Freitag, 22. September 2017

Schüler der Karl-Drais-Schule beteiligen sich an Tierschutzaktion

Licht im dunklen Käfig

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Hirschberg/Heddesheim, 10. Dezember. 2013. (red/ld) Schüler/innen der Karl-Drais-Schule nahmen gestern Abend an der Aktion „Light the Sky“ der Vereine „Schüler für Tiere“ und „Animals‘ Angels“ teil. Sie entzündeten 333 Teelichter, um auf die Situation von Tieren aufmerksam zu machen. Die Aktion fand im Rahmen der Tierschutz-AG der Schule statt. [Weiterlesen…]

„Pommes satt“ und was der Kinderarzt Dr. Ulrich Schaefer davon hält

Guten Tag!

Heddesheim, 22. Juni 2010. „Pommes satt“ entwickelt sich zum Diskussionsstoff im Ort. Beim Public Viewing hatten die Veranstalter mit einer Aktion „Pommes satt“ für einen Euro für Kinder geworben. Wir hatten das kritisiert und wurden selbst dafür kritisiert, denn die „Kinder“ trainierten sich die Kalorien beim Fußball ja wieder ab… Jetzt hat der Kinderarzt Dr. Ulrich Schaefer das Thema aufgenommen. Sein Urteil ist eindeutig.

Leserbrief: Dr. Ulrich Schaefer, Kinder- und Jugendarz

„In einer Satire hat der römische Dichter Juvenal kritisiert, dass durch „Brot und Spiele“ das Volk von den politischen Alltagsschwierigkeiten abgelenkt werden sollte – und sich vielleicht auch gerne ablenken ließ.

In Heddesheim bieten die Gemeindeverwaltung und die Sportvereine „Pommes und Public Viewing“ . „Pommes satt“ für die Kinder! Während 15 Prozent der Schulkinder in Deutschland übergewichtig sind, gibt es in Heddesheim „Pommes satt“. Da versuchen Kindergärten und Schulen den Kindern und Jugendlichen eine gesunde Ernährung zu vermitteln. In der Freizeithalle: „Pommes satt“ und die entsprechenden kalorienreichen Getränke.

Im alten Rom konnten die Kaiser und Senatoren durch ihre „Politik“ mit „Brot und Spielen“ ihre Machtinteressen leicht durchsetzen und verwirklichen. Man könnte spekulieren, ob die Gemeindeverwaltung in Heddesheim auch von den Schwierigkeiten bei der Ansiedlung einer Großspedition ablenken will oder ob es einfach an Ideen gefehlt hat, um Kindern ein gesundes Essen anzubieten. Beides ist schlecht!“

Anmerkung der Redaktion:

Wir hatten bereits am 16. Juni 2010 die Aktion „Pommes satt“ kritisch hinterfragt: „Die Gemeinde Heddesheim setzt erwartungsgemäß auf eine Fortführung der sehr gut besuchten Auftaktveranstaltung. Ob „Pommes satt“ im Sinne von Fitness, Sport und Spiel ein geeignetes Lockmittel für Kinder sind, darf hinterfragt werden, angesichts zunehmender Fettleibigkeit und Essstörungen bei Kindern. Immerhin zeigt die E-Jugend der Fortuna ein „Show“-Training und damit Spaß an der Bewegung und dem sportlichen Einsatz.“

Der Kinderarzt Dr. Ulrich Schaefer bietet als einer von wenigen Ärzten eine Adipositas-Schulung an. Mehr Informationen auf seiner Website.

Gabis Kolumne

Das Kreuz mit der (gesunden) Ernährung

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Guten Tag!

Heddesheim, 29. März 2010. Mit dem Essen ist das so eine Sache – was schmeckt, ist meistens nicht gesund. Und obwohl es Diäten an jeder Ecke gibt, gab es noch nie so viele Essgestörte, Ãœbergewichtige und Falschernährte, meint Gabi.

Dieser Tage hat im Radio ein Komedian über die guten alten Zeiten berichtet, als es bei der Oma noch den fetten Schweinebraten gab, die Torte mit guter Butter gebacken wurde und die Sahne im Kaffee alles andere als „light“ war.

Können Sie sich auch noch dran erinnern?

Gesundes Essen vs. leckeres Essen.

Heute haben wir die Ernährungsberatung. Die fängt im Kindergarten, nein, eigentlich schon früher, in der Schwangerschaft an. Unsere Kinder und natürlich auch wir Eltern lernen von Ernährungswissenschaftlern, wie ein gesundes Frühstück auszusehen hat: Körnerbrot, Salatblatt, eventuell Gurke und dann gesunde Wurst oder Käse.

Ein No-Go, und da werden Sie mir sicher Recht geben, ist ein Toastbrot mit Nutella oder eine Dampfnudel.

Dummerweise, essen das die meisten Kinder aber richtig gerne. Zusätzlich wurde uns im Fernsehen von Boris Becker erklärt, und der war immerhin jahrelang die Nummer Eins auf der Tennisweltrangliste, dass der Schoko-Nuss-Brotaufstrich gesund ist und man bei regelmäßigem Verzehr damit ganz nach oben kommt.

Natürlich wissen wir alle, dass man nicht alles glauben darf, was im Fernsehen kommt. Denn es steckt weder in der Milchschnitte die Extraportion Milch, noch in den Fruchtgummis die wichtigen Vitamine – blöd nur, dass diese Dinge unseren Kindern schmecken.

Freude am Essen ist toll – viele haben keine.

Kommen wir jetzt noch mal zurück zur Ernährungsberatung. Nach dieser jahrelangen Beschulung müsste sich doch der Erfolg zeigen. Doch das Gegenteil ist der Fall, noch nie gab es so viele übergewichtige Kinder, noch nie gab es so viele junge Menschen mit Essstörungen.

Meine Kinder bringen regelmäßig Freunde mit zum Essen. Und das finde ich auch ganz toll.

Dummerweise haben die meisten so ihre Essmacken. Der eine Freund meines Sohnes ist nichts aus Hackfleisch. Der andere ist spezieller, vom Hühnchen ist er nur die Brüste, im Salat mag er keine Zwiebeln, er ist Hackfleisch, aber nicht in der Soße, er ist keinen Fisch, kein Lamm und nur bestimmtes Gemüse.

Eine Freundin meines Sohnes ist Vegetarierin. Eine Freundin meiner Tochter isst nur getrennt Gerichte. Also niemals einen Auflauf, kein Fleisch mit Soße, kein gemischtes Gemüse. Eine andere isst nichts Ãœberbackenes.

Diese Liste ist noch beliebig erweiterbar.

Für viele Kinder zu Kochen ist fast nicht mehr möglich.

Kommen gleichzeitig mehrere Freunde, ist das Unternehmen „Kochen“ fast ein Ding des Unmöglichen. Und in solchen Momenten bedauere ich aufrichtig, dass der Spruch „gegessen wird, was auf den Tisch kommt“, in heutiger Zeit keine Bedeutung mehr hat.

Möchte ich es mir einfach machen, gibt es Pizza – die isst komischerweise auch das Mädchen, das Lebensmittel ansonsten nur getrennt zu sich nimmt, ebenso wie die, die nichts Ãœberbackenes mag – oder Fischstäbchen – die von dem nicht Fisch essenden Freund meines Sohnes immer begeistert begrüßt werden – oder Chicken Nuggets.

Als aufgeklärte Mutter weiß ich, dass die Gemeinsamkeit dieser Gerichte ist: Sie sind NICHT gesund!

In der Schule meiner Kinder sorgt ein Caterer für ausgewogene Ernährung. Doch kaum dürfen die Kinder das Schulgelände verlassen, rennen sie zu McDonald, zur Dönerbude oder zu Subway.

Ist das nun der Erfolg der Ernährungsberatung?

Jetzt mal einen Blick weg von unseren Kindern, betrachten wir uns.

Sündige Gedanken vs. Vernunft.

Ich esse gerne ein gesundes Körnerbrötchen zum Frühstück, aber ich liebe es, ein duftendes, warmes Croissant mit „guter“ Butter und Marmelade zu bestreichen.

Obstsalat zum Nachtisch ist echt lecker, aber für Pannacotta oder Crème Brulée könnte ich sterben.

Kartoffelknödel mit geschmolzener Butter zu einem Sauerbraten mit cremiger Soße, Spaghetti mit Käse-Sahne-Soße, Spätzle mit Apfelmus, panierte Wiener Schnitzel mit Pommes, Bratkartoffeln mit gebackenem Fisch, Spargel mit Sauce Bernaise, Würstchen mit Kartoffelsalat – vielleicht ist ja auch ein Gericht dabei, wo Ihnen das Wasser im Munde zusammenläuft.

Und das passiert sicher nicht bei dem Gedanken an Grünkernbratling, gedünstetem Fisch oder Gemüse.

Ich weiß, was gesund ist und ich weiß, was mir schmeckt und viele gesunde Gerichte esse ich richtig gerne. Aber bei den ungesunden, habe ich sündige Gedanken. Wie das ja so immer ist, mit dem Unvernünftigen und Verbotenen. Es tut meistens nicht gut, aber man kann nicht widerstehen.

Probieren statt diskutieren.

Und damit sind wir beim Maß angelangt. Ich versuche mich und meine Lieben gesund und vernünftig zu ernähren. Aber so, wie ich mir ab und an ein zweites Glas Wein erlaube und zeitweise auch beim Essen über die Stränge schlage, gestehe ich das auch meinen Kindern zu.

Ich gebe schon mal das Nutellatoast oder den Schokoriegel mit in die Schule oder gehe mit ihnen Junk Food essen, dafür müssen sie aber im Gegenzug auch Gemüse, Körnerbrot und Co. akzeptieren.

Nach dem Motto: „PROBIERT wird alles, was auf den Tisch kommt“.

gabi