Mittwoch, 22. Mai 2019

Ab Januar 2013 zwei Euro pro Mahlzeit

Essenspauschale wird erhöht

Heddesheim, 01. Dezember 2012. (red/ms) Im kommunalen Kindergarten wird der Preis ab 2013 von 1,50 Euro pro Mahlzeit auf 2.00 Euro erhöht. Diesem Antrag hat der Gemeinderat am 12. November 2012  zugestimmt.

Seit 2007 zahlen Eltern mit Kindern im kommunalen Kindergarten einen Pauschalbeitrag von 1,50 Euro pro Mahlzeit. Der Betrag wird im kommenden Jahr um 50 Cent ansteigen. Damit liegt Heddesheim aber immer noch ein gutes St√ľck unter dem regionalen Durchschnitt: Denn dort wird √ľblicherweise ein Preis zwischen 2,50 Euro und 3,00 Euro gezahlt.

Die Erh√∂hung der Preise erscheint im Allgemeinen nachvollziehbar, denn die Kosten f√ľr ein Essen beliefen sich 2011 im Schnitt auf 2,62 Euro, 2012 waren es schon 2,79 – ¬†die Betriebs- und Ausstattungskosten noch au√üer Acht gelassen. Die Gr√ľnen kritisierten den Aufschlag.

 

Mariettas Kolumne: Der Stolz auf die Schlange ist die Verachtung des Kunden – Urlaub geht anders


Heute keine Schlange und keine 30 Minuten warten.

Von Marietta Herzberger

Wenn der Mensch viel arbeitet, braucht er ab und an ein wenig Urlaub. Die einen zieht es ins K√ľhle, die anderen an Palmenstr√§nde. Meine Freundin Susanne und ich geh√∂ren zu den anderen. Spontan entschlossen wir uns zu einem Pauschalurlaub in Zentraltunesien, in der N√§he von Monastir.

Von der Sahara…

Faszinierende W√ľste! Respekteinfl√∂√üend und fesselnd. Der n√∂tige Ausgleich f√ľr viele Monate harter Arbeit und Strapazen.
Das Hotel Karawansarei in Douz, am Rande der Sahara, war unser Quartier f√ľr eine Nacht innerhalb eines Touristen-Pauschal-Ausflugspaketes. Das Etablissement wirkte von Au√üen eher wie eine Festung und machte seinem Namen alle Ehre. Am n√§chsten Morgen wurden wir dann bereits kurz vor 5 Uhr geweckt, um rechtzeitig am Rande der Sahara einzutreffen, wo uns ein Kamelritt √ľber Sandd√ľnen in den Sonnenaufgang erwartete. Hierzu wurden wir mit unserem Bus direkt bis an die Beduinenzelte gefahren, um ja nicht zu viel Romantik aufkommen zu lassen.

Nun denn: Rauf auf die Kamele und ab in die W√ľste. Unbeschreiblich, welche Ruhe dieses weite Land fernab jeglicher Zivilisation ausstrahlt. Die beeindruckende Weite des Landes, der feine Sand, die Beduinen, die sich am Lagerfeuer vor ihren Zelten w√§rmten, dies alles √ľbte eine unglaubliche Faszination auf uns aus. Daran √§nderte auch die Tatsache nicht viel, dass wir diese Idylle mit ca. 80 weiteren Touristen teilen mussten.

Ein kurzweiliger, kaum vierst√ľndiger Ritt auf den gutm√ľtigen W√ľstenschiffen bei mittlerweise gef√ľhlten 40 Grad im Schatten brachte uns schlie√ülich an einen Kiosk.

Sieht so eine Oase aus?

Ein Kiosk? Mitten in der W√ľste? Ja, ein Kiosk mitten in der W√ľste! Egal! Wir alle d√ľrsteten nach Wasser und einem St√ľckchen Brot. Der Kamelf√ľhrer hob die Hand und rief etwas unverst√§ndliches, woraufhin alle Kamele pl√∂tzlich stehenblieben, sich erst nach vorne absenkten, um dann das Hinterteil ebenfalls zu Boden gleiten zu lassen. Susanne kippte fast vorn√ľber, blieb jedoch zum Gl√ľck mit ihrer G√ľrtelschnalle am Sattelknauf h√§ngen.

Kaum waren alle abgestiegen, gab uns der nette Beduine zu verstehen, dass wir uns hintereinander aufstellen sollten, um dem begehrten Nass inmitten der W√ľste baldig habhaft zu werden. Also standen wir in der Schlange. Wir f√ľhlten uns wie zu Hause. Es war noch keine halbe Stunde vergangen, da vernahmen wir von weit vorne einen Ruf.

„Seht!“, rief ein verdurstender Mitreisender begl√ľckt, „Seht nur!“ Mit ausgestrecktem Arm deutete er auf ein aufgestelltes Schild mit der Aufschrift:

…in die Dienstleistungsw√ľste

„TRINKEN!“, jubilierten wir und erhoben die H√§nde, „ESSEN!“, und etwas ungl√§ubig, „Badeartikel?“
In diesem Moment brach eine etwas f√ľlligere Frau vor uns in Tr√§nen aus. „Ein Pool! Ein POOL!“
Tats√§chlich! Kurz nach dem kleinen, wei√üen, in der Ferne kaum erkennbaren Geb√§ude, dem „Schwimmbad-Shop“, leuchtete etwas Blaues. Die Verlockung zeriss mich fast. Susanne heulte „Was sollen wir tun?“
„Warten!“, kr√§chzte ich selbstbeherrscht.

Die gesichtslose Masse am Anfang der Schlange konnte jedoch nicht an sich halten – zu nah war das erfrischende, k√ľhle Blau des Wassers. Kurzerhand √ľberw√§ltigten einige von ihnen den Kamelf√ľhrer, der erfolglos versuchte, den Mob in der Schlange zu halten.
„Wollen wir auch in den Pool?“, hauchte Susanne zwischen vertrockneten Lippen hervor.

„Nein“, st√∂hnte ich, w√§hrend ich mir die letzten Schwei√ütropfen von den Armen leckte. Eines stand f√ľr mich fest: Egal wie lang diese Schlange sein mochte, ich w√ľrde aushalten. TRINKEN! ESSEN! Das Kiosk – so weit es auch sein mochte – verk√∂rperte f√ľr mich die Oase schlechthin. Ich w√ľrde warten. Warten w√ľrde ich. Jawoll!

Nach zwei Stunden brach die dicke Frau vor mir zusammen. Ein mitleidiger Mitreisender trat k√ľhn aus seiner gesicherten Position und zog die Gl√ľckliche bis an den Pool. Dann st√ľrzte er wieder in die Schlange zur√ľck. Er musste sich hinten anstellen. Wir hatten eine undurchdringbare Kette gebildet. TRINKEN! ESSEN!

Langsam, sehr langsam ging es vorw√§rts. Die glei√üende Sonne lie√ü uns taumeln; an unseren F√ľ√üen rasselten die Ketten, die bei jedem Schritt den Sand der W√ľste aufwirbelten.

Da! Ein Aufschrei! Gequ√§lt blickten wir nach vorne. Von dort kam der Schrei. Vom Ort der Erl√∂sung. Dann noch ein Schrei. Und noch einer. Viele Schreie. Nein, eher Gebr√ľll. W√ľtendes, verzweifeltes Gebr√ľll einer w√ľtenden, verzweifelnden Herde. Nerv√∂s versuchten wir, einen Blick ins Get√ľmmel zu erhaschen. Mit einem Male st√ľrzten alle nach vorne. Aus dem Augenwinkel nahm ich wahr, dass manche versuchten, den Kamelf√ľhrer im Pool zu ers√§ufen. Schlie√ülich l√∂ste sich die Schlange g√§nzlich auf.

Willkommen beim Schwimmbad-Shop in Viernheim.

Eben noch das letzte Glied, standen wir nun direkt vor dem „Schwimmbad-Shop“. Der letzte Schwei√ütropfen verdampfte zischend in der Luft als wir das lieblos aufgestellte Informationsschild vor den heruntergelassenen Rollladen entzifferten:

„Nur bei sch√∂nem Wetter ge√∂ffnet. Sch√∂nes Wetter ab 60 Grad.“

Entgeistert starrten wir uns an. Dann st√ľrzten wir in den Pool und halfen, den Kamelf√ľhrer zu ertr√§nken!

„MAMAA!“
Verbl√ľfft l√∂ste ich meine verkrampften Finger aus dem schwarzen Schopf des Beduinen.
„Maaaamaaa! Aufwachen!“

Etwas K√ľhles tropfte zwischen meine Schulterbl√§tter. Langsam √∂ffnete ich die Augen. Es dauerte nur Bruchteile einer Sekunde, bis ich erkannte, wo ich mich befand. Der vertraute Wildwuchs rund um das ehemalige Kinderbecken des Viernheimer Waldschwimmbades ist nicht gerade eine Augenweide, √ľberzeugte mich jedoch glaubhaft, nicht in der W√ľste verdurstet zu sein.

„Ich hab Hunger“, maulte Ella, meine Tochter, „Darf ich mir ein Fleischk√§sebr√∂tchen holen?“

„TRINKEN! ESSEN!“, fl√ľsterte ich.
„H√§?“
„Hat das Kiosk denn auf?“, fragte ich nicht grundlos. Gerade eben entdeckte ich eine Wolke am Himmel.

Shopping-Erlebnis.

Denn man muss wissen:
Der „Schwimmbad-Shop“ im Viernheimer Waldschwimmbad hat nur bei sch√∂nem Wetter in Verbindung mit einer gewissen Anzahl an Schwimmbadbesuchern – welche Anzahl das ist, mag nur dem Kiosk-P√§chter bekannt sein – ge√∂ffnet. Ist es ge√∂ffnet, dann ist es in der Regel br√ľllend hei√ü und das Schwimmbad brechend voll. Was den P√§chter aber noch lange nicht dazu veranlasst, das zweite Fenster des Kiosk√ā¬ī zu √∂ffnen um dort dann evtl. Getr√§nke zu verkaufen. Nein, ein Fenster muss reichen f√ľr Essen und Getr√§nke mit einer Ein-Frau-Besetzung und einigen „Zubereitern“ im Hintergrund.

Stolz auf die Schlange?

Trotz allem scheint der P√§chter sehr gewissenhaft zu sein. An schlechten Tagen, so erz√§hlt man sich – wobei „schlecht“ durchaus individuell und gef√ľhlt sein kann – sucht er mehrmals die unmittelbare N√§he seines Kiosk auf, schaut gen Himmel, entdeckt eine Wolke, z√§hlt die Badeg√§ste ab und geht wieder.

Sollte der Himmel aufreißen und Scharen Einlass begehren, so öffnet er seine kulinarischen Pforten und bietet Fleischkäsebrötchen, Pommes und Currywurst gegen wenig Geld. Soweit, so löblich. Die Schlange nimmt er offenbar stolz zur Kenntnis, zeigt sie doch auf, wie begehrt sein Angebot ist.

Hastig wirft er Stuhl und Tisch vor die gitternen Tore des Bades, so dass jeder hungrige Platz nehmen kann. Diese herzlich lieblos gestaltete Umgebung verleitet so manch hungriges Geschöpf, die ergatterte Mahlzeit direkt auf der Liegewiese zu sich zu nehmen. Verständlich.

Wer sitzt schon gerne an hei√üen Tagen auf hei√üem Plastik direkt vor Gitterst√§ben in unmittelbarer N√§he zur Stra√üe, zu Toiletten – auch wenn es praktisch erscheinen mag, so harmonieren die gelegentlich her√ľberwehenden D√ľfte nicht wirklich mit dem Aroma von Pommes – und mit Blick auf eingez√§unten Wildwuchs?

Gem√ľtlich geht anders.

Nun, es ist vielleicht nicht nur mir ein seit Jahren existierendes Rätsel, welches wohl nie gelöst werden wird, warum die Pächter des Viernheimer Schwimmbad-Shops offenbar selbst kein Interesse an einem florienden Kiosk aufbringen wollen oder können. Verzeihen Sie mir meine offenen Worte. Niemand kann hinter die Kulissen schauen und ehrlich gesagt, möchte und muss ich das auch nicht.

Dass es auch anders geht, beweisen das Kiosk des Weinheimer Sees oder insbesondere die Gastronomie im Heddesheimer Schwimmbad. Wie sagte ein Freund neulich? „Horche mol. Kummt mol mit ins Heddesheimer Freibad. Do hoggscht wie in die Karibik uff Longschmebel mit de Fie√ü im Sond.“ Ja, denke ich mir, leider gibt es dort aber kein F√ľnzig-Meter-Becken wie im Viernheimer Waldschwimmbad.

Potential ist da – auch um die Ecke.

Potential w√§re da. Totes Kapital liegt gen√ľgend herum, √§hnlich wie die heruntergefallenen Pommes vor dem Ausgabestand, die man sich umst√§ndlich aus den Zehen pulen muss, wenn man auch nur am Kiosk vorbeil√§uft – bei sch√∂nem Wetter wohlgemerkt.

Vor kurzem war sch√∂nes Wetter. Es war warm. Nicht hei√ü, aber warm. Ein paar Wolken zogen √ľber den Himmel. Zusammen mit ein paar M√§dchen im Alter meiner Tochter schwammen wir ein paar Runden. Dann hatten die M√§dchen Hunger. Der Kiosk war geschlossen, wie so oft. Wenn Sie jetzt sagen, dann soll sich die Frau doch etwas mitnehmen, haben Sie recht.

Aber ist das im Sinne des P√§chters? K√∂nnte nicht wenigstens die Grundversorgung – eventuell in Form von Brezeln – gesichert sein? Das w√§re doch mal ein Anfang. Wir meinen es nicht b√∂se. Wir wollen doch nur ein bisschen Verl√§sslichkeit, gesicherte √Ėffnungszeiten, nett sitzen und die leckeren Fleischk√§sebr√∂tchen.

Nun, das „Maximum“ direkt neben dem Schwimmbad ist fu√ül√§ufig in 35 Sekunden zu erreichen. Dort warte ich ca. f√ľnf Minuten in angenehmer Atmosph√§re auf eine Pizza- bekomme noch einen Espresso umsonst, weil ich mich jedes Mal √ľber die „Servicew√ľste Viernheimer Waldschwimmbad-Kiosk“ √§rgere – und bin nach ungef√§hr 8 Minuten – die Zeit der Bestellaufnahme und Bezahlung mit eingerechnet – wieder auf dem Handtuch bei meinen M√§dels.

Da habe ich obendrein auch noch ca. 20 Minuten gespart. Warum? So muss niemand von uns 30 Minuten in der Schlange stehen und im g√ľnstigsten Fall f√ľr vier M√§dchen je ein Fleischk√§sebr√∂tchen erstehen. F√ľr Kaffee oder eine „T√ľte S√ľ√ües“ steht man genauso lange. Vorausgesetzt, es ist ge√∂ffnet.

Marietta Herzberger.

Anmerkung der Redaktion: Marietta Herzberger lebt in Weinheim und schreibt in ihren Kolumnen √ľber den ganz normalen Wahnsinn des Alltags. Erfundene Geschichten, in denen doch das eine oder andere wahr ist. Die Personen gibt es meistens, manchmal nicht. Mal ist es, wie beschrieben, mal gnadenlos √ľberzogen. Es sind keine „journalistischen“ Texte mit dem Anspruch auf Faktentreue, sondern Lesetext mit dem Ziel, Lesefreude zu verbreiten. Sie hat jede Menge Weisheiten gerne, zwei sind: „Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernst genommen“ – Konrad Adenauer. Und: „Wer k√§mpft, kann verlieren. Wer nicht k√§mpft, hat schon verloren“ – Bertolt Brecht. Wir w√ľnschen unseren Lesern viel Lesespa√ü mit ihren Texten!

Gabis Kolumne

Wie Wohlf√ľhlen und Lust zusammenpassen

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Guten Tag

Heddesheim, 20. September 2010. Unsere Kolumnistin Gabi ist aus dem Urlaub zur√ľck und schreibt √ľber die zweitsch√∂nste Sache der Welt: Essen. Und dar√ľber, wie Lust und Wohlf√ľhlen zusammen.

Wo haben Sie Ihren Urlaub verbracht? In Italien, Spanien oder in der T√ľrkei? Haben Sie Ihre Pasta und Pizza, ihre Tapas und Mezze genossen? Oder haben Sie dabei Kalorien gez√§hlt und sich √ľber die mehrfach unges√§ttigten Fetts√§uren des Oliven√∂ls den Kopf zerbrochen?

Ich kann nur sagen, ich habe jede Nudel geliebt, die Pizza mit Leidenschaft verspeist und die in √Ėl gebratenen Zucchinis und Auberginen haben mich zutiefst begl√ľckt.

Was angeblich alles ungesund ist.

Wer kennt sie nicht die Schlagzeilen, die uns immer wieder erschrecken und uns das Vergn√ľgen am Essen so richtig verderben: Essen nach 18 Uhr ist ungesund und macht dick, Eier sind eine Cholesterinfalle, H√ľhnerbr√ľste sind mit Hormonen angereichert, Schweinefleisch ist sowieso ungesund, im Rindfleisch lauert BSE, in Fisch Schwermetalle und in Nudeln die dick machenden Kohlenhydrate..

Was bleibt ist Rohkost, die wiederum ihre Vitamine nur mit Fett entfaltet. Dann w√§ren wir wieder bei dem leidigen Thema Fette. Die gute Butter ist schon lange auf der Abschussliste, also nahmen wir Oliven√∂l, aber auch das ist in Verruf gekommen und jetzt hei√üt es. Raps√∂l sei das ges√ľndeste.

Vor nicht allzu langer Zeit waren f√ľnf kleinere Mahlzeiten am Tag angesagt, doch die neueste Erkenntnis lautet, h√∂chstens alle vier Stunden soll man eine Mahlzeit zu sich nehmen, damit sich der Blutzuckerspiegel wieder abbauen kann.

Eigentlich esse ich richtig gerne, ich liebe Pasta, Fleisch und Saucen Рalles ein No-Go, wenn man gesund und kalorienbewusst leben möchte.

Was f√ľr‚Äôs Essen gilt, gilt nat√ľrlich auch f√ľr alles Fl√ľssige. Nicht mehr als zwei bis drei Tassen Kaffee t√§glich, am besten nicht nach 15 Uhr und dazu reichlich viel Mineralwasser, denn der deutschen liebster Muntermacher entziehe dem K√∂rper Fl√ľssigkeit.

Studien √ľber Studien.

„Gott sei dank gibt es neue Erkenntnisse“, erz√§hlte mir eine Freundin ganz erleichtert. Denn Kaffee ist viel besser als sein Ruf, auch 5 bis 7 Tassen t√§glich seien nicht sch√§dlich, ganz im Gegenteil, so meine Freundin, habe man festgestellt, dass Kaffeetrinker seltener an Krebs erkranken. Ob das wirklich so ist, kann ich Ihnen nicht sagen, aber so schmeckt auch die 8. Tasse gleich noch mal besser.

Ein weiteres Streitthema ist seit Jahren der t√§gliche Genuss von Alkohol. So las ich k√ľrzlich: „Im Rotwein enthaltene Polyphenole wirken entz√ľndungshemmend und beugen Krebs und Herzerkrankungen vor.“ Na, prima, dann kann das t√§gliche Viertele ja kaum schaden. Suchtexperten dagegen warnen davor, denn das regelm√§√üiges Trinken und sei‚Äôs auch nur ein Glas, f√ľhre zur Abh√§ngigkeit.

Aber auch unter den Teetrinkern gibt es die unterschiedlichsten Erkenntnisse, denn schlie√ülich ist Tee nicht gleich Tee. So hat vor allem der Gr√ľne Tee in den letzten Jahren einen Siegeszug angetreten und alle, die ihrem K√∂rper etwas Gutes tun wollten, haben ihn konsumiert und den Schwarzen Tee verp√∂nt.

Schokolade macht dick und verursacht Pickel, aber sie ist nun mal auch verdammt lecker, beruhigt die Nerven und von der gl√ľcklich machenden Wirkung der Kakao-Bohnen haben schon die Azteken gewusst.

Von Negativ-Schlagzeilen lange unbehelligt waren die Gummib√§rchen. Ganz im Gegenteil, die Gelatine sch√ľtzt sogar vor Gelenkrheuma und Osteoporose und das alles fettfrei. In Verruf kamen die bunten Fruchtgummis in Zeiten des Rinderwahns, denn pl√∂tzlich war man sich nicht sicher, ob in der Gelatine auch tierische Abfallprodukte und damit BSE lauert.

Essen, worauf man Lust hat.

Und dann endlich: Vor Kurzem habe ich einen Artikel in einer Frauenzeitschrift gelesen, der das thematisiert hat, was ich so lange schon gehofft habe zu h√∂ren: Man soll das essen, worauf man Lust hat, so oft und so viel. Wichtig sei es dabei nur auf den K√∂rper zu h√∂ren und nicht auf die neuesten Ern√§hrungsratgeber. Alles sei erlaubt, so lange sich unser K√∂rper dabei wohl f√ľhle.

Ich war am vergangenen Wochenende auf zwei Geburtstagen eingeladen und habe mit Genuss und Freude meinen Nachtisch und Kuchen verspeist – und vor allem ohne schlechtes Gewissen und das kann nur gut tun.

gabi

Gabis Kolumne

Das Kreuz mit der (gesunden) Ernährung

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Guten Tag!

Heddesheim, 29. M√§rz 2010. Mit dem Essen ist das so eine Sache – was schmeckt, ist meistens nicht gesund. Und obwohl es Di√§ten an jeder Ecke gibt, gab es noch nie so viele Essgest√∂rte, √ÉŇďbergewichtige und Falschern√§hrte, meint Gabi.

Dieser Tage hat im Radio ein Komedian √ľber die guten alten Zeiten berichtet, als es bei der Oma noch den fetten Schweinebraten gab, die Torte mit guter Butter gebacken wurde und die Sahne im Kaffee alles andere als „light“ war.

Können Sie sich auch noch dran erinnern?

Gesundes Essen vs. leckeres Essen.

Heute haben wir die Ern√§hrungsberatung. Die f√§ngt im Kindergarten, nein, eigentlich schon fr√ľher, in der Schwangerschaft an. Unsere Kinder und nat√ľrlich auch wir Eltern lernen von Ern√§hrungswissenschaftlern, wie ein gesundes Fr√ľhst√ľck auszusehen hat: K√∂rnerbrot, Salatblatt, eventuell Gurke und dann gesunde Wurst oder K√§se.

Ein No-Go, und da werden Sie mir sicher Recht geben, ist ein Toastbrot mit Nutella oder eine Dampfnudel.

Dummerweise, essen das die meisten Kinder aber richtig gerne. Zusätzlich wurde uns im Fernsehen von Boris Becker erklärt, und der war immerhin jahrelang die Nummer Eins auf der Tennisweltrangliste, dass der Schoko-Nuss-Brotaufstrich gesund ist und man bei regelmäßigem Verzehr damit ganz nach oben kommt.

Nat√ľrlich wissen wir alle, dass man nicht alles glauben darf, was im Fernsehen kommt. Denn es steckt weder in der Milchschnitte die Extraportion Milch, noch in den Fruchtgummis die wichtigen Vitamine – bl√∂d nur, dass diese Dinge unseren Kindern schmecken.

Freude am Essen ist toll – viele haben keine.

Kommen wir jetzt noch mal zur√ľck zur Ern√§hrungsberatung. Nach dieser jahrelangen Beschulung m√ľsste sich doch der Erfolg zeigen. Doch das Gegenteil ist der Fall, noch nie gab es so viele √ľbergewichtige Kinder, noch nie gab es so viele junge Menschen mit Essst√∂rungen.

Meine Kinder bringen regelmäßig Freunde mit zum Essen. Und das finde ich auch ganz toll.

Dummerweise haben die meisten so ihre Essmacken. Der eine Freund meines Sohnes ist nichts aus Hackfleisch. Der andere ist spezieller, vom H√ľhnchen ist er nur die Br√ľste, im Salat mag er keine Zwiebeln, er ist Hackfleisch, aber nicht in der So√üe, er ist keinen Fisch, kein Lamm und nur bestimmtes Gem√ľse.

Eine Freundin meines Sohnes ist Vegetarierin. Eine Freundin meiner Tochter isst nur getrennt Gerichte. Also niemals einen Auflauf, kein Fleisch mit So√üe, kein gemischtes Gem√ľse. Eine andere isst nichts √ÉŇďberbackenes.

Diese Liste ist noch beliebig erweiterbar.

F√ľr viele Kinder zu Kochen ist fast nicht mehr m√∂glich.

Kommen gleichzeitig mehrere Freunde, ist das Unternehmen „Kochen“ fast ein Ding des Unm√∂glichen. Und in solchen Momenten bedauere ich aufrichtig, dass der Spruch „gegessen wird, was auf den Tisch kommt“, in heutiger Zeit keine Bedeutung mehr hat.

M√∂chte ich es mir einfach machen, gibt es Pizza – die isst komischerweise auch das M√§dchen, das Lebensmittel ansonsten nur getrennt zu sich nimmt, ebenso wie die, die nichts √ÉŇďberbackenes mag – oder Fischst√§bchen – die von dem nicht Fisch essenden Freund meines Sohnes immer begeistert begr√ľ√üt werden – oder Chicken Nuggets.

Als aufgeklärte Mutter weiß ich, dass die Gemeinsamkeit dieser Gerichte ist: Sie sind NICHT gesund!

In der Schule meiner Kinder sorgt ein Caterer f√ľr ausgewogene Ern√§hrung. Doch kaum d√ľrfen die Kinder das Schulgel√§nde verlassen, rennen sie zu McDonald, zur D√∂nerbude oder zu Subway.

Ist das nun der Erfolg der Ernährungsberatung?

Jetzt mal einen Blick weg von unseren Kindern, betrachten wir uns.

S√ľndige Gedanken vs. Vernunft.

Ich esse gerne ein gesundes K√∂rnerbr√∂tchen zum Fr√ľhst√ľck, aber ich liebe es, ein duftendes, warmes Croissant mit „guter“ Butter und Marmelade zu bestreichen.

Obstsalat zum Nachtisch ist echt lecker, aber f√ľr Pannacotta oder Cr√ɬ®me Brul√©e k√∂nnte ich sterben.

Kartoffelkn√∂del mit geschmolzener Butter zu einem Sauerbraten mit cremiger So√üe, Spaghetti mit K√§se-Sahne-So√üe, Sp√§tzle mit Apfelmus, panierte Wiener Schnitzel mit Pommes, Bratkartoffeln mit gebackenem Fisch, Spargel mit Sauce Bernaise, W√ľrstchen mit Kartoffelsalat – vielleicht ist ja auch ein Gericht dabei, wo Ihnen das Wasser im Munde zusammenl√§uft.

Und das passiert sicher nicht bei dem Gedanken an Gr√ľnkernbratling, ged√ľnstetem Fisch oder Gem√ľse.

Ich wei√ü, was gesund ist und ich wei√ü, was mir schmeckt und viele gesunde Gerichte esse ich richtig gerne. Aber bei den ungesunden, habe ich s√ľndige Gedanken. Wie das ja so immer ist, mit dem Unvern√ľnftigen und Verbotenen. Es tut meistens nicht gut, aber man kann nicht widerstehen.

Probieren statt diskutieren.

Und damit sind wir beim Ma√ü angelangt. Ich versuche mich und meine Lieben gesund und vern√ľnftig zu ern√§hren. Aber so, wie ich mir ab und an ein zweites Glas Wein erlaube und zeitweise auch beim Essen √ľber die Str√§nge schlage, gestehe ich das auch meinen Kindern zu.

Ich gebe schon mal das Nutellatoast oder den Schokoriegel mit in die Schule oder gehe mit ihnen Junk Food essen, daf√ľr m√ľssen sie aber im Gegenzug auch Gem√ľse, K√∂rnerbrot und Co. akzeptieren.

Nach dem Motto: „PROBIERT wird alles, was auf den Tisch kommt“.

gabi

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