Mittwoch, 21. August 2019

Wie die Gemeinde Heddesheim ihre BĂŒrgerInnen „informiert“

Guten Tag

Heddesheim, 23. September 2010. (red) Am 27. Juli 2010 haben wir die Gemeinde Heddesheim gebeten, unser Angebot auf der homepage der Gemeinde zu verlinken. Unsere Anfrage wurde weder umgesetzt noch beantwortet.

Von Hardy Prothmann

Die Gemeinde Heddesheim verweist auf Ihrer homepage auf regionale Medien: „Nachrichten, Interessantes und Berichtenswertes aus der nĂ€heren Region“.

Am 27. Juli 2010, also vor knapp zwei Monaten, haben wir die Gemeinde angeschrieben und darum gebeten, dort ebenfalls verlinkt zu werden. Nicht, weil wir uns davon einen „geschĂ€ftlichen Vorteil“ versprechen, denn wir gehen davon aus, dass diese Seite, die selbst keine Nachrichten enthĂ€lt, vermutlich nicht sehr hĂ€ufig angeklickt wird.

regionales

Nachrichten, Interessantes und Berichtenswertes aus Mannheim, St. Leon-Rot, Weinheim - nur ja nicht aus Heddesheim, wird auf der homepage der Gemeinde verlinkt.

Wir haben dies eher aus formalen GrĂŒnden getan. Die Seite listet Medien der Region auf. Ganz besonders wird dabei das Unternehmen Nussbaum Medien hervorgehoben. Das ist der Verlag aus St. Leon-Rot, der das Mitteilungsblatt verlegt.

Wir sind im Gegensatz zu allen anderen Medien in Heddesheim angesiedelt und gingen davon aus, dass die Gemeinde Heddesheim dieses einzigartige Informationsangebot aus Heddesheim fĂŒr Heddesheim sicherlich gerne den Heddesheimer BĂŒrgerInnen empfiehlt.

Leider scheinen wir hier falsch zu denken. Unser Schreiben wurde weder beantwortet, noch wurde unserer Bitte entsprochen.

Vermutlich hat der Verwaltungschef Michael Kessler kein Interesse daran, lokales Angebote zu fördern. Da sind ihm Betriebe aus St. Leon-Rot, aus Mannheim, aus Weinheim und anderen Standorten nĂ€her – immerhin kann er sich hier darauf verlassen, dass diese Medienbetriebe brav seine Sicht der Dinge wiedergeben.

FĂŒr teure Steuergelder wird gerade an einer neuen homepage der Gemeinde Heddesheim gearbeitet. Ob bei dieser Haltung des Chefs der Gemeindeverwaltung eine sinnvolle Investition herauskommt, darf bezweifelt werden.

Verlinkungen gehören zum guten Ton und sind eine SelbstverstĂ€ndlichkeit im Netz. Wir werden weiter auf die homepage der Gemeinde und auf Angebote anderer Medien verlinken, weil das fĂŒr uns dazu gehört und ganz klar im Sinne der Transparenz passiert.

Herr Kessler und sein Online-Verantwortlicher Florian Schmid können weiter versuchen, uns totzuschweigen und so tun, als wĂŒrde das heddesheimblog nicht „Nachrichten, Interessantes und Berichtenswertes“ Tag fĂŒr Tag veröffentlichen.

Da das heddesheimblog aber zu den bekanntesten lokalen Medien in Deutschland gehört, sind diese Herren aber auch fĂŒr den enormen Image-Schaden verantwortlich, den sie „ihrer“ Gemeinde antun.

Aus welchen GrĂŒnden auch immer.

Ausgaben beschlossen: Musikschule, Kinderkrippe, Internetauftritt

hpheddesheim

Der statische und veraltetete Internetauftritt der Gemeinde Heddesheim soll bis Ende des Jahres neu gestaltet werden.

Guten Tag!

Heddesheim, 21. Mai 2010. Die Gemeinde muss kĂŒnftig mehr fĂŒr das Musikschulangebot zahlen, außerdem wurde eine außerordentliche Ausgabe fĂŒr die Kinderkrippe beschlossen, Ende des Jahres soll es einen neuen Internetauftritt geben.

Die Verwaltung stellte den Antrag, Mehrkosten in Zusammenhang mit der Erweiterung der Kindergrippe und dem Umbau des ehemaligen Kraftraums in einen Gymnastikraum zu genehmigen.

ZunĂ€chst waren 18.000 Euro fĂŒr die AnschlĂŒsse des WĂ€rmedĂ€mmverbundsystems vorgesehen – es hĂ€tten sich aber „aufwĂ€ndigere Detailpunkte ergeben“. Der Auftrag in Höhe von rund 26.000 Euro wurde an die Firma Werner Klumb in Mannheim vergeben. Der Rat stimmte zu, bis auf den Gemeinderat Hardy Prothmann, der sich enthielt, „weil ich zwischen den beiden Baumaßnahmen nach wie vor keinen Zusammenhang erkennen kann.“

Die Gemeinde Heddesheim hat den Vertrag mit der Musikschule Mannheim ĂŒber den Betrieb der Außenstelle Heddesheim um ein Jahr verlĂ€ngert – mit einer gut neunprozentigen Kostensteigerung. FĂŒr die „Monatswochenstunde“ werden nun 185 Euro fĂ€llig, zuvor waren es 175.

BĂŒrgermeister Kessler argumentierte, die Musikschule Mannheim hĂ€tte sonst zum 30. April 2010 den Vertrag gekĂŒndigt, er und andere BĂŒrgermeister seien unvorbereitet in ein GesprĂ€ch wenige Tage vor diesem Termin gegangen und hĂ€tten sich auf den neuen Satz geeinigt.

Auf die Frage von Gemeinderat Hardy Prothmann, warum der Gemeinderat nicht informiert worden war, antwortete Kessler, die Zeit sei zu knapp gewesen, außerdem fiele das in seinen GeschĂ€ftsbereich. Der Gemeinderat stimmte dem Antrag zu, Prothmann enthielt sich aus Protest ĂŒber das Vorgehen.

Zum Jahresende soll die Gemeinde Heddesheim einen neuen Internetauftritt erhalten. Der jetzige Auftritt sei in jeder Hinsicht veraltet. Die Verwaltung hat ein „Pflichtenheft“ erarbeitet, dass von der Firma hitcom New Media“ innerhalb der nĂ€chsten sechs Monate in Abstimmung mit der Verwaltung umgesetzt werden soll. Das Auftragsvolumen liegt bei knapp 12.000 Euro.

Es wird sich dabei um ein so genanntes „CMS“ handeln – ein Content Management System (Anm. d. Red.: Auch das heddesheimblog verwendet solch eine Software). Die Firma garantiert die Anbindung von „www.service-bw.de“, ein System, auf das die Verwaltungen zugreifen und das besonders geschĂŒtzt ist.
Der bisherige Dienstleister „ISI Software GmbH“ des frĂŒheren CDU-Gemeinderats Martin Winkler war auch unter den Bietern, aber teurer und außerdem unerfahren in der Anbindung von „service-bw“.

GrĂŒnen-Gemeinderat Andreas Schuster lobte das Pflichtenheft. SPD-Gemeinderat Michael Bowien wĂŒnschte sich einen Online-Zugriff auf Dokumente fĂŒr GemeinderĂ€te, beispielsweise die Sitzungsprotokolle. Dies sei zu unsicher, sagte BĂŒrgermeister Kessler und verwies auf die CDs, die die Verwaltung den GemeinderĂ€ten zur VerfĂŒgung stellt. Der partei- und fraktionsfreie Gemeinderat Hardy Prothmann wies die Gemeinde darauf hin, dass die möglicherweise geplante Einbindung von „Facebook“ datenschutzrechtliche Probleme ergeben könnte. Projektleiter Florian Schmid bestĂ€tigte, die Problematik zu kennen.

Auch Frank Hasselbring (FDP) wollte sich zum Thema Ă€ußern, wurde aber von Hardy Prothmann darauf hingewiesen, dass er gerade dabei sei, aus einer nicht-öffentlichen Sitzung zu plaudern: „Das wusste ich nicht. War das nicht öffentlich?“, sagte Hasselbring. BĂŒrgermeister Kessler lies den Vorgang unkommentiert. ÃƓblicherweise ermahnt er vor allem GemeinderĂ€te der GrĂŒnen und Hardy Prothmann, darauf zu achten, nicht aus nicht-öffentlichen Sitzungen zu zitieren, was diese allerdings beachten.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist partei- und fraktionsfreier Gemeinderat und fĂŒr das heddesheimblog verantwortlich.