Montag, 08. MĂ€rz 2021

Vier Entscheidungen zum neuen Kindergarten Werderstraße

Bauplanung des Kindergartens geht voran

Heddesheim, 24. September 2012. (red/la) Der Neubau des Evangelischen Kindergartens in der Werderstraße nahm von den grĂ¶ĂŸten Teil der Tagesordnung auf der vergangenen Gemeinderatssitzung ein. Vier Entscheidungen hatten die GemeinderĂ€te im Zusammenhang mit dem geplanten Kindergarten zu fĂ€llen.

Von Reinhard Lask

Architektin Jutta Benkesser vom Heidelberger ArchitektenbĂŒro Reichel und Benkesser stellte dem Gemeinderat auf der vergangenen Gemeinderatssitzung den aktuellen Stand der Planung zum Neubau des Kindergartens in der Werderstraße vor. Wenn die Baugenehmigung in den kommenden Tagen erteilt werde, wolle man Anfang Oktober 2012 mit der Planung loslegen. Die Bauzeit soll dann vom 25. Februar bis zum Dezember 2013 dauern.

Einstimmig und ohne große Diskussion ging die Vergabe Tragwerksplanung an das Mannheimer BĂŒro „Herzog und Partner“ fĂŒr 37.000 Euro ĂŒber die BĂŒhne. Den Zuschlag fĂŒr die technischen AusrĂŒstung – Kostenpunkt 47.000 Euro – erhielt ebenso einstimmig das BĂŒro Lummer und Biebl aus MĂŒhlhausen (Kraichbau).

Uneins war der Gemeinderat in Ă€sthetischen Dingen. Frank Hasselbring (FDP) kritisierte, dass der vorgestellte Entwurf im großen Ganzen gleich geblieben war.

Wir hatten beschlossen den Entwurf ĂŒberarbeiten zu wollen.

Nun sei aber kein Fortschritt erkennbar. Es sei die Aufgabe der Öffentlichen Hand sich mit der Entscheidung intensiv auseinanderzusetzen. Damit das Ortsbild schön bleibe, gĂ€be es bei diesem GebĂ€ude „Bedarf das architektonisch zu ĂŒberarbeiten“, sagte der FDP-Rat, der betont damit im Namen der Fraktion zu sprechen. Die war zu dem Zeitpunkt jedoch nicht anwesen, worauf BĂŒrgermeister Michael Kessler sĂŒffisant hinwies.

Es ist eine architektonische Sprache, die der Architekt vertreten muss.

Der BĂŒrgermeister könne die nachvollziehen. Das gelte auch fĂŒr die asymmetrische Darstellung. Er habe viele kindergĂ€rten gesehen, die einen Ă€hnlich modernen Charakter hĂ€tten. Das GebĂ€ude solle an erster Stelle funktional sein.

Kritik gab es auch von den GrĂŒnen. Kurt Klemm kritisierte, dass dem Neubau eine Hecke weichen wĂŒrde, die Feindstaub und LĂ€rm abhalten wĂŒrden. Benkesser versprach fĂŒr Ersatz zu sorgen.

Ulrich Kettner störte sich an der Gestaltung der Treppen, die um den Bau herum in den Garten laufen.

Das sieht aus wie der Zugang zu einem Bahnsteig.

Trotz allen Ă€sthetischen Vorbehalten waren aber am Ende auch die GrĂŒnen dafĂŒr. Josef Doll (CDU) hatte zu dem Zeitpunkt schon lĂ€ngst im Name der Fraktion sein Gefallen am Entwurf geĂ€ußert.

Am Ende stimmten 15 RĂ€te fĂŒr den Entwurf. CDU, GrĂŒne und die Mehrheit der SPD störte sich explizit nicht an dem modern aussehenden Passivhaus. Nur Hasselbring stimmte dagegen, Reiner Land (SPD) enthielt sich der Stimme.

Um weitere gestalterische Fragen in Zukunft schneller diskutieren zu können, regte BĂŒrgermeister Kesser an eine Baugremium zu bilden, dass aus sechs GemeinderĂ€ten (je 2 CDU und GrĂŒne, je einer von SPD und FDP) bestehen soll schnell Entscheidungen treffen kann. Die Fraktionen stimmten zu.

GrĂ¶ĂŸeren Diskussionsbedarf hatte der Rat dann beim neuen Vertrag ĂŒber den Betrieb und die Förderung der kirchlichen KindergĂ€rten. Den Neubau des Kindergarten Werderstraße hatte die Gemeinde zum Anlass genommen einen neuen Vertrag mit allen kirchlichen KindergĂ€rten auszuhandeln, der zum 01. Oktober in Kraft tritt.

Laut BĂŒrgermeister Kessler sei der Vertrag deckungsgleich mit dem des katholischen Kindergartens. Nun wolle die evangelische Kirche auch einen Kindergarten betreiben. Das sei notwenig gewesen, da man mit den bestehenden sieben Gruppen bereits an Grenze der Möglichkeiten gestoßen war.

Zudem sei es laut Kessler schwierig gewesen, die Kirchen an einer weiteren Beteiligung der Kosten zu bringen. Auch hier seien die Kassen leer. Das Ziel fĂŒr 2015 sei eine Kostenentlastung fĂŒr Kirchen zu erreichen und ab 2016 neue GesprĂ€che mit den Kirchen zu fĂŒhren,

SPD-Rat Michael Bowien war irritiert:

Wieso ist der Anteil der Kirchen so gering?

Kessler verteidigte das Angebot der Kirchen.

Die Kirchengemeinden in Heddesheim beteiligen sich im Vergleich zu Nachbargemeinden schon sehr stark an den Kosten.

Allein das die Kirchen sich im Vertrag verpflichten zusĂ€tzliche Gruppen einzurichten sei ein Erfolg. Schließlich sei es die Pflicht der Gemeinde bei Bedarf PlĂ€tze anzubieten.

Die einzige Alternative wÀre gewesen einen privaten Betreiber zu finden.

Nun habe die Kirche auch eine Mitverantwortung. Wenn Kirche draufstehe, mĂŒsse auch bei der Finanzierung Kirche drinstehen. Kessler verteidigte den Vertrag:

Damit einher geht auch ein deutlicher Verwaltungskostenaufwand, als wenn die Gemeinde der TrĂ€ger wĂ€re. Letztendlich stimmte der Rat geschlossen fĂŒr den TOP.

Kurt Klemm protestiert

Schlatterhaus wird abgerissen

Ist angeblich seit hundert Jahren nicht mehr zu retten und wird jetzt abgerissen: Das Schlatterhaus.

Heddesheim, 05. MĂ€rz 2012. Das alte Pfarrhaus, besser gekannt als Schlatterhaus, wird abgerissen. Nicht ohne deutliche Protestnote des Gemeinderats Kurt Klemm, der dem BĂŒrgermeister vorgeworfen hat, er habe das Haus verloddern lassen.

Von Hardy Prothmann

Es ist eines der Ă€ltesten GebĂ€ude Heddesheims und eines der geschichtstrĂ€chtigsten, das Schlatter-Haus in der Oberdorfstraße 3. Ab 1832 wirkte der gebĂŒrtige Weinheimer Georg Friedrich Schlatter in Heddesheim, wo er auch Schulvisitator und Verwalter des Dekanats war.

Er gilt als einer der Vorreiter der Badischen Revolution, beseelt durch Liberalismus und war ein bedeutender Kritiker der ZustĂ€nde in Staat und Kirche. Seine kritische Haltung brachte ihm als „LandesverrĂ€ter“ zehn Jahre Zuchthaus ein, außerdem wurde er aus dem Kirchendienst entlassen.

Zuchthaus fĂŒr den RevolutionĂ€r

Der Vater, seine Frau und seine 17 Kinder bĂŒĂŸten die kritische Haltung mit großer Not.

Schlatter setzte sich neben der Kritik an Staat und Kirche fĂŒr die Gleichberechtigung der Juden ein und war ein entschiedener Gegner der Todesstrafe. Außerdem kritisierte er aus eigener Erfahrung die Haftbedingungen in den damaligen GefĂ€ngnissen. Ein moderner, kritischer Geist, den man sich heute in der evangelischen Kirche in Heddesheim auch wĂŒnschen wĂŒrde.

Angeblich ist das GebĂ€ude nach Aussagen von BĂŒrgermeister Michael Kessler bereits seit einhundert Jahren nicht zu retten. Stellt sich die Frage, warum es dann nicht lĂ€ngst abgerissen worden ist. Seit 2003 gehört es der Gemeinde. Auf die Frage von Gemeinderat Kurt Klemm, was die Gemeinde zum Erhalt des GebĂ€udes getan habe, entgegnete Kessler nur, dass man nichts habe tun können.

Verloddern vs. verludern

Klemm unterstellte, dass es dazu auch keinen Willen gegeben habe, sondern bewusst keine fehlenden Ziegel ersetzt worden seien und offene Fenster dem GebÀude noch mehr zugesetzt hÀtten:

„Man hat das GebĂ€ude verloddern lassen.“

BM Kessler entgegnete, wie ĂŒblich sehr ungehalten:

„Das ist eine Unterstellung, wenn Sie sagen, wir hĂ€tten das GebĂ€ude verludern lassen.“

Verloddern oder verludern – fest steht, dass es keinerlei Ambitionen gegeben hat, das alte Haus, an dem eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Heddesheimer Geschichte gewirkt hat, doch erhalten zu können. Noch nicht einmal die Fassade als „gutem Anschein“.

Mit drei Enthaltungen und einer Gegenstimme der GrĂŒnen stimmte der Rest des Gemeinderats fĂŒr den Abriss.

Symbolischer Abriss?

Man kann das auch symbolisch sehen – das Kulturdenkmal eines kritischen Geistes wird durch die BefĂŒrworter des Abrisses fĂŒr immer getilgt. Das wird viele nicht verwundern.

Wird ebenfalls abgerissen - Weidigstraße 1.

Immerhin bleibt es als fotografische und zeichnische Dokumentation der Nachwelt erhalten – das erledigt allerdings das Denkmalamt.

Den Abriss erledigt das Heddesheimer Unternehmen Grimmig GmbH fĂŒr gut 21.000 Euro. Zum selben Tagesordnungspunkt wurde auch der Abriss des GebĂ€udes Weidigstraße 1 fĂŒr knapp 14.000 Euro beschlossen.

Die Gemeinde plant einen FlĂ€chentausch, danach geht das GrundstĂŒck des Schlatterhauses zurĂŒck an die Evangelische Kirchengemeinde, die dort ein neues Gemeindehaus errichten möchte. Man darf gespannt sein, welche Anstrengungen unternommen werden, fĂŒr das Andenken an den RevolutionĂ€r Schlatter unternommen werden. Denn RevolutionĂ€re und freie Geister haben es in Heddesheim bekanntlich nicht ganz einfach.

GlĂ€serner Gemeinderat: Über „Strategien“ und „Zufriedenheit“ – mit dem Haushalt 2011 gehen die „Spendierungen“ los

Guten Tag!

Heddesheim, 24. Februar 2011. Am vergangenen Samstag hat der Mannheimer Morgen ein „Exklusiv“-Interview mit dem BĂŒrgermeister Michael Kessler veröffentlicht. Der Tenor: Alles gut. „Wir können im Vergleich zu anderen Gemeinden sehr zufrieden sein.“ Die Frage ist, wie lange das so bleibt.

Von Hardy Prothmann

Heute entscheidet der Gemeinderat ĂŒber die Haushaltssatzung 2011.

Sie können mit Sicherheit davon ausgehen, dass das, was in öffentlicher Sitzung „beraten“ wird, eine Farce ist. Theater zur SelbstbestĂ€tigung der Mehrheit im Gemeinderat und des Volkes.

Der Tagesordnungspunkt (TOP) 4 heißt: „Beratung und Beschlussfassung ĂŒber die Haushaltssatzung mit Haushaltsplan fĂŒr das Haushaltsjahr 2011.“

Flankierende Berichterstattung

Im Vorfeld hat der Mannheimer Morgen mehrmals „flankierend“ die „gute“ Arbeit des BĂŒrgermeisters „gestĂŒtzt“ und am Samstag, den 19. Februar 2011, Herrn BĂŒrgermeister Kessler in einem Exklusiv-Interview befragt.

2014 ist der ganze Quatsch fĂŒr BM Kessler vermutlich vorbei.

Ob das nun „kritisch“ oder „hofberichterstatterisch“ geschehen ist, mag jeder selbst beurteilen.

Interessant ist, dass der BĂŒrgermeister sich jedem Interview mit dem heddesheimblog verweigert.

Hat er Angst davor? Respektiert er nicht die freie Presse? Kann er einzelne Mitarbeiter nicht „leiden“ und verweigert damit aus „persönlichen“ GrĂŒnden der Heddesheimer Öffentlichkeit, die sich ausschließlich ĂŒber das heddesheimblog informiert, seine Antworten zu wichtigen Fragen, die die Gemeinde betreffen? Viele Fragen – keine Anworten von Herrn Kessler.

Das „Interview“ im Mannheimer Morgen darf man getrost als „PR“-Nummer bezeichnen. Es gibt weitestgehend harmlose Fragen und jede Menge Raum fĂŒr den BĂŒrgermeister, seine zufriedene Sicht der Dinge darzustellen.

Unsinn – getarnt als Frage-Antwort-Spiel

Wie unsinnig der Text ist, verrĂ€t der Blick aufs Detail. Beispiel RĂŒcklage. Die betrĂ€gt 5,8 Millionen Euro, wird aber vom MM einfach auf „fast sechs Millionen Euro“ gerundet.

Eine einmalige Zahlung durch Pfenning und höhere Gewerbesteuereinnahmen sind im wesentlichen dafĂŒr verantwortlich – also der Erfolg der Heddesheimer Unternehmen und einem Projekt, dass immer noch keine Anstalten macht, realisiert zu werden.

Eine Frage dazu? Eine Antwort? Fehlanzeige.

„Fast“ ist „fast richtig“. Die Redakteurin Anja Görlitz steigt mit einer Hammerfrage ein: „Herr Kessler, die Gemeinde geht mit einer RĂŒcklage von fast sechs Millionen Euro ins Jahr. Waren die Ersparnisse jemals so hoch?“

Herr Kessler sagt, dass habe es seit 1980 nicht gegeben, dass sei schon „außergewöhnlich“ – vermutlich meint er damit auch sich selbst.

Auch die nĂ€chste Frage ist eine Steilvorlage: „Da muss es doch ein leichtes gewesen sein, den Etat aufzustellen?“

Was sagt Herr Kessler? Richtig, er gibt sich bescheiden: „Leicht ist das nie.“ Als Leser geht man in die Knie ob dieses investigativen Ansatzes, der harten Fragen und der ĂŒberraschenden Antworten. Herr Kessler erkĂ€rt dann, der öffentliche Personen-Nahverkehr und die Kinderbetreuung seien „neue Lasten“.

Kritisch nachfragend erfĂ€hrt der MM die knallharte Zahl: 200.000 Euro. Das ist „fast“ der Betrag, der die LĂŒcke zwischen 5,8 Millionen Euro und „fast sechs Millionen Euro“ schließt. Aber geschenkt. Der MM fragt, ob es „gelungen“ sei, diese Mehrbelastung wieder reinzuholen.

Was antwortet der BĂŒrgermeister? Richtig, er zeigt sich kompetent: „Ziemlich auf den Punkt“. Das ist schon ein Punkt-Kerl, der Herr Kessler. Und die Frau Görlitz fragt auch immer auf den Punkt. Deswegen ergibt dieses „Frage-Antwort-Spiel“ auch eine Punktlandung nach der anderen.

Eine Forderung der GrĂŒnen nach einer zusĂ€tzlichen Stelle im Bereich Jugendbetreuung ist anscheinend auf eine halbe Stelle gestrichen worden und wird als Erfolg verkauft – von wem? NatĂŒrlich von Herrn Kessler, der sagt: „Ganz unflexibel sind wir nicht.“

Von „stabil“ bis „nicht viel mehr ĂŒbrig“

Das geht so weiter. MerkwĂŒrdig ist: „Betrachtet man den Zeitraum von 2010-2014 können wir von einer stabilen Haushaltslage sprechen.“ Auf die letzte Frage, wie lange die RĂŒcklage reicht, antwortet Herr Kessler: „Nach dem derzeitigen Stand bis 2014. (…) Danach ist nicht mehr viel ĂŒbrig.“

Und spĂ€testens jetzt hĂ€tte man von der Zeitung Recherche und einen Kommentar erwarten dĂŒrfen.

Denn zwischen „stabile Haushaltslage“ und „nicht mehr viel ĂŒbrig“ liegen drei Jahre und in denen sollen einige Dinge passieren.

Förderung der Vereine oder des Vereins?

Beispielsweise soll die Fortuna einen Kunstrasenplatz fĂŒr sage und schreibe 480.000 Euro bekommen – eventuell gibt es 100.000 Euro Förderung vom Land. Bleiben 380.000 Euro Steuergelder der Gemeinde fĂŒr einen Fußballplatz.

Das ist „fast“ der doppelte Betrag an „Mehrbelastung“, die der BĂŒrgermeister aufgrund von „FlexibilitĂ€t“ mal gerade eben so hinbekommt. Im Interview ist kein Wort davon zu lesen, dass diese Ausgabe den Gemeindehaushalt „fast“ doppelt so hoch belastet wie Kinderbetreuung und ÖPNV.

Zur richtigen Einordnung: Der Wunsch der Fortuna ist nachvollziehbar – als Wunsch.

Aber es mĂŒssen Fragen gestellt werden – beispielsweise zur Nutzung des Platzes. Man muss fragen dĂŒrfen, ob die Fortuna in den kommenden Jahren bei einer solch enormen Ausgabe sicherstellen kann, eine umfangreiche und lĂŒckenlose Jugendförderung zu betreiben, damit sich diese Investition auch „lohnt“.

Man muss fragen, wie hoch die Investition „pro Kopf“ ist und wie sich das mit anderen Vereinen vergleichen lĂ€sst.

Und man muss fragen, wie andere Vereine, ob TG, Vogelverein, Gesangsvereine, Theater- und Kunstvereine, die SchĂŒtzen, die Landfrauen, die KleintierzĂŒchter, der Ski-Verein, die Fischer, die TĂ€nzer und die vielen anderen auch nur im Ansatz eine vergleichbare Förderung erhalten?

Steuergelder sind keine Spendiergelder

Denn Steuergelder sind keine Spendiergelder, sondern mĂŒssen sinnvoll, nachvollziehbar und in sorgfĂ€ltiger AbwĂ€gung des Nutzens fĂŒr das Gemeinwohl investiert werden. Dabei kann auch ein Kunstrasenplatz heraus kommen: Aber erst nach einer ordentlichen AbwĂ€gung. Mir ist als Gemeinderat davon nichts bekannt.

Und dann ist man schon bei der nĂ€chsten Frage zu „GrundstĂŒcksgeschĂ€ften“. DafĂŒr habe man 1,3 Millionen vorgesehen. Unter anderem sollen GelĂ€nde gekauft werden, die der evangelischen Kirche gehören. Die ist, was man so hört, in Heddesheim extrem klamm. Von bis zu 800.000 Euro Schulden der Kirchengemeinde ist die Rede. Nichts genaues weiß man nicht und ich als partei- und fraktionsfreier Gemeinderat „sowieso“ nicht.

Der Landwirt, CDU-Vorsitzende und Gemeinderat Rainer Hege war bis vor kurzem auch Vorsitzender des Kirchengemeinderats und ist dort Vorsitzender des „Finanzausschusses“. Den könnte ich ja fragen, weil der vielleicht besser Bescheid weiß. Aber der redet nicht mehr mit mir.

„Strategische“ GeschĂ€fte

Auf die Frage des MM: „Was hĂ€tte die Gemeinde vom Erwerb der KindergĂ€rten? Außer Kosten?“, antwortet der BĂŒrgermeister Kessler ausnahmsweise ehrlich: „Erst einmal gar nichts“ und dann: „Wenn wir uns fĂŒr den Kauf der Kirchen-Immobilien entscheiden, dann aus strategischen GrĂŒnden.“

Aus „strategischen GrĂŒnden“ also. Angeblich geht es um „stĂ€dtebauliche Strukturen“.

Mal ganz ehrlich? „StĂ€dtebau“? In Heddesheim? „Strategien“?

Ein Blick auf den Pfusch bei der Rathaussanierung, den leblosen Dorfplatz und immer mehr leerstehende GeschĂ€fte genĂŒgt, um die „strategischen FĂ€higkeiten“ zu wĂŒrdigen.

Man darf gespannt sein, welche weiteren „Strategien“ es noch in den kommenden Jahren geben wird.

Persönliche „Strategien“

Eine könnte eine ganz persönliche des BĂŒrgermeisters sein. Denn 2014, also dann, wenn „fast nichts mehr ĂŒbrig“ ist, wird nicht nur der Gemeinderat neu gewĂ€hlt, sondern auch der BĂŒrgermeister.

Der gibt sich bis dahin als WohltĂ€ter des (Fußball-)Sports, saniert mal eben die evangelische Kirche, feiert sich als „stĂ€dtebaulicher Strategie“ – und hat alle RĂŒcklagen verbraucht.

Außerdem hat er zwei Wahlperioden hinter sich gebracht und erhĂ€lt damit volle RentenbezĂŒge.

Rein „strategisch“ gesehen wĂ€re das der Zeitpunkt, nicht mehr anzutreten – denn man soll ja bekanntlich gehen, wenns am schönsten ist.

Herr Kessler wird dann „Mitte FĂŒnzig“ sein und sicher finden sich fĂŒr einen „Strategen“ wie ihn „neue Herausforderungen“.

Ob die dann „stĂ€dtebaulicher Natur“ oder eher „beratend“ sein werden, wird die Zukunft weisen.

Sollte Herr Kessler dann zu einem Interview bereit sein, wird er sicherlich sagen können: „Im Vergleich zu anderen kann ich sehr zufrieden sein.“

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist verantwortlich fĂŒr das
heddesheimblog und partei- sowie fraktionsfreier Gemeinderat.

Verkehrte Welt – oder wie sich Pfarrer die Öffentlichkeit schaffen, die sie sich wĂŒnschen

Guten Tag!

Heddesheim, 09. Januar 2010. Im Mannheimer Morgen ist heute ein Bericht ĂŒber „Großer Einsatz kleiner Könige“ zu lesen. Im heddesheimblog lesen Sie darĂŒber nichts. Warum? Wir haben darĂŒber keine Informationen. Warum? Diese Frage stellt der Kommentar.

Kommentar: Hardy Prothmann

Der Mannheimer Morgen berichtet heute ĂŒber „Großer Einsatz kleiner Könige„.

Ich berichte heute ĂŒber „keinen Einsatz“ anderer „Könige“.

Die anderen Könige heißen in Heddesheim Heiner Gladbach, Dr. Herbert Antzinger und Dierk Rafflewski.

Herr Gladbach ist katholischer Pfarrer, die beiden anderen sind evangelische Pfarrer.

Alle zusammen vereint der Glaube an Gott.

Alle drei sind dreifaltig im Glauben vereint, möglichst keine Transparenz bieten zu wollen.

Sie fragen sich, wieso ich das behaupten kann?

Die Fakten:

ZunÀchst habe ich den Pfarrer Dierk Rafflewski Mitte 2009 um ein Interview gebeten.

Ich wollte angesichts der kontroversen AtmosphĂ€re um die geplante „Pfenning“-Ansiedlung in Heddesheim ein Interview mit ihm fĂŒhren. „Herr Rafflewski. Im Dorf gibt es Streit um die Ansiedlung. Lassen Sie uns doch darĂŒber reden, wie man trotz Streits aufeinander zugehen kann“, war meine Frage an den Seelsorger.

Herr Rafflewski antwortete mir direkt: „Das ist ausserhalb meiner Kompetenzen.“

Im August habe ich den katholischen Pfarrer Gladbach wĂ€hrend des IFOK-Dialogs ebenfalls um ein Interview gebeten. „Mein Kollege Rafflewski hat mir von Ihrem Ansinnen erzĂ€hlt“, bekam ich zur Antwort. Ich sagte: „Das trifft sich gut. Ich fĂŒhre auch gerne ein GesprĂ€ch mit Ihnen beiden: „Pfarrer reden ĂŒber den Streit und wie man trotzdem versöhnlich miteinander umgehen kann.“ Bereden Sie das doch mit Ihrem Kollegen.“

„Das werde ich mit dem Kollegen besprechen“, sagte Heiner Gladbach.

Die Antwort stand ein paar Wochen spÀter im Mannheimer Morgen. Die beiden Kirchengemeinden appellierten an den mitmenschlichen Umgang miteinander.

Ich habe am Erscheinungstag sowohl Dierk Rafflewski als auch Heiner Gladbach angerufen und beide gefragt, wieso dieser Text im Mannheimer Morgen steht und warum das heddesheimblog davon keine Kenntnis hatte.

Herr Rafflewski entschuldigte sich und sagte, dass die Idee fĂŒr diesen Text auf der Frage durch mich nach einem gemeinsamen Weg beruhe, aber man gewohnt sei, Pressetexte an den MM oder das Wochenblatt zu schicken.

Herr Gladbach sagte, man sei ĂŒberein gekommen, einen solchen Text zu veröffentlichen und habe dabei nicht an das heddesheimblog gedacht.

„Geschmeidig aus der AffĂ€re gezogen“, dachte ich bei diesen Antworten.

Danach sicherte ich mir von beiden Pfarrern zu, den Text auch im heddesheimblog veröffentlichen zu dĂŒrfen.

Danach habe ich beide Pfarrer gebeten, das heddesheimblog ĂŒber AktivitĂ€ten der jeweiligen Kirchen zu informieren, damit wir darĂŒber berichten können.

Weder per Fax, noch per Brief noch per email, noch per Telefon oder persönlichem GesprÀch ist dies seitdem geschehen.

Eine Vermutung könnte sein, dass politische Verbindungen zwischen Kirchengemeinderat und dem Heddesheimer Gemeinderat ein Grund sein könnten. Aber das dĂŒrfte eigentlich nicht relevant sein.

Als verantwortlicher Redakteur des heddesheimblogs muss ich allerdings davon ausgehen, dass beide Pfarrer nicht an einer Berichterstattung in unserem Medium interessiert sind. Aus welchen GrĂŒnden auch immer.

Dabei hĂ€tten auch wir selbstverstĂ€ndlich ĂŒber die Spendensammlung der „Sternsinger“ berichtet.

Die Redaktion wird sich nun an die beiden KirchengemeinderĂ€te wenden, mit der Frage, ob es eine grundsĂ€tzliche Ablehnung gegenĂŒber einer Berichterstattung ĂŒber die AktivitĂ€ten der jeweiligen Kirchen im heddesheimblog gibt.

Die Pfarrer Gladbach und Rafflewski kommen bis zu einer positiven oder negativen Antwort als Ansprechpartner nicht mehr in Frage, weil beide offensichtlich nicht an einer möglichst breiten Öffentlichkeit ĂŒber Ereignisse, die ihre Mitglieder enorm bewegen, interessiert sind.

Das ist mehr als bedauerlich.

Denn beide Pfarrer versagen damit als Seelsorger als auch als verantwortliche Mitglieder unserer Gemeinde.

Warum ich das behaupte?

Ganz einfach: Beide Pfarrer haben an dem so genannten „Ifok“-Dialog teilgenommen.

Dierk Rafflewski hat dabei kein einziges Wort gesagt, noch eine Frage gestellt, sondern nur rumgesessen. Sein Kollege Gladbach erregte sich fĂŒr Sekunden ĂŒber angeblich schlechte Arbeitsbedingungen bei „Pfenning“ und wollte darĂŒber mehr wissen.

Nachgefragt hat er allerdings nicht.

Beide haben damit teilgenommen – aber ohne jede Verantwortung.

Schade fĂŒr beide. Denn so bleibt der Eindruck, dass die beiden nur da rumgesessen sind, um dem Ganzen ihren „Segen“ zu geben.

Vermutlich haben beide ihre scheinheiligen GrĂŒnde dafĂŒr.

Beispielsweise möchte die evangelische Kirche in naher Zukunft GeschÀfte mit der Gemeinde machen.

Sanierung: Aus „Ortskern II“ soll „Ortskern III“ werden


Guten Tag!

Heddesheim, 13. Oktober 2009. BĂŒrgermeister Michael Kessler und der Projektleiter Klaus-Peter Hildebrand (LBBW) informierten in der Gemeinderatssitzung vom 08. Oktober ĂŒber den „Sachstandsbericht“ in Sachen „Sanierungsgebiet Ortskern II“.

heddesheimblog

FĂŒr das Sanierungsgebiet „Ortskern II“ wurde im Rahmen des Bund-LĂ€nder-Sanierungs- und Entwicklungsprogramms (SEP) eine Zuwendung von 1,1 Millionen Euro bewilligt.

Die Schwerpunkte dieses Programms waren die Schaffung und Bebauung des Dorfplatzes, Gestaltungsarbeiten in der Gewerbestraße und die Errichtung einer Tiefgarage. Außerdem die Neuordnung der „rĂŒckwĂ€rtigen Scheuen und Gartenbereiche östlich der Schaafeckstraße“ fĂŒr die Neubebauung mit WohnhĂ€usern sowie die StĂ€rkung der Einzelhandelsversorgung „durch Abbruch und Neubau des Edeka-Marktes“.

Grundlage war die Realisierung eines stÀdtebaulichen Ideenwettbewerbs aus dem Jahr 2002.

Die Realisierung von Dorfplatz und Tiefgarage waren falsch kalkuliert und erbrachten einen Fehlbetrag von 840.000 Euro. Die Verwaltung der Gemeinde Heddesheim stellte deshalb einen Aufstockungsantrag, dem aber nur teilweise entsprochen wurde. Da das 3. Sanierungsziel nicht erreicht war und die Finanzierung immer noch zu niedrig angesetzt war, wurde abermals ein Aufstockungsantrag um gut eine Million Euro gestellt, dem fast vollstÀndig entsprochen wurde.

Von der bewilligten Zuwendung von zwei Millionen Euro ist die HĂ€lfte abgerufen.

Weil sich „neue Perspektiven durch die Möglichkeit des Erwerbs von GrundstĂŒcken der evangelischen Kirchengemeinde“ ergĂ€ben, plant die Gemeinde, die bislang nicht abgerufenen Fördermittel in Höhe von einer Million an das Land zurĂŒckfließen zu lassen.

Gleichzeitig soll ein neuer Förderantrag ĂŒber 2,28 Millionen Euro gestellt werden, mit einem Zuwendungsbetrag von 1,37 Millionen Euro. Damit soll die Edeka-Maßnahme und die Modernisierung der GebĂ€ude der evangelischen Kirchengemeinde bezahlt werden – die allerdings erst gekauft werden mĂŒssten.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Neuer Internetauftritt der evangelischen Kirchengemeinde

Guten Tag!

Die evangelische Kirchengemeinde hat einem „kleinen, aber interessierten Besucherkreis“ ihre neue Website vorgestellt, wie der Mannheimer Morgen berichtet. Leider hat der MM im Internet vergessen, die Adresse der website mitzuteilen.


Vermutlich wird der Besucherkreis der Website auch klein und interessiert bleiben, ist der Auftritt zwar schlicht, aber auch einfach nicht attraktiv.

Obwohl neu gestartet sind einige Seiten noch im Aufbau – auch das Leitbild der Gemeinde. Das ist bedauerlich.

evkirche

Das Leitbild der evangelischen Kirchengemeinde ist noch im Aufbau. Bild: hblog

FĂŒr viele Kirchengemeindemitglieder dĂŒrfte die Schrift viel zu klein sein. Es gibt zwar jede Menge Bilder, die meisten aber in schlechter QualitĂ€t. Bildunterschriften fehlen fast ĂŒberall.

Zudem fehlen Verlinkungen auf den Seiten, die fast nur ĂŒber die MenĂŒs zu steuern sind. Diese öffnen sich nur, wenn man mit der Maus darĂŒber fĂ€hrt und gezielt die Punkte ansteuern kann, die man ansteuern will. Ältere Kirchenmitglieder dĂŒrften hier schnell scheitern.

Und viele der MenĂŒpunkte sind noch nicht fertig. Das heddesheimblog hat sich naheliegend fĂŒr den „Reiter“ Pressearbeit“ interessiert. Dort steht, dass „Sie hier aktuelle Presseberichte finden können“ sowie ein „Pressearchiv“. Beides wird nicht angeboten. DafĂŒr aber eine „Bildergalerie“ mit sechs Fotos, die keine Zeitung freiwillig drucken wĂŒrden, weil die QualitĂ€t einfach miserabel ist.

Der Gemeindebrief „Das Scharnier“ wird zum Download angeboten. Aber nur der 1/2009, der 2/2009 nicht. Vielleicht, weil er noch nicht erschienen ist, muss man mutmaßen, eine Information dazu gibt es nicht.

So bleibt der Auftritt ohne Inspiration, ohne echten Nutzwert und will nur auf der Höhe der Zeit dabei sein. Motto: Uns gibt es auch im Netz.

Das stimmt, aber auch nicht. Die Besucherzahlen zu diesem Auftritt werden klĂ€glich sein. Gerade die ganz junge, junge und mittlere Generation erwartet etwas anderes, als diesen zwar neuen, aber mit Erscheinen schon veralteten „Internet-Auftritt“. Schade eigentlich.

Sie erreichen die Website unter: www.kircheinheddesheim.de

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