. Meinungen durch Informationen zu erm├Âglichen. Der Artikel 5 unseres Grundgesetzes ist die Gesch├Ąftsgrundlage.

Um diese Arbeit zu finanzieren, setzen wir auf Werbeeinnahmen – wie eh und je bei den Medien. Wir erzeugen Aufmerksamkeit und verkaufen diese. Das ist ein seri├Âses Gesch├Ąft.

Kleines, engagiertes Team

Zur Zeit arbeitet ein festes Team von sieben Mitarbeitern f├╝r die „Rheinneckarblogs“ – dazu weitere freie Journalisten, Kolumnisten und freundschaftlich verbundene Kollegen. Im Vergleich zur Personalausstattung der anderen Medien im Berichtsgebiet sind wir sehr klein aufgestellt – im Vergleich mit anderen setzen wir aber immer wieder Themen, die Thema sind.

Im Herbst 2011 beispielsweise mit der Fischfutter-Aff├Ąre. Der gr├╝ne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian-Str├Âbele hatte uns f├╝r einen Bericht abgemahnt. S├Ąmtliche Berliner Zeitungen berichteten ├╝ber den Skandal, viele weitere Zeitungen und auch der NDR. Insgesamt wurde unser Bericht innerhalb weniger Tage gut 140.000 Mal aufgerufen, anfangs st├╝rzte gar der Server wegen der massiven Zugriffe ab.

Zuletzt mahnte uns der Gr├╝nen-Bundespolitiker Hans-Christian Str├Âbele ab - und zog die juristische Attacke wieder zur├╝ck. Quelle: Die Welt

 

Die lokalen Zeitungen Mannheimer Morgen, Weinheimer Nachrichten und Rhein-Neckar-Zeitung hielten sich „zur├╝ck“, denn aus deren Sicht gibt es uns nicht. Die Fischfutter-Aff├Ąre mitten im Berichtsgebiet? Kein Thema f├╝r die „unabh├Ąngigen“ Printjournalisten.

Aus unserer Sicht gibt es die Zeitungen – und vor allem viel schlechten Journalismus. Was wir immer wieder thematisieren, wenn deren gesch├Ânte und klientelabh├Ąngige „Berichterstattung“ skandal├Âs wird. So werden umgeschriebene Pressemitteilungen als eigene Berichte ausgegeben oder noch schlimmer – Themen h├Ąufig gar nicht berichtet, wenn sie den Zeitungen nicht „passen“. Und das betrifft beim besten Willen nicht nur uns. Was nicht berichtet wird, ist auch nicht passiert.

Juristische Attacken

F├╝r mich pers├Ânlich hat diese Arbeit auch viele Nachteile gebracht. Seit nunmehr 21 Jahren arbeite ich als Journalist, 18 Jahre ohne jegliche juristische Streitigkeiten. In den vergangenen drei Jahren habe ich 11 Abmahnungen erhalten. Einmal habe ich eine Einstweilige Verf├╝gung wegen widriger Umst├Ąnde „akzeptiert“, einen Vergleich geschlossen, 9 Mal konnte ich die Abmahnung abwehren. Unterm Strich haben diese Prozesse gut 20.000 Euro gekostet, weil man nicht wollte, das publik wird, was ├Âffentlich sein sollte. Und diese Prozesse kosten auch viele Nerven.

Sehr erfreulich ist der Kontakt zu den Leserinnen und Lesern. Viele unserer Artikel entstehen, weil wir Hinweise bekommen. Beobachtungen, Gedanken, Erfahrungen von Menschen, die sich Anteil haben und nehmen an unserer Gesellschaft und nicht gleichg├╝ltig sind. Diesen m├Âchte ich stellvertretend f├╝r das Team danken.

Ebenfalls erfreulich ist die Zusammenarbeit mit vielen Beh├Ârden, die die Meinungsfreiheit hoch achten. Explizit m├Âchte ich die sehr gute Zusammenarbeit mit der Polizei loben und in weiten Teilen auch mit den Feuerwehren. In unserem Berichtsgebiet sind zwei Namen erw├Ąhnenswert, B├╝rgermeister Manuel Just in Hirschberg und B├╝rgermeister Rainer Ziegler in Ladenburg, die sich kommunikativ sehr hervortun. Auch B├╝rgermeister Lorenz in Dossenheim m├Âchte ich gerne als neuen Kontakt erw├Ąhnen, der uns beim Antrittsbesuch sehr freundlich empfangen hat. In den anderen Orten beginnen wir die Arbeit erst und die Kontakte stehen noch bevor.

Den Heddesheimer B├╝rgermeister Micheal Kessler muss ich leider nach wie vor als ausgewiesenen Feind der Pressefreiheit besonders hervorheben. Sein Amtsverst├Ąndnis kommt in diesem Bericht sehr eindeutig zur Sprache: „Ich bin die Gemeinde.“

Unabh├Ąngige Berichterstattung

Wie unabh├Ąngig wir tats├Ąchlich arbeiten, erkennt jeder, der unsere Berichterstattung verfolgt. Wir kritisieren „Gr├╝ne“ ebenso wie „Schwarze“, scheuen uns nicht vor „Rot“ oder „Geld“ oder „Orange“.┬á Aber auch hier bieten wir Meinungen an: Ganz verallgemeinernd stellen wir fest, dass die CDU, die SPD und die FDP in der Region unserer Berichterstattung nicht wohlgesonnen sind.

Explizit die Ladenburger und Weinheimer CDU m├Âchten wir lobend ausnehmen – nicht weil diese mit unser Berichterstattung „zufrieden“ sind, sondern weil sie gespr├Ąchsbereit sind. In Hirschberg explizit die Freien W├Ąhler und in Weinheim explizit Herrn Carsten Labudda (Die Linke) und Weinheim Plus. Die genannten Personen und Parteien suchen den Ausstausch und die Kritik – was gut ist. Explizit muss auch der Gr├╝ne Landtagsabgeordnete Uli Sckerl erw├Ąhnt werden – trotz kontr├Ąrer Meinungen haben er und seine Mannschaft sich immer korrekt auf unsere journalistischen Anfragen hin verhalten.

Mit Recherchen zum Logistik-Zentrum "Pfenning" hat das Heddesheimblog angefangen - unsere Berichte konnten den Bau des Klotzes nicht verhindern, aber zur Aufkl├Ąrung beitragen. "Das hab ich nicht gewusst", kann keiner mehr sagen.

 

Unentschieden ist noch das Verh├Ąltnis zum Landratsamt. Nachdem wir dem stellvertretenden Landrat (Jurist) erst unter Verweis auf ein Bundesverfassungsgerichtsurteil klar machen konnten, dass wir „Presse“ sind, gibt es mittlerweile mit Stefan Dallinger (CDU) einen neuen, sehr kommunikativen (und fraktions├╝bergreifend gelobten) Landrat, der sich aber unser Ansicht nach noch ein wenig scheut, aktiv ├╝ber unsere Blogs mehr in Kontakt mit der Bev├Âlkerung zu treten. Wir werden herausfinden, wie es wirklich ist.

Der Kontakt zum Mannheimer Oberb├╝rgermeister Dr. Peter Kurz basiert auf einer gemeinsamen Vergangenheit – als freier Mitarbeiter f├╝r den Mannheimer Morgen habe ich den damaligen Stadtrat als sehr engagierte Pers├Ânlichkeit kennengelernt und ihn vor seiner Wahl zum OB portr├Ątiert. Zuletzt hat sich dessen Engagement bei der Gegendemo zum NPD-Aufmarsch best├Ątigt (Hierzu unsere Reportage auf dem Rheinneckarblog: „Warten auf den rechten P├Âbel„). Zu seinem Kollegen W├╝rzner in Heidelberg besteht noch kein pers├Ânlicher Kontakt, aber das wird sich ├Ąndern.

Vernetzter Journalismus vor Ort

Die miteinander vernetztenden Ortsblogs haben ein Konzept: Wir ver├Âffentlichen Nachrichten, die f├╝r die Menschen vor Ort wichtig sind. Und wir zeigen auf, wie die Gemeinden miteinander vernetzt sind – auf vielf├Ąltige Weise. Ob zu Verkehrs- oder Umweltschutzthemen, gemeinsamen Verb├Ąnden und Vertr├Ągen – unsere Gemeinden im Berichtsgebiet sind vielf├Ąltig verbunden, ebenso die Leserinnen und Leser.

Vielleicht vermisst man die ein oder andere Nachricht – da bitten wir um Nachsicht. Unsere Redaktion arbeitet sehr engagiert und wir m├╝ssen manchmal den Mut zur L├╝cke haben, weil wir (noch) nicht jeden Termin besetzen k├Ânnen.

Sicher ist es auch Zeit, sich auf wesentliche Dinge zu konzentrieren. ├ťberbordende Berichte in den Zeitungen ├╝ber Vereinsfeste haben Bed├╝rfnisse geweckt, die fraglich sind. Was ist die Nachricht? „F├╝rs leibliche Wohl wurde gesorgt?“ Meinetwegen: Der Satz erz├Ąhlt die gesamte Geschichte. Es gab zu Essen und zu Trinken. Und wenn das nicht reicht, ruft man auch h├Âhrere Instanzen dazu: „Der Wettergott war den G├Ąsten gn├Ądig, der k├╝hle Gerstensaft flo├č in Str├Âmen und die Luft war erf├╝llt vom Duft leckerer Bratw├╝rste“.

Gegen die Bratwurst-Berichterstattung

Das ist fettigster Bratwurst-„Journalismus“ und hat mit Journalismus nichts zu tun. Ganz klar ist es wichtig und richtig ├╝ber Feste zu berichten. Wir machen das auch – bei Vereinsfesten oft nur mit kurzen Texten (Ein Fest hat stattgefunden), daf├╝r aber mit vielen Fotos. Die erz├Ąhlen die Geschichte besser als zusammengeschwurbelte Nonsens-„Berichte“.

Sie, liebe Leserinnen und Leser, k├Ânnen aktiv daran teilhaben, das „Produkt“ Journalismus zu bewerten. Bringen Sie sich ein – schreiben Sie uns und anderen, was gef├Ąllt und was nicht. Journalismus muss man nicht hinnehmen, man kann seit dem Internet daran teilhaben. Sie k├Ânnen Kommentare schreiben und viel einfacher als fr├╝her die Redaktion direkt erreichen, sich mit Hinweisen, Vorschl├Ągen und Kritik einbringen. Jedenfalls bei uns.

Wir freuen uns ├╝ber die Beliebtheit unserer Montagskolumnen, der ausgew├Ąhlten Tipps & Termine und der regen Teilnahme ├╝ber Kommentare auf den Blogs oder bei unseren Facebook-Seiten.

Herzlichen Dank an die Leser und Kunden

Nach drei Jahren Heddesheimblog & Co, m├Âchte ich Ihnen sehr herzlich genau daf├╝r danken. F├╝r Unterst├╝tzung und Kritik – beides gab es zuhauf.

Hardy Prothmann ist seit 21 Jahren als Journalist t├Ątig und seit drei Jahren als "Blogger".

F├╝r die Zukunft w├╝nsche ich mir noch mehr kritische Anteilnahme, weil wir alle gemeinsam mit unserem Interesse f├╝r etwas einstehen, was ein absolutes Privileg ist: Freiheit, vor allem Meinungsfreiheit. Ohne diese ist Demokratie nicht m├Âglich. Da ich viel im Ausland gelebt habe und auch von dort berichtet, wei├č ich unser freiheitliche Grundordnung uneres Heimatlandes sehr zu sch├Ątzen.

Deswegen freue ich mich mit Ihnen und dem Team, wenn Sie uns weiter gewogen bleiben, uns mit Interesse und Informationen unterst├╝tzen. Den anderen „Heddesheimblogs“, egal, ob am Tegernsee, im Prenzlauer Berg, in Regensburg, in Weiterstadt oder Bretten oder Schweinfurt oder in vielen anderen Orten w├╝nschen wir viel Erfolg, immer den richtigen journalistischen Riecher und einen erfolgreichen Aufbau ihrer Angebote.

In diesem Sinne m├Âchte ich mich bei allen Mitwirkenden bedanken, selbstverst├Ąndlich sehr besonders bei meiner Frau und der Familie, f├╝r das Engagement, das Verst├Ąndnis, das Interesse und die aktive Teilnahme.

Im ersten Interview zum „Heddesheimblog“ hat mich der Kollege Thomas Mrazek gefragt, warum ich das mache, was meine Motivation ist?

Meine Antwort: Ich habe den Spa├č meines Lebens.

Das gilt bis heute.

Herzlichst Ihr

Hardy Prothmann

Zahl der Kinder und Jugendlichen im Wahlkreis Weinheim aber r├╝ckl├Ąufig

Ilvesheim legt bei den Einwohnern am st├Ąrksten zu – auch bei den Kindern

Nicht nur den Kommunen, auch den Vereinen gehen die Kinder aus.

 

Rhein-Neckar/Heidelberg, 23. M├Ąrz 2012. (red/cr) Nach einer Information des Landratsamts leben immer weniger Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren im Rhein-Neckar-Kreis. Am wenigsten Kinder und Jugendliche gibt es im Stadtkreis Heidelberg mit lediglich nur noch 13 Prozent. Wir haben uns die Zahlen f├╝r die Kommunen im Wahlkreis 39, Weinheim, besorgt. Danach f├╝hrt Ilvesheim beim Kinderzuwachs sehr deutlich in absoluten Zahlen – Schlusslicht ist Weinheim.

Der Wahlkreis Weinheim umfasst die Gemeinden Dossenheim, Heddesheim, Hemsbach, Ilvesheim, Ladenburg, Laudenbach, Schriesheim, Weinheim, Edingen-Neckarhausen und Hirschberg.

Die Einwohnerzahl des Wahlkreises Weinheim ist, nach Unterlagen des Statistischen Landesamts Baden-W├╝rttemberg in den Jahren 2007 bis 2010 um 1.737 Einwohner gestiegen. Die Zahl der Kinder unter 18 Jahren hingegen ist um 105 Personen zur├╝ckgegangen.

Von den zehn Gemeinden im Wahlkreis k├Ânnen lediglich vier einen Zuwachs verbuchen – sowohl bei der Gesamteinwohnerzahl, als auch bei Kindern und Jugendlichen. Vier Gemeinden haben eine wachsende Einwohnerzahl, aber immer weniger Kinder. In sechs Gemeinden leben weniger Kinder als noch vor ein paar Jahren. In Laudenbach und Weinheim ist sowohl die Einwohnerzahl, als auch die Zahl der Kinder r├╝ckl├Ąufig.

Entwicklung der Gemeinden von 2007 bis 2010 im ├ťberblick:

Gemeinde Kinder Gesamt
01. Ilvesheim 236 703
02. Dossenheim 107 499
03. Hirschberg 52 134
04. Edingen-Neckarhausen 19 252
05. Heddesheim -64 65
06. Hemsbach -54 60
07. Schriesheim -34 53
08. Ladenburg -24 40
09. Laudenbach -72 -59
10. Weinheim -271 -10

Alle Gemeinden befinden sich im Wettbewerb um junge Familien – so sind in den vergangenen Jahren einige Neubaugebiete entstanden, die neue Einwohner anlocken sollen. Allerdings sind Kinder f├╝r die Gemeinden durch Zusch├╝sse zu Betreuungskosten auch ein Kostenfaktor. Insgesamt geht man aber bei den Gemeinden davon aus, dass man Zuz├╝ge braucht, um durch Steuereinahmen die Gemeindekasse aufzubessern.

Auch die Vereine brauchen Nachwuchs und haben durch die Entwicklung teils gro├če Probleme, ausreichend Nachwuchs zu finden.

Dokumentation der Schlussrede von Hardy Prothmann

„Ich bleibe Heddesheim verbunden“

Heddesheim, 01. M├Ąrz 2012. (red) Heute ist der partei- und fraktionsfreie Hardy Prothmann aus dem Heddesheimber Gemeinderat ausgeschieden. Wir dokumentieren die Abschlussrede.

„Sehr geehrte B├╝rgerinnen und B├╝rger, sehr geehrte Gemeinder├Ątinnen und Gemeinder├Ąte, sehr geehrter Herr B├╝rgermeister.

Ich bedaure sehr, dieses Gremium nach zwei Jahren und neun Monaten verlassen zu m├╝ssen, weil die Gemeindeordnung dies so vorsieht. Da ich nicht mehr in Heddesheim wohne, bin ich kein w├Ąhlbarer Heddesheimer B├╝rger mehr und muss mein Ehrenamt abgeben.

Ich bedaure nicht den Sinngehalt der kommunalen Verfassung – nat├╝rlich ist es stimmig, dass Gemeinder├Ąte auch B├╝rger der Gemeinde sein sollen und m├╝ssen.

Die Zeit und Mitwirkung im Gemeinderat habe ich gem├Ą├č meines Wahlversprechens nach bestem Wissen und Gewissen genutzt und mich aktiv eingebracht. Ich habe gr├Â├čtm├Âgliche Transparenz versprochen, B├╝rgerbeteiligung, Unabh├Ąngigkeit und eine kritische Haltung.

Ob es dabei immer ma├čvoll von meiner Seite zugegangen ist, m├Âchte ich nicht selbst beurteilen. Sondern ich stelle auch hier wieder die Frage, wer alles beteiligt war, wer f├╝r was verantwortlich ist, wer sich wie eingebracht hat. Und die Antworten m├Âgen die B├╝rgerinnnen und B├╝rger Heddesheims selbst finden.

Den einen wars zuviel, andere konnten nicht genug davon bekommen, wenn ich, wie der Noch-Kollege Andreas Schuster es ausgedr├╝ckt hat, eine um die andere Attacke im Galopp geritten bin.

Das aber ist nicht ganz richtig – mein Ansporn war niemals Attacke zu reiten, weder im Galopp noch in einer anderen Schrittform. Ich habe nur Fragen gestellt und Positionen vertreten.

Ich habe mich darum bem├╝ht, mein Ehrenamt mit Verantwortung auszuf├╝llen. Verantwortlich zu sein, f├╝r das, was ich mitbestimme, indem ich Ja, Nein oder Enthaltung sage. Und daf├╝r Gr├╝nde benannt habe.

Und indem ich mich bem├╝ht habe, vor jeder Entscheidung zu wissen, warum ich mich wie entscheide.

Nicht nach einer parteipolitischen Linie, nicht nach einem Fraktionszwang, nicht, damit die Stimmung unter den ÔÇťKollegenÔÇŁ gut ist, nicht, um mir selbst oder anderen zu gefallen, nicht, um mich in sinnlosen, nicht enden wollenden Selbstdarstellungsreden zu ergehen und schon gar nicht, um pers├Ânliche Vorteile zu erlangen.

Das kann ich guten Gewissens ├╝ber diese spannende Zeit feststellen. Au├čerdem hat es mich sehr gefreut, dass die Besucherzahlen bei Heddesheimer Gemeinderatssitzungen mit Abstand an der Spitze aller zehn Kommunen im Wahlkreis 39 liegen. Das ist bemerkenswert und war wohl fr├╝her einmal anders.

Da man mich f├╝r meine offenen Worte kennt, bin ich zum Abschied gerne bereit, ein paar zu ├Ąu├čern.

Beispielsweise zu den Gr├╝nen. Was leider zu wenig aufgefallen ist: Die haben als erste Partei die volle Breitseite meiner kritischen Haltung abbekommen.

Die Gr├╝nen haben sich ebenso wie andere mit meiner Kritik zun├Ąchst schwer getan, aber sie sind damit umgegangen. Das respektiere ich. Wir waren oft, aber nicht immer einer Meinung und es wurde nach ├ťberzeugungen, nach Argumenten und Fakten entschieden. F├╝r die gute und offene Zusammenarbeit m├Âchte ich mich ausdr├╝cklich bedanken.

Bedauerlich finde ich, dass die anderen Fraktionen ├╝berwiegend nicht mit Kritik umgehen k├Ânnen. Kritik hei├čt im Wortsinne, sich mit einer Sache auseinanderzusetzen.

Jeder hat seine Haltung f├╝r sich zu verantworten und alle B├╝rgerinnen und B├╝rger k├Ânnen sich ihr eigenes Bild von ihren politischen Vertretern machen.

Was bedeuten diesen Ratsmitgliedern Ehre und Amt? Laut Gemeindeordnung ist jeder Gemeinderat souver├Ąn und hat sich f├╝r das Wohl der Gemeinde und der Abwehr von Schaden einzusetzen. K├Ânnen alle hier im Rat nach bestem Wissen und Gewissen die Frage, ob sie danach gehandelt haben, mit Ja beantworten?

Es ist nur eine Frage. Die Antwort muss jeder selbst finden. Und die B├╝rgerinnen und B├╝rger bilden sich ihre eigene Meinung dar├╝ber.

Nat├╝rlich m├Âchte ich auch Sie, Herr B├╝rgermeister, in meiner Abschiedsrede nicht vergessen.

Und auch, wenn Sie das nicht erwarten, werde ich Sie zuerst loben. Sie sind ein flei├čiger Verwaltungsbeamter.

Da ich viele Gemeinderatssitzungen besuche oder von meinen Mitarbeitern Kenntnis erlange, wei├č ich, dass ihre Sitzungen in aller Regel gut bis sehr gut vorbereitet sind.

Ob die Art, wie Sie in dieser Wahlperiode bislang die Sitzungen geleitet haben, ebenfalls als gut bis sehr gut zu betrachten ist, ├╝berlasse ich wiederum dem Urteil aller Menschen, die sich daf├╝r interessiert haben. Und vielleicht, Herr Kessler, kommen Sie in einer ruhigen Minute auch auf selbstkritische Gedanken.

Wiederholten Wortentzug, Redeverbot f├╝r Gutachter, Drohungen mit Ordnungsgeld, Abmahnungen und andere Druckmittel habe ich in den Sitzungen anderer Gemeinden nicht feststellen k├Ânnen. Man stellt sich dort dem Diskurs und achtet das Amt der Gemeinder├Ąte.

Es ist Ihre Verantwortung, Ihr Verm├Ąchtnis, die sch├Âne Wohngemeinde Heddesheim durch und in der ÔÇťPfenningÔÇŁ-Frage gespalten zu haben.

Der renommierteste Politikwissenschaftler Baden-W├╝rttembergs, der T├╝binger Professor Wehling, hat klar festgestellt, dass man gegen die H├Ąlfte der Bev├Âlkerung keine Entscheidung durchdr├╝cken darf, ohne das eine Gemeinde einen massiven politischen Schaden davontr├Ągt.

Das war und ist Ihnen, Herr Kessler, aus welchen Gr├╝nden auch immer, nach Aktenlage egal.

Leider verstehen Sie Kritik ├╝berwiegend pers├Ânlich – entweder man ist mit Ihnen oder gegen Sie. Mit ging es immer um die Sache.

Und damit wir uns heute hier im Rat zum letzten Mal richtig verstehen: Ich respektiere Sie daf├╝r.

Respektare hei├čt n├Ąmlich zur├╝ckschauen und nichts anderes habe ich gerade gemacht.

Wenn ich zur├╝ckschaue, sehe ich einen B├╝rgernmeister, der nicht Meister aller B├╝rger ist, sondern einen, der sich gerne zum 100-Millionen-Euro-Kessler machen wollte und f├╝r ÔÇťBed├╝rfnisseÔÇŁ eines fragw├╝rdigen Unternehmens mehr Verst├Ąndnis hat, als daf├╝r, was die B├╝rgerinnen und B├╝rger denken. Und sicher sindnach all den Problemen mittlerweile mehr als die H├Ąlfte des Ortes gegen das ÔÇťPfenningÔÇŁ-Projekt, weil immer klarer wird, das wenig bis nichts von den Versprechungen, die Sie, Herr Kessler, zuallererst, versprochen haben.

Deswegen bedaure ich es umso mehr, dass ich in diesem Gemeinderat nicht mehr mitwirken darf. Als kritische Stimme. Denn wenn ich nach vorne schaue, gibt es zu wenige kritische Stimmen aus tats├Ąchlich allen Fraktionen in diesem Rat.

Nachdem ich als Gemeinderat ausgeschieden bin, kann ich mich ganz meiner journalistischen T├Ątigkeit widmen, was ich direkt im Anschluss durch den Wechsel an den Pressetisch tun werde.

Den B├╝rgerinnen und B├╝rgern in Heddesheim verspreche ich weiterhin Transparenz, eine kritische Haltung – und zwar gegen├╝ber allen. Das war mein Wahlversprechen – das habe ich gehalten.

F├╝r mich ist der Abschied bedauerlich, weil ich mich gerne f├╝r die B├╝rgerinnen und B├╝rger eingebracht habe, aber er hat auch klare Vorteile.

Als Gemeinderat war ich zu oft zur Verschwiegenheit verpflichtet – sonst h├Ątte mir ein Ordnungsgeld von bis zu 1.000 Euro gedroht.

Als Journalist bin ich nicht mehr an Verschwiegenheitspflichten gebunden, sondern kann frei und kritisch gem├Ą├č Artikel 5 Grundgesetz berichten.

Man wird sehen, ob die Freude, die sicherlich der ein oder andere hier im Gemeinderat und in der Gemeinde ├╝ber mein Ausscheiden empfinden, in der Zukunft anhalten wird.

Ich m├Âchte mich bei meinen W├Ąhlerinnen und W├Ąhlern f├╝r Ihr Vertrauen bedanken und hoffe, dass ich w├Ąhrend meiner Amtszeit alle B├╝rgerinnen und B├╝rger mindestens gut vertreten habe.

Ebenso bei den Bediensteten der Gemeinde, die mir ganz ├╝berwiegend hilfsbereit, freundlich und kompetent begegnet sind.

Meinem Nachr├╝cker w├╝nsche ich Mut und Entschlossenheit und die Haltung, dass er sein Amt souver├Ąn, das hei├čt, nur seinem Gewissen unterworfen, ausf├╝llen kann.

Den fr├╝heren ÔÇŁKollegenÔÇŁ w├╝nsche ich eine gute Restzeit in der aktuellen Wahlperiode. Herr Schuster hat in einem Artikel geschrieben, dass er sich w├╝nscht, der Gemeinderat m├Âge ohne mich nicht zum Business as usual zur├╝ckzukehren, sondern weiter im 21. Jahrhundert voran schreiten. Ich teile diesen Wunsch und hoffe auf das beste.

Ich bleibe Heddesheim verbunden, als Journalist, und bem├╝he mich, zu dem, was den Ort bewegt, wie gewohnt kritisch etwas beitragen zu k├Ânnen.“

Anm. d. Redaktion: Hardy Prothmann ist f├╝r das Heddesheimblog.de als Redaktionsleiter verantwortlich.

B├╝rgermeister-Umfrage: Was bedeutet Stuttgart 21 f├╝rs „Wohl und Wehe“ der Gemeinden?

Unsere Animation zeigt, was man w├Ąhlt, wenn man mit "Ja" oder "Nein" stimmt. Unsere Umfrage dokumentiert, wie die B├╝rgermeister zum Thema stehen. Animation: Christian M├╝hlbauer

Rhein-Neckar/Wahlkreis Weinheim, 14. November 2011. Das Streitthema um Stuttgart 21 wird am 27. November 2011 mit einem Ja oder Nein entschieden. Im Vorfeld warnen die Gegner vor den Folgen von Stuttgart 21 f├╝r die Region, wenn das Projekt weiter vorangetrieben wird. Die Bef├╝rworter warnen vor den Folgen, wenn es nicht weiter vorangetrieben wird. Es geht also ums „Wohl und Wehe“ – auch f├╝r die Gemeinden in Nordbaden. Dazu haben wir die B├╝rgermeister im Wahlkreis 29/Weinheim befragt, wie diese zu Stuttgart 21 stehen. Die teils ├╝berraschenden Antworten lesen Sie in unserer Dokumentation. [Weiterlesen…]

Leserbrief: Herr Kessler, verzichten Sie auf den Brunnen und zollen Sie den Menschen Respekt

Guten Tag!

Heddesheim, 15. November 2011. (red/Leserbrief) Der Unfriede im Dorf ist Thema eines Leserbriefes, der sich in einem dringenden Appell an den B├╝rgermeister Michael Kessler richtet. Der Verfasser fordert Transparenz, Ehrlichkeit und Offenheit – all das vermisst er anscheinend. Ebenso Respekt – vor der Aufgabe, dem Amt und der Verantwortung des B├╝rgermeisters durch diesen selbst. Der Appell ist eindeutig – Kehrtwende oder Konsequenzen ziehen. [Weiterlesen…]

In eigener Sache: Zugriffsrekord auf das heddesheimblog

Guten Tag!

Heddesheim, 12. Januar 2010. Der Artikel „Was Meinungsfreiheit bedeutet oder wie der MM die Meinung manipuliert“ verzeichnet die bislang h├Âchste Zugriffszahl auf einen Artikel innerhalb eines Tages: Der Text wurde bislang 3.360 3.555 Mal innerhalb eines Tages abgerufen.

Am Anfang eines Monats bringen wir die Vormonatsstatistik. Heute machen wir eine Ausnahme, denn der 12. Januar 2010 ist aus Sicht der Redaktion ein Rekordtag.

regional

Verteilung der Hauptzugriffe vom heutigen Tag. Klicken Sie f├╝r eine gr├Â├čere Darstellung. Quelle: 1&1

Ãœber 3.360 Mal (Stand: 22:00 Uhr) wurde unser Kommentar über die manipulative Berichterstattung des Mannheimer Morgens angeklickt. Die Top-Regionen sind laut unserem Statistik-Server:

  1. Mannheim
  2. Heidelberg
  3. Kaiserslautern
  4. Karlsruhe
  5. Heilbronn
  6. Hamburg
  7. Berlin
  8. Darmstadt
  9. Aschaffenburg
  10. Stuttgart

Von hier kamen zwischen mehr als sieben bis gut zwei Prozent der Zugriffe, insgesamt addieren sich die Zugriffe der Top 10 auf gut 40 Prozent. Der Rest verteilt sich nahezu ├╝ber „ganz“ Deutschland.

Die Meldung ├╝ber unseren Artikel auf Bildblog.de ist ganz eindeutig der „Verursacher“ f├╝r die ├╝berw├Ąltigende Resonanz. Wer im Rest der Republik interessiert sich sonst schon f├╝r Heddesheim/Nordbaden mit seinen 11.500 Einwohnern?

Wir haben etwas mitgeholfen und den au├čergew├Âhnlichen Zugriff auf Twitter, Facebook sowie Wer-kennt-wen kommuniziert.

Insgesamt hat unser Statistikserver heute 46.000 Zugriffe gez├Ąhlt – durchschnittlich haben wir mit steigender Tendenz 20.-25.000 Zugriffe am Tag. T├Ąglich haben wir im Schnitt ├╝ber 2.000 Besucher. Das ist die Zahl, die wir unseren Werbekunden kommunizieren. Tats├Ąchlich geht es in Richtung 2.500 Besucher/Tag, diese Zahl verwenden wir aber erst, wenn der t├Ągliche Zugriff deutlich dar├╝ber liegt. Heute waren es ├╝ber 7.200 Besucher.

Sehr erfreut sind wir ├╝ber das enorme Interesse vor allem aus folgenden Gr├╝nden: Berichte ├╝ber „guten“ und „schlechten“ Journalismus ├é┬ásorgen f├╝r eine hohe Aufmerksamkeit. Das hei├čt, viele Menschen in Deutschland besch├Ąftigen sich mit diesem Thema, was wir sehr begr├╝├čen.

Viele emails von anderen anderen lokalen blogs zeigen uns, dass dort sehr genau studiert wird, was das heddesheimblog als professionelle, journalistische Plattform so treibt. Denn viele der lokalen blogs werden von Nicht-Journalisten gemacht. Und die meisten befinden sich in einer ├Ąhnlichen Situation: Zeitungsmonopolisten bieten unkritischen Bratwurstjournalismus statt einer ordentlichen Berichterstattung. Durch das Internet und die Vernetzungsm├Âglichkeiten haben es diese Meinungsmonopolisten nun schwerer.

Ganz egoistisch freuen wir uns dar├╝ber, dass nun sehr, sehr viele Menschen in Deutschland das heddesheimblog kennen und gerne eingeladen sind, ab und an vorbeizuschauen. Auch beim hirschbergblog und demn├Ąchst beim ladenburgblog.

Wir freuen uns aber auch f├╝r die Gemeinde Heddesheim, die vollkommen unentgeltlich nun bundesweit bekannt ist – ohne dass ein Massaker oder ein anderes schlimmes Ereignis f├╝r eine zweifelhafte Bekanntheit sorgte. Wer im Sommer auf der Durchreise ist: Wir haben einen wundervollen Badesee. Und einen herrlichen Vogelpark. Der ist zwar unter Vogelliebhabern schon sehr bekannt – verdient aber eine noch gr├Â├čere Fan-Gemeinde. Und 2010 feiert der Verein der Vogelfreunde 50-j├Ąhriges Jubil├Ąum. Es ist das Jahr der „Heddesheimer V├Âgel“.

Ganz besonders freuen wir uns f├╝r den MGV 1847 e.V. Denn kurioserweise wurde der Text ├╝ber den Ball des M├Ąnnergesangsvereins im Zuge des anderen Artikels 1.856 Mal angeklickt. So viel Aufmerksamkeit auf einen Schlag d├╝rfte der Verein in seiner 163-j├Ąhrigen Geschichte noch nie gehabt haben.

Und wir freuen uns f├╝r den neuen Kollegen Horst P├Âlitz, der den Text ├╝ber den MGV geschrieben hat. Unser freier Mitarbeiter ist im wohlverdienten Ruhestand, lernt aber seit ein paar Monaten das journalistische Handwerk und ist, wie er gerade per Mail mitgeteilt hat, fassungslos ├╝ber die Aufmerksamkeit, die sein Text gefunden hat. Wir sagen: Qualit├Ąt setzt sich durch! ­čśë

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

„Das Thema Alkoholmissbrauch wird immer j├╝nger“

Guten Tag!

Heddesheim, 21. November 2009. Die betrunkenen, 12-j├Ąhrigen M├Ądchen auf der Heddesheimer Eislaufbahn sind kein Einzelfall. ├â┼ôberall im Land und im Kreis steigen die F├Ąlle von Alkoholmissbrauch bedenklich an. W├Ąhrend die Gemeindeverwaltung lieber angeblich „im Hintergrund“ t├Ątig wird, gehen andere St├Ądte und Kommunen das Problem offensiv an. Mit Erfolg – wie die Sucht-Expertin Astrid Zapf-Freudenberg wei├č. Sie wirbt f├╝r eine „Alkohol-Politik“.

Interview: Hardy Prothmann

Frau Zapf-Freudenberg, zwei 12-j├Ąhrige M├Ądchen werden stark alkoholisiert auf der Eisbahn in Heddesheim aufgegriffen. Die Gemeinde Heddesheim versucht den Vorfall zu verschweigen, angeblich, um diese Kinder zu sch├╝tzen. K├Ânnen Sie das nachvollziehen?
Zapf-Freudenberg: „Ja – weil zun├Ąchst ein Imageverlust bef├╝rchtet wird und man sich fragt: wer ist oder soll sich hier verantwortlich f├╝hlen? Dieser Vorfall sollte in der Gemeinde dazu benutzt werden, kritisch zu fragen: Wie wird mit Alkohol umgegangen auf Wein-, Gassen-, Stra├čenfesten? Wird der Jugendschutz gelebt auf Fasnacht-, Tanz-, Diskoveranstaltungen? Gibt es Probleme in Zusammenhang mit Alkoholkonsum in Jugendtreffs/Jugendclubs?├é┬áEntstehen St├Ârungen, wie L├Ąrmbel├Ąstigung, Vandalismus, Gewalt, Verschmutzung an so genannten inoffiziellen Jugendtreffs, wie Bush├Ąuschen, Spielpl├Ątze, Flussufer, W├Ąldchen, Sportpl├Ątzen?“

Das sind jede Menge Fragen.
Zapf-Freudenberg: „Ich war noch nicht fertig: Gibt es Handlungsbedarf aus Jugendschutzsicht beim Ausschank: Schulung von Thekenpersonal, Einlass-, Alterskontrollen, Weitergabe von Spirituosen an unter 18-J├Ąhrige? Gibt es Flatrate-Alkoholkonsumangebote, ├Âffentlich veranstaltete Trinkspiele, Happy Hour-Angebote f├╝r Jugendliche/junge Erwachsene? Ist der sichere Heimweg f├╝r Festbesucher geregelt? Wird der Jugendschutz bei Alkoholverkauf in Tankstellen, Kiosken eingehalten?“

„Das Thema Alkoholmissbrauch wird immer j├╝nger.“ Astrid Zapf-Freudenberg

Wie sollte eine Gemeinde mit dem Thema Alkohol und Jugendliche umgehen?
Zapf-Freudenberg: „Kritisch und offensiv. Hinschauen, denn Wegschauen ist hier keine L├Âsung. Gemeindepolitik und-verwaltung, die Vereine, die Gastronomen, die Schulen, das Jugendamt, Kriminalpr├Ąvention und Polizei, Vertreter des ├Âffentlichen Nahverkehrs, Pr├Ąventionsfachkr├Ąfte aus Suchtberatungsstellen und die Eltern m├╝ssen zusammenwirken, um der bedenklichen Entwicklung entgegen zu wirken, dass das Thema Alkoholmissbrauch immer „j├╝nger“ wird.“

Welche Tendenz stellen Sie fest?
Zapf-Freudenberg: „Die deutsche Hauptsstelle f├╝r Suchtfragen gibt in ihrem Jahrbuch Sucht 2008 an, dass 92 Prozent aller Jugendlichen zwischen 12-25 Jahren Erfahrungen mit Alkohol haben, 14 Prozent davon trinken „riskant“, das hei├čt mehr als 120g reinen Alkohol pro Woche (ca. 374 ml Wodka) und laufen damit Gefahr, sich vielf├Ąltig zu sch├Ądigen, vor allem das Gehirn, und die Anwartschaft auf eine Alkoholabh├Ąngigkeit zu erwerben.“

Gibt es ein kritisches Alter?
Zapf-Freudenberg: „Die Alkoholrauscherfahrung sind bei den 16-17-J├Ąhrigen am h├Ąufigsten.├é┬áDie alkoholbedingten Behandlungsf├Ąlle haben sowohl im Land als auch im Kreis von 2007 auf 2008 um ├╝ber zehn Prozent zugenommen. Im Rhein-Neckar-Kreis waren es im Jahr 2008 offiziell 151 F├Ąlle. Das ist die Spitze eines Eisberges, der zeigt, dass wir uns k├╝mmern m├╝ssen.“

„Es wird immer noch zu wenig getan.“

Sie sagen, man m├╝sse zusammenwirken, um das Problem Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen in den Griff zu bekommen. Gibt es daf├╝r positive Beispiele?
Zapf-Freudenberg: „Ja, leider kann ich nicht sagen, „jede Menge“, weil immer noch viel zu wenig getan wird.

Ein positives Beispiel ist ein Veranstalter gro├čer Events in Mannheim. Der Gesch├Ąftsf├╝hrung fiel auf, dass Jugendliche bereits im Vorfeld von Veranstaltungen auf dem Gel├Ąnde „vorgl├╝hten“ und alkoholisiert St├Ârungen verursachten. Kriminalpr├Ąvention, Polizei, Besch├Ąftigte des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar, Jugend- und Gesundheitsamt, Fanclubs, Pr├Ąventionsmitarbeiter der Suchtberatungsstellen und Veranstalter bildeten so genannte Jugendteams und zeigten auf dem Gel├Ąnde und in der Halle Pr├Ąsenz, sprachen Jugendliche an und informierten dar├╝ber, dass der Jugendschutz auf der Veranstaltung eingehalten wird.“

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Die Sucht-Expertin Astrid Zapf-Freudenberg fordert eine "Alkohol-Politik": "Wegschauen hilft nicht." Foto: privat

Und die Jugendlichen haben gleich alles verstanden und alles war gut?
Zapf-Freudenberg: „Nein. Einigen alkoholisierten Besuchern wurde Platzverweis erteilt. Und ja: Diese Aktion lief einige Male und die Auff├Ąlligkeiten wurden sichtbar geringer. ├âÔÇ×hnliche Erfahrungen wurden in Mannheim auf zwei Kerwe-Veranstaltungen gemacht, die durch Gewaltaufkommen infolge Alkoholkonsum Handlungsbedarf forderten. Das ist ein toller Erfolg und ein sehr gutes Beispiel, dass die M├╝he sich lohnt.“

Haben Sie eine Erkl├Ąrung daf├╝r, warum die Jugendlichen, die Alkohol missbrauchen, immer j├╝nger werden?
Zapf-Freudenberg: „Es ist eine Entwicklungsaufgabe des Jugendalters neben vielen anderen, zu lernen, mit Alkohol umzugehen. Wir erwarten das ja auch von unseren jungen Menschen. Dabei wird experimentiert und ausgetestet. Normalerweise verliert sich diese Risikobereitschaft beim Alkoholkonsum mit Eintritt ins Berufsleben und der Partnerwahl. Einige Jugendliche haben keine f├Ârderliche Ausgangsbasis und werden hilfebed├╝rftig, weil sie diese Entwicklungsaufgabe nicht allein bew├Ąltigen k├Ânnen.

Alkoholkonsum wird von Jugendlichen als Eintritt in das Erwachsenensein betrachtet, ist also ein Attribut des Erwachsenen. Alkoholkonsum im Jugendalter ist auch als Bew├Ąltigungshandeln und Suche nach Entlastung des Jugendlichen zu sehen.“

Eine „Alkohol-Politik“ gibt den Jugendlichen Leitplanken.“ Astrid Zapf-Freudenberg

Entlastung wovon?
Zapf-Freudenberg: „Die Kinderzeit wird immer k├╝rzer. Wir erwarten von unseren Spr├Âsslingen immer fr├╝her Erwachsenenverhalten: sich der Norm anzupassen, W├╝nsche/Bed├╝rfnisse aufzuschieben, zu verzichten, sachlich und zielorientiert zu handeln, vor allem leitungsorientiert, usw. Gleichzeitig verl├Ąngert aber sich die Jugendzeit. Der Eintritt in die wirtschaftliche Unabh├Ąngigkeit wird bis in das dritte Lebensjahrzehnt verz├Âgert.

Unsere jungen Menschen sind dabei einem Bombardement von Werbung der Tabak- und Alkoholindustrie ausgesetzt, die mit ihren Produkten als Lifestyle werben und ins Schwarze treffen. Und unsere jungen Menschen stehen immer weniger unter dem Einfluss ihrer Eltern. Deswegen ist es dringend angeraten, eine Alkoholpolitik zu betreiben und Kindern und Jugendlichen auch auf Gemeindeebene Leitplanken zu geben.“

Was ist eine „Alkoholpolitik“?
Zapf-Freudenberg: „Es ist der erkl├Ąrte Wille der kommunalen Gebietsk├Ârperschaft den exzessiven Alkoholkonsum und seine Auswirkungen bei Kindern und Jugendlichen l├Âsungsorientiert zu bek├Ąmpfen, sich hierf├╝r zust├Ąndig zu f├╝hlen und zu handeln. Voraussetzung ist die Problembeobachtung und -beschreibung und die weitere Vernetzung und Diskussion am runden Tisch. Teilnehmer k├Ânnen Gemeindeverwaltung und -politik, Polizei und Kriminalpr├Ąvention, Jugendamt, Jugendtreffs, Einrichtungen der Jugendhilfe, Schule, Elternschaft, Suchtberatungsstellen, Vereine, Gastronomie sein.

Es sollte eine lokale Agenda mit Ma├čnahmen und der Umsetzung verabschiedet werden. Ferner muss auff├Ąllig gewordenen Kindern und Jugendlichen geholfen werden. Das beginnt durch ein Gespr├Ąch mit alkoholvergifteten Kindern und Jugendlichen und ihren Eltern und dem Angebot weitere Hilfestellungen im Krankenhaus. Ferner muss es weitere Ma├čnahmen f├╝r junge Menschen mit Risikoprofil geben. Hier bietet das Projekt HaLT (Hart am Limit) des Pr├Ąventionszentrums Villa Sch├Âpflin eine gute L├Âsung.

Link:
Baden-W├╝rttembergischer Landesverband f├╝r Pr├Ąvention und Rehabilitation: Lokale Alkoholpolitik.

Zur Person:
Astrid Zapf-Freudenberg ist Diplom-Sozialarbeiterin und arbeitet in Mannheim in der Fachstelle Sucht des Baden-W├╝rttembergischen Landesverband f├╝r Pr├Ąvention und Rehabilitation gGmbH (bwlv).
Die bwlv „Fachstelle Sucht“ bietet durch drei Sozialarbeiter/Sozialp├Ądagoginnen und einem Psychologen Mannheimer B├╝rgerinnen und B├╝rgern Suchtberatung und ambulante medizinische Rehabilitation, Vermittlung in station├Ąre medizinische Rehabilitation und Nachsorgebehandlung, Nikotinentw├Âhnung, Tagesst├Ątte f├╝r suchtkranke Menschen, alkoholfreies Caf├ę, sechs Selbsthilfegruppen, eine offene Info-Gruppe.
Frau Zapf-Freudenberg ist Leiterin der Fachstelle und als Fachkraft f├╝r Suchtpr├Ąvention informiert, ber├Ąt und unterst├╝tzt sie Betriebe/Verwaltungen, Vereine, Schule, Kinderg├Ąrten, Gemeinwesen bei der Umsetzung von Suchtpr├Ąventionsprogrammen.

Info:
stern: Blaue Briefe gegen den Suff

582,25 Euro Spendengelder angenommen

Guten Tag!

Heddesheim, 20. November 2009. Der Gemeinderat hat die Spenden von insgesamt drei Spendern genehmigt. Aufgrund der Gemeindeordnung sind nur der B├╝rgermeister oder ein Stellvertreter zur Einwerbung und Entgegennahme von Spenden berechtigt. ├â┼ôber die Annahme entscheidet der Gemeinderat in ├Âffentlicher Sitzung.

Eine Spende in H├Âhe von 100,- Euro kommt der freiwilligen Feuerwehr zugute. Zwei weitere Spenden in H├Âhe von 200,- und 282,25 Euro gingen an den Kommunalen Kindergarten.

Redaktion heddesheimblog

Sensation: heddesheimblog erh├Ąlt Pressemitteilung

Guten Tag!

Heddesheim, 06. November 2009. Das heddesheimblog hat versucht, sich im Mai 2009 als Pressemedium bei der Gemeinde Heddesheim zu akkreditieren – das hei├čt, als Presseorgan „anerkannt“ zu werden. Das wurde zun├Ąchst zur├╝ck gewiesen, dann best├Ątigt und hat doch nicht geklappt.
Beim Kommunalrechtsamt hat das heddesheimblog um Hilfe gebeten – die wurde gew├Ąhrt, wenn auch unwillig durch die „Gemeinde“.
Dann wurde durch das Kommunalrechtsamt best├Ątigt, dass die Gemeinde Heddesheim – also der B├╝rgermeister – bereit sei, das
heddesheimblog als Pressemedium anzuerkennen. Dann wurde das heddesheimblog verschiedentlich eingeladen – allerdings frei Schnauze.

Kommentar: Hardy Prothmann

Herr Kessler hat au├čerordentliche Schwierigkeiten, das├é┬áheddesheimblog als Medium anzuerkennen.

Wieso kann ich das als Tatsache behaupten? Weil ich es belegen kann.

K├Ânnte ich das nicht, w├╝rde Herr Kessler sicherlich wieder seine Anw├Ąlte in Stellung bringen.

Das wird er in diesem Fall nicht tun.

Er wird statt dessen weiter so verfahren, wie er sich erprobterweise bisher verhalten hat.

Ãœber Monate verweigerte er dem heddesheimblog die Anerkennung als Presseorgan.

Erst durch „gutes Zureden“ des Kommunalrechtsamts erreichte die Redaktion zumindest durch Schreiben des Stellvertretenden Landrats Chancengleichheit mit dem Mannheimer Morgen und anderen Presseorganen.

Dann passierte lange nichts – es wurde aber brav ├╝ber Kita-Er├Âffnungen und ├Ąhnliche Dinge informiert.

Im Zweifel besinnt sich Herr Kessler auf sein erprobtes Verhalten – er macht, was er denkt und ignoriert die Gesetzeslage.

Denn er wei├č, dass er erst zur Rechenschaft gezogen werden wird, wenn es verwaltungsgerichtliche Klagen g├Ąbe, die sind teuer und damit pokert er.

Soll er.

Er macht, was er will und das heddesheimblog schreibt das auf.

Am 4. November erscheint im heddesheimblog ein Kommentar ├╝ber die Zukunft der Hauptschule in Heddesheim.

Ebenfalls am 4. November ver├Âffentlichen die Gemeinden Heddesheim und Hirschberg eine „Pressemitteilung“.

Diese geht anderen Medien sofort zu – nicht aber dem heddesheimblog.

Erst auf Anforderung am Abend des 5. Novembers 2009 geht der Text ein. Da hatte die „Konkurrenz“, also der MM, auf Grund der unfairen Bevorzugung, schon berichtet.

Die Pressemitteilung schickt der neue Hauptamtsleiter Julien Christof mit „freundlichen Gr├╝├čen“ am Abend des 5. Novembers 2009 auf Nachfrage durch die Redaktion.

Die Redaktion des heddesheimblogs „bedankt“ sich f├╝r diesen sensationellen „Service“ ausdr├╝cklich bei Herrn Julien Christof.

Denn gegen├╝ber Herrn Christof hatte die Redaktion bereits mehrfach auf die Missst├Ąnde in Sachen ├ľffentlichkeitsarbeit hingewiesen und Herr Christof hat sich immer scheinbar „gespr├Ąchsbereit“ gezeigt.

„Scheinbar“, weil es seitdem keine erkennbare Anstrengung gab, ordentlich zu informieren.

Tats├Ąchlich h├Ąlt die Redaktion des heddesheimblogs auf Grund der bisherigen Erfahrungen die Aussagen des Herrn Julien Christof f├╝r Lippenbekenntnisse.

Im Gegenteil gehen ich davon aus, dass Herr Christof wie auch sein Dienstherr Michael Kessler auf die Pressefreiheit nicht viel geben.

Das ist bedauerlich. F├╝r beide M├Ąnner.

Denn aus Sicht der Redaktion haben Sie beide grunds├Ątzlich das Wesen unserer Demokratie nicht hinreichend verstanden.

Sicherlich sind die beiden Herren „anderer Meinung“ – vielleicht sogar „emp├Ârt“ ├╝ber unsere Aussage. Wor├╝ber also? ├â┼ôber sich selbst?

Unsere Meinung sowie die sicherlich kontroversen des Herrn Kessler und des Herrn Christof sind voraussichtlich nach Artikel 5 GG gesch├╝tzt.

Meine pers├Ânliche Meinung ist: Das, was die Herren Kessler und Christof „abziehen“ hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun.

Beide behindern durch „Ungleichbehandlung“ der Presse die M├Âglichkeit auf eine freie Meinungsbildung.

Leider kann ich keinen „konkreten“ Vorsatz behaupten. Daf├╝r br├Ąuchte ich einen handschriftlichen Zettel oder Zeugen, die best├Ątigen:├é┬á„Keine Information ans heddesheimblog…“

Die habe ich nicht – auch wenn ich dazu Hinweise habe.

Daf├╝r kann ich aber einen „latenten“ Vorsatz behaupten. Den kann ich durch schriftliche Dokumentationen und durch ver├Âffentlichte Berichte hinreichend belegen.

Und auf Grund dieser Belege kann ich behaupten: Der Heddesheimer B├╝rgermeister Michael Kessler missachtet die Pressefreiheit.

Oder anders: Herr B├╝rgermeister Michael Kessler ist an Pressefreiheit nicht interessiert.

Oder: Herr B├╝rgermeister Kessler informiert ausschlie├člich die „ausgew├Ąhlte Presse“.

Falls ich mich irren sollte, wird mich Herr B├╝rgermeister Michael Kessler durch Schreiben von „seinen“ Anw├Ąlten dar├╝ber unterrichten.

„Versehentlich gef├Ąllt“ – „Keine Absicht“

Guten Tag!

Heddesheim, 06. November 2009. Geschah es „versehentlich“? Gab es „keine Absicht“? Ist eine „Entschuldigung“ ernst zu nehmen? Der Heddesheimer Gesch├Ąftsmann Cornelius Krey hat die „Faxen dicke“. Auf seinem Grundst├╝ck wurden Ende Oktober f├╝nf B├Ąume gef├Ąllt. Von der Gemeinde Heddesheim. Grund genug f├╝r den Gesch├Ąftsmann, einen Termin beim B├╝rgermeister einzufordern, um den entstandenen Schaden zu besprechen. Doch der hat keine Zeit.

Wieso die B├Ąume auf dem Grundst├╝ck des Unternehmers gef├Ąllt wurden, ist unbekannt. An drei Stellen ├╝ber eine Strecke von cirka 30 Meter wurden insgesamt f├╝nf B├Ąume gef├Ąllt.

Cornelius Krey: „Ich kann mir das ├╝berhaupt nicht erkl├Ąren.“ Der Mann ist zutiefst emp├Ârt: „Wieso f├Ąllt die Gemeinde auf meinem Grundst├╝ck einfach so ohne eine Begr├╝ndung meine B├Ąume?“

Die B├Ąume wurden nicht nur gef├Ąllt – sie wurden auch sauber zerlegt und wohin auch immer abtransportiert. Cornelius Krey: „Die sind spurlos verschwunden.“

baum

Auf dem Privatgrundst├╝ck gef├Ąllt. Ohne "Begr├╝ndung". "Aus Versehen". Links der Mauer ist privat - doch das interessierte den Heddesheimer Bauhof nicht. Angeblich waren "diese B├Ąume krank und abgestorben".Bild. hblog

B├╝rgermeister Michael Kessler hat die „Ma├čnahme“ selbst schriftlich begr├╝ndet: „Bei den Arbeiten wurden versehentlich auch 5 B├Ąume entfernt, die augenscheinlich erkrankt, bzw. abgestorben waren und sich auf Ihrem Grundst├╝ck befanden. Dies war nicht unsere Absicht, weshalb wir uns daf├╝r bei Ihnen entschuldigen m├Âchten.“

Die „Ma├čnahme“ waren Rohrarbeiten f├╝r eine Gasleitung entlang des Grundst├╝cks.

Cornelius Krey: „Alle B├Ąume standen auf meinem Grundst├╝ck – wieso f├Ąllt die Gemeinde einfach ohne meine Zustimmung und ohne Begr├╝ndung diese B├Ąume? Und wieso verweigert mir der B├╝rgermeister jeden Gespr├Ąchstermin in der Sache?“

Das heddesheimblog hat die Gemeinde ebenfalls dazu angeschrieben. Bislang gibt es keine Auskunft, obwohl eine zeitgleich gef├╝hrte Anfrage bereits beantwortet wurde.

Wir berichten weiter.

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Das heddesheimblog

Neuer Service: Ãœbersichtlicher Terminkalender

Guten Tag!

Heddesheim, 04. November 2009. Sie wollen wissen, was in Heddesheim „los“ ist? Kein Problem. Das heddesheimblog bietet ab heute einen verbesserten Terminkalender an – mit Unterst├╝tzung von Google. Heddesheimer Termine finden Sie k├╝nftig aktuell und mit Standortanzeige im heddesheimblog. Sofern Sie selbst einen Google-Kalender verwenden, k├Ânnen Sie die Termine einfach in Ihren Kalender ├╝bertragen – Sie k├Ânnen sich die Heddesheimer Termine aber auch als email zuschicken lassen.

Wir freuen uns sehr, Ihnen diesen Termin-Service anbieten zu k├Ânnen.

kalender

Unser neuer Termin-Service f├╝r unsere Leserinnen und Leser.

Unser Terminkalender ist ganz einfach zu benutzen – bietet aber raffinierte M├Âglichkeiten.

Wir erkl├Ąren die Funktionen:

  • Ein Klick auf „Heute“ bringt Sie immer zum aktuellen Tag.
  • Mit den Schaltfl├Ąchen links-rechts wechseln Sie monatsweise die Anzeige.
  • Mit einem Klick auf das Datum daneben k├Ânnen Sie im Kalender einzelne Wochen anzeigen lassen.
  • „Print“ druckt immer die gerade angezeigte Ansicht.
  • „Woche“, „Monat“, Termin├╝bersicht“ sind drei verschiedene Darstellungsformen.
  • Wenn Sie im Kalender auf einen Termin klicken, bekommen Sie alle Details angezeigt.
  • Jetzt k├Ânnen Sie auf „Karte“ klicken und sehen, wo genau der Termin stattfindet.
  • Hier sind „Weitere Details“ und „In meinen Kalender kopieren“ selbsterkl├Ąrend.
  • Um Termine in Ihren Google-Kalender zu ├╝bernehmen, m├╝ssen Sie ein kostenloses Google-Konto haben oder anlegen.
  • Wenn Sie selbst Termine eintragen wollen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Und wir bieten einen Extra-Service – sofern Berichte zu den Termine vorliegen, tragen wir diese in die Termine ein – ein Klick darauf und Sie wissen Bescheid.

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Vergangenes Jahr h├Ątte die Gemeinde 200.000 Euro als Gewerbesteuereinnahme erhalten

Guten Tag!

08. Oktober 2009. Der SPD-Gemeinderat Michael Bowien hat in einem Kommentar die voraussichtliche Gewerbesteuerzahlung der „Pfenning“-Gruppe an die Gemeinde Heddesheim berechnet. Das Ergebnis bringt magere 200.000 Euro. Ein Zehntel der Einnahmen, die von den bestehenden Unternehmen gezahlt werden.

Das heddesheimblog dokumentiert den Text, der als Kommentar hier ver├Âffentlicht wurde:

Von Michael Bowien

Seit der Unternehmenssteuerreform 2008 betr├Ągt die einheitliche Gewerbesteuermesszahl, also sozusagen der Basis-Steuersatz, dreieinhalb Prozent. Der Hebesatz in Heddesheim betr├Ągt, wie jeder auf der Website der Gemeinde nachlesen kann, 320%. Ergibt einen endg├╝ltigen Gewerbesteuersatz von 3,5 * 320 / 100 = 11,2%. Bei einem Gewerbeertrag von 1,8 Mio erg├Ąbe das also 201.600,- Euro Gewerbesteuer. Macht Pfenning einen zus├Ątzlichen Gewinn, kann das noch h├Âher werden, macht er Verlust, kann das aber -unbeschadet der Ertragsunabh├Ąngigkeit der Hinzurechnung- auch weniger (bis 0) werden.

Nehmen wir mal an, Pfenning w├╝rde im Schnitt die 200 TEUR tats├Ąchlich zahlen. Dann entspricht das einem Prozent des Haushaltsvolumens der Gemeinde Heddesheim und etwa 10% dessen, was das bisherige Gewerbegebiet abwirft.

Lassen wir uns daf├╝r unser Filetst├╝ck von Landschaft abkaufen?
Verzichten wir daf├╝r auf alle anderen Zukunfts-Optionen?

Au├čerdem: Die Relation Ertrag / beanspruchte Fl├Ąche ist also eher schlecht. Das Risiko eines kompletten Steuerausfalls dagegen eher hoch, da die ganze Fl├Ąche von einer Firma genutzt wird und kein Risikomix besteht.

Die Logistik-Branche ist in den letzten Jahren ├╝berdurchschnittlich gewachsen -das Ergebnis kennen wir alle: kilometerlange LKW-Schlagen auf allen Autobahnen. ├ľkonomische Gr├╝nde (steigende Treibstoffkosten, notwendige Maut-Erh├Âhungen) und ├Âkologische Gr├╝nde (Klimaschutz) sprechen daf├╝r, den Schwerlastverkehr tendenziell wieder zu reduzieren. Das wird den Druck auf die Etragslage von Logistik-Unternehmen erh├Âhen und spricht nicht daf├╝r, dass die Gemeinde Heddesheim bei Pfenning wirklich von einer stablilen Gewerbesteuer-Erwartung ausgehen kann.

Ich bleibe daher bei meiner Bewertung: wir haben schon gen├╝gend Logistik am Ort, das Kosten-/Nutzen-Verh├Ąltnis f├╝r einen weiteren Logistiker Pfenning ist f├╝r Heddesheim unattraktiv.