Samstag, 23. Juni 2018

Amtsinhaber startet Blog-Seite - mit Gemeindeeigentum?

Kessler ist nun auch ein Blogger

Heddesheim, 20. Februar 2014. (red) Wer hĂ€tte das gedacht? BĂŒrgermeister Michael Kessler ist nun auch ein Blogger. Er steigt heute mit einer Website kesslerheddesheim.de in Wahlkampf ein. Und was gibt es dort zu finden? „Erfolge“ aus der Vergangenheit und was ihm fĂŒr die Zukunft wichtig ist. Leitfarbe ist ausgerechnet „GrĂŒn“. Und merkwĂŒrdigerweise verwendet er mindestens ein Foto, dass auch auf der Gemeindeseite auftaucht.  Wer hat das bezahlt? [Weiterlesen…]

Viel Lob fĂŒr alle am Bau Beteiligten

Eröffnung der neuen Evangelischen Kinderkrippe

Heddesheim, 04. Februar 2014. (red/sw) Zur großen Zufriedenheit aller am Bau Beteiligten konnte nach nur gut zehnmonatiger Bauzeit die neue evangelische Kinderkrippe in der Werderstrasse eingeweiht werden. Am Nachmittag hatten die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger beim „Tag der offenen TĂŒr“ Gelegenheit, sich die neuen RĂ€ume anzuschauen und die selbstgebackenen Kuchen mit einem TĂ€sschen Kaffee zu genießen. [Weiterlesen…]

Gemeinde legt "Ausruhbereich" an Badesee-"Insel" neu an

„Pflege vernachlĂ€ssigt“

Heddesheim, 15. Januar 2014. (red) Ein Leser informierte uns, BĂŒrgermeister Michael Kessler habe wieder mal ein „ĂŒbliches RĂŒckschneidemassaker“ angerichtet. TatsĂ€chlich handelt es sich um eine Pflegemaßnahme am Badesee, die auch Gemeinderat Kurt Klemm auf Nachfrage unproblematisch findet. [Weiterlesen…]

Bebauungsplan "Verbrauchermarkt Ortsmitte" aufgestellt

Ende der Debatte um Edeka-Markt?

Der Bebauungsplan umfasst das Gebiet innerhalb der dick gestrichelten Linien. Es ist 7.300 Quadratmeter groß. Foto: Gemeinde Heddesheim

Der Aufstellungsbeschluss „Verbrauchermarkt Ortsmitte“ umfasst das Gebiet innerhalb der dick gestrichelten Linien. Es ist 7.300 Quadratmeter groß. Quelle: Gemeinde Heddesheim

 

 

Heddesheim, 20. Dezember 2013. (red/ld) Seit zehn Jahren soll der Edeka im Ortskern vergrĂ¶ĂŸert werden, um die Wohnortnahe Versorgung mit Lebensmitteln aufrecht zu erhalten. 7.300 Quadratmeter groß ist das betreffende GrundstĂŒck ist 7.300 Quadratmeter groß – ein massiver Eingriff in das Ortsbild, fanden gestern die GemeinderĂ€te von GrĂŒnen und FDP. Wie sehen die PlĂ€ne aus? Sind die BĂŒrger immer noch dafĂŒr? Sie forderten eine erneute BĂŒrgerbeteiligung. [Weiterlesen…]

Polizei sucht Zeugen

WartehÀusschen demoliert

Foto: Privat

Foto: Privat

Heddesheim, 13. November 2013. (red/ld) Vermutlich in der Nacht von Montag auf Dienstag – 11. auf 12. November, wurde eine Scheibe des WartehĂ€uschens an der Bushaltestelle Ringstraße/Badesee zerstört. Ob es sich dabei um einen Unfall oder unsinnigen Vandalismus handelt, ist bislang unklar. Auf Anfrage teilte die Gemeinde mit, dass Anzeige gegen Unbekannt erstattet worden sei. Die Polizei nimmt sachdienliche Hinweise unter der Telefonnummer 06203-41443 entgegen. [Weiterlesen…]

Eltern wĂŒnschen sich inklusiven Unterricht, der bisher als Schulversuch lĂ€uft

Nele ist ein Kind wie alle anderen – nur gehörlos

Nele und Linn SchĂŒĂŸler besuchen die selbe Grundschule in Heddesheim. Ohne ihre Implantate wĂ€re Nele taub.

Nele und Linn SchĂŒĂŸler besuchen dieselbe Grundschule in Heddesheim. Ohne ihre Implantate wĂ€re Nele (links) aber taub.

Heddesheim/Weinheim/Rhein-Neckar, 16. Oktober 2013. (red/ld) Ihre Taubheit sieht man Ihr nicht an: Sie mag Musik, egal ob laut oder leise. Sie liebt Hip-Hop und Tanzen, Voltigieren und Karate. Nele ist von Geburt an gehörlos. Trotzdem geht die SiebenjĂ€hrige auf dieselbe Schule wie ihre Schwester. Seit drei Jahren haben Eltern beeintrĂ€chtigter Kinder das Recht, ihre Kinder auf eine Regel- und nicht auf die Sonderschule zu schicken. Und das wird sehr gut angenommen – trotz vieler HĂŒrden. [Weiterlesen…]

"Unsere" Kommunen im Vergleich

Hirschberg am „schwĂ€rzesten“ und andere Details der BTW13

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Rhein-Neckar, 23. September 2013. (red/aw/ld) Die FDP ist abgewĂ€hlt worden. Nicht jedoch in unserem Berichtsgebiet – in allen zehn Gemeinden fĂŒr die wir Ortszeitungen machen, kamen die Liberalten ĂŒber die FĂŒnfprozenthĂŒrde. Wir haben uns die Wahlergebnisse genau angeschaut und es gibt viele interessante Details zu entdecken. [Weiterlesen…]

Nur wenigen Kommunen bleiben Erhöhungen erspart

RundfunkgebĂŒhren-Wucher fĂŒr StĂ€dte und Gemeinden in der Metropolregion

 

Rhein-Neckar, 25. Januar 2013. (red/aw) Auch Kommunen fordern jetzt Nachbesserungen beim neuen Rundfunkbeitrag. Seit dem 1. Januar 2013 werden die GebĂŒhren einer Gemeinde oder Stadt nicht lĂ€nger anhand der GerĂ€teanzahl berechnet, sondern nach der Anzahl ihrer Dienststellen und BetriebsstĂ€tten, unter BerĂŒcksichtigung der dort BeschĂ€ftigten und nach der Anzahl ihrer Kraftfahrzeuge. Eine Berechnungsgrundlage die fĂŒr viele Kommunen zu Kostensteigerungen fĂŒhrt. Die Stadt Mannheim rechnet mit einem zusĂ€tzlichen Mehraufwand von 3.000 Euro pro Monat. StĂ€dte- und Gemeinde-VerbĂ€nde haben sich eingeschaltet.

Von Alexandra Weichbrodt

Aufreger Rundfunkbeitrag: Neben der “normalen” Bevölkerung, kritisieren jetzt auch die Gemeinden und StĂ€dte des Landes die neue RundfunkgebĂŒhr der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Seit der Reform muss jeder zahlen, ob er die Sender nutzt oder nicht. WĂ€hrend aber in Privathaushalten pro Wohnung ein Beitrag anfĂ€llt, mĂŒssen die Kommunen ihre BeitrĂ€ge jetzt nach Anzahl ihrer Dienststellen und BetriebsstĂ€tten unter BerĂŒcksichtigung der dort BeschĂ€ftigten und nach der Anzahl ihrer Kraftfahrzeuge berechnen und bezahlen.

Eine Gemeinde oder Stadt, die viele BetriebstĂ€tten wie BĂŒrgerbĂŒros und StandesĂ€mter oder einen großen Fuhrpark unterhĂ€lt, muss also ab diesem Jahr mit Mehrausgaben rechnen. Das befĂŒrchten auch der Deutschen StĂ€dte- und Gemeindebund (DSTGB) sowie der Deutsche StĂ€dtetag: Die Reform der bisherigen RundfunkgebĂŒhr fĂŒhre zu einer „deutlichen Mehrbelastung“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. FĂŒr die Mehrausgaben muss der BĂŒrger als Steuerzahler erneut herhalten.

Gegenwehr garantiert

Da bleibt es nicht aus, dass die Kommunen sich wehren. DafĂŒr einsetzen werden sich auch der DSTGB und der Deutsche StĂ€dtetag. Angesichts eines möglichen Kostenanstiegs von bis zu 400 Prozent, fordern die VerbĂ€nde, das Thema erneut in der Rundfunkkommission und der MinisterprĂ€sidentenkonferenz zu behandeln, um eine gerechtere Lösung zu finden.

Ihrer Ansicht nach benachteiligen die Neuregelungen besonders die bĂŒrgernahen Kommunen: Je dezentraler eine Stadt- oder Gemeindeverwaltung organisiert ist, desto mehr BetriebsstĂ€tten und Dienststellen habe sie. Und daran bemesse sich ja nun die neue GebĂŒhr. Die Folgen: Drastische Kostensteigerungen.

Eine Bewertungsgrundlage, die auch viele Gemeinde- und Stadtkassen in der Metropolregion zukĂŒnftig mehr belasten wird. So bestĂ€tigt uns der Ladenburger BĂŒrgermeister Rainer Ziegler, dass die RundfunkgebĂŒhr fĂŒr die Gemeinde Ladenburg bisher bei etwa 2.000 Euro im Monat lag, in Zukunft aber deutlich teurer erwartet wird.

Man habe derzeit hinsichtlich der Höhe jedoch noch KlĂ€rungsbedarf mit der GebĂŒhreneinzugsbehörde und warte auf Antwort auf die gestellten Anfragen. Die Gemeinde stehe außerdem mit den kommunalen LandesverbĂ€nden DSTGB und dem Deutschen StĂ€dtetag in Verbindung.

Über Maßnahmen werden wir gegebenenfalls nach Beendigung der noch laufenden Verhandlungen und nach Abstimmung mit den VerbĂ€nden nachdenken,

so BĂŒrgermeister Ziegler.

Ähnlich die Erwartungen in der Gemeinde Hirschberg. Hier erwartet die Gemeindeverwaltung eine Erhöhung von 1.655 Euro auf 1.940 Euro monatlich. Eine Steigerung von 17 Prozent mehr fĂŒr den Rundfunkbeitrag.

Beitrag der Stadt Mannheim verdoppelt sich

Hart trifft es auch die Stadt Mannheim. Der bisherige Betrag von 2.700 Euro monatlicher GebĂŒhr, wird nach SchĂ€tzungen der Stadtverwaltung um 3.000 Euro zusĂ€tzlich ansteigen, also 5.700 Euro im Monat, was einer Steigerung von rund 210 Prozent entspricht. Sicher sei man noch nicht, der erste GebĂŒhrenbescheid noch auf sich warten lasse. Einsparungsmöglichkeiten sieht die Stadt allerdings keine:

Organisationseinheiten, welche dem gleichen Zweck dienen, können sofern diese sich in einen GebĂ€ude befinden, zu einer BetriebsstĂ€tte zusammengefasst werden. So könnten z.B. GebĂŒhren gespart werden. Diese und viele andere Einsparmöglichkeiten hat die Stadt Mannheim ausgeschöpft.

Auch die Stadt Mannheim steht in engem Kontakt mit dem StĂ€dtetag Baden-WĂŒrttemberg, der in der Angelegenheit bereits aktiv geworden ist.

Besser weg kommt da die Stadtkasse im hessischen Viernheim. Mit einer bisherigen vierteljĂ€hrlichen RundfunkgebĂŒhr von 315,24 Euro ist die Stadt relativ gĂŒnstig dabei. In Zukunft werden es aber wohl trotzdem ĂŒber 400 Euro Mehrkosten im Jahr, dank einer neu berechneten RundfunkgebĂŒhr von geschĂ€tzten 419,45 Euro pro Quartal.

Weniger GebĂŒhren bleiben die Ausnahme

In Heddesheim hat man schon Gewissheit. Die Gemeinde hat bereits die erste Rundfunkbeitragsrechnung erhalten und kommt gĂŒnstiger weg als vor der Reform:

In der Abrechnung wurde deutlich, dass der monatliche Beitrag fĂŒr die Gemeinde im Vergleich zum alten Modell leicht gesunken ist.

Da wird Heddesheim aber wohl eine Ausnahme sein. Obwohl die Gemeinde mit rund 11.5000 Einwohner so groß ist wie die benachbarte Stadt Ladenburg, unterscheiden sich die RundfunkgebĂŒhren erheblich. Grund dafĂŒr ist die Anzahl der BetriebsstĂ€tten. Dazu gehören auch Bildungseinrichtungen, wie Schulen oder KindergĂ€rten.

So muss Heddesheim mit insgesamt nur drei Schulen einen deutlich kleineren Beitrag leisten, als Ladenburg mit neun Schulen. AntrĂ€ge auf einer Befreiung solcher Bildungs- und Jugendeinrichtungen werden derzeit vielerorts noch geprĂŒft und lassen ein endgĂŒltiges Ergebniss offen.

Definition „BetriebsstĂ€tte“ gibt Anlass zur Diskussion

In Sachen BetriebsstĂ€tten-Definition gibt es ohnhin noch erheblichen KlĂ€rungsbedarf. Viele der Gemeinden, befinden sich auch deshalb noch in Verhandlungen mit der GebĂŒhreneinzugszentrale. Nach Auffassung dieser ist beispielsweise die Volkshochschule (VHS) eine eigene BetriebsstĂ€tte, viele Kommunen sehen das allerdings anders, insbesondere wenn diese im Rathaus untergebracht ist.

Der Vater des neuen Modells, Ex-Verfassungsrichter Paul Kirchhof, lobt seine Idee im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung trotzdem:

Ich habe gemeinsam mit den Rundfunkanstalten ein verfassungsrechtlich zulĂ€ssiges und praktisch gebotenes Finanzierungssystem entwickelt. Wir haben das Ziel erreicht, einen einfachen, plausiblen Beitrag fĂŒr alle BĂŒrger zu schaffen.

Wie sich dieses Finanzierungssystem aber fĂŒr Kommunen oder auch Unternehmen auswirkt, wurde wohl nicht ausreichend ausgewertet. Denn neben den StĂ€dten und Gemeinden nutzen auch die Unternehmer in Deutschland den Stimmungsschwung.

Grund dafĂŒr sind ebenfalls horrende Neuberechnungen des Rundfunkbeitrags. So soll die Drogeriekette dm etwa 270 Prozent mehr GebĂŒhren zahlen als noch 2012. Der EinzehlhĂ€ndler Rewe fĂŒrchtet gar eine Steigerung um 500 Prozent. Die Drogeriekette Rossmann droht aufgrund der Kostenexplosion sogar mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht.

Schwetzingen und Heidelberg haben noch keinen Überblick

Es wird sich zeigen, ob die Rundfunkkommission gemeinsam mit der MinisterprĂ€sidentenkonferenz noch einmal eine Nachjustierung der GebĂŒhrenberechnung fĂŒr StĂ€dte und Gemeinden vornehmen. Fest steht, es wird einige Kommunen geben, die mit einem deutlichen Loch in ihrer Haushaltskasse aus der GebĂŒhrenreform herausgehen.

Einige StĂ€dte in der Metropolregion lassen die womöglich „teure Überraschung“ der RundfunkgebĂŒhrenreform aber auch einfach auf sich zu kommen. Manche haben sich noch nicht ausreichend mit dem Thema auseinandergesetzt, so auch die Stadt Schwetzingen. Hier warte man mit Prognosen bis der erste GebĂŒhrenbescheid eintrifft. Die Berechnungsgrundlage sei derzeit einfach noch zu unklar, um Zahlen zu nennen. In Ludwigshafen weiß man nichts genaues, weil die frĂŒhere GEZ-GebĂŒhr dezentral aus den Budgets der Verwaltungsbereiche gezahlt worden ist.

Ähnlich ist es in Heidelberg. Das Problem hier: Es fehlt der Überblick. Die BetriebsstĂ€ttten hatten bisher eigenstĂ€ndig mit der GebĂŒhrenzentrale abgerechnet.

Derzeit hat aber noch niemand bei der Stadtverwaltung alle Einzelposten zusammengestellt, um zu errechnen wie hoch der neue Gesamtbetrag ausfallen könnte,

erklĂ€rte Dr. Bert-Olaf Rieck vom Amt fĂŒr Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Heidelberg.

 

Wie aus dem Heddesheimblog ein Netzwerk geworden ist

Mit einer Recherche hat alles angefangen…

Das war das "erste" Heddesheimblog - als Unterseite von blogger.de

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 07. Mai 2012. (red) Vor drei Jahren ist das Heddesheimblog.de gestartet. ZunĂ€chst als privates Blog, auf dem der Journalist Hardy Prothmann als BĂŒrger seine Gedanken und Recherchen wegen einer umstrittenen Logistik-Ansiedlung veröffentlicht hat. Das Heddesheimblog hat sich in der Branche schnell einen Namen gemacht – als Zukunftsmodell fĂŒr einen modernen Lokaljournalismus. Mittlerweile ist daraus ein Blog-Netzwerk geworden – nicht nur in Nordbaden.

Von Hardy Prothmann

Im FrĂŒhjahr 2009 war aus Sicht des Mannheimer Morgens die Welt mehr als in Ordnung. Das Viernheimer Logistik-Unternehmen „Pfenning“ plante eine angebliche 100-Millionen-Euro-Investition in dem beschaulichen Dorf. Bis zu 1.000 ArbeitsplĂ€tze, Gewerbesteuer in HĂŒlle und FĂŒlle, ein glĂŒcklicher BĂŒrgermeister – die (bis dato nicht gefĂ€hrdete) Zukunft des Dorfes ist gerettet. So die Botschaft der Zeitung.

Schlechter Zeitungsjournalismus als Anlass

Mir ist selten eine so unkritische Hofberichterstattung untergekommen. Kritische Fragen? Recherchen? Nichts davon war bei dieser Jubelberichterstattung zu erkennen, geschweige denn zu erahnen.

Auch die ARD ist bereits auf das Heddesheimblog aufmerksam geworden. (Klick auf das Bild fĂŒhrt zum Artikel)

Weil ich als BĂŒrger in Heddesheim selbst vom starken Verkehrsaufkommen betroffen war, fing ich an, ein wenig zu recherchieren. Als erstes im Archiv des Mannheimer Morgens – so wie eigentlich ein Redakteur der Zeitung eine Recherche beginnen sollte. Und ich wurde fĂŒndig: Rund drei Dutzend Artikel gab das Online-Archiv her. Alle negativ ĂŒber dieses „Familienunternehmen Pfenning“, das ohne jeden Bezug zu den kritischen Berichten als „Heilsbringer“ fĂŒr Heddesheim gefeiert wurde.

Wohin mit meinen Recherchen? Dem Mannheimer Morgen als „Thema“ anbieten? Sicher nicht. Ich habe meine Texte zunĂ€chst bei blogger.de (siehe Foto oben) eingestellt. Der erste Text erschien am 28. Aprl 2009: „Alles gut oder alles schlecht mit Pfenning in Heddesheim?“ Und ist nach wie vor sehr lesenswert.

Großes Interesse – wachsende Zugriffszahlen

Die Zugriffszahlen gingen binnen weniger Tagen so schnell nach oben, dass die Seite oft nicht erreichbar war. Ich mietete deswegen eigenen Speicherplatz und veröffentlichte auch andere lokale Nachrichten.

Auch das fand Interesse und Anklag und nach wenigen Wochen reifte die Idee, ob es nicht möglich wĂ€re, eine eigene Lokalzeitung im Internet zu grĂŒnden. Ich hatte schon von Ă€hnlichen Projekten gehört, aber das waren oft nur „Versuche“.

Ich versuchte mit. Die erste Erfahrung war: „Mein“ Journalismus war in der nordbadischen Provinz eine Zumutung. Es enstanden schnell zwei Lager: Die einen jubelten, die anderen kotzten. Auch, weil ich kurz nach dem Start vom Heddesheimblog in den Heddesheimer Gemeinderat gewĂ€hlt worden war – diese Funktion habe ich nach einem Umzug nach Mannheim aufgeben mĂŒssen.

Auch wir sind Gegenstand von Berichterstattung - gut 300 Berichte wurden ĂŒber das Konzept und die Macher vom Heddesheimblog bereits verfasst.

Kritische Nachfragen? Meinungsstarke Kommentare? Investigative Recherchen? Das war man im Verbreitungsgebiet der Monopolzeitung Mannheimer Morgen nicht gewohnt. Die Zugriffszahlen stiegen rasant und auch bundesweit wurde das Heddesheimblog in der Journalistenbranche ein Begriff. „Was macht der Prothmann da?“, wurde gefragt. Ist das ein Ego-Projekt eines beißwĂŒtigen Journalisten oder vielleicht ein Zukunftsprojekt fĂŒr einen neuen Lokaljournalismus?

Zahlreiche Branchenberichte

Ende 2009 wĂ€hlte mich eine Jury in der Kategorie „Regionales“ auf Platz 3 unter die 100 Journalisten des Jahres 2009. Seit dem Start des Heddesheimblogs wurde ich als Redner, Seminarleiter oder Podiumsteilnehmer engagiert. Bei der Initiative Tageszeitung, dem Deutschen Journalistenverband, dem Bayerichen Journalistenverband, auf Kongresse, an Hochschulen, zu Unternehmer-Workshops.

Mittlerweile gibt es Dutzende von journalisten Studien- und Masterarbeiten, die das Heddesheimblog und andere lokale Internetmedien zum Thema gemacht haben und rund 300 Presse-Veröffentlichungen mit Bezug auf diese Form von Lokaljournalismus. Spiegel Online, FAZ, SĂŒddeutsche, taz, Welt, ARD, NDR, Tagesspiegel, Berliner Zeitung – die Liste der „bekannten“ Medien, die ĂŒber den Journalismus in der Provinz geschrieben haben, ist lang. Auch bei den Nachdenkseiten oder fefes Blog ist das Heddesheimblog Thema.

Oder das Prinzip. Das Heddesheimblog ist lĂ€ngst ĂŒber den Ort hinausgegangen. Ende 2009 kam das Hirschbergblog.de dazu, Anfang 2010 das Ladenburgblog.de, Ende 2010 das Weinheimblog.de, Anfang 2011 das Rheinneckarblog.de, das Viernheimblog.de und seit Anfang 2012 sechs weitere Gemeinden des Wahlkreises Weinheim.

Netzwerk weitet sich aus: istlokal

Mit dem Unternehmer Peter Posztos habe ich im Herbst 2011 die Firma Istlokal Medienservie UG gegrĂŒndet, weil wir unsere Erfahrungen auch anderne zur VerfĂŒgung stellen wollen. Peter Posztos macht die Tegernseer Stimme, ebenfalls eine lokale Zeitung im Internet. Seit Anfang 2012 vermarkten wir unser Produkt Istlokal OS und haben schnell neue Partner gefunden – beispielsweise in Bretten, Schweinfurt oder Weiterstadt.

DarĂŒber hinaus gibt es ein Netzwerk von weiteren lokal arbeitenden Journalisten, wie Stefan Aigner in Regensburg oder Hubert Denk in Passau. Auch Philipp Schwörbel in Berlin hat mit seinen Prenzlauer Berg Nachrichten schon viel Aufmerksamkeit erlangt.

Immer mehr Lokaljournalisten grĂŒnden Blogs und nutzen beispielsweise wie wir die Istlokal OS-Software.

 

Uns alle vereint, dass wir guten, seriösen und vor allem kritischen Journalismus anbieten wollen. Einen Journalismus, der sich traut, Fragen zu stellen und nicht nur vorgefertigte Informationen zu erhalten. Keine WohlfĂŒhl-Schwurbelei, sondern eine fĂŒr die Demokratie herausragende Aufgabe zu erfĂŒllen. Meinungen durch Informationen zu ermöglichen. Der Artikel 5 unseres Grundgesetzes ist die GeschĂ€ftsgrundlage.

Um diese Arbeit zu finanzieren, setzen wir auf Werbeeinnahmen – wie eh und je bei den Medien. Wir erzeugen Aufmerksamkeit und verkaufen diese. Das ist ein seriöses GeschĂ€ft.

Kleines, engagiertes Team

Zur Zeit arbeitet ein festes Team von sieben Mitarbeitern fĂŒr die „Rheinneckarblogs“ – dazu weitere freie Journalisten, Kolumnisten und freundschaftlich verbundene Kollegen. Im Vergleich zur Personalausstattung der anderen Medien im Berichtsgebiet sind wir sehr klein aufgestellt – im Vergleich mit anderen setzen wir aber immer wieder Themen, die Thema sind.

Im Herbst 2011 beispielsweise mit der Fischfutter-AffĂ€re. Der grĂŒne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian-Ströbele hatte uns fĂŒr einen Bericht abgemahnt. SĂ€mtliche Berliner Zeitungen berichteten ĂŒber den Skandal, viele weitere Zeitungen und auch der NDR. Insgesamt wurde unser Bericht innerhalb weniger Tage gut 140.000 Mal aufgerufen, anfangs stĂŒrzte gar der Server wegen der massiven Zugriffe ab.

Zuletzt mahnte uns der GrĂŒnen-Bundespolitiker Hans-Christian Ströbele ab - und zog die juristische Attacke wieder zurĂŒck. Quelle: Die Welt

 

Die lokalen Zeitungen Mannheimer Morgen, Weinheimer Nachrichten und Rhein-Neckar-Zeitung hielten sich „zurĂŒck“, denn aus deren Sicht gibt es uns nicht. Die Fischfutter-AffĂ€re mitten im Berichtsgebiet? Kein Thema fĂŒr die „unabhĂ€ngigen“ Printjournalisten.

Aus unserer Sicht gibt es die Zeitungen – und vor allem viel schlechten Journalismus. Was wir immer wieder thematisieren, wenn deren geschönte und klientelabhĂ€ngige „Berichterstattung“ skandalös wird. So werden umgeschriebene Pressemitteilungen als eigene Berichte ausgegeben oder noch schlimmer – Themen hĂ€ufig gar nicht berichtet, wenn sie den Zeitungen nicht „passen“. Und das betrifft beim besten Willen nicht nur uns. Was nicht berichtet wird, ist auch nicht passiert.

Juristische Attacken

FĂŒr mich persönlich hat diese Arbeit auch viele Nachteile gebracht. Seit nunmehr 21 Jahren arbeite ich als Journalist, 18 Jahre ohne jegliche juristische Streitigkeiten. In den vergangenen drei Jahren habe ich 11 Abmahnungen erhalten. Einmal habe ich eine Einstweilige VerfĂŒgung wegen widriger UmstĂ€nde „akzeptiert“, einen Vergleich geschlossen, 9 Mal konnte ich die Abmahnung abwehren. Unterm Strich haben diese Prozesse gut 20.000 Euro gekostet, weil man nicht wollte, das publik wird, was öffentlich sein sollte. Und diese Prozesse kosten auch viele Nerven.

Sehr erfreulich ist der Kontakt zu den Leserinnen und Lesern. Viele unserer Artikel entstehen, weil wir Hinweise bekommen. Beobachtungen, Gedanken, Erfahrungen von Menschen, die sich Anteil haben und nehmen an unserer Gesellschaft und nicht gleichgĂŒltig sind. Diesen möchte ich stellvertretend fĂŒr das Team danken.

Ebenfalls erfreulich ist die Zusammenarbeit mit vielen Behörden, die die Meinungsfreiheit hoch achten. Explizit möchte ich die sehr gute Zusammenarbeit mit der Polizei loben und in weiten Teilen auch mit den Feuerwehren. In unserem Berichtsgebiet sind zwei Namen erwĂ€hnenswert, BĂŒrgermeister Manuel Just in Hirschberg und BĂŒrgermeister Rainer Ziegler in Ladenburg, die sich kommunikativ sehr hervortun. Auch BĂŒrgermeister Lorenz in Dossenheim möchte ich gerne als neuen Kontakt erwĂ€hnen, der uns beim Antrittsbesuch sehr freundlich empfangen hat. In den anderen Orten beginnen wir die Arbeit erst und die Kontakte stehen noch bevor.

Den Heddesheimer BĂŒrgermeister Micheal Kessler muss ich leider nach wie vor als ausgewiesenen Feind der Pressefreiheit besonders hervorheben. Sein AmtsverstĂ€ndnis kommt in diesem Bericht sehr eindeutig zur Sprache: „Ich bin die Gemeinde.“

UnabhÀngige Berichterstattung

Wie unabhĂ€ngig wir tatsĂ€chlich arbeiten, erkennt jeder, der unsere Berichterstattung verfolgt. Wir kritisieren „GrĂŒne“ ebenso wie „Schwarze“, scheuen uns nicht vor „Rot“ oder „Geld“ oder „Orange“.  Aber auch hier bieten wir Meinungen an: Ganz verallgemeinernd stellen wir fest, dass die CDU, die SPD und die FDP in der Region unserer Berichterstattung nicht wohlgesonnen sind.

Explizit die Ladenburger und Weinheimer CDU möchten wir lobend ausnehmen – nicht weil diese mit unser Berichterstattung „zufrieden“ sind, sondern weil sie gesprĂ€chsbereit sind. In Hirschberg explizit die Freien WĂ€hler und in Weinheim explizit Herrn Carsten Labudda (Die Linke) und Weinheim Plus. Die genannten Personen und Parteien suchen den Ausstausch und die Kritik – was gut ist. Explizit muss auch der GrĂŒne Landtagsabgeordnete Uli Sckerl erwĂ€hnt werden – trotz kontrĂ€rer Meinungen haben er und seine Mannschaft sich immer korrekt auf unsere journalistischen Anfragen hin verhalten.

Mit Recherchen zum Logistik-Zentrum "Pfenning" hat das Heddesheimblog angefangen - unsere Berichte konnten den Bau des Klotzes nicht verhindern, aber zur AufklÀrung beitragen. "Das hab ich nicht gewusst", kann keiner mehr sagen.

 

Unentschieden ist noch das VerhĂ€ltnis zum Landratsamt. Nachdem wir dem stellvertretenden Landrat (Jurist) erst unter Verweis auf ein Bundesverfassungsgerichtsurteil klar machen konnten, dass wir „Presse“ sind, gibt es mittlerweile mit Stefan Dallinger (CDU) einen neuen, sehr kommunikativen (und fraktionsĂŒbergreifend gelobten) Landrat, der sich aber unser Ansicht nach noch ein wenig scheut, aktiv ĂŒber unsere Blogs mehr in Kontakt mit der Bevölkerung zu treten. Wir werden herausfinden, wie es wirklich ist.

Der Kontakt zum Mannheimer OberbĂŒrgermeister Dr. Peter Kurz basiert auf einer gemeinsamen Vergangenheit – als freier Mitarbeiter fĂŒr den Mannheimer Morgen habe ich den damaligen Stadtrat als sehr engagierte Persönlichkeit kennengelernt und ihn vor seiner Wahl zum OB portrĂ€tiert. Zuletzt hat sich dessen Engagement bei der Gegendemo zum NPD-Aufmarsch bestĂ€tigt (Hierzu unsere Reportage auf dem Rheinneckarblog: „Warten auf den rechten Pöbel„). Zu seinem Kollegen WĂŒrzner in Heidelberg besteht noch kein persönlicher Kontakt, aber das wird sich Ă€ndern.

Vernetzter Journalismus vor Ort

Die miteinander vernetztenden Ortsblogs haben ein Konzept: Wir veröffentlichen Nachrichten, die fĂŒr die Menschen vor Ort wichtig sind. Und wir zeigen auf, wie die Gemeinden miteinander vernetzt sind – auf vielfĂ€ltige Weise. Ob zu Verkehrs- oder Umweltschutzthemen, gemeinsamen VerbĂ€nden und VertrĂ€gen – unsere Gemeinden im Berichtsgebiet sind vielfĂ€ltig verbunden, ebenso die Leserinnen und Leser.

Vielleicht vermisst man die ein oder andere Nachricht – da bitten wir um Nachsicht. Unsere Redaktion arbeitet sehr engagiert und wir mĂŒssen manchmal den Mut zur LĂŒcke haben, weil wir (noch) nicht jeden Termin besetzen können.

Sicher ist es auch Zeit, sich auf wesentliche Dinge zu konzentrieren. Überbordende Berichte in den Zeitungen ĂŒber Vereinsfeste haben BedĂŒrfnisse geweckt, die fraglich sind. Was ist die Nachricht? „FĂŒrs leibliche Wohl wurde gesorgt?“ Meinetwegen: Der Satz erzĂ€hlt die gesamte Geschichte. Es gab zu Essen und zu Trinken. Und wenn das nicht reicht, ruft man auch höhrere Instanzen dazu: „Der Wettergott war den GĂ€sten gnĂ€dig, der kĂŒhle Gerstensaft floß in Strömen und die Luft war erfĂŒllt vom Duft leckerer BratwĂŒrste“.

Gegen die Bratwurst-Berichterstattung

Das ist fettigster Bratwurst-„Journalismus“ und hat mit Journalismus nichts zu tun. Ganz klar ist es wichtig und richtig ĂŒber Feste zu berichten. Wir machen das auch – bei Vereinsfesten oft nur mit kurzen Texten (Ein Fest hat stattgefunden), dafĂŒr aber mit vielen Fotos. Die erzĂ€hlen die Geschichte besser als zusammengeschwurbelte Nonsens-„Berichte“.

Sie, liebe Leserinnen und Leser, können aktiv daran teilhaben, das „Produkt“ Journalismus zu bewerten. Bringen Sie sich ein – schreiben Sie uns und anderen, was gefĂ€llt und was nicht. Journalismus muss man nicht hinnehmen, man kann seit dem Internet daran teilhaben. Sie können Kommentare schreiben und viel einfacher als frĂŒher die Redaktion direkt erreichen, sich mit Hinweisen, VorschlĂ€gen und Kritik einbringen. Jedenfalls bei uns.

Wir freuen uns ĂŒber die Beliebtheit unserer Montagskolumnen, der ausgewĂ€hlten Tipps & Termine und der regen Teilnahme ĂŒber Kommentare auf den Blogs oder bei unseren Facebook-Seiten.

Herzlichen Dank an die Leser und Kunden

Nach drei Jahren Heddesheimblog & Co, möchte ich Ihnen sehr herzlich genau dafĂŒr danken. FĂŒr UnterstĂŒtzung und Kritik – beides gab es zuhauf.

Hardy Prothmann ist seit 21 Jahren als Journalist tÀtig und seit drei Jahren als "Blogger".

FĂŒr die Zukunft wĂŒnsche ich mir noch mehr kritische Anteilnahme, weil wir alle gemeinsam mit unserem Interesse fĂŒr etwas einstehen, was ein absolutes Privileg ist: Freiheit, vor allem Meinungsfreiheit. Ohne diese ist Demokratie nicht möglich. Da ich viel im Ausland gelebt habe und auch von dort berichtet, weiß ich unser freiheitliche Grundordnung uneres Heimatlandes sehr zu schĂ€tzen.

Deswegen freue ich mich mit Ihnen und dem Team, wenn Sie uns weiter gewogen bleiben, uns mit Interesse und Informationen unterstĂŒtzen. Den anderen „Heddesheimblogs“, egal, ob am Tegernsee, im Prenzlauer Berg, in Regensburg, in Weiterstadt oder Bretten oder Schweinfurt oder in vielen anderen Orten wĂŒnschen wir viel Erfolg, immer den richtigen journalistischen Riecher und einen erfolgreichen Aufbau ihrer Angebote.

In diesem Sinne möchte ich mich bei allen Mitwirkenden bedanken, selbstverstĂ€ndlich sehr besonders bei meiner Frau und der Familie, fĂŒr das Engagement, das VerstĂ€ndnis, das Interesse und die aktive Teilnahme.

Im ersten Interview zum „Heddesheimblog“ hat mich der Kollege Thomas Mrazek gefragt, warum ich das mache, was meine Motivation ist?

Meine Antwort: Ich habe den Spaß meines Lebens.

Das gilt bis heute.

Herzlichst Ihr

Hardy Prothmann

Zahl der Kinder und Jugendlichen im Wahlkreis Weinheim aber rĂŒcklĂ€ufig

Ilvesheim legt bei den Einwohnern am stĂ€rksten zu – auch bei den Kindern

Nicht nur den Kommunen, auch den Vereinen gehen die Kinder aus.

 

Rhein-Neckar/Heidelberg, 23. MĂ€rz 2012. (red/cr) Nach einer Information des Landratsamts leben immer weniger Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren im Rhein-Neckar-Kreis. Am wenigsten Kinder und Jugendliche gibt es im Stadtkreis Heidelberg mit lediglich nur noch 13 Prozent. Wir haben uns die Zahlen fĂŒr die Kommunen im Wahlkreis 39, Weinheim, besorgt. Danach fĂŒhrt Ilvesheim beim Kinderzuwachs sehr deutlich in absoluten Zahlen – Schlusslicht ist Weinheim.

Der Wahlkreis Weinheim umfasst die Gemeinden Dossenheim, Heddesheim, Hemsbach, Ilvesheim, Ladenburg, Laudenbach, Schriesheim, Weinheim, Edingen-Neckarhausen und Hirschberg.

Die Einwohnerzahl des Wahlkreises Weinheim ist, nach Unterlagen des Statistischen Landesamts Baden-WĂŒrttemberg in den Jahren 2007 bis 2010 um 1.737 Einwohner gestiegen. Die Zahl der Kinder unter 18 Jahren hingegen ist um 105 Personen zurĂŒckgegangen.

Von den zehn Gemeinden im Wahlkreis können lediglich vier einen Zuwachs verbuchen – sowohl bei der Gesamteinwohnerzahl, als auch bei Kindern und Jugendlichen. Vier Gemeinden haben eine wachsende Einwohnerzahl, aber immer weniger Kinder. In sechs Gemeinden leben weniger Kinder als noch vor ein paar Jahren. In Laudenbach und Weinheim ist sowohl die Einwohnerzahl, als auch die Zahl der Kinder rĂŒcklĂ€ufig.

Entwicklung der Gemeinden von 2007 bis 2010 im Überblick:

Gemeinde Kinder Gesamt
01. Ilvesheim 236 703
02. Dossenheim 107 499
03. Hirschberg 52 134
04. Edingen-Neckarhausen 19 252
05. Heddesheim -64 65
06. Hemsbach -54 60
07. Schriesheim -34 53
08. Ladenburg -24 40
09. Laudenbach -72 -59
10. Weinheim -271 -10

Alle Gemeinden befinden sich im Wettbewerb um junge Familien – so sind in den vergangenen Jahren einige Neubaugebiete entstanden, die neue Einwohner anlocken sollen. Allerdings sind Kinder fĂŒr die Gemeinden durch ZuschĂŒsse zu Betreuungskosten auch ein Kostenfaktor. Insgesamt geht man aber bei den Gemeinden davon aus, dass man ZuzĂŒge braucht, um durch Steuereinahmen die Gemeindekasse aufzubessern.

Auch die Vereine brauchen Nachwuchs und haben durch die Entwicklung teils große Probleme, ausreichend Nachwuchs zu finden.

Dokumentation der Schlussrede von Hardy Prothmann

„Ich bleibe Heddesheim verbunden“

Heddesheim, 01. MĂ€rz 2012. (red) Heute ist der partei- und fraktionsfreie Hardy Prothmann aus dem Heddesheimber Gemeinderat ausgeschieden. Wir dokumentieren die Abschlussrede.

„Sehr geehrte BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, sehr geehrte GemeinderĂ€tinnen und GemeinderĂ€te, sehr geehrter Herr BĂŒrgermeister.

Ich bedaure sehr, dieses Gremium nach zwei Jahren und neun Monaten verlassen zu mĂŒssen, weil die Gemeindeordnung dies so vorsieht. Da ich nicht mehr in Heddesheim wohne, bin ich kein wĂ€hlbarer Heddesheimer BĂŒrger mehr und muss mein Ehrenamt abgeben.

Ich bedaure nicht den Sinngehalt der kommunalen Verfassung – natĂŒrlich ist es stimmig, dass GemeinderĂ€te auch BĂŒrger der Gemeinde sein sollen und mĂŒssen.

Die Zeit und Mitwirkung im Gemeinderat habe ich gemĂ€ĂŸ meines Wahlversprechens nach bestem Wissen und Gewissen genutzt und mich aktiv eingebracht. Ich habe grĂ¶ĂŸtmögliche Transparenz versprochen, BĂŒrgerbeteiligung, UnabhĂ€ngigkeit und eine kritische Haltung.

Ob es dabei immer maßvoll von meiner Seite zugegangen ist, möchte ich nicht selbst beurteilen. Sondern ich stelle auch hier wieder die Frage, wer alles beteiligt war, wer fĂŒr was verantwortlich ist, wer sich wie eingebracht hat. Und die Antworten mögen die BĂŒrgerinnnen und BĂŒrger Heddesheims selbst finden.

Den einen wars zuviel, andere konnten nicht genug davon bekommen, wenn ich, wie der Noch-Kollege Andreas Schuster es ausgedrĂŒckt hat, eine um die andere Attacke im Galopp geritten bin.

Das aber ist nicht ganz richtig – mein Ansporn war niemals Attacke zu reiten, weder im Galopp noch in einer anderen Schrittform. Ich habe nur Fragen gestellt und Positionen vertreten.

Ich habe mich darum bemĂŒht, mein Ehrenamt mit Verantwortung auszufĂŒllen. Verantwortlich zu sein, fĂŒr das, was ich mitbestimme, indem ich Ja, Nein oder Enthaltung sage. Und dafĂŒr GrĂŒnde benannt habe.

Und indem ich mich bemĂŒht habe, vor jeder Entscheidung zu wissen, warum ich mich wie entscheide.

Nicht nach einer parteipolitischen Linie, nicht nach einem Fraktionszwang, nicht, damit die Stimmung unter den “Kollegen” gut ist, nicht, um mir selbst oder anderen zu gefallen, nicht, um mich in sinnlosen, nicht enden wollenden Selbstdarstellungsreden zu ergehen und schon gar nicht, um persönliche Vorteile zu erlangen.

Das kann ich guten Gewissens ĂŒber diese spannende Zeit feststellen. Außerdem hat es mich sehr gefreut, dass die Besucherzahlen bei Heddesheimer Gemeinderatssitzungen mit Abstand an der Spitze aller zehn Kommunen im Wahlkreis 39 liegen. Das ist bemerkenswert und war wohl frĂŒher einmal anders.

Da man mich fĂŒr meine offenen Worte kennt, bin ich zum Abschied gerne bereit, ein paar zu Ă€ußern.

Beispielsweise zu den GrĂŒnen. Was leider zu wenig aufgefallen ist: Die haben als erste Partei die volle Breitseite meiner kritischen Haltung abbekommen.

Die GrĂŒnen haben sich ebenso wie andere mit meiner Kritik zunĂ€chst schwer getan, aber sie sind damit umgegangen. Das respektiere ich. Wir waren oft, aber nicht immer einer Meinung und es wurde nach Überzeugungen, nach Argumenten und Fakten entschieden. FĂŒr die gute und offene Zusammenarbeit möchte ich mich ausdrĂŒcklich bedanken.

Bedauerlich finde ich, dass die anderen Fraktionen ĂŒberwiegend nicht mit Kritik umgehen können. Kritik heißt im Wortsinne, sich mit einer Sache auseinanderzusetzen.

Jeder hat seine Haltung fĂŒr sich zu verantworten und alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger können sich ihr eigenes Bild von ihren politischen Vertretern machen.

Was bedeuten diesen Ratsmitgliedern Ehre und Amt? Laut Gemeindeordnung ist jeder Gemeinderat souverĂ€n und hat sich fĂŒr das Wohl der Gemeinde und der Abwehr von Schaden einzusetzen. Können alle hier im Rat nach bestem Wissen und Gewissen die Frage, ob sie danach gehandelt haben, mit Ja beantworten?

Es ist nur eine Frage. Die Antwort muss jeder selbst finden. Und die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger bilden sich ihre eigene Meinung darĂŒber.

NatĂŒrlich möchte ich auch Sie, Herr BĂŒrgermeister, in meiner Abschiedsrede nicht vergessen.

Und auch, wenn Sie das nicht erwarten, werde ich Sie zuerst loben. Sie sind ein fleißiger Verwaltungsbeamter.

Da ich viele Gemeinderatssitzungen besuche oder von meinen Mitarbeitern Kenntnis erlange, weiß ich, dass ihre Sitzungen in aller Regel gut bis sehr gut vorbereitet sind.

Ob die Art, wie Sie in dieser Wahlperiode bislang die Sitzungen geleitet haben, ebenfalls als gut bis sehr gut zu betrachten ist, ĂŒberlasse ich wiederum dem Urteil aller Menschen, die sich dafĂŒr interessiert haben. Und vielleicht, Herr Kessler, kommen Sie in einer ruhigen Minute auch auf selbstkritische Gedanken.

Wiederholten Wortentzug, Redeverbot fĂŒr Gutachter, Drohungen mit Ordnungsgeld, Abmahnungen und andere Druckmittel habe ich in den Sitzungen anderer Gemeinden nicht feststellen können. Man stellt sich dort dem Diskurs und achtet das Amt der GemeinderĂ€te.

Es ist Ihre Verantwortung, Ihr VermĂ€chtnis, die schöne Wohngemeinde Heddesheim durch und in der “Pfenning”-Frage gespalten zu haben.

Der renommierteste Politikwissenschaftler Baden-WĂŒrttembergs, der TĂŒbinger Professor Wehling, hat klar festgestellt, dass man gegen die HĂ€lfte der Bevölkerung keine Entscheidung durchdrĂŒcken darf, ohne das eine Gemeinde einen massiven politischen Schaden davontrĂ€gt.

Das war und ist Ihnen, Herr Kessler, aus welchen GrĂŒnden auch immer, nach Aktenlage egal.

Leider verstehen Sie Kritik ĂŒberwiegend persönlich – entweder man ist mit Ihnen oder gegen Sie. Mit ging es immer um die Sache.

Und damit wir uns heute hier im Rat zum letzten Mal richtig verstehen: Ich respektiere Sie dafĂŒr.

Respektare heißt nĂ€mlich zurĂŒckschauen und nichts anderes habe ich gerade gemacht.

Wenn ich zurĂŒckschaue, sehe ich einen BĂŒrgernmeister, der nicht Meister aller BĂŒrger ist, sondern einen, der sich gerne zum 100-Millionen-Euro-Kessler machen wollte und fĂŒr “BedĂŒrfnisse” eines fragwĂŒrdigen Unternehmens mehr VerstĂ€ndnis hat, als dafĂŒr, was die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger denken. Und sicher sindnach all den Problemen mittlerweile mehr als die HĂ€lfte des Ortes gegen das “Pfenning”-Projekt, weil immer klarer wird, das wenig bis nichts von den Versprechungen, die Sie, Herr Kessler, zuallererst, versprochen haben.

Deswegen bedaure ich es umso mehr, dass ich in diesem Gemeinderat nicht mehr mitwirken darf. Als kritische Stimme. Denn wenn ich nach vorne schaue, gibt es zu wenige kritische Stimmen aus tatsÀchlich allen Fraktionen in diesem Rat.

Nachdem ich als Gemeinderat ausgeschieden bin, kann ich mich ganz meiner journalistischen TĂ€tigkeit widmen, was ich direkt im Anschluss durch den Wechsel an den Pressetisch tun werde.

Den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern in Heddesheim verspreche ich weiterhin Transparenz, eine kritische Haltung – und zwar gegenĂŒber allen. Das war mein Wahlversprechen – das habe ich gehalten.

FĂŒr mich ist der Abschied bedauerlich, weil ich mich gerne fĂŒr die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger eingebracht habe, aber er hat auch klare Vorteile.

Als Gemeinderat war ich zu oft zur Verschwiegenheit verpflichtet – sonst hĂ€tte mir ein Ordnungsgeld von bis zu 1.000 Euro gedroht.

Als Journalist bin ich nicht mehr an Verschwiegenheitspflichten gebunden, sondern kann frei und kritisch gemĂ€ĂŸ Artikel 5 Grundgesetz berichten.

Man wird sehen, ob die Freude, die sicherlich der ein oder andere hier im Gemeinderat und in der Gemeinde ĂŒber mein Ausscheiden empfinden, in der Zukunft anhalten wird.

Ich möchte mich bei meinen WĂ€hlerinnen und WĂ€hlern fĂŒr Ihr Vertrauen bedanken und hoffe, dass ich wĂ€hrend meiner Amtszeit alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger mindestens gut vertreten habe.

Ebenso bei den Bediensteten der Gemeinde, die mir ganz ĂŒberwiegend hilfsbereit, freundlich und kompetent begegnet sind.

Meinem NachrĂŒcker wĂŒnsche ich Mut und Entschlossenheit und die Haltung, dass er sein Amt souverĂ€n, das heißt, nur seinem Gewissen unterworfen, ausfĂŒllen kann.

Den frĂŒheren ”Kollegen” wĂŒnsche ich eine gute Restzeit in der aktuellen Wahlperiode. Herr Schuster hat in einem Artikel geschrieben, dass er sich wĂŒnscht, der Gemeinderat möge ohne mich nicht zum Business as usual zurĂŒckzukehren, sondern weiter im 21. Jahrhundert voran schreiten. Ich teile diesen Wunsch und hoffe auf das beste.

Ich bleibe Heddesheim verbunden, als Journalist, und bemĂŒhe mich, zu dem, was den Ort bewegt, wie gewohnt kritisch etwas beitragen zu können.“

Anm. d. Redaktion: Hardy Prothmann ist fĂŒr das Heddesheimblog.de als Redaktionsleiter verantwortlich.

BĂŒrgermeister-Umfrage: Was bedeutet Stuttgart 21 fĂŒrs „Wohl und Wehe“ der Gemeinden?

Unsere Animation zeigt, was man wĂ€hlt, wenn man mit "Ja" oder "Nein" stimmt. Unsere Umfrage dokumentiert, wie die BĂŒrgermeister zum Thema stehen. Animation: Christian MĂŒhlbauer

Rhein-Neckar/Wahlkreis Weinheim, 14. November 2011. Das Streitthema um Stuttgart 21 wird am 27. November 2011 mit einem Ja oder Nein entschieden. Im Vorfeld warnen die Gegner vor den Folgen von Stuttgart 21 fĂŒr die Region, wenn das Projekt weiter vorangetrieben wird. Die BefĂŒrworter warnen vor den Folgen, wenn es nicht weiter vorangetrieben wird. Es geht also ums „Wohl und Wehe“ – auch fĂŒr die Gemeinden in Nordbaden. Dazu haben wir die BĂŒrgermeister im Wahlkreis 29/Weinheim befragt, wie diese zu Stuttgart 21 stehen. Die teils ĂŒberraschenden Antworten lesen Sie in unserer Dokumentation. [Weiterlesen…]

Leserbrief: Herr Kessler, verzichten Sie auf den Brunnen und zollen Sie den Menschen Respekt

Guten Tag!

Heddesheim, 15. November 2011. (red/Leserbrief) Der Unfriede im Dorf ist Thema eines Leserbriefes, der sich in einem dringenden Appell an den BĂŒrgermeister Michael Kessler richtet. Der Verfasser fordert Transparenz, Ehrlichkeit und Offenheit – all das vermisst er anscheinend. Ebenso Respekt – vor der Aufgabe, dem Amt und der Verantwortung des BĂŒrgermeisters durch diesen selbst. Der Appell ist eindeutig – Kehrtwende oder Konsequenzen ziehen. [Weiterlesen…]

In eigener Sache: Zugriffsrekord auf das heddesheimblog

Guten Tag!

Heddesheim, 12. Januar 2010. Der Artikel „Was Meinungsfreiheit bedeutet oder wie der MM die Meinung manipuliert“ verzeichnet die bislang höchste Zugriffszahl auf einen Artikel innerhalb eines Tages: Der Text wurde bislang 3.360 3.555 Mal innerhalb eines Tages abgerufen.

Am Anfang eines Monats bringen wir die Vormonatsstatistik. Heute machen wir eine Ausnahme, denn der 12. Januar 2010 ist aus Sicht der Redaktion ein Rekordtag.

regional

Verteilung der Hauptzugriffe vom heutigen Tag. Klicken Sie fĂŒr eine grĂ¶ĂŸere Darstellung. Quelle: 1&1

ÃƓber 3.360 Mal (Stand: 22:00 Uhr) wurde unser Kommentar ĂŒber die manipulative Berichterstattung des Mannheimer Morgens angeklickt. Die Top-Regionen sind laut unserem Statistik-Server:

  1. Mannheim
  2. Heidelberg
  3. Kaiserslautern
  4. Karlsruhe
  5. Heilbronn
  6. Hamburg
  7. Berlin
  8. Darmstadt
  9. Aschaffenburg
  10. Stuttgart

Von hier kamen zwischen mehr als sieben bis gut zwei Prozent der Zugriffe, insgesamt addieren sich die Zugriffe der Top 10 auf gut 40 Prozent. Der Rest verteilt sich nahezu ĂŒber „ganz“ Deutschland.

Die Meldung ĂŒber unseren Artikel auf Bildblog.de ist ganz eindeutig der „Verursacher“ fĂŒr die ĂŒberwĂ€ltigende Resonanz. Wer im Rest der Republik interessiert sich sonst schon fĂŒr Heddesheim/Nordbaden mit seinen 11.500 Einwohnern?

Wir haben etwas mitgeholfen und den außergewöhnlichen Zugriff auf Twitter, Facebook sowie Wer-kennt-wen kommuniziert.

Insgesamt hat unser Statistikserver heute 46.000 Zugriffe gezĂ€hlt – durchschnittlich haben wir mit steigender Tendenz 20.-25.000 Zugriffe am Tag. TĂ€glich haben wir im Schnitt ĂŒber 2.000 Besucher. Das ist die Zahl, die wir unseren Werbekunden kommunizieren. TatsĂ€chlich geht es in Richtung 2.500 Besucher/Tag, diese Zahl verwenden wir aber erst, wenn der tĂ€gliche Zugriff deutlich darĂŒber liegt. Heute waren es ĂŒber 7.200 Besucher.

Sehr erfreut sind wir ĂŒber das enorme Interesse vor allem aus folgenden GrĂŒnden: Berichte ĂŒber „guten“ und „schlechten“ Journalismus  sorgen fĂŒr eine hohe Aufmerksamkeit. Das heißt, viele Menschen in Deutschland beschĂ€ftigen sich mit diesem Thema, was wir sehr begrĂŒĂŸen.

Viele emails von anderen anderen lokalen blogs zeigen uns, dass dort sehr genau studiert wird, was das heddesheimblog als professionelle, journalistische Plattform so treibt. Denn viele der lokalen blogs werden von Nicht-Journalisten gemacht. Und die meisten befinden sich in einer Àhnlichen Situation: Zeitungsmonopolisten bieten unkritischen Bratwurstjournalismus statt einer ordentlichen Berichterstattung. Durch das Internet und die Vernetzungsmöglichkeiten haben es diese Meinungsmonopolisten nun schwerer.

Ganz egoistisch freuen wir uns darĂŒber, dass nun sehr, sehr viele Menschen in Deutschland das heddesheimblog kennen und gerne eingeladen sind, ab und an vorbeizuschauen. Auch beim hirschbergblog und demnĂ€chst beim ladenburgblog.

Wir freuen uns aber auch fĂŒr die Gemeinde Heddesheim, die vollkommen unentgeltlich nun bundesweit bekannt ist – ohne dass ein Massaker oder ein anderes schlimmes Ereignis fĂŒr eine zweifelhafte Bekanntheit sorgte. Wer im Sommer auf der Durchreise ist: Wir haben einen wundervollen Badesee. Und einen herrlichen Vogelpark. Der ist zwar unter Vogelliebhabern schon sehr bekannt – verdient aber eine noch grĂ¶ĂŸere Fan-Gemeinde. Und 2010 feiert der Verein der Vogelfreunde 50-jĂ€hriges JubilĂ€um. Es ist das Jahr der „Heddesheimer Vögel“.

Ganz besonders freuen wir uns fĂŒr den MGV 1847 e.V. Denn kurioserweise wurde der Text ĂŒber den Ball des MĂ€nnergesangsvereins im Zuge des anderen Artikels 1.856 Mal angeklickt. So viel Aufmerksamkeit auf einen Schlag dĂŒrfte der Verein in seiner 163-jĂ€hrigen Geschichte noch nie gehabt haben.

Und wir freuen uns fĂŒr den neuen Kollegen Horst Pölitz, der den Text ĂŒber den MGV geschrieben hat. Unser freier Mitarbeiter ist im wohlverdienten Ruhestand, lernt aber seit ein paar Monaten das journalistische Handwerk und ist, wie er gerade per Mail mitgeteilt hat, fassungslos ĂŒber die Aufmerksamkeit, die sein Text gefunden hat. Wir sagen: QualitĂ€t setzt sich durch! 😉

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

„Das Thema Alkoholmissbrauch wird immer jĂŒnger“

Guten Tag!

Heddesheim, 21. November 2009. Die betrunkenen, 12-jĂ€hrigen MĂ€dchen auf der Heddesheimer Eislaufbahn sind kein Einzelfall. ÃƓberall im Land und im Kreis steigen die FĂ€lle von Alkoholmissbrauch bedenklich an. WĂ€hrend die Gemeindeverwaltung lieber angeblich „im Hintergrund“ tĂ€tig wird, gehen andere StĂ€dte und Kommunen das Problem offensiv an. Mit Erfolg – wie die Sucht-Expertin Astrid Zapf-Freudenberg weiß. Sie wirbt fĂŒr eine „Alkohol-Politik“.

Interview: Hardy Prothmann

Frau Zapf-Freudenberg, zwei 12-jĂ€hrige MĂ€dchen werden stark alkoholisiert auf der Eisbahn in Heddesheim aufgegriffen. Die Gemeinde Heddesheim versucht den Vorfall zu verschweigen, angeblich, um diese Kinder zu schĂŒtzen. Können Sie das nachvollziehen?
Zapf-Freudenberg: „Ja – weil zunĂ€chst ein Imageverlust befĂŒrchtet wird und man sich fragt: wer ist oder soll sich hier verantwortlich fĂŒhlen? Dieser Vorfall sollte in der Gemeinde dazu benutzt werden, kritisch zu fragen: Wie wird mit Alkohol umgegangen auf Wein-, Gassen-, Straßenfesten? Wird der Jugendschutz gelebt auf Fasnacht-, Tanz-, Diskoveranstaltungen? Gibt es Probleme in Zusammenhang mit Alkoholkonsum in Jugendtreffs/Jugendclubs? Entstehen Störungen, wie LĂ€rmbelĂ€stigung, Vandalismus, Gewalt, Verschmutzung an so genannten inoffiziellen Jugendtreffs, wie BushĂ€uschen, SpielplĂ€tze, Flussufer, WĂ€ldchen, SportplĂ€tzen?“

Das sind jede Menge Fragen.
Zapf-Freudenberg: „Ich war noch nicht fertig: Gibt es Handlungsbedarf aus Jugendschutzsicht beim Ausschank: Schulung von Thekenpersonal, Einlass-, Alterskontrollen, Weitergabe von Spirituosen an unter 18-JĂ€hrige? Gibt es Flatrate-Alkoholkonsumangebote, öffentlich veranstaltete Trinkspiele, Happy Hour-Angebote fĂŒr Jugendliche/junge Erwachsene? Ist der sichere Heimweg fĂŒr Festbesucher geregelt? Wird der Jugendschutz bei Alkoholverkauf in Tankstellen, Kiosken eingehalten?“

„Das Thema Alkoholmissbrauch wird immer jĂŒnger.“ Astrid Zapf-Freudenberg

Wie sollte eine Gemeinde mit dem Thema Alkohol und Jugendliche umgehen?
Zapf-Freudenberg: „Kritisch und offensiv. Hinschauen, denn Wegschauen ist hier keine Lösung. Gemeindepolitik und-verwaltung, die Vereine, die Gastronomen, die Schulen, das Jugendamt, KriminalprĂ€vention und Polizei, Vertreter des öffentlichen Nahverkehrs, PrĂ€ventionsfachkrĂ€fte aus Suchtberatungsstellen und die Eltern mĂŒssen zusammenwirken, um der bedenklichen Entwicklung entgegen zu wirken, dass das Thema Alkoholmissbrauch immer „jĂŒnger“ wird.“

Welche Tendenz stellen Sie fest?
Zapf-Freudenberg: „Die deutsche Hauptsstelle fĂŒr Suchtfragen gibt in ihrem Jahrbuch Sucht 2008 an, dass 92 Prozent aller Jugendlichen zwischen 12-25 Jahren Erfahrungen mit Alkohol haben, 14 Prozent davon trinken „riskant“, das heißt mehr als 120g reinen Alkohol pro Woche (ca. 374 ml Wodka) und laufen damit Gefahr, sich vielfĂ€ltig zu schĂ€digen, vor allem das Gehirn, und die Anwartschaft auf eine AlkoholabhĂ€ngigkeit zu erwerben.“

Gibt es ein kritisches Alter?
Zapf-Freudenberg: „Die Alkoholrauscherfahrung sind bei den 16-17-JĂ€hrigen am hĂ€ufigsten. Die alkoholbedingten BehandlungsfĂ€lle haben sowohl im Land als auch im Kreis von 2007 auf 2008 um ĂŒber zehn Prozent zugenommen. Im Rhein-Neckar-Kreis waren es im Jahr 2008 offiziell 151 FĂ€lle. Das ist die Spitze eines Eisberges, der zeigt, dass wir uns kĂŒmmern mĂŒssen.“

„Es wird immer noch zu wenig getan.“

Sie sagen, man mĂŒsse zusammenwirken, um das Problem Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen in den Griff zu bekommen. Gibt es dafĂŒr positive Beispiele?
Zapf-Freudenberg: „Ja, leider kann ich nicht sagen, „jede Menge“, weil immer noch viel zu wenig getan wird.

Ein positives Beispiel ist ein Veranstalter großer Events in Mannheim. Der GeschĂ€ftsfĂŒhrung fiel auf, dass Jugendliche bereits im Vorfeld von Veranstaltungen auf dem GelĂ€nde „vorglĂŒhten“ und alkoholisiert Störungen verursachten. KriminalprĂ€vention, Polizei, BeschĂ€ftigte des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar, Jugend- und Gesundheitsamt, Fanclubs, PrĂ€ventionsmitarbeiter der Suchtberatungsstellen und Veranstalter bildeten so genannte Jugendteams und zeigten auf dem GelĂ€nde und in der Halle PrĂ€senz, sprachen Jugendliche an und informierten darĂŒber, dass der Jugendschutz auf der Veranstaltung eingehalten wird.“

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Die Sucht-Expertin Astrid Zapf-Freudenberg fordert eine "Alkohol-Politik": "Wegschauen hilft nicht." Foto: privat

Und die Jugendlichen haben gleich alles verstanden und alles war gut?
Zapf-Freudenberg: „Nein. Einigen alkoholisierten Besuchern wurde Platzverweis erteilt. Und ja: Diese Aktion lief einige Male und die AuffĂ€lligkeiten wurden sichtbar geringer. Ähnliche Erfahrungen wurden in Mannheim auf zwei Kerwe-Veranstaltungen gemacht, die durch Gewaltaufkommen infolge Alkoholkonsum Handlungsbedarf forderten. Das ist ein toller Erfolg und ein sehr gutes Beispiel, dass die MĂŒhe sich lohnt.“

Haben Sie eine ErklĂ€rung dafĂŒr, warum die Jugendlichen, die Alkohol missbrauchen, immer jĂŒnger werden?
Zapf-Freudenberg: „Es ist eine Entwicklungsaufgabe des Jugendalters neben vielen anderen, zu lernen, mit Alkohol umzugehen. Wir erwarten das ja auch von unseren jungen Menschen. Dabei wird experimentiert und ausgetestet. Normalerweise verliert sich diese Risikobereitschaft beim Alkoholkonsum mit Eintritt ins Berufsleben und der Partnerwahl. Einige Jugendliche haben keine förderliche Ausgangsbasis und werden hilfebedĂŒrftig, weil sie diese Entwicklungsaufgabe nicht allein bewĂ€ltigen können.

Alkoholkonsum wird von Jugendlichen als Eintritt in das Erwachsenensein betrachtet, ist also ein Attribut des Erwachsenen. Alkoholkonsum im Jugendalter ist auch als BewĂ€ltigungshandeln und Suche nach Entlastung des Jugendlichen zu sehen.“

Eine „Alkohol-Politik“ gibt den Jugendlichen Leitplanken.“ Astrid Zapf-Freudenberg

Entlastung wovon?
Zapf-Freudenberg: „Die Kinderzeit wird immer kĂŒrzer. Wir erwarten von unseren Sprösslingen immer frĂŒher Erwachsenenverhalten: sich der Norm anzupassen, WĂŒnsche/BedĂŒrfnisse aufzuschieben, zu verzichten, sachlich und zielorientiert zu handeln, vor allem leitungsorientiert, usw. Gleichzeitig verlĂ€ngert aber sich die Jugendzeit. Der Eintritt in die wirtschaftliche UnabhĂ€ngigkeit wird bis in das dritte Lebensjahrzehnt verzögert.

Unsere jungen Menschen sind dabei einem Bombardement von Werbung der Tabak- und Alkoholindustrie ausgesetzt, die mit ihren Produkten als Lifestyle werben und ins Schwarze treffen. Und unsere jungen Menschen stehen immer weniger unter dem Einfluss ihrer Eltern. Deswegen ist es dringend angeraten, eine Alkoholpolitik zu betreiben und Kindern und Jugendlichen auch auf Gemeindeebene Leitplanken zu geben.“

Was ist eine „Alkoholpolitik“?
Zapf-Freudenberg: „Es ist der erklĂ€rte Wille der kommunalen Gebietskörperschaft den exzessiven Alkoholkonsum und seine Auswirkungen bei Kindern und Jugendlichen lösungsorientiert zu bekĂ€mpfen, sich hierfĂŒr zustĂ€ndig zu fĂŒhlen und zu handeln. Voraussetzung ist die Problembeobachtung und -beschreibung und die weitere Vernetzung und Diskussion am runden Tisch. Teilnehmer können Gemeindeverwaltung und -politik, Polizei und KriminalprĂ€vention, Jugendamt, Jugendtreffs, Einrichtungen der Jugendhilfe, Schule, Elternschaft, Suchtberatungsstellen, Vereine, Gastronomie sein.

Es sollte eine lokale Agenda mit Maßnahmen und der Umsetzung verabschiedet werden. Ferner muss auffĂ€llig gewordenen Kindern und Jugendlichen geholfen werden. Das beginnt durch ein GesprĂ€ch mit alkoholvergifteten Kindern und Jugendlichen und ihren Eltern und dem Angebot weitere Hilfestellungen im Krankenhaus. Ferner muss es weitere Maßnahmen fĂŒr junge Menschen mit Risikoprofil geben. Hier bietet das Projekt HaLT (Hart am Limit) des PrĂ€ventionszentrums Villa Schöpflin eine gute Lösung.

Link:
Baden-WĂŒrttembergischer Landesverband fĂŒr PrĂ€vention und Rehabilitation: Lokale Alkoholpolitik.

Zur Person:
Astrid Zapf-Freudenberg ist Diplom-Sozialarbeiterin und arbeitet in Mannheim in der Fachstelle Sucht des Baden-WĂŒrttembergischen Landesverband fĂŒr PrĂ€vention und Rehabilitation gGmbH (bwlv).
Die bwlv „Fachstelle Sucht“ bietet durch drei Sozialarbeiter/SozialpĂ€dagoginnen und einem Psychologen Mannheimer BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern Suchtberatung und ambulante medizinische Rehabilitation, Vermittlung in stationĂ€re medizinische Rehabilitation und Nachsorgebehandlung, Nikotinentwöhnung, TagesstĂ€tte fĂŒr suchtkranke Menschen, alkoholfreies CafĂ©, sechs Selbsthilfegruppen, eine offene Info-Gruppe.
Frau Zapf-Freudenberg ist Leiterin der Fachstelle und als Fachkraft fĂŒr SuchtprĂ€vention informiert, berĂ€t und unterstĂŒtzt sie Betriebe/Verwaltungen, Vereine, Schule, KindergĂ€rten, Gemeinwesen bei der Umsetzung von SuchtprĂ€ventionsprogrammen.

Info:
stern: Blaue Briefe gegen den Suff

582,25 Euro Spendengelder angenommen

Guten Tag!

Heddesheim, 20. November 2009. Der Gemeinderat hat die Spenden von insgesamt drei Spendern genehmigt. Aufgrund der Gemeindeordnung sind nur der BĂŒrgermeister oder ein Stellvertreter zur Einwerbung und Entgegennahme von Spenden berechtigt. ÃƓber die Annahme entscheidet der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung.

Eine Spende in Höhe von 100,- Euro kommt der freiwilligen Feuerwehr zugute. Zwei weitere Spenden in Höhe von 200,- und 282,25 Euro gingen an den Kommunalen Kindergarten.

Redaktion heddesheimblog

Sensation: heddesheimblog erhÀlt Pressemitteilung

Guten Tag!

Heddesheim, 06. November 2009. Das heddesheimblog hat versucht, sich im Mai 2009 als Pressemedium bei der Gemeinde Heddesheim zu akkreditieren – das heißt, als Presseorgan „anerkannt“ zu werden. Das wurde zunĂ€chst zurĂŒck gewiesen, dann bestĂ€tigt und hat doch nicht geklappt.
Beim Kommunalrechtsamt hat das heddesheimblog um Hilfe gebeten – die wurde gewĂ€hrt, wenn auch unwillig durch die „Gemeinde“.
Dann wurde durch das Kommunalrechtsamt bestĂ€tigt, dass die Gemeinde Heddesheim – also der BĂŒrgermeister – bereit sei, das
heddesheimblog als Pressemedium anzuerkennen. Dann wurde das heddesheimblog verschiedentlich eingeladen – allerdings frei Schnauze.

Kommentar: Hardy Prothmann

Herr Kessler hat außerordentliche Schwierigkeiten, das heddesheimblog als Medium anzuerkennen.

Wieso kann ich das als Tatsache behaupten? Weil ich es belegen kann.

Könnte ich das nicht, wĂŒrde Herr Kessler sicherlich wieder seine AnwĂ€lte in Stellung bringen.

Das wird er in diesem Fall nicht tun.

Er wird statt dessen weiter so verfahren, wie er sich erprobterweise bisher verhalten hat.

ÃƓber Monate verweigerte er dem heddesheimblog die Anerkennung als Presseorgan.

Erst durch „gutes Zureden“ des Kommunalrechtsamts erreichte die Redaktion zumindest durch Schreiben des Stellvertretenden Landrats Chancengleichheit mit dem Mannheimer Morgen und anderen Presseorganen.

Dann passierte lange nichts – es wurde aber brav ĂŒber Kita-Eröffnungen und Ă€hnliche Dinge informiert.

Im Zweifel besinnt sich Herr Kessler auf sein erprobtes Verhalten – er macht, was er denkt und ignoriert die Gesetzeslage.

Denn er weiß, dass er erst zur Rechenschaft gezogen werden wird, wenn es verwaltungsgerichtliche Klagen gĂ€be, die sind teuer und damit pokert er.

Soll er.

Er macht, was er will und das heddesheimblog schreibt das auf.

Am 4. November erscheint im heddesheimblog ein Kommentar ĂŒber die Zukunft der Hauptschule in Heddesheim.

Ebenfalls am 4. November veröffentlichen die Gemeinden Heddesheim und Hirschberg eine „Pressemitteilung“.

Diese geht anderen Medien sofort zu – nicht aber dem heddesheimblog.

Erst auf Anforderung am Abend des 5. Novembers 2009 geht der Text ein. Da hatte die „Konkurrenz“, also der MM, auf Grund der unfairen Bevorzugung, schon berichtet.

Die Pressemitteilung schickt der neue Hauptamtsleiter Julien Christof mit „freundlichen GrĂŒĂŸen“ am Abend des 5. Novembers 2009 auf Nachfrage durch die Redaktion.

Die Redaktion des heddesheimblogs „bedankt“ sich fĂŒr diesen sensationellen „Service“ ausdrĂŒcklich bei Herrn Julien Christof.

Denn gegenĂŒber Herrn Christof hatte die Redaktion bereits mehrfach auf die MissstĂ€nde in Sachen Öffentlichkeitsarbeit hingewiesen und Herr Christof hat sich immer scheinbar „gesprĂ€chsbereit“ gezeigt.

„Scheinbar“, weil es seitdem keine erkennbare Anstrengung gab, ordentlich zu informieren.

TatsĂ€chlich hĂ€lt die Redaktion des heddesheimblogs auf Grund der bisherigen Erfahrungen die Aussagen des Herrn Julien Christof fĂŒr Lippenbekenntnisse.

Im Gegenteil gehen ich davon aus, dass Herr Christof wie auch sein Dienstherr Michael Kessler auf die Pressefreiheit nicht viel geben.

Das ist bedauerlich. FĂŒr beide MĂ€nner.

Denn aus Sicht der Redaktion haben Sie beide grundsÀtzlich das Wesen unserer Demokratie nicht hinreichend verstanden.

Sicherlich sind die beiden Herren „anderer Meinung“ – vielleicht sogar „empört“ ĂŒber unsere Aussage. WorĂŒber also? ÃƓber sich selbst?

Unsere Meinung sowie die sicherlich kontroversen des Herrn Kessler und des Herrn Christof sind voraussichtlich nach Artikel 5 GG geschĂŒtzt.

Meine persönliche Meinung ist: Das, was die Herren Kessler und Christof „abziehen“ hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun.

Beide behindern durch „Ungleichbehandlung“ der Presse die Möglichkeit auf eine freie Meinungsbildung.

Leider kann ich keinen „konkreten“ Vorsatz behaupten. DafĂŒr brĂ€uchte ich einen handschriftlichen Zettel oder Zeugen, die bestĂ€tigen: „Keine Information ans heddesheimblog…“

Die habe ich nicht – auch wenn ich dazu Hinweise habe.

DafĂŒr kann ich aber einen „latenten“ Vorsatz behaupten. Den kann ich durch schriftliche Dokumentationen und durch veröffentlichte Berichte hinreichend belegen.

Und auf Grund dieser Belege kann ich behaupten: Der Heddesheimer BĂŒrgermeister Michael Kessler missachtet die Pressefreiheit.

Oder anders: Herr BĂŒrgermeister Michael Kessler ist an Pressefreiheit nicht interessiert.

Oder: Herr BĂŒrgermeister Kessler informiert ausschließlich die „ausgewĂ€hlte Presse“.

Falls ich mich irren sollte, wird mich Herr BĂŒrgermeister Michael Kessler durch Schreiben von „seinen“ AnwĂ€lten darĂŒber unterrichten.

„Versehentlich gefĂ€llt“ – „Keine Absicht“

Guten Tag!

Heddesheim, 06. November 2009. Geschah es „versehentlich“? Gab es „keine Absicht“? Ist eine „Entschuldigung“ ernst zu nehmen? Der Heddesheimer GeschĂ€ftsmann Cornelius Krey hat die „Faxen dicke“. Auf seinem GrundstĂŒck wurden Ende Oktober fĂŒnf BĂ€ume gefĂ€llt. Von der Gemeinde Heddesheim. Grund genug fĂŒr den GeschĂ€ftsmann, einen Termin beim BĂŒrgermeister einzufordern, um den entstandenen Schaden zu besprechen. Doch der hat keine Zeit.

Wieso die BĂ€ume auf dem GrundstĂŒck des Unternehmers gefĂ€llt wurden, ist unbekannt. An drei Stellen ĂŒber eine Strecke von cirka 30 Meter wurden insgesamt fĂŒnf BĂ€ume gefĂ€llt.

Cornelius Krey: „Ich kann mir das ĂŒberhaupt nicht erklĂ€ren.“ Der Mann ist zutiefst empört: „Wieso fĂ€llt die Gemeinde auf meinem GrundstĂŒck einfach so ohne eine BegrĂŒndung meine BĂ€ume?“

Die BĂ€ume wurden nicht nur gefĂ€llt – sie wurden auch sauber zerlegt und wohin auch immer abtransportiert. Cornelius Krey: „Die sind spurlos verschwunden.“

baum

Auf dem PrivatgrundstĂŒck gefĂ€llt. Ohne "BegrĂŒndung". "Aus Versehen". Links der Mauer ist privat - doch das interessierte den Heddesheimer Bauhof nicht. Angeblich waren "diese BĂ€ume krank und abgestorben".Bild. hblog

BĂŒrgermeister Michael Kessler hat die „Maßnahme“ selbst schriftlich begrĂŒndet: „Bei den Arbeiten wurden versehentlich auch 5 BĂ€ume entfernt, die augenscheinlich erkrankt, bzw. abgestorben waren und sich auf Ihrem GrundstĂŒck befanden. Dies war nicht unsere Absicht, weshalb wir uns dafĂŒr bei Ihnen entschuldigen möchten.“

Die „Maßnahme“ waren Rohrarbeiten fĂŒr eine Gasleitung entlang des GrundstĂŒcks.

Cornelius Krey: „Alle BĂ€ume standen auf meinem GrundstĂŒck – wieso fĂ€llt die Gemeinde einfach ohne meine Zustimmung und ohne BegrĂŒndung diese BĂ€ume? Und wieso verweigert mir der BĂŒrgermeister jeden GesprĂ€chstermin in der Sache?“

Das heddesheimblog hat die Gemeinde ebenfalls dazu angeschrieben. Bislang gibt es keine Auskunft, obwohl eine zeitgleich gefĂŒhrte Anfrage bereits beantwortet wurde.

Wir berichten weiter.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Neuer Service: ÃƓbersichtlicher Terminkalender

Guten Tag!

Heddesheim, 04. November 2009. Sie wollen wissen, was in Heddesheim „los“ ist? Kein Problem. Das heddesheimblog bietet ab heute einen verbesserten Terminkalender an – mit UnterstĂŒtzung von Google. Heddesheimer Termine finden Sie kĂŒnftig aktuell und mit Standortanzeige im heddesheimblog. Sofern Sie selbst einen Google-Kalender verwenden, können Sie die Termine einfach in Ihren Kalender ĂŒbertragen – Sie können sich die Heddesheimer Termine aber auch als email zuschicken lassen.

Wir freuen uns sehr, Ihnen diesen Termin-Service anbieten zu können.

kalender

Unser neuer Termin-Service fĂŒr unsere Leserinnen und Leser.

Unser Terminkalender ist ganz einfach zu benutzen – bietet aber raffinierte Möglichkeiten.

Wir erklÀren die Funktionen:

  • Ein Klick auf „Heute“ bringt Sie immer zum aktuellen Tag.
  • Mit den SchaltflĂ€chen links-rechts wechseln Sie monatsweise die Anzeige.
  • Mit einem Klick auf das Datum daneben können Sie im Kalender einzelne Wochen anzeigen lassen.
  • „Print“ druckt immer die gerade angezeigte Ansicht.
  • „Woche“, „Monat“, TerminĂŒbersicht“ sind drei verschiedene Darstellungsformen.
  • Wenn Sie im Kalender auf einen Termin klicken, bekommen Sie alle Details angezeigt.
  • Jetzt können Sie auf „Karte“ klicken und sehen, wo genau der Termin stattfindet.
  • Hier sind „Weitere Details“ und „In meinen Kalender kopieren“ selbsterklĂ€rend.
  • Um Termine in Ihren Google-Kalender zu ĂŒbernehmen, mĂŒssen Sie ein kostenloses Google-Konto haben oder anlegen.
  • Wenn Sie selbst Termine eintragen wollen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Und wir bieten einen Extra-Service – sofern Berichte zu den Termine vorliegen, tragen wir diese in die Termine ein – ein Klick darauf und Sie wissen Bescheid.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Vergangenes Jahr hÀtte die Gemeinde 200.000 Euro als Gewerbesteuereinnahme erhalten

Guten Tag!

08. Oktober 2009. Der SPD-Gemeinderat Michael Bowien hat in einem Kommentar die voraussichtliche Gewerbesteuerzahlung der „Pfenning“-Gruppe an die Gemeinde Heddesheim berechnet. Das Ergebnis bringt magere 200.000 Euro. Ein Zehntel der Einnahmen, die von den bestehenden Unternehmen gezahlt werden.

Das heddesheimblog dokumentiert den Text, der als Kommentar hier veröffentlicht wurde:

Von Michael Bowien

Seit der Unternehmenssteuerreform 2008 betrĂ€gt die einheitliche Gewerbesteuermesszahl, also sozusagen der Basis-Steuersatz, dreieinhalb Prozent. Der Hebesatz in Heddesheim betrĂ€gt, wie jeder auf der Website der Gemeinde nachlesen kann, 320%. Ergibt einen endgĂŒltigen Gewerbesteuersatz von 3,5 * 320 / 100 = 11,2%. Bei einem Gewerbeertrag von 1,8 Mio ergĂ€be das also 201.600,- Euro Gewerbesteuer. Macht Pfenning einen zusĂ€tzlichen Gewinn, kann das noch höher werden, macht er Verlust, kann das aber -unbeschadet der ErtragsunabhĂ€ngigkeit der Hinzurechnung- auch weniger (bis 0) werden.

Nehmen wir mal an, Pfenning wĂŒrde im Schnitt die 200 TEUR tatsĂ€chlich zahlen. Dann entspricht das einem Prozent des Haushaltsvolumens der Gemeinde Heddesheim und etwa 10% dessen, was das bisherige Gewerbegebiet abwirft.

Lassen wir uns dafĂŒr unser FiletstĂŒck von Landschaft abkaufen?
Verzichten wir dafĂŒr auf alle anderen Zukunfts-Optionen?

Außerdem: Die Relation Ertrag / beanspruchte FlĂ€che ist also eher schlecht. Das Risiko eines kompletten Steuerausfalls dagegen eher hoch, da die ganze FlĂ€che von einer Firma genutzt wird und kein Risikomix besteht.

Die Logistik-Branche ist in den letzten Jahren ĂŒberdurchschnittlich gewachsen -das Ergebnis kennen wir alle: kilometerlange LKW-Schlagen auf allen Autobahnen. Ökonomische GrĂŒnde (steigende Treibstoffkosten, notwendige Maut-Erhöhungen) und ökologische GrĂŒnde (Klimaschutz) sprechen dafĂŒr, den Schwerlastverkehr tendenziell wieder zu reduzieren. Das wird den Druck auf die Etragslage von Logistik-Unternehmen erhöhen und spricht nicht dafĂŒr, dass die Gemeinde Heddesheim bei Pfenning wirklich von einer stablilen Gewerbesteuer-Erwartung ausgehen kann.

Ich bleibe daher bei meiner Bewertung: wir haben schon genĂŒgend Logistik am Ort, das Kosten-/Nutzen-VerhĂ€ltnis fĂŒr einen weiteren Logistiker Pfenning ist fĂŒr Heddesheim unattraktiv.