Montag, 30. MĂ€rz 2020

Frontal 21-Reportage dokumentiert MissstÀnde

Edeka: ZDF berichtet ĂŒber miese Behandlung von Mitarbeitern

Schlechte Arbeitsbedingungen, miserable Bezahlung, DruckausĂŒbung auf Angestellte bei Edeka – das sind nur einige VorwĂŒrfe, die in der Frontal 21-Reportage zum Ausdruck kommen. Bildquelle: ZDF

 

Heddesheim, 07. November 2012. (red) Laut Recherchen des ZDF-Magazins „Frontal 21“ sieht es hinter dem Saubermann-Image von Edeka ziemlich schmuddelig aus. Lohndumping, ĂŒberwachte Mitarbeiter, raffgierige Marktleiter – die VorwĂŒrfe wiegen schwer. Edeka will das aussitzen.

Von Hardy Prothmann

Edeka ist Heddesheims grĂ¶ĂŸter Arbeitgeber und baut aus. DemnĂ€chst soll hier ein riesiges GetrĂ€nkelager entstehen. Von Heddesheim aus werden MĂ€rkte in der Region beliefert. Edeka hat ein gutes Image. Doch daran gibt es Zweifel.

Nach Recherchen des ZDF werden Mitarbeiter unter Druck gesetzt. Die GrĂŒndung von BetriebsrĂ€ten verhindert. Wer sich zu kritisch zeigt, fliegt. Die Arbeitsbedingungen seien teils miserabel, ebenso die Entlohnung.

Die Darstellung einer „glĂŒcklichen Handelsfamilie“ habe oft mit der RealitĂ€t nichts mehr zu tun. Die Konzernzentrale gibt sich zugeknöpft und verweist darauf, dass man nicht fĂŒr das Verhalten der „selbstĂ€ndigen Kaufleute“ verantwortlich sei.

In Heddesheim geht man alles andere als kritisch mit dem Konzern um. Als hunderte ArbeitsplĂ€tze durch den Wegfall der Fleischfabrik verloren gingen, akzeptierte man das ohne Murren aus dem Rathaus. Als der Wunsch geĂ€ußert wurde, weitere FlĂ€chen fĂŒr ein logistisches GetrĂ€nkelager zu versiegeln, zeigte sich BĂŒrgermeister Michael Kessler dankbar und die Fraktionen von CDU, SPD und FDP jauchzten. Selbst viele GrĂŒnen-GemeinderĂ€te sehen eher den Arbeitsplatz als die Arbeitsplatzbedingungen.

Nachfragen zur Arbeitssituation der Angestellten und zur Entlohnung interessieren keinen. Schon gar nicht die SPD, deren GemeinderĂ€te den Lohndumper Pfenning ĂŒber den Klee bereits in der Vergangenheit lobten.

Der Gemeinderat forderte auch keinen Verkehrslenkungsvertrag von Edeka wie bei „Pfenning“ – eine zarte Nachfrage wurde mit einem eindeutigen Nein beantwortet und dem Hinweis, dass der Standort ohne GetrĂ€nkelager gefĂ€hrdet sei.

Politisch fĂŒhlte sich niemand „unter Druck“ gesetzt, sondern CDU, SPD und FDP zeigten grĂ¶ĂŸtes VerstĂ€ndnis fĂŒr dieses „solide“ Unternehmen.

Der sehenswerte Beitrag kann ĂŒber die ZDF-Mediathek abgerufen werden.

Weitere Informationen und ein Interview mit einem Mitarbeiter von verd.di Bayern findet man hier.